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Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Laufenden. Unterstütztdurch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so füihzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschast wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berück- sichttgung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und hetteren Inhaltes den erwünschten llnterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärttge Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzuttetende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Juli den Anzeiger kostenfrei zu- gestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postsrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda). 2imtlid>cr Theil. Nr. 27 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 19. d. M., enthält: (Nr. 2395.) Gesetz, betreffend den Verkehr mit' Butter, Käse, Schmalz und deren Ersatzmitteln. Vom 15. Juni 1897. Gießen, den 23. Juni 1897. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutsche* Aeichstas. 234. Sitzung. DieoStag. den 22. Zant 1897. Am Regierungstische: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Staats- secretär v. Bötticher, Minister Brefeld. Auf der Tagesordnung steht die dritte Lesung der Gewerbe- Novelle (Organisation deS Handwerks). Abg. Richter: Es würde mir leid thun, wmn gerade dieses Gesetz daS letzte wäre, welches o. Bötticher zur Verabschiedung bringt. Denn Interesse für dieses Gesetz besteht nirgends im Lande. Bei PersonaiverSnderung-n in der Regierung, wie sie jetzt vor sich gehen, isst eS sonst überall constitutioneller Brauch, das Parlament zu ver- lecgen. Gerade bet einem solchen Gesetz, wie dem vorliegenden, fnmmt es sehr darauf an, in weffen Händen die Ausführung des Gesetzes liegt. Staatssecretär v. Bötticher: Ich kann den Abg. Richter in einer Beziehung beruhigen: ich habe mein Abschiedsgesuch noch nicht eingeretcht. (Heiterkeit.) Aber selbst wenn die Personen sich ändern, so bleibt doch die Vertretung der Vorlage einem von dem Bundes- rathe dazu beauftragten Bevollmächtigten übertragen. Also Herr Richter möge seinen Trennungsschmerz vertagen. (Heiterkeit). Freilich, die Abschiedsstunde rückt vielleicht immer näher. (Heiterkeit.) Abg. Viel haben (Ref.-P.) äußert sich gegen die Vorlage, die in der Fassung der zweiten Lesung nicht Fisch, nicht Fleisch sei. (Während der wetteren Ausführungen dieses Redners erscheint auch der Reichskanzler am BundeSrathstische.) An dem Verlangen nach Zwangstnnungen müsse unbedingt festgehalten werden. Staatssecretär v. Bötticher constattrt einer Aeußerung deS Vorredners gegenüber, daß er selbst im preußischen Siaatsmtnistertum für die Vorlage gestimmt und außerdem jeder bezüglichen Sitzung des BundesrathS beigewobnt habe. Auch im Ausschuss« sei die preußische Regierung wirksem durch den Handelsmtnister vertreten gewesen. Abg. Metzner (Ctr.) ist überzeugt, daß sich auf Grund dieses Gesetzes nur wenige Zwangsinnungen bilden und daß auch diese wenigen sehr bald wieder verschwinden würden. Denn diesen Zwangstnnungen fei ja jede Selbstständigkeit genommen. Uebrig würden schließlich nur die Handwerkerkammern bleiben, also lediglich das, was man früher als das bloße Dach des Gebäudes angesehen habe. Die Vorlage gebe dem Handwerk Steine statt Brod. Abg. Jakobskötter (conf.) tritt dagegen lebhaft für die Vorlage ein. Abg. Hitze (Ctr.): Vieles, was Metzner gegen dieses Gesetz geltend gemacht habe, richte sich doch erst recht gegen die obligatorischen Innungen, insorn sich ja diesen kein einziger Handwerker würde entziehen können. In der Specialberathung beantragt Abg. Richter zu 8 81a und 81b, welche von den Aufgaben bezw. Befugnissen der Innungen handeln, die Entscheidung von Streitsachen durch die Innungen bezw. die Errichtung von Innungs-Schiedsgerichten nur an solchen Orten zuzulassen, für welche kein Gewerbegericht besteht oder errichtet wstd. Nachdem der Abg. Fischbeck den Antrag empfohlen, ersucht Minister Brefeld um Ablehnung desselben. Erscheine wirklich einmal ein segensreich wirkendes Gewerbegericht durch Bildung eines JnnungSschiedsgertchtes gefährdet, so könne die Errichtung des letzteren ja abgelehnt werden. An der Debatte betbeiligen sich Gamp gegen, Schmidt-Berlin, Bassermann, Stadthagen für und Hitze wiederum gegen den Antrag. Der Antrag Richter wird sodann gegen die gesammte Linke abgelehnt. Morgen 1 Uhr Fortsetzung. Schluß 51, Uhr. Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau. Berlt», 22. Juni. Einem parlamentarischen Bericht« erstatter zufolge ging die Novelle zum BereinSgesetz bereits dem Herrenhause zu und wird am 24. Juni auf die Tagesordnung gesetzt. Berlin, 22. Juni. Die „Nordd. Allg. Zig." schreibt: Einem über Capstadt eiogetroffenen Telegramm deS Landeshauptmanns für Südwestafrika zufolge ist die Rinder» pest im Schutzgebiete festgestellt worden. Major Leutwein fügt hinzu, die Seuche schreite im Hererogebtete langsam fort, während es gelungen erscheine, sie bei Windhoek zu localifiren. Bonn, 22. Juni. Der Professor der Philosophie, Jürgen Bona Meyer ist heute früh gestorben. Helgoland, 22. Juni. Der Kaiser ist Abends bet herrlichem Wetter hier eingetroffen. Znm Empfange waren die Spitzen der Behörden, sämmtliche Vereine und 20 Ehren» jungfraurn in Alt.Helgoländer Tracht anwesend. DaS Souper nimmt der Kaiser beim Commandanten ein. Eckernförde, 22. Juni. Die Kaiserin traf Nachmittags gegen 4 Uhr mit ihrem Gefolge hier ein und fuhr alsbald nach Grünholz weiter. Znnsbrvck, 22. Juni. Auf dem Wege über das Pfitscher- joch nach dem Zillerthal wurde gestern Franz Bliem aus Brandberg im Zillerthal tobt aufgefunden. Wahcschein» lich ist Bliem in der Kälte und den Schneestürmen der letzten Tage erfroren. Paris, 22. Juni. Wie die Blätter aus Nancy melden, erklärte der Kriegsminister, General Billot, dem dortigen Maire, er prüfe gegenwärtig ohne Voreingenommenheit die Frage der Befestigung der Stadt Nancy. Er werde sich der Entscheidung des obersten KriegSratheS anschließen und sich darauf beschränken, die Schlußfolgerungen deS obersten KriegSratheS der Kammer vorzulegen. — Richter Le Poittevtn beauftragte den französischen Generalconsul in London, Charles LessepS als Zeugen in der Artou-Affaire zu vernehmen. Loudon, 22. Juni. Die Königin wohnte gestern Abend dem Galadiner im Buckingham-Palast bei und um 10 Uhr empfing fie die fremden Fürstlichkeiten und deren Gefolge, die indischen Offiziere und die Offiziersdeputatiou des preußischen 1. Garde-Dragoner-RrgimeutS. — AuS Anlaß des Jubiläums wurde dem englischen Botschafter in Wien, Sir Horace Rumbold, und dem Botschafter in Petersburg, Sir Roderick O'Conor, das Grvßkreuz des Bath-OrdeuS verliehen, während der Gesandte in Athen, Eg er ton, zum Ritter des Bath-OrdenS ernannt wurde. — Der Herzog von Sachsen-Coburg ist zum Admiral der Flotte ernannt worden. Loudou, 22. Juni. Um 10 Uhr heute Vormittag begab fich der Lordmayor Faudel-Phillips zu Pferde und in Begleitung des Sheriffs nach dem Temple-Bar, der alten Ostgrenze der Stadt London, wo er um IO1/* Uhr eintraf, um die Ankunft der Königin zu erwarten. Als der königliche Zug an dem Temple-Bar Halt gemacht hatte, trat der Lordmayor, der inzwischen abgesessen war, an den Wagen der Königin heran und überreichte dieser daS „Pearl"- Schwert der Stadt London. Die Königin nahm das Schwert entgegen, händigte es aber dem Lordmayor wieder aus, der darauf wieder zu Pferd stieg und fich mit den Sheriffs dem Zuge anschloß. Den zweiten Halt machte die königliche Prozession um 12*/* Uhr vor der Saint»Pauls Kathedrale, wo ein kurzer Gottesdienst im Freien stattfaud. Nach Ab- singung des Te Deum sprach der Bischof von Loudon, Mandell Creighton, das Dankgebet und der Erzbischof von Canterbury, Frederick Temple, den Segen. DaS Wetter hatte fich inzwischen aufgeklärt und die Ceremonie fand bu Hellem Sonnenschein statt. Nach deren Beendigung bewegte fich der Zug nach dem Manfion-House und dem Süden Londons weiter, während die Truppen, die auf der zurückgelegten Strecke und in der City Aufstellung genommen hatten, mit dem Abmarsch begannen. Die Königin wurde auf dem ganzen Wege mit unbeschreiblichem Jubel unter Schwenken von Taschentüchern aus den Fenstern und von den Tribünen aus begrüßt. Einen wahrhaft großartigen Anblick bildete die Stirnseite der Saiot»PauIS Kathedrale durch die glänzende Versammlung der reichsten Uniformen der in- und ausländischen Großwürdenträger, Abgesandten, Prinzen und Fürsten. Die Königin kehrte um V/a Uhr in den Buckingham- Palast zurück. Kopeuhageu, 22. Juni. Siebzig ausländische Theil- nehmer am Journalisten»Congreß in Stockholm trafen heute Vormittag 11 Uhr auf der Reise nach Stockholm hier ein und wurden am Bahnhofe von einer Anzahl hiefiger Journalisten und dem Vorstande der hiesigen Jourualisten- vereine begrüßt. Malmö, 22. Juni. Heute Nachmittag F/j Uhr trafen etwa neunzig Theilnehmer am Journalisteu-Congreß in Stockholm, von Lübeck kommend, hier ein und wurden am Hafen von dem zum Empfange eingesetzten FestauSschusie begrüßt. Zu Ehren der Gäste findet später ein Diner statt. HelfiagforS, 