7765 m. itttkrt und oltti , je 6Zimmern-, M etrwnt zu Dtrmlttbtn. vttgyratzt 17. wV i^rr MH. £M*Wfe '"^L^fterota 28 Äu«0*'«» to ohtr Srtrennt fh ^iLcher-w», AnMS'^Äb? fS“ ^ir ntiÜ ü^hJStetnftr u, kWstraßi mit allem ttnontH per |o|ou daselbst Ugij rmWn Nm mttENunt Oktober. rtHlinlr», Frank« __J760 laittn 79, Simmtr mit ZMLr M 1. Getobt: oder :r nebst Znbehdr nnt mm. «stttivt-rr. stillere Stock Mine« r nebst Zubehör, per miethen. Ktzgn, Neustadl 8. , 1 - Nordanlage - itmmer nebst Zubehör oermtethen. WÜHUm M Iche große 2-Lmmer- mit Lubehör an ruhige kvbwlgyr. U, ; Vnietzung ^Zimm» xtobtr cr- eornll-irW Franksurterstr. öS- strahe 12 enwohnung mit dj® liethrn- _g HE Per I kettw ffiohnunfl, 3 älaunir rt iu DtrmitM jMt KGM, taäubtiör weifte, fltWW» jU^nO, »eben der Parterre-Wohnung pee i oermiethm- „9 r--LE? s^TS? ’ii,dS«,,TiT Rr.M7 Erstes Blakt DieaS'a» de» 24. August 18OT Der Kietzener Anzeiger erscheint täglich, «it Ausnahme deS Montags. Die Gießener Anmikteu Skat ter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelcgt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger AvonnemcutLpreisr 2 Mark 20 Psg. mit vringcrlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chnlftratze Ar.7. Fernsprecher Wj Zlints- und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. Zum Präfidentenbesuche in Peterhof. Was die Franzosen früher in ihren kühnsten Erwar- langen kaum für möglich gehalten hätten, bot sich jetzt erfüllt. Am heutigen Montag ist ihr Präsident Felix Faure in Rußland gelandet und mit allen dem Oberhaupte einer großen Nation zukommenden Ehren empfangen worden. Daß die Aufnahme eine überaus höfliche und herzliche sein werde, daran hat Niemand gezweifelt, und auch wir haben wiederholt unserer Ansicht Ausdruck gegeben, daß Zar Nicolaus «ach dem enthusiastischen Empfang, den er im vorigen Jahre in Frankreich erfahren hatte, gar nicht anders konnte, als die ihm zu Thetl gewordene Gastfreundschaft ebenso herzlich zu erwtedern. Nur dürfen sich die Franzosen nicht allzu großen Hoffnungen htngeben, daß der Besuch ihres Präsidenten in Rußland wettergehende politische Wirkungen haben wird, daß er die beiden Nationen noch viel näher bringt, daß er insbesondere die Erfüllung etwaiger Revanchegelüste der Franzmänner auch nur im Mindesten dem Ziele ent- gegeurückt. Da» ist vollständig ausgeschloffen, da daS offictelle Rußland seit dem Tode Alexanders III. ein ganz andere» geworden ist. Zwar ist man nach ebenso liebenswürdig gegen die befreundete Nation, aber recht vorsichtig und zurückhaltend, mau wägt heute die Worte, mit denen man die Freundschaft, welche Rußland und Frankreich verbindet, genau ab, da daS Berhältntß zu den übrigen Staaten, insbesondre zu Deutsch, land und Oesterreich, ein viel intimeres geworden ist. Wir haben schon früher auSgesührt, daß eS in Rußland noch Immer eine starke Partei gibt, welche alle» Französische be- vorzugt und alles Deutsche grundsätzlich bekämpft, daß inS- besondere die Zarin-Mutter die Vorkämpferin für diese Bestrebungen ist. Aber die letzteren haben bereits viel von ihrer Schärfe verloren, eine nüchterne Auffaffung der Dinge hat Platz gegriffen, und jedenfalls ist die Lust zu einer kräftigeren Actionspolitik erheblich geringer geworden. Als im vorigen Jahre Zar Nicolau» in Frankreich erschien, da hatte die Herzlichkett des franco-russischen Verhält- uiffkS ihren Höhepunkt erreicht, da glaubten thatsächlich viele französische Politiker, den Zaren in der Tasche zu haben und ihn für ihre Zwecke gebrauchen zu können. Die rau- schenden Feste, die schwungvollen Trtnksprüche, welche die Franzosen natürlich in ihrem Sinne deuteten, hatte da» Volk in eine Entzückung versetzt, welche eine besonnene Auffaffung der Dinge nicht zuließ- man erging sich in phantastische Träume, welche den Franzosen die Erfüllung ihrer kühnsten Wünsche in Aussicht stellten und ihrem Endziel die Demüthi- gung Deutschland», die Rückeroberung Elsaß-Lothringen» bedeuteten. Jedoch blieb die Ernüchterung nicht lange aus. Schon der gleich nach dem Verweilen in Frankreich erfolgende längere Aufenthalt de» Zaren in Deutschland, die intimen Visiten, welche zwischen Darmstadt und Wiesbaden Seitens des russischen und deutschen Kaiser» gewechselt wurden, nahmen den Franzosen die Binde von den Augen und ließen sie erkennen, daß sie sich einem Trugbilde ihrer Phantasie hin- gegeben hatten, wenn sie glaubten, zwischen Rußland und Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Gratisöeitage: Gießener Kamiticnökätter. Alle Nnaoncen-Bureaux d«S In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" mtgef*. Gießen, den 21. August 1897. Seit.: Gemeinheitliche Wasserleitungen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen •n die Grosth. Bürgermeistereien deS KreifeS. Sie wollen bis zum 1. September l. I. berichten: 1. Ob tu Ihren Gemeinden eine gemeinheitliche Waffer- leitung besteht, durch die die gesammte Bevölkerung de» Ort» mit Trink- und Brauchwaffer versorgt wird oder — durch Anschluß der einzelnen Gebäude an die Hauptleitung — versorgt werden kann. 2. Wann die betreffende Leitung angelegt worden ist, welchen Kostenaufwand sie erfordert hat und welche Einnahme jährlich daraus erzielt wird. 3. Ob und aus welchen Mitteln Ihnen zur Ausführung de» Unternehmens eine Beihülfe gewährt worden ist. 4. Um welche Arten von Wafferleitungeu eS sich handelt, ob also z. B. eine Quellwafferleitung oder eine Pumpstation vorhanden ist. 6. Ob seit Errichtung der Wafferleitung besondere vortheilhafte Erfahrungen gemacht worden find, z. B. daß dieselbe eine Verbefferung der sanitären Ver- hältniffe, eine leichtere Bewältigung der Brände oder dergleichen zur Folge gehabt hat. I. V.: vr. Wagner. Deutschland könne je da» Tischtuch zerschnitten werden. Und noch einmal wurden fie hoffnungsfroh, als nach dem Tode de» Fürsten Lobanow zum rusfischen Minister deS Aeußern der bisherige Gesandte in Kopenhagen, Graf Muranjew, ernannt worden war, dem man deutschfeindliche Tendenzen nachsagte, der ein Werkzeug der Zarin-Mutter sein sollte. Da sein erster Weg nach Pari» ging, so glaubte man dort de» ErsolgeS sicher zu sein. Jedoch blieb auch darin die Enttäuschung nicht au», denn Graf Muranjew machte auch tu Berlin Station und wurde von den maßgebenden Kreisen sowie vom Kaiser Wilhelm mit großer Aufmerksamkeit empfangen, die anscheinend auf den Grafen nicht ohne Eindruck blieb. Auf die franzöfische Preffe ist die» Alle» nicht einfluß- lo» geblieben, man fing an, zu erkennen, daß Rußland schwer- lich die Bahnen der Besonnenheit verlaffen und fich einer abenteuerlichen Politik htngeben werde. Deshalb fehlt auch in den Pariser Blättern, welche die Reise des Präsidenten Faure besprechen, jede überschäumende Begeisterung, und man fieht ein, daß der Besuch nicht mehr Bedeutung hat, als der voraufgegangene des Kaisers Wilhelm. Wenn Felix Faure, wie nicht anders zu erwarten steht, in Rußland lebhaft und geräuschvoll begrüßt wird, so kann man ihm daS ruhig gönnen, und wir sind die letzten, welche ihm die Freude verkümmern möchten. Denn die Reise entbehrt an und für sich jede» politischen CharacterS, obgleich man die Bedeutung des franco-russischen Einvernehmens darum doch nicht zu unterlchätzen braucht. Die