Halt. Mk. l8. M mit R roitb von mit W zu ^r. lm 2C- angebracht. aerIL ann, deutsche äder r Systeme nd Damen WHkiik. fputalttt. r persönlichen 4284 'amen wird auf erDameünter- rtheilt. w rmriflrr, ),; nsbesondere Neu- ack erde, || et nur ächt, B t n taten- W !N alten aller Art gjtotwtW*1 'M Zpülfte'^ SljorW,w' jelaufsa»«' **1,S »0WJ •ftSS 17»". L«L SQrat Nr. 118 Erstes Blatt Freitag den 2 t. Mai 1S97 Gießener Airzeiger Keneral-Anzeiger. 2lmts» «nd Anzeigeblatt für den Knie <6iefzen Redaction, Expedition und Druckerei: Zchutstraße Ar.7^ Fernsprecher 51. Vierteljähriger Abonncmcntspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamiltenvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Hralisöeitage; Hießener Kamikienötätter. Alle AnnoneeN'Bureaux deS In- und Auslandes nehmen 1 Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg«. ' Deutsche» Reich. Darmstadt, 19. Mai. Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog wohnten gestern Nachmittag dem Diner bei, welches das Off-ziercorpS des 2. Großh. Dragoner - Regiments (Leib- Dragooer-Regiments) Nr. 24 zur Feier deS Höchsten Ge. burtsfestes Br. Majestät des Kaisers Nikolaus H. von Rußland, des hohen Inhabers des Regiments, veranstaltet hatte. An dem Diner nahm auch der Kaiserlich russische Minister- resident v. Ozerow Thetl. Darmstadt, 19. Mat. Oberst Nepokoitschitzky, der Flügeladjutant Sr. Majestät deS Kaisers von Rußland, ist hier eingetroffen, um die neuen Standartenbänder für daS zweite Großh. DragonereRegtment (Leib-Dragoner- Regiment) Nr. 24 zu überbringen. Mit dem Obersten ist der Kaiserlich russische Militärattache in Berlin, Oberstlteutenant Prinz Engalitschew hier angekommen. Beide Herren wurden heute Mittag von Sr. Kgl. Hoheit dem Groß- Herzog empfangen und nahmen darauf an dem Großherzog- lichen Luncheon Theil. -Neueste KolffS telegraphische» Ksrresponte«r-B«r«m. Berlin, 19. Mai. Der Abdruck der neuesten vom Kaiser gefertigten Marinetabelle ist, wie die „Freis. Ztg." mittheilt, jedem einzelnen Reichstags-Abgeordneten zugestellt worden. Berlin, 19. Mat. Die PetirionScommisfion des Reichstages überwies die Petitionen des „Bundes der Landwirthe" tm Canton Dürkheim a. d. Haardt betr. die Besteuerung der Kunstweinfabrikation und Abänderung des WeinverkehrSgesetzeS dem Reichskanzler zur Erwägung. Ueber die Petitionen betr. das Verbot der Kunstweinfabrikation und die Einführung des Quebracho-Holzzolles wurde zur Tagesordnung übergegangen. Berlin, 19. Mai. Der „Reichsanzeiger" meldet: Zur Untersuchung deS gestern Abend auf der Et selb ahn zwischen den Stationen HilleShetm und Gerolstein vogekom- menen schweren EtseubahnunfalleS begab sich Ge- heimrath Misant vom ReichSeisenbahnamt sofort an Ort und Stelle. Wiesbaden, 19. Mai. Gestern Nachmittag ist der Amts- gerichtSrath Oppermann, ein alter nassauischer Jurist, langjähriger aussichtführender Richter deS hiesigen Amtsgerichts, im 70. Lebensjahre gestorben. Saarbrücken, 19. Mai. Der verunglückte Militärzug hatte 81 Achsen und beförderte 5 Offiziere und 1124 Reservisten der Regimenter Nr. 98, Nr. 130, Nr. 143 und Nr. 135. Sieben Wagen wurden vollständig zertrümmert, 9 Reservisten und 1 Bremser wurden getödtet, 35 Reservisten und 1 Bahubeamter verwundet. Der