N«. 300 Erstes Blatt Mittwoch dm 22. December 1897 Det Girier A»»eiger erscheint täglich, mit Lll-uahme bei SR cm t agA. Die Gießener S-H«isi-»0tät1«r werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal drigelegu Gießener Anzeiger Kenerat-Ztnzeiger. vierteljährig« A-onnementdpretsd 3 Mark 90 Pfg. ett vringerloha. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Rebaction, Expedition und Druckerei: -ch»tgr«teHlr.Ai Fernsprecher 51. Ansts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen. Gratisöeikage: Hießener Kamilienökätter M»MW»MW»WMW»W>«»^IWMWW^W»MMMW^W»WWWW^M»WtI^W^WWWWWWMWM Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux d«S In- und Auslandes nehm« < Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeh, . Abonnements - Einladung. Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für daS 1. Vierteljahr 1898 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten zuverlässiger telegraphischer Nachrich'en- Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Laufenden. Unterstützt durch umsichttge Berichterstatter in allen Orten Oberhessens und in den bedeutenden Städten der anderen hessischen Provinzen, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge innerhalb unseres engeren Vaterlandes und der Nachbargebiete so frühzeittg wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenhetten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wiffens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berück- fichttgung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Kunst und Wissenschaft, Litteratur, Hauswirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein ge üegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heüeren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Inhaltlich werden wir den „Gießener Anzeiger" vom 1. Januar 1898 ab in der Weise erweitern, daß derselbe einschließlich der „Gießener Familienblätter" täglich mindestens 8 Seiten (2 Bogen) umfaßt. Die „Oietzener Familienblätter" werden vom gleichen Tage ab wöchentlich 4mal (Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags) erscheinen und neben den Erzählungen, Romanen und Novellen beliebter Schriftsteller anziehenden Unterhaltungsstoff aus dem Gebiete des Familienlebens und der Hauswirthschaft bringen, und somit namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Januar den Anzeiger kostenfrei zu- gestM, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtungsvoll Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Unio.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda)._________ ReichStagsdiäten. Wie in der vorigen Seifion, so ist auch während des bisherigen Verlauf» der di-sjährtgeu Tagung deS Reichstags der Uebelstand schwer empfunden worden, daß immer nur eine geringe Zahl Abgeoroneter den Verhandlungen beiwohnt. Die dem Retchstag-präfictum gegebenen Machtbefugnisse reichen nicht auS, um die Mitglieder zu regelmäßigem Besuche der Sitzungen zu veranlassen, und die Abänderung der Geschäftsordnung würde aus große Hindernisse stoßen. WM man eine« Uebelstande abhelfen, so muß man vor allen Dingen den Gründen auf die Spur gehen, auS denen heraus sich jene Mißstände entwickelt haben. Man sagt, tote bot Volk, so seien auch die Abgeordneten gegenüber den politischen Ereignissen indifferent geworden- eine gewisse Gleichgiltigkeit habe fich Vieler bemächtigt, die in Worten ihren Ausdruck findet, welche etwa lauten: „Wir haben ja doch keinen Einfluß auf den Lauf der Dinge- was die Regierung will, thut fie ja doch!" Daß eine solche Denkweise nicht richtig ist und fich in keiner Weise begründen läßt, muß Jeder einsehen, der unser parlamentarisches Leben verfolgt. Aber int Reichstage soll die Gesammtheit deS Volkes zu Rathe fitzen, nicht etwa soll nur ein geringer Bruchtheil desselben vertreten sein, dessen Beschlüssen fich dann die nicht vertretene große Mehrheit zu fügen hat. Bereits neunmal ist im Reichstage ein Antrag auf Gewährung von Diäten an die Mitglieder etngrbracht worden, und ebenso oft hat der BundeSrath diesen Antrag abgelehut. Der BundeSrath stellt fich auf den Standpunkt, daß di? Zubilligung von Diäten an die RetchStagSabgeordneten eine Aenderung der Verfassung bedeutet, da der Artikel 32 lautet: „Die Mitglieder des Reichstages dürfen als solche keine Besoldung oder Entschädigung b.ziehen." Wird also eine Entschädigung festgesetzt, so ist die Verfassung geändert. Außerdem sagt man, daß daS Verbot der Entschädigung organisch zusammenhänge mit dem allgemeinen gleichen und dirrcteu Wahlrecht, daß demnach eine Aufhebung des Verbots eine Aenderung des Wahlrechts nach fich ziehen müsse. DaS mag