internationale Politik erfährt durch die Begegnung de» Zaren mit Felix Faure nicht die geringste Veränderung, da dieselbe für die nächste Zukunft fest vorgezeichnet ist durch den oft kundgegebenen Willen de» Zaren, Alles zu vermeiden, was eine Störung des europäischen Friedens herbeiführen könnte. Rußland ist heute weniger denn je davon entfernt, in Europa frtedestöienden Absichten zu verfolgen- er richtet seine ganze Aufmerksamkeit nach Asten, wo eü über kurz oder lang zu einem Entschei- dungSkampf mit England über die Hegemonie kommen muß. Deshalb werden an der Newa die Vorgänge in Indien mit so großem Jntereffe verfolgt, daß thatsächlich für die An- Wesenheit deS Präfidenten Faure in Petersburg nicht mehr übrig bleibt, als die Regeln der Gastfreundschaft und die Sympathien, die unleugbar in Rußland für Frankreich vorhanden find, erfordern. Deshalb kann eß uns auch sehr kühl laffen, wenn die Kundgebungen in Rußland in diesen Tagen vielleicht eine Nuance höher find, als gelegentlich des Besuch» unseres Kaisers, und wenn die franzöfischen Blätter in ihrer Begeisterung aus den Vorgängen in Peterhof Schlüffe ziehen, für welche bet nüchterner Anschauung der Dinge jede Berechtigung fehlt. (XX) Deutsche- Seich. Berlin, 21. August. Der Staatssecretär des Au»- wärtigen Amte», Frhr. v. Marschall, ist, von seiner Be- fitzung Neuenheim bet Freiburg t. Baden kommend, hier etn* getroffen. Berlin, 21. August. Der DivifionSgeneral in der türkischen Armee, v. Grumkow Pascha, General-Adjutant deS Sultans, ist hier etugetroffen. Berlin, 21. August. Der Kais,er empfing auf Schloß Wilhelmshöhe heute Vormittag 10 Uhr den Chef de» Militär- Cabinets, General v. Hahnke, zum Vortrage. Berlin, 21. August. Die Annahme, daß der Vicepräsident de» Staatsministeriums, Dr. v. Miquel, in den nächsten Tagen hierher zurückkehre, dürfte sich als trrthüm- lich erweisen. Wie eine Correspondenz erfährt, hat Herr v. Miquel einen osficiellen Urlaub von sechs Wochen genommen, von dem bis jetzt erst 14 Tage verstrichen find. Ein Anlaß zu einer früheren Rückkehr liegt nicht vor. Derselbe wird vielmehr erst im zweiten Drittel des September zu erwarten fein. BreSlau, 21. August, lieber Lauban, Markliffa, Greiffen- berg, Krummöls und Liebenthal sind schwere Gewitter niedergegangen. Queis und Bober überflutheten viele Ortschaften. Beutheu, 21. August. 400 Mann der Belegschaft der C ä c i l t e n g r u b e sind heute nicht eingefahren. Sie richteten an den Handelsminister Brefeld telegraphisch die Bitte um Vermittelung zwischen der Grubenverwaltung und den Strikenden. Neu Fahrwafier, 21. August. In der letzten Nacht wurde eine Dampfbarkasse des Panzerschiffs „Weißenburg" durch ein Torpedoboot überrannt. Dasselbe sank sofort nach der Collifion, der Matrose Cowert nnb der Oberheizer Sewallisch find ertrunken. Frauksurt a. M., 21. August. Au» Copenhagen wird der „Franks. Ztg." berichtet: Der englische Arbeiterführer Tom Man ist hier eingetroffen. Er will für die Einführung de» achtstündigen Arbeitstage» agitiren. Frankfurt a. M., 21. August. Der „Franks. Ztg." wird au» London telegraphirt: John Burn theilte mit, daß von 240 Londoner Unternehmern 208 die Forderungen der Maschinenbauer bewilligt hätten. Trotzdem nimmt der Ausschluß und der Strike zu. Man glaubt, derselbe werde sich bis Weihnachten hinziehen. Wiesbaden, 21. August. Der auch als Schriftsteller be- kannte Kurdirector Ferdinand Hehl ist In der vergangenen Nacht gestorben. Kreuznach, 21. August. In der Gemarkung Langen- lonSheim find zwei Reblausherde gesunden worden. Köln, 21. August. Der „Köln. Ztg." wird au» Hannover gemeldet: Die Untersuchung über den Unfall, der den Frankfurt-Hamburger D-Zug am 14. d». bet Celle betraf, befindet sich, wie wir vernehmen, nunmehr tu den Händen deS Gerichts, nachdem durch die sowohl von der Staat». eisenbahn-Verwaltung wie vom Reich»eisenbahnamt vor- genommenen Untersuchungen festgestellt worden ist, daß die Ursache des Unfalles weder im Zustande der Bahn oder de» Geleises, noch in der Beschaffenheit der Locomotive und der Wagen, noch in dem Verhalten der für die Sicherheit de» Zuges verantwortlichen Beamten liegen kann. Sowohl die Lage des Geleises wie die Beschaffenheit der Schienen und Schwellen, ebenso die Bauart und der Zustand der Fahrzeuge hat sich, wie bestimmt verlautet, als ganz normal erwiesen. Auch konnte festgestellt werden, daß die Geschwindig- kett des Zuges nicht über das zulässige Maß hinauSging. Dagegen erscheint eS nach verschiedenen bet der bisherige« Untersuchung ermittelten Thatsachen wahrscheinlich, daß etn Verbrechen vorltegt. ES ist deßhalb auf die Ermittelung deS ThäterS eine namhafte Belohnung ausgesetzt. Este» a. d. Ruhr, 21. August. Die „Rhetnisch-West- fälische Ztg." meldet aus Köln: In der heutigen Haupt- Versammlung der deutschen Drahtsttftsabrikanten, tu welcher sämmtliche Productionsgruppen Deutschlands vertreten waren, wurde einstimmig die Bildung eine» ShndicatS beschloffen. Zur Ausarbeitung der Statuten wurde eine Commission gewählt. Die Preise für Drahtstifte sind vorläufig um eine Mark per 100 Kilo erhöht worden. Arrrlaird. Wie«, 21. August. Wie die Abendblätter melden, wurde der hier eingetroffene Redacteur deS Berliner Anarchisten- Blattes „Bocialtst", Gustav Landauer, verhaftet. Asch, 21. August. Trotz des Verbotes der Abhaltung des deutschen VolkStageS treffen hier große Mafien Deutsch- Oesterreicher ein. Sollte morgen die Abhaltung der Versammlung durch Gendarmerie verhindert werden, so soll dieselbe auf deutschem Boden stattfinden. Pilse«, 21. August. Um weiteren nationalen Excefien vorzubeugen, Hal die Regierung umfafiende SicherheilS- Vorkehrungen verfügt. Die ganze Garnison ist config- nirl worden. Die deutschen Gebäude werden bewacht. DaS Tragen nationaler Abzeichen ist streng verboten. Graz, 21. August. Gestern Nacht zwischen 1 und 2 Uhr wurde hier und in der Umgebung ein heftiger E r d ft o ß verspürt. Madrid, 21. August. Zu der gestern erfolgten Hinrichtung deS Mörder» CanovaS', Angiolitto, wird noch gemeldet: Bi» zum letzten Augenblick blieb Angiolitto vollständig gefaßt. Er verweigerte den geistlichen Beistand und wiederholte, keine Mitschuldigen zu haben. Sein Tod werde gerächt werden. Konstantinopel, 21. August. Die Stadt war auch gestern vollständig ruhig. Die von der Polizei angekündigten weiteren Bomben-Attentate haben nicht stattgefunden. Um etientl. vom türkischen Pöbel zu erwartenden Christen-Metzeleien vorzubeugen, haben sämmtliche Vertreter der auswärtigen Mächte ihre Stationsschtffe in den Bosporus berufen. Die unter dem Verdacht, die Bombe geworfen zu haben, verhafteten Personen sollen durchweg mit russischen Päffen versehene Individuen sein. Skutari, 21. August. Anläßlich der Besetzung eines von verdächtigen Armeniern bewohnten Hauses wurden die Polizet-Agenten mit R e v o l v e r s ch ü s s e n empfangen. Nach- dem militärische Hülfe herbeigeholt war, gelang eS, in da» Hau» etnzudtingen, wo man 15 Frauen und Männer, alle bewaffnet, vorfand, welche nach starkem Widerstande überwältigt und in da» Gefängniß gebracht wurden. K-nea, 21. August. (Meldung der „Agence Hava» }. Die voo ben Admirale» eingesetzte militärische Justiz. Commission bestehl au» dem