gN6d. "chte :et vL 8828 Erstand. Ms. u»d Covcrrt. 1 ^vrstaud. ) bis 12t/, unb wane. Sllhr. 11 wie gewöhnlich. 0 K 8832 on 7-12 Uhr: , Aquarium eben- 2-7 Uhr geöffnd , 5 und 6 Uhr. Msteüung. 1887 ai >t 1891« Ibcrrallr W- riechrn v°» it«b. Lbl- M 8660 10935 2265 K60 36" 101.6j 100.60 nnd Packet jehnarken n Freuen dl« (Pietsch 4 Schiyi8' D gbonnratseww1' zarüä- jiirW- . ßafltnfd«. K°rkt- tttf 80.80 i?or5 7 um 0p-^Ä'!sO6 ggSE IIMSl m Rotiieleratii i. 1.60, 1.70 unb cheu Thee in to düngen. 7013 »ort, Gieße». 301'5 Rr. 224 Zweites Blatt. Freitag de« 24. September 181*7 Der friefcener A«,eiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS. Die Gießener I»«mi fien vtälter Werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelcgt. Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Vierteljähriger AVonnementsprei« x 2 Mark 20 Pfg. «ti Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Txpeditio« und Druckerei: Fchukfiraße Ar.7« Fernsprecher Aints- und Anzeigeblntt für den TLreis Giefzesr. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bei folgenden Lag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamilienölätter. rar. Alle Lnnoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. —.............. Amtlichen Tbeil Bekanntmachung. Nachstehendes Dankschreiben des Königlich Bayerischen Atmee-Ober Commandos für die größeren Truppenübungen in 1897 bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 22. September 1897. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen. v. Gagern. Armee-Ober-Commando für die größeren Truppen- Übungen 1897. Münch en, den 16. September 1897. Betreffend: Große Manöver 1897. Der Großherzogltch Hessischen Provinzial Direction beehre ich mich meinen verbindlichsten Dank auszusprechen für die zuoorkommende und freundliche Aufnahme, welche die Königlich Bayerischen Truppen während der nunmehr beendigten großen Manöver allerseits gefunden haben. Ich verbinde damit das ergebenste Ersuchen, dieses den betheiligten Großherzogltch Hessischen Behörden sowie der B.völkerung bekannt geben zu wollen. gez. Prinz Leopold, General-Oberst der Cavallerte. Vom Aberglauben. Von Hellmut Ranegg. Wie erklärt sich die ungeheure Macht und Ausdauer deS Aberglaubens? Worin liegt der Grund, daß selbst die «erleuchtetsten Geister, wie Goethe, mit Recht behaupten, in ßedem Herzen bleibe ein größerer oder geringerer Platz diesem sfiufteren Gast überlaffen? Diese Skizze meßt sich nicht an, den großen Gegenstand «erschöpfend zu behandeln, nur einige Gedanken Über seine Wurzel, sein Bestehen auf den verschiedensten Gebieten der Vergangenheit und Gegenwart und Über die vielleicht mögliche Einschränkung seiner verhängnißvollen Consequenzeu sollen ausgesprochen werden. Den Aberglauben, diesen entarteten Bruder deS Glaubens möchten manche klare und kluge Köpfe zugleich mit dem Letzteren aus der Welt verbannt sehen und Pflicht und Erkeuotniß dafür an deren Stelle setzen. Aber wie arm würde unser Leben ohne den Glauben sein. Erhebend, stützend und erlösend, ganz ohne körperliche Stütze, schwebt er mit leuchtenden Flügeln über der Hast und dem Treiben des Alltagslebens. Der Glaube an Gott, Len lebendigen höchsten Gedanken, den ruhigen Geist über der im ewigen Wechsel kreisenden Welt, wie ihn der erleuchtete Geist Schillers empfand, der Glaube an das Gute und Schöne, an da- Wahre und Nützliche, wie wenig wäre unferm Streben möglich ohne ihn. Ohne den Glauben würde Columbus