Rr. 276 Zweites Blatt Mittwoch beti 24. November 1807 uchener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Aints- «nd Anzrigeblatt für den Kreis Giefzen. ] Hratisöeitage: Hießener AamikienStätter. Alle Rnnoncen-Bureaux de- In« und Lu-lande- nehme» I Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- rntgeye. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bil Bonn. 10 Uhr. Rcbaction, Expedition und Druckerei: SchnlstraheNr.^ Fernsprecher 51. vierteljähriger Aöonnemeutsprei«^ 2 Mark 20 Pfg. mir Bringerlohn. Durch die Post bezog«. 2 Mark 50 Psg. Die Gießener A>^mikie« Stälier werden dem Anzeiger «Schentlich dreimal beigelrgt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bei Montag-. llmtlkbcf Lheil. Local-Polizei-Reglement für die Provin)ial-H««ptstadt Gießen, die Ausführung des Art. 57 -er Allgemeinen Bauordnung betr. Auf Grund des Art. 2 und 57 des Gesetze- vom 80. April 1881, die Allgemeine Bauordnung betr., und des tz 6 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der Allgemeinen Bauordnung betr., wird nach Anhörung der Stadtverordneten-Bersammlung unter Zustimmung des Kreis- auSschuffeS und mit Genehmigung de- Grohherzogltchen Ministeriums des Innern zu Nr. M. I. 24747 vom 9. November 1897 unter Aufhebung des § 20 der Local- poltzetverordnung vom 6. Juli 1888 für die Provinzial- Hauptstadt Gießen verordnet, wie folgt: § 1. Alle an Straßen oder Plätzen stehenden Gebäude, deren Dachtraufen nach der Straße oder dem Platz gehen, find mit Schutz- refp. Schneefangvorrichtungen an den Dächern tu geeigneter Weife nach der Straßenseite hin zu versehen, sofern die Dachneigung steiler ist al- 1 : 3. Bei vorhandenen Gebäuden hat die- innerhalb sechs Monaten nach Erscheinen diese- Local-Polizet-ReglementS zu geschehen. § 2. Verfehlungen gegen die Vorschrift des § 1 unterliegen den Rechtsfolgen der Art. 79 und 80 der Allgemeinen Bau« orduung. Gießen, den 15. November 1897. GroßherzogltcheS Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf vorstehendes Local-Polizei Reglement fordern wir die Etgenthümer der in Betracht kommenden Gebäude auf, längstens bis zum 15. Mat k. IS. die Dächer ihrer Häuser mit geeigneten Schneefangvorrichtungeu versehen zu lasten. Gießen, den 15. November 1897. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. F——BB!—1 Feuilleton. Graf Pünyi. Eine Geschichte auS Slavonien von M. Roda-Roda. (Nachdruck verboten.) ,Oj Gliso!" schrie ein Mann vom Brezikberg langgedehnt herüber und hielt dabet die Hände vor den Mund wie den Becher einer Trompete ,£)j Ivo I* antwortete ihm ebenso eia anderer von der Höhe de- RirnSki put. Man konnte ihn nicht sehen — er stand gerade im grellsten Abendroth. ,Oi Gliso! Wollen wir.....?** Ivo ließ die Schafe in den Stall eia, nahm Brod, Speck, ein Pulverhorn, etliche Kugeln in die Torba, seinen Kaput (Mantel) über die Schultern und ging. Und so quh Gliso, der zwei Stunde» weit von ihm entfernt war. Doch für Gesicht und Ohr gibt e- im Gebirge keine Entfernungen. Sie trafen fich an einem dürren Baum. Ohne ein Wort zu wechseln, half Gliso dem Ivo, den Baum zu er- klettern. Au- einer nur von oben sichtbaren, gegen den Regen gut gedeckten Oeffnung holte er zwei alte, rostige Flinten. Die nahmen sie geschickt unter ihre Mäntel und gingen. ,Uub wenn er un- heute erwischt k" „Heute ist er auf der anderen Settel ,Wohar weißt Du'-?" »Da» ist Freitag immer so. Freitag muß er bei seinem Grabe