ÖÄg?” Elner §?ojb Spann $ ä A®Ä ■äs h DDL L^Ä S**5l6tM. U n ör) vn i ftS“®« mh «LI September » ssÄ^saL«.* 14, ’Ä^ÄFii ME! fern »nFage 15 rn-Handlunz te, aui 'erneut ali: Sl-vei-cköge, W. Unnöetne, Kes-kiite, 6riif*fle«,$ttppti litotfon, -H 3**' r -rr. 170 Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamilienvlälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt Freitag den 2Z. Juli_________________________ Meßmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. 189* vierteljährig« Avonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: ZchntstratzeAr.7^ Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblntt für den Ureis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» Folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Hratisöeitage: Hießmer Iamilienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» 1 Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg«. Deutsches Reich. Darmstadt, 21. Juli. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin trafen heute Vormittag von Jagdschloß WolsSgarten hier ein und haben fich Mittags dorthin zurückbegeben. Berlin, 20. Juli. DieBedeutungderpreußischen Staatsbahnen für die Finanzen deS Staates erhellt auS dec Thatsache, daß die Eisenbahneinnahmen, welche 889 488579 Mk. im Jahre 1890/91 betrugen, bU auf 1039 420 046 Mk. iw Jahre 1895/96 gestiegen waren, und im Jahre 1896/97 den Etatsansatz von 1020592400 Mk. sehr erheblich überstiegen haben, für da« laufende Rechnungsjahr etat-mäßig auf 1110210350 Mk. veranschlagt sind, mährend sämmtliche Einnahmen deS Staates den Betrag von 2 Milliarden Mk. nur unwesentlich übersteigen. Mehr als die Hälfte der sämmtlichen Staatseinnahmen wird daher jetzt von den Eisenbahnen aufgebracht. Die directen und motrecten Steuern figuriren in dem Etat mit zusammen 234,5 Millionen Mk., die Berg und Hüttenverwaitung mit rund 127, Domänen und Forsten mit rund 91 Millionen Mk., also rund 21 %, etwa- über 11 und 8% der Einnahme aus den Eisenbahnen. Noch deutlicher wiro die große finanzielle Bedeutung der Staatsbahnen, wenn man den so« genannten Nettobetrag der Betrachtung zu Grunde legt. Der Uebrrschuß der Eisenbahnen ist in dem laufenden Etat, wenn man auch die einmaligen Ausgaben mit 48 Millionen Mk. von den Einnahmen abzieht, aus rund 436 Millionen Mk. veranschlagt. Von diesem Ueberfchuß ist zunächst die Verrufung und Tilgung der Eisenbahncapitalfchuld mit rund 191 und 26, zusammen rund 217 Millionen Mk. zu bestreiten. Die Eisenbahnen liefern daher zur Deckung des Bedarfs anderer Ressorts nicht weniger als 219 Millionen Mk. Der ganze Bedarf zur Bestreitung dieser Ausgaben beziffert fich aber netto auf 480 Millionen Mk., die Eisenbahnen liefern mithin neben den Mitteln zur Verzinsung und Tilgung der Etsenbahnschulden beinahe 46% deS Nettobedarfs für die Ausgaben aller anderen Zwetge der Staats- Verwaltung. Bei der vorsichtigen Veranschlagung der Eisen- bahueinnahmen pflegt, von einzelnen Ausgaben abgesehen, der Antheil der Eisenbahnen an der Deckung des Staat«. Bedarfs fich in Wirklichkeit noch höher zu stellen, als im Hat vorgesehen ist. In dem soeben abgeschlossenen Jahre 1896/97 sollten z. B. die Eisenbahnen zu dem Nettobedarf der anderen Ressorts mit 440 Millionen Mk. nach Deckung de« Bedarfs für die Eisenbahncapitalfchuld mit nicht voll 224 Millionen Mk. rund 174 Millionen beitragen. Dabet war der Elfenbahn-Ueberfchuß zu 438 Millionen Mk. ange- nommen worden. In Wirklichkeit beträgt er ober rund 500 Millionen Mk., fodaß 230 bis 240 Millionen Mk von d m Eifenbahn-Ueberfchuß für allgemeine Staatszwecke verfügbar blieben. Selbst nach Speisung des Dispositionsfonds er Eifenbahnverwaltung mit 20 Millionen Mk. konnte da- ? her im letzten Jahre ungefähr die Hälfte des Nettobedarfs iilr die gesummten Ausgaben der übrigen Ressorts dem lleberschusse der Eisenbahnverwaltung entnommen werden ' und, wenn der Gesammt-Ueberschuß deS Jahres 1896/97 auf mehr als 100 Millionen Mk. angegeben wird, so entfällt die größere Hälfte auf den Mehrüberschuß, welchen die Eisenbahnverwaltung über den Etat geliefert hat. Berlin, 20. Juli. Der nach Berlin zum Professor berufene Amtsgerichtsrath Dr. Reinhold in Wiesbaden hielt dort vor seinen ehemaligen AmtSgenosien eine Abschiedsrede, die in weiten Kreisen Aufsehen erregt hat. U. A. sagte Reinhold darin, feine Berufung in ein akademisches Lehramt habe durch ihr Zusammentreffen mit dem Vorgehen der Re- Gerung gegen den sogen. Katheder-SocialitmuS rin Aufsehen und einen Lärm erregt, der neben berechtigter Kritik vor Allem wieder die Gehässigkeit der Partetleidenschaft zeigt. Während ihm die Ausficht gewinkt habe, in Wiesbaden, auf „dieser Insel der Seligen", friedlich sein Dasein fortzuspinnen, sei er jetzt wieder in daS offene Meer des Streites hinein- g.trieben und sofort einer derartigen Entstellung seiner Ge- fmnung und seiner politisch - wirthschaftlichen Ueberzeugung preisgegeben worden, daß er diese Gelegenheit zur Berich- ügung der über ihn geäußerten übelwollenden und einander widersprechenden Meinungen mit Eifer ergreife. Er nehme seine heutige Anwesenheit unter wohlwollenden Hörern wahr, um wenigstens in einigen Strichen ein Bild seiner prin- cipiellen Stellung zu den für feine künftige Lehrtätigkeit m Betracht kommenden Problemen der Gegenwart zu zeichnen unb damit zugleich einer von anderer Seite her auf ihm lastenden GewisienSpflicht zu entsprechen. ES betreffe dies ba« Verhältnis der gegenwärtigen Regierung zum Volk. Durch seine Vergangenheit, sein Richteramt, seine Ueberzeu- gung von der Nothwendigkeit einer