Kr. 171 Erstes Blatt Samslag de» 24 Juli IS»? Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Aints- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. ‘nn Hratisöeitage: Hießen« Ilavritienötätter. Amtlicher Theil irfion lacht it toitto I. M. Schulhof. fermiethungen. ihrer nicht mit hinüber. die Schulfregatten Man plane deß- Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Sonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de- In« und Auslandes nehme» t Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeye. > Die Gießener Aamitienvlälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. lten. W preiiweni njen Aosstattvo^ Der Hieß en er Anzeiger «scheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Bemerkungen. Die Roggenernte ist im südlichenThetle des Großherzogthums in vollem Gange; im nördlichen Thetle beginnt sie. Auch der Schnitt der Gerste hat begonnen. In manchen Er- hebungSbezirken wird über Lagerfrucht berichtet. Im Bezirke Offenbach und in einigen Bezirken von Oberhessen (Lauterbach, Alsfeld) und Kdeinhessen (Bezirk Nieder-Olm) wird über Trockenheit geklagt. Im Allgemeinen steht dann auch der zweite Schnitt bet Klee gegen den ersten zurück. Der Stand der Kartoffeln ist gut. Die Trauben- blüthe wurde durch die Witterung nachtheilig beeinflußt, es sind viele ölitthen durchgefallen und die Trauben daher locker; immerhin aber finb die Aussichten befriedigend. wahrscheinlich den Minister v. d. Recke nehmen. Kiel, 22. Juli. Man behauptet, „Gnetfeoau" und „Nixe" genügten nicht. Kleiderstoffe, to Saison). , besonders billig Muunbuntam M ili. 1 ^keife» verlaust. : § 3. Diese Polizei-Verordnung tritt mit dem Tage Verkündigung im „Gießener Anzeiger" in Kraft. Gießen, den 15. December 1892. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Nachrichten über den Saatenstand im Grotzherzogthum Hessen um die Mitte des Monats Juli 1897. Zusammengestellt bet der Großherzoglichen Oberen landwirthschaft- ltchen Behörde. halb eine Vermehrung der Schiffßjnngen-Schul- schiffe. Hamburg, 22. Juli. Infolge AushakeuS einer Eon- tactstange an einem Straßenbahnwagen entstand Kurzschluß, wodurch der electrische Draht glühend wurde und das Ober- theil des Wagens Feuer fing. Brennende Wageutheile fielen auf den Händler Moses, der schwere Verletzungen davourrug. Fuufkirchen, 22. Juli. Der Deutsche Kaiser trifft am 5. September über Wien—TotiS ein, wo er mit dem österreichischen Kaiser und dem König von Sachsen im Gräfl. Estherhazy'schen Schlöffe Quartier beziehen und den Manövern beiwohnen wird. Am 14. September begeben sich die Monarchen auf baß Jagdschloß des Erzherzogs Friedrich im Baromiaer Comttat, wo am 15. September Hirschjagd stattfindet. Am 20. September erfolgt die Abreise des Kaisers nach Budapest, wo zu Ehren des Deutschen Kaisers eine Reihe glänzender Feste von Seiten der Stadt arrangirt werden. Zurich, 22. Juli. Das Hagelwetter hat gestern tu der Ostschweiz nach den bisherigen Schätzungen einen Schaden von mehreren Millionen angerichtet. Bei dem Sturm auf dem Züricher See ist ein Frachtschiff mit der Bemannung uutergegaugen. Dünkirchen, 22. Juli. Zwei Schiffe, das eine mit 9, das andere mit 18 Mann Besatzung, find verloren gegangen. «rüffel, 22. Juli. Der Minister des Innern er- klärte, wie der „Soir" meldet, er werde demtssiontreu, WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 22. Juli. Wie die „Deutsche Tageszeitung" meldet, denke man im Vorstande des Bundes der Laud- wtrthe nicht an die Gründung einer eigenen Partei. BreSlau, 22. Juli. Die „Schles. Ztg." meldet: Da durch die Einstellung der bisher von der hiesigen Handelskammer bewirkten OelsaatSnotirungeu der Rapshandel Schlesiens für die Landwirthe und Händler eine sehr empfindliche Störung erlitten, beschloß die Schlesische Land- wirthschaftskammer, täglich die Breslauer Rapspretse zu ermitteln und zu veröffentlichen. Straßburg, 22. Juli. Dem „Straßburger Tageblatt" zufolge hat der Kaiser für die durch das Hagelwetter Geschädigten in Elsaß-Lothringen aus seiner Prtvatschatulle einen Beitrag von 10000 Mk. bewilligt. Wien, 22. Juli. Nach dem amtlichen Ausweise über den Außenhandel Oesterreich-UngarnS im Juni betrug die Einfuhr 56 Millionen (gegen das Vorjahr weniger 6.4 Millionen), die Ausfuhr 59.4 Millionen (gegen das Vorjahr weniger 1 Million). Die Einfuhr für die ersten 6 Monate bezifferte sich auf 360.3 gegen 379.4 Millionen im Vorjahre. DaS Activum der Handelsbilanz beträgt demnach 14.3 Millionen gegen ein Pasfivum von 16.1 Millionen im Vorjahre. Stockholm, 22. Juli. Auf eine Anfrage deS Blattes „DagenS Nyheter" erklärte der vorjährige Begleiter AndröeS, Eckholm, er glaube nicht, daß die bet Stavanger gefangene Taube von Andrve abgeschickt sei. Andrves Tauben trügen keine silbernen Fußrtuge, zudem fehle der Name AndrveS am Flügel der Brieftaube - sodann mache auch die undeutliche Ausdrucksweise die ganze Sache zweifelhaft. Bekanntmachung. Wegen des Umbaues der Bürgersteige auf der Mäus- burg und dem Marktplatz wird vom 26. ds. Mts. ab die erstere Straße für die ganze Strecke vom Kreuz bis zum Narktplatz bis auf Weiteres für den Verkehr mit Fuhrwerken und Reitern gesperrt. Gießen, den 22. Juli 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Depeschen deS Bureau „Herold.