Donnerstag den 22. Juü A!r. 169 Erstes Blatt is.* Berlin, 20. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht daö Ergebuitz der vom Herzog Karl Theodor in Bayern heute früh au Bord der „Hohenzollern" vorgenommenen Untersuchung deS verletzten Auges des Kaisers. Danach ist der Zustand ein durchaus befriedigender. DaS Sehvermögen ist in keiner Weise gestört- nur bestehen noch leichte Retzerscheinungen, infolge derer der Kaiser sich noch einige Zeit Schonung auferlegen muß. Der Kaiser wird «eine norwegische Reise fortsetzrn, während der Herzog demnächst von Gothenburg aus die Heimreise antrttt. — Wie der „Post" mitgetheilt wird, schützt der Kaiser sein erkranktes Auge nur noch durch eine blaue Brille. Berlin, 20. Juli. Wie dem „Local-Anzeiger" auS Spitzbergen gemeldet wird, macht der Capitän Sverdrup, welcher an der Nordpol-Expedition unter Nansen als Führer des „Fcam" theiluahm, im nächsten Jahre mit demselben Schiff eine Polarfahrt. Derselbe wird diesmal das Unternehmen persönlich leiten. Er hat für die Lösung seiner Aufgabe die Dauer von zwei Jahren in Aussicht genommen. Berlin, 20. Juli. Wie der „Localanz." aus Cassel meldet, wird außer der Kaiserin, den jüngeren Prinzen und der Prinzessin auch der Kaiser für Mitte August in MlhelmShöhe erwartet. Von dort wird fich der Kaiser zum Kaisermanöver nach Homburg begeben. Berlin, 20. Juli. Die „Militärisch-Politische Corresp." schreibt: ES dürfte jetzt als feststehend betrachtet werden kennen, daß an den Reichstag bet der nächsten Session die Marineforderungen in nicht ganz unbeträchtlicher Höhe gelangen werden. — Demselben Blatt zufolge wird in gut- unterrichteten Kreisen die Nachricht, der bisherige Unter- fiaatSsecretär im Reichspostamt Dr. Fischer werde an Stelle des in Privatdienste übergetretcnen Dr. Bödiker zum Präsidenten deS ReichSverficherungSamts ernannt werden, für unglaubwürdig gehalten. Berlin, 23. Juli. Die „Kreuzztg." bespricht in ihrer Dbendnummer die Eingabe deS Bundes der Laud- w i rth e und hält dieselbe für ein Zeichen der hochgestiegenen Landwirthschaftlichen Roth. Trotzdem kann sie sich mit der ,pielplät«n' f mit vertretenen «Hatter» Korsetts' Bekanntmachung. Die KreiSftratzerrortsdurchfahrt in Alteu- Buseck kann von Donnerstag den 22 Juli L Js. au bis auf Weiteres wegen Vornahme von WafferleitnvgS- arbeiten nicht mehr befahren werden und treten an deren Stelle die Ortsstraßen: Grüner-Rasen, Neuebäue, Stein- gaffe und Flußgaffe, welche von Fuhrwerken jederzeit benutzt werden können. Gießen, ben 21. Juli 1897. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen. v. Gageru. issen, 0 Liter Inhalt, und r aufmech'am. CocaUs unfc j-rovirrzrelle». Gießen, den 21. Juli 1897. ** Bon der Univerfilät. Seine Königliche Hoheit der GroßHerzog haben mvtelft Allerhöchster Entschließung vom 17. dsS. MtS. den ordentlichen Profeffor der Zoologie Dr. Spengel zum Rector der LaudeS-Univerfität für die Zett vom 1. October 1897 bis dahin 1898 zu ernennet- geruht. *♦ Ferieucurfe für Medieiner. Au unserer LaudeS-Uni- versirät werden von Ende September bis 16. October d. I. Feriencurse für Aerzte und Studirende abgehaltrn. ES find dabei die Mehrzahl der Professoren, sowie eine Anzahl von Privatdocenten und die längere Zeit thätigen Asfistemen betheiligt. Die reichlich vorhandenen Unterrichts- etnrtchtungen der medicintschen Institute werden dabet nach Möglichkeit Verwendung finden. •• SteiuS Garten. Auf das heute Mittwoch Abend stattfindende C v n c e r t der Capelle deS Kgl. Sächs. 6. Jnf.-RegtS. Nr. 105 „König Wilhelm II. von Württemberg", sei nochmals hierdurch aufmerksam gemacht. *♦ Blutvergiftung. Ein gestern Mittag die Tour von Alsfeld nach Gießen unternehmender Radfahrer war unterwegs von einer Mücke gest o ch en worden. Derselbe achtete, da er keine sonderlichen Schmerzen verspürte, zuerst wenig darauf, doch als nach einigen Stunden Hand und Arm anfing anzuschwellen, wurde ein Arzt zu Rathe gezogen, der Blutvergiftung constatirte. Zur Erleichterung der Infanterie Ausrüstung kommt bei der Infanterie und den Jägern die Hintere große Patronentasche in Wegfall- dagegen werden in den beiden unteren Ecken deS Tornisters auf jeder Seite 30 Patronen nnter- gebracht, die leicht und schnell herauszunehmen find- in jeder der beiden vorderen Patronentaschen befinden fich 40 Patronen, so daß der Mann 140 Patronen mit fich führt- der Tor- nisterbentel hängt nicht mehr lose im Tornister, sondern ist dort festgemacht. Infolge deS Fortfalles der Hinteren Patronentasche ist der Mann weniger am Feuern im Liegen gehindert. ** Wetterbericht. Bei allenthalben niedrigem Barometer- stand ist die Lufrdruckvertheilung sehr unregelmäßig. Die Witterung ist demnach bei wechselnder Bewölkung fortgesetzt zu Gewittern geneigt. Die Temperaturen find in Deutschland gestiegen. — Voraussichtliche Witterung: Bei wechselnder Bewölkung herrscht dauernd Gewitterdrohung. AuS Oberheffeu, 19. Juli. In dem Dorfe S. bei A. wurde über einen abgeschlossenen Vtehhandel folgende Bescheinigung ausgestellt: „Daß Herr N. an Herrn N. eine Kuh weiblichen Geschlechts und einen Stier männlichen Geschlechts verkauft hat, wird hiermit bürgermeisteramtlich bescheinigt." Das ist doch gewiß recht klar und deutlich. EttiugShaufeu, 19. Juli. „Wenn der Wurf auS der Hand ist, ist er dem Teufel." Die