Hülsen ihre volle Schuldigkeit gethan. Wiesbaden, davon den Nachbarstädten Frankfurt und Darmstadt in theatra- lischer Hinsicht so lange tu Schatten gestellt war, befiuut sich wieder aus seine Mission und beansprucht seine Solostimme im Concert der deutschen Theater. Die Berechtigung aber zu solchen Aosprücheu hat ihm die Energie de- jungen Herrn v. Hülsen gegeben, der seine Truppen mit scharfem Feld, herrnbltck auf die richtigen Stellungen zu vertheilrn weiß. Ueber die erste Nummer de-Festprograwm-, da- historische Schauspiel „Der Burggraf" von Joseph Laufs, da« die Aotheilnahme, welche ein Zollern an der Wahl Rudolfs von Habsburg zum deutschen Kaiser gehabt, künstlerisch der« arbeiten möchte, wollen wir uns nicht weiter in kritische- Echauffement versetzen. Da« Stück leistet alles, was man von einer GelegenhetrSdichtung fordern kann, und ist so gur und so schlecht wie Dutzende seines Genre« — ein Kunst, werk ist es nicht. Künstler, ja Dichter find in diesem Falle nur die Leute, welche da« Bühnenmilieu dafür Herrichten. Dieses nimmt fich aber auch so prächtig und so historisch ächt auS, daß die aus der Theaterwelt verschwundenen „Meininger" ihre Freude daran haben könnten, und wir schon ob diese« Drum und Dran froh sein wüsten, zu den Bevorzugten zu gehören, die fich diesen „Burggras" ansehen durften. Angehört haben wir dann bald darauf ein altes, ewig juugeS Werk, „Der Barbier von Sevilla", de« melodtensprudeluden Rossini, dessen mufikalischer Genius hier durch erste Gesangskräfte verdolmetscht wurde. Eine Erika Wedekind für die allerliebste Heldin „Rosine", einen Paul Bulß für den Schelm von „Figaro", den sieghaften Tenor des HanS Gießen für den „Grafen Alwavta" u. f. w. — kurz, eS war eine Besetzung, die dem Kunst« verstände der Leitung die höchste Ehre und uns die größte Freude machte. ötWfinir.ti. imb itg. an. 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Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expeditto» und Druckerei: Schutüratze Ar.7. Fernsprecher 51. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« ! Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg«. Der Kießener Anzeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme deS Montag«. Die Gießener Alamikieaölälter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelrgt. Politische Wochenschau. Waffenstillstand zwischen Griechenland und der Türkei. — stellte FriedenSbediugunge«. — Fernere Gestaltung der Dinge in Athen. Ein erfolgreicher Widerstand der griechischen Truppen aus der nach der Niederlage von PharsaloS-Belestinos am 5. und 6. d. MtS. eingenommenen Stellung DomokoS Halmyr oS war nicht zu erwarten. Daß sich die Griechen hier überhaupt so lauge halten konnten, war nur dank der außerordentlichen Langsamkeit der türkischen Operationen möglich gewesen. Am 17. ist nun die Entscheidung aus der ganzen Linie gefallen, die von Neuem in einer vollständigen Niederlage der Griechen geendet hat,- ein Vorfall, der übrigens keine allzugroße Ueberraschung bei den Mächten hervorgerufen hat, da man fich über den AuSgang dieses Gefechtes keinerlei Hoffnungen auf griechische Stege gemacht hatte noch machen konnte und die Wiederaufnahme der Feind- seligkeiten von Setten der Griechen von den europäischen Mächten aufs Schärfste verurtheilt worden war. Es nimmt daher kein Wunder, daß, in Anbetracht dieser Umstande, die von Setten der Mächte betm Sultan gemachten Schritte be- husS Einstellung der Feindseligkeiten kein Gehör sanden. Abdul Hamid hat sich dadurch keineswegs beeinflnflen lassen, sondern sein Programm ruhig bis zu Ende ourchgeführr, was nebenbei gesagt, für die Griechen die Einnahme von DomokoS bedeutete. Inzwischen ist vom Zaren auS eia Handschreiben an den Sultan ergangen, fn welchem Ersterer auf die guten Beziehungen der beiden Länder hinweist und im Interesse aller Betheiltgten den Sultan um Einstellung der Feindseligkeiten bittet. Dieser Brief hat anscheinend seinen Zweck nicht verfehlt- am 18. ist den türkischen Ober- commandos der Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten zugegangen, welcher die Abschließung eines sieb- zehntägigen Waffenstillstands zur sofortigen Folge hatte. Der Augenblick, tu dem dieKrtegshaudlung eingestellt wird, ist für die Türkei günstiger als irgend ein früherer während des ganzen Feldzugs. Besonders gilt dies von Epirus. Während hier wochenlang mit wechselndem Erfolg gekämpft wurde, Prevesa mehrmals dem Falle nahe Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Polizei-Verordnung, betreffend die Benutzung der öffentlichen Brunnen und der 1 städtischen Quellwasserleitung in der Stadt Gießen. §. 1. Die Benutzung der auf den öffentlichen Straßen und Plätzen ausgestellten Beutilbruuueu der städtischen Quellwasserleitung ist nur für den gewöhnlichen Hausbedarf gestattet; jede weitergehende Entnahme von Wasser aus diesen Brunnen, insbesondere zu gewerblichen oder laudwirth- schaftlicheu Zwecken, oder unter Verwendung von Schläuchen und Fuhrwerken ist verboten. Das Wasser aus allen öffentlichen Brnnueu darf nur mit reinen Zübern, Eimern und kleineren Gefäßen entnommen werden. Ein unnützes Laufenlassen der Ventilbrunnen ist verboten. Beim Wasserholen gebührt dem zuerst Kommenden für die Füllung höchstens zweier Gefäße der Vorzug. §. 