dem Wortlaut der Verfassung nach richtig sein, aber es entspricht jedenfalls nicht der Abficht des Gesetzgebers. WaS mit dem Verbote erreicht werden sollte, ist nicht erreicht worden und kann thatsächlich auch nicht erreicht werden, da z. B. jede Handhabe fehlt, gegen den verdeckten Bezug von Tagegeldern vorzugehrn. Und liegt nicht ein gewisser Unrecht darin, daß Beamte ihr Gehalt auch wahrend der Zeit, in welcher fie an den Reichstag-Verhandlungen theiluehmen, fortbeztehen, während der kleine Mann, der nicht Beamter ist, eine Einbuße au Verdienst erleidet und vielfach große Opfer bringen muß, um daS ihm übertragene Abgeordnetenmandat ausfüllen zu können. ES erregte vor einiger Zeit Aufsehen, al» die „Kreuz- Zeitung" mittheilte, die Regierung sei auf dem besten Wege gewesen, den Diätenantrag zu acceptiren- dies sei aber in Folge heftigen Widerspruchs von conservativer Seite unterblieben. Die Conservattven sind bekanntlich die einzigen Gegner der Antrages, dem fie auch im Reichstage ihre Zustimmung nicht gegeben haben. Sie treten der Behauptung, die Diäteulosigkrit habe auf die Vermehrung svctaldemo- kratischer Mandate keinen Einfluß auSgeübt, nicht entgegen, aber fie legen dar, daß die Socialdemokratie dirrcttn Nutzen von der Gewährung von Diäten haben würde, weil Bonn die Partetkaffe die Entschädigungssumme spart, welche fie an ihre Abgeordneten für die Aufwendungen behufs Ausübung des Mandats zahlt. Außerdem befürchtet man in confer« vativen Kreisen, daß die Wahlkämpfe heftiger werden würden, da eS fich später um die Erlangung eine» materiellen Bor- theil» handelt. Die genannte Partei würde nur dann einem Di tenb-zuge zustimmen, wenn eine Reihe von Eompensationen gewährt werden, als da find: Heraufsetzung der Wahlmündig, keit bis nach Vollendung des dreißigsten Lebensjahre», Ein- führung de» Wahlzwanges, Abschaffung der Stichwahlen und die Bestimmung, daß Abgeordnete nur in denjenigen Wahlkreisen wählbar find, wo fie ihren Wohnfitz haben. Gegen die eine oder die andere dieser Bedingungen würde man nicht viel einwenden können. Die Einführung de« Wahl- zwangeS haben wir vor Kurzem erst ausführlich besprochen und find zu dem Resultat gelangt, daß derselben viel gewichtigere Bedenken entgegenstehen. Eher würden wir un» mit der Beseitigung der Stichwahlen befreunden können, vorausgesetzt, daß die Minderheiten ebenfalls eine Vertretung im Reichstage finden, also Proportionalwahleu etngeführt werden. Unsere- Erachtens nach ist der Versuch der Einführung von Diäten unter allen Umständen vnzuratheu, da wir die- selbe als daS einzige Mittel ansehen, der Indifferenz unserer Abgeordneten ein Ende zu wachen. Finanzielle Bedenken dürften insbesondere bei der glänzenden Lage unsere» Reich»- Haushaltes kaum geltend gemacht werden können. (xx) Deutsches Reich Berlin, 20. December. Nach der dem Reichstage zu- gegangenen Nachweisung der Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften auf da» Jahr 1896 find an EotschädigungSbeträgen 51,3 Millionen gegen 44,9 im Jahre 1895 gezahlt worden. Die BerwaltungSkosteu haben 7 Mill., die Ausgaben für Unfalluntersuchungen, Schiedsgerichts-, UnfallverhütungS- u. ). w. Kosten 3 Mill, und die Einlagen in die Reservefonds 4,9 Mill, betragen, so daß eine Ge- sammtauSgabe von rund 67 Mill, festzustelleu war. Der Gesammtbetrag der Reservefonds belief fich am Ende de» Berichtsjahre» auf 133,8 Mill. JnSgesammt wurden für 1896, also auch von den AuSführungSbehördeu u. f. w. 85,272 Personen Entschädigungen festgestellt. Die Verletzungen hatten zur Folge in 6989 Fällen den Tod, in 1524 dauernde völlige, in 44,373 dauernde theilweise und in 32,386 vorübergehende Erwerbsunfähigkeit. Die Zahl der von den getödteten Personen hinterlassenen entschädiguug»- berechtigten Personen betrug 13,953, darunter 4505 Wittwen, 9194 Kinder und 254 Aicendenten. Die Anzahl sämmtlicher im Jahre 1896 überhaupt zur Anmeldung gelangten Unfälle belief sich auf 351,789. — In Deutsch-Ostafrika find die Grenzen der einzelnen B-zirke (Kilimandscharo, Mafinde, Tanga, Pangani, Saadani, Bagamoyo, DareS-Saalam, Ktloffa, Mwapwa, Kilimatinde, Tabora, Nhanza, Udjtdji, Jringa, Langenburg, Magwanwara, Kilwa, Lindt, Mikindaut) durch Runderlaß de» Gouverneurs neu festgesetzt worden. Die Ein- und Ausfuhr des Schutzgebietes hatte im September d. I. einen Werth von 701,341 und 641,216 Mk.