Wahrheit dieses Wortes bewährte fich hier in letzter Woche. Der Steinwurf des hiesigen Bewohners KnöS, der dem Sohne gegolten haben soll, traf einen neunjährigen Knaben aus der Nachbarschaft. Infolge einer Verletzung am Unterleib starb der Getroffene nach drei Tagen. K. wurde sofort in Haft genommen uud am Heutigen erfolgte durch den Kreisarzt in Gießen die -n. Friedberg, 20. Juli. Nachdem nun die Rogge«- ernte in unserer Gegend saft ganz beendet ist, läßt fich ein endgtltigeS Urtheil über fie abgeben. Bezüglich der Strohertrages fiel fie vorzüglich auS. Der Köruererrrag wird iudeffen nicht so reich ansfallen, als man anfänglich undurchführbar hält. Auch heute hält noch die „Kreuzztg." an der Nothwendtgkeit der Durchführung des Antrages Kanitz fest, um der Landwirthschaft aufzuhelfen- aber gegen das Getreide-Einfuhrverbot bilde namentlich der Handelsvertrag mit Rußland ein Hinderniß, gegen das keine Inter- pretationSkunft etwas auSrichte. Die verbündeten Regierungen müßten cs fich überlegen, ob sie nicht für ein vorübergehendes Einfuhrverbot die Zustimmung Rußlands erhalten können. Da wir unter normalen Verhältniffen in diesem Jahre keiner Zufuhr bedürfen und in Rußland selbst die Ernte nicht so reichlich sei, so wären derartige Verhandlungen vielleicht nicht ganz aussichtslos. Sollten die letzteren kein Ergebniß haben, fo resultire daraus die Nothwendtgkeit, daß Regierung und Reichstag ihre Stellung zum Antrag Kanitz revidiren. Berlin, 20. Juli. Mit Rücksicht darauf, daß die Nachrichten aus Südwestafrika infolge der Ausbreitung der Rinderpest fortwährend schlechter lauten, ist die sofortige Einrichtung eines Wagenbetriebes mit Maulthieren eine un- abweisliche Pflicht für die Regierung geworden. Wie die „Post" hört, ist die Regierung sich der dem Lande drohenden Gefahr vollauf bewußt und es sind daher bereits Vorkehrungen getroffen, die Anlage eines wegen der natürlichen Beschaffenheit des Landes erforderlichen Schienenwege» sofort zu beginnen. Berlin, 20. Juli. Der „Neuen Berl. Corresp." zufolge soll an maßgebender Stelle von Neuem die Erhöhung des Zolles auf amerikanische Fahrräder erwogen werden. Cronberg, 20. Juli. Die Kaiserin Friedrich empfing heute Vormittag drei Mitglieder de» (Somit e5 für das Kaiser-Friedrich-Denkmal in Wiesbaden. Die Herren legten der Kaiserin die Pläne für die Gestaltung der Umgebung des Denkmals, sowie das Programm für die am 18. Ocrober in Wiesbaden stattfindenden Enthüllungöfeier- lichkeiten zur Begutachtung vor. Der Kaiser hat sein Erscheinen zur Enthüllungsfeier bestimmt zugesagt. Köln, 20. Juli. Der „Köln. Ztg." wird aus Baden von geschätzter Seite geschrieben: Ein größerer, im Jntereffe nationaler Entwickelung bedauerlicherer Fehler als das Vorgehen der preußischen Regierung sei lange nicht gemacht worden. Für diese Art Regierung sei im Süden keinerlei Verständniß. Heute mache fich wieder der alte Gegensatz zwischen Nord und Süd geltend. In Preußen sei der Adel in der Verwaltung überwiegend, im Süden ein aus Bauern und dem Bürgerftand hervorgegangenes Beamtenthum. Preußen müffe in seinen inneren großen Fragen deutsche Politik treiben und Rechnung tragen dem ausgepflegten Un- abhängigkeits- und Freiheitsfinn deS Südens. Brüffel, 20. Juli. Entgegen anderweitigen Nachrichten wird mitgetheilt, daß die Regierung das GesetzeSproject betreffend Reorganisation der Bürgerwehr trotz der heftigen Opposition, welcher derselben sowohl rechts wie links in der Kammer begegnet, nicht zurückzieheu wird. Der Finanzminister und der Kammerchef DeSmet werden die Vertrauensfrage stellen und auf diese Weise die Katholiken zur Annahme des Gesetzes zwingen. Paris, 20. Juli. AuS To ul wird die Verhaftung eines jungen Mannes, Sohn eines dortigen Weinhändlers, gemeldet, welcher der Spionage für eine auswärtige Regierung ver- dächtig ist. Bei einer Haussuchung wurden compromittirende Schriften bei ihm gefunden. Die Polizei sucht noch Mitschuldige. Brest, 20. Juli. Der Dampfer „Golindo" ist in der Nähe von Dünkirchen auf einen Felsen gerathen und untergegangen. Die Mannschaft konnte mit größter Mühe gerettet werden. Barcelona, 20. Juli. Die Arbeiterunruhen dauern fort. Zwei Höllenmaschinen wurden in der Nähe der Gendarmiekaserne entdeckt. Elf Personen wurden verhaftet. Loudon, 20. Juli. „Standard" meldet: Die Pforte habe auf die Vorschläge Griechenlands, die Gefangenen auszutauschen, nicht geantwortet. Athen, 20. Juli. Ein dreistündiger Minifterrath war der Frage der Arrangements gewidmet für die Beurlaubung des stehenden Heeres. Die Jahrgänge 1895/96 der Ersatzreserve werden einberufen. Die Räumung TheffalienS erfolgt nach dieser Meldung nach Zahlung der ersten Rate der Kriegskosten. Der hier durchreisende französische Botschafter auS Konstantinopel, Cambon, äußerte, der Friedensschluß sei nur noch eine Frage von einigen Wochen. Konstantinopel, 20. Juli. Heute soll die letzte Con° ferenz der Botschafter mit den türkischen Delegtrten stattfinden. Allseitig wird heute der definitive FrtedenSschluß erwartet. vierteljährig«: Avonnementsprei»: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezozav 2 Mark 50 Pfg. Rttiactton, Expebitioa und Druckerei: Schutftraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Steinhaus, LaldVrHenEät. lumenthalstraße. Konstantinopel, 20. Juli. Ehdem Pascha