Unfall entstand durch Zerreißen des Zuges und Auslaufen des Hinteren TheileS auf den vorderen in Folge des starken Gefälles der Bahn an der betreffenden Stelle. Hildburghausen, 19. Mai. Johannes Nonne, seit 45 Jahren Leiter der htefigen „Dorfzeitung", ist gestern Abend gestorben. Konstantinopel, 19. Mai. Die Division Osman Pascha unternahm gestern einen Angriff auf Arta. 4 griechische Bataillone versuchten ein Umgehungsmanöver, wurden jedoch von der ankommenden Division Saad Edin in Kreuzfeuer genommen und mit sehr erheblichen Verlusten zurückgeworfen. Seitens der Türken hofft man, heute in Ärta einzumarschtren. Bisher liegt feine Meldung vor, ob der Einmarsch erfolgt ist. Depeschen deS Bure«u ,Herolds Berlin, 19. Mai. Im Abgeordnetenhause wurde heute eine Anzahl kleinerer Vorlagen erledigt. — Nächste Sitzung SamStag Tagesordnung: Kleine Vorlagen. Berlin, 19. Mai. Zu den gestrigen Debatten in den Parlamenten über daS VeretnSgesetz schreibt heute die „Nordd. Allgem. Ztg." am Schluffe eines Artikels: Wenn gegen die Novelle ein großer Sturm angestrebt sei, so erwachse daraus für jeden Patrioten die ernsthafte Pflicht, Verdunkelungen des Thakbestandeö und der RegierungS- abfichten entgegenzutrelen. Der königliche Erlaß vom 4. Januar 1882 gelte noch heute und seinem Inhalte nach wicht nur für die Beamten, sondern für Jeden, der eS mit srtner Bürgerpflicht, die auch ein Stück Beamten-Qualität ist, erruft nimmt. verliu, 19. Mai. Nach einem Telegramm des „Local- AnzeigerS" hat gestern Abend der Nordpolfahrer Andree eilt dem Dampfer „SonSksund" die Reise nach dem nördlichen E Smeer angetreten, um nochmals den Versuch zu machen, mir dem Lustballon noch in diesem Sommer den Nordpol zu erreichen. Berlin, 19. Mai. Nach den Verhandlungen im Abgeordnetenhause Über die Bereinsgesetz-Novelle schreibt die „Nationalzeitung", die dreistündige Debatte habe gezeigt, daß die ganze Linke und daS Centrum fest entschlossen sei, der ungeheuerlichen Vorlage daS verdiente Schicksal zu bereiten. Berlin, 19. Mat. Dem „Localanzeiger" zufolge ist der Staats secretär des ReichSmarineamtS, Admiral Holl mann, heute von seiner Erholungsreise nach Berlin zurückgekehrt. Seine Amtsgeschäfte werden nach wie vor von dem Contre- Admtral Büchse! besorgt. Der Nachfolger HollmannS, Admiral Tirpitz, wird in der ersten Juni-Woche hier eintreffen. Wiesbaden, 19. Mai. Der Kaiser unternahm heute Vormittag 7f/4 Uhr einen Spazierritt, von welchem er um 91/» Uhr in daS königliche Schloß zurückkehrte. Dortselbst empfing der Monarch um 9*/6 Uhr den gestern von Berlin hier eingetroffenen commandtrenden Admiral v. Knorr zu längerem Bortrage. Heute Mittag 1 Uhr findet im königlichen Schlöffe Frühstückstafel statt, zu welcher mehrere Einladungen ergangen find. Morgen um 1 Uhr speist der Kaiser im htefigen Osfizierscafino. Die Abreise des Kaisers ist definitiv auf Donnerstag Abend 9!