18W Sonntag den 24. Januar Nr. 20 Aints- und rluze-geblatt für den ISreU Sichen. HratisSeitage: Gießener Kamikienötätter . Obst. 10992 Mpsteilt t Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. il|t, rtti n i und In tl 11 d«stw LmUUättv ligen Pr tien l Orbig, dositratze 80. hteAgSJ .sägt I Gefunden: 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Taschenmesser, 3 Taschentücher, 1 Pinsel, 1 Strumpf mit 1 Schlüssel, 1 Stock, 1 Schraubenschlüssel. Gießen, den 23. Januar 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Das Gr. Steuer-Eommissariat Gießen an die Gr. Ortsgerichte Albach, Alten-Buseck, Burkhardsfelden, Garbenteich, Gießen, Laug- Göns, Oppenrod, Staufenberg, Trohe und Watzenborn-Steinberg. Wir ersuchen Sie um umgehende Einsendung der Bau« und Culturveränderungsverzeichnifle. Gießen, am 23. Januar 1897. Bähr. haben oder dort spielen, und zwar: 1. BranhtldenS Ankunft | in WormS, 2. HochzeitSzug der Brunhilde, 3. Rosenwunder der heil. Elisabeth, 4. Krönung der heil. Elisabeth, 5. Philipp des Großmüthigen Abschied, 6. Landgräfin Karoline von H-sien bei Friedrich dem Großen, 7. Sch ller am Hofe zu Darmstadt, 8. Verlobung der Königin Luise und ihrer Schwester am Darmstädter Hose. Die künstlerische Einstudirung der Operette: „Zehn Mädchen und kein Mann", die außerdem in der ersten Abthetlung zu Gehör gebracht werden soll, liegt in Händen des Herrn CapellmeisterS Rehbock, während die Regie über das Lustspiel Herr Ottbert, der Lustspiel- regisieur unserer Hosbühne übernommen hat. Um das Arrangement des Ganzen werden sich außerdem die Herren Regisieur Valdeck und Gallerteinspector Dr. B:ck verdient machen. Die Darstellung der verschiedenen Rollen wird lediglich durch Damen und Herren auS hiesigen Hof- und Bürgerkretsen erfolgen. Die Direction deS Großh. HoftheaterS scheint nun endlich den gesuchten Heldentenor gefunden zu haben. Herr Julius de Grack vom Stadttheater in Leipzig hatte gleich bei seinem ersten Auftreten als Stegmund in Wagners „Walküre" dank seiner außerordentlich umfangreichen Stimm- mittel und seiner vornehmen Vortragsweise einen wirklichen großen Erfolg. Auch sein zweites Gastspiel als „Rieuzi" in Wagners gleichnamiger Oper absolvirte der Sänger unter günstigen Anzeichen, wenn auch der Gesammtetndruck der gebotenen Leistung nicht an den des vorhergegangenen Abends heranreichte. Mittlerweile ist eS der Direction gelungen, die beliebte Coloratursängeriu Frau Pfeifer-Rtßmann unserem Institute zu erhalten und aufS Neue Eontract mit ihr abzuschließen. Im Schauspiel brachte die abgelaufene Woche Wilden- bruchS vieractige Tragödie „König Heinrich", die jetzt genau vor einem Jahre am „Berliner Theater" in Berlin ihre Erstausführung erlebte. DaS Stück bildet den ersten Thetl Wslffs telegraphische «-rretvondenz-Burr-m. Berlin, 22. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." weist nochmals die Behauptungen der „Vosi. Ztg." und „Freis. Ztg.", daß die Reichspostverwaltung die Post- ze itungS-Tarifreform absichtlich verzögert habe, min- bestens als unbegründet zurück. Wenn bei den ReichStags- verhandlungen vom 20. und 2l. Januar 1896 Staatssekretär v. Stephan betonte, daß fortwährend von ZeitungSoerlegern, ErMs Blatt. Biertelfähriger Avonncmentsprcisr 2 Mart 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mar! 50 Pfg. Redactton, Expedition, und Druckerei: Kchutstraße Fr.7. Fernsprecher 51. Alle Anuoncen-Bureaux des In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Theil. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche zu Gießen. Nachdem in der Gemarkung Gießen die Maul- und Klauenseuche erloschen ist, werden die angeordneten Sperr- maßregeln hiermit wieder ausgehoben. Gießen, den 23. Januar 1897. Grobherzogliches KreiSamt Gießen, v. Gagern. Der Kießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener Kamiticnbtälter werden dem Anzeiger wöchenittch dreimal beigelegt. »s Feuilleton. Wochendriefe aus der Residen). (Origtnalbericht des ^Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 21. Januar. Do« Victoria MeMa Verein. — Theater. — Concerte. Die Vorbereitungen für den unter dem Protectorate Ihrer Kgl. Hoheit der Großherzogin zu veranstaltenden Bazar und die Dorst-llung zum Besten des Genesungshauses und des Lehrerinnenheims nehmen Dank des regen JntereffeS, das die hohe Frau an den Arbeiten nimmt, und Dank des rührigen Eifers, den alle Mirwtrkenden betätigen, den erfreulichsten Fortgang. Bereits haben eine Anzahl Damen aus den ersten Kreisen der hiesigen Gesellschaft einen Aufruf an alle die erlösten, die daS wohlthätige Unternehmen mit Geschenken re. unterstützen wollen. Auch daS detaillirte Programm für die im Großh. Hoftheater beabsichtigte Aufführung ist in den Tagesblättern erschienen. Die Vorstellung wird eröffnet mit einer Ouvertüre, die von der Hofmufik unter Leitung des HofcapellmetfterS Willem de Haan gespielt wird. Einen eigens zu dem Feste gedichteten Prolog spricht dann Frl A. Locher, eine Dame aus der hiesigen Gesellschaft. Ein Lustsptelchen „Das Gift" folgt darauf. Ferner ist -S dem Eomits gelungen, eine junge ungarische Künstlerin für die Veranstaltung zu gewinnen, welche bereits vor einiger Ze t ki- Sh« h.chg-n H°s- v°r A°-rhSchst-° H»-. schäften concertiren zu dürfen und dort sehr viel Beifall erntete. Die Dame, Fr!. Irene von Brennerberg, wird