Nr. 71 Der Hteßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamitienvtäiler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt. Donnerstag den 25. März 1S97 Meßmer Anzeig er Kenerat-Wnzeiger. , ' Vierteljähriger Abonncmcntspreis r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. -7T°°7r7'7u" | Gratisbeilage: Gießener Aamilienölätter. T ^'.*77 taau®“?n’ 7 ______________" ° o rc ________________________ I »nzergen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Abonnements- Einladung. Zum Bezug des „Gießener Anzeiger" für bo5 2. Vierteljahr 1897 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der .Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mitthellungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Lausenden. Unterstütztdurch an allenOrtender Provinz O b e r h e ss en ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so fttihzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenhetten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wiffens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzener Famttienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Famllien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärttge Leser, chre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. April den Anzeiger kostenfrei zu- gestellt, wie wir auch gerne berett sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda). Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend: Maul- und Klauenseuche zu Rabertshausen. Nachdem die zu Ra b ert» h au f e n ausgebrochen gewesene Maul- und Klauenseuche erloschen ist, werden die verfügten Sperrmaßregeln hiermit wieder aufgehoben. Gießen, den 24. März 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. ?X«dMid^6< Wolffs telegraphisch-« «orrefponday-BmUcs. Bern», 23. März. Zwei Theilnehmer an dem Bürger- Festzuge legten an dem Nationaldenkmal im Namen der Deutschen von Odessa eine großeBronce-Cartouche mit der Inschrift nieder: „Dem Andenken des großen Kaisers Wilhelm I. die dankbaren Deutschen von Odeffa. 22. 3. 1797 — 1897." Oben waren der Reichsadler mit der Kaiserkrone, unten daS Wappen von Odeffa mit silbernen Zweigen angebracht. Gelsenkirchen, 23. März. Auf Zeche „Graf Bismarck 2" fand heute Mittag eine Explosion schlagender Wetter statt. Acht Bergleute wurden schwer verletzt. Einer ist bereits gestorben. Weimar, 23. März. Heute Abend gegen 8 Uhr ist die Großherzogin von Sachsen-Weimar plötzlich einem Schlagfluß erlegen. Glatz, 23. März. Wie der „Glotzer Anzeiger" meldet, ist der Ceremonienmetster v. Kotze gestern Nachmittag infolge seiner Begnadigung durch den Kaiser aus der Festungshaft entlasten worden. Wien, 23. März. Bei den heute stattgehabten Reichs- rathswahlen wurden von der Wiener Handelskammer zwei Deutschfortschrittliche gewählt. Bet den Stichwahlen in den Städten Böhmens wurde ein Mitglied der deutschen Volkspartei, ein Jungczeche und zwei Deutschfortschrittliche gewählt. In Lemberg find zwei Stichwahlen erforderlich. DaS Ergebniß einer Wahl der Höchstbesteuerten in Dalmatien steht noch aus. Nyiregyhaza, 23. März. Das hiesige 10. Husaren- Regiment „Wilhelm, Deutscher Kaiser", hatte zur Feier des gestrigen Tages einen Dankgottesdienst veranstaltet. Paris, 23. März. Aus Anlaß der Hundertjahrfeier veranstaltete die deutsche Colonte gestern in dem mit dem Bildniß Kaiser Wilhelms des Großen und der Kaiserbüste geschmückten Festsaale im „Hotel Continental" ein Festesten, bei welchem der bayerische Geschäftsträger Freiherr v. d. Tann in Vertretung des in Berlin weilenden Botschafters Grafen Münster die Festrede hielt. Er pries die unvergänglichen RuhmeSthaten des Heldenkaisers, welcher Macht und Einheit des Reiches dem deutschen Volke als kostbares Vermächtniß hioterlaffeu habe. Dieser Macht und Einigkeit verdanke Deutschland über ein Vterteljahrhuudert vollsten Friedens. „Die Segnungen dieses Friedens dem deutschen Volke auch ferner zu erhalten, ist die hohe Aufgabe, welche der Enkel des Heldenkaisers sich gesetzt hat. Nur in diesem Sinne macht Kaiser Wilhelm seine Stimme im Rathe der Völker geltend/ nur um dieses Ziel zu erreichen, will er Deutschland möglichst stark machen. Dafür bringen wir Seiner Majestät das Gefühl ehrfurchtsvollster Dankbarkeit entgegen." Der Redner schloß mit begeistert aufgeuommenem dreifachen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser. Au daS Festmahl, an welchem über 200 Personen theilnahmen, schloß fich ein Ball. Depeschen des Bureau „Herold.