starken Staatsgewalt, eine treue Gesinnung für die Monarchie und seine uner* schütterliche Ansicht von der rettenden Bedeutung einer mächtigen Armee auf die Seite der Regierung gewiesen, sehe er, wie unzählige, gleichgesinnte Freunde, mit wachsender Sorge eine Entfremdung zwischen Regierung und Volk einreißen, welche schwere Gefahren berge. Man fragt fich erstaunt, ob die Regierung die Stimmung und die Bewegung im Lande nicht sehe ob r nicht sehen wolle, und auf welche Elemente fie denn ein haltbares System zu gründen gedenke, wenn sie die breiten Kreise deS gebildeten und gemäßigt liberalen BürgerthumS tödtlich verletze und dem ohnehin riefig anwachsenden RadicaliSmuS zutreibe. Prof. Reinhold gab dann eine Charakteristik des Katheder - SocialiSmuS und der gegenwärtigen Regierungspolitik, deren gemeinsamen Jrr- thum er in einer Ueberschätzung der Möglichkeit, auf den Weltlauf einzuwirken, und in einer verkehrten Stellung zum Problem der Freiheit erblickte. „Die in der modernen Zeit, namentlich in Preußen, weit verbreitete Meinung, in der Socialpolitik sei auf das „sociale Königthum" die Hoffnung der Zukunft zu setzen, ist eine Illusion. Das Königthum ist heute völlig unvermögend, große resormatorssche Thaten, wirkliche Umwälzungen in der Volkswirthschast und in der Gesellschaft durchzusetzen. Dies kann allein ein zwar stark regiertes, aber freies Volk. Nur auf einer — nicht formell, aber dem Wesen nach — demokratischen Grundlage ist der Versuch einer kühnen Socialpolitik möglich." „Das nächste Jahr wird uns eine erschütternde KrifiS bringen. So un« endlich schwer es auch ist, baß deutsche Volk zu einem einheitlichen Willen und zu einer deutlichen Erklärung zu bringen, so ist cß doch sicher, daß eß in einem Punkte klar, fest und deutlich sein und bet den nächsten Wahlen fich dahin einheitlich außsprechen wird, daß eS so nicht weiter regiert sein will. Ich höre nicht mit Lassalle den ehernen Schritt der revolutionären Arbeiterbataillone, aber ich höre den dröhnenden Schritt der Wählerbataillone: man wird eine Kundgebung deß deutschen Volke« von einem drohenden Ernst erhalten, wie fie bisher bei uns unerhört gewesen ist. Der nächste Wahlkampf in Deutschland wird daS größte Ereigniß des ausgehenden 19. Jahrhunderts sein. Die ganze civili- firte Erde wird ihm athemloS zuschauen. Denn eS handelt sich um die weltgeschichtliche Entscheidung darüber, ob daS Land der Geistesfreiheit und der Cultur, der Bannerträger deß Gedankens der Persönlichkeit und freien Menschlichkeit sich aus die aussichtslose Seite der Reaction stellen oder daß Erbe Friedrichs des Großen ersolgreich vertheidigen wird. In jedem Falle steht ein schwerer, alle Grundlagen deß neuen deutschen Staateß erschütternder Kamps bevor. An die verantwortlichen Staatßlenker ergeht da« warnende Wort, daß ein großes Volk in Zeiten der Gefahr den Beauftragten seine« Willens zu tief: „Videant consules ne quid detri- menti respublica capiat.“ Homburg v. d. H., 21. Juli. Während de« Kaiser« Manövers werden in der Zeit vom 3.—5. September außer dem Kaiser Wilhelm noch in Homburg wohnen: die Könige von Italien, von Sachsen und von Württemberg, die Großherzoge von Baden, von Sachsen und Hessen, der Fürst von Hoyrnzollern, die Prinzen Albrecht und Heinrich von Preuyen, vier bayerische Prinzen, der Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar, außerdem eine große Anzahl fremdländischer Offiziere. Sodann werden noch hier untergebracht: das Kriegsministerium, der Große Generalstab der Armee, die Generalstäbe des 11. und 16. Armeecorp« mit der Rad« sahrer-Abtheilung und die StabSwache; ferner der Stab der 83. Infanterie-Brigade, eine Compagnie des 11. Jäger- bataillonS, die Leibgensdarmerie, die Ehrenwache und zwei Mufikcorps. Die Festhalle des mittelrheinischen Kreis« Turnfestes wird zu Stallungen für den kaiserlichen Hof« marstall eingerichtet. Wolff« telegraphische« Correspondenr-Bureiu. Berlin, 21. Juli. Einern Privattelegramm der „Ger- mania" zufolge wird auS den deutschen Schutzgebieten in der Südsee geschrieben, der Forschungsreisende Ehler« sei im Kaiser WilhelmS-Lande seiner Zeit nicht ertrunken, sondern mit dem begleitenden Polizeiunteroffizier von seinen hungernden und meuternden Bukkalenten erschoffen und dann inß Wasser geworfen worden. Die Sache sei von einem der Betheiligten jetzt angezeigt und der Mörder bereits zum Tode verurtheilt. Berlin,21. Juli. Der Saatenstand für Preußen Mitte Juli weist folgende Ziffern auf: Winterweizen 2,4, Sommerweizen 2,8, Winterspelt 2,1, Winterroggen 2,5, Sommerroggen 3,2, Sommergerste 3,0, Hafer 3,1, Erbsen 3,2, Kartoffeln 2,9, Klee und Luzerne 2,8, Wiesen 2,8, wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel bedeutet- hierzu wird bemerkt: Die meisten Berichte beklagen die große Dürre, namentlich in den Oftprovinzen. Seit dem zweiten Julidrittel trat in der Osthälfte Preußens Regen ein, der den Futterpflanzen und den Kartoffeln sehr nützlich war. Die AuSfichten auf eine gute Ernte bei der Sommerung find wesentlich herab« gemindert. Au« manchen Gegenden wird großer Hagelschaden gemeldet. Rom, 21. Juli. Mit dem König kommt auch die Königin von Italien am 3. September nach Homburg vor der Höhe, um den großen Mauövern beizuwohnen. Bergen, 21. Juli. Die „Hohenzoller.n" ging heute Vormittag 9 Uhr nach Norden ob; dem Vernehmen noch zunächst nach Sogn. Der Kreuzer „Gefion" mit Herzog Karl Theodor in Bayern an Bord ging bereits eine halbe Stunde vorher nach Göteborg ab. Das Wetter ist klar und schön. Ronca, 21. Juli. (HavaS.) Der Gouverneur begab fich