Nr. 68 Sonntag den 2t. März Drittes Blatt. 1S97 Gießener Anzeiger Kemral-Mnzeiger. Aints- und Anzeiseblatt für den Tireis Gieren chratisßeisage: Gießener, Jamilienötätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Redaktion, Expedition und Druclerei: -chutllraße Zlr.7. Fernsprecher bl. Vierteljähriger Abonncmenlsprcirr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamikienvtälter werben dem Anzeiger Wöchentlich dreimal bcigelegt. Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Theil Bekanntmachung, betreffend Maul- und Klauenseuche zu Geilshausen. Nachdem in einem Gehöfte zu Geilshausen die Maul- und Klauenseuche amtlich sestgestellt worden ist, wird dteS mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Gehöfrsperre angeordnet worden ist. Gießen, den 20. März 1897. GroßherzogltcheS Kretsamt Gießen. v. Gaa ern. -----—--e___ Gefunden: 1 Notenheft, 1 gold. Ring, 1 Glacehandschuh, 1 Hundehals^and Nr. 969, 1 Handschuh, eine Broche, 2 Bücher, 1 Bücherträger, 1 Frauenhut, 1 Scheere, 1 Globus. Gießen, den 20. März 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Dentldper LleiichstaH. 195. Sitzung. Freitag den 19. März 1897. In der Hofloge: Prinz Heinrich. AmBundeSrathsttsche: Reichskanzler Fürst von Hohenlohe, Freiherr o. Marschall, Admiral Hollmann und Schatzsecretär Gras v. Posadowsky. *><4 In Erledigung eines schleunigen Antrages Win ter er wird zunächst die Einstellung eines gegen den Abg. StmontS schwebenden Strafverfahrens beschloffen. Das Hau« setzt sodann die Berathung deS MartnetatS, einmalige Ausgabe, fort. Schatzsecretär Graf Posadowsky: Daß Deutschland reicher fei als Frankreich, wie Kardorff gestern behauptet habe, könne er selbst nicht zugeben. Sicher sei zum Mindesten der französische Staat reicher, und weshalb? weil derselbe seinen Bedarf hauptsächlich durch in di recte Steuern aufbringe. Redner erörtert dann die Finanzlage. Der angekündigte Nachtragsetat fordere im Ordinarium nur 1 Mill, und dem ständen ja im Ordinarium bereits Abstriche von 8 Mill, gegenüber, so daß im Ordinarium bereits eine Ueber- deckung von 7 Mill, vorliege, welche auch durch die erhöhte Schuld- ztnsenlast nicht absorbtrt werde. Infolge der für das Vorjahr und das laufende Jahr bereits beschloffenen Schuldentilgungen aus Mehrüberweifungen werde ferner selbst dann, wenn das HauS sämmtltche Forderungen im Extraordtnarium annehme, die neue Erhöhung der Schuldenlast sich nur auf 57V« Mill, belaufen. Und sogar voraussichtlich nur auf 40 Mill., falls auch für das nächste Jahr wiederum eine gleichartige Schuldentilgung aus Ueberwetsungen statifindet. Der nächstkünftige Etat werde hoffentlich balanctren können ohne Erhöhung der Matricularbeiträge und ohne Verlassen der bisherigen Grundsätze für Deckung der einmaligen Ausgaben im Ordi- nartum und Extraordtnarium. Da könne es doch wohl jeder Par- lammtarier auf sein Gewissen nehmen, von den Beschlüssen der Commission abzugehen.js MS Abg. o. Vollmar (Soc.): Ich hoffe, daß der Reichstag sich nicht durch schöne Redensarten verlocken lassen wird, die den Dienst der Janitfcharenmusik hier leisten sollen. Von 40 bis 50 Mill, in den 80er Jahren sind unsere Marineausgaben jetzt bis auf 129 Mill, gestiegen. Und was soll gar noch nachkommen I — Die Denkschrift des Herrn Hollmann hat uns das ja gezeigt! Dieselbe widerspricht allen früheren von der Regierung abgegebenen Erklärungen auf das entschiedenste. Noch im November 1896 hat der Reichskanzler die förmliche Erklärung abgegeben, daß von weitausfchauenden Flotten- plänen nicht die Rede fei. Daraus, daß der Marinechef so offen gewesen ist, machen wir ihm keinen Vorwurf, sondern nur daraus, daß die Reichsregierung so lange eine Politik deS VersteckenfpielenS mit uns getrieben hat, uns sogar mit Umbauung von Schissen täuscht. ES ist eine Fiction, daß sich die neuesten Flottenplane lediglich an das 1873er Programm anlehnten. Die Zahl allein macht es doch nicht, sondern der Werth der Schiffe. Sind doch bet den Ersatzbauten seit jener Zett dte Baukosten um 80 bis 286 pCt. gestiegen. Dabei ist inzwischen der Nordostseecanal gebaut und auch Helgoland in unfern Besitz übergegangen, dessen frühere Zugehörigkeit zu England s. Z. als Grund zur Verstärkung unserer Marine dienen mußte. Die Denkschrift des Marinechefs ist zwar hinterher verleugnet worden, aber ihalsächlich bandle es sich doch um feste Pläne. Allerdings haben der Reichskanzler und die verbündeten Regierungen nicht einmal von der Denkschrift etwas vorher gewußt. Der Reichskanzler weiß also nicht einmal, was sein Untergebener thut. Letzterer Hai ja auch gesagt, daß er vom Admiralstab abhängig fei, also — von einer unverantwortlichen Stelle! Warum sagt man nicht offen: Alle« das ist der Wunsch des Kaisers! Diese Zustände sind characteristisch für die kaum noch verhüllten Allüren eines persönlichen Regiments. Herr o. Marschall sprach von den katholischen Missionaren in China. Nun, wenn der Regierung die Missionare gar so theuer sind, weshalb hat sie sie erst durch das Jesuitengesetz aus dem deutschen Reiche gejagt? (Heiterkeit.) Und was der Herr Staatssecretär vom auswärtigen Dienst sagte, ja — das ist doch eine unfähige Diplomatie, die immer nur bann vorzugeben vermag, wenn sie die Kanonen hinter sich weiß. Wenn die Schiffe für den auswärtigen Dienst fehlen, dann verstehe ich nicht, wie immer noch