L8SV Donnerstag den 23 December und Anzeigeblcrtt für den Kreis Giefzen. Aint ] chratisöeikage: chießmer Kamilienökätter. mliib am selben Abend die 8orftanb. ; Helles md en 296.26 g(tief ungsstücke find von zu Jedermanns An- ImO«< » Anzeigen zu der Nachmittag! für bau faxend« leg erscheinenden Nummer bi! vor». 10 Uhr. berrate Alle »nnoncen-vareaux b4 Im- und BuManbd nehm« Anzeigen für be* ..Gießener Anzeiger- a*rr*. ,janipeD Sge- jnpeln MciL sscin mt, Hckllgs- 86.95 10280 2130 94.46 36^5 101» 100.30 unter C. reifliche Erwägung der gedachten Beschlusses zu. Der Abg. Osann und Genossen haben jetzt eine An» frage an Großherzogliches Staatsministerium gerichtet, ob diese Erwägungen nunmehr stattgefunden und zu welchem hat sich Tocmtag Abend um 8 Uhr in der Schulzendorfer. straße Nr. 12 abgespielt. Der 21 Jahre alte Eisemoaaren- händler WaUer Buckow hat hier seine am 31. Oktober 16 Jahre alt gewordene Braut Gertrud Rumps erschossen und dann versucht, sich selbst durch einen Schuß in den Kopf zu tödten. Buckow, dessen Stiefmutter in Schöneberg lebt, wohnte seit längerer Zett in der Schulzrndorferstraße Nr. 12 bet dem Stuckateur Raphaeli und war tu der Etseuwaarew Handlung von Sounenbrodt in der Müllerstraße Nr. 182 beschäftigt. Gr hatte seit mehr als einem Jahre ein Liebe«, verhältmß mit der Gertrud Rumpf, einer Tochter der Schauspielerin G. Rumpf aus der Langestraße Nr. 5. Das Mädchen war in der Knopffabrik von Sreru in der Küpe- Und ich gedenke der Tage, wo wir Kinder vor den Fenstern des Weihnachtszimmers kleine Bündel Heu auf. hängten, damit des Christkindchens Eselein Futter fände, wenn es in der Nacht vor dem Fenster wartete, während Christkindlein seine Schätze ausbreitete. Und diese Freude, wenn wir am Morgen bei genauem Untersuchen fanden, daß wirklich einige Halme fehlten und das Eselein unsere Gabe nicht verschmähte. O, heiliger Kinderglaube! Das Aurschmücken der Fest, und Wohnräume gehört ebenso zu den weihnachtlichen Vorbereitungen, wie das Zieren des Baumes und Unfertigen von Geschenken. Tannenzwetge hinter Spiegel und Bilder, in Vasen und Schale ist wohl zum weihnachtlichen Zimmerschmuck unerläßlich, es sollten aber große, bunte Papierrosen in dem duftenden Gezweig nicht fehlen. Die Blumen dürfen phantastische Formen haben, das giebt einen märchenhaften Anblick. Ein Tannengewinde um die Thüre zum Bescheerungszimmer, durchsteckt mit Rosen, Aepfeln und goldenen Nüssen, ist ein poefievoller Festschmuck. Ist diese Zierde angebracht, so beginnt erst der recht weih, nächtliche Hauch durchs Haus zu strömen. Wie leuchten aber die Augen der Kinder, wenn sich unter oder neben dem Wechnachtsbaum eine Krippe aufr breitet, mit Wiesenplänen und Wegen. Seen, Felsen und Gebirgen. Burgen und Landhäusern, und welch ein Vergnügen, solche Herrlichkeiten selbst aufzubauen. Wie einfach ist e» doch, einen malerischen GeblrgS- oder Landsee herzustellen. lloosuvg h Leids Ml. loosung behelligen defirnr 50 Pfg. M diesem Termin 11344 Parlamentarisches aus Hessen. Die Steueraufseher haben bei der Zweiten Kammer ein Gesuch eingereicht, mit welchem sie nachzuweisen suchen, daß sie weder in der Besoldungsordnung, noch hinsichtlich Vergütung für auswärtige Geschäfte genügend berücksichtigt feien. Der hierüber berichtende Ausschuß beantragt, das Gesuch der Steueraufseher vorerst für erledigt zu erklären. Der Abg. Brunner u. Gen. haben bei der