* Berlin, 22. Juli. DaS Herrenhaus nahm in nochmaliger namentlicher Abstimmung die VereinSgesetz- Novellc mit 112 gegen 19 Stimmen in der Faffuvg der ersten Abstimmung an. verli», 22. Juli. Die „Nordd. Allgem. Ztg." leit- artikelt heute über baß Resultat ber im Herreuhause erfolgten zweiten Abstimmung über baß BeretnSg esetz und ermahnt deß Weiteren die Volksvertretung, im Abgeordneten- hause angefichtß der bevorstehenden Entscheidung streng die Linien deß Sachlichen zu behaupten und baß Urtheil frei- zuhalten von agitatorischen Etnflüffen, bereu Macht sich leider in der letzten Zeit häufig in bedauerlicher Weise bethii- tigt habe. Berlin, 22. Juli. Nach einer Berichterstatter-Meldung verbleibt Staatßsecretär v. Marschall doch im Reichß- dienst und erhält den Botschasterposten entweder in Rom oder Konstantinopel. verliu, 22. Juli. Die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft beschloffen auf Wunsch deß Handelß- miutsterß, zwölf Jntereffenten deß Getreidehaudelß als Sachverständige zur Feststellung der maßgebenden Getreide» nottrung zu ernennen, womit daß Ministerium sich direct in Verbindung setzen kann. — Das „Tageblatt" meldet: In diplomatischen Kreisen wird eß alß Thatsache bezeichnet, daß die Forderung der Agrarier, betreffend baß Getreide- einfuhrverbot, welches in ber Geschichte ber Dynastie Hohenzollern eine unerhörte Zumuthung deß Vertrags mit ben verbünbeten Regierungen, sowie ein Treubruch gegenüber bieten und den befreundeten Staaten sei, an Allerhöchster Stelle die schärfste Berurthtilung erfahren wird. — Der „Reichsanzeiger" bezeichnet die Agrarforderung mit ben Hanbelßverträgen als unvereinbar, der nicht stattgegebeu werben könne. Berlin, 22. Juli. Die „Berl. Polit. Nachr." schreiben: Darin, daß der Antrag des Bundes der Landwirthe mit ben bestehenden Handelsverträgen nicht vereinbar sei, stimme die gesammte Presse überein. Der Antrag sei für die Reichsregierung nicht nur unannehmbar, sondern völlig indiscutabel. DaS dürfte demnächst in bündiger Form bekannt gegeben werden. Berlin, 22. Juli. Entgegen anderen Meldungen erfährt der „Localanzeiger" auß Frtedrichsruh, daß von einer Uebersiedelung deS Fürsten BiSmarck nach Darztn in diesem Jahre keine Rede sein kann. Köln, 22. Juli. Die „Köln. Volksztg." tritt den Meldungen entgegen, wonach Finanzminister Dr. v. Miquel bei der am SamStag im Abgeordnetenhaus stattfindenden Abstimmung über die Vereinsgesetz Novelle eine Programmrede halten werde. Herr v. Miquel sei zu klug, als daß er sich für eine solche Vorlage inß Zeuge lege. Im Gegentheil, wenn er berufen sei, eine neue Aera zu eröffnen, dürfte er Vierteljährig« Aöounemenlsprei» r 2 Mark 20 Pfg. eit Bringerlohn. Durch die Post bezogax 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Gxpeditioa und Druckerei: Schukstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Bekanntmachung, bett.: Das Feilbieten von Backwaaren, Blumen 2C. in öffentlichen Localen durch schulpflichtige Kinder. Da in letzter Zeit mehrfach gegen das Verbot der Ver- we ndung von Kindern zum Feilbieten von Gegenständen in Viirthschasten, auf öffentlichen Straßen oder von Haus zu Hams gefehlt worden ist, bringen wir nachstehend die betreffende Polizei-Verordnung wiederholt zum Abdruck. Insbesondere machen wir die Besitzer und Verwalter von Wirthschafteu auf § 2,1 der Polizei-Ver- ttdonung mit dem Anfügen aufmerksam, daß sie im Nicht- beaichtungssalle unnachsichtig zur Anzeige gebracht werden. Gießen, ben 22. Juli 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Cdoi- ® Hubehök, zudebor A VtffalüsS , her ME «SSW insal-Mch« p« ** 'S Polizei-Verordnung betr. die Verwendung von Kindern zum Feilbieten und Verkauf von Backwaaren, Blumen und sonstigen Gegenständen, und baß Verbot beß Besuchs von WirthShäusern und Tanz- Localen von Setten schulpflichtiger Kinder. Auf Grund des Art. 56 der Städteordnung wird hiermit nach Anhörung der Stadtverordneten-Versammlung mit Genehmigung Großherzogltchen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 9. December 1892 zu Nr. M. I. u. b. Justiz 30223 für bie Provinzial-Hauptstabt Gießen verordnet; § 1. Es ist untersagt, baß Kinber, welche aus ber Volksschule noch nicht entlaßen sinb, Backwaaren, Blumen, mit Ausnahme selbstgepflückter Feld- und Walbblumen, Kurz- waaren zum Zwecke des Verkaufs, ober zur Erlangung von Geschenken auf Straßen, öffentlichen Plätzen, in Wirths- Häusern ober Privatwohnungen umhertragen. Auch ist solchen jugenblichen Personen ber Besuch von WirthShäusern unb öffentlichen Tanzlocalen ohne Begleitung ihrer Eltern ober berjenigen, welche bereit Stelle vertreten, wie Pflegeeltern, Vormünber, erwachsenen Verwandten und Bekannten, welchen die Eltern ihre Kinder anvertraut haben, untersagt. § 2. Mit Geldstrafe bis zu 30 Mark, welche im Falle der Uneinbringlichkeit in Haft umgewandelt wird, werden bestraft: 1) Besitzer und Verwalter von Wirthschaften, welche Kindern, von denen sie wissen oder annehmen müssen, daß dieselben noch schulpflichtig sind, den Aufenthalt in ihren WirthSlocalträten ohne Begleitung Erwachsener ober baß Herumtragen unb ben Verkauf der in § 1 genannten Gegen- stäube gestatten unb bie schulpflichtigen Kinber nicht alsbalb auß ihren WirthSlocalitäten entfernen. 