Franzosen vau den Brock al» Borfitzeodeu sowie je einem Russen, Deutschen, Italiener, Engländer und Oefterretcher alS Mitgliedern. Dschewad Pascha hat e» unterlassen, auch einen türkischen Offizier für die Commission zu defigntrev. In einer Bekanntmachung der Admirale wird ausgeführt, die außergewöhnliche Lage und der Mangel einer Justizbehörde, die im Stande wäre, Atten- täte gegen die internationalen Truppen za unterdrücken, hätte die Einsetzung der militärischen Justtzcommissson erforderlich gemacht. Prätoria, 21. August. Der BolkSraad bewilligte 150,000 Pfund Sterling zur Unterstützung der Pächter, welche durch die Rinderpest Verluste erlitten haben. kaufte Aolff» telegraphisches Eorrefpondenz-Bure«. Rom, 22. August. Anläßlich des heutigen Joachims- tage« empfing der Papst in seiner Privatbibliothek fünf« zehn Cardiuäle, zahlreiche Bischöfe, Prälaten und Depu- tationen katholischer Gesellschaften, mit denen er fich sämmt- lich unterhielt. Der Papst befragte dabei mehrere Cardinäle über die Werke und die Kundgebungen der Katholiken in den verschiedenen Ländern und erkundigte fich insbesondere bei dem Cardinal Steinhuber über die Cantfiusfeier in der Schweiz und in Deutschland. Die Unterredung dauerte über eine Stunde- alsdann zogen die Cardinäle bei dem Papste, dessen ausgezeichnete» Aussehen, lebhafte Sprachweise und vorzügliches Gedächtniß Alle in Erstaunen setzte, vorüber und brachten ihm ihre Huldigungen dar. Depesche» des Bure« »Herold.* Berlin, 22. August. Dem Eolonia'lrath werden bei seinem demnächstigen Zusammentritt eingehende Mit- rheilungen über da» noch geheim gehaltene Uebereinkommen zwischen Deutschland und Frankreich betreffs Togo gemacht werden. Kält», 22. August. Heute früh 8 Uhr traf mittelst SonderzugeS von London kommend der König von Siam mit Gefolge hier ein. München, 22. August. Auf der Linie Salzburg- München stieß gestern Nachmittag tu Freilassing der von Salzburg nach Reichenhall abgehende Personenzug mit dem von München kommenden Schnellzuge zusammen. Bier Waggons wurden zertrümmert. Mehrere Personen wurden getödtet und einige schwer verletzt, verschiedene andere wurden verwundet. Die Bremsen des Münchener Schnellzuges sollen versagt haben. «sch, 22. August. In der Stadt herrscht wegen deö Verbots de- Volk-tageS, sowie wegen des massenhaften GenSdarmerie-Aufgebot» große Aufregung. Der Bürger- meister protestirte vergeblich telegraphisch beim Minister- Präsidenten. Den GenSdarmen wurde jede Unterkunft verweigert. ES werden Ausschreitungen befürchtet. Budapest, 22. August. Da» Programm für den Empfang und die Festlichkeiten zu Ehren deS Deutschen Kaisers wird in einer nächste Woche stattfindenden Gemeinde- rathSfitzung festgestellt werden. Schoo jetzt find großartige Vorbereitungen im Gange. Budapest, 22. August. Durch ein großes Feuer ist bte ganze Gemeinde BajbaSka vernichtet worden. 150Wohn Häuser wurden eingeäschert. Die bereits vollständig eingebrachte Ernte ist ebenfalls ein Raub der Flammen geworden. Pari», 22. August. Aus Kronstadt wird gemeldet, daß da- französische Geschwader in Sicht sei. Paris, 22. August. In der Nähe von Rouen entgleiste die Locomotive eines Expreßzuges und stürzte die Böschung hinab. Ein Wagen wurde vollständig zertrümmert. Ein Notar wurde getödtet, 15 Reisende und daS ganze Zugpersonal verwundet. Schönebeck, 23. August. Am SamStag Abend entgleiste bei der Einfahrt ein Personenzug, wobei acht Personen leicht verletzt wurden. Pilsen, 23. August. Jnsolge deS hier abgehaltenen Tokolfestes fanden den ganzen Tag über Znsammen- ftöße zwischen Tschechen und Deutschen statt. Abends nahmen dieselben einen derartig bedrohlichen Character an, daß Infanterie und Cavallerie von der blanken Waffe Gebrauch machen mußte. Drei Personen wurden durch Bajonnetstiche schwer verwundet. Eine Dame wurde von der Cavallerie überritten und lebensgefährlich verletzt. Ueber 50 Verhaftungen wurden vorgenowmen. Asch, 23. August. Die ganze Stadt ist mit schwarz- roth-goldenen Fahnen beflaggt, auch bayerische und sächsische sind sichtbar. Die Burschen tragen Kornblumen. Der Extrazug von Eger brachte 2000 Festgäste, welche die »Wacht am Rhein" singend einzogen. 230 GenSdarmen find ebenfalls aogelangt. Mittag» kamen Tausende von Personen auS Eger, Bayern und Sachsen. Um 2 Uhr zogen 8000 Leute nach Wildnau an der bayerischen Grenze. Sie sammelten fich aus dem Marktplätze. Der Abgeordnete Schönerer hielt eine Rede vom Hotelfevster auS, worin er die Versammelten aufforderte, im Hinblick auf die Nähe der bayerischen Grenze bei der Rückkehr nach Asch jede Ungesetz, lichkeit zu vermeiden. Die Rückkehr verlief ruhig und e» erfolgte keine Störung. . Coc*U» **6 provtwiicO«. Dietzen, ben 23. August ♦♦ Kirchliche Dienstnachrichten. Ernannt wurden Pfarr. Verwalter Bickel Haupt zu Schöllenbach zum Verwalter der zweiten lutherischen Pfarrstelle zu Groß-Umstadt, Decanat Groß Umstadt (die Ernennung des PsarrverwalterS Stotz zu Beuern zum Verwalter dieser Stelle wurde zurück- genommen); Pfarrverwalter Schnellbächer zu Heppenheim zum Verwalter der Pfarrstelle Schöllenbach Bullau, Decanat Erbach; Pfarramt-candidat Koch zu Sch-anheim zum Pfarrv^car tu Bischofsheim, Decanat Groß Gerau. * • Schützenfest. Der gestrige erste Tag des Schützenfeste» nahm, nachdem fich die am Morgen herrschende trübe Witterung im Laufe des vormittags aufgeklärt hatte, einen ungestörten Verlauf. Die Betheiligung am Schießen war eine sehr rege, obwohl der herrschende Wind dasselbe stark beeinträchtigte. Heute Morgen 8 Uhr wurde daS Schießen fortgesetzt und der fich zeigende starke Wetteifer läßt hoffen, daß fich die hiesigen Schützen der zahlreichen auswärtigen Concurrenz gewachsen zeigen und die Palme des Sieges ntdjt entreißen lassen werden. Dir PreiSvertheilung findet heute Abend statt. Ueberfahre«. Von einem Radfahrer wurde gestern Nachmittag am Asterweg ein 15jähriges Mädchen au» Wißmar überfahren. DaS Rad ging demselben längs über ben ganzen Körper und verletzte es derart, daß es ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und fich dann nach Wißmar fahren lassen mußte. Diebstahlverfnch. Gestern Nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr wurde in einer Mansarde am Neuenweg daS Zimmer des Dienstmädchens von einem Unbekannten mittelst Nachschlüssels geöffnet, der darin befindliche Koffer erbrochen und der Inhalt durchwühlt. Der Dieb haAe es offenbar auf Geld abgesehen, da er aber solche» im Koffer nicht vor fand, suchte er, ohne sonst etwas zu entwenden, da» Weite. Schweine-TranSpart. Ein hiesiger Viehhändler brachte Ende der vorigen Woche einen Transport fetter Schweine auS Holstein an hiesige Metzoer zum Verkauf. Der größte Theil der Waare ist bereits im Schlachthause verarbeitet und find nach Auskunft der Käufer diese mit der hauptsächlich fleischreichen Waare sehr zufrieden, wenn auch der Preis, den sie dafür anlegten, nicht niedriger ist, als der jetzt in unserer Gegend übliche. Die Metzger veranlaßten jedoch daß mit derartigen ViehtranSporten für das Schlachthaus weitere Versuche gemacht werden. Quartiere nufere» Regiment» während der bevorstehenden Manöver find wie folgt angeordnet: 26.