mann, Hl ^NM2. M^ü«taarh,"ete. 9ei Putsche i'äder enßr Systeme 11 Md Damen . und Packet- liegelmaikec )illigen Freuen die ei (pietsch 4 Scheydi 81.10 10110 2260 Sl'O 3410 101.50 102.20 101- 1 1897. Silben«» I« "srtech« 1887 ftrntwb- Obi Obi $ht 6IldihNHfl f MM' meiner persönlichen eitung. 4284 ten Damen wird auf on einer Dame Unter- icht ertheilt. evstellavg. IW mibettslofiß. rwageu. ib <8e^atMd. nnMh 19. iings• und inlagen esbaden itiwerke. 6. m. d. H.) iftsrätune. Bin von stldl SÜZZx: j.gätS«» ortwM wg. »on 10 Ulf. an. H 1 * -re o. — —1 31031 Nr. 194 Erstes Blatt Freuag om ^0. August 189? Der -ie-ener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Al«mikienvkälter tzoerben dem Anzeiger müchenklich dreimal beigelegt. Meßmer Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger AvonnemeutspreiLr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstratze Ar.7. Fernsprecher 5Jg Clints- und Anzeigeblatt fttv den TLpeis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für d-n frtAO« <4>io6ottOV Ql/rimftOttfif-Woy «lle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes neh«« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Ubr. ^tUUmUll VlUUCl. Anzeigen für den „G ießener Anzeiger- entgeye. Zur Lage im Orient. Fast wäre man versucht, zu glauben, daß es gar keine griechisch-türkische Frage mehr gtbr, da über die Verhandlungen der Botschafter mit der Pforte schon seit einiger Zett tiefes Stillschweigen herrscht. Anscheinend steht man noch auf demselben Flecke, auf welchem man fich bereits vor mehreren Wochen befand, und der Präliminarvertrag, welchen eine Wiener Correspondenz veröffentlichte, stellt fich nur als die Wiedergabe fernerer Wünsche dar. Der arme Sultan! Hier drängen ihn die Großmächte, in nichts weniger als glänzende FriedenSbedingungrn zu willigen, und dort an der Perfischen Grenze wird sein Land durch die Einfälle der Armenier beunruhigt und er muß beträchtliche Truppenmaffen zur Be- Dämpfung der Räuber entsenden. Wahrltch, daS Leben wird dem Padtschah sehr sauer gemacht! Im Uebrigen scheint sein jetziger Minister deS Aeußern, Tecvfik Pascha, früherer Botschafter am Berliner Hofe, emes türkischen Diplomaten würdig zu sein, da er sich prächtig darauf versteht, heute etwas abzuleugnen, was er gestern versprochen hatte, d. h. die Verhandlungen endlos in die Länge zu ziehen. Wie oft ist nicht schon gemeldet worden, daß die Pforte den Vorschlägen der Mächte bezüglich der Greozregulirung zuge- stimmt habe, aber jedesmal kamen Vorbehalte, welche die Pforte machte, als hinkende Boten nach. Seitens Deutschland ist bekanntlich in Anregung gebracht worden, daß die Türkei die Räumung TheffaiienS nach und «ach im Verhältniß zur gezahlten Kriegsentschädigung vornehmen solle. Diesem Plan hatte auch der englische Botschafter zugestimmt in der Annahme, daß auch die Londoner Regierung einverstanden sein würde. Darm hatte er sich aber getäuscht, denn jetzt erhebt Lord SaliSbmy Schwierigkeiten, indem er die sofortige Räumung Thessaliens verlangt. Die Einigkeit der Großmächte ist also wieder einmal in die Brüche gegangen, und es ist noch gar nicht abzusehen, wie die Sache enden wird. Man vermuthet, England wolle Revanche an dem Sultan nehmen, weil dieser angeblich die indischen Muselmanen zum Widerstande gegen England aufgereizt hat. Und so ganz Unrecht mag die britische Regierung nicht haben. Wir haben schon früher auSgeführt, daß das Selbstgefühl der Muselmänner durch die Siege der Türken nicht nur im osmanischen Reiche beträchtlich gehoben worden ist, sondern auch unter den Bekennern des Islam in anderen Ländern eine merkliche Steigerung erfahren würde. Daß der JSlam den Engländern in Indien ungemein gefährlich werden kann, ist sicher- um so weniger ist eS zu verstehen, daß diese in neuerer Zeit den Sitten und Gebräuchen eines M—f Fenilleton. Gustes Ferien. Humoreske aus dem Leben von M. Kossak. (Schluß.) Guste riSkirte es. Das heißt, vorerst kletterte sie die Treppe zum Hängeboden hinauf, wo sie ihre Habseligkeiten Ltufbewahrte, suchte fich dort ein blaßgelbeS Wollkleid von streng modischem Zuschnitt und einen mit vielen rothen Rosen garnirten Hut heraus, mit welchen Herrlichkeiten sie sich alsdann in dem Schlafzimmer ihrer Herrschaft schmückte. Man hatte dort alles, was zum Toilettemachen gehörte, so bübsch beisammen, — den hohen Stehspiegel, Puderbüchse, JBau de Cologne, Kämme, Bürsten u. s. w. Guste, die kommunistischen Ideen huldigte, nahm denn auch