2) Eltern, Vormünber, Pfleger ober sonstige mit ber Beaufsichtigung von Kinbern betraute Personen, welche Kinber zur Begehung ber in § 1 bezeichneten strafbaren Hanblung anleiten, auSschicken, ober es unterlassen, dieselben von deren Begehung abzuhalten. 3) Gewerbetreibende, welche den vorstehenden Bestimmungen zuwider Kinder mit dem Vertreiben ihrer Waaren beauftragen. ^Inem in!.., 3,1,11 fe? I, MwochS und FrM Fr. Noll, ßlM Provinzen S z und 0 Erhebungsbezirke Saatenstand. Note 1 = sehr guter, 2 — guter, 3 — mittlerer, 4—geringer,5— sehr geringer Stand Winterweizen Sommerweiz. Wtnterspelz Winterroggen Sommerrogg. Sommergerste c tfc Q Klee (auch Luzerne) E i fr* a» -S s Prov.Starkenburg 1 Kreis Bensheim. . 2 „ Darmstadt . 3 „ Dieburg . . 4 „ Erbach. . . ö „ Groß-Gerau. 6 „ Heppenheim . 7 „ Offenbach. . Durchschn. f. Starkenburg 2,5 2 2,5 2 3 3 1 (MM Illi iwimim-; 1,5 1 2 2 1,5 2 25 1 Loyaler unb Provinzielle». Gießen, den 23. Jult 1897. ** Sitzung Großh. Handelskammer vom 16. Juli 1897. Anwesend dte Herren: Koch, Scheel, Balser, Katz, Klingspor, Kraatz und Wortmann. — Der Vorsitzende gab der Befriedigung zunächst Ausdruck, welche gewiß alle Coflegen mit ihm theilten, daß die Kammer, welche seit ihrem Bestehen häufigem Wechsel der Büreauräume ausgesetzt gewesen sei, nunmehr hier im neuen Verein-Hause Einzug gehalten habe. Die vielfachen Beziehungen der Kammer zum Kaufmännischen Verein verbürgten ihr in diesen Räumen einen Einfitz, in der eS ihr gewiß dauernd gefallen werde. Mit dem Wunsche, daß die Thätigkeit der Kammer auch in diesem neuen Heim stets eine eifrige und nutzbringende sein möge, eröffnete der Vorsitzende dte Sitzung. — Dte Königl. Etsenbahn-Direction Frankfurt a. M. ersucht die Kammer um eine gutachtliche Aeußerung über den vom BezirkS-Eisenbahnrath BreSlau einstimmig angenommenen Antrag: „Kleie, Oelkuchenmehle, getrocknete Schlempe, RctSfuttermehl u. f. w. aus Spezial» Tarif 2 in Spezial-Tarif 3 zu versetzen-, nachdem der Herr Minister für öffentliche Arbeiten vor seiner Entscheidung hierüber die Erhebung von Gutachten ans allen LandeStheilen angeordnet habe. Dte Kammer beschließt, Königl. Directiou ihr Einverständntß mit vorstehender Resolution zu erkennen zu geben, da sie sowohl dem Interesse deS Handels, wie auch dem der Landwirthschaft diene. Dte Befürchtung, daß dte Frachtherabsetzung eine fiskalische Einbuße im Gefolge haben werde, theilt dte Kammer nicht, da durch dte Erweiterung des Marktes für diesen Artikel eine vermehrte Verfrachtung zu erwarten ist, und dem Bedenken, daß die schon jetzt bestehende Einfuhr durch die Detarifirung zum Nachtheil der inländischen Production begünstigt werden möchte, ist entgegen zu halten, daß dem Transport tnS Binnenland die Wasserstraße zur Verfügung steht, welche weit billigere Frachtsätze bietet, als der Spezial-Tarif 3. Wenn dessen Wirkung ab See- oder Flußhafen auch für einzelne Interessentenkreise eine verschärfte Concurrenz in Futtermitteln voraussichtlich im Gefolge haben wird, so ist doch das Allgemein-Jnterefle, welches Handel und Landwirthschaft an dieser Detarifirung nehmen, jenem voranzustellen u. s. w. — Die Gefchäftsftelle von BürgrlS Industrie- und Handelsblatt in Berlin theilt mit, daß fich Professor L. Lönholm in Tokio zur Vertretung von Reichsangehörigen bei dem japanischen Patentamte in Tokio empfiehlt und daß sie einen „Führer durch die deutsche Maschinenindustrie" in 180,000 Exemplaren und in sechs Sprachen herauszugeben gedenkt, welcher der Kammer im Entwurf vorliegt. Der Führer soll ein Buch werden, das die Spezialitäten der einzelnen deutschen Maschinenfabriken aufführt und dem Ausländer sofort für jeden Artikel eine geeignete deutsche Quelle nachwetst. Eia solches Nachschlagebuch hat der deutschen Maschinen-Industrie seither gefehlt und wäre das Zustandekommen deS Unternehmens, namentlich zur Anbahnung neuer Verbindungen im Ausland von großem Werth. — Die in Schweden geltenden Bestimmungen über dte Besteuerung fremder Handlungsreiseuder erfahren in der Zukunft insofern eine Erleichterung, als die jetzt für den Kalendermonat zur Erhebung gelangende Abgabe von 100 Kronen künftig für eineu Zeltraum von 30 Tagen erhoben und die vor Antritt der Reise erforderliche Legali- firung deS Patentes durch die locale Polizeibehörde erfolgen soll. — In der Zeit vom 1. bis 31. August wird in Amsterdam eine Ausstellung für Reclame