22. Juni. Der Küsteudampfer „Ouni", von HelfiagforS nach Abo unterwegs, ist gestern 5 Meilen von EkonaeS entfernt verbrannt. Auf dem Dampfer befanden fich 140 Passagiere, wovon sechs in den Flammen umkamen, die übrigen wurden gerettet. Mehrere erhielten schwere Brandwunden. Die Ursache deS Brandes war eine umgeworfene SpirituSlampe. Barcelona, 22. Juni. Gestern Vormittag wurde eine mit Sprengpulver geladene Bombe, ähnlich derjenigen f. Z. in der Villa Nueva gefundenen, auf einem Grundstück in der Umgebung Barcelonas aufgefunden. Am Nachmittag wurde eine zweite Bombe mit brennender Zündschnur an der Artilleriekaserne entdeckt- der Zünder wurde gelöscht. Depeschen des Bureau .Herold/ Berlin, 22. Juni. Wie der „Voff. Ztg." auS Christiania gemeldet wird, trifft Kaiser Wilhelm am 8. Juli Nachmittags auf dem bekannten Touristenplatz Stalheim ein und wird dort bis zum 10. Juli verbleiben. Im Gefolge des Kaisers werden fich 25 Personen befinden. Berlin, 22. Juni. „Eine Flotte ersten Ranges" lauten die Worte, die der Kaiser unter die umfangreiche graphische Darstellung der eußlischen Flotte gesetzt hat, die heute Mittag in der Wandelhalle deS Reichstages ausgestellt worden ist. Die Zeichnung umfaßt 73 Panzerschiffe (Schlachtschiffe und Küstenvertheidiger), 39 Kreuzer 1. Klaffe (davon 18 mit Seitcnpanzern), sowie 114 Kreuzer 2. und 3. Klaffe, zusammen 226 Schiffe — 56 Divisionen ä 4 Schiffe. Berlin, 22. Juni. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der kaiserliche Botschafter in Rom, von Bülow, wird dem Vernehmen nach heute von dorr abretsen, um fich an daS Hoflager des Kaisers zu begeben. Man geht wohl nicht fehl, wenn man aunimmt, daß diese Reise mit dem Gesundheitszustand des StaatSsecretärS Freiherrn von Marschall in Zusammenhang steht. Berlin, 22. Juni. Die gestern unter dem Vorsitz deS Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe abgehaltene Sitzung des StaatsministeriumS dauerte fünf Stunden; au derselbe« nahmen sämmtliche aktiven StaatSminister außer Marschall und Schönstedt Theil. Als um UVe Uhr Kanonendonner anzeigte, günstig war und Regen erwarten ließ, drängten sich in letzter Nacht schon viele Tausende auf den Straßen. Die Menschen- «enge war gegen Morgen bereits za einer ungeheuren Zahl Staaten von Nordamerika richtete ein eigenhändiges Glück« Wunschschreiben an die Königin. wird auch König Menelik eintreffen. Derselbe begibt sich von hier nach Rom und Loudon, um in England industrielle EtabltffementS zu besichtigen und Industrielle aufzufordern, nach Abeffyuien zu kommen. Loudon, 22. Juni. Anläßlich der Jubelfeier wurden in England 20000 Gefangene fretgelaffen, darunter Berlin, 22. Juni. Dr. Bödiker veröffentlicht in der „Nordd. Allgem. Ztg." eine Danksagung für die vielen Beweise wohlwollender Gesinnung au- Anlaß seine- Au-- scheidens au- dem ReichsverficherungSamt. Berlin, 22. Juni. Da- Abgeordnetenhaus hat heute in wiederholter Abstimmung die BereinSgesetz- Novelle im Einzelnen wie im Ganzen in der Faffung der dritten Lesung endgültig angenommen. Dresden, 22. Juni. Da- seit gestern im hiesigen Refidenzschloß unter dem Vorsitz des Königs Albert abgehaltene Schiedsgericht in der Ltppe'schen Erbfolgefrage wird voraussichtlich feine Berathungen heute beenden. Auf dtrect beim Hofmarschallamt eiogezogene Erkundigungen wurde indeß versichert, daß da» Ergebniß der Verhandlungen zunächst streng geheim gehalten und erst im Laufe der nächsten Woche bekannt gegeben werden soll. Lemberg, 22. Juni. Infolge andauernden Regen- und ungewöhnlich starker Wolkenbrüche ist der Wafferstaad sämmtlicher galizischer Flüsse stark gestiegen. NachtS wurde eine Vorstadt von Brzezany vollständig überfluthet, sodaß die Einwohner auSquartirt werden mußten. Paris, 22. Juni. Zur Weltausstellung von 1900 400 Galeeren'Sträflinge. Der Präsident der Vereinigten den Verhandlungen der Vertreter und Mitglieder der Zweigvereine und des HauptvereinS'DorstandeS i« Saale des Ev. Berein-hauseS (von 6 bis 8 Uhr) im großen Saale der Schloffer'schen Liegenschaft von 81/* * Uhr an Herr Pfarrer Gtesekke von Solingen in der Feftversammlung einen Vortrag über: „Vom international-coufesfionellem Kriegsschauplätze" halten wird, welchem Bortrage noch Ansprachen und GesangSvorträge folgen. Die Festversammlung wird voraussichtlich eine sehr besuchte werden. •» Abonnement- - Concert. Morgen Donnerstag findet das zweite AbonnementS-Eoncert unserer Regiments- Mufik in „SteinS Garten" statt. Den allgemeinen Wünschen Rechnung tragend, ist der Anfang der folgenden Conerte auf 8 Uhr gesetzt, worauf hiermit aufmerksam gemacht wird. Cocales und provinzielle». Gießen, den 23. Juni 1897. • * Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Lauterbach Earl Möller und Carl Volkmar. • • SchutzenpreiS. An dem vom 20.