gestern nach Retimo an Bord des russischen Admiral« schiffes, um Über die neuerlichen Unruhen Aufklärung zu geben. Danach verließen die Türken SamStag Nacht die Stadt und griffen die Christen an, wobei fieben Personen getödtet und drei verwundet wurden. Eine Person wurde geblendet. Gestern griffen unbewaffnete Türken eine russische Provlantcolonne mit Lebenßwitteln für die Christen an. Die Soldaten trieben die Angreifer mit Kolbenstößen zurück. Die Ordnung wurde Dank der Intervention deS Admiral« wiederhergestellt. Die Aufregung dauert fort. Depeschen de« Bureau ,Hrrvw." Berlin, 21. Juli. Dem „Localanzeiger" wird au« Konstantinopel telegraphlrt: Der Kaiser habe den Sultan eingeladen, zu den deutschen Manövern einige Offiziere zu entsenden. Der Sultan sprach seinen Dank au« und wird Grumbkow Pascha mit einem Adjutanten und wahrscheinlich noch einigen Offizieren dazu commandiren. Berlin, 21. Juli. Daß Herrenhaus tritt morgen Mittag um 12 Uhr zu seiner 27. Plenarfitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht nur die zweite Abstimmung über die Vereinsgesetznovelle. Berlin, 21. Juli. Als eventueller Nachfolger de« Untcrftaatöfecretär« im ReichSpostamt, Dr. Fischer, wird der Geheime Rath Sydow genannt. Berlin, 21. Juli. Der Minister der öffentlichen arbeiten hat neuerdings Veranlassung genommen, die Bestimmung in Erinnerung zu bringen, nach welcher die Untersuchung der Eisenbahnunfälle nach Möglichkeit zu beschleunigen ist. Berlin, 21. Juli. Wie der „Volkszeitung" zufolge verlautet, soll die preußische Regierung die Einführung der Staffeltarife planen. Berlin, 21. Juli. Im conservativen Bürgerverein Moabit sprach gestern Abend Rechtsanwalt Ulrich über die menest en W andlungen im Ministerium und deren Bedeutung für die conservative Partei. Redner bezeichnet Herrn v. Miquel als den kommenden Mann. Man müsse Miquel, obwohl er in seiner Jugend revolutionäre Anwandlungen hatte, hochachten, da er seine Jrrthümer offen eingestanden hat. Miquel befitze das Vertrauen des Kaiser« unb so lange kein Beweis vorliege, daß dieses Vertrauen nicht getäuscht werde, könne man in Miquel den tünftigen Mann erblicken. Mit der Solinger Rede des Herrn v. Miquel könnten fich die Conservativen vollständig einverstanden erklären. Die conservative Partei könne froh sein, wenn Miquel ans Ruder komme. Daß Freiherr v. Marschall noch einmal eine leitende Staatsstellung erhalte, fei völlig ausgeschlossen. Hamburg, 21. Juli. Die gelammte Kreuzer« Division bleibt dem „Hamburger Corresp." zufolge von Ende Juli ab längere Zeit in den japanischen Gewässern stationirt. Dessau, 21. Juli. Der 2 5. VerbandStag des Verbandes deutscher Barbiere, Friseure und PerÜckenmacher-Jnnungen bestimmte gestern al« Ort des nächstjährigen VerbandStage« BreSlan. Straßburg, 21. Juli. Der katholische Geistliche und Gymnasial Professor Wilhelm Bunkofer zu Wertheim a M. veröffentlicht in der „Straßb. Post" eine längere, ausführlich begründete Erklärung, in der er seinen Austritt au« der katholischen Kirche und seinen Uebertritt zum Protestantismus anzeigt. Brunkofer erklärt,- seiner Ueberzeugung und dem Drange seines Gewissens zu folgen. Er steht im 57. Lebens« jahre. Bergen, 21. Juli. Der Kaiser empfing gestern auf der „Hohenzollern" einige Besuche und begab fich dann vor Bergen aufs Land und besichtigte mehrere Ausflugsorte. Vrüfiel, 21. Juli. Infolge bedenklicher Meldungen aus dem Strtkegebtet Henn eg au entsandte die Regie« ruog neue Verstärkungen dorthin. Der Generalrath der Arbeiterpartei setzt seine Hetzereien fort und fordert die Bergleute mittelst Mauerauschlägeu zur Fortsetzung des AuSstandeS auf. Abgeordnete der Arbeiterpartei reisten nach Deutsch« land, Frankreich und England ab, um dort Geld für die Ausständischen zu sammeln. Berlin, 22. Juli. Nach einem Telegramm auS Brüssel verlautet aus der Umgebung drS Königs, welcher gestern von feiner Auslandsreise zurückkehrte, Kaiser Wilhelm werde in diesem Jahre schwerlich Zett finden, den Kieler Besuch deS König- zu erwidern. Dagegen gibt der König die Versicherung, daß das deutsche Kaiserpaar im nächsten Früh, fahre nach Brüssel kommen werde. London, 22. Juli. Das deutsche Kriegsministerium sandte, wie die Blätter berichten, vor wenigen Tagen zweitausend Brieftauben nach Dover, um sie von dort nach Deutschland zurückfliegen zu laffeu. Das soll vor einigen Tagen geschehen sein. Der Vorgang macht hier viel böse» Blut, um so mehr, als im Unterhaus amtlich erklärt wurde, Deutschland würde ein ähnliches verfahren einer anderen Macht an der deutschen Küste nicht dulden. WB. Christiauia, 22.Juli. Au» Stavanger vom 21. Juli, Mittag», wird telegraphirt: Bei Soevde in Riffyeke wurde heute eine Brieftaube gefangen mit einem Silber- ring am Fuße und dem Vermerk auf dem Flügel: Nord« pol 142 W 4762. Cscates rrnd provhtsiettes* Gießen, den 22. Juli 1897. ’* Au» dem Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruhr, am 21.Juli l.I. den Ministerialrath bet dem Ministerium der Finanzen Ferdinand Muhl auf sein Nachsucheo, unter Anerkennung seiner langjährigen ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 1. August l. I. an in den Ruhestand zu versetzen und demselben den Character als Geheimerath zu verleihen, sowie den vortragenden Rath in der Abtheilung des Ministeriums der Finanzen für Forst- und Cameralverwaltung, Geheimen Oberforstrath Wilhelm Milbrand, mit Wirkung vom 1. August l. I. an zum Ministerialrath in dem Ministerium der Finanzen und zum Vorsitzenden der Abtheilung dieses Ministeriums für Forst- und Cameralverwaltung zu ernennen. * • An der Universität werden, wie bereits in vor. Nr. berichtet, vom 4. bis 16. October Ferienkurse für Aerzte und Studierende abgehalten, und zwar von Prosector Henneberg: Topographisch.anatomischer Dernon« ürationScurS , Geh. Medicinalrath Bostr oern: Pathologisch- anatomischer DernonftrationScurs - Geh.Medicinalrath Riegel: Medtcintsche Klinik- Privatdozent Sticker: Allgemeine Seuchenlehre- Assistenzarzt Dr. Koch: Kursus der Laryngoskopie- Geh. Medicinalrath Löhlein: Gynäkologische Untersuchungen und Besprechung ausgew. Kapp.