nicht Amerika entdeckt haben, die größten Erfindungen und Er- rungenfchaften mußten geglaubt werden, um sie erweisen und gestalten zu können, und die Weisheit und das Kunstwerk Pud das kctstallifirte Ideal bevorzugter Menschen, aus ihrem Glauben entsprossen. ES erscheint mir als ein großer Jrrthnm, die Religion unter der Bezeichnung deS „Glaubens" zu verehren oder zu mißbilligen. Der Glaube zeigt sich nur als Prägung auf die Goldmünze der Liebe, nicht die Prägung verleiht ihr den Werth, es ist das Edelmetall, dem er aufgedrückt ist. Der Apostel vergleicht den Glauben anf das Treffendste mit dem , tönenden Erz", der „klingenden Schelle", gleichsam den Meldestgnalev für etwas Kommendes, welche ein leeres Geräusch fein würden, wenn dieses auSbleibt. Aber auch der liebevolle Glaube kann zum Aberglauben entarten, wie es uns die historische Erfahrung beweist. Der rächende, strenge Jehovah des alten Testamentes, d.rr die Sünde der Väter an den Kindern heimfucht, der unerbittlich Böses mit Bösem vergilt, war zwar durch einen liebevollen Vater ersetzt, welcher seinen Sohn als Friedensboten zu den irrenden Menschen hiuabsandte, sie voll Gute und verständnißreicher Milde ewporzuheben zum ewigen dichte reinster Liebe. Aber Diejenigen, welche die Macht in Heiindeu hielten und sie zu selbstischen Zwecken mißbrauchen lv'Mteu, verhöhnten, verfolgten, mißhandelten und tödteten ihm, der die Menschen von Unrecht und Unglück hatte erlösen w. ollen. Mit der Herrschaft des Chriftenthums wurde eS den nach von heidnischen Erinnerungen erfüllten Neubekehrten zur schmerzlichen Gewißheit, daß der Himmel mit Heiligen sich gefüllt hatte, welche auklagend sich um den Thron deS Höchsten schaarten, an die Stelle eines zürnenden Richters war ein ganzes Heer getreten, und die sich bedroht glaubenden Menschen versuchten, die Himmlischen durch Lobpreisungen, Bußübungen und Geldopfer zur Milde zu bewegen. Sie warben mit Ueberredung, List und Gewalt neue Anhänger für die Religion der Liebe, verfolgten mit barbarischer BernichtungSwuth die, welche sich nicht gewinnen oder zwingen lassen wollten, sich selbst die Macht deS strafenden Gottes anmaßend — aus der hehren, reinen Lehre Christi war ein Aberglaube über Christus geworden. Man begreift es heute kaum noch, wie eS möglich war, daß die Blüthe der Ritterschaft htngeopfert wurde, um daS leere Grab des Erlösers zu „befreien". Da war nur wenig von der warmen Begeisterung einer Wallfahrt zu den Stätten, wo Christus lehrte und litt, zu bemerken, wenigstens trat sie zurück gegen die Sucht nach Abenteuern und Eroberungen. Die Zett eilte weiter, aber ebenso der religiöse Wahn. Scheiterhaufen loderten empor zur Ehre Gottes, Folterqualen wurden ersonnen und irdische Richter sandten ihre gequälten Mitmenschen als „Hexen" und „Zauberer" in die Hölle. Dieser Hexen- und Zaubererglaube ist ein uralter, entstanden in breiteren Schichten der orientalischen Völker, welche dem geheimen Cultus der Magier fern standen. Die weise, reine Magie, welche eine Gesellschaft AuSerwählter zum ersten Erforschen der großen Kräfte in der Natur vereinte, hatte Errungenschaften zu verzeichnen, welche den Fernstehenden, Uneingeweihten und dumpfer Dahinlebenden in übernatürlichem Lichte erscheinen mußten. Fast ausschließlich waren eS Priester, welche sich zu diesem weihevollen Dienste vereinigten, wie ja auch der eigentliche Gottesdienst den Priestern Vorbehalten war, von den altern Egyptern, den