—22. bl. MtS. statt- gefundenen VerbandSfchteßen des GaueS Heffen-Naffau in Weilburg becheiligten sich auch unsere Gießener Schützen. Herr Schloflermeister Carl Wiegand erhielt für den besten Schuß — 175 Meter (Stand-Festscheibe) — den Ehrenpreis des Großherzog- von Luxemburg, bestehend in einem kunstvollen Schreibtisch. • • Evangelischer Bund. In Nr. 122 de- ,,Gießener Anzeiger" fand sich die Notiz, daß am 20. und 21. Juni d. I. zu Offenbach da- Jahre-- und Lande-fest de- hessischen HauptvereinS de- rv. Bunde- gefeiert werden solle. Zur Berichtigung dieser Notiz kann non al« destimmr mitgetheilt werden, daß diese Feier am Sonntag den 27. Juni, Nachmittag- 4*/, Uhr, mit einem Festgotte«- dienst in der Schloßkirche zu Offenbach beginnt und daß nach • Friedrich-dorf, 22. Juni. Dem Erfinder de- Telephon-, Phil. Reiß, der hier lange Jahre am Institut Garnier thätig war, ist am letzten Sonntag Seitens setorr Verehrer und Freunde eine Gedenktafel gestiftet worden, die an der Giebelsette seine- Wohnhauses Platz gefunden hat. Zu der Feier waren u. A. auch zahlreiche Mitglieder de« Electrotechnischen Vereins zu Frankfurt erschienen. • vrauufchweig, 19. Juni. Wie aus Peine gemeldet wird, stürzte daselbst gestern Abend ein Gerüst ein, welche« vor der Kirche errichtet «ar. Vier Mann waren fosort tofct. • Unter denAuSfuhr-JndustrienDeutschlanb- nimmt jetzt die Fahrrad-Fabrikation etntn guten Platz ein ua» überall in der Welt trifft man auf deutsche Räder. Selbst in halbctvilifirten Ländern, Gegenden, die deS Europäer- Fuß selten betritt, dringt da- deutsche Rad vor. Zur Zeit wacht eine Sendung „Brennabor-Räder" mit Contiaernal- Purumatikreifen einen Weg von über 1500 Kilometer und zwar auf den Rücken von Kameelen, um an der fernen Grenze der Mongolei die Vergnügungen deß Radsport« z» ermöglichen. „ • Hebet die Herkunft der Bezeichnung „Schorle-M«rle wird Folgende- erzählt: Im Jahre 1813 refidirte l» St. GalluShose in Würzburg Marschall Angerau, der von Napoleon zum Gouverneur von Frankfurt und Würzburg ernannt war. Er war trotz feiner 56 Jahre al« General- Gouverneur von Würzburg ein flotter Lebemann und im Hose ad St. Gall am ging eS damals hoch her. Er hat fia- Loudon, 22. Juni. Trotzdem daS Wetter nicht allzu 53 Jahre alt, au« Nieder-Mockftadt. Newark, N. I., Philipp Albrecht, 73 Jahre alt, aus Wrsthofen. New-York, John Jung, 70 Jahre'alt, aus ErbeS-BüdeSheim. Albany, Jnd., Frau Margaretha Strack geb. Hartmann, 57 Jahre alt, auS Worfelden. Summerfield, Jll., Daniel Nie«, 58 Jahre alt, aus Leeheim. Buffalo, N. Y, Frau Horn, 73 Jahre alt. Freeburg Township, Jll., Frau Margaretha Müller geb. Mieser, 73 Jahre alt, auS Groß Umstadt. »* Wetterbericht. Der Kern des Maximums hat sich rasch in den Continent herein verlegt. Der Luftdruck zeigt nun eine Zunahme, doch bestehen in den continentalen Logen zahlreiche Unregelmäßigkeiten, welche noch vielfach wolkiges, aber trübes Wetter bedingen. In Süddeutschland find gestern vielenorts Gewitter, theilweiie von Wolkenbrüchen begleitet, niedergegangen. Bon dem östlichen DepresfionSgebiet hat fich noch ein flacher Rest erhalten, während da« nordwestliche Minimum gegen Nordosten abzteht. Die Temperaturen find meist gestiegen. — Voraussichtliche Witterung: Zu- nächst beffereS, aber noch nicht beständiges Wetter. ? «ul dem Kreise Allfeld, 21. Juni. „Ein solche» Wetter gehört in die Zeitungen", sagte uns gestern Jemand und wir pflichten ihm gerne bei. SommerS Anfang und dabei — wie gestern der Fall — den ganzen Tag über daß Feuer in den Zimmeröfen, da- ist nach der vorau-gegangenea afrikanischen Hitze ein Temperatursturz, wie er in der That zu den meteorologischen Seltenheiten gehört. Der Heuernte kommt der Wetterwechsel mit seinen vielen Niederschlägen keinesfalls zu statten, wobl aber dem gleichfalls zeitigen Setzen der Hackpflanzen. Ueberhaupt war Regen sehr von Nöthen, da es nachgerade begann wirklich trocken zu werden. Aber nur der vorübergehende Regen kann zur Zett nutzbringend fein, während anhaltendes Regenwetter der Heuernte großen Schaden brächte. Darmstadt, 18. Juni. Einfuhr von Hunden nach England. Nach Mtttheilung des hiesigen König!. Groß- britannischen Geschäftsträgers unterliegt vom 15. September 1897 ab die Einfuhr von Hunden nach England au- allen andern Ländern mit Ausnahme von Irland und der Insel of Man weitgehenden