-27. August: RegimentSftab Watzenborn, Stab des 1. Bataillon», Leib- und 4. Compagnie Steinbach, 2. Comp. Hausen, 3. Comp. Garbenteich, Stab des 2. Bataillons, 5., 6. und 7. Comp. Großen-Linden, 8. Comp. Leihgestern. 27.-28. August: 3. Bat. im Biwack, Regiment in Gießen. 28.—31 August: RegimentSftab Eberstadt, Stab ldes 1. Bat. und 2/s der 4. Comp. eben da, 2. und % der 4. Comp. Muschenheim, 3. Comp. Birklar, Stab des 2. Bat., 5., 7. und 8. Comp. Gambach, 6. Comp. Ober-Hörgern, 3. Bat. Lich. 31. August bis 1. September: Regimentsstab Griedel, 1. Bat. Butzvach, Stab des 2. Bat., 5., 7. und 8. Comp. Gambach, 6. Comp. Ober Hörgern. 1.-2. September: RegimentSftab, 1., 2. und 3. Bat. Friedberg. 2.-6. September: Regimentsstab Nieder Eschbach, Stab des 1. Bat., Leib- und 2. Comp. Ober- Eschbach, 3. und 4. Comp. Ober-Erlenbach, 2 Bat. Nieder- Eschbach, 3. Bai. Petterweil. Vom 6.—11. September find die Quartiere noch nicht bekannt. * * Eine Mahnung, beim Hiueiuwerfeu von Briefen in die öffentlichen Briefkästen mit der nöthigen Sorgfalt zu verfahren, ergab eine Verhandlung am vorigen Freitag vor der ersten Ferienstrafkammer deS Berliner Landgerichts I. An einem Juni-Abende beobachtete ein Schutzmann einen jungen Menschen, der fich in auffälliger Weise an dem an der Ecke der Leipziger- und Charlottenstraße angebrachten Briefkasten zu schaffen machte. Als der Beamte sich davon überzeugt hatte, daß der Verdächtigte Briefe auS dem Kasten hervor- zog, schritt er zu dessen Sistirung. Es war der Lehrling Lorenz Friedrich, dem einige Briefe abgenommen wurden. Er räumte ein, schon wiederholt in ähnlicher Weise Briefkasten beraubt zu haben. ES wurde Anklage au» § 133 Str.-G.-B. gegen Friedrich erhoben. E» wird darnach Derjenige mit einer Gefängnißftrafe von nicht unter drei Monaten bestraft, welcher Schriftstücke, die fich in amtlichem Gewahrsam befinden, bei Seite schafft. Al» ein amtliches Gewahrsam wird ein öffentlicher Briefkasten angesehen. Der Angeklagte gab an, daß er die Erfahrung gemacht habe, daß manche Personen die Briefe nur so oberflächlich in den Kasten stecken, daß fie noch mit einer Ecke vor dem beweglichen Drahtgitter, welches innerhalb der Oeffnung angebracht ist, hervorragen. Er habe ferner bemerkt, daß fich dergleichen Briefe leicht wieder herausziehen lassen, und diese Nachlässig- keil des Publikums habe er fich zum Nutzen gemacht. ES sei ihm nur um die Briefmarken zu thun gewesen, für deren Erlö» er fich Naschereien kaufen wollte. Der Gerichtshof erkannte auf eine Gefättgmßstrafe von sechs Wochen. * * Wetterbericht. Da» Centrum der nordwestlichen Depression schlägt zwar eine nordostwärts gerichtete Bahn ein, indessen beeinflussen Ausläufer, welche ihr in südlicher und südöstlicher Richtung vorgelagert find, bereit» die Witterung bi» nach Mitteldeutschland herein. DaS fecunbäre Minimum am Südfuße der Alpen hat sich auSgefüllt und find heute die Druckunterschiede zwischen dem Norden und Süden bedeutend geringer geworden. Der niedere Druck wird voranSfichtlich noch weiter an Einfluß gewinnen und neuerdings eine Verschlimmerung des Wetters bewirken. — Voraussichtliche Witterung : Im Norden fortdauernd trüb und Niederschläge, im Süden Besserung nur vorübergehend; dann gleichfalls Eintritt von schlechterem Wetter. w. AuS bet Wetter«, 22. August. Wir find durch die Nachricht überrascht worben, baß der vierpfündige Leib Brot um 3 Pfg. aufgeschlagen und daß weiteres Steigen zu gewärtigen >st. Die Landwitthe haben habet die Genugthuung, baß die Fruchtpreise steigen. Mit dem Militär finden lebhafte Fouragegeschäfte statt; Heu wird mit 3 Mk. 20 Pfg. der Centn er bezahlt. — Die Bahnarbeiten auf den neuen Wetterauer Liinien müssen beschleunigt werden, darum suchen die Unternehmer gegen hundert Arbeiter um guten Lohn. — Gemüse, Klee, GrummetgraS und Wurzelgewächse bessern fich, seit kräfttge Regengüsse ein» getroffen stad. — Gegenwärtig werden Mirabellen und Reineclauden zu kaufen gesucht, eS find aber wenige vorhanden. Beerenfrüchte find diesen Sommer fast ganz bei uns ausgeblieben. u. Ulrichstein, 22. August. Vor einigen Jahren brachte Ihre Zeitung die Nachricht, daß der Steuerbezirk Ulrichstein, obgleich er einer der ärmsten im ganzen Lande ist, doch einer der besten zu fein pflegt, waS ba» Steuerzahlen anbelangt. Diesen Ruhm, der ein schöne» Zeugniß für die Bewohner und deren soliden, ordentlichen und pünktlichen Sion abaiot, hat fich der Bezirk auch im abgelaufenen Jahre 1896/97 zu erhalten gewußt, denn eS ist nur ein einziger Steuer- posten mit dem sehr geringen Geldbeträge von 2 Mk. 23 Pfg. uneinbringlich geworden, alle übrigen Steuerpoften wurden gtait erledigt. ^andwirthschaMtche Vmke unO Lathlchlütze Die ländlichen Arbeiter. Aus ländlichen Kreisen wird der .Köln. Zig." geschrieben: Grade während der Erntezeit wird es dem Landmann oft sehr schwer, die nöthigen Arbeiter zu finden, und seine «lagen über bte Abwanderung der Landarbeiter nach der Stadt und dem Industrie- beztrk sind ntcki unberechtigt. Der Grund hegt aber nicht in erster Linie darin, daß die Arbeiter der patriarchalischen Verhältnisse im Bauernhause müde geworden find und mehr Freiheit haben wollen. Das alte Lerhältntß »wischen Herrschaft und Gesinde ist auch auf dem Lande fast überall dahm, nicht nur weil das Gesinde tn dem Dienstherrn nickt mehr den Hausvater sehen mag, sondern ebensosehr, weil der Landmann fick mehr tn der Rolle eines Hausherrn als in der eines Hausvaters gefällt. Und mehr Ungebundenbeit als der Landarbeiter nach gelhaner Arbeit hat, herrscht auch in der Stadt und im Fabrikorte nicht. Der Grund der Abwanderung der länd- lieben Arbeiter liegt vielmehr darin, daß sie von dem, waS sie auf dem Lande verdienen, nickt leben können. So lange sie noch un- verheirathet sind, so lange der Dtenstkneckt, die Dienstmagd als Gesinde in fester Arbeit und Jahreslohn stehen und eben nicht wenig verdienen, geht die Sacke leicht. Das Gesinde bekommt «ost und Wohnung bei der Herrschaft und hat den Lobn für Kleidung und andere Ausgaben übrig. Aber verheirathet fich der Arbeiter, fo fängt in der Regel das Elend an. Die Frau f(beibet fast immer sofort aus dem Dienstverhältniß aus und wird nur gelegentlich, wenn alle vorhandenen Arbeitskräfte eingestellt werden müssen, y B. in der Ernte, gerufen. Auch der Mann muß aus dem Dienstverhältniß mit festem Arbeitslohn in der Regel bald weichen. Mancker Bauer sieht verheiratheteS Gesinde nicht gern. So wird aus dem Knecht ein Tagelöhner, und damit fängt das Elend an, denn der Tagelöhner hat nicht immer Arbeit. Immer mehr hat sick der Landmann genöthigt gesehen, die Maschine in seinen Dienst zu stellen. Wenn sie arbeitet, braucht sie freilich Bedienung, und bann findet auch der Tagelöhner lohnende Beschäftigung, aber sie arbeitet schnell und drängt die Arbeit, die fast ein ganzes Jahr vorhielt, auf wenige Tage und Wocken zusammen. Richt als ob nun der Tagelöhner für die übrige Zeit im Jahre arbeitslos wäre, bann müßte er mit feinet Familie verhungern, aber die ständige Arbeit fehlt ihm, es kommen zu viele Tage und Wochen, wo er Nichts zu thun hat und Nichts verdient, und er ist zu viel auf solche Arbeiten angewiesen, die nicht eben für den Wirthsckaftsbetrieb seines Bauern dringend nöthig sind, die dieser in guten Jahren machen läßt