Nr. 301 Der Otetzener -»zeigcr «findet täglich, Ortt Ausnahmk M Montags. Die Gießener AH«ttle«kktlt 2 Mark 50 Pfg. Rcbactüm, Expedition und Druckerei: -ch»tstr-ße JrX Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen. Hratisöeitage; Kießener Kamitienölätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Lag erscheinenden Nummer bi- Bor«. 10 Uhr. Die Ausfichten der Militär-Strafproeetz-Reform. Wir haben schon früher auSgesührt, daß die Aussichten ^er in erster Lesung im Reichstage erledigten Reform des MilitärstrafproerffeS so uofichere fiod, daß sich ein ungefähres Unheil nicht bilden läßt. Die Berhaudlung im Reichstage gestaltete sich so ruhig und die Erklärungen der einzelnen Parteien waren im Allgemeinen so maßvolle, daß mau kaum aunehmen konnte, diese Vorlage habe seit l1/, Jahren baß öffentliche Interesse in so hohem Grade beschäftigt, wie eS Ihatsächlich der Fall war. Hätte die Regierung nicht dieser Session den Entwurf vorgelegt, so würde die Militärstraf- ^roceßreform die Parole für die nächsten Wahlen geworden sein. Jeder, dem eine Gesundung der innerpolitifchen Ver- hältuiffe am Herzen liegt, muß den Wunsch haben, daß eS zu einer Verständigung zwischen der Regierung und dem Reichstage kommen möge; anderenfalls würden die Gemüther aufs Reue im höchsten Grade erregt, und Spaltungen innerhalb der Parteien würden unser politisches Leben noch schwieriger gestalten. Ueber die Verhandlungen des Reichstages bezüglich der Reform haben sich nun die leitenden Preßorgaue geäußert, sodaß es sich jetzt schon verlohnt, einmal ernstlich die Aussichten, welche der Milttärstrafproceß in der Faffung der Regierungsvorlage hat, ins Auge zu faffeu. Wenn mau allein nach den im Reichstage gefallenen Aeußeruugen urtheilen wollte, so könnte man die ganze Reform als eingesargt an* sehen,- denn die Regierung hat erklärt, das Dargeboteue sei baß Höchste, wozu sie sich verpflichten könne, uud baß Groß der Parteien hat dargethan, bte Regierung müßte sich noch viel eutgegeukommenber zeigen, ehe au eine Berstänbigung gebucht werden könne. Und trotzdem verlief die erste Lesung für die Regierung viel günstiger, alß nach den Aeußerungeu der Preffe der verschiedenen Parteien erwartet werden durfte. Außer den Rednern der beiden conservativen Parteien und -er Nationalliberalen erkannten auch Vertreter anderer einzelner Gruppen an, daß die Vorlage eine brauchbare Grund» tage für die weiteren Verhandlungen bilde. Auch aus dem Tentrum fehlte die Anerkennung nicht- freilich dürfte das» selbe in dieser Frage kaum geschloffen vorgehe«, da die bayerische Auffaffuvg zu schwer mit den Ansichten der übrigen Mitglieder des SeutrumS in Einklang gebracht werden kann und man aunehmeu muß, daß ein großer Theil der Partei die Vorlage mit weniger ungünstigen Augen ausieht, alß der Redner der süddeutschen Gruppe. Diese scheinen auch die Aeußeruvg des bayerischen Reservatrechts in Bezug auf den Mtlitärstrafproceß alß conditio sino qua non hinstellen '2U wollen. Der BundeSrath hat nicht ohne Grund diese Frage offen gelaffeu, da eine Lösung derselben die Reform «och weiter htnauSgezögert haben würde. Es wäre ganz gut, wenn auch der Reichstag an der ReiervatSfrage nicht rüttelt, da dieselbe sehr blffkil ist und gerade jetzt io Süd- deutschlaud zu AuSlaffungen führen könnte, welche im Jntereffe des inneren Friedens zu vermeiden find. Hält der Bundes» -rath die Erörterung jener Frage für schwierig, so ist der Reichstag noch weniger in der Lage, eine Debatte darüber sachlich und erfolgreich zu führen- es würde fich dabei nur um eine Verschwendung von Worten haudeln. Daß auf die Aufrechterhaltung der DiScipliu bei einer Neuordnung beß MilitärstrafprozeffeS gebühreube Rückficht genommen werben muß, ist nicht mehr als selbstverständlich unb auch von beu meisten Rebuern im Reichstage anerkannt Worden. Freilich gehen die Anfichten über das Maß dieser Rücksichtnahme noch auseinander, aber die Grundlage für eine Verständigung ist wenigstens vorhanden. Unb die Regierung wird Entgegenkommen zeigen, so weit dies nur möglich ist, uud im Laufe der CommtsfionSverhaudlungen den Reichstag nicht im Unklaren darüber laffen, was sie -ugestehen kann. Siebt eS aber erst fest, auf welcher Linie allein die Zustimmung des BundeSrathS zu etwaigen Beschlüffen des Reichstages zu erwarten ist, dann befindet fich dieser vor der Nothwendigkeit, zu entscheiden, ob er daß Erreichbare nehmen ober ob er die Verantwortung für daß Fortbestehen so mancher thatsächlich auerkaouteu Mißstände tragen will. Diese Entscheidung ist, daß geben wir zu, sehr schwer- denn eß darf nicht verkannt werden, daß augenblicklich eine Strömung vorhanden ist, welche mit einer Sonder»GerichtS» verfaffung für daß Militär überhaupt aufräumeu möchte, welche nicht zugeben will, daß bei der Beurtheiluug der ganzen Frage die DtSctplin in erster Linie berücksichtigt werden muß, daß die MannSzucht von entscheidender und sundameutaler Bedeutung für die Güte unseres Heeres ist- weuigstenS leugnet man auf jener Seite ab, daß auch durch die Neuorganisation des StrafprozeffeS tu ihrem Sinne die MannSzucht gesährdet sein kann. Unseres Erachteuß thut der Reichstag gut, immer deffeu eingedenk zu sein, daß baß Bessere der Feind