Schiffe für die Repräsentation und für das Vergnügen da sind. (Beifall links.) Der Schutz der Deutschen im Auslande ist offenbar nur Vorspann für eine „Weltpolitik". Wir sollen unsere Flotte bis zu dem Umfang derjenigen Frankreichs vermehren. Diese Weltpolitik aibt nur den Anreiz zu einer Abenteuerpolitik nach napoleonischem Muster. Wir muffen umsomehr die Mittel dazu verweigern, je weniger bei uns — im Gegensatz zu England — das Parlament Einfluß bat auf die Executive. Man droht mit dem Conflict, dem Minister-Kladderadatsch. Man hat so oft schon mit solchen Schreckmitteln auf uns einzuwirren gesucht, daß es doch endlich einmal an der Zeit wäre, mit solchem unwürdigen Appell an die Furcht aufzuhöcen. Tritt der Confltct wirklich an uns heran, bann — meine Herren, seien wir fest und kämpfen wir ihn durch. Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Der Herr Vorredner hat die Denkschrift deS Herrn Marinechefs ein offenes Wort genannt. Er tadelte aber, daß der Reichskanzler nichts von der Denkschrift gewußt habe und durch dieselbe überrascht worden sei. Ich muß diese Vermuthung zurückweisen. Ich habe von der Denkschrift des Herrn Siaatssecretärs vorher Kenntniß geh cht und zu derselben meine Zustimmung gegeben, weil ich dte betr. Mittheilungen an den Reichstag für loyal hielt. Es ist also unrichtig, daß das constitutio- nelle Prtnctp du'chbrochen sei. (Beifall rechts.) Abg. von Bennigsen (nl.): Wir bewilligen das jetzt Geforderte in der Voraussetzung, daß eS sich nicht um Schaffung einer Marine ersten Ranges, wie Die von England ober auch nur von Frankreich handelt. Wir werden aber geachteter fein, wenn wir mit unseren Bundesgenossen nicht nur zu Lande, sondern auch zur See zusammenwirken können. Eine Verstärkung unserer Marine wird immer ein bedeutender Zuwachs in der Beruhigung der europäischen Zustände sein. Die größere Höhe der Forderungen für die Marine erklärt sich durch die unendlich höhere Entwickelung der Marinetechnik. Mit Recht hat Herr von Marschall betont, wie wichtig es für uns sei, neue Handelsbeziehungen anzuknüpsen, neue sich bietende Absatzwege zu betreten, zumal angesichts der Concurrenz, die uns in älteren Culturstaaten durch deren eigene Industrie in zunehmendem Maße erwachse. Gegenüber so hohen Handels- und politischen Jn- tereffen liegt auch in der Finanzlage kein Grund, die gegenwärtigen Forderungen zu verweigern. Nicht zu leugnen ist, daß seit Jahr und Tag das Ansehen deS deutschen Reichstages im Rückgänge ist. Anders ist die Autorität der Parlamente nicht aufrecht zu erhalten, als dadurch, daß die großen Parteien und ihre Führer in solchen großen Momenten auch den Vorurtheilen der Menge entgegentreten. Gerade das Centrum mit feiner großen Autorität bei den Wählern kann angesichts der berufenen Darlegungen der Regierungsvertreter sehr wohl den Jrrthümem der Wähler in dieser Frage entgegentreten und daS Verlangte bewilligen. Ich gebe auch die Hoffnung nicht auf. Sollte etwa bei der Wahlbewegung gar noch die Marinefrage hinzutreten, so würde daS am allerwenigsten aufklärend und fördernd wirken, sondern nur verwirrend. AlS Wahlparole wäre daher die Marinefrage nicht zu brauchen. (Bravo!) Abg. Richter (ftf. Vp.): Das Ansehen des Reichstags wird nicht durch die Behauptung gefördert, daß seine Beschlüsse nut beeinflußt feien durch wechselnde Stimmungen im Lande ober burch das Verhalten der Regierung statt bmch sachliche Erwägungen. Ich kann dem Centrum, an welches sich Herr von Bennigsen besonders gewandt hat, bezeugen, daß bei demselben die Absicht zu Abstrichen schon bestand, ehe Admiral Hollmann der Commission seine Denkschrift vorlegte! (Ruse im Centrum: sehr richtig!) Wer so dem Reichstage zuredet, seine eigene Ansicht unter die der Regierung zu stellen, wie Bennigsen, der sollte doch nicht von gesunkenem Ansehen deS Reichstags reden! (Beifall) Herr von Kardorff wirst uns vor, wir hätten s. Z. die Armeeorganisation verhindert. Ja, ist denn nicht die zweijährige Dienstzeit, die wir damals verlangten, jetzt eingeführt ? Unter Stosch und Caprivi ist Alles glatt gegangen. Seitdem hat sich alles geändert, weil andere Vorstellungen höheren Orts maßgebend geworden sind. Jetzt herrscht nicht mehr kühle Abwägung, es ist anders geworden, seitdem die Flotte alö „heißgeliebte" bezeichnet worden ist. Herr Hollmann hat uns ja nur reinen Wein einschenken wollen, aber ich glaube, wir haben erst die ersten Gläser erhalten (Heiterkeit). Was Sie uns jetzt abforbern, ist mehr, als in biesem Jahre Oesterreich unb Italien zusammen für ihre Flotte au8geben, unb auch mehr als in Rußlanb ausgegeben wirb. Der Reichskanzler spricht von einer schwachen Flotte, nachbem wir während der Regierungszeit des jetzigen Kaisers nicht weniger als 88 neue Schiffe für 287 Millionen gebaut haben! Wir können doch nicht an jedem Punkte der Welt Schiffe haben, um irgendwen in Grund zu bohren. Die Rede des Reichskanzlers war eine en tont cas- Rede (große Heiterkeit), die eben so gut hätte gebalten werden können, wenn es sich um 4 ober 6 Kreuzer, als um 2 Kreuzer handelt! (Heiterkeit). Hat denn nun eigentlich der Herr Reichskanzler die Denkschrift des Herrn Hollmann vorher gekannt ? Er hat nur gesagt: Herr Hollmann habe ihm vorher seine „Absichten" kundgegeben. Also nur die Absichten, nicht die Denkschrift, unb ba hat ber Herr Reichskanzler wohl Herrn