- Berlin, 23. März. Dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe find gestern verliehen worden: vom Großherzog von Hessen das Großkreuz des LudwigsordenS, vom Könige von Italien der Annunctatenorden. Berlin, 23° März. DaS neue Gemälde der Jubelfeier des Deutschen Reiches von Wilhelm Pape ist zum gestrigen Gedenktage vollendet und vom Kaiser in der Bildergallerie des Königlichen Schlosses seinen fürstlichen Gästen gezeigt worden. Berlin, 23. März. Die Besichtigung des Nation al-Denkmals in den Nachmittagsstunden bis zum Eintritt der Dunkelheit vollzog sich unter ungeheurem Andrang in großer Ordnung. Auch später noch bis nach Mitternacht zogen Tausende und Abertausende am Denkmal vorüber, um gleichzeitig die feenhafte Beleuchtung deS Königlichen Schlosses zu besichtigen. Berlin, 23. März. Im Laufe deS gestrigen Tages und Abends fanden zahlreiche Festmahle und Commerfe statt. Berlin, 23. März. Der gestrige National-Festtag wurde nach den vorliegenden telegraphischen Berichten aus sämmtlichen Orten Deutschlands überall in feierlicher Weise begangen. In verschiedenen Städten wurden Denkmäler für Kaiser Wilhelm enthüllt, in anderen der Grundstein dazu gelegt. Berlin, 23. März. Heute Mittag 1 Uhr fand im CircuS Renz zu Ehren der Ritter des Eisernen Kr-ruzeS erster Klaffe und der Ehren-Jungfrauen ein Festessen statt, welches CommisfionSrath Renz veranstaltet hatte. An dem- selben nahmen 400 Personen Theil. Berlin, 23. März. Für Abends 6 Uhr ist in der Bildergallerie des Königlichen Schlosses Festtafel angesetzt. Abends 8 gebniß ganz zufrieden sein. ES wurden gewählt 320 Ministerielle, 110 Mitglieder der Opposition. 73 Wahlergebnisse sind noch nicht endgültig festgestellt. Brüssel, 23. März. 60 Arbeiter der belgischen Glasfabriken find nach Rußland abgereist, einige mit einem Engagement bis zu drei Jahren. Die Glasbläser erhalten ein Gehalt von monatlich 600 Frcs. Athen, 23. März. Durch Königliches Decret wird die Bildung 12 neuer Infanterie-Bataillone und 14 Batterien Artillerie ungeordnet. Von der Grenze wird große Kälte mit Schneefall gemeldet. Athen, 23. März. Der Dampfer ArgoliS ist in der letzten Nacht im PhräuS eingetroffen, nachdem es ihm gelungen war, Proviant in Rethymo zu landen. Berlin, 24. Februar. Von den vielen Kränzen, welche gestern am Natioualdenkmal niedergelegt wurden, wird nach Kaiserlicher Bestimmung der von dem Verbände deutscher Krieger- und Kriegsveteranen von 1848 bis 1870/71 gestiftete eiserne Kranz dauernd auf den Stufen de« Denkmals liegen bleiben. Berlin,24. März. Die Berliner Studentenschaft brachte gestern Abend dem Kaiser einen Fackelzug dar. Auf Wunsch des Kaisers begaben fich Vertreter aller hiefigen Hochschulen ins Schloß. Der Kaiser hielt an fie eine An- prache, in der er sagte, die Studenten möchten dafür sorgen, daß im Volke nicht so viel genörgelt werde, wie das jetzt der Fall sei. Später begab fich das Kaiserpaar zum Fest- concert im CirkuS Renz. Berlin, 24. März. Wie das „Berl. Tagbl." meldet, trifft die Königin von England gegen den 20. April zum Besuch der Kaiserin Friedrich in Cronberg ein. Berlin, 24. März. Wie der „Vorwärts" meldet, unterzog fich gestern der Abgeordnete v. Vollmar hier einer Operation, wobei es fich um die Entfernung der Kugel handelt, die er seit 26 Jahren mit fich herum trägt unb deren Sitz erst nach Anwendung von X'Strahlen ermittelt werden konnte. Die Operation wurde glücklich durchgeführt. Die Heilung der ziemlich großen Wunde wird einige Zeit beanspruchen. Localer und Provinzieller. Ließe», den 24. März. Absperrung der Wasserleitung. Wir mähen auch an dieser Stelle auf die heutige Bekanntmachung des städtischen Gas« und WafferwerkS aufmerksam, betr. die nächsten Freitag Vormittag» erfolgende Absperrung der Wasserleitung in der oberen Ludwigstraße und in einzelnen angrenzenden Straßen. ♦* Die dreifarbige Kokarde. Bei der Parade in Darmstadt am 22. d. M. kam folgender Erlaß Sr. Kgl. Hoheit de» Großherzogs zur Verlesung: „Im Anschluß an den Armeebefehl Sr. Maj. des Kaisers und Königs vom Heutigen bestimme Ich, daß die deutsche Kokarde auch bet Meinem Eontingent am heutigen Jubeltage zur Einführung kommt unter finngemäßer Anwendung der für das Tragen dieser Kokarde für die königlich preußische Armee erlassenen Allerhöchsten Bestimmungen. Zur Gedenkfeier der Bereinigung Gießener Post- und Telegraphenasststeuten auS Anlaß des 100jährtgen Geburtstages weiland Sr. Maj. Wilhelms des Großen hatte sich Sonntag, den 21. März, Abend» 9 Uhr, eine ansehnliche Festversammlung im Bereinssaale de» Cafs Ebel etugefunden. Nach dem Willkommengruß, welchem al» erstes allgemeines Lied „Das Gelübde": Ich hab' mich ergeben, folgte, hielt Herr Postasfistent May einen sehr eingehenden Vortrag. Die verschiedenen Stufen der Entwickelung unserer Reichs« einheit kamen durch die etugrschobenen Gesänge, Musikspiele, lebenden Bilder, durch bengalische Beleuchtung und Feuerwerk vorzüglich zur Geltung, sodaß die Festtheilnehmer mit feierlichem Ernst und wachsender Begeisterung den trefflichen Rückblick auf da» gewaltige Werk unsere» höchftseligen Helden« kaiser» verfolgten. ** Für die Veteranen. Wie der „Reichsanzeiger" meldet, hat der Kaiser angefichtS der patriotischen Bewegung, welche allerorten im Lande durch die Feier der hundertjährigen Wiederkehr deS Geburtstages Kaiser Wilhelms I., insbesondere auch unter den alten, seiner Führung unterstellt gewesenen Kriegern hervorgetreten ist, befohlen, daß auch den Veteranen der Feldzüge von 1864, 1866 und 1870/71 die vom Kaiser gestiftete GrtnnerungS-Medaille verliehen werden soll. Die Kosten der Herstellung der Medaille will der Kaiser auS eigenen Mitteln bestreiten. * ♦ bäugervereiuiguug. Im Anschluß an unsere Notiz in gestriger Nummer sei noch erwähnt, daß die Sanger« Bereinigung die Ehre