wachend Der Manu, der die beiden Wilddiebe erwischen konnte, und von dem so viel Sagen gingen, — wie die, daß er I Freitag an seinem Grabe wachen müsse — war der Letzte au- dem alten Geschlechte der Pänhi, Aladar, der Einsiedler. | Die Gärten -es' Vaticans. Von C. Sprenger, San Giovanni a Teduccio b. Neapel. Wir entnehmen der „Gartenwelt", herausgegeben von Max Hesdörffer, Verlag von Gustav Schmidt in Berlin •) folgende Schilderung: Glatt geschorene Steineichenhecken, citronen- und orangenbedeckte hohe Mauern und sonnenglühende Pfade empfangen den Besucher der Gärten des heiligen Vaters. Rechts vom aufsteigenden Wandelpfade ist eine gewaltige Vertiefung angelegt nach Le Nötre'schem System, mit Bassin, Fontaine, Arabesken, schnörkeligen Blumenbeeten, einzelnen Cypressen und Palmen. Sehr viel Orangen in großen Töpfen auf Postamenten gestellt, die Einfassungen von Buxbaum und Lavendel, dazwischen in den Beeten nicht gerade besonders kostbare Florblumen, wie Verbenen, Nelken, Rittersporn, Veilchen und Rosen, dann einzelne große Agaven und Eucalyptus globuhis, das Ganze wie von Festungsmauern eingefaßt, tief, ruhend, sonnendurch- glüht, heiß, aber prächtig zum Wandeln zur kühlen Jahreszeit, wenn man Licht und Luft und Stille sucht. — Dann aber höher hinauf, überraschen den Neuling die Wunder der päpstlichen Gärten Roms und ihre unvergleichlich schönen Aussichten. Ob diese Feder das alles im kleinen Nahmen schildern wird? Dreifach sind die Gärten Sr. Heiligkeit. Der Garten alter, längst entschwundener Zeiten, ein Wald von Lorbeeren und Steineichen, Säulen, Statuen und Alter- thümern, dann der moderne Park und die Anlagen der letzten Päpste, endlich die Obst- und Weingärten. Hoch ragen der Lorbeer und die immergrünen Eichen im mittelalterlichen Parke empor, sie wölben sich zum undurchdringlichen Laubdache hoch oben in dem blauen Aether und kein Sonnenstrahl bringt durch ihre Zweige. Sie ziehen über Hügel und Thäler, durchquert von schönen, moosigen Wandelpfaden, an deren Seiten steinerne Bänke und Sarkophage zum Ruhen still winken. Hermen, Obelisken, Urnen, Säulenreste, antike Statuen, seltsame Sarkophage und Grabdenkmäler jeglicher Art stehen, stumme Zeichen einer fernen, traumhaft fernen Welt, in den von Unterholz fast freien Baumgruppen. Auf den Bildwerken ruht der Staub der Zeiten, Moose und Flechten umwuchern ihre Füße, und sie, die Jahrtausende überdauerten, zaudern auch heute noch den Ernst und die Würde, den Frohsinn und die Trauer in das Menschenherz, ganz wie einst, als sie noch jung waren! — Wundervoll ist die Flora der Eichenhaine. Immergrün, *) In gleichem Verlag erscheint die beliebte Zeitschrift „Natur und Haus'. Probenummern beider Zeitschriften sind durch jede Buchhandlung sowie direct zu beziehen. Er stand eben auf der Felsenzinue der Türkenburg Starigrad und blickte der untergehenden Sonne nach, die auf ein Lager von Purpur und Gold schlafen ging. Sein Antlitz war tief gebräunt, schneeweiße buschige Brauen überschatteten zwei seltsame, träumerische Augen. Der lange, weihe Bart flatterte im Winde gleich wie da» Haupthaar, da- auf allen Seiten unter dem groben Hute hervorsah. Ein LederwammS, eine Lederhose und grobe Opanken (Bundschuhe) vervollständigten den Anzug. Am linken Unterarm trug er ein Messer angeschoallt. Hätte er eS hervorgezogen, man könnte die damaSeirte Klinge sehen. Mitten auf der Brust stak halbfrei ein Revolver und über und