Beschränkungen. Insbesondere darf kein Hund ohne Erlaubniß der englischen Landwirth- schaftsbehörde nach dem erstbezeichneten Staate verbracht werden. Um diese Erlaubniß ist gegebenen Falle« beim Secretariate der genannten Behörde in London SW. 4 Whitehall Place — schriftlich nachzusuchen. Dem Gesuche muß eine genaue Beschreibung de« Hunde«, deffen Ursprungsland, Landungshafen, Bestimmungsort und Transportweg zu entnehmen fein. Die englische Behörde ist berechtigt, für den Aufenthalt de- Hunde« in England verschiedene Bedingungen zu stellen und insbesondere deffen Jsolirung auf eine Dauer von 6 Monaten zu verlangen. Darmst. Ztg. B. Boa der Bergstraße, 23. Juni. Aus einer recht verregneten dreitägigen Tour in unserer schönen Gegend konnten wir immerhin werthvolle Beobachtungen machen. Dir . Aussichten unserer Weinbergsbesitzer, vor drei Wochen noch sehr hoffnungsvoll, find leider durch da« naßkalte Wetter bedeutend geschwunden. Das Thermometer ging an einigen Tagen 6t« auf 5—6 Grad zurück, wobei die Traubenblüthe verdirbt. Auch die AuSfichten auf eine gute Obsternte find stark reducirt und die Heuernte ist durch da« Regenwetter io den letzten vier Tagen beeinträchtigt worden. Heute ist eS wieder warm und sonnig. Die Hackfrüchte und daS Getreide stehen sehr schön und versprechen reiche Erträge. Unsere Luftkurorte sehen mit Sehnsucht der freundlichen Sommerwitterung entgegen, umsomehr al«. I der vorige Sommer vielfache Enttäuschungen in seinem Ge*. I folge hatte. Mainz, 21. Juni. Der Steinhauer Johann Klei» auS Bechenheim hat in einer Wirthschaft zu Nack im Privat- I gespräch geäußert, der deutsche Kaiser sei in Hinsicht auf Sein I Einkommen gerade so gut Sozialdemokrat, al-er selbst. I Obgleich der darauf Angeklagte in der heutigen Sitzung der I Strafkammer den Nachweis erbrachte, daß er zu der sozial- demokrattschen Partei und zu deren Programm in gar keiner Beziehung steht, erklärte das Gericht die Bezeichnung „Sozial- I demokrat" auf den Kaiser angewendet, als eine Beleidigung. I Der Staatsanwalt beantragte 5 Monate Gefäugniß, da« I Gericht erkannte auf 2 Monate. (S. a. Inserat.) ••-g- Die Eoncertgefellschaft „Rheingold", welche gestern Abend in „Stein« Garten" ein Gesang Scoucert veranstaltete, lieferte den Beweis eines vortrefflichen Ensembles, daS, unter der Direktion de« Herrn I. Egener stehend, ein auS gemischten, Frauen- und Männerchören zusammen- I gestelltes Programm durch exacte, sympathische Vortragsweise I erledigte. Schönheit deS Klanges, Correctheit und Reinheit der Intonation konnte durchgehends erfreuen. Der Total- eiudrnck war ein vortrefflicher. Don den Acapella Chören, die ohne Dirigenten gesungen wurden, erfreuten ganz besonders „Gebet" auS „die Stumme von Portici" (Auber) und „Spinn, spinn", von den Damenchören Abts „Wald» andacht", von den Männerchören, „Heimkehr" von Gelbke und der humoristische Chor „O Pepita". Leider war Schreiber dieses verhindert, die noch unerledigten Programmnummern der 3. und 4. Abtheilung zu hören, doch wird auch diesen der lebhafte Beifall nicht gefehlt haben, mit welchem die vorhergehenden ausgezeichnet wurden. Der harmonischen Ge- I sammtwirkung, die durch kein Hervordrängen einzelner Stimmen, sondern durch Bemühen jeder einzelnen sich dem angewachsen. Als um 11V. Uhr Kanonendonner anzeigte, I Ganzen eiuzufügeu, erzielt wird, kommt noch die besondere daß der Zug der Königin von Buckiugham-Palast nach der lobenSwerthe Eigenschaft zu gut, daß Alle, nicht nur mit oer PaulSkirche seinen Anfang genommen hatte, brach auch die Kehle, sondern mit dem Herzen, mit dem Gemüth zu fingen Sonne durch. Begeisterter Jubel begleitete die Königin auf wiffen und wo e« angebracht, mit einem frischen, unmittelvar dem ganzen Wege bis zur Kirche, wo die Königin kurz nach wirkenden Humor. - DaS Concert konnte leider nicht fruy- 12 Uhr eintraf. Im Augenblick ihrer Abfahrt vom Buckingham- zeitig genug bekannt gegeben werden, infolgedessen dasselve Palast erließ sie folgende Botschaft an die englische Nation: schwach besucht war, doch soll, wie unS mitgetheilt wurde, „Bon Herzen danke ich meinem geliebten Volke. Gott ein weiteres Concert in nächster Woche folgen, auf welche« ^egne cg." I wir jetzt schon besonder« aufmerksam machen. London, 22. Juni. Der Gottesdienst in der PaulSkirche * Gartenbau-Ausstellung. Unsere Gärtner beabsichtigen verlief programmmäßig. Die Königin wurde vor der zum Herbst wieder ihre Leistungen durch eine Ausstellung Kirche von der gejammten Geistlichkeit empfangen. Nach öffentlich vorzuführen. Allerdings soll dies nur