2. Jede Bernnreiuiguug der öffentlichen Brnnueu, sowie der zugehörigen Ständer, Schächte und Vorschächte, Ablaufsschalen, Tröge und Rinnen, desgleichen das Ausspülen, Ab- und Auswaschen aller Art von Gegenständen, sowie das Waschen von Gemüse rc. und das Viehtränken an den öffentlichen Brunnen ist untersagt, unbeschadet der Befugniß zur Entnahme von Wasser zu letzterem Zweck. Desgleichen find verboten alle Handlungen beim Gebrauch der öffentlichen Brunnen, welche im Winter zu gefährlicher Eisbildung Anlaß geben können, ferner das Entleeren von Wasser in die Schächte der Pumpbrunnen und in die Vorüber Einlauf-)Schächte der Ventilbrunnen. §. 3. Die unbefugte Entziehung von Waffer aus der Quellwasserleitung, sowie jede den Bestimmungen für den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Stadt Gießen widersprechende Benutzung der Wasserleitung ist verboten. Bei Brandausbruch in der Stadt sind alle Zapfstellen der Privatleitungen bis nach Bewältigung des Feuers möglichst geschlossen zu halten. §. 4. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizei-Verordnung und die auf Grund derselben erlassenen Verbote werden, sofern nicht höhere gesetzliche Strafen einzutreten haben, mit Geld- strafen bis zu 30 Mark, an deren Stelle im Falle des Unvermögens Haft tritt, bestraft. Tusii Gießen, den 21. Mai 1897. Betr.: Die Aufficht über das Faselvieh. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien der zu deu ASrbezirkeu Gießen - Hungen Lieh gehörenden Gemeinden des Kreises. Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere, Zuchteber Ategen- und Schasböcke durch die Körcommisfion G. H. L. Utrb demnächst stattfinden. Der Tag der Befichtigung wird Ihnen durch Großh. Kreisveterinäramt Gießen mitgetheilt werden. Sie wollen die Halter der Faselthiere anweisen, an dem bezeichneten Tage zu Hause zu bleiben und die Thtere der Körcommisfion bei deren Eintreffen vorzuführen, sich auch selbst bereit halten, um [ber Körcommisfion auf Nachsuchen förderlich zu sein. v. Gagern. Betr.: Den Umbau der Stadtkirche. Bekanntmachung. Die Kirchstraße vorn Kirchenplatz bis zur Wetzsteingasse wird hierdurch für den Fuhrwerksverkehr bis auf Weiteres polizeilich gesperrt. Gießen, den 21. Mai 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. ________________ Betr.. Die Benutzung der städtischen Quellwasserleitung und der öffentlichen Brunnen. Bekanntmachung. Da die Wahrnehmung gemacht worden ist, daß von Gewerbetreibenden aus den Ventilbrunnen der städtischen Quellwasserleitung auch zu gewerblichen oder landwirthfchaft- lichen Zwecken Wasser entnommen wird, bringen wir nachstehend den Auszug aus der Polizei-Verordnung vom 25. Mai 1893 mit dem Anfügen wiederholt zur allgemeinen Kenntniß, daß Zuwiderhandlungen unnachsichtig zur Anzeige gebracht werden. Gießen, den 21. Mai 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. LerrMetsn. Wiesbsdrn während der Mustervorstellungen. (Nachdruck verboten.) M. Eine kleine Stunde fährt man bekanntlich von Frankfurt nach der ehemaligen TaunuSrestdenz. In diesem kurzen Zeiträume nimmt der empfängliche Sinn de« Reifenden zwei Großstadteindrücke auf, die in reizvollem Gegensätze zueinander stehen. Hier daS gewerbfleißige, geschäftige Frankfurt, dessen Bewohnern man eS sofort anfieht, daß sie ihre Zeit für kostbar halten und fich nicht ohne sehr triftigen Grund irgend einen LuxuS mit derselben erlauben. In Frankfurt lebt man immer sozusagen mit der Uhr in der Hand. In Wiesbaden scheint man fich deS EhronometerS hauptsächlich zu bedienen, um die Promenade in den Wandelhallen des „Kochbrunnen" und die Spaziergänge auf den sorgfältig gepflegten Terrainkurwegen in einer für die Gesund- heit zuträglichen Weise zu controliren. Im Uebrtgen läßt «an fich Zeit, denn man hat ja geradezu die Verpflichtung zur Muße. Schon im Gebrauch, der von den Fahrgelegenheiten gemacht wird, zeigt fich das an. In Frankfurt werden un den Verkehrsknotenpunkten die Tramways förmlich ge- stürmt, Ein- und AuSstetgen vollzieht sich in geschäftiger Haft. Ganz anders in Wiesbaden, wo auch der Herr meistens das Haltesignal in aller GemÜthSruhe abwartet, koo man, wenn man fich bei „Beau fite" in den „Dampfwagen" fetzen will, fast noch immer zurecht kommt. Kurz, «ine gewisse Behaglichkeit, die vornehme Ruhe eines mit allem modernen Luxus anSgestatteten WeltbadeS ruht auf der Stadt, die mit ihren ausgedehnten Parkanlagen und Villen- Kraßen den Fremden wie den Einheimischen tagtäglich eine Fülle der herrlichsten! Genüsse bescheert, Genüsse, die noch Leinen Pfennig kosten und über deren Werth man fich erst ff, recht klar werden würde, wenn Einem, nachdem man lange die würzige Luft des Taunusgebtrge« geathmet, da« Auge am Silberbande des Rheinstromes bet „Biebrich" gelabt, daS Schicksal plötzlich