unter ihm eine Menge von Patronen. Im Gürtel trug der Alte ein seltsam geformtes Beil. ES war ein schwedische- veil. Und als hätte er der Waffen noch nicht genug, stützte fich die Rechte auf die Mündung eine- kurzen belgischen Zwillings. Plötzlich riß Plnhi da- Gewehr au die Backe — ein Schatten huschte — ein Schuß krachte — und im Nu war Leben um ihn. Drei Rüden, die mit verhaltenem Athem hinter« Gemäuer stille halten mußten, stürzten wüthend hervor und brachten bald mit vereinten Kräften einen todtru Fuchs, dem fie im Eifer des Gefecht- die Fahne heran»- geriffen hatten. — In hohen Sprüngen kamen zwei Rehe, ein Bock und eine Gais — und blickten, unbekümmert um die Rüden, zu PLuhi, auf, der eine frische Kugelpatrone Inti; auch ein Kitzlein trippelte ihnen bald nach. Der Alte schulterte seine Büchse und stieg langsam den Berg hinab in den Wald, den Fach» den Hunden überlaßend, die ihn abwechselnd eifernd trugen. Die Rehlein galoppirten munter voran». Bor einer Hütte im Walde «achte er Halt. Sie war geräumig, aber niedrig, wie jede andere Waldhütte, au» Epheu, ein Heer von Waldschattenpflanzen, Moose und Flechten umgrünen die uralten Baumriesen, deren gnomenhaft knorrige Stämme das Mondlicht verdunkeln und die Dämmerung noch düsterer erscheinen lassen, man sieht sie nicht in der Nacht, denn sie sind dunkler als diese. Im Frühling bedeckt ein gewaltiges Heer von violetten und purpurnen Cyclamen den Waldboden, und gar mancherlei Kräuter, die einst eine liebende Hand hierher getragen, erhielten sich durch die Jahrhunderte und nahmen Besitz von diesen zaubervollen, Geheimniß athmenden Gärten. Murmelnde Quellen, plätschernde, krystallklare Wasser und eine fröhliche Vogelwelt beleben das ganze schöne, erhabene Bild, das greifbar dem träumenden, von Schönheit berückten Wandrer sich beut! Blühende', sonnige Gärten, entzückende Baumgruppen, herrliche Baumgestalten, Rumen, schattenspendende Wandelgänge, Blumen ohne Zahl umrahmen dieses uralte Paradies und dem Wandrer scheint es, als ob er plötzlich aus den Gärten eines Augustus nach England versetzt würde. Schattende Platanen - Alleen, unvergleichlich schöne Cedernhaine, Pinien, immergrüne Bosketts, Magnolien, blühende Oleandergebüsche, Myrtheu und Lagerstroemien und all die tropischen und subtropischen Gewächse, welche die Gärten Italiens zieren, empfangen den Neuling. Hier fallen ihm Coniferenhaine mit riesigen Gynerien als Bodendecken auf, dort erblickt er staunenden Auges massige Agaven, hochragende Cypressen, Pinus excelsa und zarte Acacia fulibrissin, in deren hoch sich wölbenden Baumkronen Finken, Amseln und Lachtauben sich tummeln. Dann wieder blühende Yucca, Dracaenen, Phönix; er geht dahin wie traumverloren im Anblicke St. Peters und des gewaltigen Vatikans. Durch die Baumgruppen leuchten bezaubernd klar die fernen und nahen Hügel, die, von Gärten und Villen übersät, alle Aussichten der Welt in den Schatten stellen. Schmetterlinge gaukeln durch die unvergleichlich schöne Pflanzenwelt. Strauße, seltsame Scharrvögel, Rehe und Hirsche, hier frei, dort eingehegt, beleben die blühenden Gefilde. Hier hat der heilige Vater sich eine Welt gezaubert, so schön, so unendlich schön, daß er wohl die Welt da draußen entbehren kann. Ueberall sind Blumen hineingestreut, es blüht und duftet in vornehmer Einsamkeit, denn selten betritt eines ruhigen Pilgers Fuß diese, durch die Zeit geheiligte Stätte. Schwer ist es, Zutritt