veranstaltet. Die uns vorliegenden Mittheilungen lassen eS nicht räthlich erscheinen, sich an derselben zu betheiligen. — In der zweiten Hälfte k. I. veranstalten die Kaffcepflanzer Ost-JavaS zu Malang, dem Mittelpunkt der javanischen Kaffeecultur, eine landwirthschaftliche Ausstellung, besonders in Kaffeemaschinerien, Landbau-Werkzeugen und -Geräthschaften, elektrischen Anlagen, europäischen Baumaterialien, Verpackungsartikeln u. a. — Der MeistbegünsttgungSvertrag zwischen Chile und dem Deutschen Reiche wird, trotz der Kündigung desselben, vorläufig weiter fortbeftehen. — Großh. Ministerium deS Innern übersandte der Kammer eine Abschrift des fravzöfischen und des spanischen Textes des neuen Formulars der Ursprungszeugnisse nach Spanien einzuführender Maaren. Da» spanische General-Consulat in Frankfurt a. M. macht darauf aufmerksam, daß durch Ber- fügung der spanischen Regierung vom 1. l. MtS. ab alle cousulartschen Gebühren mit einem Zuschlag von 10 pCt. zu erheben find, mit Ausnahme derjenigen Ursprungszeugnisse, ÜÜLw«» welche einer Gebühr von 5 Peseta» gleich 4.07 Mk. bereit» unterliegen. — Die Eisenbahn-Directton Frankfurt a. M. theilt mit, daß, dem Anträge der Kammer entsprechend, die Sonntagsrückfahrkarten von Gießen nach Wetzlar vorbehaltlich jederzettigen Widerrufs zur Rückfahrt noch zu dem Nachts 12 Uhr 10 Mtn. in Wetzlar abgehenden Zuge uud die Rückfahrkarten nach Braunfels noch zu dem daselbst Abends 11 Uhr 34 Min. abgehenden Zuge benutzt werden dürfen. — Dagegen hat der Herr Minister Thielen die von uns beantragte Einführung einer neuen Rundreisekarte: Gießen-Frankfurt a. M. - RüdeShetm - (Bingeul- Nteder-Lahnstein-lCobleuzl-Deutz-lKöltO-Betz- dorf-Gießen abgelehnt. — Da- Derzeichniß der Kammer von zweifelhaften Firmen im Ausland hat Erweiterung für die Türkei und Egypten erhalten. — Bet- Anknüpfungen von Geschäfts-Verbindungen mit Argentinien ist große Vorsicht geboten. Insbesondere befindet fich daS dortige CoucurSverfahrrn in einem derartigen Zustande, daß, abgesehen von der langen Dauer dek- Verfahren», selten noch etwas bei der Höhe der Gebühren des Verwalter», des Honorar» der Anwälte, Taxatoren, Auctionatoren usw., für den Gläubiger übrig bleibt. Zum Schutze der Gläubiger hat fich daselbst dte „Union de Acreedores“ gebildet, au welche man fich vorkommenden Falles wenden möge. — Seit einiger Zeit werden Nachbildungen von Noten der Bank von Italien zu 500, 100 uud 50 Lire in Verkehr gebracht- im ReichS- auzeiger Nr. 148 von 26. v. MtS. ist eine Beschreibung der _l Ma. ? Ä °°»psfr fjHttteii K** TKOHtf W'l 1 §«,»y' flikt, IW* Mu nnb tnSb ft aber an* an » ih aul «tiitt ilhnetn. M buI aabtttn G bM btt «n bei Vtbilgtr, Gaftsttullbschas aOttt Mmgt gttlgung olt r rühmt man vc lit Vestttbimgi Merkmale jener Falfificate gegeben. ** Die Diebe, welche in voriger Woche daS Wasser» häuSchen am OSwaldSgarteu erbrachen uud plünderten, sowie dem Geflügelzüchter mittelst Einbruchs die Vögel und jrrfl Immer m irtlftare Sestr f WIK lunbtn über u Tauben entwendeten, find gestern in den Personen eines dahier in diesem Frühjahr zugezogenen, unverheirathetea Schneidermeisters mit feinem Gesellen ermittelt uud verhaftet worden. Bei denselben find weitere Beweisstücke vorgefunden worden, sodaß Aussicht vorhanden ist, fie noch weiterer hier verübter Diebstahle zu überführen. ** Gestochen. Gestern Nachmittag balgten fich am LudwigSplatz drei Bäckerjungen. Ein vorübergehender, 14jähriger Gymnasiast mischte fich in diesen Streit uud stach hierbei einem der Däckerjungen mit dem Messer in da» Genick. Glücklicherweise ist die Verletzung keine gt jährliche. •• Unvorsichtig. Gestern Abend fuhr ein Fuhrmann mit seinem Lastwagen am SelterSweg gegen eine Chaise und zertrümmerte die Laterne. Die GlaSsplttter flogen einem Insassen der Chaise tu das Geficht uud wurde derselbe derart verletzt, daß er fich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Der unvorsichtige Fahrer wurde zur Sn^ zeige gebracht. •• Wegen «erbrechens gegen § 176 pos 3 des Reichs- Strafgesetzes wurde heute Morgen ein junger Manu von hier verhaftet. ** Eine vom LandeSlehrerverein ernannte Commission, bestehend auS drei Seminarlehreru, Vorstehern der Präpa- randenanstalten und vier Vorstandsmitgliedern, beschäftigte fich kürzlich im Interesse der gründlicheren Ausbildung der Lehrer mit folgenden Fragen: 1. Entspricht die AuS- bildung der Volksschullehrer den Anforderungen unserer Zett? Wenn nicht: 2. Welche Vorbereitung biß zur sachlichen Ausbildung ist dte geeignete- a) dte auf Präparaudenschulen? b) auf Realschulen, c) oder dte auf besonder» einzurtchten- den Schulen? 3. Genügen die Seminare in ihrer jetzigen Einrichtung der Fachbildung, oder welche Einrichtung sollen fie haben- insbesondere, welche Di-cipltnen find vorzugsweise zu lehren, welche können in ihrer Ausdehnung beschränkt werden, welche fremde Sprache oder Sprachen sind obligatorisch zu betreiben- ist der Anschluß an eine bestehende Hochschule zu empfehlen- wie sind die Lehrercollegien zu besetzen? 