Sehern und Priesterinnen der Griechen, welche, unmittelbaren Eingebungen ihrer Götter folgend, verwickelte Fragen lösten, bis auf die Bekenner des Islams, welche in den Vorhöfen der Moscheen den Ruf zum Gebet erwarten. Wie man sich nun überzeugte, wie manches Nebel die weise Nützung der Naturkräfte bannte, kamen die Menschen auf den Gedanken, sich durch die Magie von Allem, waS sie bedrückte, befreien zu wollen — Alter, Tod, Arwuth und verschmähte Liebe. Die reine, weise Magie entartete dadurch zu der finstern und schwarzen. Der Verjüngungstrank spielt von der Priesterin und Zauberin Medea bis auf Cagliostro eine große Rolle im Aberglauben der Menge. Unter den Alchymtsten hat eS neben Gläubigen natürlich genug der Betrüger gegeben, ebenso wie Astrologie, die Kenntniß des menschlichen Schicksals verleihen sollte. LiebeStränke und Liebeszauber haben von den ältesten Zeiten bis auf den heutigen Tag die Phantasie beschäftigt, weil der unerklärliche Zauber der Sympathie und Wahlverwandtschaft wie das Eingreifen gütiger Geister oder Dämonen in unser Alltagsleben tritt. Manche der mystisch Suchenden, welche den Stein der Weisen oder die blaue Blume gewinnen wollten, mögen von diesen Jrrgängen auf glücklichere Pfade gelangt sein und ein friedenvolles Glück heimgebracht haben. Daß der Aberglaube nicht nur Unglück im Gefolge hatte, oder doch zu großen, schönen Thaten begeistern konnte, beweist un6 die Geschichte der Jungfrau von Orleans, welche ihr tiefer, reiner, heldenhafter Drang zu großem Werke berief. Da liegt die geheimnißvolle Brücke, welche vom göttlich-übersinnlichen Wunderglauben zu dem hohen Glauben an die Macht der großen, wundervollen That führt. Den Uebergang von dem geheimnisvollen CultuS der Naturwissenschaft zu der Religion bilden die Natureulte der Griechen, Römer und Germanen, vergangene hehre Götterlehren, die heute noch in tiefsinnigen Mythen eine mächtige Anziehungskraft auf Geist und Gemüth auSüben. Die Götter und Heroen der Griechen und Germanen zeigen eine große Aehnlichkett miteinander und unterscheiden sich hauptsächlich durch die charakteristischen Etgenthümlichkeiten deS Volkes und des Landes, über welche sich der OlymPoS und Wahlhall ausbreitete. — Diese Verwandtschaft besteht aber auch unter herrschenden Religionen, wie z. B. in dem einen großen Jehovah der Juden und MoseS seinem geistlichen und irdischen Propheten und Gesetzgeber und dem Allah der Türken und Mohammed dessen Propheten, der im Koran ein religiöses und staatliches Gesetzbuch vereinte. Auch zwischen dem tiefsinnigen indischen Mythus und dem Christenthu« kennen wir verwandte Züge: Agnl, der Sohn der Maja habe keinen irdischen Vater. Er wird sichtbar hervorgerufen durch Reibung zweier Hölzer von bestimmter Form, deren eines durch eine Schnur umwickelt, auf einem zweiten weicheren Scheit gerieben wurde,- der daraus erweckte Funke, in welchem die heilige Dreizahl der Eigenschaften des Feuers vereint ist: Licht, Gluth und Reinheit, wird mit heiligem 1 Del gespeist, weshalb man den göttlichen Agnt den Gesalbten nannte; er wird in Gestalt zweier in Kreuzform übereinander gelegten Doppelhaken verehrt. ES erscheint mir als ein großer Jrrthnm, wenn man von der Beseitigung der Religion überhaupt erwartet, damit dem Forschen nach Wahrheit und Aufklärung Thor und Thür geöffnet zu haben. Ebenso wenig sollte man religiöse Intoleranz unterstützen, welche z. B. in der reinen, edlen Lehre der Buddhisten