zu erhalten ■ und wir wurden von Pontius zu Pilatus geschickt, mein römischer Freund und ich, bevor ich endlich vom Majordomus Leo XIII. Erlaubniß zum Besuche des Gartens erhielt. Auffallend schöne Alleen von Robinia monophylla, wie man sie wohl nur noch in Florenz sieht, zieren diesen Garten. Diese Robinia ist das Ideal eines Alleebaumes. Ihre volle, etwas kegelförmige, fast eirund sich wölbende Krone, bedeckt rohen Balken gefügt und ohne ein Stückchen Eisen gefertigt. Da- Dach bildeten mächtige Rindenstücke, ein hohler Stamm den Ranchfavg. Das war der Palast des letzten PLnvi. Und gar der Park! Da gab» Bo-quetten von Mohrrüben, Rabatten von Kartoffeln, Teppiche von Spinat, Gruppen von Brombeersträuchern und Panoramen von Rebenranken und auch eine Wasserleitung — aber ohne Fontaine — in plumpen Holz- röhren. Da» war der Park deS alten PLnht, der selber, wie er unbarmherzig da» Raubzeug abschoß, die Rehe, die Hasen, die Hirsche schonte. Hier arbeitete er vom frühen Morgen bi» zum späten Abend mit Ferko, seinem Diener, um seinen Lebenrunterhalt wie der letzte Bauer. PLnyi» Palai» und Park find nicht werthvoll. Aber umsomehr ist e» sein Stall. Der ist aber eigen. Drei Pferde, ein Stier und drei Kühe, etliche Schafe und Ziegen thetlen ihn nach Gefallen, kommen und gehen nach Gefallen . . . Sind auch steinalte Thiere darunter, denn PLnhi tödtet keinen seiner Hau»genoffeu. Ja, der Hengst ist gar schon bei ihm, seit er in den Wald zog. Der ist vom edelsten ungarischen Blut. Und dem jungen Paare, da» fich gut- mÜthig an ihm reibt, fleht man dieselbe Raffe an. Hier müssen fie ackern vor dem Pfluge de» alten Pänyi, der auch so edel ist wie fie. Und ist da» Tagewerk gethan, dann fitzt er auf der Moo-bank, an der abendlichen Seite der Hütte — drei Hunde und drei Rehe mit ihm. Der treue Ferko aber bringt da- Abendessen. Für die Hunde sauber gekocht einen Geier ober eine Elster. — Für den alten PLahi: Milch und ungesalzene- Brod. (Schluß folgt.) sich im Mai mit Millionen kurzgestielter, wohlriechender Blüthen, denen erst später das schön entwickelte, lebhaft grüne Laub, da- zur Herbstzeit sich lange grün erhält, folgt. In einem wonnigen Cedernhain, völlig versteckt und abgeschieden, ließ Leo XIII. sich einen Pavillon errichten, in dem er au-rubt von seinen Spaziergängen und in völliger Abgeschiedenheit und allein, ungestört und unbelauscht sinnt, notirt und arbeitet. Höchst einfache Möbel erblickt man durch die Gla-thür und die Fenster sind mit grünem Tuch verhangen Des Papstes Freude sind die Weingärten, deren er mehrere anlegte und selbst leitete. Der Weingarten Pius IX. ist verschwunden. Diese Weingärten sind in der That mustergültig gepflanzt und gepflegt und man sieht, wie sehr sie ihm ans Herz gewachsen sind, denn sie strotzen von Gesundheit und sind vollbehangen mit schwellenden Beeren. Es werden viele Tafeltrauben, aber auch Weintrauben, gezogen, an Spalieren, an Borden, in Strauchform und an der sehr langen, schönen und sauberen Pergola. Die Sorten, welche hier gezogen werden, blieben mir leider ein Geheimniß. Wundervolle Obstpyramiden-Gärten und saubere Gemüse- abtheilungen vollenden diese modernen, hochvornehmen und geschmackvollen Anlagen, die eine Zierde Roms, leider wenig zugänglich sind. Friedlich senkte sich die Nacht hernieder über die Riesenpaläste, feierliche Stille ringsumher, denn das Getöse der Weltstadt dringt kaum bis zu diesen Höhen