Hollmann Blanko - Vollmacht gegeben: schreiben Sie nieber, was Sie benken, unb lesen Sie es in ber Commission vor! (Heiterkeit) Herr von Marschall thut so, als wenn bie Kreuzer Kreuzer für ben auswärtigen Dienst seien. Wir bewilligen für jene Zwecke, unb bann kommt bie Commanbogewatt unb bestimmt eS anders! In solcher Weise hat sich nun schon dreimal die Zweckbestimmung ber Kreuzer geänbert. Wozu benn noch zwei neue Kreuzer bewilligen, wenn bie Marineverwaltung sich noch nicht einmal klar über bie Verwenbung ist. Daß wir in Kreta nicht zwei Schiffe haben, fonbern nur eines, ist ein wahres Glück, darin hat Fürst Bismarck ganz Recht! WaS ist denn bei der Sammlung für bie Flotte herausgekommen? Rücken Sie boch heraus, wir könnten es jetzt gut brauchen! (Lebh. Heiterkeit.) Die sensationelle Art, wie wir f. Z. in Transvaal eingegriffen haben, hat uns in England sehr geschadet, ebenso sollten^ wir jetzt in Kreta uns nicht vordrängen, sondern Anderen die Vorhand lassen. Man glaubt überall dabei sein zu müssen, wo irgend etwas loS ist. (Stürmische Heiterkeit.) Unb da ist es mir lieber, wenn wir mit Kreuzern eher etwas im Rückstände sind! Wenn wir jetzt erste Raten bewilligen, so kommt das dicke Ende später in ben weiteren Raten nach. Unb wa8 stehen uns für militärische Forderungen noch bevor! Dabei bat sich unsere Staatsschuld in 8 Jahren um 1400 Millionen erhöht! Da sage ich, um auch einmal seemännisch zu sprechen, es ist verfluchte Pflicht des Reichstags, hier Halt zu gebieten- AuS ber Djarinekrisis ist geradezu eine StaatskrtstS geworden, und wir müßen dafür sorgen, daß die anderen Factoren der Gesetzgebung Achtung vor unS haben. Wir dürfen nicht bei jedem Wink von oben in bie Knie sinke! (Beifall links.) StaatSsecretär v. Marschall: Der Borrebner hielt mir vor, immer in derselben Weise Kreuzer für den auswärtigen Dienst zu fordern. Nun, ich werde über's Jahr, wenn ich noch an dieser Stelle stehe, wieder dieselbe Rede halten. Wenn wir nicht mehr unsere Interessen in der kretischen Frage, in Transvaal schützen dürfen, dann können wir nur ruhig unsere Kriegsflotte und unsere ganze auswärtige Politik an ten Nagel hängen. Unser Erfolg in Ostafien wird davon abhängen, daß wir dort Kreuzer haben, um unsere Rechte zu wahren, gleichwie alle anderen Staaten. Mit ben katholischen Missionen habe ich mich nicht allein an bad Centru« gewanbt, sondern an alle Die, bie bafür Verstänbniß haben. Bei Herrn Richter habe ich das allerdings nicht gesunden (Heiterkeit). Redner betont es als Erfolg unserer Politik seit 1888 und als Verdienst Bismarcks, daß die deutschen Missionare dort nicht mehr auf französischen Schutz angewiesen seien. WaS die Denkschrift betreffe, so sei dieselbe nicht oificiell, nicht von ben verbündeten Regierungen gebilligt, trotzdem behandle Vorredner sie als officiell. Wenn daS geschehe, so werde die Regierung künftig auf Anfragen in der Commission über Zukunftspläne nur antworten können: Ja, daS weiß ich nicht! Der Rückgang im Bestände ber Kreuzer bauert an, rott können unsere Aufgaben nicht erfüllen unb ich kann bähet nur wiederholen: Bewilligen Sie bie betben Kreuzer! Abg. v. Leipziger (conf.) tritt unter großer Unruhe bei HauseS für Bewilligung aller Etatsforderungen ein. Abg. v. Plötz erklärt, daß bie Minberheit ber Conservativen. welche im vorigen Jahre entroeber gegen bie Marineforberungen gestimmt ober ber Abstimmung sich enthalten hat, jetzt für die Neu- forbetungen stimmen werbe, weil sie sich von ber Nothwenbigkeit derselben zum Schutze von Hanbel unb Jnbustrie überzeugt habe unb nicht eine Politik ber Rache gegen Diejenigen treiben »olle, welche die Schuld an ber infolge der Handelsverträge eingetretenen Depression tragen. (Beifalls rechts.) Frhr. v. Hoden berg (Welfe) spricht gegen, Abg. Graf Limburg (conf.) für Bewilligung der Kreuzer. Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Persönlich bemerkt Abg. Müller-Fulda, daß er ben Abg. v. Eynern nicht persönlich angegriffen, sondern nur eine Aeußerung desselben Iritlfirt habe. (Große Heiterkeit.) Nachdem Herr o. Eynern im Abgeordnetenhause wiederholt ihn und vr. Lieber einer abfälligen Kritik unterzogen, müsse er für sich hier auch bafifelbe Rccht gegenüber von Eynern in Anspruch nehmen. (Lebhafter Bcijall.) DaS Centrum habe übrigens niemals ein Handelsgeschäft aus Marinefragen gemacht und werde es nie machen. (Beifall.) ÜBeiterberathung morgen 11 Uhr. Schluß 5B/< Uhr. XUnefte BtsreheßchäsW» Wolff» telegraphisches Lorresponbenz-B»rea» Berlin, 19. März. Die März - Nummer des „Soc tat ist" ist gestern aus unbekannten Gründen con- fiScirt worben. Kol«, 19. März. Die „Köln. Ztg." meldet aus Kandia von gestern: AxelloS Pascha, ber langjährige türkische Ctvilgouverneur von LaflthiS, wirb von ben Aufständischen gefangen gehalten, weil er seine amtlichen Obliegenheiten als türkischer Beamter fortführen wollte. Dte Aufständischen verlangen unbedingte Anerkennung ihrer Regierung, sowie ferner die Entrichtung des gesetzlichen Ausfuhrzolles und Zehntens an ihre Kaffen. Dte Verwirrung wird immer größer. Gera, 19. März. Der Landtag nahm heute ben Antrag der BolkSpartei auf Revision deS Vereins- ge setz es au. Meutone, 19. März. Der Kaiser und die Kais er i.a von Oesterreich sind heute Mittag mir Sonderzug ab- gereist. Der Kaiser übersandte dem Präsidenten Faure ein Telegramm, in dem