4. Wie ist die Schlußprüfung zu gestalten? Nunmehr werden fich auch die einzelnen Beztrksveretne mit obigen Fragen beschäftigen- später soll eine bezügliche Denkschrift erscheinen. * * Höhere Schulen Hessen». Im Großherzogthum Hessen bestehen fünf höhere Mädchenschulen. Dte Gesammt- schülerzahl ist 2002, die Zahl des Lehrerpersonals 112, nämlich 45 Lehrer, 67 Lehrerinnen. • * Der Handelsverkehr des GroßherzogthumS mit Bremen lieferte nach Ausweis der Mittheilungen der Centralstelle für Landesstatistik für 1896 folgende Ergebnisse: Die Einfuhr betrug inSgesammt 1 142672 Mk., dte Ausfuhr 2 873452 Mk. Im Jahre 1895 waren dte Zahlen für Einfuhr 1 105986 Mk., für Ausfuhr 2317564 Mk. • • „Dte Maaren muffen zu den im Schanfenster verzeichneten Preisen und zwar auf Verlangen der Kunden in jeder nachweislich vorhandenen Menge verkauft werden," entschied dieser Tage daS Berliner Schöffengericht tu einer gegen einen dortigen Kaufmann gerichteten Klagesache. Die» Urtheil zeigt deutlich dte nachdrückliche Einwirkung deS Gesetzes wider den unlauteren Wettbewerb auf unser Erwerbsleben. Während früher fast alle in solchen und ähnlichen Fällen von getäuschten Käufern angestrengten Klagen zu Gunsten des Verkäufers ausfielen, haben diese jetzt einen viel schwereren Stand, da die Gerichte Ausreden, wie z. 8. die Sachen könnten nicht aus dem Schaufenster entfernt werden, fie feien nur in geringer Menge vorhanden ober ■ dürften zu solchen Preisen nur an die Stammkundschaft abgegeben werden, als „beweislose Einwendungen" behandeln. * * Wetterbericht. Während über Westeuropa daS Barometer langsam steigt, wtrd der größte Theil des Coutinent» noch von sehr niederem, sehr ungleichmäßig vertheilten Lustdruck bedeckt. Die Witterung trägt daher unbeständigen (initial gefährd! Scheuet und eta empor un liubt ntbfl Z Keutmthttn m gtbiubt zu |d)il Dmnsiabt, Dragontt, her sich für blt 3 iaptllt nach $ während bet1 südlichen Gas Sd-tnehmln, theilt, ein Bin nnb Don früher Verfügung zu h ■k- flalSi M der landw leine Thier sch Gastliche Maschi «tbtn. Die L Nttn Io rühv tbattn, mltb ti Preise bei uni folgende kurze ir drei Preise 100, 90 und Ml Preise flammen 2x Preise demnach Wi Gemeinde! 'Nammtbetrage b'tte der Schmei beerben: @ber Sammlungen vo ®'ltt ttetbtn. 1 aab betragen i aab Nm sind Bat ^90 Mk, ^brninht Hai Trieben in s, SofS-e. # " 4 Kainz, ®an Yenwarri, °Z°^rnd bereit, für b den Prrionen einet h °Senrll, nnveeheirathet!! ru ermittelt und veo stod vettere Bevei-W )t vorhanden ist, fie nii a öberführell. «ittag balgten fich « Ein vorübergehend! stch in diesen Streit m! ell mit de« Messer b dir Verletzung keine p‘ mb snhr ein Fnhrinll vrg gegen eine Ehaii, erne. Die Glatspliiin n daS Gesicht und »Hili in ärjtllit 8t§anfc Kahrer aurbt zur L , m Y& 2 vrt W rin iauger Manner ii ernannte Cowmiisin o, Lorstehera der Pch^ idtmitgliedrrn, beschasnp idlicherrv Antbildn«! >n: 1. 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Nächsten Mittwoch findet auf dem Hoherod-kopf eine Fa mitten - conferenz der evangelischen Geistlichen unsere- Decanat- statt, zu welcher auch die Amtsbrüder der angrenzenden Decanate eingeladen find. § Bom HoherodSkopf, 22. Juli. Daß der Vogelsberg immer mehr Besucher herzuzieht und immer mehr Anerkenner und Freunde seiner herrlichen Naturschönheiten findet, zeigt zur Evidenz der stets wachsende Besuch seiner Höhen und insbesondere deS Clubhauses auf dem HoherodS- köpf. Namentlich an Sonntagen ist dieser Besuch stark- ober auch an Wochentagen mangelt eS nicht an Gästen, die oft aus weiter Ferne zu Rad oder zu Fuß die Höhen erklimmen. Nicht selten vernimmt man gerade von Besuchern ouS anderen Gegenden, wie de- OdenwaldeS u. a., die Ausdrücke der Verwunderung über die nicht erwarteten Reize deS Gebirges, die herrlichen Ausfichten auf den Koppen, die Gastfreundschaft der Vogelsberger u. dgl. m. Auch die ans ollen Richtungen zu den Höhen des Gebirges hinaufführenden Wege, die in gutem Zustande und nicht zu ermüdender Steigung die Wanderung erleichtern und angenehm machen, rühmt man von Touristen und Radfahrern. So gewinnen die Bestrebungen des Vogelsberger Höhen-Clubs, den Vogelsberg immer weiteren Kreisen zu erschließen, immer mehr greifbare Gestaltung. ? Büßfeld, 22. Juli. Bei einem gestern in den Mittags- stunden über unseren Ort ziehenden Gewitter, das nicht einmal gefahrdrohend schien, schlug ber Blitz in eine Scheuer und zündete. Im Augenblick züngelten die Flam- «en empor und die Scheuer stand im Feuer. Das Ge- dSnde nebst Stallung brannten vollständig nieder. Die Feuerwehren wußten darauf Bedacht nehmen, die Nachbargebäude zu schützen. Darmstadt, 23. Juli. Dem Capellmeister der 23. Hess. Dragoner, Herrn Mufikdirector Engel, wurde der Befehl, Rd) für die Tage vom 3. bi» 10. September mit seiner Copelle nach Homburg v. d. H. zu begeben, um daselbst wnhrend der Anwesenheit der kaiserlichen Herrschaften und iüiftlichen Gäste die musikalische Unterhaltung bei Hofe zu Übernehmen. Es war, wie der „Franks. Gen.