ein Violivstück au dem Abend vortragen, deffen Begleitung Lerr Hofcapellmeifter de Haan freundlichst übernommen hat. — Den zweiten Thetl des Programms bilden die von den Äerren Profefforen Noack und Müller entworfenen acht lebenden Bilder. Dieselben werden Momente bringen auS der deutschen Geschichte und Sage, die auf das Heffenland Bezug Äft" do 1(9 kwen verloren ini AM-Wch? jttaw, Wts-FralleMllik der zwei Abende umfassenden Tragödie Heinrich und Heinrichs Geschlecht und schildert allerdings nicht mit historischer Treue in kräftig gemalten Strichen die vielfachen Kämpfe zwischen Papstthum und Kaiserthum in den Tagen Gregor- VII. und Heinrichs IV. Das geniale Werk erforderte eine solche Anzahl von Personen, daß nicht nur von mehreren Mit- wirkenden zwei Rollen übernommen, sondern fast noch das ganze Opernpersonal aufgeboten werden mußte. Der Erfolg, den das Riesenwerk erntete, lohnte indesten auch die colvsiale aufgewandte Mühe. Das HauS war nahezu ausverkauft unb das enthustasmirte Publikum wollte nicht müde werden, die Darsteller durch lauten Applaus und Hervorruf aus- zuzeichnen. An musikalischen Darbietungen größeren Stils brachte die letzte Woche neben einem meist moderne Werke bietenden Liederabend des Seuss'schen Ehepaares ein vom Musik - dtrector Fritz Kaiser geleitetes Concert des Männerchor« „HumanitaS", daS den guten Ruf deS Vereins aufs Neue bewährte. Vorzügliches stimmliches Material, tüchtige Schulung des Einzelnen und umsichtige Leitung deS Ganzen wirken hier derart zusammen, daß der Chor ruhig jeder Coocurrenz die Spitze bieten kann, sein Vortrag von MozartS „O Schutzgeist alles Schönen" gleich zu Anfang des Concert« riß das zahlreich erschienene Publikum zu lebhaftem Beifall hin. Herr Concertsänger Franz HarreS, dessen Namen an dieser Stelle schon öfters lobend erwähnt wurde, trug wiederum mehrere Balladen vor, die sein ausgesprochenes Talent für diese Gesangsgattung im hellsten Lichte erkennen ließen. Dem Concerte hatte außerdem die Hofschauspielerm Frl. A. Cramer ihre bewährte Kraft geliehen, die durch Vortrag eines Prologs und mehrerer oberbaherischer Dialect- dtchtungen eine angenehme Abwechselung h das hübsche Programm brachten. Gießener Anzeiger chenerat-Mnzeiger. S3S S^rtVU. X Deutscher Reichstag 159. Plenarsitzung. Freitag den 22 Januar 1897. Das Haus sitzt die Berathung des Extraordinariums des Reichtzamls des Innern, Titel: Untersuchungen über Maul- und WflUCabß$®raf Stolberg (c.): Die Quarantänen seien unentbehrlich, wirklich helfen könne aber nur die generelle Sperrung der Grenzen. Ausländisches Vieh brauchten wir überhaupt gar nicht. Die generelle Sperrung müsse daher auch eine dauernde sein. Abg. Werner (Rcf.P): Die Seuchen würden d'-rch die Viehhändler ins Land geschleppt, vornehmlich durch die jüdischen. Darauf vor Allem müsse die Regierung ein Auge haben, ferner müsse die Deeinfection der Viehw gen eine bessere werden. Abg. Gerstenberger (Ctr.) wünscht, wenn e'ne generelle Sperrung zu erreichen sei, wenigstens eine g'ößtre Sicherung gegen Oesterreich hin. sowie eine ebenso lange Quarantäne für da^Schlacht- Meh der Großhändler, wie für da« Vieh, das der kleine Bauet einführe. Man sollte eine Entschädigung für gefallenes Vieh vom Reiche aus einführen, dann würde das Reich schon für schärfere ÄdwiUhschastsminister von Hammerstein: Innerhalb der vertraglichen Grenzen geht die Handhabung der Veterinärpolizei bei uns bis an die äußersten Grenzen, so daß man im Ausland zuweilen gar meint, wir gingen zu weit. Diesen Vorwurf haben wir. aber stets zu widerlegen vermocht. Etgenthumlich ist es, daß ebenso, wie bet uns behauptet wird, die Seuchen wären vom Auslande nach Deutschland eingeschleppt, im Auslände behauptet wird, sie wurden aus Deutschland dorthin verschleppt. Ebenso wie unter den Menschen Krankheiten spontan auftrehn, geschieht dies auch beim Dtth, ohne Einschleppung. Daß mir unseren Bedarf an Vieh auf die Dauer selber zu decken irn Stande sein würden, glaube ich allerdings auch. Der Etat fordert Mittel für Untersuchungen. Für sväler ist ein Seuchen Institut in Verbindung mit der Thierarzneischule beabsichtigt. Man sucht zunächst das Eontagium zu finden und glaubt sogar bercitö das Präservative gefunden zu haben. Trotz Eontingen- ti.ung der Schweine-Einfuhr aus Rußland sind die Schweinepreise doch wieder auf den alten Stand zuiückgegangen. Es besteht daher nicht die geringste Besorgntß wegen der Versorgung unseres Ostens mit Schweinen und wir erwägen bereits eine völlige Sperrung der Schweineausfuhr aus Rußland (Bravo! rechts) Das Geschrei, daß die Versorgung unterer östlichen Arbeiter mit Schweinefleisch unzulänglich sei, hat sich als ganz unberechtigt herausgestellt. (Beifall rechts.) Man verweist immer auf England, ab t England ist, wenn es auf materielle Verhältnisse ankommt, der größte Schutzzöllner der Welt. Wir haben überdies wegen unserer territorialen Lage unsere besonderen Interessen wahrzunehmen. Dem Abg. Gerstenberger bemerke ich noch, daß das eingeführte Schlachtvieh ja sofort in der Quarantäne unter der strengsten Eontrole getödtet wird. Wir 315:6.1 noch so gewissenhaft unsere Pflicht thun, wir können es doch nicht allen recht machen. Abg. Feddersen (nL): Zu einer Sperre gegen Dänemark liegt nicht der geringste Grund vor, da dort seit 5 Jahren nur ein einziger Verdachtssall