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Die Gießener Zr^mirienötälter werden dem Anzeiger ßvöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. 1897 vierteljähriger Flöonncmcntsprei«< 2 Mark 20 Pfg. eit Bringerlohu. Durch die Post bezöge, 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: ZchulstraßeNr.7. Fernsprecher 61. 2lsnts- und Anzeigeblutt für den Ureis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de, iotqrnbcn Tag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr. FfMürf-TZ.' • — Gratisbeilage: Hießener Kamilienbtätter. Alle Annonccn-Bureaux de« In- und Auslande« nehm« < Anzeigen für den „Gießener Anzeiger* mtgeye. atntik^er CfreiL Oberhesfischer Obstbauverein, Vereinsbezirk Gießen. Am Samstag den 30. October d. Js., Abends Ä Uhr, findet im Gasthause zum Wilden Mann in Grüu- berg eine Versammlung statt, in welcher der Geschäftsführer des Vereins, Herr R. Reichen, Lehrer für Naturwissenschaften und Obstbau an der Großh Obstbauschule und landw. Winter- fchule in Friedberg, sprechen wird über: 1. Auswahl werthvoller Obstsorten, 2. Obstverwerthung im Haushalt. Mit den Vorträgen find Demonstrationen verbunden. Die Mitglieder des Oberhessischen Obstbauvereins, sowie sonstige Interessenten werden hierzu freundlichst eingeladen. Gießen, den 19. October 1897. Der Vorsitzende ses Vereinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Dr. Wallau, Regierungsrath. Deutsche» Leich» Darmstadt, 19. Oclober. Mit dem russischen Kaiser« paar und dem GroßherzogSpaar speisten heute Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen im Neuen Palat». Nachmittag- besuchten die Fürstlichkeiten den Caton« Tennisplatz, Abends das Hostheater, wo Grtllparzerr „Wehe dem, der lügt", gegeben wurde. — Ueber den Einfluß der Wohlhabenheit auf die Sterblichkeit in Breslau veröffentlichte vor Kurzem der Breslauer Statistiker Neefe in der „Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten" eine längere Arbeit. Als Kriterium der Wohlhabenheit wurde die Höhe der WohnnngS« miethe betrachtet, welche die ärztlichen Todtenbeschauer auf den Todtenbesundszetteln notirteu. Da dies nicht allgemein geschehen konnte, wurden auch nicht alle Verstorbenen rubricirt, Don 9241 mußten 3610 gleich 39 pEt. unberücksichtigt bleiben. DaS Ergebniß der Berechnung ist folgendes: ES starben im Jahre 1896 von je 1000 Lebenden, die eine WohnungSmiethe bis zu 300 Mk. zahlten, 20,7, bei einer WohnungSmiethe von 301 bis 750 Mk. 11,2, bei einer Mielhe von 751 bis 1500 Mk. gar nur 6,5, im Durchschnitt 17,6 Personen. Ist schon nach diesen Zahlen die Sterblichkeit der armen Breslauer Bevölkerung dreimal so groß, wie die der reichen, so ist sie in Wahrheit doch noch größer, weil die nicht mit sirgerechneten Verstorbenen (Dienstboten, Gewerbegehilfen, Spitalverstorbene rc.) wohl ausschließlich in die erste Mieth« -lasse gehören. Die größte Sterbltchkeits Differenz wiesen natürlich die Säuglinge auf- mehr als die Hälfte der Lebend- geborenen starben bei der armen Bevölkerung im Säuglingsalter, weniger als ein Sechstel bei der reichen Bevölkerung. Mau fieht aus dieser Untersuchung wieder, wie uothwendig «6 ist, die Lebenshaltung der minder bemittelten Bevölkerung»- schichten zu heben. Wolff» telegraphisches Eorrespondenz-Lurea«. Berlin, 19. October. Die „Berl. Corresp." meldet: Die juristische Faeultät der Universität Göttingen gab dem Wunsche Ausdruck, erledigte Prozeßacten zu akademischen UnterrichtSzwecken zeitweilig überlaffeo zu erhalten, und erklärte, nur lediglich Auszüge hieraus den Gtudirendeu mittheilen zu wollen. Da der Justizminister in der Benutzung solcher Auszüge zu Lehrzwrcken eine wesentliche Förderung des UntversttätSunterrichtS erblickt, veranlaßte er den LandgeriätSpräfidrnten in Göttingen und die anderen Landgericht-Präsidenten der Universitätsstädte, den betreffenden juristischen Fakultäten für diejenigen Professoren des Land- gerichtSbezirkS, die die oben angedeutete Erklärung abgebeu, erledigte Prozehacten leihweise zur Auswahl abgebeu zu wollen. Berlin, 19. October. Das „Armee-Berordnuna-blatt" veröffentlicht eine Allerhöchste CabinetSordre vom 17. October, b-etreffend die Fahnenverleihuug an die durch Aller« HSchste EabinetSordre vom 31. März d. I. errichteten Regimenter und Bataillone. Nach der Aufzählung derselben heißt r4: „Ich hege daß zuversichtliche vertrauen, daß diese Truppeutheile die von Mir ihnen anvertrauten Feldzeichen jederzeit in hohen Ehren halten und bis in die fernste Zu- Zunfi zum Heile Deutschlands und zum Ruhme des Heeres fuhren werden." München, 19. October. Der Abgeordnete Grillen- s-rger wurde nach der Sitzung auf der Straße vom . Schlag getroffen und halbseitig gelähmt in da» Krankenhaus | verbracht. Straßburg t. 6., 19. October. Wie der „Elsässer" j meldet, hat der Reichstagsabgeordnete Bueb, der am 9. d. M. wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen, ! wegen ColportagevergehevS und wegen Beiseiteschaffung von ‘ beschlagnahmten Gegenständen zu 10 Monaten Gefängniß verurthrilt worden war, gegen seine Berurtheiluug Revision eingelegt. Mailand, 19. October. DaS hiesige Tribunal verur« theilte heute drei Anarchisten, in deren Wohnung eine mit Pulver gefüllte Blechbüchse gefunden wurde, zu 21/t Jahren Gefängniß. Einer der Angeklagten hatte eingeftanden, daß die