keineswegs Anstand, von diesen Dingen Gebrauch zu machen. Als fie fertig war und zum Schluß noch die hellen Glaces auf die dicken, abgearbeiteten Hände gezwängt hatte, musterte fie fich befriedigt in der Psyche. Ja, fie sah doch in der That schneidig und fein aus, wie eine wirk.iche vornehme Dame. Der geheimnißoolle AuSgang nahm viele Stunden in Anspruch. Als fie davon zurückkehrte, fühlte fie sich angegriffener, als wenn sie ganz allein ein Diner für zwanzig Personen hergerichtet hatte. Trotzdem setzte sie fich, noch im vollen Putz, an- Ptanino und fing an — die Tonleiter zu üben, ja, wirklich und wahrhaftig, die Tonleiter. Wohl dreißigmal spielte fie fie herunter, erst ganz langsam und stockend, dann immer schneller. „ES geht schon," lobte fie fich im Stillen. Für heute also konnte fie eS genug sein lassen deS grausamen Spiels. Man durfte auch nichts Übertreiben. Von da ab begann eine Zeit harter Prüfung für die übrigen Bewohner des Hauses. Da fie wußten, daß DoctorS verreist waren, konnten fie eS nicht begreifen, wer diesen großen Theils ihrer indischen Untertanen nicht mit der bisherigen Rückficht Rechnung tragen. Ob der Sultan that- sächlich bei den letzten Aufständen im indischen Reiche ferne Hand im Spiele hat, erscheint übrigens sehr fraglich, wenn iom auch eine allgemeine Revolution daselbst jetzt nicht so unwillkommen sein würde, weil fie die Aufmerksamkeit der Welt von den Dingen in der Türket ablenken wüßte. Mittlerweile schwebt Griechenland immer noch zwischen Hangen und Bangen und eß macht die verzweifeltsten Anstrengungen, um die nöthtgen Gelder zur Zahlung der ersten Klaffe der Kriegsentschädigung zusammen zu pumpen. Im Auslande sind ihm alle Taschen verschlossen, deshalb muß man versuchen, eine innere Anleihe zu Stande zu bringen. Daß ist für daß kleine Land sehr schwer, insbesondere, seitdem der Patriotismus der reichen Griechen fich merklich abgekühlt und einer nüchternen Berechnung Platz gemacht hat. Willenlos hat fich jetzt die griechische Regierung den Anordnungen der Großmächte gefügt, wenn auch einige Schreier immer noch Widerstand biß aufs Aeußerste predigen und ver« langen, daß der König fich an die Spitze des Volkes stelle. Das find aber nur leere Redensarten, da das griechische Volk keineswegs gewillt ist, noch einmal die Lasten des Krieges auf sich zu nehmen, abgesehen davon, daß eß Wahnsinn wäre, bet den verlotterten Zuständen innerhalb der griechischen Armee ernstlich an die Fortsetzung des Kampfes zu denken. Der jetzige Stand der Dinge ist übrigens den Griechen eine heilsame Lehre und wird sie von künftigen Tollkühnheiten zurückhalten,' eine europäische Controle ihrer Finanzen kann ihnen überdies nur dienlich sein und dazu beitragen, den Credit Griechenlands zu heben und sein Ansehen im AuSlande wiederherzustellen. Auch auf Kreta stehen die Dinge noch immer beim Alten. Der neue Gouverneur, Djeoad Pascha, macht alle Anstrengungen, fich dort dauernd festzusetzen, und die Admirale der fremden Mächte führen ein beschauliches Dasein. Vielleicht verschwindet einer nach dem andern stillschweigend und läßt Kreta — Kreta sein. Jedenfalls ist die orientalische Frage noch immer ungelöst und dürfte auch in absehbarer Zett noch nicht ihre endgiltige Erledigung finden, (xx) Ausland. Freiburg (Schweiz), 17. August. Der 4. international e wissenschaftliche Katholtkencongreß wurde gestern Nachmittag unter dem Vorfitz des Ehrenpräfidenren Dernaz. des Bischofs von Laumnne und Genf, in Anwesenheit von etwa 500 Teilnehmern eröffnet. Alle schweizerischen ohrenzerreißendeu Lärm vollführte- als die schreckliche Wahr- beit ihnen dann aber fiar wurde, entluden sich furchtbare Racheschwüre auf GusteuS schuldiges Haupt. Man forderte fie auf, ihre dorcerte eirzustellen, und als daß nichts fruchtete, drohte man ihr sogar, an Hartmanns zu schreiben. Umsonst — alles umsonst — die Guste spielte täglich ihr Pensum herunter und lachte die Leute auß. Nachdem diese unerquicklichen Zustände drei Wochen etwa gedauert hatten, ließ die angehende Elaviervirtuofin eineß Abends ein Schreiben vom Stapel laufen, deffen letzter Theil wörtlich und buchstäblich folgendermaßen lautete: „— und hiermit vielgeliebter Friederich thue ich Dich zu wißen, daß ich versprochenrrmasen fleifig auf den Fliegel iebe damit ich dermalen wenn wir der Pachtung haben den Gästen zum ländlichen Tanzvergnügen aufspielen kann um daß fiele Geld fier die Musikanten zu sparen. Mögest Du hieraus