erhiett au» Salontckt eine Postschachtel nach DomokoS zugesandt, welche eine Höllenmaschine enthielt. Dem die Schachtel öffnenden Adjutanten wurde ein Arm weggeriffen. Homburg v. d. H., 21. Juli. Der König von Italien nimmt vorauSfichtlich an den Hauptmanövern Theil und wird hier Wohnung nehmen. Weiter werden die Könige von Sachsen und Württemberg, der Großherzog von Baden, der Prinzregent von Bayern und Prinz Heinrich von Preußen zu den Manövern hier erwartet. Wilhelmshaven, 21. Juli. DaS erste Geschwader mit 25 Schiffen und 5000 Mann Besatzung kommt Vormittag» hier an. Loudon, 21. Juli. Die Telegraphisten weigerten fich über die Dienftstunden hinan» Exlraarbeiten unentgeltlich zu thun, während die Behörde sie hierzu für verpflichtet hält. Wird eine Einigung nicht erzielt, so bricht morgen in ganz England ein Strike aus. !«Nt, Milon), ondm billig. unb unirm eintaui titel W prrirwerth. 1 VusftattMge». ■issclrä11“' -."'K 5520 | mg. Md WvbW- anuahm, denn stellenweise hört man Klage führen über mangelhafte Ausbildung der Körner. Es mag dies zum Theile auf den dichten Halmeustaod, zum Thetl auch auf die Witterung zurückzuführen sein. + Rtdda, IS. Juli. Fußgendarm Reitz dahier wurde mit Wirkung vom 1. k. MtS. in gleicher Eigenschaft nach BenSheim versetzt. Als Nachfolger des Scheidenden ist Gendarm Sachs von BenSheim bestimmt. — Bet herrlichem Wetter fand gestern Nachmittag in dem Garten de-Brauerei- befitzerS Kraft dahier ein interessante- Schauturnen des Niddaer Turnverein- statt, wozu eine von K. Kölsch geleitete Mufikcapelle concertirte. Am Abend fand eine schöne bengalische Beleuchtung statt. §§ Radmühl (Kreis Lauterbach), 18. Juli. Der Reisende eine- Branntweingeschäft« auS Lauterbach war gestern hier auf seiner GeschästStour. Bet solcher Gelegenheit werden gewöhnlich von den Reisenden Frei-Schnäpse, Bier u. s. w. an die gerade anwesenden Gäste verabreicht. Auch hier wurde ein guter Branntwein nach dem andern getrunken. Etrr hier beschäftigter Taglöhuer auS Salzschlirf hatte dem SchnapS etwa- scharf zugesprochen, sodaß er in den Stall de« WirtheS verbracht uod dort auf Streu gelegt wurde. Am andern Morgen fand mau den Taglöhner tobt vor. Main,. 20. Juli. Im Eisenbahndirectiou-bezirk Mainz erhält demnächst das System der Sonn- und Feiertags- Rückfahrkarten eine größere Ausdehnung. ES werden SonntagS-Rückfahrkarten ausgegebcn von Darmstadt nach den Stationen der Odeuwaldbahn, Nieder-Ramstadt, Ober-Ram- stadt, Lengfeld, Kailbach, Gaimühle und Messel, ferner von Mainz nach Münster a. St., Kreuznach, Bingerbrück, Trecht- lingshausen, Bacharach, Oberwesel, St. Goar und Boppard, desgleichen von Bingen und Bingerbrück nach Münster a. St., Kreuznach, TrechtlingShausen, Bacharach, Oberwesel, St. Goar und Boppard und von Kreuznach Bad und Stadt, Münster a. St. und Staudernheim nach Bingen- ferner von Kirn nach Münster a. St., Kreuznach und Bingen. Damit werden die Befürchtungen, daß die von der Hessischen Ludwigsbahn s. Zt. eiugeführten SonntagS-Rückfahrkarten nach Verstaatlichung dieser Bahn in Wegfall kommen könnten, hinfällig. * Krofdorf, 19. Juli. Herr Lehrer Hofmann I. feierte gestern in seiner Eigenschaft als Dirigent des Gesangvereins „Germania" sein 25jährigeS Jubiläum, auS welchem Anlaß der betr. Verein eine Feier veranstaltete, an welcher sich sämmtliche hiesige Vereine betheiligten. Der festgebende Verein brachte am Nachmittag seinem strebsamen und tüchtigen Leiter ein Ständchen. Demnächst verfügte man sich in den alS Festplatz gewählten Garten der Brauerei Abel, woselbst der Vorsitzende, Herr PH. Amend, welcher dem Verein 25 Jahre als Mitglied angehört und sein Ehrenamt schon 12 Jahre bekleidet, eine markige Ansprache hielt, in welcher er die Verdienste deS Jubilars gebührend würdigte, worauf Herr Lehrer H ofmann erwiderte. Als Zeichen seiner Verehrung spendete der festgebende Verein seinem Dirigentenjubilar einen prachtvollen Sessel, sowie ein schönes BierglaS. Auf dem Festplatze gab man sich alsdann ungestört der Gemüthlichkeit hin und hatte auch Gelegenheit, der Muse der Tanzkunst zu huldigen. Erst um 3 Uhr früh trennten sich die Festthetlnehmer, hieß es doch nach kurzer Ruhe ober vielleicht auch ohne berselben zu pflegen, sich zum Tagewerk anzuschicken. W. A. • Kassel, 19. Juli. Dem Musketier Schlvtterhvse von bet 5. Compagnie beß Jnfanterie-RegtS. Nr. 63, der bei dem Eisenbahnunglück bei WilhelmShöhe am 11. d. MtS. einen complicirten Bruch beider Unterschenkel erlitt, hat nun doch heute Vormittag im hiesigen GarnisonSlazareth das linke Bein unterhalb des Knies amputirt werden müssen. Die Amputation führte Herr Stabsarzt Dr. Reinbrecht auS. Außerdem wurde bereit« vorige Woche dem Gefreiten Blackert vom Hess. Felb-Art.