beß Guten ist, und daß er mit allen Kräften dahin strebt, zu einer Verständigung zu gelangen, wenn auch heute noch nicht alle Wünsche erfüllt werden können. (xx) WolffS telegraphisches Eorrefplmdsuz*Bm«m. Thorn, 21. December. In Gegenwart beß Kaisers fand heute Vormittag die feierliche Einweihung der hiefigen neuerbauten evangelischen Garuisoukirche statt. Der Kaiser traf kurz vor 10 Uhr auf dem Bahnhöfe ein. Die Einweihung der Kirche vollzog Feldpropft Richter, die Fest» rede hielt DtvistonSpfarrer Strauß. Rach der kirchlichen Feier nahm der Kaiser die Parade über die Truppen der Thorner Garnison ab uud fuhr darauf um 11 Uhr 45 Mio. nach Graubenz weiter. Srandenz, 21. December. Um 2 Uhr 30 Mtu. traf ber Kaiser tu Begleitung beß KriegSmiuisterß v. Goßler unb beß Gefolges von ber Besichtigung der Forts vor dem hiesigen Rathhause ein, wo er vom 1. Bürgermeister Kühnast feierlich begrüßt wurde. Um 4 Uhr trat der Kaiser die Rück» reise nach Potsdam an. Paris, 20. December. Pauamaprozeß. Der Präsident verhörte heute den Angeklagten Plauteau, welcher ebenfalls leugnete, Geld erhalten zu haben. Paris, 21. December. Das §Echo de Paris" meldet, daß General Jamont zum Nachfolger des Generals Sausfier als GeueraliffimuS bestimmt sei unb baß der commandirende General beß 6. Armeecorpß, Hervs, zum Gouverneur von Paris ernannt werden soll. Madrid, 21. December. Nach Meldungen auSHavan'nah würde die conservative Partei die Autonomie von Cuba aunehmeu, es aber ablehnen, irgend welche amtlichen Posten zu '.übernehmen. Depesche» d-S Burean »Herold.* Berlin, 21. December. Dem „Berl. Tagebl." geht aus Marinekreiseu die Nachricht zu, daß Prinz Heinrich in nicht zu ferner Zeit zum Oberbefehlshaber der in Ostafieu vereinigten Seestreitkräfte ernannt werden dürfte. Berlin, 21. December. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Bei Erörterung der Vorgänge an den Küsten Chinas ist in deutschen Blättern auch die Der« muthung ausgesprochen wordev, daß durch die gegenwärtigen Ereigniffe der Anfang zur Thetlung beß chinesischen Reichs gemacht werde. In dem thatsächlicheu Hergang ber Dingt, soweit er biß jetzt erkennbar geworden ist, findet diese Ber- muthung keinerlei Anhalt. Wenn die Besetzung Hougkongß durch die Engländer und der Verlust bedeutender Gebiets- theile des chtuefischen Südens an Frankreich den Verfall des gesammteu Reiches nicht zur Folge gehabt hat, so ist nicht abzusehen, warum ber Erwerb von Niederlassungen und ber Aufenthalt deutscher unb russischer Kriegsschiffe in dem einen oder anderen Hafen eine gewaltsam veränderte Wirkung ausüben sollte. Eß kommt hinzu, daß, soweit die politische Lage in Ostafieu dies zur Zeit überseheu läßt, bei keiner der europäischen Großmächte die Neigung voraußgesetzt werden kann, ber Wahrnehmung ihrer Jutereffen in China eine Form zu geben, bte zu so weitgehenden Conftqueuzen sühren könnte. Berlin, 21. December. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt osficiöß: In der Preffe finden fich ueuerdiugß wieder Andeutungen, bte baß Verbleiben beß ReichßkanzlerS auf seinem Poften in Frage stellen. Wir können bem- gegenüber erklären, baß Fürst Hohenlohe fich nicht im Geringsten mit RückzugSgebaukeu trägt und weder während ber Dauer der gegenwärtigen parlamentarischen Sesfiou noch darüber hinaus irgend ein Anlaß erkennbar ist, der einen Wechsel in der Leitung der Rtichsgeschäfte nach fich ziehen könnte. Der greise Staatsmann hat heute Morgen den großen Schmerz gehabt, seine Gattin zu verlieren, die ihm 50 Jahre hindurch eine treue und verstäudnißvolle Gefährtin war. Wir vertrauen aber darauf, daß der so oft bewährte opferwillige unb patriotische Sinn beß Fürsten Hohenlohe eß ihm ermöglichen wird, auch nach diesem schweren Schlage dem Vaterlande noch fernerhin bte Dienste zu leihen, auf die Kaiser unb Reich nicht verzichten wollen. Berlin, 21. December. Zu ber Krankheit ber Fürstin Hohenlohe wird gemelbet: In ber vergangenen Woche war bie Fürstin nach Paris gereist, wo fie an einer linksseitigen Lungeuentzünbung erkrankte. Stark fiebernd hatte Alle Anvoucen-Biireaux be8 In- und Muitanbri adjmca I Anzeige» für den „Gießener Sa-eiger" entgeh». fie die Rückreise angetreleu. Am Freitag Abend langte sie in sehr leidendem Zustande hier an. DaS Fieber stieg bis auf 40 Grad, eß trat Herzschwäche hinzu und man war schon in der Nacht zum Montag auf daß Schlimmste gefaßt« Nachdem im Laufe des gestrigen TageS -'ne unbedeutende Beffernug eingetrcten war, verschlimmerte fich in ber letzte« Nacht der Zustand wieder, bis die Fürstin heute Vormittag im Kreise der Ihrigen entschlief. Sie blieb biß wenige Minuten vor ihrem Tode bet vollem Bewußtsein. Dem Kaiser wurde von dem Ableben sofort telegraphisch Mittheilung gemacht. Unmittelbar nach Bekanutwerden der Todesnachricht trafen zahlreiche Kundgebungen beß Beileidß ein. Die Kaiserin fuhr gegen 12 Uhr vor dem RetchSkanzlerpalatS vor, um ihr Beileid persönlich auszusprechen. DouuerStag Abend 6 Uhr wird die Einsegnung der Leiche stattfiuden, die sodann tu aller Stille nach dem Bahnhofe überführt wird, um in Schillingsfürst am 26. beigeseyt zu werden. Berlin, 21. December. Die „Post" weist an der Hand des nunmehr vorliegenden amtlichen stenographischen Berichts über die Reichstagßfitzuvg vom 15. d. M. nach, daß der Abgeordnete Bebel in dem amtlichen Bericht über bteDebatte betreffenb ben Fall Fink wesentliche Abänderungen vor- genommen hat. Gegen dieses Verfahren Bebels hat der Abgeordnete Freiherr v. Stumm beim Reichstags-Präsidenten Einspruch erhoben unb Remedur beantragt. BreSlau, 21. December. In einer heute stattgehabten Generalversammlung des Breslauer Landwirthschaft- licheu Vereins wurde, wie der „BreSl. Geu.