- die Zollemnahmen betrugen im gleichen Monat 127,454 Mk., wovon auf Bagamoyo 46,535, Dar-es-Salaam 24,711, Kttwa 17,050, Tanga 14,312, Pangani 12,453 und Mtktndaui 12,391 Mark entfallen. WVWUvv Wolff» telegraphisches CorrefpondMz-Bureas Wildparkstatirn, 20. December. Der Kaiser ist Abend» 11 Uhr mit Sonderzug nach Thorn abgereist. Prag, 20 December. Das „Prager Abendblatt" schreibt u. A.: Prag nimmt nach und nach seine alte Phhfiognomie wieder an. Wie wir vernehmen, werden demnächst die militärischen Streifpatrouillen bei Tage aufhören. Auch sieht man wieder mehrfach solche deutschen Firmenbezeichnungen und GefchäftSaufschriften, die während der Exceffe verschwunden waren, ihre alte Stelle etnuehmen. Wir begrüßen auch diese Erscheinung mit Freuden. DaS natürliche Recht und die historisch fest begründete Bedeutung und Stellung der deutschen Sprache im Geschäftsverkehr der Landeshauptstadt kann und darf durch die jüngsten Ereignisse in keiner Weise geschmälert werden. Wir befürchten nicht, daß die Wiedrrgeltendwach'mg dieses Rechte» erst de» behördlichen Schutzes bedürfen wird. Paris, 20. December. Die Kaiserin von Oesterreich traf gestern Vormittag 8 Uhr hier ein. Ein Empfang auf dem Bahnhofe fand dem Wunsche der Kaiserin gemäß nicht statt. Pari», 20. December. Depot irtenka «wer. In der heutigen Bormtttagsfitzung wurde der Gesetzentwurf be- rathen, durch den die Zolltarife für Schweine, Schweiue- fleischwaaren und Schweineschmalz erhöht werden. Graux befürwortete die Vorlage im Interesse der Landwirthschaft und des Handel», während Jaurez gegen diese sprach. Möline meinte, die Erhöhung der Zölle auf lebende Schweine sei unnütz. Er schlage einen Zoll von 50 Franken auf Schweine- flftschwaaren anstatt de» von der Commission verlangten Zolles von 70 Fr. vor. Niemand werde gegen die Abänderung des Zolles auf Schweinefletschwaaren Ausstellungen erheben Schließlich nahm dir Kammer folgende Zollsätze an: Der Zoll für Schweine wird auf 12 Fr. erhöht, derjenige auf Ferkel auf 3 Fr., der Zoll auf Schweiuefleisch- waaren auf 60 Fr., derjenige für Schweineschmalz auf 35 Fr. Der Gesetzentwurf im Ganzen wurde mit 418 gegen 97 Stimmen angenommen und sodann die Sitzung auf- geboben. Im Lause seiner Rede hatte Ministerpräsident Msline noch mitgethrilt, daß die Regierung einen Gesetzentwurf gegen die Verfälschung von Schweineschmalz vor- bereite. Paris, 20 December. Heute Mittag fand in der Kirche SainteClottlde die Leichenfeier für Alphonse Daudet statt. Die Betheiligung war außerordentlich groß- zahlreiche Kränze waren gespendet worden. Al» Emile Zola fich vom Sterbehouse nach der Kirche begab, wurden einige feindselige Rufe laut. Paris, 20. December. Die heutige Verhandlung im Pauamaprozeß war wenig zahlreich besucht. Der Borfitzende befragte Arton über die seinen Mitangeklagten übergebenen Summen - Arton wiederholte seine früheren Aussagen, während seine Mitangeklagten leugneten. Madrid, 20. December. Eine Depesche au- New York meldet: Der amerikanische Küstenwächter „Macitt)ic!tes* Gießen, den 21. December 1897. ♦ ♦ Ernennungen Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allerguädigst geruht, die Kaufleute Commer- cieurath Sigmund Heichelheim, Gustav Müller, Hrch. Schirmer und Karl Kliugspor in Gießen zu Handelsrichtern, sowie die Kaufleute Richard Scheel uud Adolf Ziußer daselbst zu Ergänzungßrichtern ander bei dem Landgericht der Provinz Oberheffen gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitze in Gießen mit Wirkung vom 1. Januar 1898 biß 31. December 1900, zu ernennen. • • Erlaubuiß zur Annahme und Tragen eine- fremden Orden-. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem ordentlichen Profeffor au der LandeS-Univerfität Geheimen Hofrath Dr. Oockeu zu Gießen die Erlaubniß zur Annahme uud zum Tragen beß ihm von Sr. Maj. dem Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Kreuzeß der Comthure beß HauSorbeuß von Hohen- zollern zu ertheileu. — Sektion Oberheffen de- Deutschen und Oesterreichifchen Alpenverein-. Die Section Oberheffen beß Deutschen und Oesterreichifchen Alpenvereinß hielt Mittwoch den 16. December b. I. im Verein-local, „Kaiserhof", Gießen, ihre zwölfte monatliche Hauptfitzung ab, bie zahlreich besucht war. Der von bem Vorsitzenden erstattete Sectionßbericht pro 1897 entrollte ein recht erfreuliches Bild über Wachßthum, Thättg- feit und allseitiges Gedeihen der jungen Section. Eß wurden im betroffenen Jahre zwölf SestionSauSflüge auß- geführt und außerdem haben, fo weit bem Vorstände bekannt wurde, 30 BereinSmitglieder Touren in daS deutsche Mittelgebirge und in die deutschen und österreichischen Alpen unternommen. Acht gut besuchte Vorträge bienten dem wissenschaftlichen wie dem touristischen Jutereffe. Die Gründung einer Bereinßbibliothek und das durch gütige Stiftungen beförderte rasche Anwachsen derselben legen Zeugniß ab von dem ernstlichen Streben