-Anz." mit» Heilt, ein Wunsch des Kaisers, die ihm so warm empfohlene und von früher her in bestem Andenken stehende Capelle zur Verfügung zu haben. N. H. D. -k- Ans Starkenburg, 22. Juli. Mitte September d. I. hält der landwirthschastliche Provinzialverein Starkenburg feine Thiersch au in Die bürg, wobei auch landwirth» schaftliche Maschinen, Geräthe und Nutzgeflügel ausgestellt werben. Die Landwirthe von Oberheffcn, bte fich vor zwei Jahren so rühmlich auf ber Ausstellung in Gießen hervor- ibcten, wirb es jedenfalls interesfireu zu erfahren, was für Preise bei unS zur Vertheilung gelangen. ES mögen darum solgenbe kurze Notizen hier Raum finben. Für Zuchtstuten je brei Preise für warmblütige unb kaltblütige Schläge zu 100, 90 unb 80, also 2 x 270 — 540 Mk. Desgleichen je zwei Preise zu 50, 40 unb 30 Mk. für Fohlen, macht zusammen 2x 120 = 240 Mk. Für Pserbe betragen btc Preise bemnach 780 Mk. Für Rindvieh: Zuchtstiere, Rinder, Kühe, Gemeiubesammlungen und Zuchten find 26 Preise im Besammtbetrage von 3085 Mk. vorhanden. Auf dem Gebiete der Schweinezucht kann fich der Landwirth um 14 Preise bewerben: Eber, Zuchtsauen, Zuchten im Allgemeinen unb Sammlungen von Gemeinden ober Zuchtvereinen sollen prä- miirt werden. Die Preise schwanken zwischen 30 bis 250 Mk. unb betragen inSgesammt 1375 Mk. Für Ziegen: Böcke und Ziegen find 12 Preise, zwischen 5 bis 20 Mk. im Ge- faaimtbetrage von 150 Mk. ausgesetzt. Särnmtliche Preise, 64 an der Zahl, betragen bte sehr ansehnliche Summe von 5390 Mk. Man kann boch nicht anberS sagen als: Die Landwirthe haben Ursache mit solchen Berückfichtigungen recht zufrieden zu fein. Nicht in jedem Lande finden fich solche Ansätze. △ Mainz, 22. Juli. In den hiefigen Volksschulen ist man gegenwärtig mit den Vorbereitungen zur Einführung von Jugendspielen, wie solche in einer Reihe von Städten bereits bestehen, beschäftigt. Vorerst ist in das folge gefaßt, für die erste Zeit die Oberklaffen je 2 Stun- hen die Woche — Knaben und Mädchen getrennt — spielen zu lassen. Für die Jugendspiele, die besonders von ärztlicher Seite empfohlen werden, find zwei städtische Plätze in Aussicht genommen unb hat man als lausenbe Ausgaben Mk. 1400 vorgesehen. A Ans Rheinhessen, 22. Juli. Die Ernte ist in ber ganzen Provinz in vollem Gange, doch bereitet dieselbe wegen großem Mangel an Arbeitskräften viele Schwierig» leiten. Selbst gegen sehr hohen Lohn find keine Arbeitskräfte zu haben und die vorhandenen Erntearbeiter verlangen Löhne von einer Höhe, wie sie in hiesiger Gegend noch nicht bezahlt worden find. Einige größere Güter haben Versuchs- seife Arbeiter unb Arbeiterinnen aus Polen kommen laffen. • Berlin, 23. Juli. Der Probuctenhändler Gauzke I« benachbarten Reinickendorf hat gestern nach einem vorher- tiegangenen Streit mit seiner Ehefrau diese mit einem Dresch- Flegel erschlagen. Gauzke wurde verhaftet. * Ein markanter Zug aus dem Leben Windthorsts wurde in; einer kürzlich stattgefundenen Gedenkfeier, die in Berlin von katholischen Vereinen veranstaltet wurde, durch die Festrede deS Abg. Dr. Lieber bekannt. Um einen Beleg zu geben für bte Selbstlosigkeit, mit welcher ber große Parlamentarier bie von ihm übernommene Aufgabe vertrat, theilte Dr. Lieber folgende Episode mit: Eines Tages erhielt Windthorft von dem gekrönten Vormund eines minderjährigen katholischen Fürsten das Anerbieten ber Hauptleitung ber Vermögensverwaltung bieseö seines Münbels gegen ein JahreS- gehalt von 100,000 Mk. und die entsprechende Sicherung für Frau und Kinder im Falle seines Ableben-. Windt- horst war nicht mit Glücksgütern gesegnet, unb waS er außer seinem spärlichen hannover'schen Ministerruhegehalt noch bedurfte, hat er fich bis zu seinem Lebensende als gewiegter practischer Jurist mit seiner Feder verdient. Dieser Mann nun in solcher Lage, hochbetagt und angefichts der Thatsache, daß der Culturkampf fich zu Ende neigte, was that er? Er schrieb einfach an zwei verbannte Kirchen- fürften und bat fie zu einer Besprechung in Privat-Angelegeu- heiten nach einem Grenzorte. Er trug ihnen dort den Fall vor, stellte ihnen Alles dar, wie eS sich bei ihm zu Hause verhielt, und richtete die schlichte Frage an sie: „Halten Sie eS für meine Pflicht als Katholik, dies Anerbieten von der Hand zu weisen, ober glauben Sie, daß ich eS mit meinem Gewissen als Katholik vereinen kann, es anzunehmen Die beiden Kirchenfürsten zogen fich zur Berathang zurück und kamen wieder mit der Antwort: „Deine Pflicht als Katholik ist, auSzuharren, wo Du stehst!" Und Windthorft packte fein Handköfferchen, fuhr nach Hannover und schrieb dem gekrönten Vormund ab. Dieser gekrönte Vormund war Kaiser Franz Josef von Oesterreich und baß fürstliche Mündel der Fürst von Thurn unb Taxis. • Wieviel Postbeamte giebt es bei der deutfchen Reichspost? Die Zahl deS Personals ber ReichS-Post- unb Telegraphen-Verwaltung ist seither öfters sowohl