in- einer beendigtem Gottesdienst begab sich der Zug nach dem Mansion- I Specialität, indem Gießen besonders leistungsfähig ist, ge- I House und von da über die Weftmünster-Brücke nach dem schehen. Man beabsichtigt nämlich eine Chrysanthemum* Vuckingham-Palast. Während der Fahrt der Königin war Ausstellung zu arrangiren. das Gedränge enorm. Eine große Anzahl von Personen Sewerbeverein« - Lehrer. Zwischen der Grotzherzogl. wurde ohnmächtig. Centralstelle in Darmstadt und den Vorständen der Gewerbe- Loudon, 22. Juni. Der „Standard" meldet au« Athen, vereine schweben Unterhandlungen, wonach sämmtliche definitiv der Friede werde in kurzer Zeit unterzeichnet. Die Re- angestellte Lehrer der Gewerbevereine durch den gierung sei entschloffen, einen Theil der Reserve zurück- Staat penfionirt werden sollen, wie die« bet den Volks- zuziehen. schullehrern der Fall ist. ES soll nur in der Uebereinkunft Athen,22.Juni. Die Einberufung der Kammer festgelegt werden, daß die tüchtigen Lehrer der Gewerbe- steht bevor. Die Opposition wird die Regierung unterstützen, vereine ohne den Willen der Gewerbevereinsvorstande nicht ____________ I an andere Schulen versetzt werden können. »ttita, 23.3uni. Der Kaiser tft geftern Abend unter 3°r Reise,eit. Die Kgl. Pre-ßische und Gr°bh. dem Jubel der Bevölkerung auf derJnfel Helgoland gelandet. I Hessische Eisenbahn-Directiouhat bet Beginn der Der Kaiser begab fich zum Empfang in die Commandantur, I diesjährigen Reisezeit ausführliche Bestimmungen für das wo er das Souper etonahm. Später wurde dem Monarchen I gefammte (Station ß- und Zugpersonal erlassen, unter bei bengalischer Beleuchtung der Dünen ein Fackelzug gebracht. I Anderem ist, 11. „Darmst. Tgl. Anz. , dem Personal dem Berlin, 23. Juni. Wie der „Vorwärts" berichtet, findet Publikum gegenüber ein — wenn auch entschieden« — so der diesjährige focialistische Parteitag am 3. October doch bescheidenes, zuvorkommendes und höfliche« Benehmen in Hamburg statt. Die Stellungnahme der Partei zu den neu zur Pflicht gemacht. Auf den Anfang-stationen sollen preußischen Landtagswahlen wird zur Besprechung kommen. I sofort sämmtliche verfügbaren Abtheile geöffnet sein und aus Berlin, 23. Juni. Dem „Local-Anzeiger" zufolge wird mäßige Besetzung derselben (1. Klaffe zu 4, 2. Klaffe zu 6, im Reichstage beabsichtigt, eine Interpellation über die I und 3. Klaffe zu 8 Personen) — io lange hinreichend Platz Art und Weise der Ausführung des BörfengefetzeS vorhanden — gehalten werden. Für Einrichtung einer ge- einzubrinqen. nügenden Anzahl Frauen- und Nichtraucher-Abtheile soll ge- Berlin, 23. Juni. Die freisinnige VolkSpartei und die sorgt und von den Beamten baß Rauchen in den Nichtraucher- freisinnige Bereinigung garantiren fich, wie da« „Berl. Tgbl." I Abiheilen oder das Betreten dieser Abtheile mit brennenden meldet, laut Parteibeschluß in den Wahlkreisen Liegnitz und Cigarren aus eigenem Antriebe verboten werden, ohne erst Glogau die Wahrung des gegenseitigen Besitz- Beschwerden der Reisenden abzuwarten. Auf ausreichende st an des. Die seitherigen ReichStagSabgeordueten, die ge- vorherige Lüftung der Wagen, Besprengen der Bahnsteige «einsam aufzustellen wären, haben bereits angenommen. und sorgfältige Reinhaltung und DeSmficirung der Bedürfoiß- London, 23. Juni. Den Schluß der gestrigen großen anstalten auf den Stationen uad in den Zügen soll gehalten Feier bildete die Illumination, an welcher sich ganz werden. Die Bestimmungen über daS Ausrufen der Stations- London betheiligte. Um 9 Uhr füllten sich die Straßen mit namen, der Dauer des Aufenthalte« und etwa stattfindenden undurchdringlichen Menscheumaffen. Die Häuser glichen einem I Wagenwechsels sind in Erinnerung gebracht, auch ist baß bunten Lichtmeer. Den Glanzpunkt der Illumination zeigte Personal angewiesen, daS Reisegepäck sorgfältig zu behandeln, die PaulSkirche, welche durch Scheinwerfer beleuchtet wurde, das mit Anschlußzügen eintreffende Gepäck mit den günstigsten Zügen weiter zu befördern und Nachforschungen nach verschlepptem Gepäck stets sofort telegraphisch vorzunehmen. Da das Handgepäck in den Personenwagen zuweilen in einer die Mitreisenden belästigenden oder gefährdenden Weise unter- gebracht wird, jeder Reisende aber nur auf den über oder unter seinem Sitzplatz befindlichen Raum zur Unterbringung von Handgepäck Anspruch hat, find die Beamten angewiesen, darauf zu achten, daß bei Unterbringung de« Handgepäck« in den Personenwagen die nöthige Rücksicht gegen die Mitreisenden genommen wird. Kalte Getränke. Infolge der Wahrnehmung, daß die von den BahnhofSwirthen feilgehaltenen Mineralwasser und namentlich Bier häufig eiskalt an da« reisende Publikum verabfolgt werden, hat die preußische Eisenbahnverwaltung die ihr unterstellten Behörden ersucht, die Bahn- hof«wirthe mit entsprechenden Anweisungen zur Vermeidung der mit dem Genuß so kalter Getränke an heißen Tagen verbundenen Gefahren für die Gesundheit zu versehen. Im Allgemeinen soll darauf gehalten werden, daß die Getränke fernerhin nur ia einem derTrinkwaffertemperatur entsprechenden Wärmegrade von etwa 10 Grad Celfin« abgegeben werden. 