/8 Uhr festgesetzt. Paris, 19. Mai. Bei der Jubiläumsfeier der Königin von England wird Frankreich durch den General Davont vertreten sein. Paris, 19. Mai. Als gestern Abend in dem Chatelet- Theater während der Vorstellung eine Dame ohnmächtig wurde, riefen mehrere Besucher „Feuer!" Jnfolgedeffen entstand eine große Panik, bei welcher eine Anzahl Personen schwer verletzt wurden. Paris, 19. Mai. In diplomatischen Kreisen verlautet, daß Deutschland die Ansprüche der Türkei gebilligt habe. Der „Eclair" constatirt, daß jetzt zum ersten Male die Großmächte wirklich einig find. Voraussichtlich wird der Sultan, welcher auf die Uneinigkeit der Mächte speculirr hatte, seine Ansprüche auf Theffalien fallen lassen. Athen, 19. Mai. Die Gesandten unterbreiteten bereits der Regierung die hauptsächlichsten Friedens beding- ungen. In Regierungskreisen herrscht die Ansicht vor, daß der Krieg jetzt tatsächlich beendet sei. Kanea, 19. iDcat Die Einschiffung der Truppen nach Athen vollzieht sich nur langsam, da die Insurgenten die Fortschaffung der griechischen Geschütze verweigern. Bei dem Fort Jzzedin wurden mehrere englische Offiziere von Insurgenten überfallen und auSgeraubt. Konstantinopel, 19. Mai. Die Einstellung der Feindseligkeiten wird hier lediglich dem Zaren zugeschrieben. Berlin, 20. Mai. Die kaiserlichen Prinzen in Plön find von ihrem Unwohlsein wieder ganz hergeftellt. Wien, 20. Mai. Die Friedensverhandlungen werden wahrscheinlich in Konstantinopel stattfinden. Wenn die zeitweilige türkische Occupation griechischen Gebietes alS Bürgschaft für die Kriegskosten unvermeidlich wäre, würden die Großmächte den Umfang dieses Gebietes und die Stärke der OccupationStruppen festftellen, und ferner dafür sorgen, daß öte Besetzung eine lediglich militärische bleibe. Türkische Verwaltung wäre auSgeschioffen. Die Aufhebung der cretischen Blokade wird in den nächsten Tagen erwartet. Wie», 20. Mai. Die „Nene Freie Presse" meldet: In diplomatischen Kreisen wird geplant, die Bezahlung der Kriegsentschädigung an die Türkei, sowie die Deckung der Schuldenzinsen Griechenlands durch eine beson- dere Organisation nach dem Muster der serbischen Monopol- Verwaltung ficherzustellen. Wien, 20. Mai. Der Bürgermeister Lueger berief völlig unerwartet für gestern Abend eine außerordentliche Sitzung des Gemeinderarhs ein und legte den Entwurf einer Adreffe an den Kaiser vor, worin um Regelung der Sprachenfrage durch ein Sprachengefetz unter Aufhebung der Sprachen-Verordnungen für Böhmen und Mähren gebeten wird. Der Gemeinderath har den Adreß Entwurf angenommen. Rom, 20. Mai. Die Blätter in Bologna melden, das dortige Gericht habe soeben einen Vorführungsbefehl gegen Frau CriSpi erlassen, sowie der Kammer ein Gesuch vorgelegt um Bewilligung deS Verfahrens gegen CriSPi. WB. Berlin, 20. Mai. Die VereinSgesetz-Lom- mission des Abgeordnetenhauses hat mit 15 gegen 13 Stimmen (Freiconservative und Couservative) Artikel 1 und 3 abgelehnr. CoceU» unö prwinjielte», Gießen, den 20. Mai. ** Schuldienst Rachrichten. Am 14. April wurde der Schulamtsaspirantin Josephine Dingel dein auS Bensheim eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Münster, Kreis Dieburg, übertragen- — an demselben Tage wurde der SchulamtSaSpirant Ludwig Ringshausen auS Nidda zum Elementarlehrer an der Obstbauschule und landwirth- schaftlichen Winterschule zu Friedberg ernannt- — am 17. April wurde dem Lehrer au der erweiterten Volksschule zu Guntersblum Simon Schwarz eine Lehrerstelle an der erweiterten Volksschule zu Rimbach i. O., Kr. Heppenheim, mit Wirkung vom 1. Mai an, — am 20. April wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Pebler ans Büdingen die 6. Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, — am 21. April wurde dem SchulamtSaSpiranten Wilhelm Ohly aus Holzheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Feldkrücken, Kreis Schotten, — am 24. April wurde dem SchulamtSaSpiranten Ludwig Allendörfer auS Ober- RoSbach eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Helpershain, Kr. Schotten, übertragen. •* Parlamentarisches. Abgeordneter Erk u. Genossen haben bet der Zweiten Kammer beantragt: Die Großherzogliche Regierung zu ersuchen, die Subvention der Bienenzüchtervereine des GroßherzogthumS auf jährlich 2000 Mk. zu erhöhen. — In der Begründung heißt eS: Die Bienenzucht ist volkSwtrthschaftlich von erheblichem Werthe, weil sie die Befruchtung der Obstbäume und Pflanzen begünstigt und vielen sog. kleinen Leuten einen erfreulichen Nebenerwerb ermöglicht. Aber auch ebenso groß dürfte ihr indirecter Nutzen anzuschlagen sein, da die Biene durch ihr Vorbild zu Fleiß, Sparsamkeit, Reinlichkeit, Umficht, Muth, Ordnung und Unterordnung anregt und die Vereine socialpolitisch wirken. Da alljährlich noch über 10 Millionen Mark für Honig und Wachs ins Ausland gehen — waS gewiß zu beklagen ist — und da für Bienenzucht in dem halb so großen Nassau 2000 Mk. (CursuS zu Flacht 1500 Mk.). in Baden 2800 Mk. (CursuS zu Eberbach 1100 Mk., zu Hochburg 500 Mk.) gegeben werden, während Oberheffen seinen CursuS zu Ortenderg aus eigenen Mitteln bestreiten mutz und da eine Förderung der Bestrebungen der drei BienenzÜchtervereine wünscheuSwerth erscheint, zumal auch Curse für Obstbau, Molkerei rc. unterhalten werden, so halten wir eine Unterstützung der drei Provinzial-Bienenzüchter- Vereine mit je 6662/8 Mk. zusammen also mit 2000 Mk. zur freien, eventuell zur nachweislichen Verfügung für angemessen. ’♦ P.A. Sport- und Volksfest. Indem wir auf die Annonce in heutiger Nummer aufmerksam machen, bemerken wir, daß nach unS gewordenen Mittheilungen der Vorverkauf der Eintrittskarten nächste Woche beginnt. * * Hnndezüchtung. Schau und Schliefen des Vereins zur Züchtung reiner Hunderaffen in Gießen findet am 13. Juni d. I. auf der „Schönen AuSficht" hier statt. * * Auf den Schoafchreib Uuterricht des Kalligraphen Herrn O. Gottlieb, welcher heute im „Hotel Schütz" hier feinen Anfang nimmt, machen wir hiermit noch besonders aufmerksam. Die Erfolge der Gottlieb'schen Methode sind ja hinlänglich bekannt und bedürfen solche deshalb einer weiteren Anpreisung nicht mehr. * * Unfall. Herr Hauptmann Clausius stürzte heute Vormittag während des ExercirenS beim Ueberfetzen eines Grabens mit dem Pferde und zog fich anscheinend schwere Verletzungen zu. * * Gratis-Abendessen. Ein hiesiger Tapezierermeifter engagirte gestern Abend in Klein ° Linden einen reisenden Tapeziergehülfen und kaufte ihm zu effen und trinken. Statt aber einzutreten, suchte der Gehülfe heute früh 6 Uhr schon das Weite und der vertrauensselige Meister war geprellt. * * Ueber die Einschränkung des PostpackerewerkehrS an Sonn- und Feiertagen, die in einer vom Reichstage angenommenen Resolution Lingens gefordert wurde, hat der StaatSsecretär des RetchSpoftamtS von den Handelskammern