hatte, Herrn Beigeordneten Wolff bei ihrer Unterhaltung am vergangenen Montag Abend im Saale des „Hotel Einhorn" begrüßen zu dürfen. Derselbe dankte als Vertreter der Stadt Gießen der Sängervereinigung und insbesondere ihrem unermüdlichen und vortrefflichen Dirigenten, Herrn Franz Bauer für die außerordentlich tüchtigen gesanglichen Leistungen gelegentlich der Feier in „Steins Saalbau" und sprach noch den Wunsch aus, daß die Sängervereiutgung auch fernerhin bet derartigen Gelegenheiten ihre Dienste der Stadt widmen möge. Herr Wolff schloß mit einem beifällig aufgenommenen Hoch auf das Blühen und Gedeihen der Sängervereinigung Gießens. ES fei noch bemerkt, daß der Gesangverein „Bürgergesellschaft", welcher seither der Vereinigung fern gestanden, sich derselben nunmehr angeschloffen hat. • • Parlamentarisches. Der Abgeordnete Br e im er beantragt bei der Zweiten Kammer, die Regierung zu ersuchen, sie solle in daS nächste Budget Mk. 50- bis 60,000 zur Unterstützung bei Herstellung von Wasserleitungen für ärmere, mit hohen Communalsteuern belastete Gemeinden einstellen. Der Abgeordnete Schönberger beantragt, das ViehwährschaftSgesetz abzuändern. • **G. Neues Fischereigesetz. Die wöchentliche Schonzeit sür alle Fischgattungen, mit Ausnahme von Lachs und Maifisch, erstreckt sich nunmehr auf die Zeit von Sonntag Morgen 6 Uhr bis zu dem darauffolgenden Montag Morgen 6 Uhr. In dieser Zeit ist jede Art des Fischfangs in allen offenen Ftfchwässeru untersagt. Früher war die wöchentliche Schonzeit von Samstag Abend 6 Uhr bis Sonntag Abend 6 Uhr. Ueber die Motive der Aenderung konnten wir nichts in Erfahrung bringen. Stadttheater. Fräulein Thessa Klinkhammer vom Frankfurter Stadttheater wird am morgigen Donnerstag im hiesigen Theater zum letzten Male in dieser Saison auftreten, und zwar als „Frau von Pöchlaar" in Schön- than'Kadelburgö vieractigem Lustspiel „Goldfische", einer Rolle, welche die Künstlerin kürzlich in Frankfurt a. M. mit größtem Erfolge zu wiederholten Malen gespielt hat. • • Die Gießener Ruder-Gesellschast hat für die kommende Saison in Ntederschönweide-Berlin einen Achter und in Frankfurt a. M. einen Vierer zu bauen in Auftrag gegeben. * * Der Verein zur Züchtung reiner Hunderassen hat beschlossen, am 13. Juni wieder wie im verflossenen Jahre eine Hund e «Ausstellung zu veranstalten. • • Die lebenden Photographien sind nur noch bis Freitag Abend im Laden Neuen Bäueu 1 zu sehen. Au neuen Bildern find eingetroffen: Amerikanische Infanterie und Cavallerte, Verschwinden einer Dame, ein Schnellmaler, Kinderball in London, Serpentintänzerin. Der die Bilder vorführende Apparat „Vitagraph" ist die neueste Errungenschaft auf diesem Gebiete und läßt au Deutlichkeit und Schärfe der Bilder nicht» zu wünschen übrig. Die Wiedergabe der natürlichen Vorgänge von fahrenden Equipagen, Menschen und Thieren, Eisenbahnzug usw. wirkt fesselnd auf den Beschauer, so daß sich ein Besuch als höchst lohnend und interessant erweist. Eine Viertelstunde vor Beginn jeder neuen Stunde ist für die beginnende Vorstellung geöffnet und läßt fich bei Berücksichtigung dieses ein Fehlgehen vermeiden. • ’ Theater-Verein. Die Mitglieder des Verein» machen wir auf die heute, Mittwoch, Abend im Einhorn stattfindende außerordentliche Generalversammlung noch einmal aufmerksam, eß dürfte sie Mancher im Festtrubel vergessen haben. Die Frage, die heute Abend zum Austrag kommen soll, ist für das Kunstleben unserer Stadt äußerst wichtig und kann nur ersprießlich gelöst werden, wenn fich eine stattliche Mitgltederzahl einfindet. Der Vorstand hätte ja formell das Recht, die Angelegenheit selbstständig zu entscheiden, er verzichtet darauf, um auch den Schein einer Bevormundung zu vermeiden. Postalische». Eine neue Verordnung des Reichs« postamtS schreibt vor, daß zukünftig die für daS Publikum in den Postanstalten ausgestellten Pulte nur zur Erledigung von Telegrammen, zum Beschreiben von Postkarten und anderen, nur kurze Zett beanspruchenden Schreibarten benutzt werden dürfen und zwar höchstens für die Dauer von fünf Minuten. Wer das Pult länger benutzt, kann zu« Verlassen desselben aufgefordert werden. Der Zweck dieser Verordnung ist, der immer mehr zunehmenden Unsitte, daS Pult zu längeren Schreibereien zu benutzen und dadurch andere Personen zu be« nachtheiligen, nach Möglichkeit vorzubeugen. * * Militärisches. Da» erste Bataillon deS 6. Großh. Hess. Infanterie-Regiment» Nr. 168, welche» nach Butzbach in Garnison kommt, wird zusammengesetzt auS den vierten Halbbataillonen des 115. und 116. Regiments. DaS Regiment, zu dessen Commandeur Oberst v. Havecken vom 10. Jägerbataillon in Colmar ernannt wurde, untersteht der 49. Jnfanterie-Brigade. Die Bataillone treten am 1. April zusammen und wird daS bisherige vierte Halbbataillon de» 116. Regiments per Fußmarsch nach Butzbach abrücken, woselbst nach Bereinigung mit dem per Extrazug um 3*/3 Uhr dort eintreffenden vierten Bataillon deS 115. Regiments der festliche Einzug in Butzbach erfolgt. Von Offizieren des 116. Regiment« treten zum 168. Regiment über: Major und Bat.-Commandeur Dommerich, Hauptmann Settz, Hauptmann Clößner, Prem.