Zweiten Kammer den schleunigen Antrag eingebracht, die Kammer wolle Großh. Staatsregierung ersuchen, die Bundesrathsbevollmächtigten für Hessen dahin zu instruiren, daß dieselben, bei Verhandlung über den Beschluß des Reichstags, betr. die Aufhebung der Zollcredite für eingeführte» Getreide, für den Beschluß des Reichstags eintreten. Der Stadtvorstand zu Alsfeld und eine Anzahl ober» hessischer Gemeinden haben an die Zweite Kammer eine Eingabe gerichtet, worin die Bitte ausgesprochen wird, Großh. Staatsregierung zu veranlassen, baldmöglichst ein Project für eine Bahn von Alsfeld nach Hersfeld ausarbetten zu lassen und dasselbe der Zweiten Kammer zur Bewilligung vorzu- legen. In dem wohlbegründeten Gesuch wird nachgewiesen, daß die Erbauung einer Bahn von Alsseld nach Hersfeld für die betreffenden Gemeinden geradezu eine Lebensfrage ist. Die Gemeindeforstwarte haben im Januar 1897 sine Vorstellung, betr. Verbesserung ihrer Lage, an die Kam- «er gerichtet, in welcher sie darauf verweisen, daß Großh. Regierung schon des Oefteren versucht habe, durch Gesetzes. Vorlagen an die Stände, zum letzten Mal im vorigen Landtage, ihre Lage zu verbessern, immer sei die Sache an dem Widerspruch der Kammer gescheitert. Ein Spieg l mit möglichst schmalem Rahmen wird an pas- sender Stelle hingelegt, der Rahmen mit Moos bedeckt, hier ins „Wasser" vorspringend, dort zurücktretend, so daß die viereckige Spiegelform nicht mehr zu erkennen ist. An den Ufern stehen Schilfbüschel (aus grünem Papier geschnitten) und hier und da ragt ein malerisch geformtes Felrstück aus dem Wasser hervor. Teichrosenblätter und -Blüthen schwimmen auf der Fläche und Enten und Schwäne tummeln sich darauf. An der schmälsten Stelle unseres künstlichen See» spannt sich eine aus Naturholz hergeftellle Brücke, zu der durch den moosigen Wiesengrund sich ein Weg schängelt, um sich an der andem Seite weüersührend im Gebirge zu verlieren. So bildet diese „Wasserkunst" den anziehendsten Theil der ganzen Landschaft. Von nicht minder malerischer Wirkung kann da» .den Hintergrund bildende Gebirge sein. Er läßt sich mit Grotten- stein, die im Sommer wieder Verwendung im Garten finden können, in Verbindung mit Gebirgsmatten aus Mooslatschen, schon Hübsche» machen; aber zur Herstellung einer recht wirkungsvollen Felsenwand, die den Vorcheil hat, jahrelang in chrem fertigen Zustande aufbewahrt werden zu tonnen, möchte ich ein anderes Material empfehlen. E» ist die» die Rinde der Korkeiche, eine Borke, die verwittertem und zerklüftetem Gestein ähnlich fieht und fich sehr bequem ver- arbeiten läßt. Sportkreisen nicht unbekannt war. Sonntag Nachmittag gegen 4 Uhr kam sie, um Buckow zu besuchen, wie e» schon oft geschehen war. Buckow kam um 5 Uhr in die Wirthschast von Wurf und nahm von dort eine Flasche Champagner mit in seine Wohnung. Hier trank er den Wein mit seiner Braut au». Kurz vorher schon hatten beide einen Rohrpostbrief an die Mitglieder des Radsaarverein« Hohenzolleru gerichtet und außerdem noch mehrere Briefe geschrieben, die die Polizei beschlagnahmt hat. Buckow hatte dann eia Gesangbuch aufgeschlagen und darin gelesen. Die Stell-', die man später aufgeschlagen sand, hatte die Ueberschrift „Ein besonderer Tag im ehelichen Leben am TrauungStage." Ihren letzten Willen schrieben beide in BerSform tu ihre Stammbücher. Nachdem sie zwei starke brennende Lichter auf den Tisch gestellt