-Regt. Nr. 11 in Fritzlar das Bein ab- genommen. Die anderen Verwundeten, Sergeant Gerhardt, Unteroffizier Schönwaldt, Kanonier Heuer und Hoher, sowie Grenadier Lau, befinden sich anscheinend außer Gefahr und ihr Befinden ist unter den obwaltenden Umständen günstig zu nennen. Ferner sind Oberjäger Schröder und Kanonier Kiftenbrück bereits soweit wieder hergestellt, weil sie Beinbrüche nicht erlitten, daß sie gestern bereits aufstehen und sich im Freien bewegen konnten. Daß die sämmtlichen Verwundeten sich einer äußerst sorgfältigen ärztlichen Behandlung und vorzüglichen Verpflegung erfreuen, bedarf kaum bet Erwähnung. Darmst. Ztg. * Berlin, 20. Juli. In ber vergangenen Nacht hat im Hause Schwerinstraße Nr. 6 bei 30 Jahre alte Barbier Richard Fischer in der Wuth sein jüngstes Kind aus seiner im dritten Stock gelegenen Wohnung auf den gepflasterten Hof herabgeworsen und getödtet. Er wurde verhaftet und wird der Staatsanwaltschaft wegen Todtschlags zugeführt werden. * Erschreckende Zunahme der Verbrecher im Aller von 12 bi- 18 Jahren. Aus den Mittheilungen des Berliner Thierschutz-Dereins (zur Bekämpfung der Thierquälereien im Deutschen Reich) entnehmen wir: Schon oft haben wir darauf hingewiesen, daß die GemüthSverrohung in Bezug auf daS Zusammenleben der Menschen in einem gewissen Zusammenhang steht mit der GemüthSverrohung, welche in unbarmherziger und grausamer Behandlung der Thiere ihren Grund hat. Wir wissen sehr gut, daß auch andere Gründe noch Mitwirken, aber eine Hauptursache für die Zunahme unserer jugendlichen Verbrecher ist denn doch die Gewöhnung an Thierquälerei in der ersten Jugend und die dadurch geweckte und gepflegte Rohheit und GemüthSverwilderung. Wir finden, daß genau in den Ländern, wo die Kinder in Schule, in Vereinen und im HauS zu barmherziger Behandlung der Thiere angehalten werden, wie in der Schweiz und in England, die Zahl der jugendlichen Verbrecher in den letzten Jahren stetig abnahm, während sie in Deutschland in der gleichen Zeit auf da« Doppelte gestiegen ist. Vor un« liegt die amt- liche Criminalftatiftik des Deutschen Reiches pro 1895, und diese zeigt geradezu entsetzliche Ziffern, besonder« in Bezug auf diejenigen Verbrechen, welche eine schreckenerregende Verrohung deS GewüthS und Freude am Blutvergießen erkennen lassen. Bon 80657 gefährlichen Körperverletzungen (Reichsstrafgesetzbuch Art. 223 a) und schweren Körperverletzungen (Art. 224 bis 226) kommen auf jugendliche Verbrecher 6264 Berurtheilungen. Von 113 Mordthaten (Art. 211) treffen auf jugendliche Verbrecher 10; von 16256 Sachbeschädigungen (Art. 303—305) 2597; von 485 Brandstiftungen (Art. 306—308, resp. 311) 140; von 24 vor- sätzlichen Gefährdungen von Eilenbahnzügen (Art. 315) treffen auf jugendliche Verbrecher 16! Von sämmtlichen im Jahre 1895 verurteilten 433 673 Verbrechen und Vergehen gegen daS Strafgesetzbuch treffen 44018 (also über 10 Procent) auf Verbrecher im Alter von 12—18 Jahren. Diese Ziffern und besonder« die beständige Zunahme der jugendlichen Verbrecher find eine furchtbare Erscheinung. Die Criminalität der Jugendlichen ist viel stärker gestiegen als die der Erwachsenen. Während im Durchschnitt ber fünf Jahre 1883—1887 auf je 100 000 Erwachsene 1160, im Durchschnitt der Jahre 1888—1892 1204 Verurteilte kamen, die CriminalitätSziffer also um 3,8 pCt. gestiegen ist, sand im gleichen Zeitraum eine Zunahme der jugend- lichen Verbrecher um 12,8 pCt. statt. Würden die Fälle von Thierquälereien im ReichSftrafgesetzbuch nicht bloß al« „Uebertretung" behandelt, so würde die CriminalitätSziffer der jugendlichen Verurteilten eine nach ungeheuerlichere Höhe erreichen, denn die weitaus größte Zahl ber grausamsten Tierquälereien werben von halbwüchsigen Burschen verübt, bk sich baburch gleichsam etnüben auf ihre Berbrecherlaufbahn. Dieser Zustand ist um so bedenklicher, als es sich um Leute handelt, die kaum der Schule entwachsen find und ihren Katechismus noch gut im Gedächwiß haben. DaS müßte doch die obersten Leiter unseres Schulwesen« zu ber Einsicht bringen, daß eß die höchste Zeit ist, einen gründlichen Wandel in den Priucipien vorzunehmen, nach welchen bisher unser Schulwesen geleitet wurde. Ganz abgesehen von den moralischen und socialen Folgen, würde eß sich schon in finanzieller Hinsicht lohnen, wenn der Staat durch seine Schulen nicht bloß der Volkßbildung, sondern auch ber Volkserziehung und Gemüthsbildung Rechnung tragen ließe. Eß würden dadurch wesentliche Ersparniffe in der Criminal- justiz gemacht, Correctiouß- und Zuchthäuser würden bedeutend rebucirt werben können. • Berlin, 16. Juli. Daß Leben gerettet und obendrein die Kosten bezahlt. In dem Locale beß Gastwirths G. in Berlin erschien im Herbst vorigen Jahreß ein junger Mann und ließ sich ein Glaß Bier geben. Unmittelbar nachdem er eß getrunken, fiel er bewußtloß um. Eß stellte sich später herauß, daß er aus LiebeSgram Gift genommen hatte. Der Restaurateur benachrichtigte die Polizei, und diese liefe, wie immer in solchen Fällen, den Armenarzt des Reviers holen. Ehe dieser aber zur Stelle geschafft werden konnte, verschlimmerte sich der Zustand beß jungen Mannes, weshalb ber Restaurateur schleunigst einen anderen benachbarten Arzt zur Hilfe herbeiholte, der mit Erfolg Gegenmittel in Anwendung brachte. Der Lebensmüde, ein Mechaniker, ist dann in ber CharitL toteber genesen unb von seinem Liebeskummer auf immer geheilt worden, denn seine Angebetete ist bereits seine Frau. Der Arzt, der ihm das Leben gerettet, verlangte von ihm ein Honorar von 10 Mk.; dieser Antrag wurde mit der Begründung zurückgewtesen, dafe er, ber Gerettete, den Arzt nicht gerufen habe. Nunmehr verklagte ber Arzt ben Restaurateur wegen beS Honorars, und dieser ist zur Zahlung verurteilt worden. Der Einwand des Beklagten, dafe er bei ber Herbeiholung deS Arztes nur Menschenpflicht g-übt und durch sein schnelles Eingreifen daS Leben des