seitens ber Presse, als auch von Vertretern im Reichstage auf rund 176000 angegeben worben. Nach einer Zusammenstellung im Amtsblatt bes ReichS-Postamtes hat btefelbe Ende De- cember 1896 ausschließlich ber Inhaber ber Post-Hilfsstellen, welche keineswegs als Beamte zu bezeichnen finb unb teilweise gar keine Bezahlung erhalten, 124,898 Köpfe betragen. Die Anzahl von Beamten unb Unterbeamten ver- theilt fich auf 40 Ober-Poft-DirectionSbezirke, von welchen ber Bezirk Berlin weitaus an erster Stelle steht. Bet ber Centralbehörbe unb ben Postanstalten in Berlin nebst ben Vororten finb allein 14161 Beamte unb Unterbeamte beschäftigt, an zweiter Stelle folgt ber Ober-Post-DirectionS- bezirk Leipzig mit 7069 Beamten. Der Ober-Post-DirectionS- bezirk Darmstabt — b. i. bas Großherzogthum Hessen — steht an 22. Stelle- er besitzt ein Personal von 2317 Beamten unb Unterbeamtrn. * Für ihre Verbienste um bie Constructionen des neuen, jetzt zur Einführung gelangenden Feldgeschützes haben eine Anzahl Meister unb Ingenieure der Artilleriewerkstatt, der Geschützgießerei, deS Feuerwerkslaboratorium- und der Pulverfabrik in Spandau, ungefähr 14 Herren, vom Kriegs- Ministerium Dotationen in Höhe von je 1000—6000Mk. erhalten. * In der Narkose gestorben. Die Ehefrau des Schirmfabrikanten Bode in Breslau begab fich am Freitag kurz vor 9 Uhr zu einem im Centrum der Stadt wohnhaften Zahntechniker, um sich von diesem, der nicht ein approbirtcr Zahnarzt ist, einen Zahn auSzlehen zu laffen. Als Frau Bode bis um !/212 Uhr Mittags nicht zurückgekehrt war, begab stch ihr Gatte, dadurch beunruhigt, in die Wohnung des betreffenden Dentisten und fand dort siine junge Frau — fie war erst 24 Jahre alt und kerngesund — als Leiche vor. Frau Bode war angeblich auf ihr Verlangen mit Bromäthyl betäubt worden, und fie ist aus dieser Narkose nicht mehr erwacht. Der Tod war bereits um Va10 Uhr eingetreten. Die Leiche ist von ber Staatsanwaltschaft mit Beschlag belegt worben. Die Section wirb wohl ergeben, ob unb wie weit ben Zahntechniker an dem Unglück ein Verschulben trifft. In ber Wohnung beß Letzteren finb särnmtliche Narkotika beschlagnahmt worben. Wie bie „BreSl. Zeitung" weiter hört, war zu ber Narkose ein Arzt nicht zugezogen worben. (!) • Eine Besteuerung des Fahrrades plant daS bayerische Finanz-Ministerium. Man berechnet für Bayern 50,000 Fahrräder unb will eine Steuer von 20 Mk. für Rab und Jahr erheben, was eine jährliche Steuersumme von 1 Million Mk. ausmachen würde. Damen sollen ben doppelten Steuersatz zahlen, während Arbeiter und Geschäftsleute eine Ermäßigung genießen, wenn nicht ganz befreit werden sollen. Die Steuereinnahme soll zur Verbefferung unb Erhaltung der DistrictSstraßen verwendet werden, waS inbirect wiederum den Radfahrern zu Gute komme. Die Mehrheit der bayerischen Kammer soll dem Plane geneigt sein. Schiss-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulbos. Bremen, 22. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Lahn, Capt. C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Universttäts - Nachrichten. — Der mit der Vertretung des Professors Dr. Elster in Breslau beauftragte Prioatbocent Dr. Heinrich Waentig ist, wie der „Nationalzeitung" berichtet wird, zum außerordentlichen Professor der Staalswissenschaften an der Universität Marburg ernannt worden. Trier, 21. Juli. Das seltene Fest des diamantenen Doctorjubiläums beging gestern unter allgemeiner Theilnahrne der Gehetrnrath Dr. med. Birnbaum. Der körperlich und geistig ungemein rüstige alte H-rr wirkte jahrelang segensreich als Director ber Provinzialhebammenlehranstalt in Köln und war ein weit bekannter und vielgesuchter Geburtshelfer und Frauenarzt. Zu seinem Jubelfeste trafen telegraphische Glückwünsche von der mebicinb । schen Facultät in Bonn, ben ärztlichen Vereinen in Köln, ber Heb- I ammenanstalt in Köln, des hiesigen wissenschafllichen Vereins, dessen reges Mitglied Dr. Birnbaum ist, und von zahlreichm Freunden und Bekannten deS tn allen Kreisen wohlgelittenen Jubilars ein. Bonn, 22. Juli. Professor Lietzmann erhielt einen Ruf alS ordentlicher Professor an die UnioersitSt Bern; er hat ihn abgelehnt. Der Besuch der königlichen landwirthschaftlichen Hochschule in Berlin hat sich der „Nationalzeitung" zufolge auffallendeiweise gegen das Vorjahr stark verringert. Sie wird gegenwärtig von 503 Studirenden gegen 619 im Vorjahre besucht unb zwar von 381 orbentlichen und außerordentlichen Hörern und 122 Hospitanten. — Der außerordentliche Professor der Mineralogie und Geologie an ber Universität Heibelberg Dr. Osann ist an Stelle bes mit Enbe bes Semesters nach Würzburg übetfiebelnben Professors Dr Beckenkamp an bte Chemieschule in Mülhausen i. Els. berufen worben. CUctatn* * wn6 Kann — Das Preisrichter-Collegium, bestehend aus ben Herren Professoren B. Haertel, Frhr. o. Herzogenberg, F. Schulz, G. Vierling unb Hofpianist C. Schulz-Schwerin, welches, wie seiner Zeit mitgetheilt wurde, zufammengetreten