ing 1896. *e»e nm taahnn, , ^weuermiH. * ^rnahrnnn ^«s zuverlässig t® Nahrung äernaHrunn 1 genommen, j« ® -» bereitet Xh"‘" j^TJLUNGEN. '61 von —- 7twe plv Ht M. W— Kaffee bestens iw Mischung rtg bewährter issigen Auf- ilgeschmeck, H. Rinn, nb Fr. Hohbach. Schulhof, Mack- . Kalkhof, West« Kod. Schlabach Zs- * »A für alle an Ler. ** 929» ^«aRefttE^ oOTtoOtooaac heilen uugen nw - g Matt 0 MM' 0 olle‘te2LsÜ ra., SOU srr. 248 Erstes Blatt «Mla» dm 22. October 1897 Der frte|ener Anzeiger erscheint täglich, Bitt Ausnahme de» Montag». Die Gießener ^^mtrienötLlter werden dem Anzeiger rvüchentlich dreimal beigelegt. ießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger Avonncmcntsprei«^ 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition, und Druckerei: Schalftraße Ar.7«. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Tireis Giefzen. Gratisöeitage: Gießener Kamilienbtätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgmdrn Tag erscheinenden Nummer bi» Norm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« < Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeh«. Das Togo-Uebereinkommen. Wie bereits angckündigr worden war, ist der mit Frankreich abgeschlossene Togovertrag am Dirnstag durch den Aeichßanzeiger veröffentlicht worden. BtS dahin sollten die Bestimmungen geheim gehalten werden, aber eS war schon so viel In die Orffentlichkeit gedrungen, daß die hauptsächlichsten Festsetzungen schon längst bekannt waren und eigentlich N emand mehr überrascht werden konnte. Dah die Ansichten über daß Resultat der Verhandlungen gctheilt find, ist selbstverständlich. Manche sagen, unsere D-legirteu hätten sich in Paris arg Übervortheilen lasten, aber dieser Vorwurf wird auch gegen die französischen Abgesandten in Frankreich erhoben. Dehbalb darf man wohl annehmen, nach beiden Seiten ist gleichmähtg vertheilt worden - jedenfalls ist einem Zustande ein Ende gemacht worden, welcher leicht einmal zu einem ernsten Covflict zwischen Deutschland und Frankreich hätte führen können. Die beiden Länder chatten bekanntlich im Jahre 1885 einen Vertrag abgeschloffen, in welchem die Grenze zwischen dem französiichen Dahomry und dem deutschen Togo festgesetzt wurde. Jedoch waren die Stipulationen ungenau, was ja nicht weiter verwunderlich Hein kann, und beiden Nationen war im Nordea ein allzu weiter Spielraum gelaffen worden. AIS nun die Expeditionen nach dieser Richtung immer zahlreicher wurden, so kreuzten sich vielfach die beiderseitigen Jatereffen, und es kam vor, dah sowohl von franzöfischer wie von deutscher Seite mit demselben Häuptling Verträge abgeschloffen wurden. Hieraus entstanden natürlich Weiterungen, da beide Theile auf ihrem Don den Häuptlingen unterkreuzten Scheine bestanden, und die Regierungen kamen deßhalb überein, auf einer Conferenz die genaue Festsetzung der Grenze vorzunehmen. Im Mai ds. Jahres traten die Delegirten in Paris zusammen und beriethen wochenlang, bis eia Vertrag zu Stande gekommen war, welcher jetzt sowohl in Deutschland wie in Frankreich zur öffentlichen Kenntniß gebracht worden ist. Man macht unseren Delegirten den Borwurs, daß sie wette Länderstrecken an Frankreich abgegeben haben, wosür Deutschland nur einen geringen Flächenraum als Aequivalent erhalten habe. Daß die Stipulationen sehr schwierig waren, wird Jeder zugeben müffen, welcher bedenkt, dah es sich um verhältnißmäßig ungeheure Flächen dort handelt, die noch ganz unbekannt sind. Unserer Ansicht nach find die beiderseitigen Delegirten von einem ganz richtigen Prinzip auß^ gegangen, indem sie Frankreich politische und Deutschland wirthschaftliche Borthrile zuficherten. DaS zeigt sich namentlich darin, dah sie daS Gurmagebirt bet Frankreich beließen und Deutschland daS rechte Ufer des Mono zuerkannten, wo- durch wir daS Schifffahrtsrecht auf diesem Fluffe erhalten und uns eine directe Verbindung von der Küste in das Innere des Landes gesichert ist. Unsere Togocolouie wird daraus später wesentliche Vortheile erzielen, und sie hat jetzt die Aussicht auf eine gute wirthschaftliche Entwickelung sowie auf ein schnelleres Aufblühen. Das Gurmagebirt aber hätte gar keinen Werth für unS gehabt, weil es Hunderte von Kilo- Metern von der Küste entfernt lag und niemals hätte aus- gebeutet werden können. Daß die Delegirten den wirthschaft- ltchen Standpunkt für Deutschland in solchem Maße gewahrt haben, kann nicht genug Anerkennung finden, wie denn über- Haupt eine Verständigung mit den Franzosen nur auf der Basis möglich war, dah Frankreich die lange erstrebte Ver- bindung zwischen Dahomey und Mosfi erhielt. Wie schon oben augedeuiet, haben die von deutscher Sette abgeschloffenen Verträge mit den eingeborenen Häuptlingen ebenfalls nur einen recht zweifelhaften Werth. ES lag für uns kein Grund vor, unsere Ansprüche allzu weit auSzudehnen und uns in Cor flicte zu verw ckeln wegen eines Gebietes, welches für Deutschland nicht dre geringsten wtrrhschaftltchrn Vortheile bietet. Die Verhandlungen tu Paris haben sich glatt abgewickelt. Man kann daraus also ersehen, daß auch Frankreich daran gelegen ist, mit unS möglichst in einem guten nachbarlichen Verhältnisse zu leben. Diese Gewißheit hat immerhin einen politischen Werth und wiegt die paar Hundert Quadratkilo, weter, welche wir in Afrika etvgebüht haben, voll auf. Wir fürchten Frankreich nicht, aber im Jntereffe unserer wirth« schastlichen Entwickelung, unseres Handels und Verkehrs kann eß nur liegen, wenn wir die Ueberzeugung hegen dürfen, daß die Störung des Friedens in weitem Felde liegt. Deß- halb begrüßen wir auch da« Togo-Abkommen als einen wetteren Schritt zur Verständigung mit unserem westlichen Nachbar. (xx) Wolff» telegraphische» Korrrfpondmz-Burum. Darmstadt. 20. October. Unmittelbar nach der Rückkehr von Wiesbaden fuhren daS russische Kaiserpaar und da» GroßherzogSpaar nach dem Lawn-TenniSplatze, während sie Abends der Vorstellung im Hoftheater betzu- wohnen beabsichtigen. verliu. 20. October. Der „ReichSanzriger" veröffent- licht eine Verordnung, betreffend die Gerichtsbarkeit in der Neu - Guinea - Compagnie über alle Eingeborenen threS Schutzgebiets, sowie eine Verordnung, betreffend die Tagegelder und Reisekosten für StaatS- etsenbahnbeamtev. Cronberg, 20. October. Das Kaiserpaar und dre kaiserlichen Prinzen besichtigten unter Führung der Kaiserin Friedrich nach ihrer Ankunst den Park in Schloß Friedrichs- Hof, die Prinzen besonders den prächtigen Marstall. auf daS Eingehendste. Um 8 Uhr findet Abendtafel zu 24 Gedecken statt, zu welcher auch der Oberst des 80. Infanterie Regiments, zu dessen Chef die Kaiserin Friedrich ernannt worden ist, Oberst Lölhöffel von Löwensprung, eine Einladung erhalten hat. Um 9 Uhr wird die alte Ritterburg bengalisch beleuchtet. Auch in der Stadt und in den BahnhofSanlageu ist bei der Abfahrt der Kaiserin und der kaiserlichen Prinzen bengalische Beleuchtung vorgesehen. Brüssel, 20. October. In Gegenwart der König- und der ganzen königlichen Familie fand die P r e i r v e r t h e i l u n g der internationalen Ausstellung statt. Auf Deutsch, land entfielen von 330 Ausstellern, wovon 5 als Mitglieder der Jury außer Bewerbung blieben, 12 große Preise, 33 Ehrendiplome. 