ernteten, wie sehr ich Dich liebe und sirr Dein Fortkommen besorgt bin. Denn daß Elavierieben iß kein Amiesemang und kosten die Stunden fufzig Fenige einer jeden. Doch hoffe ich rasch in die Sache perfect zu werden derweilen mein Lehrer was ein sehr pläsanter Mann iS der frieher Kinder lehrte aber jetzt von die Musik lebt auch einen Gesangverein die halbe Lunge genannt dirigieret mir gesagt hat daß ich fiel Talent dafor besitze und gut begreife. MehrschtentheilS spiele ich noch Tonleitern, bin aber schon biß zu die schwarzen Tasten vorgedrungen, was einen Fort- schritt bebeitet und habe einen Ländler angefangen waß eigentlich kein neimodischer Tanz iS aber daß erste Stick in die Clavierschule von DocterS Melli welcher ich benutze. Und nun mein vielgeliebter Friederich rufe ich Dir hiermit ein Lebewohl zu u. f. w." Die Antwort auf Meß stylistische Meisterwerk ließ nicht lange auf fich warten, aber leider mußte fie der Empfängerin wenig Freude bereiten, denn ihre Augen strömten bei der Lrclüre Über und ihr Clavierspiel verstummte. Die Hausgenossen trauten dem Frieden anfänglich nicht, Bischöfe und Prälaten des Auslandes wohnen den Verhandlungen bei. Unter den ausländischen Delegirten befinden fich : Professor Atzberger auS München, Professor Dr. Schroers au« Bonn, der Graf Victor Matuschka auS Breslau, Professor Dr. Kilm aus Würzburg, Geheimer Rath Dr. Trecxer aus Wien u. A. Präfident de« CongreffeS ist Dr. Freiherr von Hertling (München). Die Verhandlungen werden vor- auSfichtlich bis zum 20. August dauern. A7V fV VUF UVV xrVUfV Wolff« telegraphische« Correspondenz-Bureau. WilhelmShöhe, 18. August. Die Galatafel zur Feier deS Geburtstages deS Kaisers Franz Joseph fand heute Nachmittag V/g Uhr statt. An derselben nahmen Theil: Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe mit Gemahlin, der Fürst und die Fürstin zu Waldeck-Pyrmont, ferner die Mitglieder der österreichisch ungarischen Botschaft, General der Cavallerte Fürst WindtschgrLtz, der commandirende General deS 11. Armeecorps General der Infanterie v. Wittich u. A. Der Kaiser trank auf baß Wohl seines treuen Verbündeten, deS Kaisers Franz Joseph. Nach der Tafel hielt da« Kaiserpaar Cercle. Fulda, 18. August. Die Conferenz der Bischöfe ist heute Abend mit einer Andacht im Dome geschloffen worden. Dresden, 18. August. Amtlich wirb bekannt gemacht: Der Gesammtverkehr auf ber Linie Freiberg—Molbau ist am 17. b. M. wieder ausgenommen. Paris, 18. August. Der Gegenstand, welcher tn der Nähe des NordbahnhofeS bei ber Abfahrt des Präfideuten Faure explodirte, war eine 30 Centimeter lange Röhre mit einem Durchmesser von 5 Zentimeter. Diese war in einem kleinen leerstehenden Laden am Boulevard Magenta und ber Rue Lafayette niedergelegt. Einige Nägel, welche aus kürzester Entfernung auf bas Trottoir geschleudert worden waren, sowie ausgefunbene Papierhülsen, welche die Worte: „Vive la liberte!“ „Vivo la Pologne!“ enthielten, weisen anscheinend darauf hin, daß der Urheber dieses Attentats dasselbe unzurechnungsfähige Individuum ist, welches auch die Explosionen im BoiS de Boulogne und auf ber Place be la Concorde s. Zt. verursacht hat. ArraS, 18. August. Präfident Faure traf Vormittags 11 Uhr hier ein. Auf dem ganzen Wege von Paris bis hier wurde er überall bei der Durchfahrt mit sympathischen Kundgebungen begrüßt. In AmienS und hier hielten Vertreter ber Behörden Ansprachen an den Präsidenten, in als aber ein Tag nach dem andern verfloß, ohne daß die wohlbekannten schrecklichen Töne fich vernehmen ließen, da athmeteu fie erleichtert auf. Ein schwachnerviger Herr, der besonders unter den musikalischen Studien unserer strebsamen Küchenfee gelitten, sagte ihr sogar ein paar anerkennende Worte wegen ber angenehmen Ruhe, die jetzt im Hanse herrschte. „Ach, Herr Justizrath," meinte bie Guste, „wozu soll ich mich noch mit baß alte Clavierspielen rackern, wo boch mein Friedrich, für den ich's bloß that, in 'ne Wirthschaft bei Kahla einheirath." „So — Ihr Bräutigam ist Ihnen untreu geworben?" fragte jener theilnehwenb. Guste nickte eifrig. „So iß eß, ober wenn Herr Justizrath meinen, baß ich den Menschen nachtrauere, bann irren fich ber Herr Justizrath, ES is mir man bloß um baß viele Gelb für bie Stunden, aber im übrigen iß ber Herr Schorcht, waß mein Klavierlehrer war, auch ’n ganz honetter und pläsanter Mann und — —" Sie brach ab, eß ihrem Zuhörer Überlassend, den Rest beß Satzes auß seiner Phantasie zu ergänzen. Er that