Selbstmörders gerettet habe, tote der klagende Arzt selbst zugab, konnte vom Richter nicht berücksichtigt werden, da eß in dem vorliegenden Falle nur darauf ankam, wer ben Kläger zur Hilfeleistung herbeige- rufen hat. Da dies zugestanbenermafeen ber beklagte Gast- Wirth war, so mufete bessen kostenpflichtige Verurteilung erfolgen. Der Verurtheilte kann sich wohl jetzt an bem damaligen Gaste schadlos halten, er wird dies aber nicht thun, sondern will nach Eingang des UrtheilS dasselbe unter GlaS und Rahmen in seinem Locale aufhängen, damit Jedermann auS diesem Falle Lehre ziehen kann. * Daß die Armee auch einen schwarzen Kapellmeister besitzt, dürste nicht allgemein bekannt sein; es ist dies Herr Sabac el Cher, Caprllmeister deS Grenadier-Regiments Friedrich III., 1. Oftpr. Nr. 1 in Königsberg. Er concertirt gegenwärtig mit seiner Capelle in der Kunstausstellung zu Dresden. ES wird über feinen Lebenslauf mitgetheilt: Sabac el Cher wurde im Jahre 1867 als der Sohn eines gleichnamigen SilberverwalterS, welcher im Dienste des verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen stand, geboren. Bis zum 14. Jahre besuchte der Knabe eine höhere Bürgerschule und fing bereits im achten Jahre an, Violine zu spielen. Für sein treffliches Spiel erntete er stets daS beste Lob. Vom 14. bis zum 18. Jahre besuchte er ein Mufikinstitut zur weiteren Ausbildung unb trat im Jahre 1885 bei ber Capelle beß Füsilierregimentß Nr. 35 Prinz Heinrich von Preufeen alß Hautboift und Soloposaunist ein. Nach mehrjähriger Wirksamkeit besuchte er in ben Jahren 1893 biß 1895 bk königliche Hochschule für Mufik in Berlin. Nach gut bestanbenem Examen würbe er zur Uebernahme ber Dirigentenstelle im 1. Grenabierregiment nach Königsberg berufen. Sein Vater stammte auS Unteregypten und war als Kinb am Hofe beß DicekönigS in Kairo zur Erziehung. Dort lernte ihn auch Prinz Albrecht kennen und brachte ihn nach Berlin, wo Sabac el Cher eine Berlinerin he'rathete. Der „schwarze Capellmeister", übrigens ein sehr hübscher Mann, findet beim Publikum das grötzte Jntereffe. * Der Besuch beß Kyffhaufer-Denkmalß ist ein sehr reger. Am Sonntag, den 18. b. M., waren 18,000 Personen bort. Vom Kyffhäuser wendet sich dann der Verkehr Stolberg und namentlich nenerding« der reizenden, neu eröffneten Harz- bahn nach Ilfeld (später bis Wernigerode) wegen ber Stabt Nordhausen zu. Diese neu eröffnete Bahn Theil- Strecke ist ungemein frequentirt; fie hat reizenbe schmucke Wagen unb für eine recht glückliche Ermäßigung der Fahrpreise für Familien ist der Verkauf von billigeren Familien- billrtS für je 10 Hin- und Rückfahrkarten für diese Strecke eingerichtet. Ist die ganze Strecke erst fertig, so wird fie unbedingt zu den schönsten und romantischsten aller Bahnstrecken gehören. Von Schierke erhält fie auch eine Zweigbahn nach dem Brocken. Im Sommer vorigen Jahre« ist der Kyffhäuser von mehr al« einer halben Million Menschen besucht worden. Den Thurm haben 70,000 Menschen erstiegen, so dafe die Kaffe beß deutschen Kriegerbunde« eine Reineinnahme von 32,000 Mk. erzielt hat. Die Einnahme dürfte fich in diesem Jahre noch steigern. Die Wirtschaft«- einrichtung auf dem Kyffhäuser hat 150,000 Mk. gekoster. Anläfelich ber Hunbertjahrfeier find für baß Denkmal 43,000 Mk. gesammelt worben. • Bacharach, 20. Juli. Bei Nieberheimbach lag ein Betrunkener auf dem Bahngelei«. Ein Güterbahnzug fuhr ihm ben Kopf ab. Der Mann hinterläfet Frau und vier Kinder. * Würzburg, 19. Juli. Wegen de« Verdachts, ihr neu- geboreneß Kind getödtet zu haben, wurde die 15jährige Tochter eineß hiesigen Geschäftßmanne« verhaftet. • Stockholm, 17. Juli. Daß „Aftonbladct" erhielt ein Telegramm auß Tromsoe, daß lautet: „Theilnehmer an ber Polarexpebition waren bei der Abreise sehr ruhig und äufeerten, fie seien auf alle Möglichkeiten gefafet, so bofe sie nichtß überraschen könne. Alle Brieftauben würben im Ballon mitgenommen, mit Außnahme einer, bie mit Grüfeen an bie Verlobte Strtndbergs abgesandt wurde." Hebet bte Auffahrt Andtveß werben folgende Einzelheiten telegraphirt: Am Sonntag Nachmittag kurz vor 2*/, Uhr, war Audräe völlig reisefertig. Er drückte den in ber Halle Anwesenben sämmtlich zum Abschiede herzlich die Hand und richtete laute, warm empfundene Dankeßworte an Alle, denen er nicht mehr die Hand reichen konnte, weil fie ihren Posten nicht verlaffen durften. Ebenso nahmen Fränckel und Strindberg mit kräftigem Händedruck Abschied. Dann rief Andrve laut: „Fränckel, Strindberg!" Alle drei schnitten, schon in der Gondel stehend, die dünnen Fesselleinen fort. Andröe zählte bann: „Eins, zwei, bret!" Bei drei lösten sich auch bie letzten Seile, bk auf dem Boden der Halle befestigt waren unb ben Ballon noch gehalten hatten. Stolz unb majestätisch stieg ber Ballon empor, birect durch die geöffnete Nordtoand feiner einstigen Behausung. Andröe schaute mit frohem, vertrauensvollen Blick auf die Zurückbletbenden. Wir eilten Alle an- Ufer unb sahen ben Ballon schon etwa 60 Meter über bem Wasser schweben; aber noch einmal folgte ein Augenblick äußerster Spannung: ber Ballon trieb grabe auf bie Felsenvorsprünge an der Ostseite deS Smeerenburgsunb zu, wo ein Anstoß drohte wenige Meter von der Halle im rechten Winkel zu dieser. Da faßte ihn plötzlich ein durch den Sund kommender südöstlicher Windstoß, warf