vorgekommen ist und da genügt völlig die Quarantäne. Wir in Schleswig-Holstein w ssen ohnehin nicht, wo mir mit den Schafen hin sollen, die wir früher nach England ex- POtltrs!b0. Pachnicke (fr. Vg.) wendet sich gegen eine allgemeine Sperre. Gleichviel ob Absicht ober ob bloßer Erfolg, ebenfalls würde eine generelle Sperre eine starke Verteuerung der Fleisch- pieise nach sich ziehen, ohne daß seststehe, ob den Landwirthen damit etwas genützt werde. Daß die deutsche Landwirthschast den Bedarf Den schlands decken könne, sei eine 20 Jahre alte Behauptung, die sich bisher noch nicht bewahi h-itet habe. Den Jnteresien der Herren des Bundes der Landwi'the ständen die Jnteresien von Millionen der kleinsten Landleute gegenüber, die Magervieh kaufen müßten und die Interessen des Arbeiters, von dem der Satz gelte: sein einziger Reichthum ist sein Schwein! (Lachen.) , . r. , Abg. Plötz (cons.) hält Piohibittomaßregeln im Jnlande, auf die StaatSsecretär v. Bötticher so großes Gewicht lege, für ganz unzureichend; Hauptsache bleibe der Schutz an der Grenze. Im preußischen Abgeordnetenhause würden seine Freunde darlegen, wie es an den Grenzen zugehe. Die gemeine Atzcrei der Freisinnigen auf dem Lande bezwecke nur Trennung der Bauern und Grotzb.sttzer. Abgg. Hilpert (fractionsloS) und Aichbichler (Ctr.) plabtrcn für allgemeine Sp rre. _ K, Abg. vr. Hahn (fractiontzlrS): Gegen Dänemark genüge die Quarantäne nicht, roeil die Jncubattonsieit länger dauere, als man glaube. Wolle man die Grenze gegen Dänemark nicht sperren, so müsse man die Quarantäne mindestens auf 4 Wochen ausdehnen. Auch dos viele minderwenhige Fleisch von d>rt müsse man aussperren. Dasselbe gelte betreffs Holland. Maßregeln im Innern helfen nichts ohne Sperrung der Grenze. Die Landwirthe wollten nicht die Preise oertbeuern, sondern nur Preise haben, bei denen sie existiren können. Minister Frhr. v. Hammerstein bestreitet die von Hahn behauptete Länge der Jncubationsdauer. Gegen die etwaigen Ansteckungtzttoffe, die in den Haaren r. haften, wurde aber auch eine vierwöchige Quarantäne nichts nützen. Abg. Graf Kanitz (cons.): Gegen die Dieheinfuhr auS Dänemark könnten wir unbedenklich vorgehen, denn mit Dänemark hätten wir keinen Vertrag. Das Umsichgr ifen d-r Maul- und Klauenseuche datirt erst seit der Öffnung unterer Grenzen. Nachd m sich noch Abg. Graf Oriola für, Abgg. Wurm, Ulrich (Soc.) unb Lessing (fr. 93p.) gegen eine totale Syrre ausgesprochen, wirb der Titel genehmigt. Morgen 1 Uhr: Etats bet Reichsschuld und des Rechnungshofes. Schluß 6 Uhr. ______________ Snanal.Hpricoftr ßtmi, füttern Ki'schen. Mi nze IKinhln, Hift Haiti, Jirii Stiitdtüti tUMbutd ftmxa.auSwDig, Prsisüdttrnr. Pttstviedtl «iredPickl.S ßfektt-, Senf-, kssi. ) ui Sityröti i. s. i Bekanntmachung, betreffend: Die Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischen ReligionSgemeinde Gießen. Bei der am 22. d. MtS. vorgenommenen Wahl ist Herr Joseph Stern dahier zum Mitglieds des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde dahier wiedergewählt worden. ES wird dies mit dem Anfüg-n öffentlich bekannt gemacht, daß während dreier Tage, nämlich am 25., 26. und 27. d. MtS , das Wahfprotocoll mit allen Anlagen auf dem Bureau deS 1. Vorstehers, Herrn Commerzienratb S. Heichelheim dahier, offen gelegt sein wird und daß während der uner- streckltchen Frist dieser drei Tage die Stimmberechtigten, sowie der Gewählte von dem Wahlprotocoll und deffen Anlagen Einsicht nehmen und Einwendungen gegen die Wahl oder pegen den Gewählten, bezw. auch eine Ablehnung der Wahl, bei Vermeidung des Ausschlusses bei Grohherzoglichem KreiSamt Gießen vorbringen können. Gießen, den 22. Januar 1897. Der von Großh. KreiSamt Gießen ernannte Wahlcommiffär: Hach. Naße). 263 :h n. Cabliao WI4 im ,«eb»o»«. h-Ges*! ggs-Gesuch. iethungen. m voll 3 Silltment E tung und allem Zubehör Hüt 1. Mir, W «r» CAolflMttL- zubchSr, in Folge Ler- cn ssg: oj ganzen Gruppen von Zeitungen Wünsche und Vorschläge eingehen, ist'« dann wirklich ganz unfaßbar, daß eine gewissenhafte vom Werth der Presie überzeugte VerkehrSverwaltung von Neuem den einen oder den anderen Vorschlag eingehend geprüft hat, selbst auf die Gefahr hin, in der Nähe deS Ziels noch einmal umfassende Berechnungen anstellen zu müssen? Berlin, 22. Januar. Die Commission deS Ab- geordnetenhauseS zur Vorbereitung der Städte- ordnung für die Provinz Hessen-Nassau setzte gestern Abend die Verhandlungen fort. § 34 bestimmt, daß die Wahl deS Bürgermeisters und der Beigeordneten durch die Stadtverordneten. Versammlung gemeinsam mit dem Magistrat erfolgen soll. Der Abg. Cahensly (Ctr.) beantragt, dem Magistrat die Thetlnahmr an der Wahl nicht zu gewähren. Abg. v. Tepper LaSki will den besoldeten Magistrats- Mitgliedern kein activeS Wahlrecht zugestehen, sodaß also die unbesoldeten Mitglieder zusammen mit den Stadtverordneten den Bürgermeister und die Beigeordneten zu wählen Härten. Beide Anträge wurden adgelehnt. Zu § 36 wurde für den Fall, daß der gewählte Bürgermeister nicht bestätigt wird, vom Abg. Kircher (Crr.) beantragt, daß durch die Besoldung eines CommtffarS nicht höhere Kosten erwachsen dürfen, als in dem Etat der Stadt für die Besoldung des Bürgermeisters ausgeworfen sind. Nach längerer Debatte wird auch dieser Antrag abgelehnt. § 47 untersagt daS Abhalten von