tn eine mit Fabrikschloten erfüllte Provinzial- ftadt schleudern sollte! Wie würde man ihn vermissen, diesen Glanz, der schon von den ersten Morgenstunden ab auf dem ganzen Leben, so wie eß fich um Kurhaus, Kochbrunnen, Neroberg rc. herum eoncentrirt, zu lagern scheint, dieses sonntäglich heitere Gepränge, das die Wilhelm«- und Taunusstraße in wahre Fest- atteen verwandeln, in welchen fich gewandte Reiter, flotte Radler, noble Fuhrwerke tummeln?! So elegante Radfahrerinnen wie in Wiesbaden bekommt man nur noch in Wien zu sehen. Wiesbaden trägt ja saft täglich sein Sonn- tagskleid, wie kann da noch von einem besonderen Festschmuck die Rede sein, wie läßt fich baß an fich Schöne noch verschönern? Vielleicht nur tn der Gesammtftimmung, aber diese ist wohl zu beachten. Die Anwesenheit deS Reichsoberhauptes, daS nicht gekommen ist, um ernste, schwere Fragen mit ernsten Mienen zu verhandeln, sondern um fich dem reinen, interesselosen Wohlgefallen an edlen Kunstgenüssen mit freiem Behagen htnzugeben, muß auch dem Leben eines Badeortes unwillkürlich schnellere Impulse geben. Die LebenS- ströme, die sonst hier so gemächlich kreisen, gerathen auf einmal in eine lebhaftere Bewegung. Ein gemeinsames Ziel bekommt das ganze Treiben. Man will Kaiser und Kaiserin möglichst oft sehen, man will da sein, wo fie find, die nämlichen Kunstetndrücke auf fich ,wirken lassen, welche die Anwesenheit der höchsten Herrschasten ins Dasein gerufen hat, und somit ist denntzsür diese Festtage daS Königliche Theater, der Kunsttempel am warmen Damm, der natürliche Mittel- und Anziehungspunkt geworden. Das Losungswort „Mustervorstellungen" ist in dem Sinne zu sassen, daß alles, waS die Bühnenkunst an äußeren und inneren Mitteln einem Werke geben kann, bei dieser Gelegenheit in Anspruch genommen werden soll. Da« bezieht fich sowohl auf die darstellenden Kräfte, wie auf Dekorationen, Maschinerien, Sou» liffen u. s. w. Nach beiden Seiten hin hat die Intendanz war und starke griechische Detachement» schon weiter alS Halbwegs Arta-Jannina vorgedrungen waren, konnte nunmehr die Pforte — unzweifelhaft mit Fug und Recht — den Botschaftern in Konstantinopel erklären lasten, daß zur Zeit keine griechischen Truppen mehr in EpiruS stehen. Denn der Erfolg der türkischen Waffen in Thessalien ist erst durch die Lreigniffe der allerletzten Tage vollständig geworden: nachdem DomokoS noch in letzter Stunde von türkischen Truppen genommen und so gut wie ganz Theffalten in die Gewalt der Türken hiermit gelangt ist; eS ist die» eine bittere Erfahrung und Lehre sowohl für die Griechen selbst al» auch für alle die, welche Griechenland zn diesem wahnsinnigen Borgehen angespornt haben und als solche seien besonders die französischen Griechenschwärmer erwähnt, die vor AuSbruch des griechisch-türkischen Krieges auf die französische Regierung eine thörichte Pression auSzuüben suchten. WaS nun die von Seiten der Türket gestellten Bedingungen anbetrifft, so dürfte angesichts besten, daß solche durchweg als exorbitant bezeichnet worden find, eine Einigung sobald noch nicht zu erwarten sein. Wenn auch Griechenland einige strategische Grenzbertchtigungen bewilligt, so ist andrerseits an eine Cesfion Theffaliens, wie fie vom Sultan unter anderen Bedingungen verlangt wird, nicht zu denken- dies hieße die ganzen Päffe und Berge daselbst den Türken preiSgeben, mit einem Worte Griechenland der Türket über- liefern. Ganz abgesehen davon, daß die europäischen Mächte eine Vergrößerung deS türkischen Gebiets nie zulasten würden und es weit mehr im Jntereffe Deutschlands und des europäischen Gleichgewichts säge, dem zerrüttenden Lande, nach der Lehre, die ihm ertheilt worden, thunlichft wieder aufzuhelfen. Von der ferner geforderten Kriegsentschädigung von 10 Mill. türk. Pfand wird die Türket wohl ein Drittel, wenn nicht die Hälfte, nachlasten müffeu. Hierzu sei bemerkt, daß noch eine AnzahlJahre vorübergehen werden, ehe Griechenland, selbst wenn unter europäische Coutrole gestellt, im Stande sein wird, seinen Gläubigern mehr als bisher zu bezahlen,- um so schlimmer würde daher die Auferlegung einer allzuhohen Entschädigungssumme für Griechenland jetzt sein. Ein Punkt, der indeffen noch schwieriger zu erledigen sein wird, ist die Regelung der kretischen Angelegenheit selbst. Kreta bildet aber keinen Gegenstand der Verhandlungen der beiden kriegführenden Staaten, sondern darüber wird die Türkei sich lediglich mit den Großmächten auseinandersetzen. Endlich schwebt über Griechenland und seiner Dynastie noch die größte Gefahr. Wenn nämlich vollständig demobilifirt sein wird und die Mannschaften mit ihren Offizieren in die Heimath zurück- kehren werden, so wird Athen der Tummelplatz turbulenter Elemente sein, die sich gegen daS Königshaus kehren dürften, und die mit Recht von den europäischen Mächten befürchtet werden. Am ungerechtesten ist die öffentliche Meinung gegen den Kronprinzen, der bis zum letzten Augenblick vom Krieg abrieth, die überhitzten Patrioten im Zaum zu halten suchte, die Mißerfolge