-Auz.^ meldet, ein Vorgehen in dem Sinne beschlossen, daß in den hiefigen unb benachbarten Kreisen ber Hanfirhanbel mit Schweinen Zwecks Verhinderung von Viehseuchen verboten werde. ES sei bereits in anderen Kreisen ein solches verbot eing^ührt und Seitens beß Strehlener Lanbwtrthschaftliche« Vereins an ben Königlichen Landrath eine Petition im gleichen Sinne abgesaudt worben. Danzig, 21. December. Im Beisein ber Generalität unb ber Spitzen der Behörden fand heute Vormittag 11 Uhr die Taufe beß Panzerkreuzers M durch ben Abmiral Hollmaun statt. Als Vertreter ber Marine waren n. A. anwesend: Staatssecretär Tirpitz unb Abmiral Büchsel. DaS Schiff erhielt ben Namen „Biueta". Danzig, 21. December. In ber Rede, mit welcher Admiral Hollmann den Kreuzer „Bineta" taufte, heißt eß: Den dir zugedachten Namen übernimmst du von einem Schiffe, welches in Erfüllung der gleichen Aufgabe, wie fie dir jetzt zufällt, die Weltmeere durchfurcht uud im Dienste des obersten Kriegsherrn auf zahlreichen Expeditionen die deutsche Macht im Auslande vertreten hat. Ebenso wie damals um die Mitte der 60er Jahre dein Vorgänger als stolzer Zuwachs für die Flotte begrüßt wurde, wird auch von dir erwartet, daß du eine Lücke in de» Reiches Wehrmacht zur See ausfüllst, bie schwer empfunden wurde. Dein Nams weckt die Eriuoerung an geschwundene Herrlichkeit und vergangene Macht, ober beide, lauge schmerzlich vermißt, find mit dem neuen Reiche wieder erstanden, unb auch dir wirb beschieden sein, unter energischer Führung deiner künftigen Commandanten und selbstloser Hingebung deiner Besatzung für Kaiser unb Reich kraftvoll eiuzutreten unb, sei eß zum Schutze ober zum Trutze, beine Waffen zur Geltung zu bringen. Frankfurt a. M., 21. December. Die „Franks. Ztg." meldet aus Paris: Die Regierung hat dem Panzerkreuzer „B ah ar d" Befehl ertheilt, nach ber Bucht von Along (Nord- Tonkiu) abzubampfeu. Bien, 21. December. In hiefigen politischen Kreisen ist man der Auficht, daß .die von Deutschland und Rußland vorgenommene Besetzung chinesischer Häfen zwar zu Maßnahmen Seitens Englands und Frankreichs führen werden und erwartet man trotz alledem keine unmittelbare Gefahr für den Frieden. Man glaubt allgemein, daß die Großmächte, welche fich in Konstantinopel vertragen gelernt, auch in^Peking zu einer Verständigung gelangen dürften. Gorz, 21. December. Hofrath v. Klaudy, der fich stets in der Begleitung des Kaisers Franz Josef befindet, sobald dieser Reisen unternimmt, ist an einem Nierenleiden schwer erkrankt. Budapest, 21. December. Wie verlautet, soll eß den Bemühungen des Präfidenten beß Abgeordnetenhauses Szilagyt gelungen fein, bie ObstructionSparteieu zur Annahme eines CompromiffeS in ber Angelegenheit beß AuSgleichS-Pro- vi soriums zu bewegen. Daß Compromiß soll barin bestehen, baß in bas Gesetz eine Bestimmung ausgenommen wird, welche sestsetzt, daß Ungarn vom 1. Januar 1898 an auf der BafiS eines besonderen Zollgebietes steht. TerneSsar, 21. December. In Mehadia, einem Kohlenbergwerk der Staat»bahngesellschaft, hat eine plosiou schlagender Wetter stattgefunden. Zwei Bergleute wurden getödtet, sech» schwer verletzt. Sofia, 21. December. I« Ttruovoer Bergwerk-bezirk war gestern First.Einbruch, wobei mehrere Menschen getödtet wurden. Pari», 21. December. Da» „Journal de» Debat» glaubt za wissen, daß Deutschland nab Rußland nicht gegeneinander in China wirken werden. Ueber Frankreich» nächste Absichten bewahren die RegieruugSblLtter vollständiges Schweigen. London, 21. December. Der russische Botschafter erklärt, die Besetzung vou Port Arthur durch da» russische Geschwader sei nur für diesen Wtuter beabsichtigt. Niemand nimmt die» jedoch erust. Die japanische Botschaft ist ohne jede officielle Nachricht. Berlin, 22. December. Nach eine« Londoner Schreiben der „Berl. Reuest. Nachr." war Prinz Heinrich, der be- kaaatlich am Sonntag der Königin einen Abschiedsbesuch machte, der Träger eine» sehr ausführlichen Handschreibens de» Kaiser». WUhel«»hafen, 22. December. Der Lloyddampfer „Crefeld" ist gestern nach China in See gegangen, nach, dem er noch ein Artillerie-Detachement von 280 Mann an Bord genommen hatte. Wien, 22. December. Die Einberufung de» böhmischen Landtag- steht für den 4. Januar bevor. Die Jungtschecheu erwarten an diesem Tage die Aufhebung des Standrechte» für Prag. Die Deutschen dürften entweder gar nicht den böhmischen Landtag betreten, oder nur zur Vorbringung ihrer nationalen Forderungen, nach deren Ablehnung sie den Landtag wieder verlaffen werden. Eoiflautinopel, 22. December. Die türkische Regierung hegt große Besorgotß wegen der aufrührerischen Bewegung, welche unter den Arabern am persischen Meerbusen herrscht. Drr KüegSminister erhielt den Befehl, alle Garnisonen