-Lteuteoant Beck, Prem.-Lieutenant Jochim, Sec.-Lteutenant Stifft, Sec.-Lieutenant Poly, Sec.-Lieutenant Riehl, Sec.-Lieutenant Schmidt, Sec.- Lieutenant Frankenberg. • • Militärdienstnachrichten. Major Deter vom Inf.« Regiment Kaiser Wilhelm dem Jnf.-Regt. Nr. 170 (Kehl) zugetheilt. * * Eine empfindliche Sttafe verhängte gestern die Strafkammer gegen den Viehhändler Gerson Steinberger von Alsfeld wegen Verletzung des § 328 d. R.-Str. G., weil er entgegen der Verordnung Großh. Ministeriums und des Kreis amtS zu Alsfeld die für diesen KretS erlassenen Vorschriften zur Verhütung deS EinschleppenS und Verbreitens von Viehseuchen gehandelt hat. Der Angeklagte hat der Wittwe Birkenstock in Romrod im December vorigen Jahre» ein Kalb, welche» er 2 Tage vorher auf dem Fuldaer Markt erhandelt hatte, unter der ausdrücklichen Zusicherung weiter verkauft, eß entstamme dieses Thier auS einem seuchenfreien Stalle der nächsten Umgebung. Der Angeklagte war aber verpflichtet, das Kalb, welches er aus außerhalb hessischem Gebiet eingeführt hat, sieben Tage lang zur Beobachtung vorher einzustellen, ehe er e» weiter verkaufte. DaS Thier war zum Unglück noch mit der Maul- und Klauenseuche behaftet und verbreitete fich infolge deffen diese Seuche nicht nur über den Diehstand der Wittwe Birkenstock, sondern diesem Handel wird auch die Schuld beigemeffen, daß durch Ansteckung diese Seuche fast über den ganzen Viehstand de» Ortes sich verbreitet hat. Die Staatsbehörde beantragte auf drei Monate Gefängniß zu erkennen, weil der Angeklagte schon wegen ähnlicher Delicte mehrfach vorbestraft sei. Der Gerichtshof war aber der Meinung, daß der Angeklagte nicht nur betrügerisch, sondern im höchsten Grade gemein- gefährlich gehandelt habe und hielt als angemessene Sühne eine sechsmonatliche Gefängnißstrafe für am Platze, beschloß auch, wegen der Höhe, auf die erkannt sei, den Angeklagten sofort in Hast zu nehmen. * ♦ Ueber die Organisation der Staatsschuld ging den Landständen ein Gesetzentwurf zu. Im Jahre 1879 wurde die Staatsschuldentilgungskaffe mit der Hauptstaatskasse vereinigt, die Leitung der Geschäfte des Staatsschuldenwesens besorgt eine Commission (Director der Hauptstaatskasse, land- ständischeS Mitglied mit Controleur). Mit Rücksicht auf die gesteigerte Geschäftslast und zur organisatorischen Durchführung der principiell wichtigen Trennung der Kasse und Verwaltung sieht der neue Gesetzentwurf eine besondere Behörde vor, die Großh. Staatsschuldenverwaltung, bestehend auS einem Mitgltede des Finanzministeriums als Vorsitzenden und einem abwechselnd von den beiden Kammern der Landstände auf sechs Jahre zu wählenden Mitgltede. In gleicher Weise, jedoch ohne Beschränkung auf Mitglieder der Ständekammer, wird der Controleur gewählt, die Kassengeschäfte und die Rechnungsftellung besorgt die Hauptstaatskasse. Au» der Begründung geht u. A. hervor, daß die im Jahre 1879 rund 46 Millionen betragende hessische Staatsschuld, die fich durch Tilgung vorübergehend bis auf 39 Millionen ermäßigt hatte, zur Zeit auf etwa 60 Millionen gestiegen ist und sich durch den Ankauf der LudwigSeisenbahn demnächst um 190 Millionen auf ca. 250 Millionen erhöht. • • Nützlicher Wink für Reifende. Bekanntlich haben die Bundesstaaten Bayern und Württemberg, da sie dem deutschen Reichspostgebiete nicht angehören, eigene Postwerth- zeschen (Briefmarken, Postkarten u. s. w.), waS sich manchem Reisenden, der sich von zu Hause mit einem Vorrath von solchen versehen hat und ein solches Postgebier betritt, unlieb bemerkbar macht, da er sie nicht verwerthen kann. Ebenso ist eß, wenn von den im fremden Postgebiet gekauften Werthzeichen einige übrig geblieben find. Um diesen Unbequemlichkeiten zu begegnen, macht die „Post reisender Kaufleute" darauf aufmerksam, daß man vor der Abreise nur Postkarten mit bezahlter Rückantwort kauft und nur die Rückantwortkarten mit auf die Reise nimmt. Solche Karten kann man in Bayern und Württemberg (und umgekehrt bayerische und I württembergische im Reichspostgebiet) jederzeit benützen. Die Organisation der Unfallversicherung. Wie da» । Finanzministerium bekannt gibt, wurde für den Bezirk der ' Eiseubahndirection Mainz der Großherzogl. KreiSamtmanu Dr. Usinger in Mainz zum Vorsitzenden de» Schiedsgericht» sür Unfallverficherung, sowie de» Schied»gertcht» für die Abtheilung A der Penfion»kaffe für die Arbeiter der preußischen StaatSeisenbahnverwaltung ernannt. ♦ * Bdlbritfmatft. Der im Mai dieses Jahre» zu Washington zusammeutretendeCongreß de» Weltpostverein» wird fich neben Anderem auch mit dem Anträge auf Schaffung einer Weltpostmarke zu beschäftigen haben. Angeregt soll die Einsührung einer für alle Staaten de» Verein» giltigen Marke zum Preise von 25 Centime» für den internationalen Briefoerkehr werden. Um einem au» den verschiedenen Währung»systemen der einzelnen Länder etwa erwachsenden Arbitrageverkehr in solchen Marken vorzubeugen, will man der Marke den Werth von 25 Centime» in Gold geben. Der Verkaufspreis soll fich in allen Staaten nach dem TageScourse deS Londoner Sterlings richten. * * Wetterbericht. Die nordöstliche Depression ist weiter