Büchse zu einem Attentat auf den König Humbert bestimmt gewesen sei. Pari-, 19. October. In Oran sollten dieser Tage vier Fremdenlegionäre, zwei deutsche und zwei belgische, hingerichtet werden, weil sie daS Arrestlocal in Braud gesteckt hatten. Gestern kam die Entscheidung, daß die Legionäre zu 20jähriger, resp. lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt w-rden sollen. Paris, 19. October. Die Delegirteu der Stadt Paris, die der Enthüllung des BertheidiguugSdeukmalS in Chateaudun beiwohnen sollten, blieben der Feier fern, weil der Marineminister verlangte, daß sie ihm vorher den Wortlaut ihrer Reden unterbreiten sollten. Auö demselben Grunde lehnte Deroulede die Theilnahme an der Feier ab. Barcelona, 19. October. In der vergangenen Nacht erfolgte die Freilassung aller jener Personen, die als Anarchisten gefangen saßen, aber in keinen Prozeß verwickelt find. Chicago, 19 October. Der Vorsitzende der Pullman- Schlafwagen-Gesellschaft, George M. Pullman, ist heute plötzlich an einem Herzleiden gestorben. Depesche» bet Bureem .Herold.* Berlin, 19. October. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung betreffend Maßnahmen für ein Verbot der SonntagSarbeit im Gewerbebetriebe vom 16. October 1897. Berlin, 19. October. Der „Poft" zufolge wird Reichskanzler Fürst Hohenlohe in 10 bis 12 Tagen nach Berlin zurückkehren. Berlin, 19. Octoder. Im „Reichsanzeiger" wird heute der Entwurf eines Gesetzes über die frriwtlligeGerichtS- barkeit veröffentlicht. Berlin, 19.October. Die Einberufung des Colo- uialraths wird sich, wie der „Deutschen Tageszeitung" versichert wird, vor Mitte November noch ermöglichen lassen. Frühestens würde der Colonialrath am 10. oder 12. October zusammentreten. Der „Poft" zufolge soll der Colonialrath nicht vor dem 15. November zusammeutreteu. Berlin, 19. October. Die „Kreuzzritung" hat Grund zu der Annahme, daß momentan die Frage, ob der Reichskanzler Fürst Hohenlohe gehe oder nicht, nichts weniger als acut sei und die kommende Session des Parlaments den Reichskanzler auf seinem Platze finden werde. DaS entspreche auch der Lage der Dinge und dürfte mit den Wünschen de» Fürsten Hohenlohe nicht im Widerspruch stehen. Die Conser- vativen hätten jedenfalls keinen Grund, damit unzufrieden zu sein. Wiesbaden, 19. October. Der Kaiser empfing heute Vormittag 10 Uhr da» OsfiziercorpS des .80. Füfilier-Regi- mentS, zu dessen Chef der Kaiser gestern die Kaiserin Friedrich ernannt hat. Später unternahm die kaiserliche Familie eine Spazierfahrt in den Wald. Heute Mittag IV« Uhr fand Frühstückstafel statt und Abends 6*/, Uhr wird Familientafel im Königlichen Schlosse stattfinden, zu der etwa 20 Personen geladen find. Heute Abend wird auf allerhöchsten Befehl im Königlichen Theater der „Sommernachtstraum" aufgeführt werden, welchem die Kaiserliche Familie beiwohnen wird. Nach Schluß des Theaters wird der Kaiser einem Bierabend beim Intendanten v. Hülsen beiwohnen. — Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen find heute Vormittag 7 Uhr nach Crouberg zurückgereist. Leipzig, 19. October. Die sächsisch-thüringische Ausstellung wurde heute Mittag in Anwesenheit der sächsisch-altenburgischen Minister nach verschiedenen Ansprachen geschlossen. Wien, 19. October. Zwischen dem Eisenbahn-Ministerium und den österreichischen cartellirten Eisenwerken ist ein Lieferungsvertrag zu Stande gekommen, nach welchem die Staat»- bahnen ihren ganzen Bedarf an Schienen auf fünf Jahre zu erhöhten Preisen festlegeu. Der jährliche Bedarf beträgt ca. 250000 M. Ctr. Budapest, 19. October. Der heute hier etngetroffene Graf Badeni wird sofort vom Kaiser in Audienz empfangen. Von dem Resultat dieser Audienz wird es abhängen, ob Badeni nicht das beabsichtigte DemisfionSgesuch zur Ausführung bringen wird. Paris, 19. October. Heute ist hier ein neue« radikales Organ, betitelt „Aurora", an dessen Spitze Clsmenceau steht, erschienen. Paris, 19. October. Dem „Tempß" wird von seinem Correspondenten in Rom telegraphirt, Herr v. Bülow werde nach seiner Verabschiedung vom König Humbert in Monza sich nach Rom begeben und vom Papste empfangen werden, um diesem die Versicherung abzugeben, daß die preußische Gesandtschaft beim Vatikan nicht adgeschafft werden würde. Pari«, 19. October. Der Municipalrath hat gestern in der BrodvertheuerungSfrage den Wunsch ausgedrückt, daß die EingangSzvlle auf Getreide auf 4 FrcS. herabgesetzt werden und deren Ertrag dem Wohle der arbeitenden Klassen zugewendet werden sollen. Kanea, 19. October. Als heute Gendarmen versuchten, mehrere Muselmanen zu verhaften, wurden sie von den Letzteren mit Revolverschüffen empfangen. Beiderseits kamen Verwundungen vor. Die Gendarmen hatten daS Feuer erwidert. In der Stadt herrscht große Aufregung. Newyork, 19. October. Auf der Rock Island Linie wurde ein Eisenbahnzug von fünf vermummten Leuten an gehalt en und die Reisenden geplündert. Berlin, 20. October. Zur Militär-Strafproceß- ordnung schreiben die „Verl. Polit. Nachr.", daß die Schwierigkeiten lediglich in der Forderung Bayern» auf einen besonderen höchsten Gerichtshof liegen, durch welche die vor Allem zu erstrebende Einheit der Rechtshandhabung in der Armee durchbrochen würde. Berlin, 20. October. Gestern Abend fanden sechs focialdemokratische Parteiversammlungen statt, in welchen über