er seinem Danke Ausdruck gibt für dte vielen Aufmerksamkeiten, dte der Kaiserin unb ihm in de» gastlichen Lande erwiesen wurden. Der Kaiser erneuerte die Versicherung seiner Hochachtung und Freundschaft. Depeschen deS Bureau .Herold." Berlin, 19. März. Der Kaiser empfing heute Vormittag die anläßlich der Centenarfeier hier eiugetroffene russische Regimenter-Deputation. Berlin, 19. März. Die polnische Fracttou deS Reichstages hat wegen der fortgesetzten Auflösung von Wähler-Versammlungen infolge Gebrauches der polnischen Sprache eine Interpellation eingebracht. Berlin, 19. März. DaS Allgemeinbefinden deS Fürsten Bismarck ist so gut, daß er gestern Nachmittag einen langen Spaziergang im Parke unternehmen konnte. Der Fürst sah sehr wohl auS. Den 22. März wird er in aller Stille verbringen; irgend eine Festlichkeit oder ein Empfang ist nicht in Aussicht genommen. Berlin, 19. März. Der Herzog von Genua, welcher den König von Italien bei den Festlichkeiten zur Centenarfeier vertreten wird, ist heute Nacht über Turin nach Berlin abgereist. Breslau, 19. März. Der „BreSl. Gen.-Anz.- berichtet, daß heute früh 67» Uhr infolge heftigen Sturmes ein Theil des noch in Bau befindlichen vierstöckigen Eckhauses Neuendorferstraße 101 ein stürzte. Die Umfassungsmauern deS Treppengebäudes, wie ein Theil der Vorderfront brach in den unteren Stockwerken ein, wobei sämmtltche Balkenlagen zerbrachen. Menschenleben find nicht verunglückt, b* der Einsturz eine halbe Stunde vor Beginn der Arbeit erfolgte. Leipzig, 19. März. Der heftige Sturm, welcher beute Nachmittag hier herrschte, brachte gegen 5 Uhr den Holzbau der Eilenburger Brauerei auf dem Platze der Thüringer GewerbeauSftelluog zum Einbruch. Eine An- zahl Arbeiter wurden darunter begraben. Den »Leipziger N. Nachr." zufolge ist ein Arbeiter schwer, zwei leicht ver- letzt worden. Pari», 19. März. Der »Eclair" meldet auS Athen: Die Aufregung gegen den Zaren sei aufs Aeuherste gestiegen. Man betrachte feine Haltung al» eine undankbare, da ihm Prinz Georg da- Leben gerettet habe. Man hätte erwartet, daß er für seine Glaubensgenossen, die Griechen, mehr Sympathie bezeugen würde. London, 19. März. „Moroiog Post" berichtet auS Konstantinopel, es habe dort ein großer Minister- rath stattgefunden, an welchem sämmtliche Minister und böhere Staatsbeamte theilgenommen haben. Gegenstand der Berathung war da- neue Project de- Sultan» bezüglich einer Verwaltung de- Reiches.FI verliu, 20. März. An dem gestrigen'^D i u.'e'r beim österreichischen Botschafter nahm da- Katserpaar und der Reichskanzler theil. Reden wurden nicht gehalten. Berlin, 20. März. Da- „Berl. Tagebl." meldet aus Athen: In Regierungskreisen verlautet, Griechenland wäre gegen die bestimmte Zusage seitens der Großmächte, daß für die Zukunft Kreta Griechenland zufalle, sofort bereit, Kreta zu räumen. — Ein europäischer Diplomat deutete an, daß Verhandlungen mit Griechenland augenblicklich überhaupt unmöglich seien. Gewichtiger Gründe halber könne Europa jetzt keine formelle Zusage geben. In einigen Parlamenten werde aber deutlich betont, Kreta dürfe nur jetzt nicht Griechenland zufallen. Friedrichlruh, 20. März. Fürst BtSmarck nahm den Fackelzug der Einwohnerschaft für Montag an. Graf Herbert BiSmarck nebst Familie trifft am Montag hier ein. Kandia, 20. März. Infolge der letzten Kämpfe sind die Hospitäler üb er füllt. Die Menschen sterben wegen deS allgemeinen Elends in großer Anzahl. Der Khedive von Egypten sandte zur Abwehr der HungerSnoth 1500 Säcke Mehl. toten, 20. März. Die griechische Regierung richtete an die Mächte eine Protestnote wegen der Zerstörung de- griechischen SchoonerS durch den österreichischen Kreuzer „Selenico". London, 20. März. England sicherte auch für den Fall, daß die Haltung Griechenlands eineBlokade des Piräus erheischt, seine Mitwirkung zu. Locale» und provinzielles Gießen, den 20. März 1897. * * Zentenarfeier. Auf Ersuchen weisen wir darauf hin, daß der Zutritt zu der am Montag stattfindenden Festversammlung nur gegen Vorzeigung der auf Namen ausgestellten Eintrittskarten erfolgt und daß Besucher ohne solche Karten ausnahmslos zurückgewiesen werden müssen. Da der Saal bi- auf da»Aeußerste au-genutzt ist, erscheint eS sehr erwünscht, daß die Besucher der Festversammlung von den Garderoben, welche in ausreichender Zahl vorgesehen find, auSgtebig Gebrauch machen, damit im Saale selber an Platz gewonnen wird. Zu der Zentenarfeier de- natioualliberalen Verein- hat, wir machen hier nochmal- darauf aufmerksam, Jedermann Zutritt. Wie die- in der Natur der Feier liegt, wird dieselbe jeden parteipolitischen CharacterS entkleidet sein. Die neben der Festrede erfolgenden Ansprachen liegen in den Händen der Herren Dr. Fuhr, Dr. Ltnkeuheld, K. Mayer und Profeffor Dr. Wtmmenauer. Programme und Liedertexte werden am Saaleingange für 50 Pfg. verkauft. Eintritt-gelb wird nicht erhoben. * • Die hiesige ReichSbaak Nebenstelle hält am Montag den 22. März von 12 Uhr Mittag- ab ihre Geschäftsräume geschlossen. — Ein Gleiche- meldet un- die Agentur der Bank für Süddeutschland. • • Andenken an Kaiser Wilhelm 1. Die 100jährige Wiederkehr des Geburtstage- Kaiser Wilhelm- I. hat Herrn Hoftraiteur Kirch hier Beranlaffung gegeben, eine kleine, aber historisch bemerkeuSwerthe Ausstellung zu arrangiren. Dieselbe befindet sich in dem Wartesaale 1. und 2. Klaffe