der Mitglieder, bie Zwecke des Vereins zu pflegen. Die Section, am 21. December 1896 mit 48 Mitgliedern gegründet, weist z. Zt. einen Bestand von 106 Mitgliedern auf, wozu noch neun Neuaufnahmen kommen, so daß die Section heute schon mit 115 Mitgliedern rechnen darf. Wie s. Zt. bekannt gegeben, nahm die Section von vornherein Abstand von regelmäßiger Berichterstattung über ihre Thätigkeit für daS sogenannte große Publikum, sie beschloß vielmehr, fich im Allgemeinen auf kurze, für die Mitglieder bestimmte Anzeigen zu beschränken, dafür jedoch am Schluffe des Jahres einen Jahresbericht heraußzugeben, der sowohl für Mitglieder, als auch sonstigen Interessenten erhältlich sein soll. Die Tagesordnung führte weiter zum Vortrag beß SectionSmitgliebeS Herrn Assistenz- Arzt vr. Koch über „Erlebnisse in Ostafrika". Durch Ballotage erfolgte noch bie Aufnahme von neun neu ange- meldeten Mitgliedern. Der Vorstand pro 1898 besteht aus uachgenannten Herren: Verlagsbuchhändler Otto Roth, Amtsrichter Neuen Hag en, Staatsanwalt Zimmermann uud Fabrikant Hrch. Schirmer. • • Saalbau in Gießen. Wir erfahren miß sicherer Quelle, daß Herr Restaurateur Stein hiesigen Architecten den Auftrag ettheilt hat, einen Plan zum gänzlichen Umbau seine-EtabliffementS au-zuarbeiten. Es ist beabsichtigt, einen großstädtischen Concertsaal mit Logen herzustellen, der Raum gewährt für 1500 biß 1800 Personen. Hierbei ist gedacht, daß bie Länge beß jetzigen bie Breite beß zukünftigen Saaleß bildet. Selbstverständlich wird der neue Saal wesentlich höher alß der jetzige Raum. Die Durchführung dieser Idee ist ohne Frage die glücklichste Lösung der Gießener Saalbaufrage, womit allerdings die Theaterfrage nicht gelöst ist- eß wäre, wenn daß Stein'sche Project verwirklicht, nun für einen Verein eine dankbare Aufgabe, für die Schaffung einer würdigen Stätte für die dramatische Kunst in nnserm Gießen zu sorgen. • * Bolkßbad. Der Bildhauer Scheuer ouß Frankfurt bat über dem Hauptportal beß VolkSbadeß zwei Köpfe auß Sandstein außgemeiselt, welche allgemeines Jntereffe erregen. Beide Typen find aber auch wohlgelungen und kunstvollendet auSgeführt. * * Weihuacht-feier. Seit einigen Jahren find dahier in der Weihnachtszeit Schauspiele religiösen Inhaltes zur Auf- sührung gekommen, bie eine sehr beifällige Aufnahme ge- funben haben. Für biefeß Jahr ist baß Weih uachtß- Oratorium von G. F. Müller gewählt worden. Diele- Oratorium, daß der verfaffer infolge der Anregung durch bie Oberammergauer Pasfionßspiele geschaffen hat, wurde im Jahre 1879 zum ersten Male aufgeführr, und diese erste Aufführung entschteb über sein Schicksal. Bon einem wahren Beifallssturm begleitet nahm eß seinen Triumphzug bnrch bie Länber deutscher Zunge - eß fand seinen Weg sogar nach Rußland und Italien, nach Amerika, Südafrika und Asien, Überall erbauend und begeisternd; eß ist jetzt in 25. Auflage erschienen und hat in mehr alß 1500 Orten bie Zuschauer entzückt, die Zuhörer begeistert. Eß steht außer Zweifel, daß die Aufführuug deßselben am ersten Feiertage dahier in „Steins Gatten" den Besuchern Stunden der reinsten und edelsten Freude bereiten wird. •• Wie kann «an Porto spannt Bekanntlich richtet fich daß Porto für die über 5 Kilogramm schweren Packete nach der größeren oder geringeren Entfernung vom Ve- stimmungßorte auß, zu welchem Zwecke 6 Zonen angenommen find, deren erste biß zu 10 geographische Meilen, bie zweite von 10 biß 20, bie britte von 20 biß 50, bie vierte von 50 biß 100, bie fünfte von 100 biß 150 nab bie sechßte die Emfernuug von über 150 Meilen hinaus in sich schließt. Für jede- augefaugeue Kilogramm über 5 Kilogramm wird nuu ein Zuschlag von 10, 20, 30, 40 oder 50 Pfg. (in der sechsten Zone) erhoben. Durch Theilung größerer Packete, hauptsächlich der über 8 Kilo» gramm schweren, in zwei oder mehrere kann man sich schon eine ganz wesentliche Portoersparniß verschaffen. Ein gegen 9 Kilogramm schwere- Packet würde z. B. nach der vierten Zone (50 bi- 100 Meilen) in eine Sendung verpackt 1,70 Mk. kosten, dagegen getheilt in zwei Packete 1 Mk. Bei einem Packete von 9 biß 10 Kilogramm macht die Er- sparuiß bereit- in der dritten Zone 50 Pfg., in der vierten Zone 1 Mk. und in der 6. Zone sogar 2 Mk. au-, wenn die über 10 Kilogramm schweren Packete in drei und «ehr Packete getheilt werden. Schließlich sei noch bemerkt, daß vom Publikum vielfach versäumt wird, au- Sparsamkeitsrückfichten Packete werthvollen Inhalts unter Werthangabe zu versenden. Dabei wiffen Viele nicht, daß bie Gebühr hierfür bis zu 60 Mark nur 10 Pfg. beträgt. Bis zu drei Packete können an einen und denselben Empfänger auf einer