am persischen Meerbusen schleunigst zu verstärken. Mehrere Bataillone mit der nöthigen Munition und den erforderlichen Geldmitteln gehen demnächst dorthin ab. eonstantinopel, 22. December. Der türkische Botschafter tu London telegraphitte nach dem Aldiz-KioSk, daß 10 armenische Anarchisten auf einem englischen Schiffe al» Matrosen nach Constantinopel abgereist seien. Der Sultan berief sofort den Polizeimiuister und es wurden die strengsten DorfichtSmaßregeln getroffen. Der Ministerrath beschäftigte sich mit dieser Angelegenheit, welche in ofsictellen türkischen Kreisen große Aufregung verursacht. Wegen osfic ell revolutionärer Umtriebe wurde durch den Gouverneur von Pera ein Grieche verhaftet. Derselbe machte Gestäuduiffe, welche vermuthen laffeu, daß er den Zwecken deS armenischen Revo- lut'ou-comitoS dient. Ferner wurde in der Rue de Pologne in Pera ein hiesiger Grieche Namen» Sophokles, ebenfalls als wegen revolutionärer Umtriebe verdächtig, verhaftet. Oietze», den 22. December. **H. btabttheater. E» war ein besonderer Genuß für alle hiesigen Reuter-Verehrer und -Berehreriunen, gestern Abend „Hanne Nüte" hier aufgeführt zu sehen. DaS Stück ist nach Fritz Reuter für die Bühne frei bearbeitet und zeigt in ernsten und heiteren Bildern, wie Hanne Nüte, der Sohn von Schmied Snut, von seinen Eltern Abschied nimmt, um in die Fremde zu gehen und die Welt zu sehen, wie er seinem Schatz daheim trotz der Lockungen schöner Frauen treu bleibt, wie er unschuldig an dem begangenen Mordanfall an einer alten Jüdin ist und wie er schließlich wieder in» Baterhau» zurückkehrt, dort vou seinem „lütten Pudel" und vou ollen Anderen jubelnd empfangen. ES find Scenrn, welche Leben-Wahrheit athmen und Menschen ungeschminkt in ihrem Thun und Handeln vorführen, deshalb auch die gewaltige, packende Wirkung, die daS Stück erzielt. — Die Aufführung gab Herrn Hofschauspieler Emil Richard als Gast wiederum Gelegenheit, uns seine Kunst, die ihn mit Berechtigung zum ersten Reuter.Darsteller stempelt, vor- zusühren und bewundern zu laffen. Sein Schmied Snut war eine in Characterifirung und einheitlicher Durchführung großartige Leistung und veranlaßte da» leider schwach besetzte HauS zu lebhaftem Applaus. Unfer Ensemble ordnete fich dieser Hauptrolle und dem geschätzten Gaste unter und löste seine Aufgabe in befriedigender Weife. — Heute, Mittwoch, Abend findet da» letzte Gastspiel de» Herrn E. Richard statt, auf welche» ganz besonders (und da eS die letzte Vorstellung vor den Feiertagen ist) aufmerksam gemacht sei. Die nächste Vorstellung findet, wie uuS mitgetheilt wurde, am zweiten WcihnachtSfeiertag statt. • • Kunst-Notiz. Herr Willy Kruse, der Sohu deS htefigen Restaurateurs Kruse, welcher al» Sologeiger am Hoftheater in Mannheim engagirt ist, wirkte unlängst in einem stattgefundenen Covcert des Hofopernsänger» Kreuttner mit. lieber seine Leistungen äußert fich da» „Mannh. Tgbl." in Nr. 347 wie folgt: „In Herrn W. Kruse lernten wir einen tüchtigen Violinisten mit bedeutender, gut entwickelter Technik kennen. Derselbe spielte die Faust. Fantasie von WteniawSky, eine Mazurka desselben Componisten und ein Nocturno vou Chopiu-Sarasate mit schönem Ton und virtuoser Beherrschung." In gleich lobender Weise schreibt auch der „Mannh. Gen.-Anz.", mit dem Zusatz, daß er ein Meister auf seinem Instrumente ist. • • AiS Verein. Bei anhaltendem Frostwetter wird die Eisbahn noch vor den Feiertagen dem Betrieb übergeben. Nenanweldungen werden nunmehr nur noch an der Kaffe auf der Eisbahn entgegen genommen und zwar Nachmittag» von V/2 bi» 5 Uhr. Der Jahresbeitrag beträgt 2 Mk., Eintrittsgeld 1 Mk. — Neuer Dampfkessel. Aufsehen erregte gestern der Transport eine» neuen Dampfkessels, den der Fuhrunternehmer Karl Jughardt II. vom Güterbahnhof nach der Aetieu'Brauerei besorgte. Der «effel, von Petrh-Dereux in Düreu gebaut, hat ein Gewicht vou 380 Ceutner, 8 Anno« sphären lleberdruck und eine Heizfläche von ca. 85 Quadratmeter. Zu dem Gewicht de» Kessel» kam noch daSjeuige de» Transportwagen» von 100 Ceutner, so daß 18 Pferde be- nöthigt waren, den Seffel au Ort uud Stelle zu schaffen. Biele Neugierige gaben dem allerdings ungewöhnlichen Trau». Port da» Geleite. • • Hundertjährige in Hessen. Unter der bet der Volk», zählung vom 2. December 1895 ermittelten ortSavweseu- den Bevölkerung de» Großherzogthum» waren lt. „Offtnb. Ztg." Personen iw Alter vou über 100 Jahren nicht ver- treten. Im Alter vou 95 bis 100 Jahren standen 8 Per- soneu uud zwar nur Frauen (3 in Starkenburg, 5 in Rhein- Hessen). Siu Alter von 90 bi» 95 Jahren hatten 136 Per- soneu, 57 Männer uud 79 Fraueu, so daß auch hier da» weibliche Geschlecht überwiegt. Diese» Ueberwiegen des weib- lichen Geschlecht» ist überhaupt in sämmtlichen Altersklassen vom 25. Lebensjahre au der Fall, während in den jugendlichen Altersklassen von der Geburt bi» zum 25. Lebensjahre das männliche Geschlecht zahlreicher vertreten ist. • * 3n Amerika verstorbene Hessen. Lakefide, O., Frau Auua Elisabetha Ahreu», geb. Baubel, 67 Jahre alt, au» HeffewDarmstadt. — Burlington, Iowa, Frau Margaretha Fuuck, geb. Kriechbaueu, 84 Jahre alt, aus Oberhausen. — Waterloo, Jll., Wendel Hartmann, 67 Jahre alt, au» Heffeu-Darmstadr. — Shracuse, N.