de- hiesigen Bahnhofes. An der Waud hinter dem Buffet find neben den Hoflieserantenwappen die Büsten unsere- jetzigen Kaiser- und GroßherzogS angebracht, umgeben von vübsch draptrten Fahnen in den betreffenden Landeöfarben und Guirlanden, links und recht- vom Buffet befinden sich Pflanzen- gruppen. Da- Buffet ist mit Zuhilfenahme dreier Katser- GaSglocken wirkungsvoll beleuchtet. Die Mitte deS Buffet» nimmt, ebenfalls von Pflanzen umgeben, die Büste deS Kaisers Wilhelm I. ein. Sie steht über einem GlaS- schrank, und in diesem befinden sich die Taffen, auS denen Kaiser Wilhelm, sowie Kaiserin Augusta gelegentlich ihrer Durchreisen auf dem hiefigen Bahnhofe den Thee, bezw. Kaffee einnahmen. Ein Stück Theegebäck, welche» Kaiser Wilhelm bet seiner letzten Durchreise am 6. Juli 1887 auf der Tafel liegen ließ, befindet sich eben- falls dabei, eS liegt auf Lorbeerblättern, die Herr Kirch vom Sarge deS Kaiser- au- Berlin mitbrachte. Vor dem Buffet liegt ein große- Album au-, in dem sämmtliche an die Familie Ktrch-Kraemer gerichteten Briefe und Depeschen des Kaiserlichen HofmarschallamtS von dem Inhaber der Bahnhof-restauration wohlgeordnet gesammelt wurden. Die Decke deS Album- zeigt in Medaillonprägung die Btldntffe der drei Kaiser. ES ist das eine recht stattliche Zahl von Schriftstücken, die während der Thätigkcit des Herrn Kirch i (e- fei hierbei gleichzeitig erwähnt, daß am 1. April d. I. 25 Jahre verflossen find, seit der Betrieb der Bahnhoss- ' | restauration der Familie Kirch - Kraemer übertragen wurde) ' eingingen. D'e hübsche Ausstellung wird in diesen Tagen manchen Beschauer entzücken. • * Zentenarfeier. Die mitwirkenden Herren Sänger werden darauf aufmerksam gewacht, daß heute SamStag Abend noch eine Probe im »Einhorn" stattfindet. Die Hauptprobe ist, wie bekannt, Sonntag Nachmittag 2t/, Uhr in Stein- Saal. * * Festvorstellnng im Stadttheater. ES sei hiermit nochmal- darauf aufmerksam gemacht, daß die Fest-Borstellung zur Centenarfeier im hiesigen Stadttheater am Sonntag den 21. er. stattfindet. Dem von Fräulein Leno gesprochenen Fest-Prolog folgt die Aufführung von Gutzkow- fünfactigew historischen Lustspiel »Zopf und Schwert". — Nachmittag- ist Kindervorstellung. * • Bolttbuhnenspiel. Die Directiou des Stadttheater- ist mit Herrn Schausptelregiffeur Victor Hertel, dem Leiter deutscher Volk-bühnenspiele, wie fie schon an vielen Orten sich günstigster Aufnahme zu erfreuen hatten, in Verbindung getreten, um hier nach Schluß der eigentlichen Theatersaison Aufführungen eine- größeren Werke- zu veranstalten, zu deffen Darstellung man auch auf die Mitwirkung einer Anzahl geeigneter Kräfte au- den bürgerlichen Kreisen unserer Stadt rechnen zu dürfen glaubt, durch deren freundliche Unterstützung e- ermöglicht sein würde, da- figurenreiche Stück in auskömmlicher Weise zu besetzen. In den Wethnachr-fefttagen hatten wir Gelegenheit, da- treffliche Zusammenspiel von Einwohnern Marburgs hier kennen zu lernen, die sich zu einmaliger Aufführung de- Festspiel- „Christnacht" damals unter der künstlerischen Leitung des Herrn Hertel bei uns als Gäste eingefuoden hatten. An vielen anderen Orten und mit verschiedenen Werken haben die auf Verbreitung deutscher Volk-bühnenspiele gerichteten Bemühungen Beifall und eifrigen Antheil erweckt. So will man denn mit der Erwartung gleicher Theilnahme und in der Hoffnung gleich guten künstlerischen Gelingens daran gehen, das Werner'sche Volksschausptel „Martin Luther" in einer von Herrn Regiffeur Hertel vorgenommenen zweckmäßigen Bearbeitung hier unter Zusammenwirken darstellerischer Kräfte von Beruf und solcher auS den Kreisen unserer Einwohnerschaft hier demnächst in sorgfältiger Vorbereitung dem Publikum vor Augen zu führen. — ES soll auS den Erträgen dieser Veranstaltung, welche auch in costümlicher Beziehung und in decorativer Hinsicht nach Maßgabe der Verhältniffe reich und würdig auSgestattet werden wird, die Ergänzung des hiefigen Theaterinventars an Decorationen usw. bewirkt, bezw. dem Theaterverein der sich ergebende Theilüberschuß zu selbstständiger Verwendung überlaffen werden. — Die Vorbereitungen würden in der letzten Märzwoche ihren Anfang nehmen. Etwaige Anmeldungen zu gefl. Mitwirkung werden auch noch vor Erlaß eine- öffentlichen Aufrufs hierzu im Theaterbüreau (Wallthorstraße 36) gern entgegengenommen. **H. Stadttheater. Das Lustspiel „Spielt nicht mit dem Feuer", da- gestern zur Aufführung gelangte, fand bet den Zuschauern vielen und aufrichtigen Beifall. Die von dem Verfaffer, G. zu Putlitz, hierzu verwerthete Idee, sowie die Ausarbeitung de- Stoffes laffen erkennen, daß es der Feder eines routinirten Theatermanne- entstammt. Der Inhalt des Stückes ist kurz folgender: Der in den Flitterwochen mit seiner hübschen jungen Frau lebende Advokat Winfried wird durch die Eifersucht feiner lieben Therese auf eine seiner Vormundschaft unterstellte Waise, Alice v. Molden, welche, vom Pensionat kommend, bei ihm Aufnahme finden soll, gequält und da- Glück seine- Heim- bedroht. Er vertraut sich deshalb seinem Onkel Dr. Weller an, der als alter Practicus und au- Erfahrung im eigenen Hause ein von ihm bereits oft erprobtes Mittel vorschlägt, nämlich die, die Ursache der Eifersucht erregende Persönlichkeit, also Fräulein v. Molden, als bereits verliebt, wenn nöthig, sogar als verlobt auSzugeben. Der