und in schleckten möglichst einsckränkt. Die Folge davon ist natürlich, daß des Tagelöhners Verdienst nur eben ausreickt, um die nothwendigsten Lebensbedürfnisse zu betriebigen. Für Ergänzung des Hausraths bleibt nur bei äußerster Sparsamkeit etwas übrig, ebenso ist die Neuamckassung von Kleidungsstücken eine Quelle steter Sorgen. Geht nun der Frau der Sinn für Sparsamkeit ab und trägt der Mann nickt jeden verdienten Groschen nach Hause, so verarmt und verlumpt die Familie, und wenn sie außerdem noch mit Kindern gesegnet ist, so betrachten die Bauern fie bald als eine solche, an die sie vielleicht noch einmal Armenunterstützung zahlen müssen, und sehen zu, daß nur ja die Familie nicht zwei Jahre an einem Orte wohnen bleibt, damit sie nicht beimatberechtigt werde. Solch eine Wandersamilie aber ist im Elend, und von hundert kommt kaum eine wieder aus demselben heraus. Solcke Verhältnisse hat der Landarbeiter von jung aus vor Augen, kein Wunder, wenn er in die Stadt oder den Jndustne- bezirk zieht, wo er ständige Arbeit und lohnenden Verdienst mindestens erhofft, oftmals findet und wenigstens Glück haben kann. Das sicherste Mittel nun, die Lage der Landarbeiter zu bessern, ist, daß man sie seßhaft macht. Die Sehnsucht nach einem eigenen Heim, aus dem man nicht vertrieben werden kann, wohnt in einem jeden Menschen. Wer in die Stadt oder in den Fabrikort zieht, kommt selten zu einem eigenen Heim; kann der Arbeiter auf dem Lande dazu kommen, so hat er einen Vorzug vor seinen übrigen Gefährten, den auch sie einsehen können. Tie meisten Bauern und Gutsbesitzer, von den Kleinbauern natürlich abgesehen, haben Ländereien von geringerem Werthe, entweder weil sie zu abgelegen sind oder weil der Boden nicht so ertragfähig ist oder aus einem anderen Grunde. Aus diesem Lande werd in der Regel nicht viel gemacht, und der Besitzer ist nicht unschwer zu einem Verkaufe geneigt. Zur Ansiedelung einer Arbeiterfamilie wäre eine solche Land- parcelle grabe geeignet, weil sie billig losgeschlagen werben könnte. Etwas Geld gehört ja dazu, ein Stück Land zu kaufen rind ein HauS darauf zu bauen. Aber von dem Lohne, den der Tienstkneckt, die Dienstmagd bekommen und der nicht niedrig ist, läßt sich immerhin mit den Jahren ein Sümmchen ersparen, wenn nur der Wille gut ist. Mancher hat ja auch von den Eltern her em paar Hundert Mark oder ein gefälliger Freund hilft aus mit Anleihe oder Bürg- sckaft. Hat der Arbeiter fein eigenes Haus und feinen eigenen Acker, fo hat er selber einen Theil seines Brotkorns ober bas ganze und seine Kartoffeln, kann selber eine Kuh und ein Schwein halten und braucht nicht mehr Alles für den haaren Groschen zu kaufen, kann sogar mitunter etwas, ein Kalb oder ein Schwein oder ein paat fette Gänse oder einige Tonnen Kartoffeln aus der eigenen Wirthsckaft verkaufen. Er braucht nicht mehr so viel baares Geld, und wenn einmal sein Bauer keine Arbeit mehr für ihn bat, kann er auf feinem eigenen Grund und Boden arbeiten und ihn verbessern. Bei manchen Dörfern gibt es noch sandige Ländereien, Heidestrecken und ähnliches, die aber im Besitze fleißiger Arbeiter wobl etwas einbringen können. Dem Schreiber Dieses sind recht viele Fälle davon bekannt, daß Led- länbereien dadurch cultivirt wurden, daß man sie Arbeitern sür eine geringe Entschädigung überließ. Und beider ist gedient, der Bauer bat in den arbeitreichen Wochen des Jahres Arbeiter und der Arbeiter hat in der arbeitftiOen Zeit des Jahres etwas zu thun. Und wenn der Bauer seinem ersten Tagelöhner einmal mit einem Gespann ru Hilfe kommt, dem Bauer macht das wenig aus, der Arbeiter weiß es zu schätzen, dann kommt ein gegenseitiges gute» Berhältniß zwischen beiden zu Stande. Natürlich muß die Zahl der Arbeiterheimstätten, welche auf diese Wesse entstehen, eine beschränkte fein, denn die Zahl der Grundstücke, die abgegeben werden kann, kann nicht ins Ungemessene steigen, und nicht lebet Arbeiter ist in der Lage, sich ein Stück Land zu kaufen und ein Haus zu bauen, weil Mittel dazu gehören, über die dock nur Wenige verfügen. Wer die Mittel nicht bat, dem kann dadurch geholfen werden, daß er einen Theil seines Lohnes m baarem Gelde ausbezahlt bekommt, einen Theil aber in Naturalien. Nock immer ist es in manchen Dörfern so, und wo es nicht ist, läßt es sick leicht einführen, daß jeder Landmann seine ständigen Tagelöhner hat, an die er sick in erster Linie wendet, wenn er Hilfe bedarf und die man ibm auch nicht wegntmmt. Für seine ständigen Tagelöhner sorgt der Bauer durck theilweise Naturallöhne. Fast jeder Bauer * 1 H 1ltn lö«ntt Unz bti •»'S für bl, JÄ ‘•“«iüitia«1.*' 11 $«WWqt. Vl"f »lagen über h,. bl* >« A /drr nicht in ttflfr NLÄ APS 2 f°" m> ebenso. J0“« fine« hLuSherrn SÜftWjmwU a>« H*«* «’bft Stabt Abwanderung btr ISnb> öon bem, ira« s„ auf 5° lange sie noch un> bif Diensiniagb al« Qe. V"? c6f" >"-h> iveiiio iw Woninit N und lohn für Kleidung und ® her Arbeiter, Io längt •bet falt immer fofort fltlfdtnihd), wenn alle 1 "'üssen, j. -ö, ilt der \ dem DienstveMnib eidjtn. Mancher Bauer wird an« bem Knecht iib an, beim der lagt fdr hat sich ber Land> feinen Dienst zu (leüen. nung, und bann fnibtt 1, aber sie arbeitet schnell )ahr vorbielt, aus tvenifii > nun bertagelöhner |in mnn rnüsite er mit leimt eit fehlt ihm, c« lomnitn zu thu» hat unb Wiitil iten angclviefen, die nitti ern btiugenb nöl big finb, id in fchletbien mflglitbil , dafi dcd laflclöoiieii wbiflfttn Mwtflbtbinb fluörnib« bleibt nur bei ilt die ']kuaiildia(tuv.f ci\. Geht nurrbtx ^ro; r Mann nW \eben w: nb verlumyt die Farnil gesegnet ist, so betrat sie vielleicht noch cinw! Heu zu, baß nur ja n vohnen bleibt, bamil m janbetfamilie aber 18 m e teieber au« hnulmi rbeitcr von jung fllor labt ober den jnbutnie* mben8erbien|lminbt|ltn« bat hier unb da auf feinem Meter niedrige Stellen, auf denen da- Korn febkdrt wächst wo aber allerlei Wiesenkräuter von selber fort- kommen. Diese Stellen können bem Tagelöhner zur Heugewinnung nigeiviffcn werben, bannt er eine Kuh ober eine Ziege halten kann Sornmergräsuitg fmbet sich in beit im Walde ober im Rain und Walb wachsenbett Gräsern unb Krätttern ober sie kann an den Geineinbewegen gehütet werben. Hat ber Tagelöhner eine Kuh, |o kann er auch ein Schwein halten Der Dünger von den Hauöthieren wirb auf ba- Laub bcS Bauern gefahren, unb ber Tagelöhner bekommt bie erste Frucht, welche danach wächst, unb sät für den Sommerbttng Roggen. für bett Winterbuug Sommerkorn ober Kartoffeln ober beide-. Bon den Mehren, bie beim (Saibenlnnben auf bem Felde liegen bleiben unb bie späterhin »Usammengeharkt werben, kann ber Tagelöhner einen Theil bekommen: er hat bann wenigsten- etwa- Futterkorn. Hält ber Bauer eilte Schasheerbe, so ist e- für ihn kein Opfer, auch für feine ständigen Tagelöhner ein Schaf zu gräfen, ebenso wenn er selbst einen Walb ober ein Tors» moor hat, bem Tagelöhner Feuerung frei ober zu einem niedrigen Pretie zu geben. Man sieht, wa- hier für bett Tagelöhner gesorbert wirb, ist nicht wenig, fobalb Alle- in Gelb umgerechnet wirb. Für den Bauer aber sind gleichwohl die Opfer uidit grost, ba er bem Tagelöhner in den meisten Fällen nur Abfälle gibt, b- h. Dinge, bie für ben Bauern in feiner Wirthfchaft nur einen minitnalen