- Privatdozent Walther: GeburtShülflicher OperationScurS und Colloqu um - Profesior Poppert: Chirurgisch-klinischer Kurs mit practi- schen Uebungen- Profeffor VosstuS: Ophthalmologische Klinik- Profesior Sommer: Psychiatrische Klinik incl. Nervenkrankheiten- Assistenzarzt Dr. Dltznnemann: Allgemeine Psychopathologie mit Kraukeuvorstellungen- Profesior Steinbrügge: Otiatrische Poliklinik. —Bestimmung über den Kurs aus dem Gebiete der Hygiene bleibt dem nächstens zurückkehrendeu Geh. Medicinalrath Gaffkh Vorbehalten. * *F. Gießener Regatta. JDie Vorbereitungen für die am kommenden Sonntag stattfindende Regatta find ihrer Vollendung nahe, so daß bis zum Tage vor dem Feste Alles zum würdigen Empfang der auswärtigen Ruderer hergerichtet sein wird. Aller Voraussicht nach werden sämmtliche gemeldete Mannschaften auch am Start erscheinen, so daß die Rennen äußerst spannende zu werden versprechen und die ausgesetzten Ehrenpreise erst nach jähem, heißen Ringen den glücklichen Gewinnern überreicht werden können. Preis« fttftungen find dem Regatta-AuSschuß zu Theil geworden von dem Profefforen Collegium der Universität Gießen, einem ungenannten Gönner deS Rudersport-, dem Regatta-Comits, von Gießener Damen und von den pafftven Mitgliedern der Gießener Rudergesellschaft. Sämmtliche Preise find angekauft und werden von heute ab in den Schaufenstern der Firma Ernst Balser au-gestellt fein. • * Bon den Gießener Schützen, die fich am Pretsschießen in Marburg betheiligteu, erhielten Preise: 1) 300 Meter- Scheibe: Herr Ktlbinger 4. Preis- 2) 175 Meter-Scheibe: Herr Ktlbinger 6. Preis- 3) Auf dem Wtldstand: Herr Brück benj., Herr Ktlbinger den 3. Preis. * • Ständchen. Gestern Abend brachte der Gesangverein L t e d e r k r a n z seinem früheren activen Mitgliede und späteren Dirigenten und Ehrenmitgliede, Herrn Louis Kaufmann, Registrator in Penfion, unter der bewährten Leitung seines Dirigenten, Herrn Mufiklehrers Franz Bauer, ein wohl« gelungenes Ständchen. Die Veranlasiung hierzu war dem Ltederkranz dadurch geboten, daß Herr Kaufmann heute Gießen verläßt, um seinen Wohnfitz in Bamberg, seinem GeburtS- orte, zu nehmen. Tief gerührt von dieser Ovation, dankte Hrrr Kaufmann für fich und im Namen seiner Frau und hatte da- Bedürfntß, mit seinen Freunden am letzten Abend seines Hiersein- noch einige Stunden zusammen zu sein. Demzufolge wurde der Abschied im „Hesfischen Hos" gefeiert und gestaltete sich diese Feier unter Reden und Gesang-« vorträgen zu einer sehr schönen. Herr Kaufmann war dem Ltederkranz ein tüchtiger Dirigent und wahrer Freund, wie er überhaupt auch unter der Einwohnerschaft in voller Achtung steht. Von allen Seiten wird ihm stets ein gute- Andenken bewahrt bleiben. •* Arzt und Schule. Auf dem diesjährigen deutschen Aerztetag wird u. A. auch die Schularztfrage zur Behandlung kommen. Zu Referenten find ein Schularzt, Dr. Thiersch tu Leipzig, und ein practischer Schulmann, Dr. Dettweiler , Ghmnafialdirector in Bensheim, bestellt. Sie haben fich über folgende Leitsätze geeinigt: 1. Die Mitwirkung der Aerzte zur Lösung schulhhgieuischer Fragen ist nothwendig. 2. Deo beamteten Aerzten ist überall die Begutachtung von Schulbaupläneu, sowie die hygienische Ausficht über Schulgebäude zu übertragen. 3. Nach den bisherigen Erfahrungen ist die Einrichtung officieller Schulärzte in Anlehnung au die Functionen des beamteten Arztes für Volksschulen großer Städte zu empfehlen. Die Thätigkeit solcher Aerzte hat fich, unbeschadet der Befugnisie der beamteten Aerzte, zu erstrecken auf die Hygiene der Schulgebäude und der Schulkinder. 4. Die Regelung der Hygiene des Unter« richtS einschließlich der Frage der Ueberbürduug erfolgt durch die obere Schulbehörde, der ein Arzt als ständiges Mitglied aogehört. 5. Die bisherigen Forschungen über Ermüdung an Schulkindern haben noch nicht zu einem abgeschloffeoen Urtheil hinsichtlich ihrer praktischen Verwendbarkeit sür die Schule geführt. Zur weiteren Förderung dieser Frage empfehlen sich fortgesetzte, gemeinsam von Aerzten und Schul« männern auszuführende Versuche, denen überall die thatsäch« lichen Verhältniffe des Unterricht- zu Grunde zu legen find. 6. ES ist dringend wünschenSwerth, daß Lehrer aller Schul« gattungen, iusbesoodere die Leiter, sich die Gruudsätze der Schulhygiene aueiguen, um deren praktische Durchführung zu sichern. ** Wetterbericht, lieber der Nordsee und über Norddeutschland lagert heute eine unregelmäßig begrenzte Depression, welche namentlich gegen Süden verschiedeutliche Theil« minima aufweist. Ueberhaupt ist die Luftdruckvertheilung in ganz Europa sehr ungleichmäßig. Dieser Wetterlage entsprechend ist die Witterung bei veränderlicher Bewölkung andauernd zu Gewittern geneigt. In Süddeutschland find darnach auch gestern und heute Vormittag elektrische Entladungen aufgetreten, welche stellenweise von Regen begleitet waren. — Voraussichtliche Witterung: Bei veränderlicher Bewölkung bleibende Gewitterneigung, zumal im Süden stellenweise Niederschläge. * Verurtheiluog zu einer Geldstrafe