Zufall kommt ihm hierbei zu Hilfe durch einen von seinem Neffen, dem Schiffscapitän Huber, an ihn gerichteten Brief, worin ihn derselbe ersucht, ihm zur „Erlangung seine- LebenSglückeS" feine Unterstützung zu Theil werden zu lasten. Das LebenSglück des Kapitäns besteht in dem Ankauf des Schiffe- Sirene- Onkel Weller erweckt nun bei seiner neugierigen Frau und Tochter, sowie der Gattin Winfrieds den Glauben, der Inhalt dieses Briefe- beziehe sich auf die ankommende Alice v. Molden. Unverhofft kommt nun der Kapitän zu Besuch und wird von Tante, Schwester und Cousine mit der inzwischen eingetroffenen Frl. Molden zur Verlobung in die Enge getrieben. Der gute Onkel Weller klärt nun Beide über das von ihm verschuldete heillose Durcheinander auf, bittet, da- Ganze blos als einen Scherz zu betrachten und ersucht seinen Neffen, sofort wieder abzureisen und da- Schiff zu erwerben. Kapitän Huber kann zu diesem Entschluß nicht kommen, da er durch diese» „Spiel mit dem Feuer" nun wirklich liebt und dem Drange seine- Herzen- folgend, sich mit Alice verlobt. Da- Stück schürzt sich durch die geschickt inscenirten Verwechselungen zum Knoten, dessen Lösung eine Fülle der humorvollsten Situationen und Scenen schafft und die Lachlust der Zuschauer auf-Höchste erregt. Die Darstellung befriedigte in hohem Maße. Herr Peickner al- Advokat Winfried und Frl. Dellmar al» deffen Gattin Therese entsprachen durch gute- Spiel und Erscheinung den Ersorderniffen ihrer Rollen. Herr Leuschner als Kapitän Huber gefiel durch sein natürliches, seemännisches Auftreten, nur mehr Lebhaftigkeit und Feuer war manchmal nöthig. Herr Director'Helm als Dr. Weller bot wie immer eine prächtige, vorzügliche Leistung, sowie gleichfalls Frau Helm al- besten Frau und redewüthige „Tante Nettchen". Besonderes Jntereste gewann die Aufführung durch da- zweite Debüt von Frl. Jensen, welche sich gestern in der Rolle der Slice v. Molden präsentirte. Ihre gewinnende Erscheinung, sowie durch die, diesmal den richtigen Ton beherricheodr Sprache hinterließ sie den besten Eindruck. Ein wenig Coulistenfieber mag an der Entfaltung eines lebhafteren, freien und natürlichen Spiels hinderlich gewesen fein, in der 1 Hauptsache verspricht jedoch Frl. Jensen durch ihr Talent eine schätzen-werthe Kraft zu werden. Frl. Lo uis e Müll er absolvirte hier ihr erste» Debüt. Sie verfügt über eine ansprechende Sprache, ist jung und aümuthig, besitzt gute Anffaffang und startete ihr „Minchen" mit wirkungsvoller Naivität au-. Wir ermuthigen die angehende Künstlerin zu weiteren Erfolgen. — Das hübsche Stück hätte ein bester besetzte- Hau- verdient, al» dies gestern der Fall war. Die Erschienenen dankten für den amüsanten Abend durch lebhaften Beifall. * • OmnibnS Berkehrl-Einstellung. Die Omnidns-Gesell- schäft wird kommenden Montag der geplanten Illumination wegen von AdendS 7*/, Uhr ab den Betrieb eivftellen. * • Die lebenden Photographien, welche die Wirklichkeit so täuschend vor Angen führen, haben eine Bereicherung durch einige recht gefällige neue Ansichten erfahren. Der Besuch war in den letzten Tagen ein recht zahlreicher und wird wohl morgen Sonntag und die folgenden Festtage ein gleicher sein, da die lebenden Photographien nur noch einige Tage vorgesührt werden. * • Auf OSwold-garie, find anläßlich der bevorstehenden Centenarfeiertage und deS zu erwartenden Besuchs der Bewohner unserer umliegenden Ortschaften mehrere Ber- gnÜgungS-Jnstitute aufgestellt: KullmannS Panopticum, da» viele Sehenswürdigkeiten enthält, Caroustel, Photographie- bube usw. *■* Geländeverkanf. Der letzte Petri'fche Bauplatz in der Moltkestraße ging gestern für den Betrag von 12 Mk. pro lll-Meter durch Kauf in den Besitz de» Herrn Bauunternehmer- Nauheimer über. Derselbe soll beabsichtigen, auf dem 1147 O - Meter großen Gelände ein Doppelhaus zu erbauen. ** Ernannt wurden: Am 13. März der Gericht-voll- zieher mit dem Amtssitze zu Ulrichstein, Heinrich Dofel, zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Bingen mit Wirkung vom Tage seine» Dienstantritt» an; der Gerichts- vollzieher-Aspirant Joseph Kapp in Darmstadt zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Ulrichstein mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an. § Bermuthrhain, 19. März. Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr ging, von Süden kommend, ein schwere» Gewitter mit Hagel über unfern Ort. ..... ■. ~ = Auszug e. März: 6. Dem Bautechniker Martin Friedrich Abermann eine Tochter. 11. Dem Locomotioheizer Wilhelm Ferdinand Krauße eine Tochter. 12. Dem Schubmachermetfter Christian Schmidt ein Sohn. 12. Dem Kürschner Richard Otto Frenzel eine Tochter, Elsa Käthchen Marie Anna Clementine. 12. Dem Culturtechniker Albert Cullmann eine Tochter, Hedwig Marie Amalie. 13. Dem Milchkutscher Philipp Wild ein Sohn, Karl Georg. 15. Dem Maurer Georg Cappeller eine Tochter. 16. Dem Kaufmann Heinrich Arnold II. eine Tochter. 16. Dem Friseur Otto Rottmann ein Sohn, Christian Franz Otto. 17. Dem Stations-Diätar Georg Ludwig Räuber ein Sohn. 18. Dem Schuhmacher Reinhard Konrad ein todtgeborenrS Kind männlichen Geschlechts. Wbrtaw. März: 14. Kath. Löfflet, geb. Haubensack, 56 Jahre alt, dahier, Ehefrau von Kaufmann Johann Martin Löffler. 14. Thekla Rothschild, 20 Jahre alt, Tochter von Kaufmann JSrael Rothschild dahier. 14. Ernst Julius Keabiell, 59 Jahre alt, Station» Portier dahier. 