Stadtverordnetenversammlungen in WtrthShäusern. Auf Antrag deS Abg. v. Pappenheim (cons.) wurde dies für Ausnahme- fälle zugelasien. Im Uebrtgen wurden die Bestimmungen deS Entwurfs biS § 52 incl. unverändert angenommen. Berlin, 22. Januar. Die „Post" erführt, daß die Minister deS Innern und der Finanzen angeordnet haben, die Zahl der Aspiranten des Verwaltung« -Examens auf ein Drittel der bisherigen Zahl zu beschränken. Rom, 22. Januar. Anläßlich der in einem Blatte laut gewordenen Klage, daß die Regierung nicht die Initiative ergriffen habe, um Verstärkungen gegen dieDerwische nach Afrika zu senden, führt die „Dptnione" auS: Wenn Verstärkungen nöthig, sei eS Sache des Truppenbefehlshabers in Afrika, diese zu fordern, und Sache der Regierung, sie hin- zusenden. Der Oberbefehlshaber in Afrika habe bis jetzt keine Verstärkungen verlangt. Die Regierung habe daher solche weder abschicken können, noch dürfen. Wenn Verstärkungen beansprucht werden, werden solche sogleich abgeschickt. Brindifi, 22. Januar. General Baldisfera ist heute Morgen hier gelandet und reist Abends nach Rom weiter. Braß, 22. Januar. Hier find Nachrichten eingegangen, wonach das ExpeditionScorpS der „Royal-Niger Company" bei seiner Ankunft in Kabba gefunden habe, daß die ganze Armee der Fullahs südlich vom Niger, von Schrecken erfaßt, fich zerstreut habe. Depeschen deS Bureau „Herold." Berlin, 22. Januar. Der Kaiser hat genehmigt, daß zur Centennarfeier Kaiser Wilhelm« I. die königliche Akademie der Künste und der Verein für Geschichte Berlins im März in der kleinen Akademie der Künste eine auf sechs Wacken berechnete Ausstellung von künstlerischen, literarischen an? sonstigen Erinnerungen an die Person und Regierungs- zeit Kaiser Wilhelms I. veranstaltet. Die genannten Körperschaften fordern zur Beschickung der Ausstellung auf. Berlin, 22. Januar. Der Entwurf einer neuen Grund- buchordnung für das Deutsche Reich ist heute dem Reichstage zugegangen. Berlin, 22. Januar. Wie die „Post" erfährt, will Graf Arnim feine Behauptungen betreffs der Börsen- Verhältnisse vor dem Forum deS Reichstages bei Be- rathuug des Antrages Paasche, betreffend Aufhebung der Tranfitläger, beweisen. Berlin, 22. Januar. DaS Herrenhaus hat heute daö LehrerdesoldungSgesetz an eine Commisfion von 15 Mitgliedern verwiesen. Morgen Interpellation Klinckowström und Antrag Frankenberg. Berlin, 22. Januar. Das Abgeordnetenhaus hat heute die Richterbesoldungsvorlage erledigt und daS Schuldentilgungsgesetz in der Fassung der zweiten Lesung endgiltig angenommen. Ferner wurden kleine Vorlagen in dritter Lesung erledigt. Morgen kleine Vorlagen. Berlin, 22. Januar. Wie der „Localanzeiger" auS Petersburg meldet, wird der Zar wahrscheinlich bald nach dem Süden abreisen. Während seiner Abwesenheit soll nach den neuesten Bestimmungen kein Kronrath, sondern ein Ministerrath eingesetzt werden, an desien Spitze Graf Pahlen und PopjrdonoSzew stehen werden. Der Mtnisterrath war eigentlich schon unter Alexander II. gegründet, doch wurde er niemals einberufen. Berlin, 22. Januar. Die Meldung des Pariser „Temps", daß eine deutsche Expedition die Hauptstadt des Sultanats Dagomba, Hendl, Ende November zerstöre habe, dürfte, wie man den „Berl. Reuest. Nachr." mittheilt, bald ihre Bestätigung finden. ES handelt sich um die Expedition deS Dr. Gruner, welcher beauftragt war, von Misahöhe auS die von Lieutenant v. Carnap in Angriff genommene Station Lausanne-Mangie auSzubauen, weichem aber seitens des GulranS der Durchzug durch sein Gebiet verweigert wurde. Auf Dr. GrunerS Benachrichtigung hiervon schickte ihm der Landeshauptmann 80 Mann der Schutztruppe, um nöthigen- fall« Gewalt anzuwenden, da in keinem Falle geduldet werden könne, daß die Bewegungsfreiheit im Schutzgebiete von dem guten Willen eines eingeborenen Häuptlings abhängig sei. Frankfurt a. M., 22. Januar. Der „Franks. Ztg." wird aus Budapest gemeldet: Die Leichen der in Anina erschoffenen zehn Arbeiter wurden heute unter dem Aufgebot von Militär beerdigt. Heute ist wieder einer von den Verwundeten gestorben. Von den Verletzten liegen noch drei hoffnungslos darnieder. Bis jetzt wurden zwölf Verhaftungen vorgenommen. Der morgigen Lohnauszahlung fleht man mit Besorgniß entgegen. Köln, 22. Januar. Die „Kölnische 8*g.* meldet ans Petersburg: Gerüchtweise verlautet, daß Rußland mit der Absicht umgehe, bei seiner Artillerie neue französische Schvellfeuergeschütze einzuführen. Allerdings würde diese Neubefchaffang nur etwa 85 Millionen Rubel kosten. Hamburg, 22.Januar. Die aogekündigten Versammlungen der Ausständigen wurden abgefttzt. Die AuS- standSleitung wird ihren Entschluß morgen zur Abstimmung unterbreiten. Bern, 22. Januar. DaS Bundesgericht hat die Bank von St. Gallen zur Herausgabe der annähernd zwei Millionen Francs, welche der verschollene Johann Orth (Erzherzog Johann) bei ihr deponirt hatte, an deffen Erben verurtheilt. Wien, 22. Januar. Die Akademie der Wiffenschafren beschloß, eine Anzahl Aerzte behufs Erforschung der Beulen Pest nach Bombay zu entsenden. Pleß, 22. Januar. WlodarSki, der dritte Mörder des Bankiers Kohn, ist in Sezakowe in Galizien festgenomwen worden. Budapest, 22. Januar. Wie aus Reschitza gemeldet wird, sind aus Anina Arbeiter-Delegtrte etnge- troffen, um mit den dortigen Bergleuten behufs gemeinsamen Vorgehens in Fühlung zu