ihn nach Nordwesten auf bte See zurück unb traf ihn so von oben, baß bie Gondel einige Sekunden in« Wasser getaucht wurde. Zugleich entdeckten Wir, daß bie drei Schleppleinen, von denen Andrve fich so viel versprochen hatte, ruhig am Ufer lagen. Der fie am Ring haltende Haken mufete sich beim Aufsteigen gelöst haben. Wie baß möglich war, wirb nie aufgeklärt werden. Eine Gefahr für die Luftschiffer wird burch den Verlust ber Ce'ntn nicht hervorgerusen, ba sie einen Reservesatz Seinen alß Ballast mitführen. Glückliche Weiterfahrt! Inzwischen hatte man einige Ballastsäcke anßgeworfen. Nur wenige Minuten waren nach ber Punkt 2 Uhr 35 Minuten erfolgten Abfahrt ver- strichen, da steuerte der Ballon, genau Wie Andrve eß wünschte, über die flache Halbinsel Hollaendernaeß fort nat Norden. Zwar fafete ihn noch einmal am Nordranbe beß Smecren- burgfunbe« ein südwestlicher Luftstrom und drückte ihn scheinbar gegen bte Felsklippe von Vogelsang, aber mit bewaffneten Augen konnten wir erkennen, wie er in einigen Metern Höhe bartiber schwebte und nunmehr ganz frei Wieder grobe nach Norben ging. Punkt brel Uhr verschwand er am nützlichen Horizont. — Ein Interview mit Professoe Ekholm. Schon nach Eintreffen ber telegraphischen Nachricht vom Aufstieg AntzröeS hatte ber Stockholmer Corresponbent ber „Göteborger Mor- goN'Posten" eine llnteirebung mit Prof. Ekholm, dem vorjährigen Begleiter Andröeß. Der Journalist weckte ben Gelehrten mitten in ber Nacht, um seine Meinung über ben Erfolg ber großen Ballonfahrt zu hören. Ekholm war ber Ansicht, ber Winb habe eine solche Stärke gehabt, daß er Antziöe möglicher Weise schon bis an ben Nordpol geführt habe; es sei sehr wahrscheinlich, dafe ber kühne Lustfahrer bereits ben Norbpol erreicht habe. — „Unb was bann?* fragte der Interviewer. — Prof. Ekholm mochte auf biefe Frage keine Antwort geben, ba eS an ben zu Grunbe liegenden Beobachtungen fehle. Er sagte, „daß Andree wahrscheinlich in der Nähe beß Norbpols werde langsamer fahren müssen, um dort bte Winde von verschiedenen Richtungen abzuwarten. Fünf Wege find möglich, aber Niemand könne sagen, welcher bon ihnen der wahrscheinlichste sei." — Nun fragte der Journalist: „Wenn der Ballon am Norbpol nördlichen Wind bekommt, wie lange wirb bann bie Fahrt wohl bauern?" — „In bleiern Falle", so lautete Ekholmß Antwort, „glaube Ich, baß Antzrör zwölf Tage gebrauchen wirb." — „Ader ber Ballon ging ja schnell bet ber Abfahrt, 35 Kilometer in ber Stunbe." — Prof. Ekholm: „Diese schnelle Fahrt wurde dadurch ermöglicht, daß der Ballon frei schwebte, baß heißt ohne Schlepptau fich bewegte. Aber so kann die Luftfahrt nicht lange fortgehen, denn bann verbrauchen fie zu viel Ballast, unb eß ist nötig, bafe fie, so viel wie möglich, damit sparen; bie« wirb durch bie Avwenbung de« Schlepptaueß erreicht, welche zwar bie Fahrt verzögert, aber ben Ballon auf einem geeigneten Abstanb von ©oben unb Ei« hält. Allein daß Andröe bei der Abfahrt ben Ballon frei schweben AW 175 d ttlt Atzes itn bjrt ungedot d, äWr, 1 Herrs, 1 -ochsrau, 1W Nachfrage ^Umemnacheri, 1 Ari. Wnbahnen, orMenkulfcher, ° DimstmSdchen, fj belrch Wegen des niihigt. daselbst Freitag den die Wafferle bet Wilhelmfirai der Klinikstra wie iu der j nai mir hienni jungen. Gießen, S lü dn beste 'nm bejor fehlen. Durch' ?asteebranch Siebenen vchteken? «""'l’ttnW1 * * * * * * * * * * 12 (tfl Pfltt rtnfletV ii«i *** t Lpu 8*iaf * reich »ui . t benn, - SS.** !«»?' -; ««WM*"' ««b ,-ch w * * =.« "W,1 11 8M* i* r-,111 dtt W w Sinbrui, MB Wen Luftfahrt zi :tr Sagmuth der eit Schanze werfei •efcönt sein, - SradervolkeS und WßSvolle Thaten • «nf dem S htn Lieutenant, ol lu fich «lies dreh! ' ein eifriger Kiullknecht, der fik Fl. Bl. 1 (1) 1 1 1 1 i ES ist ja möglich daß das Frtction des Schlepptaues. u Schlepptau irgendwo auf einem Eisberg stecken geblieben ist. 1 3 BehördlicheAnzeigen wir ge- 6962 6967 Wagner. Versteigerungen. der sonstige Möbel. 6969 I A. Schneider Mk., lich 6958 | *"Empfehlungen"1! und Beding- 6953 6623 410,— 42,— // // n v 2080 309 80 99 1 (1) 1 1 1 1 1 1 3 // V 3 1 1 Tuberkulose d. Nieren Tuberkulose der Gehirnhäute Gehtrnschlagfluß Lungenentzündung Lungenödem Keuchhusten Herzentzündung Durchfall Krämpfen Lebensschwäche _____ öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und ungen liegen während der stunden zur Einsicht auf Nr. 7 bei uns offen. Angebote auf Vordruck, Beding- Dienst- Zimmer 1. Maurerarbeit 2. Steinhauerarbeit 3. Planir-, Chaussir- und Pflasterarbeit 4. Schlosserarbeit DOM 2.-15.3«|c: Maurerarbeit Zimmerarbeit Schreinerarbeit Dachdeckerarbeit Glaserarbeit Verputz- und Weißbinderarbeit Spenglerarbeir da- ge- Mk. // Verkehr, Cxmb» ««d Volkrrr»irths. Kleinhenn. Bahnhofstr. 