75 goldene, 72 silberne und 40 bronceue Medaillen, sowie 11 ehrenvolle Anerkennungen. Nancy, 20. October. Bei dem heute hier gehaltenen Festmahle anläßlich der Einweihung der neu errichteten Handelsschule hielt der Handelsminister Boucher in Erwiderung auf die ihm gewidmeten Trinksprüche eine Rede, in der er zunächst bemerkte, die Vereinigten Staaten von Amerika hätten eine barbarische Maßregel angenommen, näm- lich die Besteuerung der in den Koffern von Reisenden enthaltenen Gebrauch-gegenständen, sobald solche im Gesawmt- werthe von mehr als 100 Dollars durch Bürger der Ver- einigten Staaten eingeführt werden. Es feien Verhand- [uugen über diesen Punkt eingeleitet und er zweifle nicht, daß die amerikanische Regierung diese Bestimmung beseitigen werde. Sodann sührte der Minister bezüglich der Handels« beztehungen Frankreichs auö, dieselben seien gegenüber den südamerikanischen Republiken bei dem Amtsantritt des gegen, wärtigen Cabinets sehr gespannte gewesen- seitdem habe die Regierung els Abkommen geschloffen, durch welche die Handels- und politischen Beziehungen neu geknüpft worden seien. Mit Bezug auf Italien äußerte der Minister, dasselbe scheine sich weder um Gegenwart noch Vergangenheit, noch Zukunft zu bekümmern. Die Wiederaufnahme der Beziehungen sei noch nicht einmal irgendwo in Angriff genommen. Hierauf hob der Minister hervor, daß er sich bemüht habe, die Beziehungen Frankreich- zu fremden Ländern zu erweitern und die Zoll, tarife zu erniedrigen. Er protestier gegen die Behauptung, daß die Regierung eine Regierung der Schutzzölle sei. Sie wolle nur ein commercielleS Gleichgewicht, das Frankreich ein dem Stande bei Handels Europas entsprechendes öcono- mischeS Regime geben solle. Sie wolle weder Angesührte noch Angreifer. „Wir sind Anhänger einer Zolloereinigung," so schloß der Minister, „wir werden neuen Bedürfniffen Rechnung tragen und werden einstweilige freie Zolleinlagerungeu gestatten, durch welche die Ausfuhr begünstigt werden kann." Depeschen de» Bure«» »Herold.* Berlin,20. October. Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist gestern Abend in Schillingsfürst eingetroffeu. Berlin, 20. October. In Bestätigung anderweitiger Meldungen schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": StaatSsecretär v. Marschall wird von seiner bisherigen Stellung unter Belaffung des Titels und Ranges eines Staatsministers entbunden und zum Botschafter in Konstantinopel ernannt. Der bisherige Botschafter in Konstantinopel, Freiherr v. Saurma-Jeltsch, erhält den durch die Abberufung de» Botschafters Bülow frei werdenden Posten in Rom. Berlin, 20. October. Der Kaiser empfing heute Dor- mittag in Wiesbaden den Chef deS CivilcabiuetS v. LucauuS zum Vortrage. Berlin, 20. October. Wie aus Paris berichtet wird, beabsichtigte heute Nachmittag 4 Uhr ein Herr Max Behl Paris auf dem Motorrade zu verlaffen, um eine Recordfahrt nach Berlin zu machen- er hofft, die 1165 Kilomerer lange Strecke in 41 Vs Stunden zurückzulegen und Freitag Vormittag um 9V, Uhr in Berlin einzutreffen. Berlin, 20. October. Dem „Berl. Tagebl." zufolge verlautet in militärischen Kreisen, daß die Kais er m auöv er im kommenden Jahre zwischen dem 13. (württembergiichen) und 14. (badischen) ArmeecorpS einerseits und den beiden Armeecorps der RetchSlande andererseits stattfinden werden. Wiesbaden, 20. October. Der Zar und der Groß« Herzog wurden vom Kaiser um 2Uhr 30Min. zur Bahn geleitet. Die gegenseitige Verabschiedung war eine äußerst herzliche. Mit dem Zaren fuhren gleichzeitig Prinz und Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe nach Darmstadt ab. Kaiser Wilhelm verblieb auf dem Bahnhofe im Kaiserpavillon, bis die Kaiserin und die Kaiserlichen Prinzen sich zur Abfahrt nach Cronberg einfanden. Der Kaiser unterhielt sich besonders lebhaft mit dem Botschafter v. Bülow, welcher sich heute nach Monza begibt. Zur Verabschiedung der Kaiserltchen Familie hatten sich eingefunden die hier wohnende Prinzessin von Schaumburg-Lippe, der frühere Oberhof- und HauSmarschall v. Liebenau, der Commandeur deS 80. Infanterie Regiments und Polizei-Präsident Prinz Ratibor. Um 2 Uhr 45 Mtu. fuhr der Kaiserliche Zug nach Cronberg ab, von wo heute Abend 10 Uhr die Reise nach Potsdam angetreten wird. Kronberg, 20. October. Die Kaiserin reist mit ben Prinzen heute Abend direct nach Berlin, während der Kaiser sich nach Karlsruhe und von da nach Darmstadt begibt. Köln, 20. October. Wie die „Köln. Ztg." au» Wie»- baden meldet, ist die heutige Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren durch die Vermitte- lung deS Prinzen Heinrich gestern beschloffen worden. Königsberg i. Pr., 20. October. Eine gestern hier eingetroffene Commission von Ministerial- und OberbergamtS- Beamten begab sich heute zu dem Geheimrath Becker nach Palmnicken, um über die Arrangements der neuen Verpachtung deS Bergwerks an die Firma Stantien und Becker zu verhandeln. Die Uebernahme der Bernstein- förderung durch den Staat kommt nicht in Frage. Dünkirchen, 20. October. Hier wurde eine Cichorien« fabrtk von belgischen Arbeitern in Brand gesteckt. Man nimmt an, daß dieselben aus Rache gebandelt haben. Wien, 20. October. In der gestrigen Nacht sitz ung deS Abgeordnetenhaus eS kam cS wiederum zu großen Tumulten, infolge der Obstruction der Deutsch-Ltberalen. Die Sitzung mußte schließlich nach 1 Uhr Nacht» unterbrochen werden. Wien, 20. October. AuS Zacozenne wird gemeldet: Der Hörer der Philosophie auß Rußland Casimir v. Pie- trowskt ist auf einer GebirgStonr abgestürzt. Die Leiche ist bereits gefunden worden. London, 20. October. Nachrichten au» Konstantinopel melden die Ankunft des Vertreters der Firma Armstrong. Derselbe kommt, um mit der Pforte über Bestellung von Kanonen zu verhandeln. London, 20. October. „Standard" meldet aus Konstantinopel, daß die Friedensverhandlungen deshalb so in die Länge gezogen würden, damit der Vertrag nicht mehr in diesem Jahre zum Abschluß komme. Kanea, 20. October. Der Zustand auf Kreta wird immer schlimmer. Die Admirale werden morgen zusammen- treten, um neue Maßregeln zu beschließen. Konstantinopel, 20. October. Rußland empfahl dem Sultan die Ernennung eine» Russen zum General- go uverneur von Kreta. Washington, 20. October. Hier liefen Nachrichten aus Guatemala ein, wonach der Aufstand unterdrückt sei und wieder vollständige Ordnung herrsche. Berlin, 21. October. Der ReichScomwissar Geheimrath Richter sprach gestern Abend im Verein Berliner Kaufleute und Industrieller über die Pariser Weltausstellung im Jahre 1900. Er schilderte eingehend die bereits bekannte Eintheilung der Ausstellung und richtete einen warmen Appell an die Anwesenden und zugleich an die Kaufleute und Industriellen von ganz Deutschland, nur wirklich auSstellungS- würdige» Gut nach Paris zu schicken. Der Kampf würde ein sehr schwerer sein. Alle Länder der Welt suchten gerade in der Pariser Ausstellung Ueberlegenheit, die deutsche Export- Industrie zu überflügeln und dadurch zu verdrängen. Dahn wäre eß ein großer Fehler, wenn sich Deutschland auf marktgängige Waare beschränken wollte. , Berlin, 21. October. In zwei Versammlungea der Metallarbeiter wurde gestern beschloffen, die Sammlungen von wöchentlich 50 Pfg- fortzusetzen und al» erste Rate 5000 Mark dem öffentlichen Fond» der englischen Collegen abzuführen. Die Versammlungen sprachen sich dasttr Blutige Ziffern. Heppenheim. 