eine heidnische Verirrung steht. Weshalb sollen wir unS an abergläubische Entstellungen höchster Wahrheit klammern? Beweisen sie doch nur menschliche Begrenztheit im Erfaffen und Bekennen deS Ewigen, dessen Name Schall und Rauch ist, umnebelnd die Himmels- gluth höchsten Aufstrebens, liebevollster Hingebung. Ich möchte behaupten, daß wir den Kern des Menschen darin erkennen, wie er sich seinen Gott vorstellt. Genug der „Frommen" habe ich gefunden, welche in meinen Augen Gotteslästerer find. Sie verehren einen grausamen Allmächtigen, welcher Entsetzliches geschehen läßt, dann die Verbrechen furchtbar rächt, ohne die Schwachen, wehrlos Leidenden zu schützen. Ewige Lob- und Schmeichelreden begehrend, fordert er Verständniß seiner dunkelsten Wege von Wesen, deren Einsicht und Wiffen durch seine« eigenen Willen begrenzt ist. Wahrlich, wenn Feuerbach sagt: „Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde", so kann man sagen, daß eine Sclavenseele sich so ihren Herrscher denken mag. Aber eS lebt ein tiefes Bedürfen im Menschen nach einer Religion, welche höher steht, nicht den Gesetzen von Vernunft und Empfindung widerspricht, und unabhängig von dem zufälligen Bekenntnisse ist, in welchem wir geboren find. Wie manche wahre Christen im Geist und tu der Wahrheit mag eS geben, welche niemals den Namen Christi hörten, aber der Geist Gottes sprach zu ihnen im Rauschen der Palmen, im Donner der Eisschollen. Wotan, der Gott deS Hauches — des Windes- uud deS Lebens- und GetsteShaucheS — dessen Name fast wie ein bezeichnender Naturlaut feiner selbst zu uoS dringt, der Sinnende, welcher ein Auge der, die Zukunft perfouifictreuden Norne geopfert hatte, konnte nicht leicht aus dem Geistesleben der neubekehrten germanischen Christen verbannt werden. Wenn sie nun schauernd im Sturmesweheu die Nähe des „Wanderers im rauschenden Mantel" empfanden, wurde ihnen gesagt, es sei der wilde Jäger, der Böse, welcher mit seinem höllischen Gefolge „umging", und Furcht an Stelle der Andacht machte so aus einem schönen Naturglauben einen ängstlichen Aberglauben. Ebenso wurden die Raben, Hugin und Munin (Gedenken und Erinnerung), welche als Wotan- Boten durch das Weltall flogen um dem Vater der Götter und Menschen Kunde zuzutragen, zu „Unglücksraben." Die Maifeier der holden Frühlingsgöttiu Öfters, deren unvergessener Name noch heute in unferm Osterfeste lebt, welches den goldenen Frühlingsglauben in den goldenen und bunten Ostereiern bewahrt hat, dem Symbol des Leben bringenden Sommers, welcher aus dem Frühling hervorgeht, wurde zum Hexenfabbath des höllischen Feindes. Aber auch auS der biblischen Geschichte leitet man abergläubische Uoglücksprophe- zrihungen her: Der Montag soll ein nicht „guter" Tag fein, der Freitag ein Unglückstag. Daß bei dem Ersteren in der Schöpfungsgeschichte nicht die Worte vorkommen „und der Herr sah, daß eS gut war" ist die Vielen nicht einmal bewußte Quelle dieses Aberglaubens. Außer bei den Mohammedanern, bei denen ja gerade der Freitag der Ruhetag ist, liegt in den christlichen Staaten natürlich die Erinnerung an den Märtyrertod Christi der Unglücksbedeutung zu Grunde. Die siebente Bitte im Vater Unser: „Erlöse unS von dem Uebel" hat das Hebel selbst mit der Zahl 7 zu einer „Un- glückSzahl" vereint, eine zänkische Frau nennt man wohl daher eine „böse Sieben". Daß dreizehn Personen au einer Tafel einem der Auwefendeu Unglück bringen, leitet sich natürlich vom heil. Abendmahle