59, Telephon 66. ließ, kann nicht als eine Unklugheit gelten- seine Meinung war, zu Beginn der Reise deu größtmöglichen Bortheil auS dem starken Winde zu ziehen- später wird er gewiß daS Schlepptau angrwendet haben." Interviewer: „816er eS geschah ein Mißgeschick mit dem Schlepptau, ein Theil davon ging verloren. Wird das wohl einen ungünstigen Einfluß auf die Fahrt haben?" — Prof. Ekholm: „£), daS ist gar nicht bedenklich . . . Andröe hat bekanntlich eine sehr sinnreich zusammengesetzte Scheere bet sich, um in einem bestimmten Abstand vom Boden, wenn eS nöthig ist, die Schlepp« seile abzuschuetden?" — Interviewer: „Aber wie kam eS denn, daß der Ballon so an die Oberfläche des Meeres gepreßt wurde?" — Prof. Ekholm: „Ja das kam von dem starken Wtnddruck gegen den Ballon und von der bedeutenden Aufruf. Die Erneuerung unserer Stadtkirche gehtihrer Vollendung im Rohbau entgegen. Nun handelt es sich um die Ausschmückung im Innern und Aeußeren, der Wände, der Fenster und um daS Gestühl. Wollen wir darin auch nicht der Pracht der JohanneSktrche nachetfern, so soll doch Alles würdig und behaglich hergerichtet werden. ES find uns dafür auch schon im Stillen eine Reihe größerer und kleinerer Stiftungen zur Verfügung gestellt worden. Da wir aber angesichts der ungeahnt hohen Kosten, die uns aus der schlechten Beschaffenheit deS Mauerwerks und sonst unerwartet erwachsen find, unser Budget nicht weiter belasten dürfen, so reichen diese Mittel auch für einen bescheidenen Schmuck der Kirche noch nicht au«. Wir richten daher an Alle, die für unsere alte Stadtkirche Interesse haben — und deren find, wie wir wissen, in allen Gemeinden unserer Stadt sehr viele — die herzliche und dringende Bitte, un« mit weiteren Gaben je nach Kräften zu unterstützen. Die Geistlichen der vier Gemeinden und sämmtliche Mitglieder des Kirchenvorstandes sind zur Entgegennahme von Gaben bereit. Gießen, den 17. Juli 1897. Im Auftrage deS evaug. Gesammtkirchenvorstandes: Gg. Schlosser, Pfarrer. Wegen vorgerückter Saison verkaufe sämmtliche Waschkleiderstoffe Plan, Voranschlag ungen können bei Großh. Bürgermeisterei Ober - Hörgern eingesehen Vergebung von Bauarbeitern Montag, deu 26. Juli, Vormittags 9 Uhr, sollen die zur Herstellung des RathhauseS zu Ober-Hörgern erforderlichen Arbeiten in Accord vergeben werden und zwar: veranschlagt zu — Interviewer: „Zuletzt noch die wichtige Frage: Wie lange meinen Sie, daß der Ballon sich schwebend in der Lust halten kann?" — Prof. Ekholm: „ES gtebt keine bestimmten Voraussetzungen, um eine Antwort auf die Frage zu gestatten. Mau har ja geraume Zeit gehabt, den Ballon zu verbessern, und ich hoffe, daß man ein günstiges Resultat erreicht hat, obgleich meiner Meinung nach die Verdichtung von außen nicht viel Werth hat. Wenn man alle Factoren tu Rechnung zieht, so glaube ich, daß der Ballon sich dreißig Tage iu der Luft halten kann." — Dec Interviewer gewann hcn Eindruck, daß Professor Ekholm über den AuSgang der kühnen Luftfahrt ziemlich optimistisch dachte. Hoffentlich wird der Wagemuth der drei tapferen Männer, die ihr Leben in die Schanze werfen um etn hochgestecktes Ziel, von Erfolg gekrönt sein, — zur stolzen Freude unseres germanischen Brudervolkes und Aller, die etn Herz haben für aufopferungsvolle Thateu im Dienste der Wissenschaft und Cultur. ♦ Auf dem Valle. „Nun, wie kommen Sie sich vor, Herr Lieutenant, ohne zu tanzen?" — „Wie die Soune, um bte sich Alles dreht!" • Siu eifriger Bewerber. „WaS, Sie sind der einzige Hausknecht, der sich auf meine Annonce gemeldet hat?" — Das Stadtbauamt. Schmand t. 6963 Summ«: 12 (1) 4 (1) 5 * fV S ’?*■ d«i Die im Bezirk der ehemaligen Ober- beisiscken Eisenbahn bis Ende März d. I. von den Reisenden zurückgelassenen Gegenstände (Fundsachen) werden am SamStag Den 24 d MtS., Bor- mittags 10 Uhr, im Hofe des hiesigen Eisenbahn-Verwaltungsgebäudes (Liebigstr. 23) öffentlich meistbietend versteigert. 6948 Gießen, 20. Juli 1997. Der Vorstand der VerkehrS-Jnspection. ES ft erben «: Zusammen: Erwachsene: im 1. Lebensjahr: Freitag, den 23. Inti l. I., Nachmittags 2 Uhr, tm „Adler* zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung vorausficht- Mltt's Mk ist der beste und billigste und sollte wegen seiner Güte und seines besonderen Wohlgeschmackes in keinem Haushalte fehlen. Durch langjährige Thätigkeit und reiche Erfahrungen in der Kaffeebranche bin ich in der Lage, Mischungen der verschiedenen Kaffee-Sorten herzustellen, die selbst den verwöhntesten Feinschmecker befriedigen. — Man achte genau auf die Firma. — Kaiser’s Kaffee-Geschäft Giessen, Kreuzplatz Nr. 5. Größtes Kaffee-Import-Geschöfi Deutschlands im direkten Verkehr mit den Cousumenten. Theilhader der Vene?ukla-Kaffee-Dlantagen- GkNschast m. d. H 175 Filialen eigener Verwaltung im größeren Theile von Deutschland. sseo ^"Heimbach iü0 M : Alttbllhnzu Frau '"Wachts, ihr ötU. ®UTbl du lbjährizr «verhaftet. 8 Iftonblabet" erhielt ein tet: »Theilnehver an g.Me lehr ruht, grsahl, jo bog "eftaubro wurden iw kioer, die mit TMni t wurde? Utto bit Welten ttlqiatyht: l/i Uhr, war Andrer der Halle Auwesendtii and und richtete laute, e, denen er nicht mehr n Posten nicht verlassen d Striodberg mit kras. Inbtet laut: „gräniel, i in der Gondel stehrvd, : zahlte bann: ch dir letzten Seile, bit varen und den Salier estälisch stieg der Ballot ndwand seiner einstig» :ohern, verirauenSvolle: t eilten Lllr an6 Ufer Meter über bim Wchi in Augenblick äußerstn inf die Frlsenvorsprüüt' - ju, wo tin llnsto? im rechten WE y rch bin S>Mb lommt tat Rordwesten auf in i, bah die Gondel tiRi de. Zugleich entdeckif on denen Ändrse fich I» ser lagev. Der ste ® : Ausflügen gelöst W- iiffleflärt werden. M- i den Verlust der Lew lvesah Leinen all Inzwischen hatte «an wenige Minuten waren irfol««" 6atl fort tot Mto ** » «•* innb b»!