hatten, rückten sie diesen vom Sopha, knieten daun beide vor dem Sopha nieder und sprachen ein gemeinsames Gebet. Hierauf nahm Buckow einen Revolver Kaliber 9 und tödtete seine Geliebte durch einen Schuß in die rechte Schläfe. Da» Mädchen sank hintenüber mit dem Kopf auf den Teppich und verschied in demselben Augenblick. Buckow brachte sich dann einen Schuß tu die rechte Kopfseite bei und brach nach reckt« hinüber zusammen. Die beiden Schüsse allarmirten die Wirthßleute. Auf deren wiederholte« Klopfen antwortete Buckow endlich: „Ich kann ja nicht, ich bin tobt!" Rasch wurde nun ein Schlosser uud die Polizei geholt. Mau fand nun da« Mädchen entseelt auf dem Teppich liegen. Buckow war bet voller Befiuoung uud konnte der Polizei einen vollständigen Bericht Über den Ber lauf der Blutthat geben. Die Leiche de« Mädchen« wurde nm 9Vi Uhr nach dem Schauhause abgeholt. Buckow wurde nach der Charitä gebracht. Die Verletzung de« Letzteren ist nach einer späteren Mittheilung schwerer, al« man Anfang« glaubte. Buckow verlor im Laufe de« Spätabends da« Bewußtsein uud hat e« bi« jetzt noch nicht wiedererlaugt. Der Prinzipal Buckow« hatte ihn bereit« augezeigt uud war schon am-Freitag Nachmittag mit einem Krimtualbeamteu in seiner Wohnung, in der verschiedene au« dem Geschäft entwendete Sachen gefunden uud beschlagnahmt wurden. Der junge Mann schrieb daraufhin am Freitag Abend an Herrn Sounenbrodt, bet dem er erst seit Oktober d. I. in Stellung war, einen Brief, den er ihm mit einigen entwendeten Sachen durch einen Dienstmann zuschlckre. Hierin hißt <8: „Haben Sie Srbarm-n mit einem Unglücklichen, der ourch bodenlosen Leichtsinn ruivirt worden ist!" Der Prinzipal tonnte jedoch an der Sache nicht« mehr ändern, da die Anzeige bereiterstattet war. Vierteljährig« JlfloHHeattuUpreta t 2 Marl 90 Psg. mir Bring erloha. Durch bie Post bezog« 2 Marl 50 Psg. , Rrbaction, Expebttior» unb Druckerei: -chnkstratzeNr.7, Fernsprecher 6k D besten» baM stützen zu wollen, rnd user. ___ • Berlin, 19. December. Tine Ltebeßtragödie Nr. 301 Zweites Blatt. Ergebniß dieselben geführt haben? Die vereinigten Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher haben an das Großherzogliche Ministerium der Justiz die Bitte gerichtet: Großherzogliches Ministerium der Justiz wolle in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen bei Einführung der neuen Justizgefetze die Großherzoglichen Ortsgerichte als Hülfsbehörden der Justiz erhalten und entsprechende Bestimmungen in die Hessischen Ausführungsgesetze aufnehmen. Die Petenten richten auch an die Zweite Kammer die Bitte, vorstehendes Gesuch durch einen bezüglichen Beschluß zu unterstützen. Die vereinigten Bürgermeister de» Großherzogthums Hessen haben ein Gesuch an oas Großherzogliche Ministerium des Innern gerichtet, dasselbe wolle durch Act der Gesetzgebung veranlassen, daß 1) „Die Bureaukosten der Groß- herzoglichen Bürgermeister des gesammten Großherzogthums auf mindestens eine Mark pro Kopf der Einwohnerzahl der Gemeinden festgesetzt werden und so von einer zur anderen Volkszählung steigen ober fallen, ohne daß die Großherzog, lichen Bürgermeister sich der, im Gesuch ausgeführten, sehr mißlichen Lage auszusetzen gezwungen sind; 2) Eine den durch die Großherzoglichen Bürgermeister dem Staate ge» leisteten Dienste, entsprechende Vergütung an dieselben zur Auszahlung gelange und 3) Den abgehenden