und blauer und violetter Nebeldunst lag auf den Hügeln Roms, als die Thore des Vatikans sich hinter dem dankbaren Wanderer schlosien. Cocales rsird prooinjieHts Gießen, den 23. November 1897. •• Heilanstalten in Großherzsgthum. Nach einer soeben veröffentlichten Zusammenstellung der Centratstelle für Lande-- statifnk gab es tm Jahre 1896 in Heffen 32 öffentliche und 13 Privat Krankenhäuser, in letzteren find nur die Privat- onftalten inbegriffen, welche 11 und mehr Betten haben. Bon den 32 öffentlichen Heilanstalten entfallen 16 auf Starkenburg, 9 auf Oberheffeu und 7 auf Rheinheffen. An Privatanstalten hat Starkenburg 2, Oberheffeu 8 und Rheinheffen 3. Die Zahl der Betten betrug in sämmtlichen Krankenhäusern einschließlich der Privatanstalten 2699. Verpflegt wurden daselbst 11761 männliche und 9333 weibliche Personen. Die BerpflegungStage der männlichen Kranken betrugen 321 231 und die der weiblichen 276 688. Entbindungsanstalten (allgemeine) hat Hessen zwei und zwar je eine in Gießen und Mainz. Letztere Anstalt besaß 1896 36 Betten und eine Frequenz von 276 Entbundenen, erstere 59 Betten und 406 Entbundene. In beiden Anstalten wurden in genanntem Jahre 693 Kinder geboren, davon rodtgeboreu 43 und gestorben 35. Die Zahl der Irrenanstalten betrug in Hessen drei (Privatanstalten keine) mit 1423 Betten und 812 männlichen und 760 weiblichen Irren. Die Zahl der Verpflegung-- tage betrug 235284 für männliche und 222326 für weibliche Irren. h. Burg-Grafenrode, 21. November. In der gestrigen Nacht gegen 3 Uhr wurde die hiesige Feuerwehr abermals durch Feuerlärm aufgeschreckt. Es war diesmal die Scheuer des Konrad Hieronymus, welche nebst Inhalt in Asche gelegt wurde. Nachdem erst am 17. ds. MtS. die Hofraithe des Georg Kcß, wie bereits gemeldet, zum großen Theil niedergebrannt ist, dürfte die Vermuthuug einer böswilligen Brandstiftung sehr nahe liegen. X. Darmstadt, 22. November. Im BerkehrSgebiete der ehemaligen Hessischen LudwigSbahn gibt eS eben sehr viel bessernd und ausbauend zu thun. Auf der vielfrrqueu- litten Strecke Darmstadt-Mainz werden gegenwärtig GeleiS- umbauten vorgenommen, die zusammen 6,8 Kilometer GeleiS umfassen. In Stetnheim, dem EmgangSpunkk in den vorderen Odenwald, ist ein stattliches neues Stationsgebäude im Aeußereu in der Hauptsache vollendet. □ Darmstadt, 22. November. In daS Gebiet der peloponuestschen Bildhauerkunst von Polhklet bis Lysipp führte unS der heutige Vortrag de» Herrn Dr. Ferdinand Noack. Poliklet von ArgoS, dessen künstlerische Thäiigkett zwischen 440 und 390 v. Ehr. fällt und der in der Ueberliefecung des AlterthumS dem PhidiaS gleichgestellt erscheint, hat nach allgemeinen Proportionen für die Darstellung des menschlichen Körpers gesucht und seine Ergebnisse in einem „ftanon* niedergelegt. Bon seinen Werken find nur Gopten auf unS gekommen, so eine römische der Statue des SpeerträgerS oder DoryphoroS, jetzt im Museum zu Neapel, der die genaueste Abwägung der Körper-Proportionen zeigt, ferner eine bei den französischen Ausgrabungen in DeloS gefundene des DiadumenoS, des die SiegeSltnde um daS Haar sich legenden Jünglings- auch einige Amazonen- Statuen, der sog. Jdolino in Florenz usw. steden unter der Einwirkung deS erstgenannten Hauptwerkes PolhkletS. — Lysippos, um 368 bis 334 v. Chr. künstlerisch thätig, sagt selbst, daß der „DoryphoroS" sein Lehrmeister gewesen, aber seine Kunst ist anders geeigenschaftet, als die