-y-, Frau Apollonia Neumann, geb. Herbig, 63 Jahre alt, au» GtwbSheim. — MaScoutah. Jll., Peter Dickhaut, 70 Jahre alt, an» Altheim. — Lancaster, Pens., Carl P. Krau», 74 Jahre alt, aus Zwingenberg. — MaScoutah, °>ll., Philipp Nickel, 60 Jahre alt, au» Seeheiw. — New Andreas Hitzel aus Bingen a. Rh. — Franklin, Pa., Georg Schneider, 60 Jahre alt, aus Ober Mossau. • • Wetterbericht. Fast ganz Europa gehört wieder einem barometrischen Maximum au, deffeu intensiver Keru über Schottland lagert. Relativ niederer Druck besteht über der BtScaya-See uud dem Mittelmeerbeckeu, über deffeu Osthälfte ein flache» Depression» Centrum liegt. In Ceutral-Europa bestand am Morgen meist trübe» Frostwetter uud trägt die Witterung bei vorherrschend nordwestlichen Windeu rauhen Charakter. An den Hochstationen ist eine neuerliche, sehr beträchtliche Temperatur-Abnahme zu verzeichnen. — vor- aussichtliche Witterung: TheilS heitere», theil» nebelige» Frostwetter. Erzhausen, 18. December. Dieser Tage brachte die Kuh eine» hiesigen LandwirthS drei Kälber zur Welt. Gewiß eine Seltenheit. vermischte*. • Kassel, 21. December. Der erste Getreidesilo im Regierungtbezirk Kaffel wird am kommenden Mtttwvch in Hoheneiche (Krei» Eschwege) eröffnet werden. • Berlin, 20. December. DaS Deutsche Centralcomitv zur Errichtung vou Heilstätten für Lungenkranke hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab, auf der über die Eut- Wickelung der Bestrebungen in den einzelnen Theilen de» Reiche» berichtet wurde. Alle ärztlichen Berichterstatter betonten die Heilbarkeit der Lungenschwindsucht im heimischen Klima bei rechtzeitiger Einleitung der Be- Handlung. Wiederholt wurde von ihnen hervorgehoben, daß die in den deutschen Heilstätten erzielten Erfolge den gehegten Erwartungen entsprächen, und daß somit an der Sicherheit der Grundlagen, auf denen da» planmäßige Vorgehen zur Bekämpfung der Lungenschwindsucht in Deutschland begründet sei, kein Zweifel bestehe. Nach dem, der Versammlung vor- gelegteu Geschäftsbericht ist die Heilstättensache in allen Theilen de» Reiches in erfreulichem Fortschreiten begriffen. Die hauptsächlichsten Träger find die für den speciellen Zweck der Fürsorge für Lungenkranke innerhalb bestimmt abgegrenzter Bezirke in» Leben gerufenen Vereine, deren Zahl bereit» mehr al» 20 beträgt. Aber auch andere Corporattoueu widmen fich derselben Aufgabe. Eine wesentliche Stütze finden diese DereinSbestrebungeu, soweit fie unbemittelten Lungenkranken zu Hülfe kommen wollen, an den Invalidität»- und AlterSverficherungS-Anstalteu, weil durch die Unterbringung gefährdeter Versicherter in der Hauptsache die Unterhaltungskosten fichergestellt werden. Einzelne Versicherungsanstalten haben eigene Anstalten bereit» im Betrieb, andere werden in Kurzem die ihrigen eröffnen- wieder andere find durch Hergabe billiger Baucapitalien bei der Errichtung vou Heilstätten betheiligt. Auch vou kommunaler Seite werden solche errichtet. In einigen Fällen hat auch der Staat direkt die Heilstättenunternehmungeu unterstützt. Einzelne Arbeitgeber au» der Großindustrie find selbstständig vorgegaugen einer- seit» durch möglichst frühzeitige Einleitung de» Heilverfahren», andererseits durch Berücksichtigung bei der Zuweisung geeigneter Arbeiten. Eine Reihe vou Vereinen widmen sich außerdem der vielfach uothweudigeu Fürsorge für Familien wahrend der Zeit, in welcher der Ernährer in der Anstalt zu verweilen gezwungen ist. DaS Ceutralcowitö hat bisher 137,000 Mk. an Beihülfen für AnstaltSbauteu bewilligt. Al» publizistisches Organ dient die neubegründete Heistättencorre- spoudevz. Die in den Anstalten gemachten Erfahrungen werden nach einheitlichem Plane vom kaiferlichen Gesundheitsamt statistisch-wiffevschaftlich bearbeitet. Wenu ein Abschluß der eingeleiteten Sawmelforschung auch erst in einiger Zeit zu erwarten ist, so bestätigen doch die bisher ersichtlichen Ergeb- niffe die Voraussetzung, daß in zweckmäßig angelegten und gut geleiteten Heilstätten die Behandlung Lungenkranker durchaus auSficht-voll ist. • Nürnberg, 17. December. Ein Beamter der „Providentia" aus Würzburg wollte gestern hier im Hotel „Maximilian" übernachte!'. Gegen 12 Uhr hatte er fich zur Ruhe begeben und war in Haldschlurnmer versunken, da bemerkte 1 et, daß Jemand im Zimmer war und sich da zu schaffen machte. Er griff zu und erwischte den vtabrtagling, der fich jedoch loSmachre uud entfloh. Der Ueberf diene schlug Lärm, Alles lief zusammen. Ein Jeder ließ fich die Taschen und Zimmer durchsuchen, nur Zimmer Nr. 19 blieb verschlossen. Als mau deu Jusaffeu dringender citirie, erschien ein sehr schlaftrunken auSsehenber Herr, der „vou nicht» wußte". Ein spähender Blick entdeckte da auf einmal im Zimmer Nr. 19 ein Päckchen, da» bei näherer Beaugenscheinigung eine niedliche Sammlung von DiebSw rkzeug auf- wie». Die rasch geholte Polizei fand in der Matratze da» gestohlene Gut: Börse, Pretiosen x Der „Herr von Nr. 19" Übernachttte auf der Polizei weiter. * No«, 21. December. In Palermo wurde ein unglaubliche» Verbrechen entdeckt Principeffa Cariui, die vou ihrem Ehemaone getrennt lebte, wurde vier Jahre laug im eigenen Palaste, io Gesellschaft ihrer blinden Tochter, vom Hausverwalter gefangen