16. Elisabetbe Pabst, 21 Jabre alt, Tochter von Ober-Telegraphen- Assistent Johann Pabst dahier. 16. Sophie Stabiler, geb. Balser, 70 Jahre alt, Wittwc von Schneidermeister Karl Stabiler dahier. 17. Friedrich Stein 1, 68 Jahre alt, Schweinehirt von Hattenrod, Kreis Gießen. 19. Balthaier Weller, 57 Jahre alt, Schmied dahier. 19. Georg Hermann IV., 74 Jahre alt, Maurer von Lützeln, Rrcl» Siegen. ■ ii ----- Verkehr, fxmb* und VoUsmirth-chaft. Vietze«, 20. März. Marktbericht. Huf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter vr. Psd. X 1,00—1,05, Hühnereier pr. 6t. 0 X 2 St. 9—10 X Enteneier 5-6 X 2 6t. I X Gänse- eier pr. ©L 10—11 X Käse pr. 6t. 5-7 X Käsemade pr. 6t. 3 4, Erbsen pr. Liter 16 X Linsen pr. Liter 27 X Tauben pr. Patt X 0,90 bis 1,00 Hühner pr. Stück 1,20 bi» 1,40, Hahnen pr. ©ttt X 1,30—1,50, Enten pr. Stück X 1,70—2,00, Gänse pr. Pfur» X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 X Kuh' und Rindfleisch PT. Pfd. 60-66 X Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bi» 66 X Schweinefleisch , gesalzen, pr. Psd. 70 J., Kalbfleisch pr. Psd. 60-54 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 50—65 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 50 Ml 5,00 X, Weißkraut pr. Stück U--00 X Zwiebeln pr. Centn« X 5,50—6,60, Milch vr. Liter 16 4. Kunst-AussteUnng,"^™,6 nähme de« Samstag-, von 11 nt§ 1 Uh', am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uh-. Sonntag» unvnterdrochen von 11 M» 8 Uhr. — Eintriltsorei- für Richlmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Psg. । . i. . । 3F Wegen Raummangel mvßien verschiedene «rtilet für die nWflt Hemmer zurückseflelli werde«. i«8 ef“; mittags I p' Fst. Souchong-Thee per Pfund von Mkl 2.— an, ZÄ u-° 3« J n Elsahrru. .Wnichtr unb * Mkm* «°ch einige * «er. d-, Photograph^, Bau. m Betrag 6ou der hnrn soll bt°b. W« ®tl6nbc ein btl GrrichtSvoll- tlniid) Dofel, 11 8U Singen mit QD; der Gericht«- atrnftöbt zum sssi» mit Wlrloug 563«6«““'?Ä „ 14 Thekla JW- lion» $orHtr dck “nDbtrWÄ Stflbtltt- 8^ ® fn w'®,aWs«S Ä'Ä e al 'n W fr16 rn 1 v ^™^mpfthkmgenl™^| ÄL MlMhavö. Freibank. 2848 Bon heute ab: Ochfensteiscd nicht ladsnrein, per Pfo. 50 Pfg. Schweinefleisch mcht^ ladenrein, per Pfd. 40 Pfg. ÄB* Die Freibank bleibt bis Abends 10 Uhr geöffnet. BX/y* ®-er Gesammt-Auflage der heutigen Nummer ist eine Ertra-Betlaae bei, *77- «efügt, welche von der Vorzüglichkeit der berühmten «. Lstck'sche« -a«S- Mitttl handelt. In sehr vielen Krankheitsfällen find diese wirksamen Hausmittel mit bestem Erfolge angewendet worden und können dieselben daher Kranken zu» Gebrauch auf daS Wärmste empfohlen werden. Prospekt mU GebrauchSanwessuna und vielen Attesten bei jeder Flasche. Central-Berfandt durch 6 Lück in Kolberg! Niederlage in fast jeder Apotheke. mK Kaufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein Gießen. Mittwoch den 24. März, Abends sy2 Uhr, im Cafs Leib r Vortrag des Herrn Dr, V, Pohlmeyer, Berlin. Thema: Deutslhilllid im iehte« Viertel dieses Jahrhunderts. Der Eintritt ist für Mtglieder frei. Karten für Angehörige der- ^oen a 30 Pfg., für Nichtangehörige ä 75 Pfg. sind zu haben bei Herrn -7; Orblg, Bahnhofstraße 30, und Herrn H. Noll, Marktplatz 1, sowie >ur Mitglieder des Ortsgewerbevereins bei Frau Beil, Asterweg 25. empfiehlt zur bevorstehenden Coustrmatiou sein reichhaltiges Lager in Uhren, Uhrketteu, Halsketten, Ringen, Armbändern, Brachen, Ohrringen, sowie alle in dieses Fach einschlagenden Artikel zu den bekannt billigen Preisen. 2788 91 < dttl "erden sorgfältig, schnell M w und preiswerth ausgeführt. Für vorzüglichen Gang einer jeden Uhr wird zwei Jahre Garantie geleistet. Gefl.' Offert." zu'richten sub T. H. *581 fif2Ä,Ä"F/fauIelnk zur L mr qqqq der Hausfrau oder Führung eines an d. Exp d. Bl. 2839 > Haushalts. Off. u. A. f. 105 an hie (Epeb. 1 Tapezier, 1 Maschinenschlosser 3 Pferdeknechte, 2 tücht. Fahrburschen, 1 Gärtner, 3 Hausburschen, 4 Laufmädchen, 1 Ausläufer oder Packer, 1 Waschfrau, 1 Putzfrau, rm Haiubucheu-Ruvd-! 1 Schreinerlebrli'ng. scheit), 75 Birken, 65 Eichen, 15 Nadelholz, 36 Aspen (hierunter 2 rm Rundscheit); Knüppel, rm: 446 ■"■■■■■■■■■■ Buchen, 36 Birken, 110 Eichen, 86 Nadelholz, 27 Aspen; Reiser, rm: 981 Buchen, 563 Eichen, 85 Nadel- holz, 32 Aspen; Stöcke, rm: 180 Buchen, 116 Eichen, 6 Nadelholz. Nähere Auskunft durch Großh. Forstwart Markart zu Maulbach. Maulbach, am 15. März 1897. Großherzogl. Oberförsterei Maulbach. ■ imm Möller. 2778 TT f Bekanntmachung. | Uanfcouverls 4.KÄ"4Ä'“,"' L' u meindewald ist nicht genehmigt und kommt sämmtliches nachverzeichnete Holz Freitag den 26. d. M., ' Voruüttags 10 Uhr anfangend, noch- 2806 mals zur Versteigerung. 81 Eichen - Stämme, bis zu Durchmesser und 10 m Aiisierkmis. Die zum Nachlaß der Frau Sahl- fkld gehörigen Maaren, als: Bänder, Spitzen, Schleier, Stickereien, Besatzartikel, werden 2825 Ludwigsplatz Nr. 15 -u bedeutend herabgesetzten Preisen ausverkauft. __________F. Hoff«ann. Cr. x . x . 2781 Versammlung erst Montag ben 29. März, Abends 8V3 Uhr: bei Horn, Brandgasse. ^VermischteAnzei^iLj Agent. Erste Kaffee - Rösterei Hamburgs (Jmporthaus) sucht für hiesigen Platz einen rührigen, bei der Kund- r^^erkaüffen*| Hofmannftratze 5 ein Hau- mit Vartr« zu verkaufen im vormundschaftlichen Austrage. Zugleich der dritte Stock zu vermiethen. Näheres in der Exped. b Bl, 2784 26141 Frühe Rosakartoffel« abzu, geben. Pari Euler, Hammstraße 5. .2813) Starkes, zugsefte- Pferd, weil überzählig, abzugeben. «art Euter, Hammstraße 5. 