voraussah und jetzt für die Nieder- lagen verantwortlich gemacht wird. Der Waffenstillstand ist wohl abgeschlosten, der Friede somit wohl auch gesichert, trotzdem wird daS unruhige griechische Volk Europa noch einige Zett im Athem halten und noch manche diplomatische Note deswegen auSgetauscht werden. Wolff» telegraphische« Eorrespondoy-BxrÄM». Berlin, 21. Mat Die „Statistische Correspondenz" beziffert den Saatenstand für Preußen von Mitte Mai wie folgt: Wtnterweizen 2,5, Sommerweizen 2,6, Winterspelt 2,5, Winterroggen 2,6, Sommerroggen 2,7, Sommergerste 2,6, Hafer 2,7, Erbsen 2,8, Kartoffeln 3,0, Klee 2,5, Wiesen 2 6, wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel bedeutet. Potsdam, 21. Mat. Ihre Königliche Hoheit die Prin- zesstn Heinrich von Preußen traf heute Nachmittag kurz nach 1 Uhr, von Rußland kommend, zum Besuche Ihrer Majestät der Kaiserin auf der Wildparkstation ein. Wtrfchkowitz, 21. Mat Seine Majestät der Kaiser wurde bet der Wärterbude 20 vom Grafen Hochberg erwartet und fuhr direct von dort zur Pürsche nach Tschotschwttz und Jdahoi. Das Gefolge Seiner Majestät begab sich nach Wtrschkowttz Sybilleuort, 21. Mat. Der Kaiser traf um 1 Uhr 40 Min. hier ein. Er umarmte und küßte den König von Sachsen und begrüßte den Generaladjutanten Generallteulenant v. Mtnckwitz, sowie den Landrath Grafen Kospoth. Alsdann erfolgte die Fahrt zum Schlöffe. Am Eingänge des Schlosse» wurde der Kaiser von der Königin von Sachsen, sowie dem Erbprinzen und der Erbprinzesfin von Meiningen empfangen. Um 2 Uhr begann die Frühstückstafel. Köln. 21. Mat. Bet der gestrigen Reichstags- Ersatzwahl in dem Wahlkreise Bergheim-Euskirchen wurde, wie die „Kölnische Volkszeitung" au» Euskirchen meldet, der Candidat des Centrums, Gutsbesitzer Breuer (Groß Mönchhof) mit großer Mehrheit gewählt. Straßburg, 21. Mai. DaS in Paris im Verlage von Pion erschienene Werk „L'armee frangaise* wurde durch da» retchSländtsche Mintstertum für Elfaß-Lothriugen ver- boten. Pest, 21. Mai. Amtlicher TaateostandSberich t vom 15. Mat: In der ersten Hälfte des laufenden Monat- Hat e- beinahe beständig geregnet. Der FrühjahrSanbau ist infolge deffen zurückgeblieben, so daß die bebaute Fläche be- deutend geringer sein wird als im Vorjahre. Infolge des uaffen Wetter» trat auch Rost und Brand auf. Da aber während der Abfaffung dieses Berichte- da- Wetter sich gebessert hat, wird hoffentlich die Verwüstung nicht auf da- ganze Land sich au-breiten. Wegen des abnormen Wetter- kann von dem jetzigen Saateustand eine ziffernmäßige Schätzung cher ErnteauSfichten nicht gefolgert werden. Soweit feststellbar ist, steht Weizen größtentheilS befriedigend. Durchschnittlich bietet Winterweizen, wenn er vom Rost nicht zn sehr beschädigt ist, Aussichten auf einen Mittelerrrag. Sommerweizen steht zur Hälfte gut, zur Hälfte kaum mutet. Roggen verspricht durchschnittlich einen Mlttelertrag. Wintergerste steht befriedigend, Sommergerste infolge de- schlechten Wetter- theilweise schlechter. Die Ertragsaussichten find heute noch ungünstig. Der Anbau de- Hafer- ist durch da- schlechte Wetter behindert worden. Diese Tetreideart steht durchschnittlich mittel. Rap- steht durchschnittlich schwach mittel, stellenweise gut mittel. Pari», 21. Mat. Der Minister des Innern, Barthou, empfing heute im Ministerbotel alle Diejenigen, welche sich bet den RettungSardetten gelegentlich deS Brande» de» WohlthätigkeitS-Bazar- tn der Rue Jean Goujon ausgezeichnet hatten, um denselben die ihnen verliehenen Auszeichnungen zu überreichen. In seiner Ansprache hob der Minister rühmend hervor, daß sämmtliche Anwesende ohne Rücksicht auf Rang, Stand und Geschlecht, Männer und Frauen, Reiche und Arme gleiche Pflicht der thättgen Nächstenliebe erfüllt Härten und daher auch alle die gleichen Ansprüche auf Anerkennung zu wachen hätten. Niemals habe eine Versammlung besser als die gegenwärtige, unbekümmert um allen trennenden Parteihader, die moralische Einigkeit der französischen Nation, ihre Uneigennützigkeit und ihre Größe bewiesen. Zum Schluß überreichte der Minister einem Kutscher daS Kreuz der Ehrenlegion, indem er seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß er das den Helden gebührende Kreuz auf die Brust eines ächten Kindes des Volkes heften könnte. Konstantinopel, 21. Mai. Die Etumüthigkeit, mit der die Presse aller europäischen Länder fich über die Unannehmbarkeit der türkischen FrtedenSbedtugungen ausgesprochen hat, machte in hiesigen Regierungskreisen einen tiefen Eindruck, so daß gegenwärtig bereit- Berathungen über eine Ermäßigung der Bedingungen stattfiadeu, obgleich seitens vieler einflußreicher Offiziere und Ctoilbeamten dagegen Oppofitiou zu machen versucht wird. Auch in türkischen VolkSkretsen wird für die Ablehnung einer jeden Vermittelung beim Frtedensschluß, und zwar auffallender Weise bisher ungehindert, Stimmung gewacht. Depeschen de- Bureau „Herold.