Packetadreffe versandt werden. •* Wetterbericht. Ueber Nordeuropa hat der^Luftdruck an Intensität gewonnen und lagert über Scandinavien der Kern eine- barometrischen Maximnmß von mehr alß 775 Millimeter. Bon demselben verläuft über den Contineu» ein breiter Rücken hohen Drucke-, durch welchen zwei DepreifioaS« gebiete, ein höheres über Osteuropa, sowie ein flacheres Über dem SÜdwesten von einander geschieden find. Letztere- scheint fich ostwärts im Mittelmeergebiet aufhalten zu wollen. Die Witterung ist im Flachland vorwiegend nebelig. Die Hochstationen melden wolkenlosen Himmel, an letzteren sind die Temperaturen merklich gestiegen. — Voraussichtliche Witterung: Meist nebelige- oder trübe- Frostwetter mit einzelnen Schneefällen. n, Staben, 19. December. Heute fand hier eine Versammlung von Vertretern der Gemeinden Ranstadt, Dauernheim, Ober- und Nieder-Mockstadt, Staden, Ober« und Nieder Florstadt, Stammheim und Friedberg statt, zweck- Besprechung te< einleitenden Schritte zur Erbauung einer Nebenbahn von Ranstadt nach Friedberg. Einstimmig wurde die Bedürfnißfrage bejaht und auch au- den gegebenen Mit- theiluugen festgeftellt, daß die Rentabilität keine geringere fein könne, al» bei den Linien Nidda—Friedberg und Hungen—Friedberg. Um die Sache rasch zu fördern, wurde heute schon ein Comite, bestehend auß den Herrn Bürger- meistern AlleS-Nieder-Florstadt, Brann-Staden, Mickel Ober- Mockstadt, und Reuther-Nieder-Mockstadt gewählt und die anwesenden Bürgermeister gebeten, Protokolle aufzustellen, in denen fich der Gemeinderath zur kosten- und lastenfreien Geländestellung seitens der beteiligten Gemeinden verpflichtet. * Stabe (Provinz Hannover), 18. December. Daß in unserer sonst so aufgeklärten Gegend der Hexenglaube noch exifttrt und für „kluge Frauen", die die Dummen an der Nase herumzuziehen verstehen, eine recht gute Einnahmequelle bildet, zeigt folgende fast unglaubliche, aber buchstäb- lich wahre Geschichte, die auß der benachbarten Ortschaft Horneburg berichtet wird. Alß am 1. bß. Mtß. in einer Gemeinde in bet nächsten Nähe Horneburgs bet bonige Lehtet seines Amte- als Zähler bei der Viehzählung waltete, fanb er ein Hau-, in dem ein kinderlose- Ebepaar wohnt, fest verschloffen. Al- auf sein Pochen fich erst Niemand sehen ließ, fragte er auf der Nachbarschaft an, ob die Leute vielleicht nicht zu Hanse seien. „De ward wohl noch fiepen", wurde ihm da gesagt- „de sind vornacht (letzte Nacht) Klock een mit be Hexen to gang wesen". Als nun ber L-hrer stärker an baS Fenster klopfte, kam endlich der Ehemann au- dem Bett und erklärte auf das Verlangen, die Thür zu öffnen, baß könne er nicht, feine Frau sei nach Hamburg gefahren, um ein neueß Hexenmittel zu holen- baß alte helfe nicht mehr, und da habe fie die einzige Thür im Hause ver- schloffen, weil sonst die Hexen in da- HanS könnten, und baß Mittel bann nichts nütze. Um baß erste Mittel, baß bariu bestand, daß die Frau barfuß und im bloßen Hemde NachtS von 11 bis 1 Uhr Nadeln kochen mußte, mit denen die Thüren besteckt wurden, zu erhalten, mußte sie der klugen Frau in Hamburg einen Schinken, einen Rinderbraten uud angeschnittene SchweinSrippen mitbringen. Zn dem neuen Mittel habe fie ein neues 10 Mark-Stück und eine Mettwurst mitnehmen wüsten. • Auß Sleiwih meldet die „Köln. Ztg.": Der Ober- bürgermetfter Kreide!, der eine Forderung beß Bürgermeister- Miethe abgeledut hatte, machte bie Wahrnehmung, daß die Offiziere der Garnison ihn nicht beamteten. Er wurde zu- »42 '-hu. Sj» itzt in 21» ,7»--L IKS b,t «Mn »ö tidittt Mh Hom 8t. "lJl « z«»,° IN. Dn 20 bil 60, vü 100 611 160'2 Stilen hluauj Kilogra»« aber ’ lO, 20, 30,40 rrhoberi. Darch ,b» über 8 Silo. •6«n man sich ^Oö Lin gegen 3- naij btt vierten Stnbunj dnplttkt vet Pocket! 1 Mk. °°m waitzt dir Er. ?° * l- J1’; i« dortige tfi**** letoww t wohnt, «' °°°, W»»" endlich . xhiir M Serl°°S^ b^g ge- u lei na4A alte Hel!' holee-i °LaU|! LuifönD U daril &•* JA; «nbee, ® btt flmj ftD Ri bt® flütn- -leich Mit dem Oberprifideote» Fürsten Hatzfeld bei dem commandireudeu öeneral des 6. Armercorp» Erbprinzen von Sachsen-Meiningen hierüber vorstellig. Der Erbprinz verfügte, daß die Offiziere dem Oberbürgermeister Kreide! ihre Hochachtung unverkürzt zu zollen hätten. Solch' „toerfüßte* Hochachtung ist aber doch eine immerhin andere, als die spontane. * Erdbeben. In Ettta di Caste!]