Bierth haben. Denn daS ist eben bei dieser Art unb Weise der Löhnung daS Schöne: WaS für bett Bauern nur einen minimalen'2Bertb bat, kann bem Tagelöhner von größtem Werthe werden, Er bekommt selber Milch unb Butter, kann selber ein Schwein schlachten, kann selber fein Brot unb Ftttterkorn haben u. f. w. Soll er das Alles für ben baaren Groschen kaufen, so ist bafflr ein Lohn erforderlich, ben er gar nicht verdient, und ob fehlt bann in der Haushaltung leidii an allen Ecken unb Enden. Durch Gewährung von Naturallöhnen schützt matt am sichersten den Arbeiter vor jenem Grabe ber Verarmung, den man mit Berlumpung bezeichnet. Natürlich wird ein mit Naturalien belohnter Arbeiter and) Gelblohtt haben müssen, aber er braucht ihn natürlich nicht in der gegenwärtigen Höhe. Der tagelöhner bekommt in der Thal ben höhern Tagelolm, ohne den er mast mehr leben kann, ba er nicht jeden Tag Arbeit findet, aber er bekommt ihn in einer Form, die auch den Vanbinann nicht drückt. * Aus btr Reich-Hauptstadt. Bor der Markthalle. Urei« Sechser die (llhoiie I — ’n Groschen btt Bukett, mein Herr I — Scheene Reuige, Nadiefer, Madamken? — Frisch sind se noch, die Bicklinge, sechs Dreier die janze Halde Mandel! — Zwirn, Kuvppe, Hosenträger? — Zwee Groschen dieser Rrriesen-Spickaaal! .... Brr! öfl gibt entschieden herrlichere Geuüsie, als tagtäglich mehr als zweimal zwischen den Damen vor ber Halle Dptehrnthen zu lausen. Ader was i -ut man nicht alle- ber Wissenschaft unb eines — bequemen Weges halber I Als Berlin in seinem Häusermeer noch keine Markthallen auszuweisen hatte, kannten bie Berliner um so Irffcr bie sogenannten Hökerweiber unb ihre gefürchtete Zunge. Dann kamen jene städtischen Gebättbtcvlosse, welche bas Bcr- k ufen unb Einkäufen zum wahren BerguUgcn gemacht habet», unb aus den Marktfrauen würben unter bem wohlthuendeu Einfluß mobeiner Umgebung ziemlicher Sauberkeit unb ge- «gelten Verkehr» liebenswürdige GrobstabthLndltrinuen. Nur vor ber Markthalle herrschen zum Thril noch wirkliche „Damen der Halle", bie „Haare auf den Zähnen" haben uib mit beißendem Berliner Witz wahrhaftig nicht sparsam umgehe». Wehe bem armen Sterblichen, ber sür seine paar „Plmperlinge" etwa noch an der Waare „mäkeln" will ober e* sich gar deisallen läßt, zu uzen, ohne was kaufen. Da ziehen die zwanzig, dreißig Händlerinnen unb Händler einen (Heang, trotz aller sonstigen Eoncurrrnz unb schlagen ben Feind mit einer Fluth von Worten aus dem Felde, bie im „Knigge" vergebens zu suchen sind. Schönen Frauen nimmt man wohl auch einmal häßliche« nicht allzu Übel, aber hier vor ber Halle scheint bie Schönheit verpönt zu sein. Eö sind saft burchweg berbc, verwitterte, wohlbeleibte Frauen- gestalten, bie mit bem charakteristischen Henkelkorb hart am le Attentäterin thränenben Auges ben Umstehenben ihre Gesangverein „Germania" beging daS Fest seiner Fahnenweihe In ber üblichen Weise. Auch zwölf Ehrenjungfrauen wirkten schwand unter bem Tuche beS Apparates. Und e» ging los! litt fürchterlichem Krachen brachen die Bretter des Podium» rnirch unb Beine, Arme, Köpfe, weiße Kleiber unb bunte JnierrÖrfe bildeten ein wüstes EhaoS. Zum Glück blieben -öle Knochen heil unb nur verschiedene Schrammen unb Beulen fhb den Betheiligten al» Erinnerung an bie verkrachte Aufnahme geblieben. • Köln, 20. August. Heute Vormittag wurde bie Frau tla«» TaglöhnerS von Sterlingen glücklich entbunden, i । Quartett ist weiblichen Geschlechts. flZfie®tbe‘le\uW d "bei mit unb zur Erinnerung an ben denkwürdigen Tag icen ilt flöhet?ltbfitCI wollten sich die reichgeschmückten Schönen photographiren .zÄrb-'ter^ llntiptnn । ffen. Auf einem hohen Podium nehmen sie Platz, der Photograph arrongirt die Gruppe wirkung-voll. Noch einen ätzten prüfenden Blick, dann ruft er bedeutungsvoll: „Recht \28et^lin'B f eunbHdb meine Damen, jetzt geht « los!" Sein Kopf ber» -S-L........... «■ rf haben farm. •r &nbor6eiltrjubtffeidesi"^nn«en können 'l(iroa8tinn^Ci . hnuon ve'nn < (f .tn( beschichte von bem vertrauerten Liebesglück erzählte. Dann siiiig bie Unglückliche mit ihrem Kinbe auf dem Arm unbehelligt von dannen. • „Recht freundlich, meine Damen!" Man schreibt der ,Frkf. Ztg." aus Betzdorf vom 20. ds. Mts.: Der hiesige Bürgersteig in Reih unb Glied stehen. Nachbarin, euer Fläschchen! Nicht dem Ginne, doch bem Buchstabe» nach kommt einem bieS Schlagwort in» Gedächtniß, wenn mau sieht, wie im Sommer kalter Kaffee, im Winter der untier- metdltchc Alkohol kreist, um, je nachdem, in glühender Sonnen- Hitze den Durst zu löschen ober ben erstarrten Körper zu loärtnen. Wer weiß, ob nicht auch dies Stück Berliner sieben mit bem heurigen Sommer sein Ende erreicht hat! Denn bekanntlich ist eine Polizeiverordnung in Sicht, bie ben Straßenhandel vor ben Markthallen verbieten will. • (tin schwarze» Attentat. Ein schwarze« Attentat ist, rne aus Berlin berichtet wird, am Sonntag gegen eine festlich geschmückte Braut in ber SwinemÜnberstraße bei ber Rückkehr von ber kirchlichen Trauung verübt worden. Ein Rädchen mit einem Kinde, die frühere Braut des Neuver- leählteu, überschüttete das weiße AtlaSkleid ihrer Wider- acherin, al« diese eben den Waget» verlieh, mit schwarzer Linte. Da« junge Paar brachte sich schleunigst vor ben eiteren Angriffen ber Verlassenen in Sicherheit, währenb e dei der Abfahrt vom Kyffhäufer zu Tobt gekommen ist am Sonntag ein Radfahrer. Er verlor bei der Abfahrt von der steilen Nordseite dc« Kl)ffhäii!er« die Pedale und raste in Folge deffen hiflo« nach Gittendorf hinab. Brirn Umbicgen um ba« neue Hotel „Zum Klrffhäuser-Denk mal" kam ber Unglückliche derart zu Falle, daß er am Kopse schwere Verletzungen erlitt. (Sin Auge hing weit heran» und die Backe war ansgeriffen. Der Verunglückte hatte sofort di, Besinnung verloren. Ungeachtet sosortiger Hilfe seiien« zweier Aerzte, von denen der eine Universität»- Professor aufl Halle war, starb der Verunglückte, ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben, im Krankenhaufe zu Nohla. Er war brr 81 Jahre alte einzige Sohn bc» Fabrikbesitzer» Minder in Halberstadt, verheirathet und Vater dreier Kinder. Der Leichnam wurde nach Halberstadt Überführt. • Die Kruppsche Armee. An« Essen wird der „Berl. Ztg." geschrieben: Die Gesammtarbeiterzahl der lkrupp'schen Gußstahlfabrfk betrug nach bem Ha>tbel»kammerbericht sür das Jahr 1896 durchschnittlich 18 728 (1895 17 127), die ber jugendlichen Arbeiter zwischen 1-1 unb 16 Jahren durch- fdiuittlid) 617 (1895 190). Da« Gesammtgewicht an Fertig. producten au« Eisen unb Stahl betrug im Fahre 1890 295 421 882 Kilogramm (1895 245000000). * Sammelwut!» eine! Poftkartenfreunde». Einen amüsanten Beitrag zu der auf dem Gebiete ber Ansichtöpofikarten gegenwärtig herrschenben Sammelwuth liefert folgende, in einem sächsischen Blatte erschienene Annonee: „Wer mir am 14. August zu meinem G-burtStage eine Anstcht»postkarte seines Ortes sendet, erhält eine solche von hier. F. Danen- Hahn, Chemnitz, Nene DreSdenerstraße 5, 8. Str." • München, 28. August. Bei deut heutigen 100 Kilo- meter-Nadwettfahren auf der Rennbahn im Münchener Stadtgarten stürzte ber Weltuieisterschastfahrer Fischer bei der 70. Rttude und mußte schwer verletzt vom Platze getraut werben. • «ul dem Fremdenbuch