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Mär 1S97 Zlints- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren Hratisöeilage: Hießener Aamitienökätter Alle Annoncm-Burraux des In. und Auslandes nehm« z Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. beschließen, Großherzogliche Regierung zu ersuchen, alsbald dem Landtage einen Gesetzentwurf vorzulegen deS Inhalts: 1. nach beschlossener Vornahme der Feldbereinigung in einer Gemarkung tritt der Staat als selbstständiger Unter« ne hm er des BereintgungSgeschäfteS ein: 2. jede Gemarkung, welche die Vornahme der Bereinigung beschlossen hat, zahlt dem Staat, als dem Unternehmer, für je ein Hectar des zu bereinigenden Landes fünfzig Mark einmalige Vergütung ; 3. der Staat läßt die Bereinigung auf seine eignen «osten und durch seine eignen Beamten (BezirkS-Geometer zc.) Herstellen. Für die Mehrkosten des Verfahrens hat die Staatskasse aufzukommen. Ebenso fliehen etwaige Ersparnisse, Erübrigungen in dieselbe. Massen- und Wege-Gelände dagegen verbleibt Etgenthum der BereiniguogSgenossenschaft. Die Strafkammer verurteilte am Freitag den Vieh- Händler Jacob Grau von Wimpfen wegen Bestechung eines Eisen- bahnschaffnerS zu 100 Mark Geldstrafe eventuell 20 Tage Gefängntß. Der Angeklagte hat versucht, sich in der Nacht vom 9. bis 10. December zum Zuge nach Frankfurt a. M. gegen ein dem Schaffner angebotenes gute» Trinkgeld, einen Platz in der zweiten Wagenklasse zu verschaffen, obgleich er nur berechtigt war, als Begleiter eines BiehtranSporreS dritter Klasse zu fahren. Der Gerichtshof billigte dem An- geklagten mildernde Umstände zu, normirte die zu erkennende Strafe aber um deswillen tu der erkannten Höhe, weil durch die obige Manipulation häufig großes Unglück über die Familien der Eisenbahnbeamten heraufbeschworen wird, wenn diese solchen Anerbietungen gegenüber nicht standhaft bleiben. ** Reicher Segen. Einer Familie in Gleiberg wurde am denkwürdigen 22. März folgender Zuwachs des Familien- und Hausstandes zu Theil: 1) ein Sohn, 2) ein Kälbchen, 3) vier Gaischen und 4) fieben Gänschen. "nnabmt von Anzeigen ju der Nachmittags für d« iolgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Locales rrnd Provinzielles Gießen, den 23. März 1897. ** Parlamentarisches. Der Abgeordnete Köhler hat M der zweiten Kammer folgenden, eingehend begründeten önirag eingebracht: Hohe zweite Kammer der Stände wolle -- Ullendorf e. d Ld, 22. März. Der lOOjährijge nationale Gedenktag wurde hier in sehr schöner Weise gefeiert. Nachdem der Kriegerverein am gestrigen Vormittag an dem Gedenkgottesdienste gemeinsam mit einigen nicht zum Verein gehörigen Veteranen fich betheiligt hatte, vereinigte fich. derselbe heute Nachmittag mit den beiden Gesangvereinen „Eintracht^ und „Sängerrunde", sowie den drei Schulklassen in der Marktstraße zum Pflanzen einer Kaiser-Linde- der zur Feier eingeladeue OrtSvorstand war (wie die einzeln stehenden Veteranen) auch durch mehrere Mitglieder vertreten. Herr Pfarrer Eckstein, welcher zu der ganzen Veranstaltung die Anregung gegeben hatt:, hielt eine ergreifende Gedächtnißrede, den unvergeßlichen Kaiser als Werkzeug Gottes und Vorbild seines Volkes schildernd. Nach dieser Rede sangen die beiden Gesangvereine gemeinsam in wirkungsvollster Weise das Lied: „O, fleh herab von Deinem lichten Throne, verklärter Kaiser?" Auch zwei Lieder der Schulkinder und gemeinsame Gesänge der ganzen Brr- sammlung trugen viel zur weihevollen Stimmung bei. Das Setzen der Linde und den Weihespruch des Geistlichen marktrte der Kriegervereiu durch Präsenttreo der Gewehre. Mit zwei Toasten seiteo» des Festredners und des Präfideuteu des KrtegervereinS auf das Vaterland und auf Kaiser und Großherzog und unter entsprechenden Gesäugen schloß die würdige Feier. SchöpserS und Begründers drS Reiches, bedarf, um tu Hellen Flammen aufzulodern. n. Groß-Eichen, 23. März. In sehr erhebender Weise wurde hter der 100jährige Geburtstag Kaiser Wilhelms I. gefeiert. Nach dem Festgottesdienst am Vormittag bewegte fich am Nachmittag ein Festzug