Gutachten eingefordert. Diese Gutachren sind von der großen Mehrzahl der Handelskammern erstattet und lauten im Wesentlichen ablehnend. In der Hauptsache wird geltend gemacht, daß durch die in Anregung gebrachte Einschränkung deS Postpäckereiverkehrs für einzelne größere Geschäftszweige, wie z. B. ConfectionS-, Modewaaren-, Delicateffen-, Galanteriewaarenhandel rc., empfindliche Nachtheile entstehen würden, andererseits wird verschiedentlich vorgeschlagen, die Entlastung der Postbeamten durch Aufhebung der NachmittagS-Tchalterftuuden und Festsetzung der Poftdieuststunden an Sonntagen auf den Bormittag, etwa auf die Zeit vou 11 — 12 Uhr, anzustreben. Bei der Sterbekasse de8 Deutsche» KriegerbuubeS betrug die Zahl der Versicherten Ende December 1896: 31137 gegen 24 791 im Vorjahre. Der Bestand an Versicherungen Ende 1896 betrug 26973 mit 6 482850 Mk. Verficherungscapital. AuS dem Überschuß pro 1895 gelangten 10334 Mk. Dividende an die dazu berechtigten Mitglieder durch Anrechnung auf die MonalSbeiträge zur Dertheilung. Für das Jahr 1896 beträgt die Prämienreserve 518140 Mk. Aus dem Reingewinn würde der Sonderreservefonds auf 31 634 Mk. und das Dividendenconto auf 12984 Mk. zu erhöhen sein. An die Hinterbliebenen wurden in 1896 in 252 Fällen 59383 Mk. Sterbegelder ausbezahlt. Unter den Gestorbenen befanden sich 38 Frauen. In 20 Fällen waren die Verstorbenen noch nicht sechs Monate versichrri. Der Vertreter der „Haffia" bei dieser Sterbekaffe ist Herr Postsecretär a. D. Meyer in Gießen, welcher Anmeldungen ganzer Vereine der „Haffia" als auch einzriner Mitglieder entgegennimmt. •• Neue btempelmarke. Die Großh. Ministerien der Justiz und der Finanzen erlaffen folgende Bekanntmachung: ES ist für angemeffen erachtet worden, die vierte Gruppe der in der Bekanntmachung vom 4. März 1891 (Regierungsblatt I. Seite 36) bezeichneten Stempelmarken um dir Marke mit dem Werthe vou 500 Mk. zu vermehren. Die Marken vou diesem Werthe werden von der Haupt-Stempelverwaltung vom Tage des Erscheinens der gegenwärtigen Bekanntmachung ab, gleichwie die andern Arten Stempelmarken, gegen Vorausbezahlung des Geldbetrags an die StemPelmarkenauS- theiler auf Bestellung abgegeben werden. ** Wetterbericht. Die Wetterlage hat sich im Großen und Ganzen wenig verändert. Die Luftdruck Unterschiede find dabei über Eentraleuropa gering, jedoch sind zahlreiche Unregelmäßigkeiten vorhanden. Dieselben bedingen bei wechselnder Bewölkung andauernd zu Gewittern geneigtes Wetter. Die Temperaturen find in Deutschland gestiegen. — Voraussichtliche Witterung: TheilS heiteres, theils wolkiges, zu Gewittern geneigtes Wetter. M. Herbstein, 16. Mai. Heute wurde hier im „Deutschen HausteineCentralauSschußsitzung deS Vogelsberger Sängerbundes abgehalten. ES handelt sich hauptsächlich um das am 12., 13. und 14. Juni zu Eichenrod abzuhaltende Bundes-Sängerfest. Wie vorn feftgebenden Gesangverein „Concordia" in Eichenrod durch deffen Dirigenten, Herrn Lehrer Jüngst, rnitgetheilt wurde, verweigert der Freiherr!. R«edesel'sche Oberförster, Herr Hoffmann in Engelrod, seine Zustimmung zur Abhaltung des Festes in den einschlägigen, unter seiner Aufficht stehenden Rtedesel'schen Waldungen und begründet sein ablehnendes Verhalten damit, daß