in das Innere von Rußland abgezogen, dagegen ist daS Centrum deS nordwestlichen Minimums bi» zur mittleren norwegischen Grenze vorgedrungen und entsendet über da» Nordsee-Gebiet einen sackförmigen Ausläufer bis nach Mitteldeutschland herein. Außerdem ist über den dänischen Inseln ein Theilminimum zu erkennen. Der hohe Druck ist werter nach dem Süden zurückgewichen. Die Winde haben sich unter Tag« beträchtlich aufgefrischt. Die Morgen-Temperaturen waren in ganz Süddeutschland und besonder» an den Hochstationen bedeutend gestiegen. Ein neue» Minimum kündigt sich bereit» wieder im Westen Irland» an. — voraus- stchtliche Witterung: Zunächst trübe» Wetter mit Niederschlägen und Abkühlung, dann wieder vorübergehende Befferung. ____________ n. Großen Linden, 23. Marz. Der 100jährige Geburtstag Kaiser Wilhelms I. wurde hier in recht würdiger Weise gefeiert. An der Kirchenparade am 21. d. M. beteiligten sich 78 Mitglieder des Kriegervereinö. Am 22. März Abends fand ein Fackelzug statt, voran marschirte eine Musikcapelle, eß folgten Gesangverein Germania, Turnverein, Gesangverein Harmonie, Kriegerverein und zuletzt die freiwillige Feuerwehr. Der Ort war so reichlich illu- minirt, wie dies hier früher nie der Fall war. Ein einziger Hausbesitzer hatte 150 Lichter aufgestellt. In der Fallthor- ftraße waren alle Häuser ohne Ausnahme illuminirt. In Den übrigen Straßen waren einige Häuser prachtvoll beleuchte« und wäre noch viel mehr geschehen, aber eß waren keine JllumtnationSlämpchen mehr zu haben. Bor dem Schulhause machte der Festzug Halt. Hier wurde die Ansprache gehalten, Hurrah auf den jetzigen Kaiser und Großherzog ausgebracht, Gesang und ein Gedicht über da» Leben und Wirken des ersten deutschen Kaiser» vorgetragen. Burkhardsfelden, 23 März. Sonntag den 21. März dS. I». wurde von htefiger Gemeinde die Centenarfeier Kaiser Wilhelms I. begangen, indem fich die Theil- nehmer, ebenso der Kriegerverein und Kirchenchor im Schulsaal versammelten. Die Feier begann mit dem vom Kirchenchor vorgetragenen Chor: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre!" Nach der einleitenden Ansprache de» Herrn Bürgermeister» Hoffmann schilderte Herr Lehrer Gerstenmeier in warmen Worten die hohen Tugenden und die unvergleichlichen Verdienste Kaiser Wilhelms J. Declamatioven der Schüler und Gesänge de» Kirchenchors waren paffend eingeschaltet. Mit gemeinsamen Gesang : „Deutschland, Deutschland über Alles!" schloß diese Feier, worauf gemeinschaftlich Nachfeier in der Wtrthschaft der Frau Bürgermeister Th. Hoffmann Wtwe. folgte. Möge Kaiser Wilhelm I. von allen Deutschen ein ehrende» und dauernde» Andenken bewahrt bleiben. -t- Homberg 8. d Ohm, 23. März. Die Jubiläumsfeier wurde hier recht festlich begangen. Am Sonntag begaben sich die Vereine in geschlossenem Zug zum Fest- gotteSdienft, wahrend fich de» Abends ein stattlicher Lampionzug unter den Klängen unserer Feuerwehrcapelle durch die auf» herrlichste decorirten und illuminirten Straßen bewegte. In dem fich anschließenden Commers herrschte die fröhlichste Stimmung. Der Festtag selbst wurde durch Schulfeierlichkeiten eingeleitet. In der Volksschule hielt Herr Oberlehrer Müller die Ansprache. Zahlreiche Gäste au» Homberg und den umliegenden Orten hatten fich zum Festact in der höheren Bürgerschule eingefunden. Mit beredten Worten führte Herr Dirigent KrauSmüller ein Bild de» großen Kaisers vor Augen. Der Festtag schloß mit einem Bankett, in welchem Herr Müller die Festrede hielt. Homberg kann mit Stolz auf die in allen Theileu gelungene Feier blicken. § Aus dem Vogelsberg, 22. März. Außergewöhnlich niedrige Preise werden zur Zeit für die Saugkälber bezahlt. Bei guter Preislage wurde für da» Pfund Lebendgewicht 35 bi» 38 Pfg., bei hoher sogar 38 bi» 40 Pfg. erzielt, jetzt aber giebt man im Durchschnitt nur 28 bi» 30 Pfg. für da» Pfund Lebendgewicht. Da» kommt einem Preisabschlag von 20 bi» 21 pCt. gleich. Der Land« wirth verliert immerhin durch diesen Preisrückgang in seine« Erlös aus Vieh einen nicht unbedeutenden Betrag. Da» Kalbfleisch ist bei den Metzgern wohl auch billger, al» bei höheren Preisen der Kälber, man konnte kürzlich sogar da» Pfund Kalbfleisch für 45 Pfg. erstehen. Dieser billige Prei» hatte aber nicht lange avgehalten, er stieg bald wieder auf 50 Pfg. Wenn aber Landmetzger bei diesen ungewöhnlich billigen Ankaufspreisen noch 60 Pfg. für da» Pfund fich bezahlen lassen, so muß hiermit festgestellt werden, daß dieser Verkaufspreis wohl im Berhältniß zu den früheren wett höheren Ankaufspreisen, keinesfalls aber zu den gegenwärtigen steht. — Auch die Preise sür die Schweine find zurückgegangen; man verkaufte dieselben seither mit 37 und 38 Pfg. für da» Pfund Lebendgewicht, jetzt aber wollen die Händler nur 35 und 36 Pfg. dafür geben. Dieser Preisrückgang dürfte mit verursacht werden durch da» Massen- .2,°'"" b« Ü'N.bl” L'ÄrL ÄH “«e Ät etwa tt. ?® vorzubrugen n,ntl®{< in Gold lichten. ’ * weiter JM« ch dar M mittleren Wei über das W nach Mel. Inseln ist weiter 1 ^bev sich unter M'Temperaturru tt6 an den Hoch. MiniwW kündigt JJJ' ~ voraus. Wetter mit K dorübergehendr OOjiihrlgr Ge° >rde hier in recht rade am 21. d. M. rgrrvereiuö. Aw i voran warschirie i Gemania, Turnverein und zuletzt so reichlich illu> war. ffin ttylgii Ja bcr gofltbor» ißntnwt, Ja bett tübaü beleuchtet tf waren leine ior dem Lchui' )t dir Ansprache und Grotzherzotz da« Leben und ragen. ag den 21. März lentenarfeier i ^ch die W» peuchvr im Schul- , dem vv« Kirchen- rühmen de« Ewigen de« Herrn Lürger- Mehrer Gersten. Tugenden und die -lwS l. Declama- »irchenchors waren Illang: ,W ese Feier, W1 t der Frau Mel- Ah- Mn ®1' Id ml taraW $|( iuiilie®1' m. M 6«*l «z°i i“ W fiittlitit 2«*™' Wille bild) “ rliite ble ftH* bi,4 SNIelHl» eü^C»* liftt M« iu« gelt«!*» “ lt 6eieM« »* mj£. I ml* li",e , * *«: te?, S-t wi(” 8L‘ ’ at i«6 , ui I * i«eiBf r bie ®4* 13? ° \**> » iW ’ jid« »«* eben- , \ Maß'"' angebot. Jeder Laudwirth, auch der kleinste, benutzt die sehr billigen Preise im Herbste, die sür Milchschweine bezahlt werden, um aus der Schweinemast einen entsprechenden Erlös zu erzielen. Diese eingelegten Schweine kommen nun, allerdings meist nicht als erste Qualität Fettschweine, zum Berkaus. Zu betonen bleibt hierbei übrigens noch, daß in der Schweinezucht immer noch einer der rentabelsten Faktoren der landwirthschaftlichen Einnahmequellen steckt. f* - - - — -i *> t • Krofdorf, 20. März. Am 18. März ist zu Sieben» köpf im Kreise seiner Familie ein Mann zur ewigen Ruhe eingegaugen, der über ein halbes Jahrhundert lang im Kreise Wetzlar ein segensreiches Wirken enfaltet bat: der Bürger» meister und Hauptmann der Landwehr Herr Peter C o lnot. Ein langes Leben ist dem Verstorbenen beschteden gewesen- mit mehr als 86 Jahren ist er weit über die Grenze hinaus gelangt, die nach dem pfalmisttscheu Worte dem Erdenpilger als weitestes Lebensziel gesteckt ist. Der Verstorbene war am 11. März 1811 zu Coblenz geboren. Als seinem Vater nach Ausscheiden aus dem Militärdienste die Verwaltung der Bürgermeisterei Atzbach übertragen wurde, kam er mit ihm in den Kreis Wetzlar und trat ebenfalls in daS Verwal» tuugSfach ein. 1839 wurde ihm die Verwaltung der Bürgermeisterei Rechtenbach anvertraut, die er 20 Jahre lang führte. Nachdem fein Vater, der Atzbacher Bürgermeister, gestorben war, bewarb er sich um dessen Stelle, und erhielt sie. Bekanntlich wurden nicht lange Zeit nachher die bis dahin getrennten Bürgermeistereien Atzbach und Launsbach zu einem Verwaltungsbezirke vereinigt. Am 1. September des Jahres 1889 feierte Herr Colnot sein 50 jähriges Bürger- meisterjubiläum. Dieses außerordentlich seltene Ereigniß wurde durch einen großartigen Festact im Gleiberger Ritter- saale und sonstige Veranstaltungen gefeiert. Der König ehrte den verdienten Beamten durch Verleihung des Rothen Adler» »rdenö 4. und des König!. Kronenordens 3. Klaffe. Der verewigte trat nach 52 jähriger Dienstzeit im Jahre 1891 in Pension. * Frankfurt a. 3»., 19. März. Neue Thier- sendungen sind während der beiden ersten Märzwochen im Zoologischen Garten eingetroffen. Bon Nord-Europa langten bunte Wtldgäose verschiedener Art an; auS Australien trafen Känguruhs ein (worunter ein schön gefärbtes Wallaru), sowie Gimpel-Häher. Aus Amerika kam eine schöne bunte Eichhornart und von den Molukken außer verschiedenen Papageien ein großer Helmkasuar. Zahlreich sind besonders die neu angekauften kleineren Vögel. • Wiesbaden, 23. März. Die gestrige Illumination des RathhauseS setzte dasselbe in FeuerSgefahr. Die im Innern der Räume aufgehängten JlluminationSkörper machten so große Flammen, daß etwa 20 Fensterscheiben gesprungen find und in einzelnen Räumen Acten in Gefahr kamen. Die Illumination mußte deshalb sofort gänzlich gelöscht werden. • Breslau, 23. März. Bei dem gestrigen Festschießen in Dyherufurth bei Wohlau ereignete sich, wie der „BreSl. Gen.»Anz." meldet, ein bedauerlicherUnglückS- fall. Als zwei Schützen gerade zwei Schüsse abgaben, stürzte der sich unbefugter Weise in der Nähe aufhaltende Schulknabe Portakk, von einer Kugel getroffen, nieder- dieselbe war ihm in den Hinterkopf gedrungen und an der Seite wieder herauSgekommen. Der Knabe starb bald darauf. Citeraä» rsnd Aunst — Durch das Ableben des verdienten Prof. Daniel Sanders, das wir kürzlich meldeten, wird in der Wetterführung seines letzten großen Werkes, des im Verlage der Langenscheidt'ichen Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langenscheidt) in Berlin erscheinenden eueyklo» pädische« Wörterbuches der englischen und deutschen Sprache, von Muret-Sanders, Theil II, keinerlei Stockung eintreten. Der englisch-deutsche Theil dieses groß angelegten Unternehmens, der von Prof. Dr. Murrt bearbeitet ist, wirb mit der im Juli d. I. erscheinenden 24. Lieferung vollständig. Der deutsch-englische (II.) Theil ist von Prof. Sanders bis F vollendet und wird von dort ab von Professor Jmanuel Schmidt mit Unterstützung einer Anzahl Sprachgelehrter beider Nationalitäten derartig bearbeitet, daß wir in etwa drei Jahren auf die Vollendung des Werkes, das dann ein würdiges Settenstück zu SachS-Villattes encyklopädischem Wörterbuch der franzSfischen Sprache bilden wird, hoffen dürfen. — Wichtig für Fabrikanten und Exporteure. Vom 1. April er. ab