es, habet von ber Erwägung ausgehenb, baß ein sparsames und practisches Mäbchen, wie bie Guste, ihr Capital unter keinen Umstänbeu verloren gab, wenn trgenb eine Möglichkeit bestaub, eS zu retten. Die Thatsacheu machten seiner Combinationsgabe Ehre, benn als bie Hartmann'sche Familie von der Reise zurückkehrte, war so ziemlich baS Erste, was bie Frau Doctor auß GusteuS Munde vernahm, die Mittheilung von ihrer tn Kurzem bevorstehenden Vermahlung mit Herrn -Eapell« meister" Schorcht. So hatte die Guste ihre Ferien doch auf nutzbringende Art verwendet. denen fie ihre Geougthuung über die Reise ausdrückten, welche die Baade der Freundschaft zwischen Frankreich und Rußland noch enger knüpfen werde. WB. Kitzingeo, 19. August. Ein gestern in der Heller, wann'schen Weinhandlung in Dette l Sbach auSgebrochene Feuer entstand beim Absüllen von Spiritus. Derselbe gerteth in Brand und explodirte. Fünf Personen liefen brennend auf die Straße- drei derselben sind gestorben, zwei lebensgefährlich verletzt. Die Frau eines Arzte- wurde vor Schreck über den Anblick der brennenden Personen vom Schlage getroffen und war sofort,todt. sodann, gefolgt von dem „Surcouf" die Anker. Wagner.Vereins: Professor Dr. H. Siebeck, Tischlerfabrikate hohe Eingauggzölle gelegt werden sollen, wurde angenommen. Concert-Vereins: Professor Dr. W. Oncken, Geh. Hofrath. Wien. 18. August. Zu der Entgleisung des Schnellzuges Berltn-Rom wird Folgendes aus Bozen 1 gemeldet: Der von Fraazeuveste kommende Eilzug entgleiste gestern Abend 7 Uhr infolge NtederstürzenS eines mächtigen I FelSblockeS unmittelbar nachdem er den Blumauer Tunnel I verlassen hatte. Die Maschine und fünf Waggons erster und zweiter Klaffe wurden zertrümmert und stürzten über die Böschung auf die Etsackstraße. Die übrigen Waggons blieben im Tunnel stehen. Mehrere Paffagiere und Zugbedieastete, darunter der Maschtuenführer und Heizer, erlitten theilS I schwere, theilS leichte Verletzungen. Von Bozen gingen sofort HilfSzüge nach der UnglückSttätte ab. PUfe», 18. August. Nach dem gestern aus Anlaß des I kaiserlichen Geburtstages abgehalteuen Zapfenstreich zogen die I Tschechen mit Stöcken und Steinen bewaffnet, lärmend vor I deutsche Haue, die Turnhalle und die Schule, wo zahl- I rc^c 8knster mit Steinen eingeschlagen wurden. In der Turnballe wurde ein Kellner verwundet. I Paris, 18. August. In der Begleitung des Präfidenten Faure, welcher heute Morgen 8% Uhr nach Dünkirchen I abgereist ist, befanden stch die Minister Hanotaux und BeSnard I sowie der russische Militärbevollmächtigte. Faure wurde von I dem bei der Abfahrt zahlreich anwesenden Publikum lebhaft begrüßt mit den Rufen: ES lebe Faure, eS lebe die Republik, I es lebe Rußland. I 18. August. Um 8 Uhr heute Morgen erfolgte auf dem Boulevard Magenta, in der Nähe des Bahnhofes, wo Präsident Faure abreiste, eine unerhebliche Deto- I notion, welche jedoch keinerlei Schaden verursachte- eS wurde auch Niemand verletzt. Maa nimmt an, daß eine Petarde geplatzt ist, mißt aber der Sache weiter keine Be- I deutung bei. Paris, 18. August. Der Zustand des Prinzen Heinrich von Orleans ist nach dem letzten Bulletin ein zufriedenstellender. Eine Verschlimmerung ist bisher nicht | eingetreten. Paris, 18. August. Der Ministerpräsident Meline hat am Schluß einer Ackerbau-Versammlung neuerdings alle I Franzosen aufgefordert, entschlossen den Feind, welcher Frankreich zu zerreißen droht, nämlich den SocialiSmus, sammt seinen Ausgeburten zu bekämpfen. Loudon, 18. Anguss. Den „Times" zufolge hat die Pforte eine allgemeine Mobiltsirung in den östlichen WilajetS angeorduet infolge der in Turkestan herrschenden Anarchie. Petersburg. 18. August. Das Zarenpaar begibt sich am 29. d. M. nach Polen und zwar zunächst nach Warschau, wo der polnische Adel ein Banket veranstaltet, dann für drei Tage nach Spaala zur Auerochsenjagd und darauf direct nach Bialystock zu den großen Manöver». Warschau, 18. August. Anläßlich des bevorstehenden I Zarenbesuches soll ein kaiserlicher UkaS erscheinen, durch I welchen die seit der Unterwerfung deS Polenaufstandes gegen I die Polen in Kraft befindlichen AuSnahme-Verfügungeu aufgehoben werden und eine Amnestie ertheilt wird. Konstantinopel, 18. August. Die Botschafter traten gestern zusammen, um die Revision des Artikels 6 der Friedenspräliminarien zu berathen. Infolge der Weigerung Englands wurde man jedoch nicht einig. Die nächste Sitzung der FriedenScommtsfion soll stattfinden, sobald