18. Octobrr. Gestern Abend zwischen 6 und 7 Uhr waren auf der Chaussee nach Laudenbach zu, ungefähr 600 Schritte von der Irrenanstalt entfernt, über ein Dutzend schwere Steine quer über den Weg gerollt worden, so daß jedes Gefährt dagegen anfahren muhte. Natürlich flog der erste, in der Dunkelheit daherkommende Radfahrer kopfüber vorn über da» Rad, glücklicher Weise paare» verfährt, kann man darau» ersehen, dah zwei Tage vor der Reise von hier nach Loburg der Hofzug eine Probe- fahrt von Darmstadt nach Gemünden machen muhte, um in technischer Hinsicht die Gewähr zu haben, dah auch nicht da» Geringste Vorkommen könne. düngen in der Regel al»bald vergriffen find. Hier zeigt sich deutltch der Segen de» Genossenschaftlweseu» im Kleinen, wie sie fich durch die neue Emkaufsgenoffenschaft in Hamburg, welcher bereits über eine Million Mitglieder beigetreten sind, lm Großen zeigro maß: da» Publikum erhält für billige» Geld vorzügliche Waaren. Man will nun die Segnungen des GevoffenschastSweseu», die fich bei der Landwt«hschaft so großartig heroorthun, auch bet dem Handwerke und den kleineren Gewerbetreibenden zur Geltung bringen. Diese BerufSarteu bedürfen noch besonder» der Stärkung und man will bei uoS mit gutem Beispiele vorangrhen. — Unsere Herbstbestellung und die Wintersaaten nehmen bet dem herrlichen Octoberwetter den erfreulichsten Fortgang. Die Aecker liegen da wie die schönsten Gartenbeete- gut gesät, ist halb geerntet, sagt der Bauer. Der junge Roggen ist bereit» aufgegangen und steht sehr hübsch, der Weizen tft am Aufgeheu. — Nicht unerwähnt soll schließlich bleiben, baß die Wälder gegenwärtig eine Farbenpracht in ihrem Laubwerk zeigen (besonder» wenn Nachmittag» die Sonne darauf scheint), wie e» nicht häufig vorkommt. Der Grund liegt darin, daß die Blätter bet dem mtlden Wetter lange an deu Zweigen fitzen bleiben und dadurch alle Farben- schattirungeu durchmachen können. Die Städter mögen nicht versäumen, diese» herrliche Farben- und Natursptel au- zuschaueu. -F Büdingen. 20. October. Heute wurde da» neu erbaute Sparkassengebäude in feierlicher Weise seinem Dienstgebrauch übergeben und damit die diesjährige Geueral-Bersammluog der Mitglieder der Kaffe verbunden. Nach der Feier fand ein gemeinsame» Mitrageffen der Thetl- nehmer im Gasthaus zum Stern statt. Der Neubau bildet jetzt eines der schönsten Gebäude unserer Stadt. ES ist zweistöckig- im oberen Stock brfiodet sich die Wohnung de» Rechners, im unteren die Geschäftsräume, welche sehr prac- tisch und der Neuzeit entsprechend eingerichtet sind. Die Gesammtkofien des Baues, einschließlich Geläudekosten, be- tragen 34—35,000 Mark. •• Rarteubriefe. An die zum 1. November bevorstehende Einführung der Karteubriefe knüpfen die „M. N. Nachr." einige Bemerkungen, wie sie fich wohl schon Manchem aufgedrängt haben werden, und deren Berechtigung jedenfalls nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen ist. Das Blatt schreibt: Ob übrigens die Karteubriefe in der beabsichtigten Weife ihren Zweck erfüllen werden, dürfte füg- lich zu bezweifeln sein. Die Abgeordneten, welche seinerzeit I die Sache anregten, hatten hierbei zweifellos im Auge, daß gleichzeitig mit der Einführung der Karteubriefe eine Der- kehröerleichterung in der Weife eintreten solle, daß sie etwa zum ermäßigten Preise der Postkarte Beförderung finden würden. Diese Erwartung hat fich nicht nur nicht erfüllt, sondern e» wird vielmehr die Benutzung der Kartenbriefe , ......,...................... „ , erschwert, daß nur eine Sorte zu 10 Pfennig zur I ohne fich schwer zu verletzen. Wenn er aber die Steine nicht Ausgabe gelangt, wodurch deren Verwendung im Localver- " kehr sich von selbst verbietet, während gerade der Localver- kehr für den Absatz dieser neuen Werthzeichen von wesentlicher Bedeutung sein würde, weil Form und HerstellungS« weise der Kartenbriefe deren allgemeine Benützung verbietet. So wird beispielsweise die Geschäftswelt von der neuen Ein- richtung nur in seltenen Fällen Gebrauch machen können, weil die mit Gummi bestrichenen Ränder der Karteubriefe da» Einlegen in die Copirbücher kaum gestatten werden, während im Localverkehr der Bedarf verhälmißmäßig groß sein dürfte, da die Kartenbriefe unzweifelhaft für die Pri- vatcorrespondenz gegenüber den Postkarten wesentliche Bor- theile bieten. Wenn daher nicht, wie die» in Oesterreich der Fall ist, den Bedürfniffen des Localverkehr» durch Ausgabe von Kartenbriefen zum ermäßigten Preise von 5 Pfg. Rech- nung getragen wird, steht zu befürchten, daß, sobald der Retz der Neuheit vorüber ist, die Nachfrage nach Kartenbriefen bedeutend abnehmen wird. Wien hat e» verfaßt, er hat diese „statistischen Daten au» der neueren Kriegsgeschichte in graphischer Darstellung" ver- einigt und bei Freytag u. Berndt in origineller Ausstattung erscheinen laffen. In Ziffern und Farben wird hier die ganze Weltgeschichte vor un» lebendig- wir erfahren genau, wie fich Krieg und Frieden zu einander verhalten haben seit Jahr- Hunderten, wie viel Menschenopfer der völkermordende Krieg gefordert und in welchen Mafien, nach welchen statistischen Berhältuiffen sie ihm von Freund und Feind dargebracht find. Sieg und Niederlage, Wunden und Tod, Waffen und Men- scheu, Zeit und Raum in den Schlachten Europas werden sorgfältig verglichen- und offen liegen die Lehren zu Tage, die fich aus diesen Ziffernbildern ergeben. Nur einige davon, die markantesten, seien in flüchtiger Scizze festgehalten- fie zeigen die feffelnde Mach! dieser Ziffernsprache. Der verfaffer al» Oesterreicher berücksichtigt vorwiegend die österreichische Geschichte, bitt* jedoch schon um deswillen auch für uns sehr ivterefiante Ziffern, weil unser Geschick Jahrhundertelang mit Oesterreich zusammenhing. Betrachten wir Tafel 17 de» Berndt'ichen Zahlengebäudr», so weiß man unfehlbar, wer der beharrlichste Feind Oester- reich» in der Weltgeschichte gewesen. In den 227 Krieg», jähren, welche Oesterreich in den letzten 400 Jahren seiner Geschichte zähle, hat es 63 Kriege gegen äußere Feinde ge- führt und die größte Zahl derselben, 22, wandte fich gegen Königreich, Kaiserreich und Republik Frankreich. In 85 gelb» za,»fahren, V2 Schlachten, 106 Gefechten und 3250 kleineren Kämpfen standen österreichische Soldaten französischen gegen-- RieberZngelhei«, 17. October. Dahier ereignete fich in der Cementfabrik am Samstag ein gräßliche» Unglück. Der 26 Jahre alte, unverheirathete Georg Berge» gerieth, wohl au» Unvorfichtigkeit, zu nahe an den Treibriemen, der ihm Kopf und Arm vom Körper riß. entfernt hätte, so wäre mit Bestimmtheit anzunehmen gewesen, daß von den nachfolgenden Radfahrern Jemand verunglückt wäre. E» ist sehr zu wünschen, daß der oder die rohen Burschen, welche die Steine auf den Weg geworfen haben, ausfindig gemacht werden und ihrer verdienten Strafe nicht entgehen. Darmstadt, 20. October. Wie vorsichtig man auch in Deutschland bei den Reisen des russischen Kaiser- totales ttttt proohtjieHes» Gießen, den 21. Oktober 1897. au», dafür Sorge zu tragen, daß die Metallarbeiter wöchentlich 1000 Mark an England absühren. Berlin. 