* Berlin, 21. Mat. In der heutigen Sitzung des Herrenhauses brachte Minister Thielen einen ihm zugegangenen Bericht über da- Eisenbahn-Unglück bei Hille-Heim zur Kenntniß. Derselbe bestätigt die im Wesentlichen bereit» bekannten Mittheilungen. Getödtet find 10 Personen, verletzt im Ganzen 40. Einige leichter verletzte Soldaten find bet ihren Truppentheilen verblieben. Die Untersuchung nach einem etwaigen Verschulden de- Bahnpersonals wird fortgesetzt. Der Minister gab seinem Bedauern über diesen Unfall Ausdruck, dem folgenschwersten, der seit Jahrzehnten vorgekommen sei. Berlin, 21. Mai. Der „Post" zufolge wird die zweite Berathung der Novelle zum VeretnSgesetz im Plenum deS Abgeordnetenhauses nach den bisherigen DtS- Positionen am nächsten Mittwoch stattfinden, nachdem der Bericht in der Commisfion am nächsten Montag festgestellt sein wird. Berlin, 21. Mai. Heute Abend um 6 Uhr findet im Reichstag daS alljährliche Diner statt, das oct Gesammt- vorstand zu Ehren des Präfidenten gibt. Berlin, 21. Mai. Der „RetchSanzeiger" veröffentlicht das Gesetz wegen anderweitiger Bemessung der Wittwen- Und Walsengelder vom 17. Mai 1897. Wiesbaden, 21. Mat. Der Kaiser hat, wie der amtliche „Wlesbadener General-Anzeiger" meldet, dem Oberbürgermeister Dr. v. Ibell al» äußeres Zeichen seines Wohlwollens für die Stadt Wiesbaden eine goldene AmiS- kette verliehen. Gestern Abend, während der zweiten Aufführung des „Burggraf", empfing der Monarch den Verfasser des Stückes, Hauptmann Lau ff und überreichte demselben den Kronenoiden dritter Klaffe. London, 21. Mai. Die „Times" meinen heute, wenn der Sultan fich bet den Friedensverhandlungen bc^ zügltch der Kriegsentschädigung und der Gebietsforderungen gefügig zeige, so würden ihm die Mächte in der Frage der Capitulation entgegenkommen. Bukarest, 21. Mai. Kaiser Franz Joseph erkundigte sich telegraphisch nach dem Befinden de» Kronprinzen. Der König antwortete, daß der Patient fast jetzt schon tn der Besserung fich befinde und er nur einen leichten Malaria- Anfall gehabt habe. Kiel, 22. Mai. Prinz Heinrich trifft mit seinem Geschwader heute von der Norosee hier ein. Münster i. W., 22. Mai. Der MittagS-Personenzug nach Rheine entgleiste gestern bei der Ausfahrt aus der hiesigen Station. Es wurde jedoch Niemand verletzt. Athen, 22. Mai. Nach einer Privatmeldung Über da» Attentat gegen den Admiral Pottier, auf welchen vorgestern Nachmittag während eines Spazierganges von BaschtbozukS fünf Schüsse abgegeben wurden, die allerdings ihr Ziel verfehlten, find die Insurgenten gegen die Admiralität erbittert, weil diese nicht gestatten will, daß die von DassoS zurückgelassenen Geschütze im Besitz der Insurgenten bleiben. Athen, 22. Mat. Die Regierung glaubt, daß die Friedensverhandlungen binnen vierzehn Tagen beendet sein werden und die Kriegsentschädigung auf fünfzig Millionen Francs herabgesetzt werden wird. Die Blätter melden, Rußland werde die Kriegsentschädigung für Griechenland zahlen und die Türkei außer einigen Stationen an der Grenze auch Aktium fordern, um den ambrosischen Golf ganz zu beherrschen. ______ H. WorriShvfeu. 22. Mai. DaS Gerücht, Pfarrer Kneipp sei gestorben, ist n i ch t b e ft ät ig t, doch bat Kneipp selbst die Hoffnung auf Wiedergenesung aufgegeben. Gießen, den 22. Mai. ** BierprocentigeS StaatSanlehea. Im Allerhöchsten Auf- trag Sr. Kgl. Hoheit deS Großherzogs hat daS Großh. Ministerium der Finanzen einen Gesetzentwurf, die Kür», digung und Umwandlung 4procentiger Staats- anlehen betr., nebst Begründung den Siänden des Groß- herzogthums — und zwar zunächst der Zweiten Kammer — zur verfassungsmäßigen Berathung und Beschlußfassung mitgetheilt. *• Sektion Gießen des Deutschen und Oesterreichische, AlpenvereinS. In der letzten Monatsversammlung sprach Herr Professor Dr. Hansen über die Flora der Alpen. Einleitend wurden die Gründe unserer Begeisterung für die alpine Flora gewürdigt und auf die Wirkung drS Contrafte« mit der vorherrschenden DegetationSlosigkeit, auf die relativ größere Blüthe der Alpenpflanzen, ihre Neigung, einen zusammenhängenden Rasen zu bilden, ihre voiliete für blaue und rothe Blüthe gegenüber dem Gelb unserer Wiesen- blumen hingewiesen. Nach eingehender Darstellung der Lege- tationSzonen in den Alpen besprach der Herr Vortragende den Ursprung der auS einer relativ kleinen Anzahl von Familien zusammengesetzten alpinen Flora und ihre auffallende Aehnlichkeit mit den arktischen. Außerordentlich lehrreich waren die Darlegungen über die Beeinflussung der Pflanzengestalt durch niedere Temperaturen, intensive Belichtung uuö wechselnden Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Zum Schluß verpflichtete der Herr Redner die Versammlung noch sehr zu Dank durch seine Ausführungen über die (Sukut der Alpenpflanzen. • *F. Das für daS Bersammlungßzimmer „Der Wanderer", Gießener Radfahr-Gefellschaft, von Herrn Kunstmaler Otto Fritz gemalte Wanderer-Wappen ist von heute an in den Schaufenstern der Möbelfirma August Oßmann ausgestellt. Für die Rennen am 30. Mai ist ein weiterer herrlicher EhreopreiS gestiftet worden und zwar von Herrn Ingenieur Herdt, Theilhaber der Firma Srraßheim und