unter Mitwirkung der hiefigeu Musikkapelle nach dem Schulhause. In dessen Nähe wurde unter Festgesängen und der Weiherede des Ortspfarrers eine Kaiser-Eiche gepflanzt. Die Kaiserfeier fand ihre Fortsetzung in dem Saale de» Gastwirth» Rahn. Mufikoorträge, Declamationeu der Schüler, Festrede des OrtSpsarrerS ließen auch diesen Theil der Katserfeier auf daS Schönste verlaufen. § Crainfeld, 22.März. Heinrich Räuber von hier, welcher im vorigen Herbste seine Militärzeit in Gießen beendet har, wollte heute zu Ehren des Geburtstages Kaiser Wilhelms I. Freudenschüsse mit einem alten Gewehr abfeueru. Der Schuß schlug jedoch um und wurde Räuber erheblich im Geficht verbrannt und an der rechten Hand verwundet, so daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. -h- Altenstadt, 22. März. Eine einfache, aber würdige und in all ihren Theilen wohlgelungene Feier zum Gedächt- niß der huudertjäh rigen Wiederkehr deSGeburtS- tageS unseres erhabenen Heldenkaisers Wilhelm I. veranstaltete gestern Abend die hiesige Casino-Gesellschaft. Nach Einleitung der Feier durch ein vierhändigeS Clavier-Mufik- stück wurde von Herrn Lehrer Storck von hier ein Prolog vorgetrageu. Alsdann kamen auf der geschmackvoll deco- rirteu Theaterbühne bei bengalischer Beleuchtung vier lebende Bilder zur Aufstellung, welche die „Huldigung der Regimenter", „Germania", „Abschied" und „Heimkehr deS Kriegers" darstellten. Herr Pfarr Bär von Ltodheim gab in einer längeren Ansprache ein treues Lebensbild deS hochseligen ersten Kaisers. Er schloß mit einem Hoch auf den gegenwärtigen Kaiser Wilhelm II. Durch Gesang, Spiel und Tanz war genügend Abwechselung geboten und die patriotische Feier verlief in schönster Weise. "4~ Ridda, 22. März. Kürzlich hat dahier fich unter dem provisorischen Vorfitz deS Herrn LaudtagSabgeordneten Erck ein„Kurvereiu zur Hebung des Bades Salzhausen" gebildet. — Die am hiesigen Platze gestern und heute stattgefundene Centenarseier nahm programmgemäß den schönsten Verlaus. Die Stadt prangte im reichsten Flaggenschmuck. — Der katholischen Kirchengemeinde Nidda wnrde letzthin aus einem Bermächtniß des Fräulein Margaretha Philippi zu Mainz die namhafte Summe von 1970 Mk. geschenkt. X. Darmstadt, 21. März. Zur Eentenarfeier de» Geburtstages Kaiser Wilhelms I. fanden heute Vormittag FeftgotteSdienfte, ferner Parade der Kriegervereine statt. Die Stadt hat reichen Fahnenschmuck angelegt- in vielen Läden sieht man Arrangements mit der Büste des Kaisers und Kornblumen-Ausführung. Heute Vormittag fand ein allgemein und frei zugänglicher Festact im großen Saalbausaale statt, wozu an 2000 Personen erschienen waren, darunter der StaatSminister, der Oberconfistorialpräfident, die Bürgermeister u. A. Herr Professor Dr. Harnack (Nachfolger von Otto Roquette an der Hochschule) hielt die Festrede, worin er ein markantes Bild Kaiser WilhelmsI. gab, der sein ganzes Leben dem großen Zwecke der Einigung Deutschlands geweiht und eS vor Allem auch verstanden habe, die richtigen Männer (BiSmarck, Moltke, Roon) an den richtigen Platz zu stellen und da zu erhalten. Kaiser Wilhelm werde im Gedenken seines Volkes als historische Größe, als Verkörperung der Geschichte deS ganzen Jahrhunderts, vor Allem aber als großer FriedenSsürst und Freund seines Volkes weiterleben, das in dieser Persönlichkeit einen uner- meßlichen Besitz habe. Die Versammlung stimmte nach der Festrede daS „Deutschland über Alles" an. Prächtige Ehöre des MusikvereinS und des MozartvereinS, dessen erster Dirigent, Herr Hofcapellweister W. de Haan, den Tactstock schwang, umrahmten wirkungsvoll die Feier- am Schluffe ertönte daS mächtige „Halleluja" aus Händels „Messias". Am Abend finden in fieben größeren Localen Festversamm- lunaen mit verschiedenen Rednern statt. Vierteljähriger Abonoemeutspreis: 2 Mark 20 Pfg. «rit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedittorr und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Deutsche» Ueid?. $Mm|tabt, 23. Mär,. SBte der „Darmst. Zig.