des Polyklet. Ihm schreibt man namentlich zu den Apoxhomene», den nach den Hebungen in der Ringschule von Oel und Gand sich reinigenden Jüngling (Marmor Eopie im Vatikan), der erkennen läßt, daß Lysipp bei Beobachtung der Polyklet- scheu Regeln bestimmten Effrct, besonderen seelischen Ausdruck zuzusügen wußte. Unter dem Elvflusse der Lhfipp'schen Kunstweise stehen wohl ein Silen mit dem jungen Dionysos, ein trauernder Herakles, der sog. Farnesische Herakles in Neapel, auch wohl die Büste des Zeus von Octricolt u. a. m. Such der Apollo von Belvedere tm Batican (Eopie), der nebtnbem in der Auffassung an die idealtfirende Richtung von Praxiteles und SkopaS erinnert, wird hier eingereiht, ferner der Kopf eines bärtigen Kriegers (Ares oder MenelaoS) und betr. Wiederholungen. Lyfipp genoß überhaupt den Ruf des größten Portraitbildner» der Griechen. Bon einem weiteren solchen, KresilaS, wird namentlich ein Kopf des PerikleS bewundert, bei dem d'.e geistige Potenz energisch hervortritt. — Auch die sog. Athena von velletri im Louvre zu Pari» hat man tu bie Polhklet'sche Schule gesetzt usw. In theilweise vergrößerter Darstellung wurden schließlich eine Reihe hervorragender PortraitS und JdealportraiS griechischer Herkunft gezeigt, des LeopareS und LysikratoS als Meister gedacht und auf daS große Kunstwerk deS AlexandersarkophagS in Konstantinopel hingewirfen, das noch einmal den Glanz der griechischen Kunst tm 4. Jahrhundert v. Ehr. conceutrirt, aber auch schon vorwärts auf die Kuustweise des HrlleuiSmu» hindeutet. — Seine anreguugSvolle und hochiustructive Bor- tragSrethe wird Redner über 8 Tage mit der Behandlung des Themas „Die griechische Kunst wird Weltkunst" zum Abschluß bringen. △ Mainz, 21. November. In den Bauabtheiluogen der Elseubahndirectioueu Mainz und Frankfurt herrscht zur Zeit eine fieberhafte Thätigkeit und find die Beamten dieser R seine ärztliche Ausbildung in Berlin, wo er vor nunmehr nahe,u 40 Jahren seinen besonderen Zweig brr medicinischen Wissenicha'! begründen hals. Seine Forschungen auf dem Gebiete der Kehlkopf krankheiien legte er hauptsächlich in dem „Lehrbuch der Laryngoscevi^ i und in der „Klinik der Kehlkopfkrankheilen" nieder, welche Wnke auch bald in fremde Sprachen übersetzt wurden. Die ärztliche Bdi verdankt ihm eine Reihe von Beleuchtungs-Apparaten und Jnstru menten für die Zwecke dieses Faches. Al» Lehrer an der Berliner Universität bereicherte Professor Tobold die Anschauungsunterricht*' Methode durch eine seltene Sammlung vorzüglicher plastischer Aach e bildungen der krankhaften Zustände des Kehlkopfs. Bekanntlich M hörte er auch zu ben Aerzten des Kaisers Friedrich; seit 1890 ist Mitglied der Laryngologtschen Gesellschaft. Citcratur uub Arsnst. — Eolleetiorr Harllebe». Eine Auswahl der Herrn ragendsten Romane aller Rationen. Dierzrhniägig erscheint «w Band, elegant gebunden 40 fr. — 75 Pfg. =■ 1 Fr«. 6. Jahrgaos (fl. Hartlebens Verlag in Wien.) Die „Collection Hartlrdw erscheint im sechsten Jahre ihre« Bestandes. Rach wie vor wirb ri ihr Streben sein, durch abwechselungSretches Programm die Lein zu fesseln, Freunde zu werben, indem jeder GcfchmackSriäMk Rechnung geiragrn wird, jede Ration zu Worte kommt. Gute, !<’ diegene belletristische Lectüre in handlicher Form, sowie hübsche Ausstattung und zu billigem Preise Jedem zugänglich zu mache» wird auch fernerhin ihr Bestreben fein. DaS Programm der erster Hälfte deS sechsten Jahrganges der Collection Hartleben um'N folgende Romane: I.