Comp tn Frankfurt a. M., welche die Cemevtarbeiten auf der neuen Rennbahn auSgeführt hat. Sämmtliche für die Rennen au»- gesetzten Ehrenpreise werden Anfangs kommender Woche in den Schaufenstern der Koch'schen Buchhandlung am Kirchen- platz ausgestellt werden, worauf wir schon j-tzt aufmerksam machen. • • OeffentlicheS bommerfest bei WohllhätigkeitSvereivS Contevtia. Morgen Sonntag findet auf der „Schönen Aussicht" das erste Sommerfest obigen Vereins statt. Wie au» dem Jnferatentheil und den Plakaten ersichtlich, bietet das Programm allerlei Unterhaltungen. Besonders fei auf den 5 Meter hohen Luftballon aufmerksam g macht, dessen Ausstieg um 5 Uhr Nachmittags stattfindet. W r wünschen dem Verein, welcher den humanen Zweck verfolgt, unbemittelte Kinder aller Confessionen, welche daS erste Mal die Schule besuchen sollen, zu kleiden, am morgigen Tage eine gute Einnahme und gutes Wetter. * * Das städtische Freibad an der Lahn, welche» irit ca. 14 Tagen geöffnet, und wieder, wie int vergangenen Jahre, unter der Beaufsichtigung deS Schwimmmeisters Weidmann steht, erfreute fich in den letzten Tagen starker Frequenz. Gestern badeten 183 Personen. * * Hagelschaden. Die Kreisämter machen die KreiSo gehörigen wiederholt auf die sich ihnen durch die bestehendsn Anstalten darbietende Gelegenheit zur Versicherung ihrer Felderzeugniffe gegen Hagelschaden aufmerksam und wird ihnen die Benützung dieser Anstalten zur Bewahrui g vor Schaden durch Hagelschlag unter Hinweisung daran» empfohlen, daß fie einen Ersatz hierfür durch Lollectenver- anftaltungen nicht mehr zu erwarten hätten. *♦ Aufhören der Saison Ausverkäufe vor Weihnachten und Pfingsten bei den Mauufacturtsteo. von dem Wunsche ausgehend, die vielen unsoliden Ankündigungen von An»- Verkäufen einzudämmen, hat der Verein der Manufacu- risten in Hamburg sich bemüht, durch Umfragen und Sammlung von Unterschriften bet seinen Mitgliedern und Berufsgenossen dahin zu wirken, daß fernerhin Saison-Ausverkäufe vor Pfingsten und vor Weihnachten nicht mehr statt- finden sollen. ES liegt ja auf der Hand und muß Jedem einleuchten, daß ein wirklich reeller Ausverkauf nur ftat » finden kann „nach der Saison", da in der Saison Keiner zu und unter Einkaufspreisen verkaufen kann und jeder Kaufmann zur Zeit des Bedarfs fich Verdienst schaffen muß. Ist ihm dieses zur Saison gelungen, so liegt e» allerdings auch in seinem Interesse, den Rest der übrig gebliebenen Waaren billig abzustoßen, um Platz für die neue Waare zu schaffe'!. Gelingt eS, diese Maßregel durchzuführen, dann hat aber auch daS kaufende Publikum die Gewähr, daß eS fürberhn nicht getäuscht wird, und daß eß wirklich vortheilhaft kaufen kann und wird. Der Verein richtet an da» kaufende Publikum die Bitte, ihn in feinem Bestreben, daS Geschäft wieder in solide Bahnen zu leiten, zu unterstützen. ** Wetterbericht. Der Luftdruck hat heute über gaoz Europa etwa» abgenommen, doch ist von dem BiSkaya-See her ein schwache- Minimum herein gerückt, lieber Central- Europa besteht aber noch die gleiche Luftdruck-Bertheiluog fort und dürfte zunächst daselbst der allgemeine Witterung»- Eharacter noch wenig Aenderung erfahret'. In Süddeutsch« land fanden auch gestern wieder vielfach Gewitter statt. Die Morgen-Temperaturen lagen etwa» tiefer als gestern. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch Fortdauer des herrschenden Witterung»-CharacterS. -f- Nidda. 21. Mai. DaS Dienstmädchen eine» hiesigen Brauereibesitzers an der Bahnhofstraße wurde vorgestern Abend, als es im Begriffe stand, auSzugehen, von zwei jungen Männern im HauSgange Überfällen, worauf Einer derselben da» Mädchen in der rohesten Weise mißhandelte. Die Helden, welche unter dem Schutze der Nacht dem ahnuog»- ihWttMivNtis« >tx „Tchönru Aus- 16 statt. Wie ad stchtlich, bittet bül mbtt6 sei aus bra wacht, dtssn Sus' 2ß.r wünschtk ta» t verfolgt, um flontn, »richt jtn füllta, zu :e Eiuuahmt unb «Be», < b'e «U ä,5'bM® 8*Mu0J 8l»tq Ve! -r-Ä 8*l bog ”hN«b|f«lt8bt «Mdi !®e SeÜdjtuBj Unl öum Zchlutz tim •"“N uvch seh, :i Cvltur btt "r^nWuttztttt" 11 Kuustwaltr Dito ,bon hkute au in btn i"°ua auSgesttHi. »«Hem herrlich» ° Hem Ingenieur htiv unb @omp. in leD auf btt neuen "ör bit Konen ou6> Mrnber Woche in Wung am Lkchw u jrtzt ausmerkia« Ltchv, wtichti in! - iit im vtrgangtmii itoimmmeifttiß Wtik- tu Tagen ftarktl ’ontn. lachen bie urch bie bestehend,u usicherung ih'tc i aujm* unb en zur tWw? ftinwiN iürQL" bm* fföötctenatv M. ft gor ttW» ßen bem Wunit, mjitt bon ««fl m btt »«null« ,4 Uafrai«! m fflilM«."? n* «■* ttn nW " li Mb «"6 3* lietllaui »" f« „ ®aWon Rein» ? °° °°d j*« ► ft . . l8 aüetbiijJ «“■ ',-bU-»-°>" * ie Maare zu M Lr,n dann ° 9Ttn' 616 fürbtit LsA KfbjSftwW«“" üi”. *3 «ft .