gehalten. Kürzlich gelang e» der Privzesfin, einen Brief an einen Advocaten durch- zuschmuggeln. Die Polizei fand die Aermste in einem letten Zimmer auf einem Strohlager halb verhungert. Der verbrecherische Verwalter wurde verhaftet. * 31 Gchaffhaifei tst ein eigenartiger Streit anSge- brachen. Der Direetor der dortigen Irrenanstalt hatte fich über da» allzufrühe uud zu häufige Läuten der Kirchenglocken, da» für seine nervösen Patienten schädlich sei, beschwert. Daraufhin stellte die protestantische Kirche au- freien Stücken daS gar zu frühe Läuten ein, die katholische behauptete, daß die Art deS Läuten» zu ihrem CultuS gehöre uud läutete in der alten Weise weiter. Der Director wandte sich an den Siadtrath uud dieser verbot vorläufig da» Läuten vor 7 Uhr Morgen» bi» zum Erlaffe einer neuen Läuteordnuug. Die katholische Genoffenschast erhob gexen diese» Verbot Eiosprache beim RegieruugSrath und dieser hob die stadträthliche Verordnung allerdings auf, aber mit dem Hinweise, daß e» dem Stadtrath frei stehe, eine neue Läuteordnnng zu erlaffen, die natürlich im Sinne feine» früheren verbot» ausfallen dürfte. • Die Juwelen der Kaiserin. Ein überaus werthvolle» Diamanden-Diadem, welche» eiust zu den franzöfischeu Kron» juw elen gehört hat, ist von einem New-Uorker Juwelier aus einer Auktion erstanden worden. Diese» Diadem ist mit 800 bläulich schimmernden, indischen Diamanten und 20 großen Türkisen geschmückt, die tat 16. Jahrhundert au» Perften tarnen. Diese» wunderbar schöne Schmuckstück ist einst von der Herzogin von Augoulöme, der Tochter Ludwig» UV., der Herzogin von Berry und zuletzt vou der schönen Kaiserin Eugeuie getragen worden. I« Jahre 1887 wurde da» Diadem von der franzöfischeu Regierung verkauft und fand so seinen Weg nach dem Uankeelande. • Der Wein erfreut be» Menschen fceij. Au» Wie« wirb berichtet: In der Weingroßhaublung vou Vincenz Cicco würbe ein Weißwein, der unter dem Namen Capella- wäre um 29 kr. per Liter verkauft wurde, mit Beschlag belegt uud chemisch untersucht. Dabei stellte fich denn herau», daß der „Weiu" zwar nicht einen Tropfen Traubensaft, dafür aber allerlei andere angenehme Dinge enthielt. Die Analyse ergab nämlich neben 89 Procent Waffer und 6 Procent Alkohol da» Borhandeuseiu einer großen Menge Kaliumsulphat und außerdem noch besonder» Phosphorsäure und Schwefel- säure. Herr viceuz Cicco hatte fich deßhalb vor dem Bezirk», gericht Wieden zu verantworten. Der Angeklagte gab zu, etwa 80—100 Flaschen vou dem Wein verkauft zu haben, behauptete aber, er habe ihu von dem Agenten Josef Schmidt in Klosterneuburg gekauft und nicht gewußt, daß er verfälscht resp. überhaupt kein Wein fei. Der Richter schenkte der Verantwortung de» Angeklagten Glauben und verurtheilte ihu aur wegen Fahrläsfigkeit nach $ 12 be» neuen Leben»- mitielgesetze» zu 15 fl. Geldstrafe und Zahlung der Gericht»- kosten, außerdem aber noch zur Zahlung der Kosten zur chemischen Untersuchung mit 46 fl. 44 kr. au den Magistrat. ♦ Arg hinetagefallli ist ein Ramschbazar in Hamburg. Er verkaufte al» „Lockwaare" sogenannte vauerntische sür 8 Mk. da» Stück, die ihm ein Tischler für 8.50 Mk. an- fertigte. Die Tische fanden reißenden Absatz, so daß der Tischler gar nicht genug liefern konnte. Er machte ein ganz. gute» Geschäft dabei, während die Firma bei jedem Stücke 50 Pfg. zulegte. Auf einmal wurde eine sonderbare Entdeckung gemacht. Der Tischler selbst nämlich ließ die Bauern- tische wieder von der Firma für 8 Mk. aakousen und verkaufte fie dann derfelbeu Firma wieder für 8.50 Mk. So gingen dieselben Tische immer hin uud her. * Die AdmiralUatttajute auf be« Flaggschiff „Deitfch- land". Mit eigenem Jutereffe betrachtet man die Räume, in denen Prinz Heiurich al» Commaudeur der 2. Division de» ostafiatischeu Kreuzergeschwader» sür die nächsten Monate, ja vielleicht für Jahre seine Wohnung aufschlogen wird. Die AdwiralitätSkajüte an Bord de» Schiffe» „Deutschland" ist, mit den entsprechenden Räumen neuerer Panzer verglichen, ungemein geräumig, d. h. natürlich wa» mau aus den schwtmweuden Plauken geräumig nennt. Auch der Admiral muß sich au Bord mit bescheideneu Gemächern begnügen, die Wände de» Batteriedeck» können seinetwegen nicht erhöht werden. Solche Wünsche finden indessen in der Brust be» Seemanns keinen Raum, denn dem jüngsten Cadetten und Schiffsjungen, wie dem Admiral uud altgedientea Deckoffizier gilt da» gleiche, erste Gesetz de» Dienste» an Bord: Seldst- verlenguuug. Ein Posten vou dem 80 Mann starken Detachement der Marine-Jufauterie steht mit gezogenem Seitengewehr vor der Thür zu den prtnzlicheu Gemächern, zu denen wie zur Kabioe be» Commaudanteu Niemand ohne be- saubere Befuguiß Zutritt hat. DaS Wohuzimmmer ist ein langgestreckter, uatürlich ziemlich niedriger Raum, ftenub- lich uud hell. Wa» Geschmack und Kuust vermögen, solch kleinen Raum, der einem lange, lauge Zeit hindurch al- Wohuuug dienen muß, anheimelnd und gemüthltch zu gestatten, da» ist hr:r in reichstem Maße geschehen. Die Täfelnng der Wände ist in Hellen Farben gehalten, weiß, hellgrün, golb, sodaß die durch die Luken einfallende Sonne ein ungemein jammert der eiee, ,1» das »e Hundekälte! Hm, da» 1 1 (1) 1 Mieth-Gesuche 149 Original Musgraves Irischen Hefen Zu verkaufen 11459 empfiehlt Kaufgesuche Carl Schwaab, Hofl., Giessen Televbon 119. Marktstraßr 4 9872 Seifenfabrik. werden in allen vis it Stellen-Angebote. in der Ltzr. 