21. Oktober. Der „Borwärt»" theilt mit, daß die Letche Grillenberger» am Sonntag Nachmittag in Gotha durch Feuer bestattet wird. Berlin. 2l.October. Da» „Berl. Tagebl." meldet au» Madrid: Die spanische Regierung erhob neuerdiug» Bor. stellungen in Washington wegen Begünstigung de» kubanischen Aufstandes durch amerikanische Freibeuter. Berlin, 21. October. Au» Antwerpen wird dem „Berl. Tagebl." telegraphirt: Heute trafeu hier die rheinischen Bürgermeister und Präsidenten der Handelskammer ein, um ■n einer Berathung über Verkehr» iuteresse n des deutsch-belgischen Handel» theilzuuehrnen. Der belgische Thronfolger Prinz Albert kommt hierher, um die deutschen Gäste zu begrüßen und dem Feftbanket zu Ehren derselben zu präsidiren. Graz. 21. October. Gestern fand hier eine große Studenten-Demonstration statt. Die Studenten brachten dem Professor Frischauf wegen seiner feindseligen Haltung gegen den deutschen Alpenverein eine Katzenmusik. I Die Polizei schritt mit gezogenem Säbel ein. Rsm, 21. October. Die „Tribuna" will au» guter Quelle wissen, daß Eng land und Italien übereingekommeu sind, den Mächten ein directeS Eingreifen zur Erwirkung der Autonomie Kreta» vorzuschlagen. i pflegen. Da» aber wird wesentlich in der Hand de» Publi- I kumS liegen. Mit Ausnahme der durch Frische unb Lebendigkeit ausgezeichneten Toioette (Frl. NatusiuS) stanben bie Damen unter den Herren. Großer Beifall faob bie I ®cenc zwischen Argan unb seinem zweiten Töchterchen Louison, ba» sehr brav von ber kleinen Frieba Helm I gespielt würbe. Wir hätten hier eine weniger junge Dar- stellerin lieber gesehen. Goethe bewunderte diese Scene außerordentlich wegen der Kunst, mit der Moltöre durch allerlei retardirende Elemente Leben und Wirkung in der I Examination nach dem B sucher der Schwester zu bringen wußte. Davon ging doch Manches verloren. Und wenn die Scene auch einen eigenen Reiz hatte, so paßte dieser doch nicht zu dem Toa de» Stücke». — Auf Costüme und Au»- stattung war aller nur denkbare Fleiß und Sorgfalt verwendet worden. Ueber Manches ließe fich mit der Regie rechten, über die Art und Weise, wie die Zwischevacte au»- ! gefüllt wurden, Über da» Beioeschlenkern de» jungen Dia- foirns, den man auf ein Kinderstühlchen gesetzt hatte, über die Confectdüte, die Louison au» der Tasche ihre» BaterS zieht. Das Wort: v@6 giebt keine Kinder mehr.'", daS hier wohl zuerst vorkomwt und zwar in einem anderen Sinne, als in dem e» meist gebraucht wird, mußte man auf Louison beziehen, während es bei Moliöre auf Angelique geht. Freundliche Aufnahme fand der harmlose Schwank ,,Der Präsident" von W. Kläger, der den Abend er- i öffnete. Biel Unwahrscheinlichkeit und viel Mangel an Logik bei den Hauptpersonen und dem Autor wurden durch sehr viel Edelmuth bei deu Nebenpersonen und eine gewisse derbe Spaßhaftigkeit ausgewogen. Herr Direktor Helm hielt in der Rolle des Schauspieldirectors Walter durch sein Spiel und sein gutes Sächsisch das Stück über Wasser. Wir wün- schen Herrn Helm, daß er am Schluffe des Theaterjahre» auf ebenso große Ueberschüsse zurückblicken möge als sein College im Stück, dem eS eine Kleinigkeit ist, einem in Ber- legenheit geratheuen Landrath mit zehntausend Mark unter I die Arme zu greifen. Der Statistiker ist nicht der größte, aber der beredteste Gelehrte. Er spricht die knappe, Überzeugende Sprache der Ziffern und ihrem Eindrücke kann fich der Philosoph eben so wenig entziehen, wie der GemÜth»mensch oder der optt- mistische Träumer, dessen Luftschlösser zusammenstürzen, wenn das nüchterne, öde Zifferngebäude rmporsteigi. Und doch ist fie so trocken nicht, die in Zahlen sprechende Gelehrsamkeit - sie hat ihre Pikanterien, ihre srappanten Wendungen, ihre packenden Effecte. Da» empfanden wir wieder bei der Lektüre, oder — wie wir richtiger sagen — bei dem Studium eine» sonderbaren Buche», da» in Tabellen, in wunderlichen Zahlen- bildern und Gruppirungen einen werthvollen Beitrag zur Welt- und Kriegsgeschichte bietet. „Die Zahl im Kriege" ist sein Titel: GeneralstabS-Hauptmann Otto Berndt in •• Ans den deutschen Münzstätten find im Monat September d. I. geprägt worden: 7 081020 Mk. in Doppelkronen unb 20843,48 Mk. in Einpfennigstücken. Die Gesammtansprägung an Reich-münzen, nach Abzug der wieder eingezogenen Stücke, bezifferte fich Ende September d. I. auf 3160511585 Mk. in Goldmünzen, 494226 073,50 Mk. in Silbermünzen, 55611354,90 Mk. in Nickel- und 13534552,44 Mk. in Kupfermünzen. * Wetterbericht. Ein barometrische- Maximum ist zwar auch heute noch Über Europa auSgebreitet, doch hat fich sein Kern nach den britischen Inseln verlegt und ist die Luft- druckoertheilung Überhaupt sehr unregelmäßig geworden. Eine Zone relativ niedrigen Druckes, mit einem flachen Centrum über der Ostsee, verläuft von Norden südwärts bis gegen Böhmen und Oesterreich. Weiterhin ist ein Theilminimum über dem südlichen Bayern und dem Salzkammergut zu er- kennen- über Oesterreich zieht sich ein Gebiet relativ niederen Barometerstandes bis zum südlichen Theile der Alpen hin. — Voraussichtliche Witterung: Im Westen und Norden meist heitere-, im Süden und Osten zunächst noch veränder- licheS Wetter mit wechselnder Bewölkung und etwas kälter. Rieder-Wöllstadt, 19. October. Ein verheirateter Bremser aus Raffel stürzte hier von dem nach Frankfurt fahrenden Personenzug, wobei ihm die Räder des Packwagens über die linke Hand gingen und ihm diese abfuhren. Der Verunglückte wurde in das hiesige Krankenhaus gebracht. R. Reichelsheim L W., 20. October. Die hiesige Genossenschaft »Molkerei hat so viele Aufträge zur Lieferung von feiner Tafelbutter, daß fie kaum alle befriedigt werden können. In Folge dessen bleibt kein Material zur Herstellung von Käsen, nach denen unaufhörlich Nachfrage ist. Um diesem Bedürfnisse entgegen zu kommen, hat fich ein Beamter der hiefigeu GenoffenschaftSmolkerei mit einer norddeutschen Käserei in Verbindung gesetzt und den Vertrieb von Käse in die Hand genommen. DaS Ergebniß ist geradezu überraschend, denn die gelieferte Waare ist vortrefflich bei äußerst billigem Preise, woran» fich ergibt, daß die Sen- V' “ lUtA * Bie S ob bi” 3 22 tzchlachu «ti IO”“1 Aachbaiu t Italienern \ rathen und aut nuivte Un * Tressen M woantki. J * Sf* 141 rt* n& lion ve ffreflnit und Oesterreich » bentn Oester In d in den übel ergangi drochrue W°! in einem Fr! reich »nr m' tat violkoa uab 45 (uni Sidzenossevs' Vir Tunt» (1840), stell earf Oester e» von Oesti Und br beengt, M tntscheibenbe wieber die s Serndt zählt et| und Roß der Stärkere, dach ergriffen 22000 Preu Napoleon mit obwohl ihm 2< dagegen dezlvi Oesterreichern