*4# s -•***! «srau!» du -rache lofen Mädchen auflauerten, find ermittelt und zur Anzeige gebracht worden. Wie verlautet, handelte es fich hier um ttncn Racheact. Offenbach a. M, 20 Mai. Die bekannten Fahrradwerke Gebr. Giese u. To. in Offenbach a. M. haben von d'm königlichen KriegSministertum in Berlin den Auftrag erhalten, eine bedeutende Anzahl Fahrräder zu liefern. Eingesandt. Da» schnelle Mahre« im .Alte« Meld". Aus dem schmalen Feldfahrweg, der von dem Schtffmberger Weg, an den Gärtnereien von Ltetz und Schmitz vorbei, nach der Sandraute und dem sogen, „alten Schiffenberger oder Steinbacher Weg fuhrt — also auf einem oielbegangenen Spazier- wege — beginnt sich ein Unfug breit zu machen, der nachgerade die körperliche Sicherheit, wenn nicht das Leben harmloser Spazier- gänger und Passanten in frivoler Weise zu gefährden droht. In wildem Trab, ja im Galopp kommen leere Sandwagen, Latrtnen- sasser, Breaks und sonstige Fuhrwerke von Landwirthen auf dem ichmalen Wege dahergesaust, ohne jegliche Rücksicht auf Passanten zu nehmen, die oft auf die Aecker rettrtren müssen, zumal wenn zwei sich begegnende Vehikel das Ausweichen marktren wollen. Daß zelegentlich auch einmal scheugewordene führerlose Pferde mit halb- vollen Scmdwagen Theile von Gartenzäunen mitreißen, versteht sich en einer Gegend, wo das Fuhrpersonal jeder fahrpolizetlichen Auf- stcht — soweit dort überhaupt von einer solchen bisher die Rede !*t.nhr£Iin ~ Jpottet, beinahe von selbst. Eigentlich lebensgefährlich SirXrA “let ?£' ^it der Raffauer'sche über mannshohe Bretterzaun steht. Da gibt es z. B. hier einen Oeconomen, oder was Mann ist der sich kein Gewissen daraus macht, in schärfstem ^inem Break der Nassauer'schen Bretterwand entlang um die Ecke herum in diesen Feldweg hineinzurasen, ohne Rücksicht, °b re.r Meuschenleben dabet gefährdet. Ein Einschreiten der löbl. Polizeibehörde ist hier unbedingt von Nöthen, es würde vielleicht schon genügen, wenn öfter als bisher sich dort, und zwar täglich, ein Polizeibeamter zeigte und unnachstchtlich alleSchnell- t?7rciL 8,ur Bestrafung notirte. Jedenfalls würde der Zweck »Ix' ^ein, wenn di« Aufmerksamkeit der oerehrltchen Behörde auf diesen mit Wagenverkehr geradezu überlasteten Feldweg S?1len£L .UIlb. Abhilfe der geschilderten schreienden Mißstände und Angehörigkeiten geschaffen würde, ehe der Verlust von Menschenleben zu beklagen ist. Dr. R. Attszug ans de« Jttanfeesamtsssaiftera der Stadt Siehe». »«fgedo^ c», Mai: 15. Karl Georg Ludwig Martin Eduard August Plank, Metzger dahier, mit Dorothea Moos von Lollar. 17. Christian Ludwig Pfeil, Schreinermcister dahier, mit Sophie Wilhelmine Mohr hterselbst. 18. Georg Ludwig Vetri, Postasststent dahier, mit Dorothea Margarethe Sophie Christine Ottilie Kunze zu Friedberg. 19. Dr. Karl Daniel Ludwig Philipp Ferdinand Ebel dahier, mit Helene Luise Margarethe Elisabeth Rodde zu Darmstadt. 19. Karl Theodor Georg Malkomesius, Kaufmann dahier, mit Marie Margarethe Habermehl von Großen-Buseck. 21. Anton Karl Wilhelm Hehner Restaurateur dahier, mit Paulme Schultheis zu Rudingshain' 21. Johann Joseph Alphons Schneider, Hotelbesitzer zu Hagenau, mit Marte Josephine Therese Geiger daselbst. Mai: 15. Wilhelm Schottler, Lehramtsassessor zu Groß-Umstadt, mit Anna Melusine Sidonie Cäcilie Louise Rodemer dahier. 15. Karl Hammel, Büreaugehülfe dahier, mit Karoltne Merte hterselbst. 14. Karl Martin Rudolf Buchacker, Kaufmann dahier, mit Karoline Hoß Hierselbst. 19. Franz Leopold Rudolph Buffe, Secondelteutenant dahier, mit Hedwig Bertha Adolphtne Detrtng hterselbst. 19. Dr. Georg August Kipper, pract. Arzt dahier, mit Juliane Johanna Mary Pascoe hterselbst. Bllottttl« Mai: 11. Dem Locomottohetzer Max Sadowski ein Sohn, Maximilian Georg Constantin. 13. Dem Schneidermeister Hermann Philipp Eise ein Sohn, Hermann Joseph. 13. Dem Knecht Karl Herr ein Sohn, Karl. 13. Dem Schlosser Albert Schnabel eine Tochter. 13. Dem Schriftsetzer Georg Gemmecker ein Sohn, Karl Friedrich Philipp. 15. Dem Kaufmann Bernhard Sellheim ein Sohn. 15. Dem Fuhrmann Wilhelm Völpel eine Tochter, Luise Elise Margarethe Friederike Anna. 15. Dem Kretskasserechner Adam Kaus ein Sohn. 16. Dem Maurer Konrad SpieS eine Tochter, Emma Karoltne Wilhelmine. 16. Dem Kaufmann Ernst Richard Wiegelmann ein Sohn. 17. Dem Wirth Heinrich Nau ein Sohn, Anton. 17. Dem Taglöhner Johann Heinrich Sauer eine Tochter, Ottilie. 18. Dem Schreiner Johannes Vogel II. ein Sohn. 20. Dem Diensten arm Eduard Lind ein todtgeborenes Kind männlichen Geschlechts. ed»ü>r»tm. Mai: 15. Elise Friederike Johannette Schmidt, geb. Georg, 67 Jahre alt, Wittwe von Uhrmacher Heinrich Schmidt dahier. 18. Margarethe Lang, 22 Jahre alt, ledig, von Rainrod, Kreis Alsfeld. 19. Karoltne Marte Johannette v. Gehren, geb. Haustein, 57 Jahre alt, Wittwe von Rentner Franz Wilhelm v. Gehren dahier. 20. Susanne Reinhardt, geb. Herbert, 80 Jabre alt, Wittwe von Schneidermeister Carl Reinhardt dahier. 21. Georg Appel, 57 Jahre alt, Kaufmann dahier. 