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Der Marktverkehr wirb fick an dieser Stelle nicht entwickeln können, sondern er wird zurückgehen. Wer ein Geschäftshaus mit den modernsten Ladeneinrichlmqm in eine entlegene Eck« der Stadt baut, wird trotz des ver^ltniß» mäßig billigen Baues auf eine mäßige Verzinsung seines Anlage» capttalS nicht rechnen können. r ... . , . Derselbe Bau, in einer guten Geschäftslage aufgeführt, wirb trotz der höheren Kosten aller Wahrscheinlichkeit noch rentiren. Da» wird auch der Herr Einsender glaub n, ohne dah ihm daS zahlen>- mäßia nachgewtesen wird. ., . Ich bitte ihn, daS Gleichniß aus di- Vtehmarktsrage anzuwenden. Louis Gmmelius. Tüchtige Cigarrenmacher und Wiörelmalher Eingesandt. «et», bk Biehmarktfrage. Gieße«, 21. December 1897. Der Herr Einsender verlangt von mir den Nachweis, daß sich der Vtehmarkt hinter den Bahnhöfen rentiren würde, im Gegensatz zu der Anlage des Viehmarkles neben dem Schlachthause. Wäre ein zahlenmäßiger Nachweis der Rentabilität der einen oder anderen Anlage möglich, so hätte eine Meinungsverschiedenheit der Stadtverordneten in dieser Frage gar nicht aufkommen können. Rießner-Oefeu, Löhnholdt-Ocseu v. Eisenwerk Buderus, Regulir-Oefe«, Koch-Oefeu, transportable Herde in allen Größen Schellfische ff. Flußhechte, Zander und Lcholle« heute etngetroffen bei 11364 J. M. Schulhof, Irifchgrschossrne Hasen empfiehlt _ 11620 I. ZSrb Ww«., Mäusburg 9. ^^rmiethungen^J im Hinterhaus zum Alleinbewohmn, 4 bis 5 Zimmer, Küche. Wasserleitung rc., per April zu vermiethend Louis Sony, Babnboffir. 27. Gießen empfehlen ihr aufs Reichhaltigste asiortirtes Lager in: Hasenfelle, WM- Morde» . Iltis» Saninch««- und Fischotternkelle kauft zu hohen Preisen 11060 A. Kretzschmar, finrfdjntr, Marktplatz 2/. Moussneude Rhemweiiik " non 8ebr tzohl in «kisenhrim, schwarze Marke ver Flasche 2,40 Mk., Kaiserblume * ■ 3,70 „ erquifite Oaalitäten, 11614 bei Emil Fischbach« freundliches Bild bescheint, tzleber und über stad die Wände bedeckt mit Gemälde» und Skizzen aller Art. Da hängen zunächst gleich link» die großen Bildnisse der nächsten Ange» hörigen, vorzügliche Stahlstiche mit den Unterschriften her Eltern uud Großeltern. Sie tragen die Jahreszahl 1878 und waren wohl für die erste große Reise de» jungen Prinzen, die Weltumsegelung, bestimmt. „Seinem lieben Enkel Heinrich, Wilhelm 1887*, in zittrigen Zügen, daneben mit schwungvoller Bleischrist die Erbpriuzesfin von Meiningen „ihrem lieben Bruder Heinrich die treue Schwester Eharlotte*, daun Kaiser Friedrich, die Mutter, die Großmutter und mit einigen englischen Zeilen zur Erinnerung an „devoted Grand- mother®. Sehr Interessant und künstlerisch werthvoll find zahlreiche Aquarelle, meist Seestücke mit Bildern au» dem Seeleden darstellend. Bor Allem salleu die prächtigen Bilder de» auch bei uu» rasch berühmt gewordenen italienischen Seemaler» Marrino auf, von dem außer einigen Skizzen ganz hervorragende Aquarelle der „Sardegna" uud „Italia", der beiden riefigen Panzer der italienischen Marine, unter Gla» und Rahmen hingen. Eine Photographie de» „Röntg Wilhelm" mit längerer geschichtlicher Anmerkung darunter von der Hand bei Freihrrrn v. Seckendorfs, de» Hofmarschalls und früheren seemännischen Mentor» de» Prinzen- zahlreiche Darstellungen au» Venedig und eine Reihe nicht mit Nam-n gezeichneter Genrebildchen in Aquarell au» dem Leben au Bord vervollständigen den Bilderschmuck. Auf dem Schreibtisch finden sich zahlreiche Familieubilder von Eltern, Geschwistern, Frau und Kindern. Hervorragend unter ihnen ist eine sehr große Platinothpie des Kaisers in AdmiralSuniforw, die i« Publikum bisher nicht bekannt geworden ist. ES ist eine der ähnlichsten und schönsten Aufnahmen, die mau von Sr. Majestät sehen kann. Auch in dem sehr practisch eingerichteten Wasch- und Baderaum stad noch weitere photographische Ausnahmen aufgehängt. Ein großes Bücherbrett mit allerhand Marine- ltteraturen, SophaS, mehrere Tische und Stühle vervollständigen die Einrichtung. * Einige beemaunrscherze erzählt Marinepfarrer P. G. Heim» in setnrw „Seemann» latein". Ein Altmatrose bringt den Obersteuermann nach Hause, als dieser etwa» stark geladen hatte und heftig schlingernd seinen Cur» heimwärts richtete. Im Hausflur trat ihnen die Frau Obersteuermann zornschnaubend entgegen. „Wa» haben Sie mit meinem Mann gemacht?" schrie fie, „er ist ja ganz betrunken !* — Der Matrose richtete sich würdig auf und ruft entrüstet: „Frau Michels, er ist nicht betrunken Yon das, was ich getrunken habe, er ist betrunken von das — was er selbst getrunken hat." — Ganz besonders characteriftisch ist folgende Unterhaltung. Auf dem Achterdeck stehen zwei Leute, die den Schnee wegfegen sollen. „O je, o je!" Summ«: 5 (1) 3 (1) 2 «nm. Die w KUnnman gesetzt« Zister» gebe« o>, wie der Todesfälle in der betreffenden «r-mkhett «us von tutmlrtt na« Gießen gebr«chte Kranke komme». Ein Commis findet Stellung als Comptoirist und Verkäufer. Nur schriftliche Anerbietungen befördert die Expedition dieses Blattes unter B 11508^ ■U «Mill, bl, * u» I-.I A" ItllUf „ “»Kill« 11,4. " ™ l>°» U«u ®8m. r« «treu uu,. M«it Hw, üi sr Laute, b« schädlich |ei, stirche anl ria, Mt katholiichx 'h»r« Cnltni fit, 11 Der Director ’ verbot vnlüufiz klaffe eiu« ntnen ^ast er^ob gtjeu »irath nub bleiet ’86 auf, aber mH ki stehe, eine neue im Sinne feint» Ofenschirme, Kohlevfüller, Kohlenkäfteu, Ofenvorsetzer, Wärmflaschen, Kochgeschirre (email., inoxydirt u. verzinnt) Wöchnttllch« Urbrrsicht bet TodESe in ®iefri«. 