—III. Werthen, S., Opfer der Liebe- "1 IV.—V. Benthky-öajza, Helene v., Die Bürde der Schönheit. ' e VI. Mairet, Jeanne, Marca. — VII.-VIII. Wasserburger, £tM| Die Aloeblüthe. — IX.—X. Pont-Yest, Ren^ de, Claudia. ' XI.—XII. Sienkiewiz, Heinrich, Quo vedis? — XIII. Serao, Malh>^ Fahr' wohl, mein Lieb! Dertopr, uwb UoUsrvirthscha^ Rach den statistischen Ermittelungen des Vereins b(utf»(I Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Rohessenproducst^ deS Deutschen Reichs (einschl. Luxemburg») im Monat October auf 611779 Tonnen; darunter Puddelrohrisen und Spiegelt^ 134158 Tonnen, Bessemerroheis51837 Tonnen, Thomaleoh«^ 317233 Tonnen, Gießereiroheisen 108551 Tonnen. Die ProdrrcA im September 1897 betrug 581674 Tonnen, tm October 554402 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. Oktober 1897 wv^ productrt 5674487 Tonnen gegen 5263596 Tonnen tm gleichen raum de» Vorjahres. btfc durch hvffuuv- 5 VK 11 l-ir iS1""« h i?5r*Ä ftÄ * «f MiV [ ’Ää'ä M Sette t*« Io., *"■ »«« Ift ib ■ft« 8mld)tin«. i L'ch, t tlll Ine MfäraiJ( R1q|; ' In dem Momtni,, , ’tn yot; durch rill h ” Q“B dem Block W 8t,Qlt durch eitsplch °°8richw8cht »oibtn 1 da« günstige Srg-l- - «n Ersahruugeu brhd ! «in. Au« Pari- i | tarbeiter grschriebk^ t dr< Lapuciuet Uto- Wt Oller (WM. taunt, im Latalvge hi ? 1 n Moskau, solgeudr p Kaiserin ist mit bm'". 1 der Schneideck ils-l kuottr stalld In fc Mantel, dn WM Oller erworck «tim1 । daß die nW ^ttn> erlrgenheitti! pachrv 't hrr« RrBno^aanttW trte mir Wt Mz tute der Mao»! doch uicht gc? i e erste Fragt av eint ti tal wirklich der bei bi nirbt bt/aft und erst °l 'IgaHaft all M-ierigi •nlifftn Watibrudi wiedri schließen, war- mir ein: 1 -ahin lautete; da- st tt Maniü, W\ M ab« wl \xyn6 tlnti bat* \ti dickt 6.1 9latW «ch tau» =[ bxittnl Spaß, noi tbj j&manttl zu ötrsttlin ' | Berwundemz »• ilerin |o w|W« | in jo wurde K•■! faßt. achrichtem Sehewrakh Niger und kirptrlchn § KtnWi* «G m Lehrbuch der W ig vorzugl ch $^1,, w^FÄ-wn*' ijerS Fried'^' ,tu ftbie Aussüdl tyj Bien'*# «it RüS-t.« 'S, >eSl»"Ä Sä- Kse...!* «ä»»»SS» b'"' « W*” a» M Schellfische A Cognac Leberthran, Gnauth. 10767 0 Seltersweg 52. 1532 0 Telephon 119, Markstr 4. 10761 0 K dem Abonnement. 10005 0 0 Gas-Cokes 1,10 Mk. 1,20 Mk. 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Bekanntmachung, betreffend: den Ttadterweiterungsplau für den Tüdwesteu der Stadt. 3” Gemäßheit des Art. 7 der allgemeinen Bauordnung bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß wir mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 9. ds. Mts. zu Nr. M. d. J. 24748 Nunmehr auch die Fluchtlinien für die zwischen den Häusern Nr. 36 und Nr. 40 der Frankfurterftraße und der Hollergasse geplante Straße (B-C) «nd für die Hollergasse von da bis zur Frankfurterstraße (C-A) festge stellt haben und daß die Einsicht des bezüglichen Planes auf dem Stadtbauamt Jedermann freisteht. Gießen, den 20. November 1897. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 0000000000000 Bekanntmachung. . Aus der Stiftung des G-meinderathsmitglieds Louis Labroifse rst un December d. I. Brennmaterial an 15 arme Familien zu vergeben. Bewerbungen werden auf dem Armenamt bis zum 24. d. Mts. entgegengenommen. 10688 Gießen, den 17. November 1897. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. 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