bei Santa Li der zweiten Q 89000 und Novara enan um 20 000 I ti ber östem Tranteoau, mi qemhr btöaffi WvMlch (Non) im A ■tt 45000 Ma Herstege der Ni t*, ist eine ®ti Trafalgar siegten die Ei Schiffe, bei Liss italienische Rrt Berndt bi flacht im IS ®le absolt Ml Zobter die Völkers ‘uiwnmen ca. 9 llt 88000, bat _ fiam vergl M köaigglztz öflRtn gehalten Die relativ 11 blt höchste ¥ Aspern mb ^«tot.Streh 21 »“ g. . b'°,l,I» “'«»Höht 8,8 ”"’6,n 64km blutt. ®le »i« , 'i-Ä8" '»S ft’,"* Bon der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den außerordentlichen Professor bei der philosophischen Facultät der Lande»- Universität Dr. Lothar Heffter in Gießen auf sein Nachsuchen au» dem Staatsdienste zu entlaffen. °* 8ambor9- dessen vorzügliche Leistungen hin- länglich bekannt, hat fich eotschloffen, hier eine humoristische Soiree in Steins Saal zu veranstalten, welche am Donnerstag den 28. October stattfinden wird und auch einige neue Nummern seinem reichhaltigen Programm eiogesügt. ES bedars wohl nur dieses Hinweises, um den Saal wieder ansehnlich zu füllen. Indem wir auf deu Jnserateutheil ver- weisen, empfehlen wir angelegentlichft da« Unternehmen. •• Der Theater-Verein eröffnete gestern Abend die Vorstellungen seine» achten Vereinsjahres. Vor einem so zahlreichen Publikum, wie eS fich sonst zu classischen Vorstellungen wicht einzufindeu pflegt, ging Moliöre» ewig junger „Ein- gebildete Kranke" über die Scene. DaS Stück war »nr Feier der Rückkehr Ludwigs XIV. von seinem ersten Feldzug gegen Holland geschrieben und ist jetzt zwei und ein viertelhundert Jahre alt. Die damaligen medicinischen Moden, die e» verspottet, sind unS fremd geworden, der Kern gilt aber für unfl noch genau so, wie sür jene Zeit. Wo ein Mann fich so an daS Leben klammert, so vor dem Gedanken an den Tod zittert, da wird er auch immer in dem kleinsten i Unbehagen eine schwere Krankheit sehen und ängstlich seine Hände nach dem Beistand der Diafröru» und Purgen auS- strecken, die ihm Schutz gegen seine eingebildeten Krankheiten verheißen. Moliöre lebte zu seinem Glücke in keiner zimper- "cheu Zeit und durfte eS wagen, vor der seinsten Hofgesell- schäft Europa« Dinge zu sagen und darzuftelleu, die wir, wenn auch bei unseren Ausführungen schon Manches gemildert I unb unterdrückt wird, nur MoliöreS Namen zu Liebe auf der Bühne dulden. Der Dichter stand schon mit einem Fuße im Grabe, al» er die Aerzte so verspottete. Am Tage der vierten Vorstellung war sein Husten so schlimm, daß seine Freunde ihm dringend abriethen, am Abend aufzutreten. Er I Hat es dennoch, weil er nicht wollte, daß fünfzig arme Handwerker, die nur ihren Taglohn hatten, durch ihn ihrer I Einnahme verlustig gingen. Nur mit größter Anstrengung führte er seine Rolle zu Ende- bei einem der letzten Worte, die er zu.sprechen hatte, faßte ihn ein Krampf, den einige Zuschauer bemerkten und den er durch ein gezwungene» Lachen zu verbergen suchte. Gleich nach der Vorstellung wurde er nach Hanse getragen- hier trat sein Husten mit solcher Heftigkeit auf, daß eines der Blutgefäße in der Brust brach und da» vorströmende Blut ihn erstickte. Mit welchen Empfindungen mochte der Dichter die Scherze der als Arzt verkleideten Toinette ntedergeschrieben haben, die al» Sitz aller vermeintlichen Krankheiten des Argan „Die Lunge", „Die Lunge", und 21 ™ 2"nge" nennt I Die Jntrigue ist, wie immer bei Moliöre, sehr leicht geschürzt. Sie dient bloß dazu, den Eharacter des Helden und die Wirkung, die dessen Schwäche aus alle LebenSverhältnifse hat, in denen er steht, möglichst stark und deutlich inS Licht zu stellen. Ebenso wird auch ver Knoten sorglos unb wenig wahrscheinlich gelöst. Da» Belauschen al» Mittel, um scheinheilige Heuchler zu entlarven, war vor Frau Böline schon beim Tartüffe angewandt worden. Im Uebrrgen schließt da» Stück im Original nicht mit der ®tf1"una9 H°uptcharacter», der seine Mixturen und ?Urf bie Straße wirft, sondern mit einem durlrSken Nachspiel, wo Argan als Baccelaureu» unter die Mebiciaer ausgenommen wirb. Wenden wir unS der Dar- stellung zu, so dürfen wir bei ihrer Beurtheilung nicht ver- <8 S* »RCfce um den ersten Versuch Han- bett, Gießen als Theaterstadt von auswärt» unabhängig zu machen. Wir stehen nicht an, diesen Versuch al» un«- mein -rmuthigend zu bezeichnen. Neben dem Gaste, Herrn Herrmann von Frankfurt, der uns in seinem Argan eine Meisterleistnng bot, haben unsere einheimischen Schauspieler «tt großer Hingabe gewirkt. Wir bezweifeln auch nicht, daß bei längerem Zusammenspiel unb größerer Routine daS Können der meist jugendlichen und strebsamen Kräfte fich wesentlich steigern wird. ES wird aber dazu vieler und ernster Arbeit bedürfen und wir möchten darum wünschen baß die Direction nicht genöthigt werde, ein zu großes Reper-^ toire zu bewälttgen, da» vielerlei auf Kosten der Güte zu '■nb ^Etrrd. Ä1" •trbtu h ?0Q 20 Die hier angegebenen Procentzahlen find — wie Die weit schon beide pWihet Unfllüd. Smtz Arlgr- gttltth, btn Trktbrinmo, btt • Mit der Mitgift entflohen. Im Bezirke Mariahilf in Wien wird die Flucht eines jungen Mädchens auS dem Elteruhause vielfach besprochen. DaS entwichene Mäd. chen, Frl. Maria G., ist die Tochter eine- reichen und geachteten Bürger« und eine bekannte Schönheit. Die Handlungsweise der jungen Dame ist umsomehr ein Räthsel, als fie demnächst aus Neigung einem Neubauer Fabrikantensohn ihre Hand zur Ehe reichen sollte. Marie G. hat aus ihre heimliche Reise ihre Mitgift im Betrage von 50,000 Mk. mitgenommen. DaS Mädchen verlieh Tonntag Morgen- die elterliche Wohnung, indem rS angab, er wolle die Mefie in der Aegtdiusktrche in Guwpendorf hören und dann eine in bet Marrosengafie wohnende Freundin besuchen. Der Vormittag verstrich, ohne dah die junge Dame heimgekehrt war, und als fie auch nicht zum Esse» erschien, erkundigte man sich bei der Freundin nach dem Verbleib, um zu erfahren, daß die Vermißte gar nicht zum Besuch gekommen sei. Um halb vier Uhr Nachmittag« erschien in der Wohnung der Familie G. ein Dienstmann mit einem Briefe. Darin bat Frl. G. die Eltern, nicht nach ihr forschen zu wollen, da man ihren Aufenthalt ohnehin nicht entdecken würde und eS ihr zu verzeihen, daß sie auf die Flucht, deren Beweggründe fie nicht angeben könne, ihre Mitgift mitgenommen. Herr G. stellte infolge der Angabe seiner Tochter in der That fest, daß sie aus der eisernen Kasie den Betrag von 50,000 Mk. entnommen habe. Das Mädchen wußte natürlich den Aufbewahrungsort der Kaffenschlüssel. Von dem Aufenthaltsort der Entflohenen hat man bisher nicht die geringste Spur. Berndt beantwortet auch die Frage, welches die blutigste Schlacht im 19. Jahrhundert war. Die absolut blutigste Schlacht, d. h. jene, wo die größte Anzahl Todter und Verwundeter auf der Wahlstatt blieben, war die Völkerschlacht bet Leipzig mit einem Verluste von zusammen ca. 90000 Mann. Dieser zunächst steht Aspern mit 66 000, dann folgt Borodino mit 62000 Mann. Zum Vergleich seien die größten Schlachten der neuesten Zett, Köntggrätz mit 32000, Gravelotte mit 27000 Mann dagegen gehalten. Die relativ blutigste große Schlacht, d. h. jene, in welcher eS die höchste Procentzahl an Tobten und Verwundeten gab, war Aspern mit einem Durchschnittsverluste von 38pCt. der Sesammt-Streiterzahl. Dann kommen Vorodiuo wtt25pEt., Sylau und Waterloo mir 24, Leipzig und Inkerman» mit 21 pCt. in den 198 größeren Affairen waren die Oesterreicher llOmal, die Franzosen 88mal Sieger. Sonst hat Oester- reich, wie die Statistik lehrt, sich am schlechtesten mit Italien und den Türken vertragen. Beide haben Oesterreich je 22 Schlachten geliefert und jedem dieser Feinde hat Oesterreich 16mal den Sieg abgewonnen. Mit dem türkischen Nachbarn ist Oesterreich überdies noch 528mal, mit den Italienern sogar 750mal in kleineren Affairen in Kampf ge- rathen und in den meisten gebührte ihm der Lorbeer. Minder gut meinte eS Victoria mit Oesterreich, wenn eS fich preußischen Kriegern gegenübersah. Von den 27 Schlachten und Treffen dieser Art haben österreichische Feldherr» neun gewonnen. In den 647 kleineren Affairen mit dem preußischen Nachbarn vertheilten fich Sieg und Niederlage angenehmer. Daß Oesterreich daS bourbonische Spanien in 141 Kämpfen 97mal besiegt hat, hat die Weltgeschichte beinahe schon vergessen. Dagegen unterlagen die bayerischen Freunde und Nachbarn in den 50 Kämpfen, die fie gegen Oesterreich wagten, 41mal, und auch den Schweden, mit denen Oesterreich heute nur friedliche Berührungspunkte hat, ist es in den 369 Kämpfen gegen Oesterreichs Adler 285mal übel ergangen. Rußland kann auf eine beinahe ununterbrochene Waffenbrüderschaft mit Oesterreich zu'ückblicken, nur ia einem Feldzugsjahre (1812), als der große Korse Oester- reich zur militärischen Gefolgschaft zwang, kreuzte eS mit den Moskowitern die Waffen und blieb in zwei Schlachten und 45 (unter 61) Gefechten siegreich. Mit der Schweizer Eidgenoffenschaft lebt Oesterreich seit 1497 im tiefen Frieden. Mit Tunis hat Oesterreich zweimal, mit Egypten einmal (1840), stets siegreich, zu thun gehabt, dagegen hat Dänemark Oesterreich 41 mal kriegerisch beschäftigt und 29mal ist es von Oesterreich bezwungen worden. Und daß nicht immer der Stärkere den Schwächeren bezwingt, daß die Ueberlegenheit an Zahl nicht immer daentscheidende Moment für den Erfolg ist, da- lehren uns wreder die sprechenden Ziffern der Statistik. Hauptmann Berndt zählt 73 große Schlachten seit den Tagen von Moll- «itz und Roßbach auf. In 40 dieser wichtigen Affairen war der Stärkere, in 33 der Schwächere der Sieger. Bei Roß- ohaa43000 Franzosen und Reichstruppen vor 22000 Preußen das Hasenpanier,- bei Dresden feffelte Napoleon mit 96000 noch einmal den Sieg an seine Fahnen, obwohl ihm 200000 Verbündete gegenüberstanden, bei Aspern dagegen bezwang der schwächere Erzherzog Karl mit 75000 Oesterreichern 90000 Franzosen. Der greise Radetzky warf bei Santa Lucia mit 19000 Mann 41000 Piemontesen, in Der zweiten Custozza-Schlacht war da« Verhältniß 74000 zu 89 000 und dennoch gehörte Oesterreich der Sieg. Bei Novara errang Radetzky seinen höchsten Triumph gegen einen um 20000 Mann stärkeren Feind- aber auch 1866 gelang e« der österreichischen Tapferkeit an dem blutigen Tage von Trautenau, mit 26900 Soldaten 32000 mit dem Zündnadel- gewehr bewaffneten Preußen Trotz zu bieten. DaS größte Mißverhältniß brachte wohl die Schlacht au der Ltsaine (Belfort) im Jahre 1870; dort bezwang General Werder mit 45000 Mann 140000 Franzosen! Daß alle größeren Seestege der Neuzeit von der schwächeren Flotte errungen wurden, ist eine ganz merkwürdige Pikanterie der Geschichte. Bei Trafalgar focht Nelson mit 27 gegen 33, bei Navarin siegten die Engländer mit 26 über 82 türkisch-egyptische Schiffe, bei Lissa schlug Tegetthoff mit 27 Schiffen 34 stärkere italienische Kriegsschiffe in die Flucht! Unsere Lieblinge essen es gern. . , nahrhaftes und liebliches Gericht läßt fich leicht durch einfaches Kochen der Milch mit Mondamin bereiten. Eine solche Nahrung ist leicht verdaulich und reizt durch den eigenen Wobl» geschmack des Mondamin Kinder und Kranke zu öfterem Genuß. Es ist so ergiebig, daß nur wenig Mondamin zu nehmen ist und ÜEllt fich daher nicht theurer als gewöhnliches Mehl. Bei Nahrung für Kinder und Kranke ist dieser Vortheil besonders gut angebracht. Mondamin ist überall zu haben in Packeien ä 60, 30 u. 15 Pf. Engros bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. M. 313« Universität- • Nachrichten. — Stuttgart, 20. October. Wie der „Schwöb. Merkur" meldet, wurde in Tübingen für den verstorbenen Oberbürgermeister Goes Gemeinderath Professor Dr. v. Schönberg, der bekannte Nationalöconom, vom dortigen Gemeinderath zum Verweser deS Stadtschultheißenamts gewählt. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 19. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Schnellpostdampfer Kaiser Wilhelm bcr Große, Kapitän H. Engelbart, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 10 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Hingegen betrug der durchschnittliche blutige Verlust bei Köntggrätz 7V,pEt., Wörth 13V,pCt., MarS la Tour 16pCt., Gravelotte 8pEt., Sedan 12pCt., Plewna (III) 14pTt. großen Schlachten der letzten Kriege waren demnach weniger blutig als jene. mehrfach betont — Durchschnittszahlen und zwar für Gegner zusammen. Nur in äußerst seltenen Fällen find aber bte procentuellen Verluste auf beiden Seiten die gleichen, sondern in der Regel verliert der Eine mehr, der Andere ventger. ES ist nun von Interesse, zu wissen, daß die hSchst.n Verluste einer Armee in den großen Schlachten der jüngeren Zett ein Viertel ihrer Stärke nirgends überschritten haben. (Deutsche bei MarS la Tour 22pCt., Franzosen bei Wörth 16pCt., bei Sedan 19pCt., Oesterreicher bei König- zrätz UpEt., Russen bei Plewna (III) 17pCt.). fabrtk gegründet. Herr Land fried au« Dillenburg hat ein Anwesen hier gekauft, welches für diesen Betrieb her- gerichtet werden wird. Dadurch wird einem längst bestehenden Bedürfuiß abgeholfen, denn Kinzenbach hat bisher eine Cigarrenfabrik nicht besessen, obgleich zur Zeit circa 45 Cigarrenarbeiter von hier die Fabriken zu Gießen, Heuchelheim und Atzbach besuchen. * Wetzlar, 20. October. Die Leichenfeier für den in Darmstadt verunglückten Dragoner Anton Woldschmidt ist heute Nachmittag auf dem hiesigen Friedhöfe abgehalten worden. An der Feier betheiligten fich außer den Ange- hörigen, sowie den Freunden und Bekannten de- Heimgegangenen und seiner Familie eine Abordnung deS hiesigen BeztrkScommandoS mit dem Herrn Adjutanten an ihrer Spitze, sowie der hiesige Krieger- und Turnverein mit ihren Fahnen. Die Bestattung der Leiche, welche der Todtenfeier folgen sollte, wurde noch im letzten Augenblick durch eine gerichtSseitig behändigte Anordnung deS CommandoS der 25.Divtsion verschoben, indem vorerst noch eine Seciruug der Leiche vorgenommen werden soll. Der Sarg mußte deS- halb auS dem Grabe wieder herauSgehoben werden. * Frankfurt a. M., 19. October. Man schreibt den „Franks. Nachr.": Der dem Trompetercorps deS Husaren- RegimentS „König Humbert von Italien" (1. Hess. Nr. 13) angehörige Urheber der über den