der Hütte auf bem Großen Mythen theilt der „Einsiedler Anzeiger" einige Pocsien mit. Da schrieb sich z. B ein Züricher mit folgendem, den nationalen Erdgont nicht verleugnenden Spruch ein: „Anfang» war die Aussicht gar >nchl ilhcl, Doch halb fllttl Petrus an« den Wasserkübel, Draus machten wir beim Weine einen Jaß, Wa« ein echter Zürichbieter ja nicht unterlaß'." Ein au»sicht«begeisterter Bayer leistete sich folgende Verse: „Heil dir Helvetia, in deinen Bergen möcht ich verträumen meinen ganzen Verstand." Unter diesen Spruch schrieb eine boshafte Hand: „Ist bald gescheh'»." Edensall« aus Bayern dürste der Versaffer folgcnben brastischen Verses sein: //Ansi- kraxelt! Nebel troffen, G'seffen zwoa Stund', Rausch g'soffen. Sonst aber g'snnd! Abighaxelt." * Muttern zu ähnlich. Küizlich war, wie das „Kl. I." erfährt, ein Dieb Nacht« in Berlin tu ein Hau» ein» gedrungen, um einen Einbruch zu verüben, aber seine Stiesel knarrten bedenklich, al« er die Treppen hinansslieg. Da hörte er zu seinem Schrecken eine weibliche Stimmi', die ihn, wie e« schien, aufl einem Schlaszimmer mit folgendrii srennd- Uchen Worten aiircbete: „Wie kannst Du, oller Ochse, in det Wetter mit Deine schmierigen ©liebeln de Treppe ruffommen. Uss de Stelle jehste runter unb ziehst se aufl, sonst siebt et wat ans be Armenkasse." Beschämt schlich ber Einbrecher die Treppe hinunter und sagte zu seinem Kameradep, ber unten Wache staub: „Der Frau kann ick nischt Beeset bhun. Sie erinnert mir zu sehr an Muttern!" • Studenten und Gläubiger. Man schreibt der „Franks. Zeitung": Musen söhne, die ihre Gläubiger in artiger Weise durch Zeitungsiuseratc einladen, ihnen die Ehre ihre« Besuch« zu erweisen, um ihr Geld in Empfang zu nehmen, sind gewiß eine Seltenheit. Ob unser Gäculnm solche liebenswürdige Studenten gesehen hat, wissen wir nicht, aber gegen Ende des vorigen Jahrhundert», gerade vor hundert Jahren, haben sie existirt, wenigstens wissen wir von zwei E-emplaren dieser merkwürdigen Art, von denen Bekanntmachungen Kunde geben, die 1797 und 1798 im Anzeigentheile des „Jenaischen wöchentlichen Anzeiger«" (Jenaische Zeitung) er schienen sind. Die erste dieser Bekanntmachunge», die einen kleinen, nicht ganz uninteressanten Beitrag zu der Geschichte des Gtudentenlebens um Schluß de« vorigen Jahrhunderts geben, lautet: „Da ich EndeSunterschriebener meinem Entschluß zufolge willen« bin, binnen drey Wochen von Jena ad- zureifen, so werden hiermit sämmtUche Herren, die an mich größere ober kleinere Schulbsorberungen zu thun haben, gebethen, sich währenb bieser Zeit in meinem Vogifl bei Mftr. Weller in der JohanniSgasse zu melden. Da der Reisetermin mit Fleiß ziemlich weit hinauikgesetzt worden ist, so wird der zn spät komntenbe Gläubiger e« aus Rechnung seiner Nachlässigkeit schreiben mllffen, wenn er nach Verlaus diese« Termin« seine Bezahlung nicht erhalten kann. In diesem falle aber wird ihm Stillschweigen auserlegt. Ehristian fardinand Hi ecke, Mod. Studio», a. Lützen in Ehnrsachen." tbenso rücksichtsvoll gegen seine Manichäer, wie dieser Musen- ohn an« dem Sachsenlande, der so manchen Pump angelegt zu haben scheint, zeigt sich ber Studirenbe Georg Heinrich v. Hagen au« Hamburg: „Daß ich innerhalb 4 Wochen die hiesige Akademie verlassen werde, zeige ich Denen, ioelchen daran gelegen sein möchte, ergebens! an, und wünsche, daß dieselben in ben nächsten 8Tagen sich bei mir eitifinbett mögen." Solchen höflichen Einlabungen hat gewiß kein Gläubiger wiberstehen können. Bemerkt sei noch, daß sich in den Jahrgängen 1797 unb 1798 de» oben genannten Blatte» weitere Bekanntmachungen dieser Art nicht befinden, der Drang, die Gläubiger zu befriedigen, scheint demnach damal» bei den Söhnen der alma miiter nicht ganz allgemein gewesen zu sein. * Radlerlatei«. Doctor: Wie sind Sie zu der reichen Erbin gekommen? — Radfahrer: An« Dankbarkeit. Ich uhr, al« sie mit ihrer Frau Mama spazieren ging, hinter ihr her. Plötzlich kam ein Windstoß unb hob ihren Gommer- Hut hoch empor, lieber tzäuserhöhe blieb er an Telephon- brühten hängen. Ich l;ge mein Bicycle auseinander, stelle ' alle Speichen senkrecht aufeinander, klettere daran empor, kriege den Hut und — die Hand btr Erbin." * Wa» er thun würbe. Tiddfl: Sie ist nicht allein ein Irin hübsches Mäbchsu sondern l:a( auch 80000 Pfund eigene» Vermögen, wie sie sagt. Wa» würdest Du thun, wenn Du so eine zur Frau haben könntest ? V a iv c o n : Nicht» I * In der Schule. Mehrer (oortragenb): „Wie einfach und doch wie erhaben ist die herrliche Schilderung, die uns Plinius der Jüngere von feinem Hanfe gibt!" Ein Schüler (pfiffig): ,Ör wollte e» wahrscheinlich verkaufen." * tfr kennt feine Fran Mädchen: „Öle suchen eine SHldilnP* Hanflfran: „Die Stelle ist leider besetzt!" Hauflherr (einwerfend): „Ja, ja, die Stelle ist besetzt . . Kommen Sie nächste Woche mal wieder!" * An! Ehristian: No Karl, wo geht mer dann heut hin, Idi hab kann Pfennig Geld mehr. Karl: (11 ufffl Schützefest, da kriest Dtt wafl vorgeschoffe. Oefonutai«Onnfl. Auffch'tft btt Voststndu»ßsn. fi"< Gkchtrnna fchntUer Vefflrdttuna enb bei VoBfrnbunom inüffen aus denfetden v mpsilng« unb Ve|UumiungK- nt so genau bezeichnet sein, dast jebev Nngeu'lfchelt aoigeheuat wird Tabei ünd namentlich folgende Punkte zu beachten: 1. Bei Posifendimaen nach fli8|ieien Orlen ist in bet Anffchrist bie Wohnung be« Em»'sönge>S möglichfi genau aniiiflebew. Auch ist e» ooii ANchtigkeit, bull bie Wobuungflangabe fiele an derselben ®teile der Aufschrift, nämlich unten recht», unmittelbar unter bet Angabe btfl Veftimmunaflorte», et folge *• Auf ben nach Vertin bestimmten Dettbnngen Ist, äuget ber Wohntmu befl Empfängers, bei Postbezirk (O., NO. ic.) iu welchem die Wohnung sich befhibet, hinter bet Ortflbe »eichmmg ,WtrHne zu vermerken. li. Gibt efl mit bem veftiuiittiiugflorle gleich ober ähnlich 001 <<• fa Ist bem Ortenamrn eine zusätzlich, ^"tichuu..» beizusügeu. Welche Zusätze sür bie Oitflnameh tm Post verkehr all »utsigebenb uuzufehen flnb, ergibt sich an» dem .Vetzeichuttz gleichnamiger ober ähnlich lauienbet Post ortr, ba» zum Welse von 10 Pf. bmch Vermittlung lebet Reich» »wHanjlült l'ezogen tuetben kaim. 4. ^Uenn der im Reich» Poftgedlet belegene Vestimmunglort zwar mit einer Pollanstalt versehen, besfeuunge.tchiei aber nicht al» allgemein bekannt anzunehmen ist, fo empfiehlt e» sich, bl« Mage bc« Ort» in der Auffchrist der L-cnbung noch be» n* l* 1/11 *" bezeichnen. Zu beiat Ilgen Bezeichnungen eignet s'ch bie Angabe befl •fdaaie» unb bei grägeren Staaten be» politischen Bezirk» (Prooittz, Regie, ungNbezlrk u. f in.), In welchem der Beftimmuimfloit belegen ist, »bet auch bie Augab- ooit grötzeien Flüssen [(Obct), (Elbe), (Rhein), (Main) .e s, oder von Gebirgen l(Harz), (Rieseimebirge) k.