3n Amerika verstorbne Hesse». Pleasant Tp., Ohio, Adam Gettmann, 65 Jahre alt, au« Heffen-Darmstadt. Brooklyn, Fran Margaretha Schäfer geb. Heppner, ’««•««, efe- 8 * »ii?S 8tlu H»I« 5*™*a Äh«*i “Wlmkfta’jX» L»-« b.L *«|ebte t,tP4 ?ae «MiHt «SBttttt. 8 A hl-' ^u schl-1 ustrit°D^ (l„; ti°"L Mer. r®,; s deutlet M‘ieh‘1. 8«"' 4«* Ä-- 7 „ t« [11/ "u #*"■ . Schorle^ a V* i" um den Würzburger Durst unsteroltche Verdienste erworben durch dte Erfindung deS „Schorle-Morle". Sein Lieblings» getränk war nämlich alter Wein mit Mineralwaffer von Niederfelters gemischt, da« er sich nach Würzburg nachsenden lieh, und sein stehender Trivkspruch, wenn er mit dem per» lenden, prickelnden Trank anstieß, „toujoura l’amour“. Dte Würzburger adoptirten diese mit dem alten Frankenweine so treffliche Mischung mitsammt dem Trtnkspruche des Marschalls. Das „tou* wurde der Kürze halber weggelaffen und so entstand sür daS Getränk der Name „Schurlamur", was fich alSbald in daS gemüthlichere „Schorle-Morte" verwandelte. So eine alte Würzburger Ueberlieferuug. * Die Etaudrede bei Dorfschulzen. Als das Schlett- stadter Jägerbataillon kürzlich im Dorse R. auf einer Schießübung war, kam eine Abtheilang desselben zur Ein» quartieruog ins Dorf und wurde vom „Herrn Maire" empfangen. Letzterer richtete an den Hauptmann folgende Worte: „’S tsch ken Art, a- mer io Blüttel macht, 'S komme drifig Mann, un do fieh ich schon e Stücker vierzig ohne daS, was noch d'rum und d'ran hängt (er meinte die Ober- jägtt). Ihr müeffe Euer Sache e ander Mol bester mache!" Dte umstehenden Mannschaften hatten Mühe, bei dieser verblüffenden Begrüßungsrede des gestrengen Dorffchulzen ernst zu bleiben. Hauptmann B., ein leutseliger Offizier, erwiderte freundlich lächelnd: „Sie haben Recht, Herr Maire, wenn wir wiederum kommen, machen wir'« bester!" — „Na", sagte der Herr Maire, indem er dem „reumüthigen" Offizier dte Hand hinstreckte, „schlafe Sie jetzt numme güet, Herr Hauptmann!" Hufrnf für ein Cm! Wershaus-ykuKinal. Am 8. Mürz 1897 ist in feiner Vaterstadt Barmen der Dichter deS sanaesfrohen Rheinlandrs, Emil Rittershaus, gestorben. Ueberall, wo deutsches Wort und Lied aus deutschem Munde tönt, hat dte Trauerkunde dte Herzen bewegt, daß Deutschland wiederum einen Dichter von wahrhaft volksthümlicher Bedeutung verloren hat, in dessen Persönlichkeit die Grundzüge deutschen WesenS stch rein und kernhaft autzprägen. Aus der Grenze Rheinlands und Westfalens geboren, hat er in treuer Liebe zur Heimalh des Rheines Herrlichkeit wie Westfalens markige Kraft gepriesen, daß dort die Herzen allzeit mitklingen werden mit feinen Liedern Aber wie wenige hat er auch den traulichen Retz und das stille Glück des deutschen HauleS besungen und über den Rahmen von Haus und Hetmath hinaus die flammenden und erhebenden Worte seiner Dichtung in den Dienst der idealen Mächte deutschen Volkslebens gestellt, ein Mahner und Herold der Nation in ihren trüben wie in ihren alorreichen Tagen. Wie den Dichter hat auch den Menschen die wärmste und begeistertste Thetlnadme für die großen Aufgaben der Menschlichkeit und Gesittung ausgezeichnet. Während eines arbeitsreichen Lebens ist er unausgesetzt bemüht gewesen, durch Thal und Wort in bahnbrechender Weise olle nationalen Bestrebungen zur Hebung der Volksbildung und VolkSwohlfahrt zu fördern, mit denen sein Name als der eines wahren Volksfreundes immerdar verbunden bleiben wird. So im Dickten und Wirken ein echtdeutscher Mann von höchstem sittlichen Idealismus und von reichstem Gemütb, dem auch der heitere Scherz froher Stunde ein willkommener Gast war, lebt er unauslöschlich in den Herzen aller der Tausende, die seines Geistes einen Hauch aus feinen Werken oder aus seinem Leben verspürt haben, als einer der besten Söhne unseres deutschen Vaterlandes. Seinem Andenken in seiner Vaterstadt Barmen ein dauerndes, würdiges Erinnerungszeichen zu widmen, halten die Unterzeichneten sür eine Ehrenpflicht des deutschen Volkes, und darum wenden sie sich an alle deutschen Männer