von einer Mark durch da» Reichsgericht. Der Händler Ludwig Vogel 4r zu Mainzlar bei Lollar wurde am 20. April 1897 von der Strafkammer beim Wetzlarer Amtsgericht von der Anklage wegen Uebertretuvg der Viehseuchen gesetzt vom 23. Mai 1880 und vom 1. Mai 1894, sowie von der Anklage wegen Urkundenfälschung freigesprochen. Der Regierungspräsident zu Coblenz erließ im September 1896 eine Regierungsverordnung, betreffend die Maul- und Klauenseuche, wonach jeder, der Schweine in den Kreis einführen will, zuerst eine thierärztliche Bescheinigung beibringen muß, daß die Thiere untersucht und gesund befunden worden sind. Der Angeklagte hat nun, wie die Anklage ausführt, vier Schweine an einen Landwirth verkauft. Das Gericht unterzog zunächst die Regierungsverordnung der König!. Regierung zu Coblenz einer Kritik auf ihre Existenzberechtigung, und kam nach eingehender Prüfung zu dem Schluffe, daß die Regierungsverordnung überhaupt gar nicht zu Recht bestehe, da es unzulässig fei, die Einfuhr innerhalb des Inlands von einem Kreise zum andere« zu verbieten oder zu beschränken- Eiusuhr-Verbote und -Beschränkungen haben nur Berechtigung dem Auslande gegenüber im Verkehr mit dem Jnlande. Eine wirksame Bekämpfung der Seuche im Jnlande kann nur durch Ausfuhr-Beschränkung gegenüber dem Jnlande durchgesührt werden, da sonst der ganze Handel und Wandel lahm gelegt würde. Die Verordnung der Regierung besteht daher nicht zu Recht und mithin ist der Angeklagte freizusprechen. Was nun die Anklage wegen Urkundenfälschung anlangt, so wurde allerdings festgestellt, daß der Angeklagte, um den erlassenen Einfuhrbestimmungen zu entsprechen, allerdings ein Attest vorwieS, aber ein gefälschte-. Da indeß festgestellt wurde, daß ihm dabei daS Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gemangelt hatte, wurde er auch in diesem Punkte der Anklage frei- gesprochen. Gegen dieses Urtheil legte die königl. Staats- anwaltschast Revision ein, die von der Reichsanwaltschaft für begründet erachtet und vertreten wurde. Die Verordnung der königl. Regierung zu Coblenz characterifirt fich nicht als Strafverfügung, sondern als eine Verfügung zur Ausfüllung und Ausführung des Blankettgefetzes (§ 66). Die Frage, ob die darin ausgesprochene Einfuhrbeschränkung auch als Transportbeschränkung auszufasien fei, ist zu bejahen, denn der An- geklagte hat die vier Schweine von außerhalb in den Kreis hinein tranSPortirt. ES wurde daher beantragt, den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 1 Mk. zu verurtheilen. Das Reichsgericht hob entsprechend dem Anträge deS Reichsan- waltS das Urtheil auf und verurtheilte den Angeklagten, in der Sache selbst erkennend, zu einer Geldstrafe von 1 Mk. K. Wieseck, 22. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz bei der Wellersburg in einen Kornhaufen, welcher gänzlich verbrannte- im Orte selbst in ein Haus, ohne zu zünden. Aus dem evang. Decauat Büdingen, 19. Juli. Die dies- jährige DecanatSsynode ist auf Mittwoch den 25. August (LudwigStag) nach Büdingen einberufen worden. In dem der Synode vorausgehenden Gottesdienst wird Herr Pfarrer Strack von Usenborn die Eröffnungspredigt halten Auf der Tagesordnung der Synode stehen neben einer Reihe geschäftlicher Mittheilungen zwei Gegenstände, welche von allgemeinerem Jnteresie find. Der eine dieser Gegenstände handelt „Ueber die Beerdigung von Selbstmördern", (Referent Herr Pfarrer Bernbeck—Staden), der andere „Ueber die Herstellung und Au-schmückung der Kirchen". (Referent Herr Pfarrer Büchner — Selters). Die Verhandlungen selbst werden in der Stadtkirche stattfiuden. AlSfeld. 21. Juli. Einer Wiener Zeitungsnotiz zufolg har der Prinz-Regent Luitpold von Boyern Herrn Carl Berck, einem Sohn unserer Stadt, Inhaber der Firma C. Berck in Wien, in Anerkennung seiner langjährigen Der» dienfte um den deutschen HilsSverein in Wien, den bayerischen MichaeliS-Ordeu verliehen. E. Mainz, 22 Juli. Am 4. August, vormittags 11 Uhr. werden die New-Uorker Independent-Schützen zu einem Kellerfest bei der Firma Henkell L Co. hier ein« treffen. — Bon den Firmen, welche nach der offtciellen Statistik der Vereinigten Staaten von Amerika fich an der 65076 Kisten betragenden Einfuhr In Amerika betheiligteu, stand die Firma Henkell & Co. an der Spitze mit 7462 Kisten, es stammt somit jede neunte Flasche der eingeführten deutschen Weine aus der Kellerei dieser Firma. An» Rheinheffen, 21. Juli. Wegen Mangels geeigneter Arbeitskräfte für die Landwirthschast werden von den größeren GutSwirthschaften viele Arbeiter und Arbeiterinnen auS Polen bezogen, mit deren Leistungen man durchgängig zufrieden ist. Vermischte» * 3® Seebad ertrunken. Beim Baden ertrunken find am Dienstag Vormittag im Ostseebad Bo lt en Hagen Herr Alwin Panten auS Berlin und sein 12jähriger Sohn Alfred. Der Rentier Alwin Panten weilte mit seiner auS Frau und sechs Kindern bestehenden Familie seit 8 Tagen im Bade Boltenhagen. Am Dienstag früh gegen 11 Uhr badete Herr Panten mit seinen beiden ältesten Söhnen, dem fünfzehnjährigen Max und dem zwölfjährigen Alfred, bei hohem Seegänge in der See, als Max, der ältere, plötzlich um Hülfe rief. Als der Vater den Hülferuf hörte, bemerkte er, bafc sein Sohn Alfred von einer Welle weggeriffen und in die hohe See geschleudert war. Um diesen zu retten, schwamm der Vater nach der Stelle, wo Alfred in Gefahr war, hin, wurde aber von einer anderen Welle mhfammt seinem Sohne in die See gerissen. Eine Viertelstunde später wurden die Leichen der Beiden ans Land gespült. • • Gewinne der diesjährigen Münchener AuSstelluug»- Lotterie. Wer