Bürgermeistern der Landgemeinden eine, den Verhältnissen ihrer Dienstzeit und ihres Diensteinkommens entsprechende Pension (eventuell aus der Staatskasse) gewährt werde". Die Petenten ersuchen auch die Kammer, dieses Gesuch zu unterstützen. Die Gerichtsschreiber-Afpiranten richten an die Zweite Kammer eine Petition, es wolle hoher Kammer ge fallen, darauf hinzuwirken, daß im Staatsbudget eine Summe eingestellt werde, welche es der hohen Regierung ermöglicht, den älteren Aspiranten eine Remuneration bis zu 1600 Mk. zu verwilligen. N. H. V L-cbr. 1897, Bb, 1891. ' ”on Sfeiet mbet Mou 7§Nd «IW» ren Damen ^abtR ■* W 169» Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, Wt Ausnahme bei Montag«. Bit Gießener »erben bem Anzeiger »«cheinlich dreimal brigelcgt. Gießener Anzeiger Kmeral-Anzeiger. FeuMetsn. WeihnschtUcher Festschmuck. Son Gustav Heick. (Nachdruck verboten.) KO Es giebt Leute, die ihren Kindern sagen, wie es wirklich ist. Dos Christkindlein bringt ihnen bie Geschenke nickt, unb mal sicher nicht birect oom &immel, und den Weihnachtsbaum baut es nicht auf, und die Engelzunben hi* nickt an. Müssen das aber vernünftige Leute fein! und ihre Kinder wollen sie zu eben solchen vernünftigen Menschen erziehen. Arme Kinder! Giebt e» denn etwa« vo sievolleres, als die Weihnachtszeit mit ihrem gehermmß- vollen Knistern und Rauschen? Warum der Kindheit diesen Zauber nehmen? Ich denke noch daran, wie in meinen Kindheitstagen allmählich der Gedanke in mir auftauchte, daß es m t den Lhristkindchengaben doch so ganz richtig nicht sei, wie ich mich mit aller Gewalt ober gegen diese Aufklärung stemmte. Ut2 al» endlich mir nicht» andere» übrig blieb, al» glauben daß die Eltern es find, die die Geschenke aufbauen und den Weihnachtsbaum schmücken, da war mir -»erst, a » ob aller Zauder mr» der Weihnachtszeit gewichen fei, bi« er, al» ich Älter wurde, mit mmm Glanze mich umstrahlte. bl. sss** Annahme. Der Landtagsabfchied vom 27. Juli 1896 sichert I Leute waren sich gegenseitig sehe zngethan. Buckow lebte ~ ~ - ■ -• .. ........... aber über seine Verhältnisse hinan« und gerieth dadurch auf Abwege. Am 31. October veranstaltete er zum Geburtstage seiner Braut im Restaurant von Schoenwälder in der Oranten- straße Nr. 158 für seine Sportgenossen ein Festessen mit nach- folgendem Tanzkränzchen. Seine Einnahmen waren keine-weg« hoch. So kam es, daß er im Geschäft nicht nur Geld unter- schlug, sondern fich auch Maaren, z. B. Schlittschuhe, an« eignete, um fie zu Geld zu machen. In dieser Beziehung scheint e« nun zu einer Entdeckung gekommen zu sein. Die Geliebte Buckow« war ein lebenslustige« Mädchen, da« in Großherzogliche Regierung hat dem berichtenden Ausschuß mitgecheilt, daß die Absicht besteht, dem in dieser Ein- gäbe vorgetragenen Wunsche um Vorlage eines Gesetzes- Sutwurfe» über die Organisation des Forstschutzes, zu entsprechen. Der dritte Ausschuß beantragt hiernach: 1) die Vorstellung der Gemeindeforstwarte vom Januar 1897 vorerst für erledigt zu erklären; 2) Großherzogliche Regierung zu ersuchen, den beabsichtigten Gesetzes-Entwurf in obigem Betrag möglichst bald, jedenfalls diesem Landtag vorzulegen. Der Abgeordnete Dr. Heidenreich hat in der Zweiten Kammer den Antrag eingebracht, Hohe Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, dem Landtage eine Vorlage, den Bau einer Nebenbahn von Wahlen nach Hammelbach betreffend, chuulichst