den Parteitag berichtet wurde. Die meisten Redner verurtheilteu die beschlossene Betheiligung an den Landtagswahlen. Die Versammlungen waren stark besucht, die Debatten thcilweise sehr lebhaft. Berlin, 20. October. Dem Abgeordueteohause soll in der bevorstehenden Session ein Gesetzentwurf Über die Einführung der Anerbenrechtes in der Provinz Westfalen zugehen. Berlin, 20. October. Zu der in der Ausführung begriffenen BefoldungSreform für die Universitäts- Professoren erklärt die „Nattonalztg.", daß nunmehr Seitens des CultuSministeriumS an eine zweite Gruppe von Universität-Professoren die Anfrage ergangen ist, ob sie e» vorziehen, daS neue GehaltSsystem auf sich angewendet zu sehen oder ob sie bet dem alten System verbleiben wollen. FriedrichSrnh, 20. October. GrafHerbert Bismarck und Lord Rosebery trafen zum Besuch BiSmarck» hier ein. Mönchen, 20. October. Der socialdemokratische Reichs- tagSabgeordvete Grillenberger, welcher gestern Nachmittag vom Schlage gerührt wurde, ist bereit» 6*/2 Uhr Abend» im Krankenhause gestorben, ohne da» Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Die Aerzte constatirten verschiedene Todesursachen und zwar Springen der Blutgefäße und all- maligen Bluterguß in» Gehirn. Wien, 20. Oktober. Der Schachspieler En gisch ist hier an Gehirnlähmung gestorben. Petersburg, 20. October. Nach der Rückkehr des Zaren sollen Veränderungen in der Besetzung der Bot- schafterposten tu London und Pari« vorgenommen werden. H. Darmstadt, 20. October. Kaiser Wilhelm trifft Donnerstag Nachmittag 5 Uhr hier ein und reift Abend» wieder nach Potsdam. CocaUs Mitt provinzielles. Gießen, den 20. October 1897. ** Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, dem Pfarr- Verwalter Ludwig Gußmann zu Kirchberg, Decanat Gießen, die evangelische Pfarrstelle daselbst und dem Pfarrer Valentin Zatzmann zu Altenschlirf die evangelische Pfarr- stelle zu Schornsheim, Decanat Oppenheim, zu Übertragen. •• Stadttheater. Auf vielfachen Wunsch wird am Donnerstag im hiesigen Stadttheater Schönthan und Koppel-Ellfelds dreiactige» Lustspiel „Renaissance" aufgejllhrt. •• Theaterverei» (D* *öibu86eibinbnna). Za ben Bor« ftellungen bei Theater-Bereinl, bte heute Abenb im Leib'schen Saale ihrea Anfang nehmen, werben am Schluffe derselben Omnibusse nach ben verschtebenen Stabttheileu in gewohnter Weise verkehren und zwar in folgeubem Fahrplane: Erster Wagen: Kreuz—SeltrrSweg—Liebigstraße; zweiter Wagen: Maekcstraße — Bahnhofstraße — Bahnhof; britter Wagen: Schulftraße—LabwigSplatz—Lubwiglstraße—Bleichstraße. — Fahrpreis 20 Pfg. •' Omuibusverbiubuug Wieseck nnb zurück Die Omuibul- führten nach dem Schiffeuberger Wald werden nunmehr auch an Sonntagen eingestellt. Dagegen werden die Fahrten nach Wieseck und zurück vermehrt und nach besonderem Fahrplan gefahren. •• Krieger Bereiue. Seitdem die deutschen Krieger- verbände in unserem Kyffhäuier-Deukmal den lang ersehnten Vereinigungspunkt gefunden haben, find fie bestrebt gewesen, in allen wichtigen Fragen gemeinsam vorzugehen. So haben fie auch der tief einschneidenden Frage der Fürsorge für die Invaliden ihre Aufmerksamkeit zugewendet. In der Sitzung des ständigen Khffhäuser-Aulschuffel vom 3. October b. I. wurde nach eingehender Berathung aller einschlägigen Der» hältnisse beschloffen, Namen! P/2 Millionen Kriegerverein!- Mitgliedern dem Herrn Reichskanzler folgende Wünsche zu unterbreiten: 1) Erhöhung der Pensionen der Kriegsinvaliden der Unterklaffen. Gleichstellung derjenigen Krieglinvaliden, welche auf Grund der Allerhöchsten Eabinetlordre vom 22. Juni 1884 nachträglich anerkannt sind, mit den ans Grund del Gesetzes vom 27. Juni 1871 Jnvalidifirten. Erhöhung der Vergütung an Krieglinvaliden der Unterklaffen für N'chtbeuutzung des CivilversorgungSscheinS. 2) Fortfall des Ruhens der Pensionen der Kriegsinvaliden der Unter- klaffen für die im Reichs- und Staatsdienste Angestellten. 3) Erhöhung der Pensionen der durch den Krieg zu Wittwen Gewordenen. 4) Ausdehnung der Reichsbeihilfen au erwerbsunfähige und unterstützungsbedürftige Veteranen. 5) Erhaltung der Mittel des ReichS-JnvalideufondS lediglich für die durch den Krieg geschädigten Invaliden und Wittwen, und Bereit stellung anderer Mittel, eventuell unter Einführung einer Reichswehrsteuer. •• Dal Auzundeu der Gasflammen auf elektrischem Wege. Eine Neuerung hat sich nun auch in Gießen eingesührt. Die Firmen MontanuS Nachfolger und Geschwister Aron haben ihre sämmtlichen Beleuchtungskörper mit dieser sehr practischen Einrichtung versehen lassen. DaS elektrische Zünden und Löschen beliebig vieler Gasflammen vermittelst Druckknopfes von der Wand aul für Wohnungen, Läden, Schaufenster, Säle, Treppen und Straßenbeleuchtung bietet, abgesehen von der bequemen Handhabung, den Borthett größter Feuerficherheit und schont beim Vorhandensein von Gasglühlicht deren Strümpfe sowie die Cylinder. Die Einrichtung ist beim Vorhandensein einer Haulklingelbatterie mit Benutzung der alten Brenner ohne erhebliche Kosten überall anzubringen und ist damit das Gaslicht nunmehr der elektrischen Beleuchtung ebenbürtig geworden. ** Wetterbericht Die Herrschaft bei hohen Drucke! über Europa dauert an. Nur im äußersten Norden liegt eine flache Depression. Der Einfluß del barometrischen Maximum! äußert sich denn auch in der fortdauernden ruhigen, milden Witterung und in der charakteristischen, in den niedrigen Luftschichten stattfindenden ausgedehnten Nebelbildung. Die meisten Orte des Flachlandes vom Küstengebiete bis zu den Alpen melden heute Morgen Nebel, während die Hochstationen allenthalben wolkenlosen Himmel verzeichnen. — Voraussichtlich e Witterung: Fortdauer der bisherigen Witterung. + Orlenberg, 20. Oktober. Dom 1. bi! 4. November wird dahier der von jeher stark besuchte „Kalten-Markt" abgehalten, welcher zugleich das Gepräge eines Volksfeste! trägt. Er ist einer der ältesten Vieh- und Krämermärkte OberhessenS, welcher sich in den letzten Jahren durch günstige Bahnverbindung sehr gehoben hat. △ Herbstein. 