wirb in Hamburg unter dem Titel „Procedimientos mercantileß“ mit dem Beiblatte: „Industria quimica“ eine neue Zeitung in spanischer Sprache erscheinen, welche bestimmt ist, den Ausfuhrhandel nach Central- und Süd-Amerika zu fördern. Es sind bis jetzt nur wenig Anstrengungen gemacht worden, den deutschen Producenten mit dem spanisch sprechenden Ueberseeer bekannt zu machen, so daß viele der hervorragendsten Firmen nicht einmal dem Namen nach dort bekannt sind. Die wenigen Blätter, die in deutscher Sprache daselbst verbreitet werden, können ihren Zweck nicht genügend erfüllen, auS dem einfachen Grunde, weil der Süd-Amerikaner die deutsche Sprache in den allerwenigsten Fällen versteht. — „Prooedimientoß mercantileß" wird einen sorgsam gepflegten redactio- nellen Inhalt haben; die neuesten Erzeugnisse der Technik und Industrie werden ausführlich besprochen. Der chemischen Industrie wird durch die Ausgabe deS Beiblattes besondere Beachtung geschenkt werden. — Bei den erschwerten Einfuhrbedingungen unter der Herrschaft Mac Kinleys in Nord-Amerika gewinnt „Procedimientos mercantileß“ erhöhte Bedeutung. Die Redaction des Blattes in Hamburg, Alter Steinweg 24, versendet auf Verlangen kostenfrei Prospekte, aus benen alles Nähere zu ersehen ist. — In der neuesten Nummer des »Magazin für Literatur^ (Verlag von August Deubner, Berlin W. 8, Preis pro Nummer 40 Pfg., pro Quartal 4 Mk.) veröffentlicht Eberhard Kraus einen sehr interessanten Artikel über Katharina II, die russische Kaiserin, in ihrer schriftstellerischen Thätigkeit. Katharina, die, wie bekannt ist, mit den französischen Encyklopädisten in regem Briefwechsel stand, kann als die eigentliche Begründerin des modernen russischen Lustspiels gelten. Wie Friedrich der Große wirkte sie in ihren Schriften im Dienst der Aufklärung. — Interessante Ausführungen über SubjectiviSmuS in der Literatur bietet Otto Stoeßl in seinem Aufsatz „Vom subjeciiven Roman" in derselben Nummer des „Magazin für Literatur." Caafc* und Vottsrvirthschaft. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Stoheifeüproductton des Deutschm Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat Februar 1897 auf 519 959 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeleifen 129 682 Tonnen, Besfemerroheifen 39 951 Tonnen, Thomasroheisen 267 756 Tonnen und Gießereiroheisen 82 570 Tonnen. Die Production im Januar 1897 betrug 564364 Tonnen, im Februar 1896 481 250 Tonnen. Vorn 1. Januar bis 28. Februar 1897 wurden producirt 1084 323 Tonnen gegen 978 731 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres Wöchentliche Neberficht der TodeSsälle in Gieße». 12. Woche. Vom 14. März biS 20. März 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSztffer: 17,54, nach Abzug der Ortsftemden 15,36a/«. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im von: 1.Lebensjahr: 2.—15. Jahr: KrebS 1 (1) 1 (1) - - Gehirnschlagfluß 11— — Tuberkulose 2 11 — Herzleiden 2 2- — Lebensschwäche 2 - 2 - Summ«: 8 (1) 5 (1) 3 — Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben en, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von eußwärtS nach Gießen gebrachte Kranke komm«. fort a. M., Mainzer Landstraße 71. 2916 4 4 gung gesucht. 2923 2929 S. Heichelheim. Vorhänge 2907 werth zu verkaufen. 2913 zu verkaufen bei 2803 gesucht. 2878 dieses Blattes. 2761 Weihenstephau-Bier in Gebinden von 25—125 Liter stets vorräthig. 2Ittdfd)anf:Caf6 Ebel, Inh. C. Balzer Wwe., Gießen. HauSburschen, Schreinerlehrling 2 1 1 1 1 2 2 2 1 1 2 1 4 1 2 1 26 Nachfrage der Arbeitgeder. 3 Buchbinder. 1 Gelbgießer und Installateur. 2 tücht. Glaser (Rahrnenmacher), 1 tücht. Küfer, Au-edot der «rdettnehmer. 1 Backer, 1 Buchbinder, Installateure, Rahrnenmacher, Lackirer, Maschinenschloffer Bauschlosser, Schneider, Gärtner, Pferdeknechte, 1 Restaurat.-Köchin, 2 Mädchen für landwirthschaftl. Arbeiten nach Auswärts, 1 Maschinenstrickerin nach Auswärts. 30 Lehrlinge Bekarmsmachnug. Anleihe der Israelitischen Religions-Gemeinde Gießen vom Jahre 1865. Bei der diesjährigen planmäßigen Verloosung wurden die Schuldverschreibungen Nr. 14, 16, 48 und 80 zur Rückzahlung am 1. Juli ds. Js. bestimmt, an welchem Tage deren Verzinsung aufhört. Gießen, den 23. März 1897. Der Vorstand der israelitischen Religions-Gemeinde Gießen. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstraße 2. 2 tücht. Bauschlosser nach Auswärts, 2 „ Gießen. tücht. Maschinenschlosser nach Ausw t Wasch- und Putzfrau. 2 tücht. Fahrburschen, 2 Lauffrauen, Königlich Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan. General-Vertreter: Carl Eigge, Biergroßhandlung, Frank- 7 Dienstmädchen, 1 Kleidermacherin, 1 Stickerin und Flickerin tücht. Schmied nach Auswärts, Schneider, 5 Schuhmacher, Bau- und Möbelschreiner nach Ausw. tüchtige Pferdeknechte nach: Auswärts, tücht. Pferdeknecht nach Gießen. Lauffrauen, Laufmädchen. Mädchen für Küche und Hausarbeit nach Gießen, Dienstmädchen nach Auswärts bei hohem Lohn, 2682] GchSue, freundliche W-h- rrrrrrg von 3 Zimmern, Bodenkammer und allem Zubehör, fowie fchäaes ManfardeulogiS wegzugshalber per bald an ruhige Leute zu oermiethen Joh. Ar. Schaaf, Wetzsteinstraße 44. 