bald zugehen zu lassen. . Die Molkereigenossenschaften im Großherzogthum Hessen haben an die Zweite Kammer eine Vorstellung ge- richtet, worin dieselben bitten: Hohe Zweite Kammer der Stände wolle an die Grobherzogliche ©taatflregierung das Ersuchm richten, eine Molkereischule in Darmstadt und eine zweite Molkereischzrle, speciell für Meierinnen, in Nieder- Wöllstadt errichten zu wollen. Das Gesuch der hessischen Mitglieder des deutschen Krieg»- und Jnvalidenverbandes um Pensionserhöhung, welche» auf dem vorigen Landtage eingebracht worden war, fand BU»rit®rURamme6r beTÖff-om NF°bru°?I8SK I n7gfr«r.~X18'««.Mt. Di- Luker • Wie«, 19. December. Da- „N. W. Journal^ hat die \ die Jungen. Wir brauche», wie sich die- schon bei andere» Gelegenheiten gezeigt, keine „Fremdenlegion", um unsere glückliche Idee gehabt, ganz armen Studern eine Weihnacht-freude dadurch zu bereiten, daß sie zur Bescheeruog in wohlhabende Familien eiugeladeu werden. Da- Blatt hat einerseits Anmeldungen zu einer solchen Einladung und anderseits Aaerbieteo von armen Familien ent- gegengeuommen. Bereit- haben sich 140 Familien gemeldet, die ein arme- Kind gleichzeitig mit ihren eigenen Kindern beschenken, und weit größer ist die Zahl der armen Familien, die weotgstenS einem Kinde auf diese Weise eine Freude wachen wollen. DaS Blatt hat bei dieser Gelegenheit von armen Eltern Zuschriften erhalten, die einen Blick in die entsetzliche Noth werfen lasten; so z. B. find viele Eltern schon glücklich bet dem Gedanken, daß ihr Kind am Weihnachtsabend wenigstens ein warmeS Abeudeffeu haben werde. Am besten kennen die Lehrer da- Elend der Kinder. Im 10. Bezirk hat sich ein HtlsScowit« gebildet, da- armen Kindern ebenfalls etoe WethnachtSfreude verschaffen will- dasselbe hat einen Aufruf erlassen, in dem ein Lehrer da» Elend der Kinder im Bezirk Favoriten schildert. Es heißt darin: „Bon 14,000 Schulkindern überhaupt können 3953 von den Eltern höchst unzureichend ernährt werden. 800 speist der Centralverein für Beköstigung armer Schulkinder. Hebet 3000 hungrige, bedürftige gehen täglich leer auS. Au Soun- und Feiertagen und von Mitte März an bekommen sie nichts. Unter 100 bedürftigen Schulkindern kann die Schule 20 mit Speisemarken beteiligen. Für eine Klasse find zwei bis drei Anweisungen an die Wärmestube, auf einen halben Schöpflöffel Suppe und ein Stückchen Brod vorhanden. Dazu melden fich jedoch 40 bis 50 Schüler. Bon 4167 bedürftigen Kindern, worunter 818 Waisen find, gehen in dieser rauhen Jahre-zeit noch viele barfuß in Holzpantoffeln, viele können wegen plötzlichen Mangels an Fußbekleidung die Schule gar nicht besuchen." OhnmachtS- anfälle bet Kindern wegen Hungers und gänzlicher Entkräftung feien nichts Seltenes. Die traurigsten Erscheinungen, eine notwendige Folge der immer mehr überhandnehmenden Verelendung, seien die zahlreichen Diebstähle, namentlich an Leben-mitteln, welche Kinder verüben. Darüber könnte daS Polizeicommiffariat Favoriten Aufschlüsse gebru. All diesen Dingen stehe der Lehrer ohnmächtig, mit blutendem Herzen gegenüber. • Freiwillige vor! Dem „Schwab. Merk." wird au» Berltn geschrieben: Erfreulich ist die Wahrnehmung, die fich gelegentlich der Flotteuexpeditiou nach China geäußert hat, zu der bekanntlich eine Anzahl Freiwilliger aufgeboten wurde. Die Anmeldungen gingen massenhaft ein, so daß nur der kleinste Thetl Berücksichtigung