I Griechenland die Zahlung der Kriegsentschädigung fichergestellt haben wird. •• Concert bei Süddeutschen Manner bextett am Montag den 23. August in ,StelnS Garten". Wir find heute in der angenehmen Lage, ein überaus günstiges Urtheil über ein vor kurzer Zeit stattgefundenes Eoncert unseren Lesern unterbreiten zu können. Dasselbe lautet: .Coe»- feld, 29. Juli. Vor vollbesetztem Hause gab gestern dal Männer-Sextett Bleicher! aus Stuttgart im Mey'schen Saale das angekündigte Concert. Wie allenthalben, wo das Sextett auf seinen Concertreisen auftritt, fand dasselbe auch hier den begeisterten Beifall des Publikums. Das Programm, welches durchweg neue Lieder aufwteS, war ein sehr gewähltes und wurden die einzelnen Nummern ohne Ausnahme mit einer Vollendung vorgetragen, wie man sie auf dem Gebiete des MäunergesaugeS selten antrifft. Kraft und Wohlklang der Stimmen, vorzügliche Schulung, bestrickende Feinheit im piano vereinigen sich bet demselben zu einer bewundernSwerthen Gesammtwirkung. Wie sehr diese Vorzüge auch an hoher Stelle geschätzt werden, dürfte daraus hervorgehen, daß das genannte Sextett dieser Tage aus hiesiger Gegend telegra- phtsch au den Großh. Hof nach Luxemburg berufen wurde, um bei der Feier des 80. Geburtstages Sr. Hoheit btt GrohherzogS diesem eine Ueberraschung zu bereiten, da Hoch, derselbe gelegentlich eine- vor Kurzem dort ftattgehabten ConcerteS dieses Sextett-, dem Se. Hoheit selbst beiwohnte, sich höchst anerkennend über die Leistungsfähigkeit desselben ausgesprochen hatte. Wie verlautet, wird da- Sextett aus vielseitigen Wunsch im August nochmals unsere Stadt besuchen und zweifeln wir nicht, daß dasselbe auch dann wieder ein volle- Hau- finden wird. CoceUs wwb Gieße«, den 19. August. •• Ordensverleihung. Se. König!. Hoheit der Groß. Herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung, dem Stab-hoboisten und Militär-Musikdirector Krauße vom Infanterie • Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großherzogltch Hessischen) Nr. 116 die Krone zum Silbernen Kreuz be« Verdienstorden- Philipp» de» Großmüthigen zu verleihen geruht. Breslau, 19. August. Ueber die durch da- Hochwaffer geschädigten Gegenden ist neuerdings ein Gewitter nieder« gegangen, das schweren Schaden anrichtete. Mehrere Personen wurden vom Blitz erschlagen. Infolge der herrschenden Hochwasser-Katastrophe ist in Rogan der ThPhuS auSgebrochen. Marieubad, 19. August. Der Prinz von Wales ist mit Gefolge gestern zu längerem Kurgebrauch hier ein- getroffen. Paris, 19. August. Der gestrigen Explosion legen einige Zeitungen gar keine Bedeutung bei, andere wiederum halten sie für einen ernsten Attentatsversuch gegen den Präfi. deuten Faure. Das Blatt „La Preffe" verzeichnet daS Gerücht, in der Nähe der ExplofionSstelle sei die Anwesenheit eines entlaffenen Polizisten gemerkt worden, der in der Boulanger.Epoche eine große Rolle spielte. Konstauttuopel, 19. August. Gestern warf ein Armenier in der hohen Pforte vor den Zimmern de- BezirkSrathS- SecretärS eine Bombe, welche vier Personen tödtete und mehrere verwundete. Gleichzeitig explodirte vor dem Serail in Galata eine Bombe, ohne Schaden anzurichten. Beide Thäter sind verhaftet. **B. Gestern Abend feierte die Kriegerkameradfchast Gießen den ErinnerungStag von Gravelotte—St. Privat durch einen zahlreich besuchten Familienadend im großen Saale von „Lony-Bierkeller." Herr Mufikdirector Krauße hatte in bekannter Meisterschaft den musikalischen Theil über, nommen. Nachdem der erste Vorsitzende, Herr Traber, Allen und namentlich dem Ehrenmitgliede Herrn Pfarrer vr. Naumann für da» Erscheinen gedankt, wie- er aus die Bedeutung und den Zweck solcher Erinuerung-feiera hin. Die alten Krieger wollten stch nicht etwa Hervorthun, sondern nur nach Kräften dazu beitragen, daß in unserer schnelllebigen Zeit nicht vergessen wird, war vor 27 Jahren in heißen Kämpfen errungen worden sei- fie wollten die Liebe zum Baterlonde fördern und erhalten. Die Ansprache 0 ™ - e‘nem ^geistert aufgenommenen Hurrah auf Se. Maiestat Kaiser Wilhelm und Se. Köntgl. Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig. - Al- die Nationalhymne und da» Lled „Die Wacht am Rhein" verrauscht, brachte Herr Fruttg ein kräftiges Hurrah auf das Ehrenmitglied Herrn Pfarrer l^r. Naumann au», worauf derselbe seinen Dank au-sprach und seiner Freude Ausdruck darüber verlieh, daß r Kriegerkameradsch^r izlied wäre, in welcher der schöne Grundsatz verfolg: wurde, Familienpotrioti-mu- zn pflegen. In längerer Ansprache schilderte er bte Verhält« niffe Don Emst und Jetzt und schloß mit einem Hurrah auf den Vorstand. Herr Wachtmeister KaSper brachte in treffenden Worten, der Samariterdienste von 1870/71 gedenkend, Dünkirchen, 18. August. Präsident Faure traf heute Mittag 1 Uhr hier ein und begab sich alsbald mit dem Minister deS Aeußern, Haootaux, dem Admiral Gervais und dem General Fredericks an Bord des „Elan", welcher fie an Bord de» Kreuzers „Pothuau" brachte. Die zahlreiche auf den Quais versammelte Menschenmenge brachte dem Präsidenten Huldigungen dar, während die Schiffe deS Nordgeschwaders, welche vor der Rhede vor Anker lagen, Kauonenschüffe abfeuerten und die Matrosen, auf den Raaen stehend, Hurrahrufe auSstießen Der „Pothuau" lichtete und dem „Bruix", Madrid, 18. August. Der oberste Rath für Krieg und Marine bestätigte da- TodeSurtheil gegen Angiolillo. Der Ministerrath stimmte ebenfalls zu. Petersburg, 18. August. An der Parade, die der Kaiser in Anwesenheit deS Präsidenten Faure im Lager von Kcaßnoje Selo abnehmen wird, werden 65*/t Bataillone Jnsauterie, 43 E-cadronS und 14 Sotnien Cavallrrie, 41 /t Bataillone Artillerie, sowie 200 Geschütze theilnehmev. Petersburg, 18. August. Die Duma wird dem Prä- fidenten Faure bei seiner Anwesenheit in Petersburg am 24. d. M. ein Banket anbieten. Dem Minister Hanotanx, dem General BoiSdeffre und dem Admiral Gervais wird die Gemeindevertretung emaillirte Becher überreichen. Jedes französische Schiff erhält einen großen Krug mit Gläsern, während die Commandaoten filberne Pokale und die Offiziere Liqueurgläser bekommen. Die Matrosen werden mit Pfeffer- kuchen und Cigarretten beschenkt werden. Stockholm, 18. August. Der 6. internationale Stenograph en-Cong re ß, welcher von Vertretern aus Deutschland, England, Schweden-Norwegen und Dänemark I zahlreich besucht ist, wurde heute Vormittag im SitzungS- be6 Reichstages durch Oberst Billmanson Stockholm eröffnet. In da- Präfidium wurden außer Billmanson be- rufen: Freiherr v. Ploten-Stockholm, Thoma- Allen, Read- London, Redacteur KronSbeia WieSbaben und Reichstag»- stenograph Worms Kopenhagen. Au den König OScar wurde ein BegrUßungStelegramm gesandt. . , Konstantinopel, 18. August. Heute Nachmittag wurde I be« der Polizeidirection in Pera eine Bombe ge- worfen, die jedoch nicht explodirte. Gleichzeitig wurden in der Ottomaobank in Galata zwei verdächtige, europäisch ge- I «eibete Jndivibuen verhaftet, bte Dynamit bei sich trugen. I M ber Seitenfront bet Pforte, die bas Großveztrat mit dem Staarsrathsgebäube verbinbet, erfolgte ebenfalls ein I Dynamit - Attentat, wodurch Fensterscheiben zerbrochen und I einige unerhebliche Beschädigungen verursacht wurden. Man I 'pr'cht auch von einigen Verwundeten. Als Attentäter werden b-j-Ichn.t. In geigt Der Vorgang- -nlst-nd eine *“11’. ®' wurden geschlossen, aber bald wieder geöffnet. Um 6 Uhr Abends herrschte überall di- vollste ,®le Hutung der Polizei und de, ausgebotenen Militär- war musterhaft. vneno, A,r-,. 17. August. Di- Ausfichten der G-> s treibeernte fiub au-gezeichnet. Depeschen be- Bureau „Herolds Berlin, 18. August. Der Kaiser hörte heute Vormittag in Schloß Wilhelm-höhe Vorträge br- Chefs des I ^"iar. und Marine-CabinetS. Zur Frühstück-tafel waren anläßlich bes heutigen Geburtstages beS Kaisers von Erreich auch die Herren der österreichisch-ungarischeu Botschaft geladen. Berlin, 18. August. Der Botschafter v. Bülow, der fich gestern Abend nach Cassel begeben hat, wird sich 14 Tage I °is "ach Beendigung der Manöver dort aufhalten und dann I "°ch Rom gehen, um sein Abberufungsschreiben zu über- I reichen. Berlin, 18. August. DaS Central-Cornitü für die durch das Unwetter Geschädigten hat heute unter dem Vorsitz deS Oberbürgermeisters Zelle die Vertheilung der bereits hÜ?erinAWA^0ten 100000 Mark und die Bewilligung von noch 100 000 Mark genehmigt. Ein Antrag wegen Aus- Hängung von Sammelbüchsen wurde abgelehnt, eine Haus- }u Insten der Ueberschwewmten wurde genehmigt. ® waren über 440000 Mark eingegangen. Berlin, 18. August. Nach einer Meldung der deutschen Tageszeitung hat der Vorstand des Bundes ber Land- an den Finanzminister v. Miquel die Bitte ge- ™ 'n ,t,n ln l>°n üb.rschw-mmi-n Gebieten, I komme/ 6 bIin kommen und .beim Gesandten ein Gabelfrühstück ein. corv"/'bei°"Am«'°°.'°°-7 “ d-r H-rbftparade de- Garde, corp« bet Am Sonntag folgt er der Einladung de, Herzoa- nach 8fftn nbUr8 @ditterln Unö d-S'b. fich von Königsberg. 