treten. Nicht nur der Bergbau, sondern fast alle Betriebe sind in Stillstand gerathen. ES arbeiten gegenwärtig nur die Hochöfen und die Gießereien. Die Rädelsführer der Revolte wurden verhaftet. Rom, 22. Januar. Durch den obersten SanitätSrath ist die Einfuhr von Maaren aus Indien verboten worden. Die Frachten der Schiffe, welche in einem indischen Hafen nur anlegten, werden bei Ankunft in Italien an Bord deStnficlrt. London, 22. Januar. Neuesten Nachrichten auS Teheran zufolge sind durch daS Erdbeben auf der Insel Kisch en von 5000 Einwohnern 2500 umS Leben gekommen. Konstantinopel, 22. Januar. Gerüchtweise verlautet, Maurad Pascha habe sich in die russische Botschaft geflüchtet. _______________ Berlin, 23. Januar. Der Magistrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung einstimmig, eine Petition an den Minister deS Innern um Aufhebung der Verordnung bezüglich der äußeren Heilighaltung der Sonntage zu richten. Berlin, 23. Januar. Wie der „Localanz." aus Plön meldet, treffen die kaiserlichen Prinzen am DienStag in Berlin ein und verbleiben daselbst bis zum 31. Januar. Berlin, 23. Januar. Nach amtlicher Mittheilung beläuft sich der Betrag der zur BoaranSzahlung angemeldeten 4%igen ConsolS auf nur 210650 Mark. Berlin, 23. Januar. Die Conferenz im kaiserlichen ReichsgesundheitSamt in Angelegenheit der Pestgefahr wird heute Vormittag 9% Uhr unter dem Vorsitz deS Direktors Köhler stattsiaden. An der Conferenz werden neben den ordentlichen Mitgliedern des ReichsgesundheitS- amteS noch die außerordentlichen Mitglieder desselben sowie die vortragenden Räthe der Medicinal-Abtheilung des Cultus- ministeriumS theilnehmen. Berlin, 23. Januar. Die Meldung, eS hätten vertrauliche Sitzungen der Budget-Commission stattgefunden, witd den „Berl. Reuest. Nachr." als unrichtig bezeichnet. Stettin, 23. Januar. Eine gestrige Versammlung der pommerschen Landwirthe beschloß die Gründung einer Getreide - Verkaufs - Centrale mit dem Sitz in Stettin. Budapest, 23. Januar. Die Minen- und das Dynamitmagazin in Anima werden militärisch bewacht. Der Ausstand dauert fort. JnSgesammt feiern 5000 Bergleute. Rom, 23. Januar. Die Polizei in Civitavechia beschlagnahmte die Strikekasse der Hafenarbeiter. Paris, 23. Januar. DaS englisch? Frachtschiff „Mabel", welches für ein hiesiges Geschäftshaus indische Teppiche an Bord hatte, wurde auf Anordnung deS Ministeriums in Bougival mehrere Tage zurückgehalten und beaufsichtigt. CocaUs unt protHnsieltef, Gießen, den 23. Januar 1897. * • Theater Verein. Am Donnerstag Abend ging die lang erwartete zweite Vorstellung deS Theater-DereinS vor sich. Die schmerzvoll durchlebte Pause war durch widrige Verhältnisse aller Art hervorgerufen, wobei die Schwierigkeiten in der Herstellung einer neuen Zimmerdecoration und in der Wahl eines, alle Abonnenten gleichmäßig befriedigenden Stücke« nur eine kleine Bedeutung halten. Die Farbe der Decoration wurde in ansprechender Schmucklosigkeit grau in grau, die des Stückes rosa in rosa gewählt- und das sind recht hübsche Farben, von denen ich um deS Himmel« Wille» nichts Schlimmes sagen möchie. Das Slück spielte mit den Verwandlungspausen reichlich drei Stunden- ohne sie wären eß knappe zwei geworden. Die Ausfüllung erfolgte seitens der Zuschauer meist durch verschiedenartige intereffante Hypothesen darüber, in welchem Acte man sich wohl befände. — Das Bauernfeld'sche Lustspiel „Bürgerlich und romantisch" ist trotz seiner sechzig Jahre noch frisch und lebensfähig. Freilich, statt des jetzt beliebten Pikanten finden wir da nut harmlose Fröhlichkeit und statt des scharf Zugespitzten nur liebenswürdige Breite. Aber der vorgestrige Abend zeigte, daß dem Geschmacke deS Publikums solche gesunde Kost zusagt, und daß wir noch recht wohl begreifen, roaß unseren Vorfahren die Bauernfkld'schen Comödien so lieb gemacht hat. — Die Frankfurter Künstler brachten in köstlichster Weise daS Zeitcolorit, das „Milieu" zur Geltung. (Nur ganz nebenbei fei bemerkt, daß den Damen die Trachten der Zeit allerliebst standen- freilich liegt so Etwas nicht allein an den Trachten). Was war daS für eine gutmüthige Behaglichkeit im Hause des Rath Zabern- was waren er selbst (Herr Szika), was die Räthin (Frau Freund) für Pracht-Figuren! Wie reizend hob sich da« bürgerliche Brautpaar (Frl. Gieseke und Herr Bolz) von dem romantischen (Frl. Doch und Herrn Bauer) ab- w'e allerliebst wurde die Zankscene während deS väterlichen NachmittagS-Schlafcs gespielt, wie schalkhaft das Wort- geplänkel L la Benedict und Beatrice nuancirt! Herr Roll als Piäfideut, Herr Stritt als Lohnlakai waren sehr an ihrem P atze. Schade daß die hübsch angelegte Rolle diese« Letzteren eine Episode bleibt. — Da« Publikum quitürie mit freudigem Behagen und lautem Danke den Mufterleistungen der Künstler. Gustav Ambergs Experimental-Borträge und Demonstrationen fanden gestern Abend vor einem ebenso zahlreichen Auditorium statt, wie am Donnerstag Abend. Das Haupttntereffe wandte fich begreiflicher Weise den hier zu» ersten Male vorgeführten Experimenten mit Röntgenstrahlen zu und wurde deren Wirkungsweise trefflich erklärt und veranschaulicht durch Aufnahme einiger Bilder (menschliche Hand und mehrere in einem Postklftchen verwahrte Gegenstände), die, in vielfacher Vergrößerung auf einem beleuchteten Schir» gezeigt, klar und deutlich