er aus forstwirthschaftlichen Gründen die Benutzung des Waldes versagen müffe. Auch nachdem bann die Zustimmung der Kirchen- gemeinde HopsmannSfeld zur Abhaltung des Festes in deren Kircheuwald eingeholt war, hat der Herr Oberförster, deffen Zustimmung auch hier nöthig ist, diese verweigert. Wegen Kürze der Zeit bis zum Fest und da Privatwaldungen nicht vorhanden find, wurde von Erhebung von Beschwerden zwecks Erlangung der Genehmigung abgesehen und beschloffen, dem Gesangverein „Concordia" in Eichenrod zu überlassen, den Festplatz im freien Felde zu wählen. M. Herbstein, 20. Mai. ES wird beabsichtigt, hier eine Molkerei zu errichten im Anschluß au die Motkeretgrnoffen- schast Fulda-Lauterbach. -I- Eicheurod, 19. Mai. Zum Bürgermeister hiesiger Gemeinde wurde der Landwirth Georg Greb III., Sohn des Gemeinderechners, gewählt. Sein Vater will als Ge- meinderechner mit Rücksicht darauf abdanken. M.W. Aus der mittleren Wetteran, 19. Mai. Der Hoch- staplcr, über den aus Rieder-Mockstadt berichtet wurde, hat sich auch in unserer Gegend bemerklich gemacht. Es scheint eine kleine Bande dieser Gauner zu existtren, denn in voriger Woche wurde ein solcher zu Wald-Michelbach dingfest gemacht, wo ihn der Pfarrer entlarvte. Auch in unserer Gegend scheinen die Pfarrhäuser gebrandschatzt zu werden, aber nicht blos dadurch, daß die Geistlichen angebettelt werden, die Hochstapler kundschaften auch oft die Häuser auS und bereiten die Einbrüche vor. ES ist offenbar nicht zusälltg, daß die Pfarrhäuser in Starkenburg und Oberhessen gleichzeitig heimgesucht werden. Daß die Gauner aber verschiedene Personen find, beweist die Thatsache: Der Eine fitzt hinter Schloß und Riegel, der Andere treibt hier noch sein Unwesen. Darum Vorficht. X. Darmstadt, 19. Mai. DaS GroßherzogSpaar reiste heute zu ein- bis zweiwöchigem Besuch des Prinzen und der Prtnzeffin Ludwig von Battenberg nach Schloß Heiltgenberg bet Jugenheim. — Der ehemalige Hofrheater- director, Herr Geh. Hofrath Th eodor Wünzer, ist gestern unerwartet schnell infolge eines Schlaganfalls im 66. Lebensjahre verschieden. Er hat nach Tescher und vor dem jetzigen Director Werner beinahe zwanzig Jahre lang die Direction, und zwar unter theilweise recht schwierigen Ber- hältniffen, geführt. Wünzer war in der Vollkraft seiner Jahre ein vorzüglicher Heldendarsteller und hat in diesem Fache bis jetzt noch keinen ihm ebenbürtigen Nachfolger hier erhalten- weit und breit war seine Darstellungskunst in Rollen wie Wallenstein, Tell, König OdtpuS und in den Shakespeare'icheu Schicksalsdramen bekannt und berühmt. Wünzer, ein geborener Bayer, dem Darmstadt zur zweiten Heimath geworden, war eine vornehme Natur, ein trefflicher Charakter, ein gemüthlicher Gesellschafter. In vielen Bereinigungen gemeinnütziger und wohlthätiger Art bethätigte er seine hohe RecitationSkunst und war überall gerne gesehen und gehört. Nicht nur verliert also in Wünzer daS Hoftheater einen ehemaligen sehr verdienstvollen Angehörigen, sondern auch unser öffentliches Leben einen allezeit hilfsbereiten wackeren Künstler. Sein Andenken bleibt in Ehren. * Püttlingen bei Saarbrücken, 18. Mai. Zwei junge Leute im Alter von 16 und 18 Jahren, die im Walde gesteigertes Holz holen wollten, wurden