18. Oktober. Zu Ehren de! von hier nach Bodenheim versetzten Decan Herrn Pfarrer Htlldorf fand gestern Abend unter großer Betheiligung ein Fackelzug mit Musik statt. §§ Born höheren Vogelsberg. 15. Oktober. Der Versuch einer Hutweidenmelioration soll demnächst in einigen weiteren Gemeinden deS Vogelsberge! nach Beschluß des landwirthschaftlichen Verein! für die Provinz Oberheffen durchgeführt werden. Diese Gemeinden hätten dem landwirthschaftlichen Verein für die Provinz Oberheffen je eine Fläche von sechs bis acht Morgen unter folgenden Bedingungen zur Verfügung zu stellen : 1. Sämmtliche Kosten der Melioration alS: Bodenebnung und Bearbeitung, Einsaat, Düngung und Einzäunung werden vom landwirthschaftlichen Verein für die Provinz Oberheffen getragen. 2. Die vom landwirthschaft- lichen Provinzialverein für die Hutweidenmeliorationen ernannte Commission darf in ihrer Thätigkeit von der Gemeinde nicht beschränkt werden, sie wird fich jedoch bemühen, etwaigen Wünschen deS Gemeindevorstandes bei der Durchführung der Melioration möglichst Rechnung zu tragen, insoweit die- selben den von der Commission als zweckmäßig erkannten Grundsätzen nicht zuwider laufen. 3. Die Gemeinde ver- pflichtet st», die meüotirte Fläche im nächsten Jahre 1898 nicht all Weide zu benutzen, in den nächstfolgenden Jahren aber nur abwechselnd, d. h. in der Weise, daß, sobald dal GraS abgeweidet ist, die Fläche dann einige Wochen nicht behütet wird. Die Gemeinde hat ben nach dieser Richtung gegebenen Weiltingen der Commission Rechnung zu tragen. 4. Die hier mitunterzeichnete Localpolizeibehörde (Bürgermeisterei) verpflichtet sich, auf der meliorirten Fläche daS Einzelhüten nicht zu gestatten. Zuwiderhandlungen haben für die Gemeinde die unter 6. festgesetzten Nachtheile zur Folge. 5. Die Gemeinde verpflichtet sich, bezüglich der Instandhaltung der meliorirten Hutweidefläche folgende Verbindlichkeiten zu übernehmen: a) Die Be- und EntwäfferungSanlagen ordnungsmäßig im Stande zu halten, k) Die Kothhaufen zu zer- I streuen, damit keine Gailstellen entstehen. Ebenso sollen Amelien- und Maulwurfshaufen nicht geduldet werden, c) Auf die Düngung mit ThomaSpholphatmehl, Kainit und Kalk pro Morgen möglichst jährlich einen Betrag von 5 Mk. in den nächsten Jahren zu verwenden. 6. Kommt die Gemeinde den übernommenen Verpflichtungen nicht nach, so hat fie da! von dem Provinzialverein ausgewendete Meliorationlcapital zurückzuerstatten. Die Entscheidung über die Frage, ob die Gemeinde den von ihr übernommenen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, trifft ein von drei Sachverständigen zu bildendes Schiedsgericht, zu welchem die betr. Gemeinde ein Mitglied, der Provinzialverein ein Mitglied und daS zuständige KreiSamt daS dritte Mitglied ernennen. DaS letztere führt zugleich den Vorsitz. Das Schiedsgericht entscheidet enbgtlttg. G. Darmstadt. 20. October. (Telephonnachricht.) Der Kaiser von Rußlanb unb der Großherzog find soeben zum Besuch be! Kaiser! Wilhelm nach Wiesbaden abgereist. Kaiser Nikolai trug die Uniform be! 24. Drag - Regt!. Kaiser Wilhelm wirb morgen zum Gegenbesuch am Großh. Hofe eintreffen. * * Darmstadt. 19. October. In btr letzten Sitzung bei geschäftlführenden AulschuffeS zur Errichtung eine! Volksbades wurde da! Ergebniß der Actienzeichuungen sestgeftellk. Es find bis jetzt 68 600 Mk. gezeichnet, hierunter 10000 Mk. vom Großherzog, je 5000 Mk. von den Herren Wilhelm Merck und WolfSkehl, je 3000 Mk. von Bankdirector ParcuS und Major v. Hehl, 2000 Mk. von Dr. Blumenthal. Ferner haben 9 Personen je 1000 Mk., 12 Personen je 600 Mk., 29 Personen je 400 Mk. und 64 Personen je 200 Mk. gezeichnet. DaS Ergebniß ist stark hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Trotzdem beschloß der Ausschuß, daS Projekt noch nicht aufzugeben, sondern mit den Sammlungen fortzufahren. (Da sind wir in Gießen doch schon einen großen Schritt weiter, denn abgesehen davon, daß unsere Einwohnerschaft die gleiche Summe wie Darmstadt zeichnete, geht bereits der Prachtbau des VolkSbadeS feiner Vollendung entgegen. Red.) Pfungstadt. 