21. Luise Faber, geb. Treser, 54 Jabre alt, Ehefrau des Spengleimetsters und Stadtverordneten Carl August Faber dahier. Auszug aus den der Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Matthäusgemeinde. Den 15. Mai. Wilhelm Schottler, Lehramtsastessor zu Groß- Umstadt, und Anna Melusine Sidonie Cäcilie Luise Rodemer, Tochter des verstorbenen Mttpredigers zu Bad-Nauheim Georg Rodemer. Den 16. Mai. Karl Martin Rudolf Buchacker, Kaufmann zu Gießen, und Karoltne Hoß, Tochter des verstorbenen Schreinermeisters Johann Martin Hoß zu Gießen. MarkuSgemetnd«. Den 15. Mat. Karl Hammel, Bureaugehülse zu Gießen, und Karoltne Merte, Tochter des verstorbenen Schreiners Johannes Merte zu Gladenbach. Lukasgemeinde. Den 19. Mat. Dr. Georg August Kipper, Arzt, und Mary Pascoe, Tochter des Bergwerkdirectors Samuel Pascoe. Mtlttärgemeinde. Den 19. Mat. Franz Leopold Rudolf Busse, Secondelteutenant und Hedwtg Bertha Adolfine Det'ing, Tochter des OberstlieutenantS und BezirkscommandeurS Hans Detrtng. •etauftt. Mattbäusgemeinde. Den 20. Mat. Dem Metzgermeister und Wirth Georg Kraft eine Tochter, Luise, geboren den 16. März. Markusgemetnde. Den 16. Mai. Dem Schneider Heinrich Heinze ein Sohn, Gustav, geboren den 25. November. Denselben. Dem Kaufmann Heinrich Arnold II. eine Tochter, Anna Margarethe Christine Er, a, ».boten den 16. März. Denselben. Dem Schrtstsetzer Adolf Hensel ein Sohn, Paul Wilhelm Adolf, geboren den 21. April. Denselben. Dem Bäckermeister Ludwig Keil eine Tochter, Marte Lina, geboren den 3. April. Lukasgemeinde. Den 21. Mai Dem Arzt Dr. Adolf Schwan ein Sohn, Har>» Carl Emil, geboren den 11. April. JohanneSgemetnde. Den 16. Mat. Dem Brandoersicherungs-Asfistenten Heinrich Nicolaus ein Sohn, Heinrich Ludwig Christian, geboren den 22. April. Denfelben. Dem Kutscher Wilhelm Völprl eine Tochter, Luise Elise Margarethe Frieda Anna, geboren den 15. Mai. Denfelben. Dem Lackirer Jacob Ritsert ein Sohn, Franz, geboren den 15. April. Denselben. Dem Taglohner Peter Theiß ein Sohn, Heinrich Carl, geboren den 13. April. Veaadigta. Lukasgemeinde. Den 20. Mai. Karoline von Gehren, geb. Haustein. Wittwe deS Rentners Franz von Gehren, 57 Jahre alt, starb den 19. Mat. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 22. Mat, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 15’, Luft 23'/,°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Verkehr, £anO* unb Vottswivthfchafe Gtetzr«, 22. Mai. Marktbericht. Aus dem heutig n Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. JL 0.90—1,00, Hühnerei - r pr. St. 0 4- 2 St. 10-11 4, Enteneier 2 St 11-12 4, Gäw- eier pr. St. 00-114, Käse pr. St. 5-8 4. Käsematte pr. St. 3 -5.. Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 27 4, Tauben pr. Paar 0,70 bis 0,90, Hühner pr. Stück 1,10 bis 1,30, Hahnen pr. Stück JL 1,20—1,50, Enten pr. Stück X 1,60—1,80, Gänse pr. Pfund M. 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 4, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd- 60—66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 66 bis 66 4, Schwein« - fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 7n 4, Kalbfleisch pr Pfd. 60-54 Hammelfleisch pr. Pfd. 50—65 4. Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,60 d • 5,00 JL, Weißkraut pr. Stück 0—00 4, Zwiebeln vr. Centnit JL 8,00—9.00, Milch pr. Liter 16 4, Kirschen pr. Pfd. 50 4. Knust-Ausstellung, £ nähme des SamstagS, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Sonntags ununterbrochen vo« 11 di» 3 Uhr. - Eintrittspreis für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg.__ Ueber Nutrose. Bo« ärztlicher reite wird geschrieben: ,9tairofe wird selbst in größeren Mengen anstandslos genommen und vertragen, im Gegensatz zu Pepton und anderen Prä, paraten, die wegen ihrer darmreizenden Wirkungen selbst in kleineren Mengen auch vom gesunden Magendarmtraktus nicht vertragen werden." Sämmtliche ärztliche Beobachtungen betonen die intensive Nährkrast und die leichte Verdaulichkeit der »«itofe. Sie ist besonders geeignet zur kräftigen Ernährung von Rcconvaleszenten, schwächlichen Kindern, Blutarmen, Magenkranken rc- In Schachteln & 100 Gramm — ausreichend für etwa 15 Mahlzeiten — durch alle Apotheken, Droguerien usw. zu beziehen.2006 von Elten & Keussen, Fabrik und Handlung, Crefeld- WWWZ ,•<<. _ ■ fS e M lebet Art. sowie M. SeiifoittKfl*5®® tos® W" K bJ# EfiS 95 H Man schreibe um Muster uattx A '-v_~ -W B Ui xe# M ■ Angabe bcB Gewünschten. 5* 5095} Schön singender Dompfaff für 5 Mk abzugeben. Maigaffe 7. 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Appel, Speuglermkr Löwengaffe 13. Submission. Für die psychiatrische Klinik soll die Lieferung von Bett-, Leib- uud Tischwäsche rc. für das Rechnungsjahr 1897/98 auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen auf dem Verwal« tungsbureau, Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 15. Juui 1897, Bormittags 11 Uhr, einzureichen. Der Zuschlag erfolgt innerhalb 8 Tagen. Gießen, den 21. Mai 1897. Großh. Verwaltungs-Direction der psychiatrischen Klinik. Arbeiter können Kost und Logis erhalten ter*, Zimmer-, Dachdecker Schlosserarbeiten sollen Freitag den 28. Mai, Borm. IV/s Uhr, 5069) Einfach möblirles »zimmer zu ve^mieiben-___________Lind,«gaffe 1. 5uo7j Mövlirles Zimmer mit Pension zu vermietben.Siudenplatz 7. 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