war zur Beralhung über eine von ber Deutschen Militär- Musiker-Zeitung in Berlin zur Hundertjahrfeier des Hochsrligen Kaisers Wilhelm des Großen ausgeschriebene Composttion des Liedes „Der deutsche Soldat" (ber Dichter ist ber Kgl. Hauptmann Moser), hat für bie unter bem Motto „Deutsches Lied aus beulschem Herzen" eingereichte Arbeit bem Musikbirector L. Große in Dresden ben Preis zuerkannt. Das Lied wirb demnächst im Druck erscheinen, um Gemeingut ber deutschen Armee werden zu können. — Geschichte der Weltliteratur «edst einer Geschichte des Theater- aller Zeiten u«d BSlker. HerauSgegeben von Julius Hart. Erschernt in 40 Lieferungen »um Preise von je 30 Psg. und umfaßt 120 Druckbogen mit 825 Abbildungen und 16 Tafeln in feinstem Farbendruck Auch zu beziehen in zwei hochfeinen ßeinenbänben zum Preise von 15 Mk. Perlag von I. Neumann in Neudamm. Kürzlich nahmen wir Veranlassung, beim Erscheinen ber ersten Lieferung unsere Leser auf bief: neue G-schickte der Weltliteratur hinzuweisen. — Die uns heute vorliegenden Hefte 2 bis 6 geben uns Gelegenheit, von Neuem auf dieses Werk, welches wie fein anderes berufen ist, ein echtes Haus- unb Familienbuch in des Wortes strengster Bedeutung zu werden, zurückzukommen. Der Inhalt ber vorltegenben Hefte ist folgenbet: In Heft 2 kommt ber die chinesische Literatur behandelnde Thetl zum Schluß und beginnt die Literaturgeschichte Indiens. Heft 3 bringt bie Fortsetzung der indischen Literaturgeschrchte, die Biüthezeit des indischen Schauspiels, verkörpert in den großen Dramatikern Bhavabhuti, Schudraka und Kalidasa unb beren Werken, wird uns in anziehender, durch zahlreiche Beispiele erläuterter Darstellung vorgesührt. Heft 4—6 behandeln die altpersische, hebräische, egyptische unb griechische Literatur, letztere bis zur Blüthezeit beS griechischen Dramas burchgeführt, eine vortrefflich ausgeführte Farbendrucktafel zeigt uns eine Seite aus dem berühmtesten ber egyptifchen Tobtenbücher, bem Ani-Papyrus des Britischen Museums. Als einen besonders wichtigen unb interessanten Lestanbiheil ber „Weltliteratur unb Bühnengeschichte" möchten wir ihren außerordentlich reichen Btlderschmuck bezeichnen, welcher ausschließlich nach authentischen Originalen hergestellt ist und den Leser überall seffeln unb anregen muß. Jedem, bem baran gelegen ist, stch mit ber Geschichte ber Weltliteratur vertraut zu machen, empfehlen wir die Anschaffung des Werkes auf das Angelegentlichste, feine erste Lieferung, welche ungemein reichhaltig aus- geftattei unb mit drei Farbentafeln geziert ist, wird von ber Verlagsbuchhandlung umsonst unb postfrei versandt, fo daß Jebermann in ber Lage ist, sich ein Urtheil zu bilben. — Die im Verlage von Karl Grüninger in Stuttgart erscheinende illustrirte Familienzeitschrift Echo vom Gebirge wird mit Recht das Lieblingsblatt für Ziterspieler genannt. Das Blatt, das bie Interessen deS Zithe, spielS vertritt, bringt neben belehrenden musikgeschichtlichen und musikpädagogischen Artikeln, Beurtheil- ungen neu erschienener Zitherstücke auch Unterhaltendes in Form von spannenden Erzählungen unb Humoresken, Räthfel rc., ferner Concertberichte und Concertprogramme, welche über bie Thätigkett in Kreisen von Zltherspielern orientiren. — Jede Nummer enthält werthvolle Musikbeilagen. (Preis Mk. 1 20 vierteljährlich.) Probe- nummern versendet bie Verlagtzduchhsnblung Karl Grüninger in Stuttgart gebührenfrei. NrrchUche Anzeigen SUö» «vLetzen Svangelifche Gemeinde. Sonntag, den 25. Juli. 6. Sonntag nach Trtnttotts Gottesdienst. 3« der Joha««e-Nrche. Vormittags Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottesdienst mit Christenlehre für bte Neuconfirmtrten aus ber Johannesgemeinde. Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags um 11 Uhr: Kinderkirche für die LucaS- gemeinde. Marrer Dingeldey. 3« der Ariedhosseapelle. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser. I« «onfirmandensaal, Neustadt 61. Nachmittags 23/< Uhr: Versammlung der Kinderkirche der Matthäusgemeinde Pfarrer Schlosser. Nachstkünftigen Sonntag, den 1. August, wird die alljährliche Colleete für die innere Misston erhoben werden. Katholische Bemeiude. Samstag den 24. Juli. Nachmittags um 4 Uhr unb Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl Beichte; Sonntag den 26. Juli. 7 Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6Vs Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; „ um 67a Uhr erste hl. Messe; „ um 7Vs Uhr Austheilung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweit: hl. Messe; „ um 9Vs Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht für die Abgestorbenen. Gottesdienst der iSraettttschen ReligionSgejellschaft. Freitag Abend 745 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausga.ng 915 Uhr. Nachmittag 318 Uhr SchrifterktLrnng Bahnhofstr. 50. Wochengottesdienst Morgens 630 Uhr, Abends 8 Uhr. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 23. 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