17. Oktober. Heute Morgen nach 8 Uhr ereignete fich hier ein schreckliches Unglück. Herr Post- verwalter Hännele war im zweiten Stockwerke am Fenster mit AuSbürften seiner Kleider beschäftigt, als er plötzlich — wie eS gekommen, weiß Niemand — zum Fenster hinaus in den Hof fiel. Er brach dal Genick unb war sofort tobt. Man nimmt an, baß Hännele schwinbelig wurde unb über bie Brüstung fiel. Er hatte auch die Kleiderbürste noch in der Hand. Thatsache ist auch, daß H. schon längere Zett leidend war und öfter von Unwohlsein befallen wurde. Er galt als ein sehr menschenfreundlicher, diensteifriger und charakterfester Mann. Er ist etwa 45 Jahre alt. Bubenheim, 17. Oktober. Ein gräßliche! Unglück, das ein junges, hoffnungsvolles Leben als Opfer forderte, ereignete fich hier. Die 15 Jahre alte Tochter de! Ludwig Mayer von Kleiu-Bockenheim, die hier zu Besuch bei Wirth Ludwig Setzer war, berührte beim Reinigen des Zimmer! ein Jagdgewehr, welche! fich entlud und das junge, hoffnungsvolle Leben tobt zu Boden streckte. Der Schuß ging durch Hals unb Kopf. Mainz, 19. October. In später Abenbstunbe ersuchte gestern der FriedhofSaufseher Herr Bergmann bie Polizei, einen Mann bei ihm abzuholen, welcher den Versuch gemacht habe, Selbstmord durch Erhängen zu begehen. Die Polizei brachte den Lebensmüden nach seiner im Hause Neu- thorstraße 5 gelegenen Wohnung, wo fich ihnen ein selbst für abgehärtete Nerven ergreifendes Bild bot. Die Wohnung, in welcher den Spuren nach bie Tüncher schon seit einigen Tagen thätig sind, um fie für neue Miether herzurichten, war bis auf eine ärmliche Lagerstätte in einer Ecke aul* geräumt und da! Mobiliar stand auf dem Hofe. Auf dem irnprovifirten Lager wand fich eine abgezehrte Frauengestalt ohne jede Hilfe in Kindesnöthen, während ein kleine! Mädchen weinend und frierend neben dem Lager der Mutter kauerte. Die sofort herbeigeholte Hebamme entband die Frau, deren Mann, ein viele Jahre in Höchst a. M. beschäftigt gewesener und wegen Lungenkrankheit entlaffener Fabrikarbeiter sich in der Verzweiflung über die Lage seiner Familie daS Leben hatte nehmen wollen. Durch mildthätige Menschen wurde daS Nöthigste an Wäsche für die Wöchnerin und daS Kind zusammengesteuert. M------VM -- * Frankfurt a. M., 16. October. Dal Gutleuthof- geläude ist auf Gruud eine! im August l. I. abgeschloffenen Kaufverträge! am 15. l. Mts. tn den Besitz de! Herrn Eugen Tornow übergegangen. Der Kaufprei! beträgt 3227000 Mk. • Frankfurt a. M., 18. October. DaS seinerzeit berichtete Straßenbahnunglück auf der Kaiserstraße fand heute seine gerichtliche Sühne. Anfangs September fuhr der betrunkene Lenker eines BackfteinwagenS, Herrn. Woitag, in vollem Trabe mitten in einen nach dem Hauptbahnhof fahrenden Straßenbahnwagen. Die Deichsel traf ein Fräulein aul Gießen (?), das mit seinem Verlobten die Rosenausstellung besuchen wollte, so schwer an Kopf und Hall, daß man Anfang! an ihrem Aufkommen zweifelte. Doch ist eß den Aerzten im städtischen Krankenhause gelungen, fie ziemlich wieder herzustellen, sogar die Sehkraft de! verletzten Auge! ist nicht ganz verloren, unb fie konnte vor 14 Tagen aul dem Krankenhaul entlassen werden. Der Fuhrknecht hatte für da! von ihm angerichtete Unglück keine andere Entschuldigung al! seine Trunkenheit und da! Gericht hielt delhalb eine empfindliche Strafe für angezeigt; e! erkannte auf ein Jahr Gefängniß. • Berlin, 16. Oktober. Im Jahre 1896 wurden in Berlin befördert: von Omnibuffen 43452646 Personen, von den Pferde- und elektrischen Bahnen 187 337 467, durch I bie Stabt- unb Ringbahn 76899 568 nnb durch die Dampf- straßeubahu 3527274 Personen. Gegen da! Jahr 1895 • wurden mehr befördert 41 085464 Personen. e Liu »euer Gaunerstreich ist vor einigen Tagen bei zwei Juwelieren in Berlin verübt worden. Während der Abwesenheit be! Chef! erschien bei einem Juwelier ein junger Manu im Alter von 20 bi! 24 Jahren und wünschte einen Brillantring zu kaufen. Die Berkäuserin nahm mehrere Ringe, darunter einen im Werthe von 325 Mk., an! dem Schaufenster und legte fie dem Kauflustigen vor. Dieser steckte einige Ringe an ben Finger, kaufte indeß keinen und entfernte fich darauf. Vorigen Samstag trat nun ein Bekannter in ben Laden und machte den Juwelier darauf aufmerksam, daß er einen Similtring für 325 Mk. im Fenster habe. Der Juwelier nahm schnell den Ring au! dem Fenster nnb überzeugte fich, baß statt seine! werthvollen Ringe! ein ziemlich ähnlicher Stmiltting aulgelegt war. Der Gauner hatte bie Ringe vertauscht unb bat Fräulein getäuscht. An bem unechten Ringe besanb fich eine Aulzeichnung über den Preis usw. saft genau so, wie an den übrigen Ringen. Der Gauner wird al! ein großer, hellblonder, seingekleideter Mann geschildert. Er hat in Gemeinschaft mit einem kleineren Maan denselben Streich bei einem Juwelier in der Friedrichstraße aulgeführt. Allem Anschein nach find el österreichische Jn- buftrieritter, die in Gemeinschaft mit einem Sachkundigen, der die falschen Tauschringe besorgt, „arbeiten". In Verdacht find mehrere Personen, die in anderen Städten ähnliche Gaunereien verübt haben, darunter ein gewisser W. unb ein Mann, der fich mit Vorliebe adelige Namen, wie v. Brüsewitz usw., beilegt. * Das radfahreude Berlin. Die Zahl der gegenwärtig in Berlin den Radsport aulübenden Personen beträgt etwa 45000. Davon entfallen auf 47 bestehende Radfahrer- Vereine nur 2300 Personen. * Eine Statistik der verli»er Specialttate» Locale ergibt da! Vorhandensein von 74 Etablissements der verschiedensten Kategorien, in welchen regelmäßig Artisten ihre Künste zum Besten geben. An der Spitze stehen neun große Specialitäten-Theater, darunter Wintergarten, Apollo-Theater, ReichShallen-Theater, Kaufmanns Variete, Feenpalast usw Ihnen folgen 28 eigentliche Chantant!, unter diesen 12 Locale, die auf den Besuch von sogenanntem Familienpudlikum