« ein Privattelegramm auS Berlin meldet, werden Seine Königliche Hoheit der Großherzog morgen Abend die Rückreise nach Darmstadt aotreteo. Heute Vormittag 11 Uhr findet der Festzug der Bürgerschaft statt, um 6 Uhr Tafel bei Ihren Kaiserlichen Majestäten, Abends Fackelzug der Studenten- schäft vor dem königlichen Schloß und darauf Festvorstelluna im Opernhaus. ö .. verli», 22. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Urkunde betreffend Stiftung der preußischen Medaille zur Erinnerung an Kaiser Wilhelm I., ferner eine große Anzahl von Ordensverleihungen und sonstige Auszeichnungen. Es erhielten u. A. die Großherzogin von Baden den Luisenorden, der Oberhofmarschall Graf Eulenburg den Schwarzen Adlerorden, StaatSsecretär v. Bötticher und StaatSsecretär Stephan den WilhelmSorden, der preußische Gesandte beim päpstlichen Stuhl, v. Bülow, erhielt da« Kreuz and den Stern der Comthure de» Hohenzollern'schen HauS- ordenS, der Professor v. Esmarch in Kiel erhielt den Eharacter als Wirklicher Geheimer Rath mit dem Prädicat Excellenz. Die Schöpfer deS Nationaldenkmals wurden iämmtlich ausgezeichnet, u. A. erhielt Professor Begas daS Kreuz der Comthure des Hohenzollern'schen HauSorden» und Professor Karl BegaS den Rothen Adlerorden vierter Klasie. Der Bice-Admiral Koester, Chef der Marine-Station der Ostsee, wurde unter Belassung in dieser Stelle zum Admiral «befördert. Berlin, 22. Mürz. DaS Armeeverordnungsblatt ver- vffentlicht die vorläufigen Bestimmungen, den Etat für 1897/98 betreffend, wonach die vierten Bataillone in Fortfall kommen und 16 Jnfanteriebrigadestäbe, 33 Jnfan- terieregimeutSstäbe und 66 Jufanteriebataillone errichtet iverden. Ferner werden die Meldereiter-DetachementS in DetachementS-Jäger zu Pferde umgewandelt. Die Ber- öffentlichung theilt zugleich die GarnisonSorte der neuen zu- jammengezogenen Bollbataillone mit. Daraus feien folgende mitgetheilt: Das 1. und 2. Bat. des 166. Jnf.-Rgts. in Hanau. DaS 1. und 2. Bat. des 167. Inf. RgtS. in Caffel. Da» 1. Bat. des 5. Großh. Hessischen Jnf.-Rgts. Nr. 168 im Butzbach, daS 2. Bat. desselben RgtS. in Offenbach. DaS 1. Bat. deS 8. Bad. Jnf.-RgtS. Nr. 169 vorläufig in Karlsruhe, dauernd in Lahr, das 2. Bat. desselben RgtS. vor- löufig in Rastatt, dauernd in Lahr. DaS 1. Bat. des § «n« dem Ohmthal, 23. März. Selbst daS entlegenste kleinste Oertcheu stand in diesen Tagen unter dem Zeichen der Kaiserfeier. Keinesfalls in der Lage, mit den Städten wetteifern zu können bezüglich äußerlichem Prunke, stand aber gewiß jeder Ort, jede Gemeinde auf mindestens gleich hohem Punkte ächt deutschen vaterläudtschen Empfindens, wahrer Be- geisteruog für Kaiser und Reich, Fürst und Vaterland. Bis auf den letzten Platz gefüllt waren am Sonntag die in allen Kirchen des Landes abgehalteven Festgottesdienste. Ueberall beteiligten fich die Krieger- und Gesangvereine mit ihren Fahnen an den GotieSdiensten. Begeisterte Festreden und Festgesänge gaben diesen Gottesdiensten die rechte Weihe. Theilweise folgten den FestgotteSdiensten schon am Sonntag Abend in vielen Gemeinden besondere Festlichkeiten zur Centenarfeier, in anderen wurden dieselben erst gestern Abend abgehalteu. Auch diese Versammlungen wurden allseit» sehr stark besucht und nahmen den besten Verlauf. In der Art, wie man den 100jährigen Geburtstag des HeldenkaiserS Wilhelm I. auch auf dem Laude gefeiert, hat fich gezeigt, wie tief in allen Herzen die Verehrung und Dankbarkeit für des Vaterlandes ersten großen Kaiser wurzelt, sie hat aber auch dargethan, wie die Liebe zu Kaiser und Reich, Fürst und Vaterland ungeachtet der politischen Parteischattirung in allen -erzen glüht und wie fie nur solche einzigartige festliche Höhepunkte, wie die 100jährige Geburtstagsfeier des Der chietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag-. Die Gießener AamitienökSlier werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Badischen Jnf.-Rgts. Nr. 170 vorläufig in Kehl, dauernd in Offenburg, das 2. Bat. desselben RgtS. vorläufig in Mülhausen i. Eli., dauernd in Offenburg. DaS 1. und 2. Bat. deS 171. Inf. RgtS. in Bitsch. Das 1. und 2. Bat. d