die prunkende Reihe berühmter Künstlernamen liest, welche die Liste der angekauften Werke zieren, und dann im GlaSpalaft selbst die der Verloosung unterstellten herrlichen Bilder, Plastiken, Basen und Werke der Kleinkunst auf« sucht, wird wohl ohne Zögern gestehen, daß eine so glückliche und vortheilhaste Wahl noch nicht getroffen wurde. DU Lotterie — 200,000 Loose zu 1 Mk., mit nicht weniger al» zwanzigtausend Treffern ausgestattet — ist mit Recht rasch beliebt geworden,- da» Gegentheil wäre ein Wunder zu nennen. Sind doch in den Hauptgewinnen Werke enthalten,, deren Werth weit überm Einkaufspreise steht- LenbachS herrliches neues Porträt des Fürsten Bismarck, eines der schönsten, geistig bedeutendsten, die wir gesehen haben, nebst einer wunderbar gestimmten Winteranftcht: „Im Dock von Amster- dam" von H. W. Jansen und einem prächtigen „Adam" in Bronze von H. Hahn, daS alles trägt der glückliche Gewinner des ersten Haupttreffer» davon! — Für eine Mark! — Wer kauft da nicht? — Den ferneren Hauptgewinnsten, künstlerisch vollwerthigen Werken von Meisterhand, schließt fich eine Unzahl von Pastellen, Aquarellen, farbigen und schwarzen Handzeichnungen, Bronzen, Vasen und kunstgewerblichen Meisterstücken an- letztere au- den Schätzen der über« reichen Kleinkunftabtheilung- wir finden da Schränke, Teppiche, Schmucksachen u. a. m., die jedes für fich einen neiden-« werthen Besitz bilden. München zeigt mit dieser Lotterie, daß eß eine reiche und vornehme Kunstlotterie schaffen wollte^ das ComitL hat bei den Ankäufen dem Geschmacke de» Publikums nach jeder Richtung Rechnung getragen und die Künstler haben beim Verkauf ihrer Werke für die Lotterie wesentliche Reduction der Preise eintreten laffeu mit Rücksicht auf beit Zweck, sodaß die Gewinne den angesetzten Werth vollkommen rechtfertigen, zum großen Theil aber übersteigen. Der Erfolg wird beweisen, daß die Unternehmer richtig wählten. Ctteratur nnb Arrnst. — DaS zweite Quartal der in Stuttgart erscheinenden Rtmtt Musik Zeitung (Verlag Karl Grüntnger) brachte eine Reihe musik- cheoretisarer Betrachtungen von dem Opern-Componister Cyrill Kistler über die moderne Harmonik, eine längere Abhandlung de» Dr. Haase über werthvolle Klaotercomposittonen der neueren Zeit, ausführliche Auszüge au8 eben erschienenen musikgeschichtlichen Schriften, so einen Aussatz über die Beziehungen deS Philosophen Fr. Nietzsche zu Richard Wagner, kritische Berichte über neue Must- kalten, über Musikfeste, über Novitäten aus dem Concertsaal, über neue Opern und Virtuosen, Texte für Liedercomponisten, mufik« pädagogische Artikel, Bildnisse und Biographien der Damen Marzella Pregi, Mathilde Skerle, Rose Ettinger und der Herren Professor Wien und Max Pauer, ferner ein Tableau der Mitglieder der Stettiner Oper, mehrere Beiträge zur Biographie deS Meisters Joh. Brahms, eine treffliche Humoreske von Peter Rosegger, eine spannende Künstlergeschichte von Herbert Fohrbach, Notizen auS dem Musikleben der Gegenwart, schließlich gewählte Klavierstücke von C. Kistler, Bruno Wandelt, (§uft. Lazarus, Karl Kämmerer, Ernst Hartenstein; Lieder von Hugo Wolf, G. Erlanger, V. Rothe, Rud. Frhr. Prochuzk« und ein Duo für Geige und Klavier von Cyrill Kistler. (Der vierteljährliche Abonnementsprets beträgt nur 1 Mark. Die Verlagsbuchhandlung von Karl Grüntnger in Stuttgart versendet auf Verlangen an Jedermann Gratts-Probe- nummern, der sie deS Abonnements wegen einsehen will) — Von der in Stuttgart tm Verlage von Karl Grüntnger erscheinenden Musikalische« Jergendpost liegt uns das zweite Quartal vor; dasselbe emhält wieder eine Reihe dem jugendlichen Fassungsvermögen angepaßter belehrender und unterhaltender Artikel, Erzählungen, Humoresken und Märchen, sowie Gedichte mit hübschen Illustrationen, kurzweilige Anekdoten, Spiele, Räthsel re. Ferner 24 Setten Musikbeilagen, bestehend au6 melodiösen Klavierstücken, Liedern mit Klavierbegleitung und Duos für Klavier und Violine. Wir haben unsere Leser schon öfter auf diese vortreffliche, mit Geschick redigirte Jugendzeitschrift aufmerksam gemacht und empfehlen den Eltern musikalisch beanlagter Kinder, sowie Lehrern und Lehrerinnen heute von Neuem, sich eine Probenummer kommen zu Iaffen, welche der Verleger Karl Grüntnger in Stuttgart gratis und franco übersendet. Mnft ASKZ 2"*",VISS« npofitionai bn neu aus dllli r a^SÄffstoi? ßtrrtn und bL* mitglidltt ,'vzlap^ bmßu05tr, <** Bn Betet $°’Hi(tn «ui :tt BdjJjJj Kl.vteiM ,Mid) urErf’ ginund*1 I B f* «LAU: sgjsss» iS?*1 ftrl @rünln!! Ä& ‘Jfi if H für fich einen neiden«- zeigt mit dieser Lotterie, nftlotterie schaffen wollte; !tm Seschmacke deS N* otttflgtn und die Künstler ” dir Lotterie wrfrntM ,H »tt Mstcht aus dra ätzten Werth vollkonrm üdersteigen. DerTrf°i r richtig tvahlten. Universität- - Nachrichten. — Bei der Eröffnung der Fertencurse in Marburg betonte der Professor der freien Pariser Universität, Rousselot, daß es bet den heutigen Verhältnissen deS französischen und deutschen Volkes eine edle Aufgabe der gemeinsamen Wissenschaft bleibe, auf ihrem Gebiete den Geist der Versöhnung beider Nationen thunlichst fördern zu helfen. Lebhafter Beifall folgte diesen Worten. — In München ist Hosrath Dr. Max Joseph Oertel, Professor der medtctnischen Facultät der dortigen Universität, gestorben. Sein Name ist eng verknüpft mit der Terraincur, die bei gewiffen Kreislaufstörungen im menschlichen Organismus, wie sie durch Veränderungen oder Entartungen des Herzens und manche Lungenkrankheiten entstehen, mit Erfolg angewandt wird. Im Jahre 1886 gab Oertel sein