finden konnte. Bei den hiesigen Garderegimetern meldeten fich Hunderte, u. a. trat eine Compagnie wie ein Manu vor, ebenso vom badischen Letbgrenadier Regiment 120 Manu usw. Die AuSgeloosten wurden vou ihren zurückbleibendeu Kameraden beneidet. Hier gilt wohl das bekannte: Wie die Alteu jungen, so zwitschern Sträuße au-zufechteu, da- besorgen wir allein. Möge über dem Untern?hmeu ein günstiger Stern leuchten und fich dasselbe zu eitern segru-reichen und fruchtbringenden gestalten! * Sür „iutereßanter Patient" ist dieser Tage ist S t e t t i v gestorben, der Tteuer-Seeretär Ttede, welcher vor mehreren Jahren da- Interesse weiter medieiutscher Kreise erregt hatte. Er war damals am Magenkrebs erkrankt, Hülfe schien a«»- geschlossev, bis fich der Oberarzt, Prof. Schuchard vom Stettiner Allgemeinen Krankerrhau», entschloß, durch einen operativen Eingriff dem Kranken den ganzen Magen herauS- zunehmen und durch Erweiterung de- folgenden Darm- abschuitteS einen künstlichen Magen herzustellen. Die schwierige Operation gelang, uud Tiede lebte fortan ohne jede Beschwerde,- Appetit und Berdauung waren bei ihm stet» tu bester Orduuog. Jetzt ist sein Tod in Folge einer Brustfell- Entzündung erfolgt. * Sine der überraschenden Erfindungen der Neuzeit will, awerikautschen Blättern zufolge, ein Professor Keely gemacht haben. Dichter, Romanschriftsteller und Philosophen sprechen ost von jener gehetmnißvollen Anziehungskraft der Seelen, welche fie Wahlverwandtschaft nennen, aber e» fehlt ein praktischer Erfinder, wie fie jetzt Mode sind, der eine Art und Weise ersänne, um jenem seelischen Gefühl äußere und körperliche Form zu geben. Dies behauptet Keely erreicht zu haben. Jede» menschliche Wesen hat, wie er sagt, hervorragende Charakterzüge uud Ströme von Mitgefühl uud Widerwille», welche durch Erziehung, Vorstellung und Liebe vorübergehend beeinflußt werden, aber schließlich immer wieder die Oberhand gewinnen. Bon jedem Wesen strahlen electrlsche Wellen an-, welche, obgleich sehr dünn, doch deutlich bemerkbar find, wenn mau sehr feine Apparate benutzt. In diesen Ausstrahlungen ist nach Keely die wahre Natur der Person, von der fie au-gehen, enthalten. Er setzt nun die betreffende Person einige Secuuden laug mit seinem electrischeu Apparat in Verbindung, und dieser gibt dann einen Ton vou fich, der bei jedem Menschen verschieden sein soll. Die Erfindung hat einen menschenfreundlichen Zweck. Der Professor will die unglücklichen Ehen verhindern. Jedes Brautpaar soll, ehe eS den Bund sür das Leben schließt, versuchen, ob ihre beiden Naturen einen Accord bilden. Hat die Braut D und der Bräutigam C, so kann man sicher fein, daß fie nicht glück» lich werden, obgleich ein vorübergehendes Verliebtseiu fie täuschte. Keely behauptet, er habe seine Erfindung schon au 3000 verheiratheten oder verliebte» Personen probirt uud fast immer habe fie sich bewährt. Zugleich kann man au» der Stärke de- Tou» auch die Stärke de- CharacterS entnehmen. Wenn die Braut einen stärkeren Ton auf einem Apparat von fich giebt al» der Bräutigam, io wird sie gewiß im Hause die Hosen anhaben. Die Erfindung kommt uu» recht amerikanisch vor. • „Die Cigarre der Zukunft" ist von dem Geh. Hofrath Prof. Gerold in Halle hergestellt worden. Dir hundertfachen Versuche, die Sistwlrkung de» Tabakrauchea- durch hygienische Cigarrevspitzen aufzuhebeu, sind vou der Entdeckung