das zeigten, was dem menschlichen Auge bisher ohne operativen Eingriff verborgen blieb. Hohe« Jntereffe erweckte ferner der Ruhmkorff'sche Funken Jnductor, die verschiedenartige Anwendung der Geißier'schen Röhren, der Darstellung von PhoSphoreScenz und FluoreScrnz- ferner die elektrische Kraft, betrachtet als Wellenbewegung, Wellen und Strahlen deS Schalles, des Licht« und der Wärme, die elektrischen Entladungen durch Licht, die elektrische Fernwirkung durch Influenz, die Entstehung elektrischer Ströme in benachbarten Lettern, der Nachweis der Knotenpunkte in wellenartig bewegten Strömen - baß elektrische Licht ohne Leitung, tranflformtrte Wechselströme und schließlich die Verbreitung elektrischer Schwingungen durch den Raum. Herr Amberg gab am Schluffe seine« Vorträge« der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Electricität in ihren verschiedenen Forme»- und Anwendungen uns Gebiete vollständig erschließt, die die Menschheit bisher nur zu ahnen wagte. — Rauschender Beifall wurde Herrn Amberg während seine« Vortrages und am Schluffe zu Theil. Wir glauben im Sinne Aller zu handeln, wenn wir den beiden Vereinen, Kaufmännischer Verein und OrtSgewerbeverein, die Anerkennung dafür au-- drücken, daß fie Herrn Amberg zu den in jeder Beziehung lehrreichen Vorträgen gewannen und dadurch einem größeren Kreise Einblick ermöglichten in Erscheinungen und Wirkungen, die in der Gegenwart intereffant find, in der Zukunft aber bedeutungsvoll werden. • • Beteranen Vereiu. Nachdem wir in unserer vorletzten Nummer einen eingehenden Bericht über die geplante Aufführung am Montag den 25. dS. Seitens des hiesige» Veteraneu-VereinS zum Besten feiner Unterstützungskaffe gebracht, haben wir heute noch nachzutragen, daß unsere Regi- mentScapelle unter persönlicher Leitung des Großh. Musik- Direktors Herrn Krauße den Concert-Theil übernommen hat. Hiermit ist wohl allen Anforderungen nachgekommen, und dürfen wir im Hinblick auf die in Aussicht stehenden Kunstgenüffe allen unseren werthen Lesern und Leserinnen den Besuch der Aufführung angelegentlichst empfehlen. Der Besuch wird voraussichtlich ein sehr starker, so daß eß empfehlenSwerth ist, sich alsbald mit Eintrittskarten zu versehen, die an den bekannt gegebenen Stellen, bereits zu haben sind. * ■* Panorama. Eine herrliche Reise durch Italien stellt daß Panorama auf allgemeinen Wunsch am Sonntag und biß Montag Abend zum Schluffe noch aus und zwar den Gardasee, Verona, Venedig während der Anwesenheit des deutschen Kaisers. Versäume Niemand den Besuch während der beiden letzten Tage. * ♦ Gebrauchsmuster-Eintragung. Schreibpult mit endlosem, über die Schreibfläche geführtem Rollenpapier: Ludwig Sier in Gießen, 9. 1. 97. ** Verleihung von Diplomen an der Großherzogliche» Technischen Hochschule zu Darmstadt. Im Herbst 1896 haben fich folgende Studirende Diplome der Technischen Hochschule zu Darmstadt erworben und zwar baß Diplom als Architekt: Die Herren Wilhelm Beft aus Darmstadt unb Ferbinand Peisker aus Mainz- das Diplom als Bau-Ingenieur Richard Böhlig auS Wolfshain unb Heinr. Maurer aus Herbstein- baS D'plom als Maschinen- Ingenieur Franz Mühl auS KunerSborf- baß Diplom als Electro-Jngenieur Wilhelm Bötz aus Gelnhausen, Paul Engels aus Hückeswagen, Friebrich Mierisch aus Hainichen unb Julius Oppert auS Hamburg- baß Diplom als Chemiker Carl Schorlemmer aus Darmstabt. * * Die Bahnsteigsperre. Am 1. April werden, wie die „Frkf. Zig." erfährt, 1600 Bahnsteigschaffner im Gebiet der preußischen StaarSbahn neu angestellt werden. Bisher versahen geprüfte Fahrschaffner diesen Dienst. Die außerordentliche Vermehrung des Personals hat vor Alle» darin ihren Grund, daß am 1. April nicht nur die He'sische LudwigSbahn verstaatlicht wird, sondern daß auch die Bahnsteigsperre nun irn gejammten Bereiche der StaatSeisenbahne» eingeführt werden soll. § Aus dem Ohmthal, 22. Januar. Der diesjährige Winter zeigt dem Landwinh, wie ungemein ungünstig schlechtes Dörrfutter die Milchp roduct ion beeinflußt. DaS schlecht gemachte Heu unb baS noch viel schlechter heimgebrachte Grummet haben die normale Milch- ergiebigkeit der Kühe um 25—50 Procent heruntergehen lassen. Kraftfuttermittel verhalfen allerdings wieder z» besserem Ertrage, vermögen aber doch nicht den vollständigen Mangel an erstklasfigem Dörrfutter zu ersetzen. Auch das Futterstroh ist nicht reichlich vorhanden und baß vorhanbene ebenfalls nicht von bester Qualität- wuchs doch nicht selten bie Frucht nach ihrer Einerntung in ben Scheuern. Durch bad schlechte Milchergebniß entgeht namentlich bem kleinen . Landwirth ein Theil seiner gewohnten Einnahme, deren Ausfall er mehr als sonst empfindet. Die Viehpreise stehe» ■ «** uoncitti c?6 ^tt. Nx^M SS^«4 mL-°. X »LrZ *ttl15« nbT (“*Ä *- ®e#Ä '6.!l.,u*=« Sdiiri °'S°°bN-b. hL 4»« Weit ®aU äj1*“"»; fmi« *>R, SM.e ? « Sira«, bi, llt tka* $ttJ, ii "“«'We 8ld)t Hi, »b wiitsm bi, 81tl Raum. Ret lltlti?1Ue6nitaR ?«diltbtntn Soimti lanbt8 «Idilitfet, bk ’öfltt. - Rauschkvbn fcintJ Voltrages uni 'm Sinne Aller zu '*nen/ 9ausmännisihn Erkennung dafür au», n in jrder Beziehung ibutd) einem gtöfeeteü ingen und SButungtn, in der ßutnnfl aber irin uns»» vorletzt» er die geplante Aas. Seitens des hiesig» UnterslützungSkasse geigen. bah unsere Reg«. I des Grohtz. Mch< tctxbl^tii übet- Unfoxbmingtn nai- auf die in AaSssch/ tzchmt Mb lang angdtgintVi^ W ein sehr starker, ilibalb mit Qnntdtti' nnt gegebenen Stellen teile durch Jtalirn Wunsch am Sonntag noch aus und zwar rend der Anwesenheit Niemand den Besuch Schrribpult mit enb' lthitem Rollenpopier: n bet 8tohherr«glich« Im Herbst 1896 hab» Be der Technischen und zwar dar Diplo» v Best aus DamKabt tBi; das Dip!