18. August. Der Regierungspräfldint ordnete für das aus Rußland eingeführte HandelSgeflügc'l eine «9U<.öröxntdne ön unb begründete die Verordnung mit der Gefahr des SuSbruchS einer Geflügel-Cholera 6 Bremen 18. August. Der Tischlertag beschloß, Localverbände der Arbeitgeber zu gründen, um stch gegen Ausstände zu sichern. Ferner wurde beschlossen, bei Au-bruch eines Ausstande- Liften der Strikenden anzuleaen «ein Meister darf dann einen auf der Liste stehenden Tischler beschäftigen. Ein Antrag der Dresdener Tischler, beim Reich-tage vorstellig zu werden, daß auf alle ausländischen •• 25 Jahre Mnfikdirigent. Au» Anlaß deS gestrige» 25jährigen DirectionS-Jubiläum- de- Herrn Mustkdirec' torS Krauße wurden demselben Ehrungen zu Theil» welche die Werthschätzung und Hochachtung de» bewährte« Musikers vortrefflich erkennen laffeu. Am Morgen wurde der Jubilar von der Capelle durch ein Ständchen erfreut, während die Mitglieder ber Capelle ihre Gratulation mit Ueberreichung eines EhrendegenS begleiteten. DaS Offiziers- corpS überreichte eine Büste Kaiser Wilhelms in Erz mit auf silberner Platte angebrachter Wibrnung, unb ber Concert- Berein und Waguer-Berein hatten, wie untenstehenb weiter auSgeführt ist, mit einer künstlerisch auSgeführten Adresse, eine von Professor Schaper in Berlin in Lebensgröße au», geführte Büste Richarb WagnerS zum Geschenk gemacht. Boa seinen vielen hiesigen und auswärtigen Freunben und Gönnern, früheren Angehörigen ber hiesigen Regimentsmufik usw. waren Gratulationen eingelaufen in Zuschriften, Depeschen, unter Ueberreichung zahlreicher Blumempenden rc., welche alle Zengniß ablegen von ber Anerkennung unb Verehrung, welcher Herr Mufikdirector Krauße erfreute. Auch wir gratu- liren demselben noch nachträglich aufS Herzlichste. ** Krauße-Znbiläum. Unter den Ehrungen, die Herr Mufikdirector Krauße anläßlich seine- Direktion«- jubiläumS empfing, dürfte die de- Concert-VereinS und des Wagner-Verein- wohl eine hervorragende Stelle ein- nehmen. Ueber die gewählte Form informiren wir unsere Leser am Besten durch nachstehende Wiedergabe der Adresse, welche Herr Ernst Challier al- Vertreter ber beibett Vereine om Vormittag beS 18. August mit einer künstlerisch werthvollen Büste Richarb Wagner'S überreichte. Der Text der Adresse lautet: Geehrter Herr Mufikdirector! ^Die beiden unterzeichneten Vereine haben fich zusammengethan, um -Lie gemeinsam zu der 25jährigen Wiederkehr des Tage- zu ehren und zu beglückwünschen, an welchem Sie Ihre DirectionsthätigkeU m Gießen begonnen haben. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Zhr schonE^Bestreben, das musikalische Leben zu heben und zu fördern, von Erfolg begleitet war. Ihre eigenen Concerte, Ihre Mitwirkung bet den Vereins-Eoncerten, sowie bei vielen anderen Gelegenheiten sind vollgiltige Beweise hierfür. «... Mü besonderer Liebe und Hingebung haben Sie die Werke Richard Wagners gepflegt und diesem großen Meister in Gießen die Wege geebnet, darum glauben auch die beiden Vereine, Ihnen kein schöneres Erinnerungszeichen zu Ihrem Ehrentage überreichen zu können, als em Kunstwerk Schapers, welches Richard Wagner verkörpett. Mögen Ihnen diese bescheidene Aufmerksamkeit als ein Zeichen unserer Zuneigung und Werthschätzung gelten, an das wir die Hoff, nung knüpfen. Sie noch jahrelang in ungeschwächtem Streben weite, wirken zu sehen. Gießen, im August 1897. Die Vorstände _ des Geh. Hofrath. Ernst Challier. il8 Wagner-Lereinl: ofeffor Dr. H. Stebtd, Geh. posrath. inrt'Sfgttlt am SÄonta; Wir falb heute io zünftiges Urtheii tnti üouctxt itlht UüUf. groll' haust gab gestern gart tmMrY'scheaSO ithalben, wo daSStM id dasselbe auch hier tr Das Programm, $tlW ein sehr gewühlter de1 ii Ausnahme mit den \t ans dem Gebiete h! ast und Wohlklang tu ikenbe Feinheit impiaco itr bewllnbernSwerlhrr lorzüge auch an hoher , hervorgrhru, dah das nrftgrr Trgeud ttlrgr°> tmbuti bnck« »«* Ht.it« ®t. W»“ lDfl 1U bereiten, MH' Leit W li*1- ! * » e«H mH« 01,11 altlit -°ch ilM bk -Kk«-^"L Sr.eiletti-01' imUtenabwb tat 8'* .«ftS* art*’*'?’ Ä-ä? !n iel' p ai, flnlP1^ « ?»■• 5«;$S issjfii ijlkb 5««1'1“1 51! 8#; -"'A- H !&, iusammengelhai Me Directionslhäligt« keinem Zweifel, !u beben und zu fördern jmerte Ihre M,wirkunz len anderen ©eltQenfyitei 'S tzen Lle bie M denMchn in 0ie6enti( eiben Vereine, Ihnen len ^brenlage überreichen i < velches Richard Wagnir nrerksamkeil als ein&i:, leiten, an das wir die H-- geschwächtem Streben ta «»Th- Am 3)}a ^^«6 Sifabt ? »“>b •"iS- ■:<>5 Teschs 0 J?' Qm -SÄ*.: inte 9in*ttö^ Stiche AÄ."'