vom GenSdarmen für Wilddiebe gehalten und zusammengeschossen. Beide liegen hoffnungslos darnieder. • Hnmor in der Schule. AuS Berlin berichtet der „Börsencourter": Zu der Hundertjahrfeier des königl. Friedrich WilhelmS-Gymnafiums ist auch eine Festschrift erschienen. Alten Schülern der Anstalt wird durch eine Fülle biographischen Materials die Erinnerung an die Schulzeit wieder aufgefrischt. Auch der Humor fehlt nicht. AuS einem Buche Dr. Karl BormengS „Wie Fritz Mediziner ward" werden allerliebste Reminiscenzen wiedergegeben. So wird vorn alten Bresemer, dem Gewaltigen der Obersekunda, erzählt: In die Obersekunda trat jeder Gymnasiast mit einer Art heiligen Schauders ein. Bresemer war wohl der einzige Lehrer der Anstalt, dem der Ruf großer Strenge voranging, und den man fürchtete, trotz der vielen geflügelten Worte und Witze, die von ihm erzählt wurden. Die Obersekunda galt allgemein als die große Klippe, an der so mancher hoffnungsvolle, angehende Student scheiterte. Sofort am ersten Tage des Unterrichts, bei der Aufnahme des Nationale, konnten wir uns überzeugen, daß die Mär von den ergötzlichen, unbewußten Witzen, den sogen. „Brekladen", keine Redensart sei. Bresemer fragte zwei Brüder. „Sie find Zwillinge?" „Ja", war die Antwort. „Und wo find Sie geboren?" „In Berlin." „Und Sie?" wendete er fich an den Bruder, der bann unter allgemeinem Gekicher antwortete: „Auch in Berlin, Herr Professor." Einen Anderen fragte er: „WaS ist Ihr Vater?" „Der ist tobt, er war Besitzer einer Mineralwasser-Anstalt." „So schreiben Sie", wendete sich Bresemer au den PrimuS, der die Liste führte, „unter die Rubrik Stand des VaierS: Wiltwe einer Mineralwaffer- Anstalt." Eine gänzlich andere Natur war Schellbach, der Mathematiker. Klein von Gestalt, rasch in den Bewegungen, klar und gewandt in ber Rebe, blickte er mit seinen hellen Augen wohlwollend und forschend zugleich den Neuling an, als wolle er ihn eimuthigen und zu sich Herangehen. Vor kenntniffc verlangte rr so gut wie gar nicht, und der Schwachen nahm er sich mehr an, als ber Befähigten. Dann pflegte er zu sagen: „Die können fich schon selbst helfen, ben Anderen aber muß stch beispringen." Schellbach entwickelte Engelsgeduld, wenn es galt, einem Schwachen einen Beweis klar zu machen oder ihn eine Schlußfolgerung finden zu laffen. Man sah ihm die Freude an, wenn das ersehnte Ziel, oft nach unsäglicher Mühe, glücklich erreicht war. Aber ein fürchterliches Unwetter brach los in ben seltenen Fällen, wo alle Mühe vergeblich blieb. Dann legte sich bte sonst so glatte Stirn in Falten, der Mund zuckte, die Augen sprühten Flammen und die Worte donnerten nur so heraus: „Sie sind ja ein wahres Roß von Dummheit. Sie wollen studiren? Was in aller Welt wollen Sie studiren, frage ich, wenn Sie so einfache Dinge nicht begreifen können? UebrigenS kommen wir auf die Formeln. Sagen Sie mir doch mal cos a-pß gleich?" Damit schloß nämlich eine solche Scene regelmäßig, daß Schellbach dem Unglücklichen die Formeln abfragte, wobei derselbe selten genügend bestand, und dann hieß eS: „Kommen Sie am Mittwoch Nachmittag auf zwei Stunden." Die Formeln waren reine Gedächtnißsache, und von guten Schülern erfragte sie Schellbach nie, der Schwache dagegen sollte