°w als ,z Wolfshain und heinr. lom al- Maschinen' netfboif; das Diplom nt85 aui®e*ien, riebrich Merisch Hamburgs b°S DM aus Darmstadt- 8ptll werden, »le «ahnsteissü"^!'/» iet dies» Menst. r u hit vor Aue» bie H-'sis-he ‘ ’ ? « 14 d>. s* bteeju^-D' i» ungünstlS l4P,0.bV, «°4 »i«1 P'°^', nun« i" oüeiMng« 5 bl0fW I «W‘ » Ü‘Ä :tn °° ilf „,d)t !->»' ®u4< * ®i<4 ■äs *»*ä*w zur Zeit auf keiner hohen Stufe. Der geringe Borrath an Dörrfutter, sowie die den Handel lähmende Maul- und Klauenseuche, die gar nicht mehr verschwinden will, mögen die Ursache der Preisverhältniffe sein. Namentlich sind letzthin die Preise für Kälber ganz bemerkenSwerth zurück- gegangen. Der frühere Preis für das Pfund Lebendgewicht srll fast dem jetzigen des Schlachtgewichtes gleichkommen. -o- Schotte«, 22. Januar. Am 11. Februar l. Js. wird der hiesige DistrictS Einnehmer, Herr Rendant Reitzel, fein goldenes Dienfijubiläum feiern. Der Jub'lar ist no4i so rüstig, daß er die auswärtigen Erhebungen sämmtlich selbst wacht, selbst bei ungünstigem Winterwetter. — Herr Pfandmeister Schuch ard, ein Mann noch in den Vierzigern, wurde kürzlich auf einer Dienstreise nach Ober-Seibertenrod oon einem Schlaganfalle betroffen und mußte per Wagen hierher verbracht werden. § Hunger», 21. Januar. Bet der am 19. d. Mts. im Feldheimer Walde, sowie in der Feldgemarkung Feldhetm abgehaltenen Treibjagd wurden 46 Hasen erlegt. Mainz, 18. Januar. Auf der Taunus« und Rbeinbohn- strecke ist von heute bis zum 25. Januar, ab Kastel bis Eltville, ein Alarmzug vorgesehen, der für die Garnisonen in Mainz und Kastel bestimmt ist. Tag und Stunde find natürlich nicht bekannt; eS erfolgt eine plötzliche Alarmirung zum Verladen von Mannschaften, Pferden und Geschützen in den bereitstehenden Zug. Die Entladungen werden auf einer neuerbauten Rampe zwischen den Stationen Schierstein und Walluf vorgeuommen. Brodpreise vom 24. Januar bis 7. Februar 1897. Dor hiesige« Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrob......27 Pfg. 2 Kg. (4 Ptd.) tafelbrob......64 , 1 Kg. (2 Pfd.) Wetßbrod......25 , bei Emil Noll........24 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot»......50 , bet Emil Noll........48 „ 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot,......23 , 2 Kg" (4 Pfd.)"Schwarzbrot).....46 „ 2 Kg. f4 Wd.) Kornbrod bei Gg. Keil und Karl Spanier 42 „ 2 Kg. (4 Pfd) Roggen-Schwarzbrot, bei Ernst Muth, und W. Amend 44 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot,......69 , Der auswärtige« Bäcker. 3 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot, bet W. Weitzel von Lang-Göns 46 „ L. Stetnmüller, Gr.^Ltnden 42 „ L. Schmidt, G^. Linden 42 „ Aua. De'b l, Wieseck 50 „ Wtlb. Fabel von Wieseck 50 „ 2 Kg. (4 Pfd.) SchwarzbrodbeiJoh. Kd. Veite v. Kirch-Göns L. Steinmüller, Gr.-Linden L. Schmidt, Gr.-Linden 40 „ W. Weitzel v. Lang-Göns W.Steinmüller v. Lana-Göns 42 w G. Jacoby v. Allen-Buseck 44 „ Aug. Deibel von Wieseck 46 „ S Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot, bei G. Jacoby v. Alten-Buseck 68 Ernst Evrist von Wieseck 66 W. Fadel von Wieseck 69 Der Brodverkäufer. Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäcker«. Gießen, den 23. Januar 1897. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Auszug aus den Xantesamtssegiftma der Stadt Siehe«. Uafgebore. Januar: 18. Karl Kraft, Etsendreher zu Rödelheim, mit Susann« KolloseuS zu Sindlingen. 21. Wilhelm Weber, Landbrief- träger zu Grunberg, mit Marie Rühl zu Burkhardsfelden. 21. Jakob Siegel, Kutscher dahier, mit Katharine Jacob hterselbst. Aeüorev«. Januar: 12. Dem Schlosser Bernhard Weidenhaus ein Sohn. 12. Dem Babnarbeiter Philipp Balser ein Sohn, Karl. 12. Dem Hilfsdiener Franz Laver Andres ein Sohn, Franz Xaver Sebastian. 13. Dem Hetzer Heinrich Hammel eine Tochter, Cbarlotte. 13. Dem Metzger und Wirth Jakob Diehl eine Tochter. 16. Dem Taglöhner Joseph Frey e'n Sohn, Franz. 16. Dem Bäckermeister Ernst Muth eine Tochter, Mari'". 18. Dem Schreiner Philipp Rühl eine Tochter, Marie Christine. 19. Dem Schlosser Heinrich Müller eine Tochter, Lina Marie. 20. Dem Gastwtrlh Joseph Stahl eine Tochter, Maria Theresia. •töirbtm. Januar: 15. Wilhelm Seipp, 28 Jahre alt, Landwirth von Trais Münzenbera. 16. Johannrtle Franz, geb. Herbert, 56 Jahre eit, Wittwe von R allchrer Karl Franz dahier. 17. Johann Bischoff, Portefeuiller von Hausen, Kreis Offenbach, Musketier im hiesigen Regiment. 17. Katharine Schmidt, 58 Jahre alt, von Wetzlar. 18. Christine Dörmer, geb. Schütz, 58 Jahre alt, Ehefrau von Co'porteur Hermann Dörmer dahier. 20. Elise Bott, 19 Jahre alt, Näherin dahier. 