Gerold- übertroffen, die da- Ncotiu in der Cigarre selbst paralifirt. Nach langen vergeblichen Experimenten fand Gerold im wilden Majoran einen Stoff, dessen Cast fich in ausgezeichneter Weise dazu eignet, in Verbindung mn Gerbstoffen al» Durchtränkung-mittel de» Tabak» verwandt zu werden, versuche führten zu einem vollen Erfolge. Die auf diese Weise behaodelteu Tabake sollen nunmehr vollkommen unschädlich fein, indem fie jede N!cotinwi,kuug au»- schließen, dabei behalten fie ihr schöne» Aeußere, ihren feinen Geschmack und ihr volles Aroma. Laut medlclnischer Zeitschriften bedeutet die neue Cigarre eine „neue Aera in der Geschichte des Tabak»". Sehr zu tadeln ist nur, daß die alleinige Herstellung dieser „Cigarre der Zukunft" durch ein Patent geschützt ist, so daß dadurch der allseitigen Benutzung diese- für die Gesundheit so wichtigen Verfahren» die Thüren verschloffen find. * Immer Kaufmann „Herr Principal, der junge Schvockelberger ist uv» jetzt über 500000 Mark schuldig!" „Belasten Sie ihn mit meiner ältesten Tochter I" 1898er Zeitung» Der,eichniß der »mtouee«.Expedition von Hoosenftsi« «. Bogle» tu G. Der von allen freunden de» ZettungS- und Jnseratevwesens mit Recht geschätzte „ZeitungS- Katalog" der ältesten und wohlrenommirten Annoncen-Expedttion von Haaseustein & Vogler A. G- ist soeben in nunmehr ein» unddreißtgfler Auflage erschienen. Derselbe hat di« zahlreichen In- teressenten dieses, bei der Durchforschung der überreichen Zcitungs- literatur, zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel gewordenen Nachschlagewerks, durch den umfaffenden, abermals erweiterten Inhalt sowohl, als auch durch die äußerst geschmackvolle und luxuriöse Ausstattung aus da» Aagenehmste überrascht. Nach einem kurzen Vorwort, welches die Bedeutung der Presse als wirksamste BundeSgenosstn zur Herbeiführung geschLstltcher Erfolge treffend schildert, finden wir wieder den jedem Geschäftsmann willkommenen Tage?- und Notiz- Kalender, ferner di« wtssenswerthm Verordnungen über die Reichsbank und deren Geschäftsverkehr, sowie amtliche Vnöffentlichungrn bett, da» Post, und Telegraphenwesen. Das eigentliche Verzlichnitz der politischen Zeitungen, der Fach- und illuftrirten Zeitschriften, der KurS- und Adreßbücher sowie der Kalender Deutschlands und des Auslandes hat wieder «ine bemerkmSwrrthe Erweiterung durch Aufnahme der Spaltenanzahl aller Blätter und eine willkommene Ergänzung bis auf die neuesten publizistischen Erscheinungen hin erfahren. Daß ein derartiges mit rühmenSwerther Sachkenntniß und großem Fleiß zusammengestelltes Sammelwerk, welches fich zudem noch einer typographisch vollendeten Ausführung und technisch saubersten Ausstattung erfreut, von Jedermann gern in di« Hand genommen und mit Nutzen studirt werden wird, darf nicht bezweifelt werden. Bei der Fülle der Anregungen, die jedem Interessenten auS der Bekanntschaft mit dem Zeitungs-Katalog mit der Firm« Haasenstein & Vogler A. G. erwachsen muß, zweifeln wir nicht, daß dieses practische und interessante Adreßbuch oller existirenden Zeitungen, ausgestatttt mit allen zur Insertion wissenSwerthen Hinweisen, in immer weiteren Kreism Eingang finde« und fich in immer gesteigertem Maaße der Beachtung und erfolgreichen Benutzung des Publikums erfreuen wttd. e BehördlicheAnzeigen HaudelslkhranW Darmstadt Prospekte durch den Director Ffahr. I^^JEiinprfiahlungen^^J Punschessenz von Bassermann * Herrsche!» Mannheim, garantirt rein nur aus Arac, Boni oder Portwein bereitet. Niederlage bei 10930 Aug. Noll II. Benner & Krumm. Neue Kastanien frisch etngettoffen. 