Ü" W'” b„ m(t ’ SffSS ■*Ä , Weborg» W 2*5 »t. «3** ' Ä»' «* rg"/ »b (Lfa«tt fahre" werde " verschiedeneU tz {9nB, lich, aber trb (o lautete i H stird. - Pro!' ®6 der SSM. Sifiliidtbaus. Freibank. 6907 Heute und morgen: 8chwemefleisch nicht ladenrein, per Pfd. 45 Psg. Dchsenfieisch nicht ladenrein, ver Psd. 52 Psg. 6965] Wohnung, 4—5 Zimmer mit Zubehör und Gartenanthefl. an ruhige Familie zu verm. S«««stadt 71. 6964] Versrtzungshalber 2^ Stock, 3 Zimmer, Bleichplatz, Gartenantheil, per 1. Octbr. zu verm- Grabeufir. 12. 6956] 2 Zimmer, Küche, abgeschl Vorplatz und Wasserleitung, nur an ruh. Miether zu oermiethen. W. Ferber, Kirchenplatz 11, IL_ Kudwigspilch 14, 1, 5 Zimmer, Badezimmer und Zubehör, ganz oder getheilt, zu vermietben. 6822 6^58] Wohnung im 1. 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Unverzagt, Schottstr. 11- 6532] Möblirtes Zimmer mit Cabinet sofort zu oermiethen. Linvenplatz 12. 65231 Schönes möblirtes Zimmer vor dem Corridor ist -tordanlage 81, mittlerer Stock, zu vermietben ~ _ 6389] Zwei inetnandergehende möbl. Zimmer sofort zu oermiethen. ________________«thillerfiraße 26. 5696] Zwei bis drei elegant möblirte Zimmer zu oermiethen Bl-ichstratze 21. 8. Stock. 4779] Möblirtes Zimmer zu vermieth. W. Euler, Dammstr. 5. 6609] Gut möbl. Zimmer zu verm. Tieffeuweg 19 pari. lNeubau). 6343] Möblirtes Zimmer zu vermieth. H. Gröniuger, Steinstr. 61. Bekanntmachung Die Herstellung von 980 qm Chausfir- ung und von 125 qm Basaltpflaster auf der Ladestraße des Bahnhofes Bad-Nauheim, sowie die Lieferung aller hierzu erforderlichen Materialien sollen in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Schriftliche Angebote find versiegelt und mit entsprechender Auffchrift versehen portofrei bis zum Termin am 3. August d. I., Morgens 10 Uhr, auf dem Bureau der unterzeichneten Jnspection abzugeben, woselbst Bedingungen und Angebotsformulare zum Preise von je 60 Psg. zu haben sind. Gießen, den 19. Juli 1897. Großh. Hess. 6960 Eisenbahn-BetriebS-Jnspection 1. Verdingung. Die Weitzbiuderarbeiten zur laufenden Unterhaltung der Gebäude der höheren und erweiterten Mädchenschule, sowie die Lieferung und Befestigung von Zugjalousieu an 33 Fenstern der Schule sollen Montag, den 26. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, 6957] SchSn möblirtes Zimmer, mit sepr. Eingang sofort zu v-rmirtben. __Bahvvosstr. 18, H, 6971] MöblirteS Zimmer zu ver» mietben.________SelterSweg 68, IV. 6971-J Schön möbl. Zimmer zu oer« miethen.__________LSberstr. 13, patt- 6838] Siüdchtn mit Bett zu vermieth ___Bleichste. 84, II Sdjnnrr großer Faden eventuell mit Lager urb Logis, zu ver- miekhen. 648 Brüder Echmidt, Seltersweg 83 6543] Mein der Neuzeit entsprechend eingerichteter neuer großer Laden mit mehreren daran stoßt nden Zimmern, ganz, eventuell auch grtheilt zu 2 Läden, per 1. September zu vrrmiethen __CftttWtafte 6. r»ür Metzger l Kühler Laden in guter Lage mit allem Zubehör zu vermiethen- 6895 Näheres in der Expedition d. Bl- 6754] Mittlere Wohnung, am liebsten vor der Stadt, per August gesucht- Off. mit Preis unter X. X an die Expedition dieses Blattes erbeten- 6929] 3- bis 4-Ztmmerwohnung von einer kinderlosen Familie per 1. October ju mielhen gesucht Offerten mit Preis- ang. unt. A. E. an die Exped. d Bl. 6908] Ein großes unmöbl. Zimmer, im Mittelpunkt der Stadt, zu miethen gesucht. Offerten mit Preisangabe unter A. D. in der Exped. d. Bl. adzugeben. J Bei unserer Abreise nach Ji Bayern sagen wir allen Freunden u Bekannten ein TB * ■ herzliches Lebewohl. % ■ Registrator Kaufmann J ■ und Frau. fi95o ? 694b | Zur Ausführung eines Neubaues wird ein tüchtiger Maurermkikkr gesucht. Off. unter „Maurermeister" an die Exped. d. Bl. fast neu, mit 5 Paar Backen von ■/< bis V2 Zoll, sowie dazu gehörige Bohrer und Backenbohrer, 2 Wcvdeisen sowie ein kräniger Maschinenschraubstock zu verkaufen. Wallthorstratze 7, l. 69611 Sehr schöner, sünfarmiger ®a§; leuchte bill. >u verk. Näb. Wetzsteinstr.8,l. 6951] Kleineres Haus mit Garten an der Grünbergerstraße 'U verkaufen. Näb. in der Exped. d Bl. Mr Schneider. Tüchtige Rock- und Westen - Arbeiter finden dauernde Beschäftigung. 6955 __A. Schnster & Cie. Tüchtige Dreher für Werkzeugmaschinenbau finden bei gutem Lohn sofort dauernd Arbeit. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Bl 6921 SMT Ein Bäcker M und ein Hausbursche gesucht. 6950 Neustadt 45. 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Gold-Rente 3 Portugiesen (im Windecker'schen Hause). ■Caroline Euler, Hebamme. Den geehrten Damen wird auf Wunsch von einer Dame Unterricht ertheilt. 4 Frkf. Ldw.CredAk. unk. b. 1900 102.50 Frankfurter I1/« Deutsche Retchianl. 3 Preutz. ConsolS 3*/i Gr. Hessische Obl.' Letrefsend: i Zii ©rößt an ®r- M'»' veistereieri de v Aa» einer : SktficheruligSgeirll datz die Zahl de, hoiznu entstände beitäW »uzev Jahre der vvtli iMMtiikhrn Brai Jahren 1873/81 Ätohherzogthnv 20 schwere Fäll mit Zündhölzen 402417 SKI, !Wit Wfk vmdeangehöche Mage Ätnntm W Gebrauch Di nnjlltrlpsehlen/ -nt hi sie Kindern Mhölzer nur a ughglld) find. Dir Schnlvo Ztilltkindrrn dir ÄeMth sührrn l giaaim« — Druck unb vrrla, btt Brübl'schen UnwersttätS-Buch. und Stetnbruderet (Pietsch & Scheyd») m Oießcn. Die heutige Kummer umfaßt 6 Seite» Die neuesten Dessins in großartiger Auswahl. Ernst Bloedner, Teltersweg. Coursbericht m JT. 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