Buch „Hebet Terraincurorte" heraus, in dem et seine Methode darlegte. Auf seine Anregung entstand eine Reihe von Terraincurorten, die, mit den unerläßlichen klimatischen Eigenschaften versehen, bis ins einzelne genau die Oerlel'sche Cur gestatten. Seine wissenschaftlichen Schriften betreffen seine Sondergebiete, die Keblkopflebre und die epidemische Diphtherie, nachdem er 1868 den specifischen Diphtherie-Erreger entdeckt hatte. — Die Universität München bat dem Zuge der Zeit in der Hinsicht Rechnung zu tragen beschlossen, daß sie jenen Studenten, bte dem Radsport huldigen und gegebenenfalls auch ins Colleg radeln wollen, einen Gewölberaum zur Verfügung stellt. Die Wände sind mit Ringen versehen, an denen die Räder mit einer Kette befestigt werden können. Eine Haftung für die eingestellten Räder lehnt die Universität ab. In München bestehen schon einige radsportliche Verbindungen. — Ehrendoctor aller vier Facultäten der Universität Wien wird König Oskar II. von Schweden und Norwegen anläßlich seines 25jährigen Regierungsjubiläums am 18. September d. I. Die „Nal. Zig." schreibt dazu: Derselben Auszeichnung, allerdings nicht von einer Universität, erfreut sich der Fürst Bismarck. Aber doctor quadraplex aller Facultäten einer Universität war unserer Erinnerung nach nur Goethe, der 1825, gelegentlich seines 50jährigen Amtsjubiläums, von allen vier Facultäten der Landesunioersttät Jena zum Ehrendoctor gewählt wurde und j der Facultät mit einem besonders schmeichelbasten Briese zu antworten wußte. Gottesdienst in der Synagoge. SarnStag den 24. Juli 1897. Vorabend Uhr, Morgens 8M Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 9" Ubr. Verkehr, £anO* nnb V-ttkrrvirth schäft — Gießen, 22. Juli. Der gestrige Ochsenmarkt war mit 40 Stück Vieh befahren, von denen ca. 12 Stück nach beendetem Markt überständig blieben. Die schwerste am Markt gewesene Waare kaufte ein Händler aus Siegburg für 800 Mk pro Paar, geringere Waare ging mit 700 bis 750 Mk. pro Paar ab. — Der Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von nur 400 Stück, darunter wenig Ferkel. Trotzdem es sehr an Käufern mangelte und das Geschäft nur sehr schwach ging, forderten die Verkäufer sehr hohe Preise, so daß Geschäfte nur zu 10—15 vCt. höheren Preisen, als am letzten Markt, zu Stande kamen. Es kosteten Ferkel, 6—8 Wochen alt, 40—70 Mk., ältere Waare bis 95 Mk., Läufer bis 130 Mk. pro Paar. Fettvieh war nicht am Markt. eim»wte, 21. Juli. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 14,22, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9.35, Gerste X 0.00, Hafer X 6 48. — Nach den statistischen Ermittelungen deS Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Noheiseuproduetiv« des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat Juni 1897 auf 542 303 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeleisen 139 605 Tonnen, Bessemerroheisen 40 706 Sonnen, Thomasroheisen 274 475 Tonnen und Gießereiroheisen 87 517 Tonnen. Die Production im Mai 1897 betrug 579 613 Tonnen, im Juni 1896 515131 Tonnen. Vorn 1. Januar bis 30. Juni 1897 wurden probucirt 3 341 815Tonnen gegen 3095805 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaurnur gernesien em 22. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 17» Luft 17°. Rübsarnen'sche Badeanstalt. Seiden-Damaste Mk. 1.35 sowie schwarze, weiße und farbige Heuneberg-Seide von 60 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc- (ca. 240 versch. Qual und 2000 versch. Farben, Dessins rc-), porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. — Durohsohnittl. Lager: oa. 2 Millionen Meter. Seiden-Fabriken 6, Henneberg (k. u. k. Hon.), Zürich. Bekanntmachung. Von der unterzeichneten Genossenschaft werden zur Aufführung wei« lerer Neubauten SV2°/0ige au porteur Obligationen, etngetheilt in Stücke a 50, 100, 500 und 1000 Mk. zu pari ausgegeben. Die Ansen sind halbjährlich am 1. Juli und 1. Januar fällig. Der Verkauf der Obligationen und die Einlösung der Coupons erfolgt auch bei den hie- fisten Bankhäusern. Für das Anlehen haftet das gesammte Immobiliarvermögen der Genoffenschaft, welches Ende 1896: 101782,12 Mark betrug und hypothekarisch nicht belastet ist und auch nicht belastet werden darf; ferner die baar eingezahlten Geschäftsantheile der Genossen Ende 1896: 7937,— Mk. die gesetzlich gebildete Haftsumme mit 18700,— Mk. (Ende 1896) und der Reservefond mit 931,46 Mk. Für etwaige Ausfälle sind somit bei einem Schuldenstande Ende 1896 von 93 688,79 Mk. 27568,46 Mk. Deckungsmittel vorhanden, wozu noch kommt, daß wir beim Immobiliarvermögen nur den Buchwerth angegeben haben, während der wirkliche Werth nach den heutigen Preisen sich bedeutend höher gestaltet. Der Ankauf unserer Obligationen dürfte somit als eine sichere Geldanlage zu empfehlen sein. Gießen, den 16. Juli 1897. 6819 Bangeuosseuschaft des evang. Arbeiter-Bereius zu Gießen, Eingetr. Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Doerin g. Haas. V ermög-ens-Bilanz pro BL Deeember 1896: Activa JL H Kaffenbestand .... 2830.20 Werthpapierebestand . 12457.30 Bank-Guthaben, Giro Conto-Jnkasso und Wechsel..... 1336.23 Da rlehn auf Schuldscheine 67178.91 Hypotheken . . . . 27081.90 Kaufschillinge .... 33398.39 Immobilien .... 50.— Gefchäftsmobiliar und Utensilien .... 292.— Ctückzinsen u. Zinsenreste 11621.31 Aussteh. Gerichtskosten . 309.91 Passiva JL H Geschästsguthaben d. Genossen ..... 17678.12 Anlehn einschl. Spareinlagen ..... 