9 Kirchenplatz 9 Grösste Auswahl eleganter, moderner Jaquets, Kragen, Kapes und Mantel für Damen und Kinder. — Reichhaltiges Lager rein wollener Kleiderstoffe für Conffrmauden, per ~ Meter von 1 Mark an bis zu den feinsten. 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Bahnhosstrahe 66: Mansardenwohnung von 2—3 Zimmern, Küche mit Wasserleitung, per 1. Juli an ruhige Familie zu vermiethen- 2805 ,_____________Wtth. Reiber. 2668| Ein schönes Mansardenlogis durch Wegzug per 1. April zu vermiethen. ^Moritz Temmler, Wallthorstraße 15. 2786] Kaplansgaffe 27 eine Wohnung von 3 Zimmern nebst Zubehör an ruhige Leute per 1. Juni zu vermiethen. Näheres Westanlage 4. 28141 Eine Wohnung, zweiter Stock, 3 Zimmer mit all. Zubeh. u- Gartenanth., per 1. Mai zu oerm. Grabenstr. 10. 2851] In meinem Neubau, Damm» stratze, ist die Mansarde mit 3 Zimmern und allem Zubehör Anfang April d. I. zu vermiethen. ■*- # Andr. Enter, Steinstraße 11, II. 2813] Kleines Logis zu joermiethen. __________________Steinstratze 48. 2812] Wohnung, Zimmer, Cabinet und Küche, zu oerm. Tchützenstratze 11. 2824] Möblirtes Zimmer zu oer- miethen.____________Wettergaste 5. 2823] Kleines, möbl. Zimmer mit Kost zu vermiethen. «indenplatz 7. 28(7] Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. vabnhofstratze 40, H. 2785] Ein mSdlirtes Zimmer per sofort zu vermiethen. Asterweg 55, 2 Treppen hoch. rj II • Frankfurter Modcwaarenhaus • • Mathilde Maehmann • Bahnhofstrasse 6 GIESSEN Bahnhofstrasse 6 * empfiehlt sämmtliche Neuheiten der Saison in Damenhüten, Kind erhüben, Blumen, ♦ Federn, SeidenstoSen, Seidenband, Spitzen, Halsrüschen und Fichus. ▼ Ä Täglich Eingang sämmt lieber Neuheiten. W Z Reelle Preise. ... Gute Bedienung. 4 Centenar-Feier Sonntag den 21. März, Abends S'l« Uhr, in Steins Saalbau: ♦♦♦♦ Familie ii-Abend. ♦♦♦♦ Festrede: Professor Dr. Schwartz. Zu zahlreicher Betheiligung — auch Nichtmitglieder der Partei sind willkommen — ladet ergebens! ein Der nationaliiberale Verein. Bier im Glas. Programm und Liedertexte sind am Saal-Eingang zu haben. (2664 Die Wanderer, Giessener Radfahrgesellschaft. Hierdurch laden wir unsere Mitglieder ein, sich an dem am Sonntag, den LI. d. Mts. im Hotel du Nord in Frankfurt a. M. stattfindenden Gau-Commers, verbunden mit der 100 jährigen Geburtstagsfeier weiland Kaiser Wilhelm I. recht zahlreich zu betheiligen. Abfahrt IO15 Uhr Vormittags. Giessen, den 19. März 1897. Der Vorstand. s chützenhaus. Moulag Morgen. 2831 Warmes Frühstück. > Vergnügungen. Giessener Stadttheater Sonntag den 21. MLrz 1897 t Rachmtttags 4 Utzrr Kindervorstellung! Die Puppensee. — Aaubermärchen in 3 Acten- — Abends 8 Ubr: Jest-Aorstessung zur Feier der 101'jLhr. Wiederkehr des Geburtstages Er. Majestät Wilhelm deS Großen: Prolog hierauf: Zapf und Schwert. Historisches Lustspiel in 5 Acten von Carl Gutzkow. ift Klikgklmck Eick». vK Feier der 100. Wiederkehr des Geburtstages Kaiser Wilhelms des Großen. Anschließend an die Bekanntmachung der militärischen Vereine wird noch mitgetheilt: Montag den 22. d. Mts., Abends 9 Uhr: Banket ♦♦♦ in Leibs Saal. 2817 Mitglieder und nur deren Familien haben Zutritt.__ w Veteranen-, Artillerie-, Krieger- w . JLfl und Marineverein, sowie die "3^5 E Kriegerkameradschaft Giessen. Ä Feier des 22. März. Jetti» „Otlweiß". Montag d. 22. d. M., Abends 9»/, Uhr: jtitr 6.100-jöljr. Ärbartstagts »til. S M 6. Siiitrs Miltztl» I. im Vereinslocal (Taunus). 2816 D«e Vorstand. Sonntag, den 21.: Vormittags 9 Uhr: Versammlung im Gießener Festsaal zum gemeinschaftlichen Krchgang. Montag, den LS.: Vormittags 9 Uhr: Zusammenkunft auf der Liebigshöhe und Antreten zur Theilnahme an der Regimentsparade Dunkler Anzug und Hut. Orden und Vereinsabzeichen sind anzulegen. Bei günstigem Wetter fallen die Ueberzieher weg. — Kriegs- Veteranen, wenn ne auch keinem Verein angehören, find zugelassen. 2789 Veteranen-Verein. M Huildkrtjahrise Gtburlslagsfeier Sr. Majestät Kaiser Wilhelm I. Den Mitgliedern zur Nachricht: • 1. Am Sonntag den 21., Vormittags 9 Uhr: Zusammenkunft im Cafs Leib zum gemeinschaftlichen Kirchgang. 2. Am Sonntag den 21., Abends 8 Uhr Banket im H-tet Einhorn (Saal); Bier im Glas. (Veteranen, welche keinem Vereine angehören und Freunde find kameradschaftlichst eingeladen.) 3. Am Montag den 22., Vormittags 9 Uhr: Zusammenkunft an der Liebigshöhe zur Theilnahme an der Parade der Garnison. Vollzähliges und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Der Vorstand. 2846 im Hotel Schütz. Der Vorstand. !! Neuheiten II 3®“ Tonnen- und Regenschirme *1 tn proßer AuSwabl billigst«. rtzangmao«, -1 abnbofstr. 2tz. Samstag den 20. d. Ä)tts., Abends S 12 jähriges Stiftungsfest Feierabend für Lehrlinge. Sonntag den 21. März, Abends 6 Mr: ßentenarfeier Geburtstages Kaiser Wilhelms I. 2828 _________________________________Per Vorstand. — Halt Ufa». J ; Ein Telegramm. $ 1 Oswaldsgarten. 21,22. und 2«. d. M. Giesteu. _ - Berliner Panoptikum. -r 8 Sehenswürdigkeit L Ranges Für Herren, Damen und Kinder fleflffnd- ö Kein Panorama Alles t« LebeusgrStze. Sämmtliche Modelle gesetzlich F < * geschützt. SensationSgruppen aus den Bleibergwerken von Sibirien .v«r » 5 m Tod al» •tldf