2786] KaplanSgaffe 27 eine Wohnung von 3 Zimmern nebst Zubehör an ruhige Leute per 1. Juni zu oermiethen. Näheres Westautage 4. 2821] Ein tüchtiges, nicht zu junges Mädchen für Küche und Hausarbeit gesucht. LSberstratze 26, U. zu streng reellen Preisen in empfehlende Erinnerung. Mehrjährige Garantie! 2543 n5ö=a Ponaratnren werden prompt und gewissenhaft unter nepdrdllireil Garantie au-gefüh-t! A. Schuster & Pie. Für Schneider. 2934] Sin tüchtiger Arbeiter auf Werkstatt gesucht. I. Vecker, Bahnhofstraße 8. Näheres in der Expedition d. Bl. Schöne Erbsenreiser Näheres in der Exped. d. Bl. EilljllhrlSkk Merritt, reine Rasse, sehr wachsam, preis- MverlW. Haustmrsche gesucht. A. Sf G. 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März 1897, Abends 81/2 Uhr, im Restaurant zum „Zum Postkeller-. Tages-Ordnung Auflösung der Kasse. Um allseitige Betheiligung: wird gebeten. 2429 Der Vorstand. Actieubrauerei Gießen. Lehrling gesucht in eine hiesige Liqueurfabrik. Zu erfragen in der Expedition Ein Haus, in welchem fett langen Jahren Gast- und Logir - Wirthschast betrieben, ist unter günstigsten Bedingungen preiSwerth zu verkaufen. 2924 ______Näheres 8. Kat«, Asterweg. 2782] Eine in den Ochsenwiefen gelegene, B/, Morgen haltende Wiese unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Carl Schwan ssn., Seltersweg 64. Zu verkaufen: eine gebrauchte Polfter- möbel-Garnitur, 1 polirte Waschkommode mit Marmorplatte, 2 Paar dunkle Fenster- I™EmpftihhmgenT^ ML Schlachthaus. Freibank. 2900 Heute und morgen: Mchfensieiseh nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. 8chmemeffeisch nicht ladenrein, per Pfd. 40 Pfg. Hammelfleisch nicht ladenrein, per Pfd. 48 Pfg. Frische Schellfische empfiehlt 990 J- IW. 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Krebse. langdkin's Krebs-Attalt „Monopol" Anklang gefunden, weil die Krebssuppen davon ganz vorzüglich schmecken. kansbtin's Kreds-Srtrnlt „Monopol" rungsmittel und für jeden Haushalt unentbehrlich. langbein's Krrds-Atract „Monopol" ZXÄ- gen in Bremen und Bochum prämiirt I als „einzig" in seiner Art. ker Herrn Dr. H.Gilbert-Ham- burg, öffentliches chemisches Laboratorium, analysirt und für vorzüg- [ liches Fabrikat anerkannt. Derselbe schreibt in seinem Attest u. A. wie folgt: Das Krebs-Extraet besitzt einen durchaus frischen uud gesunden Krebsgeruch und die Farbe der gekochten ^"^Nach der Vorschrift der Gebrauchs-Anweisung wurde daraus Suppe hergestellt, welche sich weder in der Farbe, noch im Geschmack und Geruch von aus frischen Krebsen direct bereiteter Krebssuppe unterschied. Das vorliegende Krebs-Extraet entspricht somit, sowohl bezüglich seines Geschmacks und Aromas, als auch seines Nährwerthes, allen Anforderungen, welche mau au eiu derartiges Präparat zu stellen berechtigt ist. gez.: Dr. H. Gilbert, öffentl. chem. Laboratorium. kaugbtiu's Krebs-Ertralt „Monopol" in Dosen ä 60 Psg., M.1». 1,80 Man hüte sich vor werthlosen Nachahmungen. Nur echt mit der Marke: Langbeins Krebs-Extract „Monopol". u. 3« haben in Gießen in den Niederlagen von: C. G. Kleinhenn, Bahnhofstr. 59. A. u. G. Wallenfels, Markt- straße 21. E. Dort, Wallthorstr. 45. A. Koch Nachfl., Neuen Baue 19. Emil Fischbach, SrlterSweg. Engros-Abgabe bei den alleinigen General- Depositären Gebr. Zülch, Alicestr. 24 Central-Bureau bet lnngbkin'schkn Kreds-Ertrnct-Pläparntk, Hnnibnrg. _ — 81« - — 17(J 4.1« werden in Qualität, Ausführung und Eleganz von keiner anderen Marke übertroffen. 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Linie D Bon und nach Wiefeck nach befonderem Fahrplan-___.. q zu seinem heutigen Wiegenfeste Q die herzlichsten Glückwünsche D O vom runden Tisch bei Kreiling, g OCX2OOOOaCX2OOODDOOa 14 Aimmermüdche«, Verdienst^20-50, 17 traft. Epülmavche«, Lohn w 20-25, 4 Bügelmadchen, „ „ 20-25, 4 Büffrimab»tti, , „ 20-35, S Waschfrauen, * „ 25-30,1 ferner fü?AahreSstellen: »Schtune«, Ha«»', Küche«' und «tudermavche« und »adche«, welche »ette« können für sofort und spater durch 2930 C. Stiaeny, Placeur, Kavlansg. 14, II 2497] Gesucht auf Ostern in gute« Haus in Darmstadt ein nicht zu junges, kräftiges Mädchen mit guten Zeugniffen zu einem IVditor-1 Kinde. Meldungen unter M. F. 989 an die Expedition d- Bl________________| 2897) Gin braves, tüchtiges Dte«st' müdche« wird gesucht von _______Frau Hochyatter am Brand. 2903) Ordentttche» Mädchen tagsüber sofort gesucht. 1 , Grünbergerstraße 16, Hinterh 2935] Ein «adchen gesucht für einen kleinen Haushalt tagsüber. __________________Marktplatz IS. 2912) Braves Müdche« vom Lande gesucht. ___________Marktplatz 9. Lehrling aus achtbarer Familie, mit guten Schulkenntniffen wird zu Ostern von einer hiesigen Liqueurfabrik gesucht. Selbstgeschriebene Offerten sind unter Z. 300 in der Expedition d. Blattes niederzulegen._______2922 Lehrling für ein Tuchgeschäst gesucht. Offerten unter H. 5 an die Expedition d. Bl. ____l623 ~2498]" Ein braver Junge kann in die' Lehre treten bei WUh. Kutzschrad, __Polsterer und Tapezier Lehrmädchen für ein hiesige» Kurz« und Mode- waaren-Geschäst gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Blattes.2919