153203.24 Bankschuld Conto Corrent- Conto.....1419.95 Stückzinsen, unerhobene und vorausbez. Zinsen 211.28 Summa der Activa: 156556.15 Summa der Passiva: 172512.59 Verlust: 15956.44 JL Gesammtkaffenumsatz in 1896: 152491.46 JL Mitgliederstand Ende 1895 . 213 Zugang in 1896 . — Abgang in 1896 9______________ Mitgliederstand Ende 1896 . 204 Laubach, am 21. Juli 1897. 6977 Spar- und Credit-Berein für Stadt und Land in Laubach, eingetr. Genoffenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Jochem. Langwasser. Jährliche Production der Nestle’schen Milchfabriken: 30,000,000 Büchsen. Täglicher Milchverbrauch: 100,000 Liter. 15 Ehrendiplome. 21 goldene Medaillen. Nestle sKindermehl 1782 GSMTtf N. estle’s Kindermehl ist während der heissen Jahreszeit, in der jede Mlilch bald in Gährung übergeht, ein „keimfreies“ Nährmittel für kleine Kinder. nestle Nehme (Milchpnlver) wird seit 30 Jahren von den ersten Autoritäten der ganzen Welt empfohlen und ist das beliebteste und weitverbreitetste Nahrungsmittel für kleine Kinder und Kranke. Nestle8 Kindernahrung enthält die reinste Schweizennilch. Nestle Kindernahrung ist altbewährt und stets zuverlässig. • Nestle Kindernahrung ist sehr leicht verdaulich, verhütet Erbrechen und Diarrhoe, erleichtert das Entwöhnen. Nestle8 Kindernahrung wird von Kindern gern genommen, ist schnell und einfach zu bereiten. IN ALLEN APOTHEKEN UND DROGUEN-HANDLUNGEN. Mieth-Gesuche. Bekanntmachung. An Stelle des ausgeschiedenen Herrn Philipp Bast dahier ist Herr Gustav Kohlheyer dahier am 9. l. Mts. für die Zeit vom 11. Juli 1897 bis dahin 1899 als Mitglied des Vorstandes der Spar- und Leihkafse Hungen, eingetragene Genoffenschaft m't unbeschränkter Haftpflicht, gewählt worden. 6974 Hungen, den 17. Juli 1897. Großherzogliches Amtsgericht.__ I einige Centner. abzugeben. 6993 Otto Schaaf, Settersweg 89. ^^öiocn-Drogerit W. Kilbinger Seltersweg Nr. 52 empfiehlt: Desinfectionsmittel aller Art, wie: Borsäure, Salicylfäure, Carbolsäure, Carbol - Desinseetionspulver, lose gewogen und in Streubüchsen Chlorkalk, Creolin und Lysol, ' Desinfectious-Flüssigkeit, Desinfektoren, Eisenvitriol, Carbol- u. Creolin-Seife re.; ferner: ■ j—geziefer-Ver- tilgungsmittel wie: Campher, Motteutabletten, Mottenpapier, Mottentinc- tur, Naphtalin, Jusecten- Pulver, Ameiseupulver, Schwabenpnlver, Mittel gegen Blattläuse, Blutläuse, Erdflöhe, Raupen re. Wanzentinctur (sicher wirkend), Bremsenöl, Fliegeuleim, Fliegenpapier, Mäuse- und Ratten - Confeet re. re. 5444 6997] Freundliche Mansardenwohnung an eine ruhige Familie zu vermiethen- __I. Kan» Söhne, Westanlage 30. 7002] Eine kleine Wohnung im Hinier- hause, bestehend in 3 Zimmern und Küche, ist alsbald zu vermiethen ____________________Bleichstratze 24. 6998] Ein schönes Logis, 4 Zimmer nebst Zubehör, sofort zu vermiethen. _________________SelierSweg 65. 7003] Eine kleinere Wohnung im 1. Stock an ruhige Leute zu vermiethen. ________PH. Strack. Bahnbosstr. n8 7000] Zwei große Zimmer, Küche und Kammer, Ludwigstratze 14 zu vermiethen. 6754] Mittlere Wohnung, am liebsten vor der Stadt, per August gesucht- Off. mit Preis unter X. X an die Expedition dieses Blattes erbeten._____ 8975] Schöne möblirte Wohnung, 2 Zimmer mit Küche, per 1. September zu mietben gesucht. 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Programm: $™u* // 6821 Gegen Vorzeigen der Regatta-Eintrittskarten freier Zutritt, sonst 50 Pfg. Nummerirter Sitzplatz Mk. 2.50, im Vorverkauf Mk. 2. Preise der Plätze Festplatz am Boothaus // Statt besonderer Anzeige Herr Ludwig Hosch im Alter von 83 Jahren nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Gesellschaftsverein Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen Gebhardt. verlegt werden müssen. Giessen, den 21. Juli 1897. Die”Beerdigung findet Freitag den 23. Juli, Nachmittags 6 Uhr, vom Sterbehause, Sonnenstrasee 28, aus statt. 6989 Nur echt mit Marku Pf ellrlng MarkB„PfeilriDg' Und na» Bad Nauheim Marburgerstratze— Markt—Bahnhof und zurück. 2 Uhr 18 Min. Der Borstand. Linie D Linie B Linie C Abfahrt 6991 In den Apotheken ; und Drogerien. Oberrader Ruder-Gesellschaft. Offenbacher Ruder-Gesellschaft „Undine". Ruder-Club Witten. Gießener Ruder Gesellschaft. " Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mittheilung, dass heute Morgen 10 Uhr unser lieber Vater, Schwiegervater, Grossvater und Urgrossvater, gi«d»‘eo1 Mert* r°«r unter Betheiligung folgender Vereine: Ruder-Club „Weser", Hameln. Hanauer Ruder-Gesellschaft v. 1879. Kreuznacher Ruder-Verein. Simburger Ruder-Verein. Mainzer Ruder-Verein. Ruder-Verein Caffel. Emser Ruder Verein. Frankfurter Ruder- Club. Frankfurter Ruder Gesellschaft „Sachsenhausen". Frankfurter Ruder-Verein. 0ttr.: Dtn Iti Das toi an die Grc k. Nach bin 26. april 1881 ffllni&ttimnj bi Lemin zur IW gtfeuftne StatSj blr 30, $qiti litf tvieierholt i tüiftanblgt Tanzgesellschaft aus Mittwoch den 28. Juli d. I., Abends 7 Uhr, 3li.32bea btt Uebergangi gegenseitigen N Staaten, in bei oder Zubereitün f«ni. bevitligr (Nr. 2405 tn Bestinnnun! tdriebibamten, ®r Eintrittskarten im Vorverkauf bis Samstag den 24. Juli, Abends, bei Herrn Ernst Balser, Mäusburg, Daniel Heil, Lindenplatz, Adols Geisse, Seltersweg, Heinrich Hettler, Südanlage. Beikarten zu Mitglieder-Karten für den Festplatz sind zum ermäßigten Preise von Mk 0.50 bei Herrn G. Ph. Fillmann, Marktstraße 17, ist E npsang zu nehmen. Der Zutritt ohne Karte ist Niemand gestattet. "WK& Näheres durch die Tagesprogramme. Unübertroffen als Scbünhailsmittel und zur Hautofleoe. t« . W' *** r. Ku-nah«" 6 fiotttaB*' fht E ZSm br,,B bcitW Grünberaerstrahe— Markt ®crmbri< und zurück. Markt—LudwigSplatz-Schiffenbergerwald und zurück.