11409 ____L, Kalkhof, Für Wirthe: Kieler Bücklinge, Sardinen, Sardellen, Rollmöpse, Bismarckhäringe, Bratschellfische, Brathäringe, ff. Caviar, Salz- uud Essig- gurken, ff. Preißelbeeren, Obst« und Gemüse-Conserveu, echt. Ewmeuthaler Gchweizerkäse, hochfeinen Limburgerkäse empfiehlt billigst 11160 J. M. Schulhof, Marktftr. 4. Telephon 119. 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Durch Stadtverordneten-Beschluß vom 30. September bezw. 28. October b. I. wurden die Preise unserer Gascokes bis auf Weiteres festgesetzt, sowie die Berkaufsweise eingerichtet, wie folgt: Für den Centner ab Verkaufsstelle: Stück-Cokes............. 1,10 Mk. Nuß-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stuben- Heizung und für veile und enge Ofeuschachte passend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte . . 1,20 Mk. Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit ...........1,25 Mk. Für Anfuhr a« das Haus werden 5 Pfennig für den Centner berechnet. NB- Sofern daS Verbringen der Cokes auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall ic.) mit keinem außergewöhnlichen Zettaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Eine Preisermäßigung bei Entnahme von Wagenladungen erfolgt nicht mehr. Der Verkauf nuferer Gascokes unter uud biS ein- schließlich 5 Centner findet bis auf Weiteres im Gaswerk nicht mehr ftatt, und werden daselbst nur Quantitäten von über 5 Centner verabfolgt. — Dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen ein Kleinverkauf unserer Gascokes eingerichtet worden, nämlich bei den Herren: Joh. Ötscher, Micestraße 19, • Jakob Kahl, Frankfurterstraße 151. Cd. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Piftor Nachfolger, Marktstraße 10, Guftav Nuppel, Schillerftraße 5, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5. Diese Firmen berechnen die gleichen Preise unserer GaScoke» sammt Anfuhr wie da» Gaswerk und schicken dieselben auch in Mengen unter 5 Centner zu. Gießen, am 29. October 1897. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. 10007 Margarine feinste Marke, ftets frisch, Mk. —•60 per Pfund. Cacao garantirt rein von Mk. 1.40 per Pfd. an und bessere Sorten bis Mk. 4.— per Pfd. Kaffee gebrannt, ä 80, 90, 100 u. 120 Pfg. per Pfd., ebenso roh in allen Preis- lagen. Cognac, Rum, Arac von Mk. 1.80 per Literflasche an, bis zu den feinsten Qualitäten. Wein reingehaltene Weißweine von Mk. —.60 an per Flasche incL, deutsche u. französische Roth- weine zu allen Preisen Sämmtliche Backzuthaten in feinsten Qualitäten billigst empfiehlt 10771 Chr. Wallenfels, __________Marktplatz 17. Sema-MW, Damca Wäsche, Kinder-Masche, Kaby-Mäsche, Unteyense, IlnttrtMf, Schürzen 10648 in großer Auswahl zu beigen Preisen. C. Böhr & Co. Kem. K»s^ Vahnhofftrahe 33 empfiehlt besten westfälischen Gascoks, alle Sorten Kohlen, Briketts, Klotz. Brennholz, fuhren und centnerweise, billigst bei bester Dualität.10800 Neu! Neu! Lauösägehokz aus 3 Theilen verleimt. Verziehen und Abbrechen einzelner Stücke beim Sägen vollständig ausgeschlossen. Platte bis zu 50 cm breit vorräthig. um Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt!!! Andr.Enler, Steinftr.il. 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