!» bei Perngia verursachte am 18. d. M. früh 8ya Uhr ein heftiges 12 Sekunden andauerndes Erdbeben in den Wänden und Decken vieler Häuser erhebliche Riffe und Spalten und brachte zahlreiche Schornsteine in der Stadt und auf dem Lande zum Einsturz. Die Thurmglocken schlugen an und die Bevölkerung war in große Bestürzung versetzt. Noch die Seismographen der Observatorien in Rom, Siena, Arezzo, Belletri und Casamieciola auf Ischia haben Erdstöße verzeichnet. * Die Zahl der Aerzte in Dentfchiand betrog nach dem ^Medieinalkalender" Mitte September 24393. Berlin hat 2148 Aerzte. ES find 61 Aerzte in Berlin, seit deren Staatsexamen 40 bis 49 Jahre verflossen find. Fast genau die Hälfte aller Aerzte in Berlin steht noch nicht 10 Jahre in der Praxis. In den Bororteo, aus denen die Praxi» dort ansässiger Aerzte vielfach nach Berlin hinübergreift, überwiegen die jungen Aerzte noch mehr. Im ganzen Reich kommen auf je 1OOOO Einwohner 4,68 Aer^e, in Berlin 12,81. Die Zahl der Zahnärzte wird für Deutschland auf 1238 angegeben. In Berlin werden 196 Zahnärzte gezählt. Die Zahl der Apotheken beträgt im Deutschen Reich 5264. Auf 10000 Einwohner also im ganzen Reiche gerade eine Apotheke. * Ueber den Brnud des Breslauer WeihnachtSmarkte», den wir bereits kurz meldeten, berichtet das „Berl. Tagebl.": Wie in allen großen Städten, so hat auch in BreSlau der WeihnachtSmarkt allmählich seine frühere Bedeutung nach und nach eingebüßt, aber er ist nichtsdestoweniger recht populär geblieben und wird von der Bevölkerung zahlreich besucht, wenn auch als Käufer wesentlich nur die weniger bemittelten Klaffen auftreten, da die an den Markt gebrachten Waareu nut mittlerer Qualität und dem entsprechend auch wohlfeil find. Der Markt wird an den Seiten deS alterthümlicheu RathhauseS auf dem Ring abgehalten, in deffen Mitte da» RathhauS steht. Zur Aufnahme der BerkaufSstäude dienen hölzerne fcobneebeit, die bei Beginn de» Markte» aufge- schlagen werden und in der übrigen Zeit de» Jahre» in Speichern liegen, sodaß ihr Holz völlig trocken wird. Als nun gestern Nachmittag halb 5 Uyr in eine» Leinenwaaren- BerkaufSstaud dadurch Fener auSbrach, daß man uuvorfich- ligerweise die Trümmer einer zerbrochenen Petroleumlampe mit Hülfe brennender Zündhölzchen zusammensuchte, standen innerhalb weniger Gecnuden vier Lolonnadeureihen mit vierzig BerkaufSständeu in Braud. In der ersten Aufregung dachte Niemand daran, die Feuerwehr sofort zu alarmireu, und cs verging eine Viertelstunde, ehe die Lvschhülse eintraf. Die Wehr fand ein ausgedehnte» Feuermeer vor, und die Lohe schlug so hoch gen Himmel, daß man in den entfernteren Stadtvierteln glaubte, e» sei ein ganze» Hänserviene! in Brand geratheu,- vielfach wurde geglaubt, da» RathhauS stehe in Flammen. ES gelang der Feuerwehr jedoch, innerhalb einer knappen halben Stunde da» Feuer völlig zu bewältigen. Der Schaden, den die Inhaber der BerkaufSstäude — durch weg blutarme Leute — erlitten haben, beziffert sich auf 40,000 Mk. Niemand von ihnen war versichert, hingegen find die Eolonuaden versichert gewesen. * „Karo" auf der Ausreise nach China. Ein eigenartiger Begleiter der nach China entsandten Marine-Jufauterietruppm ist der dem BataillonS-Cafino in Kiel gehörige Jagdhund „Karo". Allgemeine Freude erregte unter den Mannschaften der Befehl, Karo „feldmarschmäßig" auSzurüsten, d. h. mit Schrubbern und warmem Waffer einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Beim Abmarsch der Truppen wurde Karo an einer Leine in Reih und Glied einer Section zum Bahnhof gebracht, wo er unter lauten Jubelrufen der dort zahlreich versammelten und festlich gestimmten Studenten in einem Waggon der ersten Compagnie untergebracht wurde. I-ichlor Irr irrttirigtri Jrolfnto ShMf|tdtr. Vnernhavt. Mittwoch den 22. December: König Löwe. Donnerstag dm 23. Decrmber: Königin von Saba. Freitag den 24. December geschlossen. Samstag den 25 December, Nachmittags 3f/s Uhr: König Löwe. Abends 7 Uhr: Robert der Teufel. Sonntag den 26 December. Nachmittags 3% Uhr: König Löwe. Abends 7 Ubr: Tell (Oper). Montag den 27. December, Nachmittags 31/2 Uhr: König Löwe. Abends? Uhr: Die Regimenlstochter. Hierauf: Da« Wetterhäuschen. Mittwoch den 22. December: Mutter Erde. Donnerstag dm 23. December: Maria Stuart. Freitag dm 24. December geschloffen. Samstag den 25. December. Nachmittag» 3>/» vbr: Pfarrer von Kirchseld. Abends 7 Ubr: Jugendfreunde. Sonntag den 26. December, Nachmittags 3'/,Uhr: HanS Huckebein. Abends 7 Uhr: Goldene Eva. Montag dm 27. December. Kinder der Bühne. (Hcratur uttfc Kanft — «onversation» Lexieon der XMteitt • ettteretwr. Practisches Hand- und Nachschlagebuch zur Orientirung über die Theaterstücke deS In- und Auslandes von den ältesten Setten bis zur Gegenwart. Bon Dr. E Mensch. Elegant gebunden 4,60 Mr. EchwabacherS Verlag in Stuttgart. Alle Theaterstücke von Sauet, Poffe, Lustspiel, Schauspiel rc