rechnen, während in 16 Bedienung von zarter Hand eingeführt ist. In sieben Chantants ist der Besuch von Damen sogar anscheinend recht unerwünscht, da man fie, während Herren freien Eintritt haben, durch Erhebung eine! Eintrittsgeldes von 50 Pfg. bi! zu 1 Mk. feruzuhalten sucht. Außerdem extsttren 21 Sommer-Etablissement!, in denen nur ein Theil des Jahre! über gespielt wird. Acht Concertlocale mit Gesang, sowie acht Ballsäle, in welchen Ballet! zur Aufführung gelangen, vervollständigen diese Liste. • Die in Berlin lebende» Mormone», von deren Dasein man nur selten etwas erfährt, beginnen fich jetzt lebhafter zu regen. Aehnlich wie die Apostel der Heilsarmee versuchen eS auch diese „Heiligen deS jüngsten Tage!", hauptsächlich unter den Schiffern Propaganda zu machen, und zwar soll die Zett vor Weihnachten, zu welcher voranlfichtlich die Schiffer Muße haben werden, zu Bekehrunglzweckcn dienen Ein kleiner Stamm ist bereit! durch die Propaganda unter den Schiffern gewonnen worden, und el find auch hier wieder die Frauen, die dem Mormonenthum zugänglich find. Ans Ogdou, Utah, wird demnächst ein sehr beredter Apostel hier gehofft, der der deutschen Sprache mächtig ist und von dem erwartet wird, daß er da! Mormonenthum in Deutschland zu größerem Ansehen al! bilher bringen wird. • Konigshütte, 19. Dctober. Im Bahuschacht Königs- grübe find durch Pfeilereinsturz beim Abbau der Hauer Bar- dubitzki und der Schlepper Dttenburger verschüttet und gr> töbtet worden. • BreSla», 19. October. Ein Neffe bei Präfibentew F aure ist auf der Reise nach Rußland wegen Unvollständig- leit seine! Paffe! von den rusfischen Grenzbeamten in SoS- nowice am Ueberschreiten der Grenze gehindert worden. Da! hiefige französische Consulat wurde sofort zur Vervollständigung de! PaßvisumS aufgefordert. * Posen, 15. Oktober. Bei einem Zimmerbrande in Maucha bei Wollstein verbrannte da! 10jährige Schulmädchen Katharina Pacholek, die Tochter der Wittwe Franziska Pacholek. • Leipzig, 19. Oktober. Heute Nachmittag 5 Uhr 20 Min. stieg auf dem Borplatze der sächfisch-thüringischeu Industrie- und Gewerbe-Ausstellung der 3200 Cbm. faffenbe Luftballon „August Pölich" unter Führung der fraa- zöfischen Luftschiffer Gobard und Surcous und mit sechs Personen auf. Der Ballon schlug sofort eine rein Östliche Richtung ein. Die Fahrt dient wiffenschastlichen Zwecken. e Nürnberg, 18. October. In der heutigen Schlußsitzung del Aulschuffe! bei 12. deutschen Bunde!- schießen I wurde heute It. „Franks. Ztg." ein Deficit von etwa! über 100,000 Mk. festgestellt, vom Garantie- fond! wurden 25 pCt. eingesordert. • Biberach, 16. Oktober. Im nahen Alt heim brannte el jüngst wiederholt. Als Brandstifter ward nach der „U m. Zeitung" der Hornist der Altheimer Feuerwehr entdeckt. Der Mann hörte fich zu gern Alarm blasen, weßhalb er „zündelte". • Straßburg, 15. Oktober, lieber einen bedauerlichen UuglÜcklfall berichtet die „Straßb. Post" aul Saar- gemünb. In dem dortigen Militärlazareth übten fich einige LazarethgehÜlfeu nnb Reconvalelcenten im Revolverschieben. Einer zielte nach der Thür. In bem Augenblick, all er abdrückte, wurde die Thür von außen geöffnet und die Kugel drang einem eintretenben Soldaten tn bte rechte Schläfe nnb zerschmetterte ihm bte Schadeidecke. Der Unglückliche, ein junger Kaufmann aal der Pfalz unb ein braver Soldat, der erst vor einigen Tagen zum Gefreiten befördert worden war, wird die Unvorfichtigkeit seine! Kameraden wohl mit bem Tode büßen müssen. • Budapest, 16. Oktober. Der Grundbefltzer Szilagy in Naghe. ye erschlug Nacht! seinen 80jährtgeu Vater, weil biefer ben für ein verkaufte! Grundstück vereinnahmten Betrag nicht hergeben wollte. Bemerkevlwerth ist, daß der Ermordete 'Ilet el“ Heilt tu, von btrtn ©oftin in fich jetzt lebhafter Hetl-armee versuchea tagel*/ hauMchltch cheo, unb zwar loH boran/fiijtllit bli allgbzweckeo bienen ProtzMnda unttt M aui V« iMtt MM W birtbttx Äfsfiel mMz ist unb Bin wniutijum in Deutilh» bringen wird. i Sahofchch W abbau der Hauer «ar- ix ceiHüttet unb y> effe bei PMenir° b wegen Unvollständig' Itctjbcam«« I» ®"' (jltJtrt wibe»' W ,rt |W SertonpänM- Hl 10*1 g*“ » 3200 ««■*!' iattoul «nl ' E »fort iW > tf**- »s i°. •* aßb- $°Ln fld) tlnW 1 «•% «# "t ■t-SftÄ ein ^“^^ntbe« ®flI/ ,»55.» oben K-- ° bot. L7 dem nuö tln&b l* daraus QuJ?'tx ' W 8b«. ««ihm *"£*■* **0 b(y y*. "« «ei btn P, fc D» 4‘r Mann Qe. kleineren Mann z^drichstrahe ee dstenei-tschr llö‘« *4 lBe Seiten«. ß Stabten a&n« )tln S-lvisser W. unt ‘QmtD/ »le v. vlttst. der gegentvartia °° Personen behggt destehenbe Rabsahrn. alitaten.gocftie tl0|bt lements bet der- Eg Artisten lh« Ke stehen neun große 'lten, Apollo-Theater, "v/ Feeopalast ustv nter diesen 12 Locale, ArnpublÜM rechnet., Hand eingesührt ist. >n Damen sogar an» fie, während Herren eines EinttittsgeldeS ien sucht. Anßerder. denen nur ein Thell Soncetilocale mit Ge- allere zur Ausführung vor Jahren ebenfalls feinen Bater und einen seiner Brüder erschlagen hatte, wofür er eine lange Kerkerstrafe abbühen mußte. Agra», 18. October. Heute Morgen 6 Uhr 55 Min. ttn^be hier ein ziemlich heftiger, etwa 3 Sekunden andauernder Erdstoß verspürt. Mehrere Häuser erlitten Schaden. * Brüssel, 16. Oktober. Maß für ein Elend hier zu Laude stellenweise unter den „studirten" Leuten herrscht, geht wieder einmal