her, bei welchem die zwölf Apostel sich um den Herrn geschart hatten, deren Einer der Berrath sinnende JndaS war. Die Erinnerung hat den lebendigen Sern nicht feftgehalten, nur dessen äußere Schale. Auch Aberglauben zum Guten wie zum Bösen find die Folge derselben Erscheinungsform — wie die unglücklichen Irrsinnigen ja in alten Zeiten bei unS als Besessene und Ber- brecher angesehen wurden, während die Indianer sie für Heilige hielten. Wenn wir genau erforschen, wann im Menschenleben wir dem Aberglauben zuerst begegnen, so überzeugen wir unS, daß er die erste Frucht der Erziehung ist. Diese Frucht gleicht dem Granatapfel, welcher unzähliche Samenkörner in daS weiche empfängliche Gemüth deS Kindes säet und gerade die, welche uns am innigsten lieben, streuen ihn aus und wecken mit dem Wunderglauben unser erstes be- wußte- Gewüth-lebrn. Seltsam verbindet sich der Feen- und Dämonenglaube, welcher für ucs mit dem Kinderspielzeug verschwinden soll, mit der Religion und Poesie, welche berufen find on- durch die blühenden Fluren der Jugend bi» auf die klaren, kühlen Höhen de- Alters zu begleiten. Die Muiter, welche ihren Llebiiug für die Nacht aus ihrer schützenden Wachsamkeit entlaffeu muß, giebt ihm einen stets wachenden Schutzengel mit in den Traum. Ja, einer ist ihr nicht genug, 14 Engel stehen in dem holden, kleinen Kindergebet dem schlafenden, doppelt schutzbedürftigen Kinde zu Häopten, zu Füßen, zur Rechten und zur Linken, schenken ihm im Schlummer Ahnungen paradiesischer Seligkeit und wecken e» wieder am lichten, sonnigen Tage. Ist ein Kind so unglücklich, die Mutier durch den Tod zu verlieren, dann erscheint diese selbst in dunkler, sanft von Mond- und Sternenschein verklärter Nacht, um ihr geliebte» Klod zu behüten. Die ersten Erzählungen, welche da» Kind hört, find wunderbare Märchen: In den Blumen wohnen liebliche Elsen, in den Wellen singende N xen, im Nebel flattern Erlkönig»- töchter mit wallenden Schleiern, auf den Sümpfen schweben die bösen, lockenden Irrlichter mit feurigen Kronen--- Auf ihre Beweggründe geprüft, ist diese erste, seltsame Art, dem Kinde Jntereffe und Liebe für die Natur, zugleich aber Furcht vor den in ihr verborgenen Gefahren einzu- flößev, dadurch entstanden, daß dem kleinen Wesen die Begriffe: groß, klein, ehrwürdig, schlecht, schön, häßlich, ewig und vergänglich erst durch Bilder klar gemacht werden sollen. Der große Kampf aber, der ewig oothwendige, zu dem jede» Menschenherz berufen ist, so lange e» schlägt, der, dem Guten zum Siege über das Schlechte zu verhelfen, in uns und um un», — soll durch die Parteinahme für da» personisicirte Gute gegen das personisicirte Schlechte, geweckt werden. — Auch zum Mitleid mit der Blumenelfe, welche sterben muß, wenn die Blume, in welcher sie wohnt, nicht gepflegt wird, zur Vorsicht, nicht allein in die dunkle Nacht zu gehen, wo Kobolde und böse Geister ihr Deien treiben, soll der Märchen- zauber führen. Den WeihnachtSbaum bringt da» Christkind vom Himmel herab, damit eine besondere Weihe ihn umschwebe und nicht ein Stäubchen de» Alltagsleben» daran haften möge. Aber von dem Augenblick an, wo da» Kind in da» Leben eingeführt wird, da» heißt, wo rS anfängt zu lernen, beginnt die Wuoderwelt zu verblüffen, und je mehr es zum Beobachten, zum thätigen Handeln angeleitet wird, desto undeutlicher werden ihre leuchtenden Farben. Einem Kiade ist seine gavze Umgebung wundersam: Sonnen- und Mondschein, Blumen