angefangen bis hinauf zur hoben Tragödie, vom modernsten französischen Schwank oder Sittenfiück bta zurück zum indischen und griechischen Theater, haben in diesem für jeden Theater- und Litteraturfreund überaus anziehenden Bucke ihre Stelle gefunden: in übersichtlicher olphabettscher Ordnung enthält es eine scharfe Characieriftik und kritische Würdigung aller in - und ausländischen Bühnenschriststeller nebst ihren beachtens- werthesten Stücken jeder Art, besonder» denjenigm, die da? Repertoire unserer Bühnen auSmachcn, zum Theil mit ausführlicher Inhaltsangabe. Verkehr, rs»d Ockttswirthschafi 21. December. Marktbericht. Auf bew heutt<-- Wockrmnartt kostete: Butter pr. Pfd. X 0.95—1,05 Hllhvereier pt. St. 7-9 4,2 St. 00—004, Enteneier 1 St. 0—00 • der pr. St. 00-00 A, Käse pr. 6t.4-9 H, Käsematte pr. 6L3 Erbsen vr. Liter 18 Linsm pr. Ltter 32 H, Taubm pr- I", X 0,60 dis 0,00, Hühner vr. Stück 0,90 bi« 1,10, Hahnen pr. Siüll * 0,60-1,00, Enten pr. Stück X 1,60-2,00, Gänse pr. Pfund X 0.60-0,60, Ochsmfleisch pr. Pfd. 66-74 A, Kuh- und Rtedfleis« pr. Pfd. 60-66 A. Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bis 72 A. Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 67 A> Kalbfleisch pr. Vfd. 60—64 A. Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 A. Kartoffeln pr. 100 KUo 4.50 Mi 5,00 X. Weißkraut vr. Stück 0-00 A. Zwiebeln pr. (Unteer 0,00—0,00 X, Milch pr. Liter 16 A- Nach den statistischen Ermittelungm des verein» deutscher ckise«. «Ud «tahl-Judustrieller belief sich die Roheisenproduclton des Deutschen RetckS (etnschl. Luxemburgs) im Monat November 1897 auf 599,125 Tonnen; darunter Puddestoheisen und Spiegeleisen 138,027 Tonnm, Bessemerroheisen 46,915 Tonnen, IbomaS-- roheisen 311,061 Tonnen, Gießereirodeiikn 103,122 Tonnen. Die Production im October 1897 betrug 611 779 Tonnen, im November 1896 544,667 Tonnen. Vom 1. Januar bis 30. November 1897 würben producirt 6.273,612 Tonnen gegen 5,808.263 Tonnen im gleichen Zeitraum bc» Vorjahres. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteustratze 2. Angedot der Ardettuehmer r 1 Bäcker, 1 Bauschlosser, 2 Schuhmacher, 2 Schreiner, 6 Taglöhner, 3 HauSburschm, 2 Lauffrauen, 1 HauSmädchen, 1 Dienst- mädchen, 1 Näherin, 1 Bureaudiener, 1 Schreibgehülfe. Stachfrage der «rdeitseder r 3 Kesselschmiede, 3 Stemmer, 8 Schlaffer, 2 Monteure, 3 Nieter, 1 Vorzeichner, sämmtlich für dauernde u. lohnende Accord- arbeit in ein großes Werk, 1 Drechsler für eine Dampfdrechslerei, 1 tüchtiger Spengler, 1 tücht. Glaser (Rahmenmacher), 1 tücht. Küfer, 2 tücht. Sattler, 1 junges Hausbürschchen, 2 Acker knechte, 1 Arbeiterin in eine Druckerei, 1 Köchin, 1 Beiköchin, 10 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit.__ Bekanntmachung. In unserem Gesellschastsregister wurde auf Seite 90 unter der Rubrik „Actiengesellschast Hessisch-Rheinischer Bergbauverein zu Gießen" Folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 4. December 1897 ist 5 des Statuts in seiner jetzigen Fassung aufgehoben und durch folgende neue Faffung ersetzt worden: § 5. Das Grundcapi-al wird auf zwci Millionen neuiv hundert drei und fünfzigtausend Mark festgesetzt, eingetheilt in zweitausend neunhundert drei und fünfzig Stamm-Actien Lit A, jede Actie zu eintausend Reichsmark. Gießen, den 17. December 1897. Großherzogliches Amtsgericht. Neuenhagen. 11492 I Versteigerungen. | Mittwoch den 2. Febr. 1898, Nachmittags 2V, Uhr, sollen auf dem hirsigen Ortsgericht die dem öerfon »atz in Gießen an nachbenannten Immobilien zustehende ideelle Nur Nr. 909 — 256 qm Hofraithe in der WMHorstraße, Mur 1 Nr. 913,3 - 469 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistb eiend versteigert werden. Gießen, 21. December 1897. Großh. Ortsgei-icht Gießen. I. A.: Bogt. Hb06 ^^Empfehlunger^J SliiiL Mcht-lM«. Freibank. 11480 Heute »nd morgen: Rindsieiseh, nicht ladenrein, per Pfo. 54Pfg. Vino Vermouth di Torino. Mftr it-tikllischcr Nermuthoem. Magenwein ersten «angeS' per Flasche 1,50 Mark • Zu haben bei 115J7 Fr. Leo Nachfl, C. Herber, Seltersweg 71. la. junge Schnittbohnen, per 1 Ltter-Dose — 2 Pfd 80 Pfg, Jrrnge Erbsen, Spargel «. «ompot« früchte ebenfalls billig und sehr gut bei 11499 C. G. Kleinhenn. Frische Aev-usg Chrißbame eingetroffem^an^ ^btr, Brandplah. MAGGI Snpptn- WSrjk 10993 Schöne Chriflbäumchen treffen beute Dienstag im Hofe des Herrn Bäckermeister Steinberger, Bahn- Hofstraße, ein. 11483 Hch. Reh und Kinzenbach. Prima [11498 Oelicatess-Rollmops mit Gurkeneinlage 8 Pfg. Heinrich Arnold II. iWrisch eingetroffen bei ^aeob Häuser, Specereihandlung, Ludwigstraße 36. Chriftbäume in frischer Sendung und großer Auswahl sind zu haben bei 11309 n 3 vöckner, Selteröthor. aller Art, frische Flutz- GeflUgel «. See Sifche in großer Auswahl empfiehlt 11503 C. G. 