Köntgl. Muflkdirtgenten Herrn StabStrompeter Hecht umherschwirrenden, von einigen Tagesblättern bedauerlicher Weise verbreiteten Gerüchte wurde gestern zu fiebenmonatlicher Festungsstrafe und Degradation verurtheilt. StabStrompeter Hecht ist allerdings wegen eines geringfügigen Verstoßes mit einer gelinden DiSciplinarstrafe belegt worden. Irgend welcher Makel klebt dem gewissenhaften Soldaten und in den meisten Kreisen beliebten und geachteten Herrn aber nicht au. * Elberfeld, 20. October. Im Vorort Hül« erstickte» Frau und Kind eines MufikerS durch de» Qualm einer Petroleumlampe. Zwei andere Kinder hofft man zu I retten. * 3fl Fürst BiSmarck musikalisch f Diese Frage wurde kürzlich in einem Salon der Berliner Aristokratie erörtert und ein alter Parlamentarier konnte genügende Auskunft geben. Danach hat Fürst Bismarck selbst erzählt, daß er vollkommen unmusikalisch sei. „Ich habe niemals Clavier- spielen gelernt", so meinte der Fürst einst bei einer Abendtafel. „Wohl hatte ich in meiner Jugend einen Unterricht I im Clavierspiel gehabt, da ich aber kein Interesse dafür zeigte, I hatte ich keinen Vortheil davon. Beim Lese» der Noten find I mir stets die Thränen in die Auge» getreten. Während ich I al« neugebackener Quartaner in einer knappen halben Stunde I das griechische Alphabet erlernte, wurde es mir stets sehr I schwer, die schwarzen Köpfe mit den Strichen und Vorzeichen I von einander zu unterscheiden, und ich legte daher die Noten- I blätter bald in die Ecke. Ich habe eben kein mufikalisches I Gehör und auch keine» Sinn dafür. Sehr gern höre ich I eine gute italienische Drehorgel spielen, und auch ein gute« I Handharmonikaspiel sagt mir zu. Im Opernhause und in der I Singakademie bin ich sehr selten gewesen. Kam e« doch ein- I mal vor, so geschah es nicht aus freiem Antriebe. Einmal I habe ich die Oper „Troubadour" gehört- e« war mir räthsel- I baft, daß ein so junger Mann wie der Manrico ein Don I Juan sei» kann. Ueberhaupt höre ich keine Tenoristen gern, I wohl aber eine gute Posse und einen gesunden, kräftigen, I derbe» Kalauer." Der Genannte garantirte, daß er diese Worte au« deS Fürsten eigenem Munde gehört habe. — Bei I einer anderen Gelegenheit erzählte der Fürst, daß er am 31. März 1830 durch den berühmten Professor Prediger Schleiermacher in der Berliner DreifaltigkeitSkirche eingesegnet worden sei. „Das Plätzchen in der Kirche, auf dem ich als Confirmande gesessen habe, kenne ich noch ganz genau. Auch denke ich oft an das Herzpochen, dar ich empfand, al« ich aufgerufen wurde, um vor den Altar za treten und den Segen zu empfangen. Der Religionsunterricht hat mich stet« tief I ergriffen und ganz eigentümlich gestimmt." — Welche Bedeutung hat der Eacao i« volkSwirth« schaftlicher Beziehung? Die überaus wertvollen Eigenschaften welke der Eacao für bte Ernährung ber Menschen hat, Haden ibn ru einem bet wichtigsten Consumartikel ber Culturwelt gemacht. Er verbient diese seine Bebeutung aber auch vollkommen, denn er oer- dinbet einen höheren NSHrwerih (Eiweißgehalt) mit einer Schmackhaftigkeit, wie sie kaum ein anberefl Naturprobuct besitzt. Die feine aromatrsche Substanz ber Cacaodohne schätzte ber Botaniker Linns fo doch, baß er sie „Theobroma", b. h. Götterspeise benannte; ber große Gelehr e erkannte wohl, welche Bedeutung dem Eacao zu allen müsse. Infolge ber verbesserten Vetkehrsverhältnisse unb ber bis Zu ^nem hohen Grab vervollkommneten Hilfsmittel, besonders in ber deutschen Industrie, ist es heute gelungen, d-n Eacao in solcher Menge und so billig und gut auf den Markt zu brinaen daß er wenigstens ^r die Herstellung des Frühstücksgetränks, in absehbar^ Zft Kast-e und Thee au8 dem Felde schlagen dürfte, die bekanntlich keinerlei Nährstoffe enthalten und nicht, wie ber Eacao, anregend, onbern «ufregenb wirken. Die Proben für ben bebeutenben Unter' f$ieb kann Jeber selbst machen. Der Eacao Moser-Roth (Stuit- ??rchabsolute Reinheit, leichte Verbaulichkelt und Schmackhaftigkeit, kostet pro Pfunb Mk. 1.40 bis Mk. 2 70; ba nun von 1 Pfunb, 100 Tasten hergestellt werben können,' so kommt eine Taffe vorzüglichen Moser Roth-Cacao« auf 1-/, bis 2 t ii^ben.. Damit ist ein überaus billiges, gesunbes und nah,Heftes, man mochte sagen ibeales Dolksnähr- und Genußmittel gewonnen. r«. Itt, aber btt btttbch mögende Spracht dir ch der Philosoph ebt° mosch oder der optt' nsatmeltstürzen, W arsteigi. Und doch ist echeode Selebrsa«kett, nun Wendungen, ihre bti btt LecMi, i(| to taenMItt” Bullt" jrtwD« Dtt Zahl in> ww«*;:“. -l!-- 1 "ti*1' rfi-s i'scht° E ° Otst"' rrrlichfi* 8 ? AitgS' 3“S‘“ ut«ä“6' .% in“ * A Kiuzeobach, 20. October. Der hiefige Krieger- und Mrlttä rverein hielt am verfloffenen Sonntag seine Vierteljahrsversammlung ab. Als Vortrag stand auf der lageSordnung: „Ei» Lebensbild von Kaiser Friedrich." — Mchsten Donnerstag findet hierselbft Fortsetzung einer KSterversteigerung statt. Auch diesmal wurden, wie bei früheren Versteigerungen, recht hohe Preise gezahlt. So fan z. B. ein Acker von 18,13 a 911 Mk., eine andere Ackerfläche von 20,35 a kam sogar 1016 Mk. Desgleichen °"r:den bet Güteiversteigerungen auch für die Wiesen enorme Ptetse erzielt, so kam z. B. eine Wiese von 7,48 a 740 Mk. - Mit dem 1. November wird hierselbft eine Cigarren- folb, Cu, itN!6l6l'r W fii Kx b i fl.': ,a g billig« °°bi-(,Mch fo Wft, « WtL* ^"dtupracht in il eDi ■Äi? ‘Ä‘Ä * »»be boi ntu ™ .^etlicher tob die dietjährige Ne öcrbunben. wtttageffen der Theil- , Der Neubau bild» aserer Stadt. Zz m sich die Wohnung der mr, welche sehr prac- ''gerichtet sind. Die ich Grlaudekofteu, be- orßchtig man auch i- russischeu Kaiser, erseheu, daß zwei Tage dn Hoszug eine Probe- »acheu wußte, um in eu, daß auch nicht bol lsteru Abeud zwischen et nach Laudeubach Jrreuaustalt entfernt, über den Weg geroQt egen anfahren mußte, kelheit daherkonüveude toi, glücklicher Weise r aber die Steine nicht lanM-wen gewesen, Iemaoi oaunglüdt der vier iie rohen tg geworfen haben, bitnltu Tstasr uW Citeratur nnd Xunft. I — Jlluvrirte Litteratnrgeschichte. AuS dem Jahre 1896 I sei auch heute wieder — zum Weihnachtsfest — an ben auS- I gezeichneten BilderatlaS zur Litteraturgeschichte von Archiodirector | Könnecke in Marburg (ebenda bei Elwert-Bauer) erinnert, an I dem jeder Freund der deutschen Litteratur feine Helle Freude I baden muß. Portrait, Facsimile, genaue Wiedergabe der Titel- I blätter, alter Holzschnitte u. s w. stehen im Vordergründe, und I nebenher geht in kurzen, gedrungenen Worten der verbindende I und erläuternde Text. Zum eleganten Geschenk in stilvollem | Einband eignet sich in erster Linie das Könnecke'sche Werk, ein I Zeugniß staunenswerthen Fleißes, eine Musterleistung von Druck und Verlag.. Der Preis (28 Mk. geb.) muß im Blick auf das I Gebotene billig genannt werben I — In diesem Herbste legte baS bibliographische Institut I (Leipzig und Wien) eine neue illustrirte Geschichte der deutschen Litteratur vor von Friedrich Vogt und Max Koch. 126 Ab- I biloungen im Text, 25 Tafeln in Farbendruck, Kupferstiche rc und 32 Facsimile-Beilagen Groß 8°. 