und Frauen, welche den Dichter und Menschen Emil RittershauS liebgewonnen haben, mit der Bitte, ein Scherfletn zur baldigen Erfüllung dieser Ehrenpflicht bereitwilligen HcrzenS zu spenden. Beiträge, über welche in der „Gartenlaube" und der „Barmer Zeitung" guittirt wird, ist Herr Bankdirector Escher in Barmen als Schatzmeister des bestehenden Barmer Localcomitös für ein Rittershaus Denkmal entgegen zu nehmm ermächtigt. Auch die geringste Gabe wird willkommen sein. (Folgen die Unterschristen.) Uirfverfitäts - Nachrichten. — Die Universität Marburg hat dieses Semester die bisher höchste Zahl Studirender auszuweisen, die sie je gehabt; diejenigen mitgerechnet, die besondere Erlaubniß zum Hören von Vorlesungen erhalten haben, sind es 1090. Zur Zeit wird in Marburg mit den Vorarbeiten zum Bau eines großen neuen Univerfitäts-Bibltotbek- gebäudeö begonnen. Der derzeitige Rector der Universität, Prosessor Kayser, wird an der großen Reise des Petersburger internationalen Geologen-EongresieS nach dem Kaukasus und der Krim thetlnehmen. — Profesior Dr. Franz Meder von der Bergakademie in Clausthal im Harz ist zum ordentlichen Professor der Mmbematck an der Universität Königsberg i. Pr. ernannt worden und wird mit Beginn des Wintersemesters sein neues Amt übernehmen. — Berlin, 21. Juni. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung deS AmtSgerichtSraihS Reinhold tn Wiesbaden zum außerordentlichen Proiessor an der Universität in Berlin. Wöchentliche Ueberstcht der rodeSsölle in Gießen 25. Woche. Vom 13. Juni biS 19. Juni 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSziffer: 22,60, nach Abzug der Ortsfremden 6,78°/«. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im Df” _ 1. Lebensjahr: 2.-15. Zehrt Krebö 1 (1) 1 (1) Lungenschwindsucht 1 1 — —— Gehirnschlagfluß 1 1 —— — Herzleiden 2 (2) 2 (2) — — Nierenentzündung 2 (1) 2 (1) — — Gehirnentzündung 1 (1) — — 1 (1) Verunglückung durch Sturz resp. Verbrennung 2 (2) 2 (2) — — Summa: 10 (7) 9 (6) — 1 (1) Aom. Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle tn der betreffatbat Krankheit auf von auSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen. vererb», Canö. tuet vsU-rvirtbichaft W. «iatze«, 23. Juni. Auf dem gestrigen Kuhmarkt herrschte schon bei Beginn des Marktes große Kauflust, so daß sich daS Ge- schäst gleich flott entwickelte. Bei dem nicht zureichenden Auftrieb gingen die Preise gegen den letzten Markt in die Höhe. Der Markt war schon gegen 11 Uhr geräumt. Der Austrieb bestand aus etwa 550 Stück Rindvieh, darunter etwa 150 Rinder und Kälber. ES wurden gehandelt Kühe, frischmelkend und tragend, erste Qualität 350—400 Mk., zweite Qualität 275—325 Mk., geringere Waare, die wenig am Markt, wurde nach Werth bezahlt. Schlachtvieh war wenig vorhanden; fette Rinder kosteten 52—58 Mk., schwere Kälber 58—60 Mk, leichtere Waare 52—56 Mk. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 23. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Master 13", Luft 22". I Rübsamen'sche Badeanstalt. muht .Aiiüiitthiinf. 6058 Schudt. Passiva 681230.58 Die Zuschlagsfrist begeben. 6053 trägt 14 Tage. ff Carl Nowack A. Kröll, Mn«g 12 Seltersweg 85. Seltersweg 85 5627 Rhein, tienussmittel- und Conserven - Fabrik Köln a. Rh. G. m. b. H. 5758 15915.16 17016.81 6618.86 Stets auf Lager. d. Conto Correntverkehr 2. Güterkaufgelder . . 2000.- 32279.— 18331.73 9729.32 dient als Wellenbad, Sitzbad, Rumpf bad, Kinderbad und mit entsprechender Vorrichtung als Dampfbad. 23 000 Stück Ip 23/. 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Juni 1897. Das Großh. Amtsgericht. Posten mcgenmai ä 3—, 4— und 5.— Mark, reeller Werth 7—15 Mk. Darnen-Konsection wie: Capes, Kragen, Jaquetts, Umhänge, nur diesjährige, hochmoderne Piöcen, um das Eommerlager gänzlich zu räumen, 3W zu und unter Einkauf. "WS 681230.58 Der Vorstand: Luh, Rechner. Alles übertreffend! Hochfeiner, reiner Geschmack n. grösster Jiährwerth. Hf a liefert schnell zu billigen Preisen die amCOUVeriS Briihrsche Univ.-Druckerei (Pietsch 4 Soheyda), mit Firmendruck Schulstrasse 7. 6079 Weigand, Director. 1. Einzahlungd.Actionäre 12500.— 2. Aufgen. Capitalien . 629179.75 3. Rücklagefond . . 4. Reseroefond 5. Reingewinn Gießen, den 22. Juni 1897. Großh. Verwaltung» - Direction der chirurg. und ophthalm. Univ.-Klinik. _______Bose. Vossius._______ Die auf den 24. l. Mts. in hiesiger Gemeinde anberaumte Heugras-Versteigerung fällt aus. Mendorf a Lda., 21. Juni 1897. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. 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