sie genau au-wendig wiffcn. Da das selten zutraf, so war ber Grund zur Strafe gesunden . . . Kleinere Strafen bestanden in besonderen Aufgaben, die wir zu Hause lösen und des Morgens früh bet Schellbach, deffen Wohnung ebenfalls im Schulgebäude lag, abgeben mußten. Da kam es denn vor, daß Schellbach nicht anwesend war, und eine ber Töchter bte Arbeit annahm und die Ablieferung vergaß. Bei Beginn ber Lehrstunde fragte Schellbach ben Betreffenden, warum er Morgens nicht erschienen set. „Ich war ja da, Herr Pro- feffor," lautete die Antwort, „und habe die Arbeit abgegtDln; man sagte mir, Sie seien nicht zu sprechen." „Wem haben Die die Arbeit gegeben?" „Einer Ihrer Töchter, Herr Profeffor." „Welcher denn?" „Wie sie hieß, weiß ich nickt, Herr Profeffor." „War sie hübsch?" „Ja, Herr Profeffor." „Na, bann war'S Florchen. ES ist gut!" Citcratur «nd ünttft Die »eben Äaifer Wilhelms II. Den interessantesten Band unter ben neuesten Erscheinungen der Reclam'ichen Unioersal- Bibliothek bilden zweifelsohne „Die Reden Kaiser Wilhelms II. in den Jahren 1838—1895." So olele Biographien über Kaiser Wilhelm II. auch bereits erschienen sind, nichts orrmag ihn so wahr darzustellcn, wie seine eigenen Reden. Diese bezeugen am besten seine bohe Auffasiung oom Herrscherberuf, sein strenges, echt hohen- zollernsches Pflichtgefühl, feine Treue gegen die verbündeten Fürsten und bte Liebe zu seinem Volke. Daher sollte dieses Bändchen in keinem deutschen Hause fehlen. Besonderen Werth aber haben die Reden für jeden Politiker und für alle Journalisten. Frankfurter Stadtthrater. Opernhaus. Die anschließend an den „Ring befl Nibelungen" zur Aufführung gelangenden Opern „Tristan und Isolde" (am SamStag den 22. mit Herrn Kammersänger Heinrich Vogl auS München al-r Gast) und „Die Meistersinger von Nürnberg" (am 26. mit Herrn Hofopernsänger Anthes auS Dresden und Herrn Friederich» als Gäste) sind wie folgt besetzt: 1) Tristan und Isolde Tristan : Herr Heinrich Vogl als Gast, König Marke: Herr Greest, Isolde: Frau Ende-Andrießen, Kurwenal: Herr NawiaSkn, Braugäne: Frl. Weber, ein Hirt: Herr Hauck, junger Seemann Herr W Meyer. 2) Die Meistersinger von Nürnberg. Hans Sachs. Herr Pröll, Togner: Herr Grreff, Bogelgesang: Herr W. Meyer, Beckmesser: Herr Friederich» als Gast, Kothner: Herr Reitz. Foltz: Herr Weber, Walther v. Siolzing: Her, Anthes als Gast, David: Herr Braun, @oa: Frau Jäger, Magdalene: Frl. Weber, Nachtwächter: Herr Hauck, usw. Die Vorstellung „Tristan und Isolde" findet im laufenden Abonnement statt. Beide Vorstellungen werden bei normalen großen Preisen gegeben und nehmen um '/,7 Uhr ihren Anfang. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemesien om 20. Mat, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag»: Wasser 14», IMt 16°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Seiden-Damaste Mk. 1.35 KtÄSÄfc und farbige Henneberg-Seide von 60 Pf. bi» Mk. 18.65 p. Met — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versck- Qual, und 2000 versch. Farben, Dessin» rc.), porto- und »feuerfrei ins Haus Muster umgehend. — Durohecholttl. Lager: oa. 2 Millionen Meter. 15 Seiden-Fabriken 6. Henneberg (k. u.k.Hefl.), Zürich. 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