21 Georg Zeiß, 49 Jahre alt, Wagner dahier. Auszug aus den Aircheubircherir der Stadt Gietzerr. Uvaagelische Gemeinde. Getraute. MarkuSgemeinbe. Den 16. Januar. Ludwig Maximilian Joseph Wilhelm Schraner, Stationsgehülfe zu Gießen, und Elisabethe Becker, Tochter des verstorbenen Tuchmachers Konrad Becker zu Schotten. Johannesgemeinde. Den 16. Japyar. Carl Johann Wilhelm Vlx, Matertalverwalter zu Gießen, und Anna Katharine Mathilde Wedel, Tochter des ersten UniversttättzdienerS Ludwig Wedel zu Gießen. Gttaaft«. Matthäusgemeinde. Den 17. Januar. Dem Sckreinermetster Georg Karl Ludwig Christian Haubach eine Tochter, Emma Käthe Ottilie, geboren den 16. December. . , _ , Denselben. Dem Schutzmann Karl Sommerkorn ein Sohn, Hans Friedrich, geboren den 3. November. Markusgemeinde. Den 17. Januar. Dem Sieinbruchbesitzer Karl Valentin ein Sohn, Adolf Otto Hans, geboren den 19. November. JodanneSgemeinde. Den 17. Januar. Dem Realgymnasiallehrer Dr. Heinrich Pitz eine Tochter, Charlotte, geboren den 14. December. Denselben. Dem Uhrmacher Carl Ramstock eine Tochter, Helene Wilhelmtna, geboren den 16. December. Militärgemeinde. Den 17. Januar. Dem Sergeant Johann Conrad Löchel eta Sohn, Heinrich Ernst Wilhelm, geboren den 19. December. Beerdigt». Matthäusgemeinde. Den 17. Januar. Johannetle Straub, geb. GenSheimer, Wittwe des Bauaufsehers Karl Straub, 71 Jahre alt, starb de« 15. Januar. MarkuSgemeinde. Den 22. Januar. Elisabeibe Bott, Tochter des Arbeiters Kaspar Bott, 19 Jahre alt, starb den 20. Januar. Lukasgemeinde. Den 20. Januar. Christine Dörmer, geb. Schütz, Ehefrau deS Agenten Hermann Dörmer, 58 Jahre alt, starb den 18. Januar. Johannesgemeinde. Den 17. Januar. Johannette Franz, geb. Herbert, Wittwe deS Reallehrers Carl Franz zu Gießen, 56 Jahre alt, starb den 16. Januar. Auswärtige aus den Kliniken. Den 20. Januar. Katharine Schmidt, geb. Schäfer, Wittwe deS Schneiders Peter Schmidt zu Nauborn, 58 Jahre alt, starb dcn 17. Januar. Verkehr, Land, «nd volk-roirthschaft^ Gietzm, 23. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,75-0,95, Hühnereier pr. St. 7-8 A, 2 St. 00 H, Enteneier 0 H, 2 St . v H, Gtzrse- eier pr. St. CO—00 H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 A, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 28 A. Tauben pr. Paar X 0.70 bi8 0,90, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr.Stück X 1,20-1,50, Enten pr. Stück X 1,50-1,70, Gänse pr. Pfund X 0,48—0,54, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60-66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch Hammelfleisch pr. Pfd. 50-65 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 50 bil 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 A, Zwiebeln pr. Centner X 4,00-0.00, Milch pr. Liter 16 A. Kunst-Ausstellung, ms,S nähme des SamStagS, von 11 dis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Sonntag- ununterdroche« vo« 11 dis 8 «hr. — Eintrittspreis für Ntchtmilglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg.________________________________ 60,000 kaufmännische Stelle« besetzt. (Der »Verein für Handlungs-Commis von 1858" (Kaufmännischer Verein) in Hamburg hat am 15. Januar d. I. die 60,000ste Stelle besetzt. Am 14 November 1894 wurde die 50,000fte Stelle durch ihn vermittelt. Somit hat dieser Verein, dessen Vermittelung sich bikanntlich über die ganzeErde erstreckt, in der Zeit von 26 Monaten die Besetzung von 10,000 kaufmännischen Stellen zu verzeichnen. Im verflossenen Jahre wurden allein 4840 Stellen besetzt. Der am 25. Juli 1858 von 70 jungen Handlungsgehilfen in Hamburg gegründete „Verein für Handlungs-Commis von 1858" erfüllt mtthm seinen Zweck, die stellesuchenden jungen Kaufleute vor der Ausbeutung durch die gewerbsmäßigen Stellenvermittler zu 'chutztih in bester Weise. Hervorgehoben muß hierbei werden, daß die Vermittelung des Vereins, obgleich ihm durch sein ausgedehntes Aus- kunstswesen ganz bedeutende Kosten entstehen, sowohl für stelle- suchende Mitglieder, als auch für Firmen völlig kostenfrei ist. Nur solche Bewerber werden in Vorschlag gebracht, über die der Verein durch seine birecten Auskünste gute Empfehlungen besitzt. Politische und religiöse Bestrebungen sind beim 58er«,Vereine völlig ausgeschlossen. Er verfolgt lediglich die Hebung des deutschen Kaufmannsstandes in wirthsckaftlicher und geistiger Beziehung. Seit vielen Jahren ist die Vereinsleitung auch auf socia'politischem Gebiete für die berechtigten Forderungen der deutschen Handlungs- Gehülfen mit gutem Erfolg eingetreten. 863 Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß nach dem Aus. schreiben Großh. Kreisamts Gießen vom 18. d. Mts., abgedruckt im Gießener Anzeiger Nr. 16, die für den Monat Februar l. I. vorgesehenen Viehmärkte zu Gießen verboten sind. Gießen, den 21. Januar 1897. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 905 _____Gnauth.__ Bor«, Gerichtsvollzieher. 896 Ät SchlMhaus 902 Neuenweg 17. 888 Freibank. Heute und Montag: Stiersieisch I Versteigerungen. < Dienstag den 26. Januar 1.1., Nachmittags 3 Uhr, versteigere ich Marktplatz 20 dahier gegen Baarzablung: 2 Pferde, 2 vollst. Betten. 2 Sophas, 2 Commoden, 1 Schreibsecretär, zwei Tische, 1 Partie Heu und Grummet, 1 Trommel und sonst VerschicdeneS. Steue und gebrauchte Schlitten preiswürdig abzugeben. 876 Fr. Schwan jr», Wehlar. TöMchMiche Milch abzugeben SelterSweg 75. 8 0 nicht ladenrein, pr. Pfd. 52 Pfg. Gelegenheitskauf. Um mit meinem Lager in Ueber- ziehern und Pelleriue-Mäutelu ftrr Herren und Knabm zu räumen, gebe von heute ab auf diese Artikel 15% Rabatt. A. E. Spornhauer Ein- und zweispännige Schlitten zu verkaufen. 889 Friedrich Kühne sen. 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