51. Woche. Vom 12. December bis 18. December 1897.*« Einwohnerzahl: «genommen zu 23 700 (tacl. 1600 Mttfc:). SterbltÄkcU-ziffer: 10 97, nach Abzug der Ortsfremden 8,77°/«. Kinder LS starben ruthitll. Die «°a- ßn unb 6 RtnyMuelul^at üuxt unb bchmsil« üb vor dem SW' Augeklagle gab crifauft zu habw, itutkuIofrf Schmidt 'tzt, daß trwfW stichtkl schnktt btt tn unb vMlftilrr 2 btl urotn Ltbrus' W dnE ng btt /au btn riss llt 8.60 »■ «*10 ■» b-> ireibt der Hunger nach Brod die Goldsucher hiuwrg von der Stätte, wo fie ihr Glück machen wollten. Entsetzlich lauten die Nachrichten, die von glücklich Entkowmeuen über die HuugerSnoth in der Goldstadt vou Klondike, Dawson City, melden. Die Lebensmittel haben Preise, die schon den Reichsten beinahe zu hoch find. Man schlägt fich, ja mau mordet um Brod und Fleisch. An 3000 Menschen haben fich aufgemacht, nm über einen schaurigen Gletscherpaß hinweg dem ficheren Tode zu entrinnen. Biele Goldsucher find so arm, ja ärmer, alS fie gegangen waren, in Gitka aa der Küste augelangt. Run kommt noch die schlimme Kunde, dah der Dampfer „Eleve- land", der mit Paffagieren nud Lebensmitteln nach den Goldfeldern von Klondike unterwegs war, an der Westküste der Vancourinsel totalen Schiffbruch erlitt, wobei 22 Personen ertranken. Bald wird, da diese HilsSexpedition gescheitert ist, dir Goldgier noch mehr Opfer fordern. ♦ «ul der Kafer«e. Sergeant: . . Also, von jetzt an find in der Kaserne Zahnbürsten im Gebrauch! Da» sag ich Euch aber, daß fie mir keiner auch zum Stiefelputzen nimmt." 11511] frrantfa»Ueft». 10 tft die Parterrewohnung, 7 Zimmer und sonst. Zubehör, vom 1. Juli 1898 an zu verm Die anerkannt feinsten Punsch-Essenzen aller Art, der renommirten Punsch-Liquevur-Fabrik von Aug. Kramer & Co. Nachf. in Köln Fürjeden Raucher ist ein Kistchen Cigarren eine willkommene Beigabe zum Weihnachtsgeschenk. 11526 Sie erhalten solche in Kisiel zu $55, 50 und 100 Stück in großer Auswahl bei CARL RETTER, Eigarrell' und Weinhandlung, jmdkvplah, Ecke Wallthorstraße. 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'G EG R: 1846 Sm 26. December, von Abeubs 8 Uhr ab: Weihnachtsfeier mit Verloosung, Theater, Coueert und Tauz in der Turnhalle. Mitglieder, welche an der Verloosung theilnehmen wollen, werden ersucht, Soofe (a 1 Mk.) bei Mtglied Richard vuchacker. Neuen Bäue 11, in Empfang zu nehmen. Rur Mitglieder mit ihren Damen haben Zutritt. Nichtmitglieder werden unnachsichtig zurückgewiesen. 11522 Der Vorstand. «WliM-Vmin Eichn.uD L !<• WWW» V R ich assortirtf» Lager m completten Glas- und Porzellan- Servicen, Waschgarnituren. Vertreter gesucht. Eine leistungsfähige Käsefirma im bayerischen Allgäu sucht tüchtige Agenten ®tfL Offerten unter E. M. 366 befördert Rudolf Moffe, Kempte« (Bayern). Weihnachtsbescheerung u. Verloosung am rrstkn Frierlage, Abend« präci« 8 Ahr, in Leibs Saal. Diejenigen Mitglieder, welche sich an der Verloosung betheiligen wollen, haben bi» längstens 23. December mindestens 50 Pfg. bei dem Kassier, Herrn Kaufmann Dort, einzuzahlen. Nach diesem Termm werden Zahlungen nicht mehr angenommen. 11344 Nur Mitglieder mit ihren Familien haben Zutritt. Meßmer Jitheräub (WohlthätigLeitsverein). Am 1, LVeihnachtsfeiertage, den 25. Deebr. 1897, Abends präcis 8 Uhr ausangend, in Steins Saatöau: Große Weihnachtsfeier mit Weihnachtsfestspreten, lebenden ZLildern, Kesangs- vorträgen und Aerloosung. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß am selben Abend die Weihnachtsbescheerung der 70 Kinder stattfindet. Die zu bescheerenden Kleidungsstücke find von 7^2 Uhr ab im großen Saale de» Herrn C. Stein zu Jedermanns Ansicht ausgestellt. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein 11440 Der Vorstand. — Freunde können eingeführt werden. — Die zu bescheerenden Kinder wollen sich um 7»/, Uhr einfinden. Gasthaus zum Anker Steinstraße 23. Donnerstag den 23. d. Mts.: Eröffnung. ff. Dortmunder Helles, sowie hiesiges Helles und dunkles Exportbier. Für den Besuch meiner seitherigen Gaflwirthschaft besten» dankend, bitte ich, auch mein neue» Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. 11528 Hochachtend Bob. Meueer. Coursbericht m J. Kurz & Co., Giessen, Kahllpsstratzt 63. Frankfurter Börse vom 21. December 1897. 4 6.1906 100 60 N/i Hmnbrgr. Hyp. Br. mtt. b. 1906 99 60 ©äufnet en dko 4.16 Ätnrdc Darmst Bk^Nclten 000.00 | Oeftrrr. LredU Actte» 296.26 80J0 169 8b £17*/i 3 3 97.50 101 16 000.00 101.40 10L60 106.50 4 3 6 Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt Worm» unf. b. 1901 86.95 102 80 SILO 94.45 35L5 Brta* 16.17 20LÜ 4.20 20 Franteu-St. @ngl. Sovereign» Lollar» tn Gold B*/i Krts. Hyp. Lred.B. unL b. 1906 9930 4 dto- torf.6.1906 102 60 8»/» DeutscheGrdsch.B.urck.b. 1906 10030 Broten 3