760 Seiten (14 Mk). Die I neuere Zeit vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart (S. 323—760) I ^och bearbeitet, jetzt Professor in BreSlau, früher in I Marburg. Wer Professor Kochs Vorlesungen in Marburg gehört I und Kenntniß genommen hat von seinen liiteraturgeschichtlichen I Arbeiten, der weiß zur Genüge, mit welcher umfassenden Fach» I kenntniß er gerade diesen Zeitraum beherrscht, welchen er in dem I eben erschienenen Buche zur Darstellung gebracht bat. Man darf I SS getrost seiner Führung überlassen; er hatte die Ehre, im vorigen I rou r Erbprinzefstn von Meiningen (Schwester deS Kaisers I Wilhelm) und deren Tochter Feodora orientirenbe Vorlesungen aus I dem Gebiete der deutschen Litteratur zu halten. Mit Sorgfalt und I iS0“* ?si auch Fr. Vogt seiner Aufgabe gerecht geworden. I i« ^uch darf um seiner zuoerläsfigen Führung und Orientirung I willen warm empfohlen werden. -q- n Die Monatsschrift ,9UuUtit' (Verlag Joh. Sassenbach, I Berlin, Jnvalidenstr. 118) eröffnet ihren drillen Band mit einem überaus reichhaltigen Octoberheft. Das JnhallS^Verzeichniß weist ntcht weniger als 14 Autoren auf. — Paola Lombroso, die Tochter des berühmten Gelehrten, bekämpft in ihrem Artikel „Die Bevorzugung des Alters" die unbegründete Hintanhaltung der Jugend der ber Besetzung aller öffentlichen Aemter. „Die Altersstütze ber Monarchie" überschreibt E. B6ha ihren sich an bie Lombrofo'sche Arbeit anschließenben Aussatz. „Zum socialbemokratischen Parteitag" macht Benno Maaß u. A. recht scharfe Bemerkungen gegen bte augenblickliche Redaclion bes „Vorwärts". H. v. Gerlach behanbelt unter bem Titel „Die Nationalsocialen in Erfurt" beren unlängst abgebaltenen Vertretertag — Eden so reichhaltig wie ber politische ift ber literarische Theil bes Hefte«. Unvorsichtige Aphorismen nennt CH. Kalk sein flottes Essay „Nietzsche unb ber SocialismuS". Wilhelm von Scholz bietet uns ein sinnreiches Märchen „Flügel". Richarb Schaukal unb F. Haupt bringen beibe ein Gcbtcht, bas eine „Tob", bas anbere „Leben" überschrieben. „An eine Aus- gefto§ene" hat ber bekannte hollänbische Schriftsteller Multatuli einen tröftenben Brief betitelt. Johannes Schlaf gibt uns in seiner Stubie /Born intimen Drama" äußerst feine Beobachtungen über ben Dialog; ber Aufsatz ist zugleich eine Art Selbstanzeige für Schlafs neue§ Drama „Der Gast", mit dessen Veröffentlichung „Neuland" nn November-Heft beginnt. „Aus Wiens Theaterleben" berichtet W. tfreb unb von Berliner Bühnen plaubert Erich Schlaikjer. K. Miltenborg berichtet in seinem Artikel „Rußland unb ber zwölfte internationale mebicinische Congreß" ausführlich über bie Bebeutung unb bie Arbeiten ber Moskauer Tagung unb über ben Eindruck, welchen Lanb unb Leute auf ihn gemacht haben. Der Preis des hübsch ausgestatteten HefteS betrügt 50 Psg. Abonnement, 2.50 Mk. pro Semester, 1.30 Mk. pro Quartal, nehmen bie Post unb alle besseren Buchhandlungen entgegen. rcr*chttche Anzeiger* oes Stad» Mietzen. __uNeSdtkNft m der SyNKcreir;» Samstag ben 23^October 1897.^' | 5 Uhr. Morgens 9 U6t|, R-chmilt-gS 3 U»r EchrifterklLru«g, SabbathauSgang 6 Uhr. Gottesdienst der israelittscheu ReligionsaeseMchatt. ___ Sabbalhfeier am 23 October. Vorabmb 5 Uhr, Samstag Vormittag 8»° Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgong 6°» Uhr. Wochengottesbienst Morgens 7 Uhr, Abends 5 Uhr. Verkehr, Canö. nnd Volk-wrrrhschnft< ^^ober. Fruchtmarkt. Rother Weiren ^16,57, weißer Weizen A 00.00, Korn v* 11.19, Gerste JL 1019 Hafer X 6.66 ' Empfehlungen. emzuführen. & la.-Qualität 9774 Offenbach a. M, 19. October 1897. pro Maller. 9770 Friedr. Cost, Neukadl. K Vortheilhaft, solid und billig bei der 9766 Ein Kausburschk fofort gtf I MivgelhSffer 9794 ««tragens Winterkleider 9789 billig abzugeben. J. Pfeffer Ludwigstr. SS, H. Einr Kaute Dünger ab?llgcbeu 97 RO »evanlage SS. Stellen-Gesuche. Flislh gksltiosskNk Hasen und Rehe im Anscbnitt bet 9787 H«tnri«d «totz, MäuSburg 17. Ein Trauring verloren. 9784 Abzugeben Marktplatz 22, im Laden. 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Zünden und Löschen der Gasflammen durch Druckknopf von der Wand aus. Hades-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerz, liche Nachricht, daß mein lieber Sohn, unser lieber Bruder, 9kne, Schwager und Onkel Ernst Werner nach kurzem, schweren Leiden sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bittet 9781 im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christian Werner. Gießen urb Newyork, den 21. October 1897. Die Beerdigung findet Freitag Vorm. 11 Uhr von d. neuen Kliniken auö statt- „Hassia“-Gasglühlicht-Anstalt Giessen, Bahnhofstraße 59, 1. Etage. ZM. MllWüUS. Freibank. 9705 Heute und morgen: Ochfensieisch nicht ladenrein, per Pfd. SOPfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, per Pfd. 52 Pfg. Donnerstag den 28. October, Abends 8 Uhr, — Steins Saal — Lamborg*-Concert Humoristischer musikalischer Abend. Billets im Vorverkauf bei Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) Familienkarten (4 Personen) Mk. 3.—, Einzelkarte a Mk. 1.—, Studentenkarte ä Mk. 0,75. 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Den Mitgliedern steht das Recht zu, Freunde und Bekannte frei Z Z Z »5 Q bc H Die glückliche Grburt eines gefundea Knaben zeigen hoch- K e,freut an 9791 K Ludwig Heuser und Frau, K geb. Lyncker. K Sonntag den 24 Cctober, Abends 8 Uhr: Vortragsabend. „Unter den Indianern des nördlichen Südamerika" von Herrn Professor Dr. Tievers. Auch die weiblichen Angehörigen unserer Mtglieder sind willkommen. 9786___Der Vorstand. Wirthschafts-Uebernahme und Empfehlung. Einem geehrten Publikum Gießens und Umgegend, sowie meinet werthen Nachbarschaft zur gefälligen Nachricht, daß ich mit dem Heutigen die von Frau Wittwe Harms seither betriebene Wirthschaft zum Lahnthal — Neustadt 48 — übernommen habe. Es wird mein Bestreben sein, durch gute Tpeiseu und Getränke mir da» Vertrauen der mich beehrenden Gäste zu erwerben und sehe ich einem zahlreichen Besuche gerne entgegen. Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, daß ich, da ich neben meiner Wirthschaft auch Metzgerei betreibe, in der Lage bin, ein vorzügliches und billiges Frühstück sowie Mittagstisch zu liefern. 9795 Achtungsvoll Friedrich Wenzel. Man ahnt es nicht! Wirthe, Geschäfts« und Privatleute kaufen sämwtliche Artikel zur Gasglühlicht-Beleuchtung 9783] Unterzeichnete empfehle sich den geehrten Herrschaften bei festlichen Gelegenheiten im Kochen und Servilen. MnnaZeth, Minna Weber, Bahnhosstr. 26, II. SÄß* Remgehallene Ercmptare der Nummer 215 des ^Gießener Anzeiger" werden in der Expedition daselbst zurückgekauft. J^ennjethüngenTJ 7759] «ahnhofstr. 51 II 2 Zimmer eventl. 1 Zimmer mb Küche zu verm. Sozis ?u vermirthen. 9798 e. «Isoster, Markistr. 27. 9796] Ein unverheiratheter, zuverlässiger Mann, 35 Jahre alt, cautionsfähig, sucht Beschäftigung. Näheres bei Bäcker Lein, Wallthorstraße.______________________ 9799] Sin anst. Mädchen s. Stelle in ein- feineren Hause. Näh. Wolkengasse 17. 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