und Thiere, Musik und Tanz — Alle» wirkt auf seine empfängliche junge Seele,— e» ist gar nicht erstaunlich, daß die Märchen es nicht mehr überraschen, al» die Wirklichkeit, daß es Beiden glaubt. Weshalb führt man es in zwei Welten zugleich ein, wodurch eß mit den Jahren vielleicht das Leben platt und prosaisch findet, weil nicht freundliche Genien eS zu ihrem Liebling erheben und alle Schwierigkeiten mühelo» beseitigen, oder daS Wunderreich der Faotafie erscheint ihm nur für da» enge Kinderz wmer paffend, als ein vachfichtig geduldeter Gast? Wäre e» nicht beffer, dem Kiade seine Umgebung im Hellen klaren TageSschetn schöner Wirklichkeit zu zeigen, und wenn eS fich eia wenig darin zarecht gefunden hat, ihm noch daS goldene Land der Fautafie zu eröffnen, welche» dem mehr erwachten GemüthSleben ungleich herrlicher erscheint, als den fragend erstaunten Angen, die ans einem Köpfchen blicken, in dem die träumende Gedankenwelt erst geweckt werden soll? Die Unwahrheit, welcher der Erzähler fich schuldig macht, indem er Engel und Dämonen mit zu Gehilfen seiner Lehren macht — der schwarze Mann, die gütige Fee — erschüttern mit Recht in dem klaren, beobachtenden Kinde seine Glaubwürdigkeit. Meiner Empfindung nach ist da» Wunder al» solche» ungleich poetischer, als wenn e» zum Dienste der Alltäglichkeit herabgezogen wird. Die Mythen der Griechen sprechen nicht weniger eindrucksvoll zu dem aufhorcheudrn Kinde, als die Geschichte, obgleich e» betont wird, daß die letztere nur Wirklichkeit, die erstere tief empfundene Alle- gorieo find. tret Die .veNügel-PSrs,' Derrn titelt al» Befonber» werthvoll find bte prank. bett»- unb Sektion#-/ von der tllnigltchen Betertnäratntl ber Untüerfltät Cetpstfl und ber tzprechlaat, In welchen», auf Anfragen zuverlässige Auskunft »en bewahrten Fachleuten erteilt wird, ^»ennementiprri« plerletjälrL 71 »Tf«- Erfchetnl Mittwoch». Samani. voNaofialteu a. tu®banblnu»en nehmen BefleUanaen an. Inserttonlprei»: »gespaltene Zeile aber bereu Staat 20 Pf. |)robennmmem grati» nn» freeb». IßehördHcbeÄnzeigenl .^M.öung ■ 1 Weißbinderarbett Submission 8824 Alle i Obft-Bersteigeruug welche 8793 Neuling. 8889 616 treffen heute ein bei Stück 100 1331 gleich. » Tft SammU. 20 Pf. »gespaltene iirobenut // // 1 1 1 von ent* bis ^"Empfehlungen""^ Schellfische werden. 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Vossius. Bekanntmachung. Freitag, 24 September 1897, Nachmittags » Uhr be- ginnend, soll das Tpätobft von den städtischen Bäumen am Wiesecker- weg, Krofdorferweg, in der Südanlage, in der Friedhofsanlage, auf dem Lutherberg, an der Licherstraße, am Anneröderweg, im Lärchenwäldchen und in dem früher von Rabenau'schen Garten meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist auf der Marburgerstraße am Wieseckerweg. Gießen, den 22. September 1897. Prima Aepfelmost im 8735 Frankfurter Hof. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteustrasie 2. «agedot der : 1 Krankenpflegerin, 1 Schuhmacher. Schreiner, 1 Magazinarbeiter, 1 Magazinier, 1 Rettender, 1 Bureaugehülse, Einkasfirer, 2 Ausläufer bezw> Colporteurr, 3 HauSburschen, 2 Lauffrauen, AuShülsSköchin, 1 Putzfrau, 3 Dienstmädchen , der «rdettaeder r 2 Krankenpfleger, 2 Bauschlosser, 1 Schmied, _ Wagner, 5 Schuhmacher, 2 Schneider, 3 Schreiner, 1 Taglöhner, 1 Fahrburschr, 18 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit. Holz-Lieferung. 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