aus Folgendem mit erschreckender Deut« lichkeit hervor. In der Gemeinde AnderSlecht war die mit 1400 FrcS. pro Jahr dotirte Stelle einet Gemeindeschreibers vacant geworden, und auf die erfolgte Ausschreibung hin bewarben sich um dieselbe weit über 300 Candidaten. Darunter befanden fich unter Anderen acht Doktoren der Rechte, von denen fünf zur Ausübung der Advocatur zugelassen waren, ferner sechs Candidaten der Philosophie und ein Doctor der Philosophie, der seine sämmtlichen Examina mit höchster AuS« zeichnung bestanden hatte. Sin ähnlicher Fall ereignete fich auch im vorigen Jahre, indem fich um die ausgeschriebene Portier-Stelle beim Landgerichte in Brügge damals unter Anderen auch ein halbes Dutzend Rechtsanwälte bewarben. Zu verwundern ist es nicht, daß bei solchen Zuständen die hier zu Laude sehr revolutionär auftretende Sozialdemokratie immer mehr Anhänger gewinnt und daß fich vor allem so viele Personen aus den wiffeufchaftlich gebildeten Ständen bt zuwenden. * Durch die Blume. Wirth: „Sie wollen in meinem Hotel nicht wieder über Nacht bleiben ?" — Fremder: „Nein! Ich habe stichhaltige Gründe!" Itniverfitäte. Nachrichten. Bonn, 18. October. Heute fand in der Aula der hiesigen Universität der Rectoratswechsel in üblicher Weise statt. Der abgehende Rector, Geh. Rath Prof. vr. Seuffert, konnte es sich nicht versagen, bittere Klage übet die unwürdigen Zustände der Universlläts- aebäude zu führen. Dos ästhetische Empfinden der Studirenden müsie darunter leiden. Diese Klagen find bald zu einer ständigen Rubrik beim Abschluß bezw. Beginn eines Studienjahres an hiesiger Universität geworden. — BreSlau. Der hier am 13. d. Mts. verstorbene Director des physiologischen Instituts der hiesigen Unioeristtät, Geh. Med.- Rath Prof. Dr. Rudolf Heidenhain, war 1859 im Alter von 25 Jahren als ordentlicher Professor der Physiologie nach BreSlau berufen worden. Das Gebiet seiner Specialforschungen waren die Untersuchungen über die Wärme-Entwickelung in den Muskeln und über die Absonderungsoorgänge in bett Drüsen. Er war ein Schüler DuboiS ReymondS; im Sinne seines Lehrers veröffentlichte er 1856 feine „Physiologischen Studien", denen 1864 das umfangreiche Werk „Mechanische Leistung, Wärme-Entwickelung unb Stoffumsatz bei der Muskelthätigkeit" folgte. 1879 erschien „Die Vivisection im Dienste der Heilkunde", unb 1880 „Der sozenannte thierische Magnetismus". — Würzburg, 17. October. Der Historiker Geheimrath Professor Dr. v. Wegele ist gestern Abenb gestorben. Budapest, 19. October. Im Hörsaale der hiesigen Universität fand gestern Nachmittag eine große Demonstration gegen den phllo- I sophischen Professor Bauer statt, weil derselbe den Studenten, welche bei ihm Vorlesungen nicht gehört hatten, seine Unterschrist verweigerte. Der Professor mußte seine Vorlesung unterbrechen und unter dem Schutz der Diener die Universität verlaffen. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gieße, 42. Woche. Vom 10. October bis 16. Oktober 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkrttSziffer: 17,54, nach Abzug der Ortsfremden 8,77 o/o* Kinder Summ«: 8 (4) 6 (3) 2 (1) ES starben an: Zusammen: Erwachsene: tm vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: KrebS 1 (1) 1 (1) - — Unterleibstyphus 1 1 — — Lungencatarrh 1 — 1 — Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) - - Herzfehler 2 2 — — Gesäßenlzündung 2 (2) 1 (1) 1 (1) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Tttrehttche Anzeigers der Stnd» Gtetzen Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 21. Oktober, Abends 8 Uhr, im Confirmandensaal der Neustadt: Bibelstunde. Evangelium Marci, Cap 8 VerS 1 ff. Pfarrer Dr. Grein 9 Güterverpachtung. Samstag de« 583. October, Nachmittags L Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgerichte die nachbenannten, zu dem Löber'schen Hofgute gehörigen Aecker und Wiesen einer nochmaligen Verpachtung auf sechs Jahre ausgesetzt werden. Flur Nc. 1. II 120 2. II 219,5 3. V 249 4. X 241 ö. X 152 6. X 172 7. X 174 8. X 180 9. X 186 10. X 207 11. XIII 99 12. XIII 112 13. XV 133 U. XXI 33 16. XXII 147 'S. XXVII 120 17. XXVII 122 18. XXVIII 8 19. XXVIII 273 20. XXIX 28 21. XXIX 33,5 22. XXIX 33 28. XXIX 84 24. XXIX 119 25. XXIX 141 26. XXX 108 27. XXX 112 28. XXXII 6 29. XXXII 11 30. XXXII 13 31. XXXII 19 32. XIII 100 33. XIII 106 34. XV 61 35. XV 134 36. XX 120,1 37. XXI 33 38. XXVII 136 39. XXXVIII 120 40. XXI 7 41. XXI 65 42. XXI 68 43. XXII 15 Bemerkt wird, entnommen und daf werden. Flächeninhalt □Dieter Acker auf dem Sand 1259 „ in ber Schwarzlach links ber Chaussee 2381 w zwischen bem Aulweg u. Leihgesternerweg 1144 . am halben Zehnten 8522 „ daselbst 2856 „ am Schwarzacker 4185 „ daselbst auf den Leihgesternerweg 4672 „ hinter dem Steinborn a. b. Stumpsenweg 2805 „ daselbst 1931 „ am Steinborn auf den Leihgesternerweg 3997 r im alten Feld auf das Bruch 1024 » daselbst 1014 „ aus der Leiseheide 4293 „ unter dem Wieseckerweg 3256 , am Rain hinter ber Warte 4987 , über dem Schäferbrunnen 4147 „ auf dem Wartweg 2363 „ auf dem Sand 803 m hinter d. Schießgärten a. d. Rodheimerstr. 