| Richt ...Inbe, fi'lb zusätzliche Bezeichnunaen, wie l(Thürlngen), (Altmark). (Lausitz) ic.l sür den _Hu»rnt habllitlrte. Htlgenfeld ifi neben Bauer bet Begtttnbet unb Trüget der hifiotlfcheir Kritik Im Reuen Jeflaniriit. I)r. (Vt iuIii v. 0 tZ march, ein «Lohn den jrielet (Chirurgen brfini eiltet <^he, Ist zum otdenlltchen L.. UZ.bl, in an der Unlvetflillt ff önIgflberg ernannt luotben. Gießen, den 22. August 1807. Die Kr leger kamera dich »ft Glesien feierte bekanntlich ben t&tinnerungOiag von (Mianelotte diese« '^ahr auf Vonijfl Bierkeller. Hiernach wutde berichtet in der Nr. HM b. BI., haft bei mufikalisch« Theil von Herrn Mufikdtrector ff rauhe executlit winde. Ilniei zeichneter sieht sich bähet veranlasit, blei mit auNzusprechen, daß btr betreffenden Musikvotltäge nicht von Hettn Musikdirertor fftuufie, sondern vom Restaurateur und Inhaber befl stoni-n 'Nietkeilet vollsühtt wurden. Vtuhcrbrm lukfl Het t Pfarrer l>» Ra umaun auf den ^Diletlantlflniuft' und regen Runflfinn, bet im Bereit, gepflegt würde, hin Auch diese» alfl Verwechselung zu bezeichnen, wurden die beiden Blolln-Solofl nicht von «inem Dlleitaiiten, sondern von einem ausübenden ffüusilet vorgetragen. W. Krnfe, Hofmusiker, z. Z. in Giessen. lliircflelmäfMflfriteii beim Aufltragen brfl Blatte«, Insbesondere auch späte Znfiel- lung durch unser Trägerpersonal bitten wir gefälligst sofort auf unserem Bureau anzelgen zu wollen, damit wir für Ai« hülfe besorgt sein können. Die bed (ttieszener Nuzeiger. taube nnö üalbuHrt^aft •lünMtfl. 21. August. Fruchtpreise Weizen JL 19.02, «orn X Hl,00 Gerste X 18,54. Hafer X 13.58, tt'tbfen X 00,00 Linsen X 00,09, Wicken X 00,00, Vein X 00,(K), Kartoffeln X 0,00, Warnen .M. 24,50. Temperatur der Lahu unb Luft nachReaumur gemessen am 23.August, zwischen I I und 12 Ubr^IlOtag*l «»aller 150, Vuft M Rübsamen'sche Badeanltolt Unsere Lieblinge essen eö gern. Ein nahrhaste» und liebliche» Gericht lässt sich leicht durch ein fadjefl Kochen bet Milch mit M ondamI n der eiten. O’ti'f lol'be Nahrung ist leicht verdaulich und reizt durch bin eigenen Wohlgeschmack be» Mondamin Kinder und Kranke zu äffe' tn Genus«, ifc» ist so ergiebig, bah nut wenig Mondamin zu nehmen tfl m b stellt sich daher nicht tl-eurer al« gewöhnliches. tlJItbl. Bel Nahrung für Kinder und Kranke ist dieser „o.thett btloiiher» gut äugeln acht Mondamin ist Überall zu haben In Packeten 00, 30 u. 15 Pf tengro» bei Türk u. Pabst, yranksurt a. M. 3I.H Todes - Anzeige. Schmerzerfüllt mache ich hiermit \ erwandten und Bekannten die traurige Mittheilung, dass meine liebe Frau, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Maria Rinn, geb. Lenz, heute Nachmittag 4 Uhr nach langem, schweren Leiden in noch nicht vollendetem 45. Lebensjahre sanft verschieden ist. Klein-Linden, den 21. August 1897. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: "" Wilhelm Rinn. Die Beerdigung findet Dienstag den 24. August, Nachmittags 4'/r Uhr, statt. 7893] Mehrere große MkiiWs Mmr-SerM Stuttgart 4163 die Exped. d. Bl. 7880 Gießen, den 21. August 1897. 7892 Otto Scheel und Frau, geb. Bob Arbeit gesucht von 7826 Etiquetten hierein e jLbrlichrn Ueberschuß 9000 je. erzeben. Offerten unter F. Haa*enetein & Frankfurt a. M. tüchtige Kraft, welche sich auch zum Besuche der Kundschaft eignet, zum baldigen Eintritt gesucht. Offerten sub. B. 700 befördert In Sahlung pebc ein oder zwei hochrenlable Zinshäuser in Frankfurt a. M, welche einen von circa R. 540 an Vogler, 7592 5r Zucht land- oder Herrlchastsgui, Kraukkti ohtt indugr Schönster, gesunder und schattiger Aufenthaltsort für Vereine, Gefellfchafteu uud Familien. Prächtige Fernsicht. Für Kaffeegesellschaften vorzügl. Obstgelee stets vorräthig. Zimmerleute und Taglöhner für dauernde Montag, dm 23. All-ak, Abends 8Vr W- Coneert mit vollständig neuem Programm, E. Bleichers rühmlichst belannt. i 7875) Für eine junge Dame, neu engagirteS Mitglied deS hiesigen Theaters, werden in tmt gutem Hause 2 möbl. Zimmer eveutuell mit Pension gesucht. Offerten wit Preisangabe an Haase«' stet« & Vogler, « »., Frankfurt a. flR. unter M. 8. 673. Entree 75 Pfg. Karten im Vorverkauf bei Ernst Challier 60 Bei ungünstiger Witterung im Saal. 7752 charten-Aestauration Schöne Aussicht — Thierpark. Hausbursche, § kräftiger, gesucht. Näb- Seltsrswe- IS. 776«) Sr,pititto«»e«r- für zurückgebliebene Gymnafialschüler (Latein, Griechisch, Deutsch). Zu erfragen ________________^«»WigAplatz 8. 7879] Suche für ein zu jeder Arbeit willige« 16 jäbrigeS Mädchen in einfachem Haushalt Stelle, wo dasselbe Gelegenheit hat, alle Hausarbeiten ,u erlernen Off. an das Tageblatt in Weilburg. | Zu verkaufen, j 78961 Eire tast neue «chuhmacher» maschine ist billig auf Abzahlung zu verkaufen. Näheres Wlfterweg 2S. Comptorist. Für das Comptoir einer brauerei Oberheffens wird Bruhl’sche Univ.-Druckerei (Pietsch 4 Scheyci Hnhnl.t »•••« Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tbeilnahme sowie der zahlrsichen Blumenspende beim Hmscheiden unsere- unvergeßlichen und innigfigeliebten Karlchen sagen Allen, sowie Herrn Pfarrer Dr. Grein für die trostreichen Worte, besten Dank. Brief- und Packet- Siegelmarken ferti|rt tn billigen Preisen die für Mong von Trunksucht! i versend. Anweisung nach 22jährtger H opprobkter Methode zur sofortigen M radikalen Beseitigung, mit, auch ohne A Borwiffen, zu vollziehen, keine Berufsstörung, unter Garantte.EMgä Briefen sind 50 Pfg. in Briefmarken bei, zufügen. Man adrcsstre: „Prlvat-Aostalt I Villa Christina bet Säckingen, Baden-. Mehrere Zimmerleute auf sofort für dauernde Arbeit gesucht. Philipp Pfeffer III.» 7878 Bad-Nauheim. 7828] Suche per 16 September em Lehrmädchen nicht unter 15 Jahren, welches im Nähen etwa« bewandert ist. Carl Nowack, Modewaaren, und Seidenstoffe Geschäft. 77421 Ein Mädchen für Küchen» und Hau-arbeit gesucht. Lichirstr 1, I 7836] Für ein Cigarren-EngroS» Geschäft wird eine Parterre-Wohnung für Comptoir und Lager per 1. October gesucht. Karl Klees, Südanlage 18. Sin Hausbursche Z sofort gesucht. I. Min-elh-ster. 7888] Auf fefort gesucht: 2 bis 3 kräftige Arbeiter nach außerhalb. Lohn 3 Mark. Zu erfragen __ 3 Drescher sofort gesucht von 7881 I. Kahl, Franlsurtrrstr. 151. find billig abzugebeu. Näheres bei Hl. Levi, Schirmfabrik. T*>J am werden verkauft. ■OlltiöZ* 7889 «enstadt?!. 7796] DienstmLVche« für klein v HauSbalt gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Bl. CXXXXXXDOOOOOOOOOOO 7820] Suche .um 1 September obeT später ein tüchtige« Mädchen, welch. 4 schon gedient hat. FrauZahnarftAfrntiO Baönbofstr 49, L onooononan^r«^ ^^J(auf|esuche^j Säcke, gebrauchte, werden gekauft. Offerten mit Angabe von Preis und Stück» zabl unter 8 5 an die Exped. 7895 B. Nuhn, Lollar. 7271] Einige Jungen von 15—16 Jahren finden Arbeit bei Kauffmauu Eie., Lampenfabrik. 7890) Bleichst*. 4 elegante Wohnung. 5 Zimmern, Küche, Mansarde und MKchenzimmer zu vermiethen.__ 7885] 3 Zimmer mit Zubehör und Wafferleitung sofort beziehbar. ___________ä. Unverragt. Stetnstr. 7887] Ein freundlich möblirteS Zimmer zu vermiethen. Wolkengasie lS. H. | Verloren u^efanden'l 7886 Den 20. d. Mts. ein junger Foxterrier entlaufen, abzugeben gegen Belohnung Braudplatz 12. Bor Ankauf wird gewarnt.__________ 7897] Eme silberne Damenuhr mit Kette im GambrinuS verloren gegangen. Gegen gute Belohnung in der Exoeo. d Bl- obzngeben | Empfehlungen, j Stöbt Schlachthaus. Freibank. 7894 Heute und morgen: Schweinefleisch nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. Junges Pferdefleisch zu haben. 7798 Neuenweg 33. 9 du: L. <• — Druck Brr la« dec Bräd ISfix Univrrir.!.»: r-BuL- und tStetnhrudrrn Btr! ick» * Schevda) tn Die vnrtige Vuunuer umfatzt 6 Seitea