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Jochen Päsel. □Wj Bekanntmachung, betreffend: Dünger-Bersteigernng. Donnerstag den 23. Deeember l. Js., Nachmittags 3 Uhr beginnend, sollen: a) hinter den Eichgärten auf der Wolfftraße ca. SSO cbm Kehricht-Dünger in 11 Loosen von je 50 bis 140 cbm und b) an demselben Tage von Nachmittags 4 Uhr ab am Rodtberg 116 cbm Schlachthaus-Dünger in 6 Loosen an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, dm 20. December 1897. Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen. __________________________Gnauth._________ 11503 Bekanntrnackmng. Der Voranschlag der Gemeinde Garbenteich pro 1898/99 liegt vom 22. d. Mts. an acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht aller Interessenten offen. Garbenteich, am 20. December 1897. Großh. Bürgermeisterei Garbenteich. __________________________Schwarz.____________________11491 Bekanntmachung» Der Voranschlag der Gemeinde Großeu-Buseck für 1898/99 liegt vom 23. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem hiesigen Bürgermeisterei-Bureau offen. Großen-Buseck, den 20. December 1897. Großh Bürgermeisterei Großen-Buseck. _________________________Meyer. ___________________11501 Kleinkinder-Bewahranftalt. Nachdem gestern die Christbescheerung für die Kinder unserer Anstalt durch Gottesdienst in der Johanneskirche und durch Gabenaus« theilung in der Kleinkinderschule stattgefunden hat, ist es uns Herzens- fache, unseren innigsten Dank Allen auszusprechen, die uns zur Ausführung der in diesem Jahre besonders reichhaltigen Christbescheerung freundlichst unterstützt haben Hauptsächlich danken wir den vielen Wohlthätern, die durch ihre reichen Gaben an Geld, Bekleidungsgegenständen, Kleiderstoffen, Confect u. s. w., sowie durch Handarbeit es uns ermöglicht haben, unseren vielen Anstaltskindern nebst ihren Angehörigen eine große Freude zu bereiten. I »besondere danken wir auch dem Herrn Buchdruckereibesitzer Scheyda für die unentgeltliche Ausnayme unserer Bekanntmachungen zur Christbescheerung in diesem Blatte, was für uns eine sehr beträchtliche Gabe bedeutete. Nachfolgend tbeilen wir, besonders dankbar quittirend, mit, welche Geldbeträge für unsere Criftbescheerung gespendet wurden: durch Fräulein Amalie Bansa 61 Mk. Frau Dr. Brüel 48 Mk. Frau Amtsgerichts- rath Gebhardt 119,66 Mk. Frau Rcchnung-rath Kalbfleisch 66 Mk. Fräulein Emilie Langermann 45 Mk. Frau Pfarrer Naumann 160 Mk. (hierunter 10 Mk. von dem Verein der Gastwirthe Gießens und der Umgebung). Frau Luise Ottens 12,50 Mk. Frau Auguste Schwan 63 Mk.; außerdem wurden durch dieselbe übergeben 40 Mk. als Gabe der Gäste vom Stammtisch im „Prinz Carl". Fräulein Luise Wortmann 39 Mk. Durch die Schwestern der Anstalt 88,70 Mk. Ferner erhielten wir von Fräulein Johanna Koch 104,45 Mk. und von Fräulein Anna Müller 34,20 Mk., welche Beträge denselben von ihren Schülerinnen in der höheren und erweiterten Mädchenschule übergeben wurden; wir sprechen den genannten Lehrerinnen und auch den Mädchen und deren Eltern einen besonders herzlichen Dank aus für das freudige Spenden dieser Gaben. Möge die unserer Anstalt und den Kindern derselben wiederum reichlich bewiesene Liebe und Opferwilligkeit auch fernerhin, Gebern und Empfängern tu Freude und Segen, uns erhalten bleiben! Gießen, 20. December 1897. Der Vorstand der Kleiukinder-Bewahravstalt. Dr. Naumann. Specialität- V ngar eine empfiehlt die Weiuhandluug 11387 1. Auster Uta, Frankfurterstraße 11. UNO 11187 MERKUl Kinderschlitten, Schlittengeläute empfiehlt in großer Auswahl Emil Pistor Machfolger. LchlittWr,' Eissporeu, in großartiger Auswahl. 11354 Wallthorstr. 16. F. E. Winter. LIEBIG Companys FLEISCH-EXTRACT ist in jeder guten Küche unentbehrlich. 434 Man beachte den blauen Namenstug J. ▼. Liebig. Der von der jBriilant-Kaffeei mit dPLq. Hand 1 Eingetragene Schutzmarke. DknWn Kaffkk-Import-Gksklislhast Köln am Rhein hergestellte Brillant-Kaffee mit der Hand ist ein reiner, gebrannter Bohnenkaffee. Durch besondere Mischung und Brennart unerreicht an Kraft, Güte und^Aroma. Diese telnRte Kaffeemarke vereinigt höchsten Wohlgeschmack mit billigstem Preise. Niederlage zu 75, 80, 85 und 95 Pfg. für •/, Pfund-Packet in Giessen bei G. Herbordt. 10333 Coursbericht 10U J"e Kurz & Co., Giessen, Kahiihifstraßk 63. Franks mter Vör e oom 20 December 1897. 31/i Deutsch« Retchrant. 3 Preutz. EovsolS 3/, DevtscheGrdsch.B. m»k.b. 1906 100.00 14 Eisend. R-nlend. Odl. 10L60 14 Budrru« DM. 10060 3