3472 „ auf dem LeufeitSiöderweg 2423 „ am Fabriciischen Acker 2077 „ daselbst 7626 „ am Krofdorferweg 6365 , jetzt Wiese an ber alten Leimenkaute 6867 „ zwischen ber Lahn und dem Wißmarerweg 987 w am Krofdorferweg 4898 „ daselbst 5401 „ am Leufertsröderweg 5923 „ daselbst 5955 „ die Zwerggewann über d. Schwalbach'schen Acker 4585 „ am Krofdorferweg im Katzenfeld 7401 Wiese im alten Feld auf das Bruch 610 „ daselbst 1718 „ am Heegstrauch b. b. Schwalbach'schen Wiese 2345 , am alten Feld vor dem Weiher 3187 „ hinter dem Wallbrunnen a. b. Wieseck 8128 „ unter dem Wieseckerweg 741 „ in ber Schwarzlach 1194 „ hinter b. Schießgärten a. b. Rodheimerstr. 3703 Gemarkung Wieseck r „ im Taubenanger 1981 „ in ber Speck am Taubenanger 2125 , daselbst 15925 „ am Hammweg 1869 daß die Flächengehalte dem neuen Gütergeschoffe i größere Parzellen auf Wunsch getheilt verpachtet 9760 _______ Helfrich, Ortsgerichtsmann. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteustrafie 2. i ««gebot der «rbaituebmer r 1 Bäcker, 1 Krankenpflegerin, 1 Buchbinder, 1 Maler oder Lackirer, 1 Tapczier, 1 Sattler, 1 Mcnchinift fgepr. fieber) ! ’ber, 3 ©(bretner, 2 Taglöhner, 1 Lauffrau, 1 Aushilfsköchtn, 1 Dienstmädchen für Weihnachten, 1 feineres HauSmädchen, 1 Bureaugehülfe 2 Schretbgehülfen, 1 Bureaudiener, 1 Einkassierer. 8 ' Nachfrage ber Arbeitgeber r 2 Bäcker, 1 Drechsler, 1 Spengler, 1 stallateur, 1 Sattler, 1 Schneider für Hausarbeit, 1 Schneider auf Werkstatt 1 Schuhmacher, 2 Schreiner, 2 Krankenwärter, 7 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit. Coursbericht Ni el. Kurz M (Messen, SachsMsU M Frankfurter Sörse vom 19 Oktober 1897. ?t»ceü y/i Deutsche ReichSanl. 102 65 3 Preuß. ConsolS 97.40 3«/, Gr. Hessische DbL 101 75 4 Stadt Darmstadt v. 1891 000.0t 4 Stadt WormS unt. b. 1901 101.50 Sßroccnt 4Vi Oesterr. Silberrente 86.75 4 Ung. Gold-Rente 103.15 3 Portugiesen 22.40 6 Mexikaner 93.35 4 Monopol-Griechen von 1887 36.10 3 Oesterr. StaatSbahn v. 1885 93 60 S Jtal. staatsgar. Eisend. 57.65 4 Eisend. Rentenb. DbL 101.50 4 BuderuS DbL 100.60 3Vi Frankstr. Hyp. Bk. unL b. 1906 100 50 »'/, Frkf. Hyp. Cred. V. unk. b. 1906 100.10 4- bto. unk. b. 1905 103.25 $V| DentscheGrdsch.B. unk.b. 1906 100.50 31/i Hambrgr. Hyp. Bk. unk. b. 1905 3i/, Preuß. Hyp. A. Bk. unk. b. 1905 3i/, Pomm.Hyp.A.Bk.unk.b.1906 4 Frkf. Lbw.CrebLSk.unk.b. 1900 100.50 100.60 1005C 102.00 2*0 Franken-St. 4ngl. SovcreignS Dollars in Gold Lärmst. Bk^'Aktien • Hbf otHnt Britt 9tü> 16.18 16.14 20.36 20L2 4.20 4.16 Franz. Banknoten Oesterr. bto. Americ. A»e»»eo«»fer 000.00 I Oesterr. Crebtt-Aktten Brief «tl> 80.75 —169 95 4.17V» 298 50 Arbeitsvergebung. Die nachstehenden, im Orte Watzenborn zur Ausführung kommenden Bauarbeiten sollen im Submissionswege vergeben werden und zwar: veranschlagt zu: Maurerarbeiten 1376,43 JL Zimmerarbeiten 160,86 „ Dachdeckerarbeiten 194,92 „ Spenglerarbeiten 30,21 „ Schreinerarbeiten 137,79 „ Glaserarbeiten 4,80 „ Schlosserarbeiten 60,— „ Weißbinderarbeiten 101,62 „ Pflasterarbeiten 75,84 „ Eisen- und Röhrenlieferung 117,52 „ 2259,99 J(. Die Offerten sind bis nächsten Montag, den 25. d. Mts., Nachmittags 58V2 Uhr, auf Großy. Bürgermeisterei Steinberg abzugeben, woselbst auch Plan und Voranschlag eingesehen werden kann. Gießen, den 20. Oktober 1897. Der Kreisstraßenmeister: __________Rohrer.______9741 Berdingung von Chaussee arbeiten. Die Herstellung der Chaussirung von Theilen des Wismarer-, Lehm- kauter- und Mittelwegs, sowie des Querwegs V im consolidirten Theil des Neustädter Feldes — im Ganzen rd. 3960 qm — soll Dienstag den 26. d. Mts., Bormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Be- dingungen liegen bei uns während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlagsfrist 18 Tage. Gießen, 19. Oktober 1897. Das Stadtbauamt. _________Schm andt._____9754 Han-elslkhranftaltDarmÜadi Prospekte durch den Direktor fis. Fehr. Empfehlungen. ÄL MWiNM. Freibank. 9705 Heute and morgen: OchstnAeistd nicht ladenrein, per Pfd. 54 Pfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, per Pfd. 52 Pfg. Täglich frische Sendung Hochs. Tafelbutter bei A. & G. Wallenfels, 5650 Markt 2t Telephon 46. Heule Donnerstag trifft auf dem Brandplatze schönes Weißkraut, der Gentner zu 2,60 Mark, ein bei 9763 Diensttuann Ferber. Feinsten Medicinal- Leberthran empfiehlt in «euer Waare 9643 Emil Fischbach. Fkbeudftjslhk Schellfische (in Eispackung) eingetroffen bei 4551 J. M. Schulhof, Marktsiraße 4.____________Telephon 119. Prima Steinbutten, Zander, Hechte, «abltau, Schellfische, gemästete Welsche Hahnen, «Lnse, Ente«, Hahne«, Taube« bei 9762 C. G. Klein h enn, __________Bahnhofstraße 59.___________ Husten und Heiserkeit lindern Sie am schnellsten mit Walther» giichtennadelbonbon». Zu haben ä 3" unb 50 Pfg. bei 9744 Gustav Walter, MäuSburg 13. Vermiethungen. 9704] 2 Zimmer, mit ober ohne Küche und Zubehör, zu vermiethen. _______________vahuhoffir. 48. 9660] Kleines Famtltenlogis zu Der» miethen.____________Steinfiratze 88- 9761] 2 ineinandergehende, gut möbl. Zimmer mit 2 Betten zu vermietben. ________________Lvdwigfir. 14, 11. 9757] Freundlich möblirteS Zimmer, vor dem Corridor, zu vermiethen _____________Dammfiratze 80, 11. 9747] 2 möblirte Zimmer, zusammen ober einzeln, zu vermiethen. _________________Wilhelmfiratze 1. 9766] MöblirteS Zimmer zu oer- miethen.______________«arktfir. 4. 9743] MöblirteS Zimmer zu ver- miethen._________Bra«dgasse S, L 9742] Gut möblirteS Zimmer zu vermiethen. 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