** "•“■im" >«b< eu, * . »>- «K 1|*1 b« «bttji ? e' 6,,ben ®ere!» »m len Frauen ein Hurrah, wie ferner Herr Traber der Jungfrauen, Herr Schwall des Jnngdeutschland — der Söhne —, und endlich Herr Frutig in dankbaren Worten des noch lebenden Erbauers des deutschen Vaterlandes — Fürsten BiSmarck — durch ein kräftiges Hurrah gedachte. Die Ehrung der Mitarbeiter Bismarcks, der Grafen Moltke und Roon, wurde durch Erheben von den Plätzen zum Ausdruck gebracht. Die Feststimmung bei Jung- und Altdeutsch, land war eine so animirte, daß, nachdem der officielle Theil geschloffen, die Fidelitas noch lange anhielt. * Schützenfest. Fleißige Hände regen fich auf dem Schützenplatz, um ihn für da» Preisschießen am nächsten Sonntag festlich zu schmücken. Die Halle wird außen und innen in ein grüne« Festgewand gekleidet und der Platz wird in einen freundlichen Hain umgewandelt werden — An» Ordnungen, die die bisherigen weit übertreffen. Zu bemerken ist, daß der Tanz früher als sonst beginnt, und zwar mit Rücksicht auf einen H ammel-T anz, der etwa eine Stunde in Anspruch nehmen dürste. Dieser Tanz um einen prächtig geschmückten Hammel ist eine schwäbische VolkSsitte und bietet Gelegenheit, eines dieser nützlichen und wohlschmeckenden Geschöpfe tanzend zu erwerben. Die schon früher erwähnten Preise sind nicht nur an fich recht werthvoll, fie find auch au Umfang fo bedeutend, daß fich kein geeigneter Erker fand, fie schon vorher zur Schau zu stellen,- im Saale des Schützen- baufeS kann man fie ober besichtigen. Man geht wohl nicht sehl, wenn man annimmt, daß die Einrichtung der TageS- karten neben den Passe-Partoute den Besuchern eine willkommene Neuerung ist. Hat doch Jeder nunmehr Gelegen- heit, öfter» und mehr als einmal den Festplatz zu betreten. ** Betrüger. Belm Bürgermeister eines Nachbarortes erschien vorgestern ein junger Mann, gab sich als Kreisarnt«. grhülfe anS und brachte vor, er sei vom Großh. KreiSamt beauftragt, die Hausnummern an den Häusern zu revi- dir en, besichtigte dieselben auch ohne einen Anstand zu finden und forderte für seine Mühe 4 Wit. Gebühren, die ihm aber wohlweislich nicht verabfolgt wurden. Gestern machte sich derselbe Mensch auch hier eines BetrngSversuchs schuldig unb wurde in Haft genommen. •* Einbruch. Bei Wirth Loth auf der „LiebigShöhe" wurde in verflossener Nacht wiederholt ein Einbruchs, diebstahl auSgesührt. Die Einbrecher begnügten fich dies« mal mit zwei Schinken und einigen Würsten. Auch im „SchÜtztnhause" versuchten die Diebe einzusteigen, wurden aber durch die Wachsamkeit des Hundes an ihrem Vorhaben gehindert. •• Ueber das Tragen der Erinnerungsmedaille durch da» Militär ist jetzt ein einschränkender Erlaß erschienen. Da» stete Tragen ist nicht statthaft. Sie dürfen nur im großen Dienst getragen werden und bei solchen Fällen, wo der Soldat im Ordonnanz« ober Parabe^Anzuge zu erscheinen hat, also bei Kirchgängen, Hochzeiten, Beerdigungen u. bergt * Belobung von Standesbeamten. In der Provinz Oberheffen wurden kürzlich den Standesbeamten der Gemeinden Bernshausen, EckartShausen, Fischbach, Grebenhain, Langd, Lehnheim, Michelnau, Rainrod bei Alsfeld, Rendel, Stock« Hausen bet Grünberg, TraiS-Horloff unb Zeilbach belobenbe Anerkennungen für ihre Registerführung pro 1895 seitens Gr. Ministeriums ertheilt. ’• Zur Kaiferparabe finb folgend* Bestimmungen zu beachten: Beginn der Parade 10 Uhr, Schluß gegen 1 Uhr. Da» Publikum wird ersucht, spätestens bis 9*/, Uhr seine Plätze eingenommen zu haben. Restauration ist nicht vorhanden. Das Publikum hat sich daher eventl. mit Frühstück zu versehen. ES wird ersucht, aus Rückficht auf Fußgänger, Pferde unb Rabfahrer, keine Flaschen oder Gläser fortzuwerfen. Trinkwaffer befindet fich hinter der Tribüne, Rett« raben an den Treppenaufgängen. Für Rabfahrer finb unter der Tribüne Räume zum Abftellen der Räber, Blocks L 100 Stück (nicht auch zur Abgabe von Garderobe) eingerichtet. Beim Abholen der Räder ist auf die Nummer der Blocks, bie auch durch verschiedene Farben kenntlich find, zu achten. Beim Zugang zur Tribüne achte man besonders darauf, ob die Karten für rechts ober links gelten; Schilder weisen aus die Platzzugänge hin. Beim Aufsuchen der Plätze auf der Tribüne achte man auf die Blocknummern. ♦* Wetterbericht. Der größte Theil von Eentraleuropa steht zwar noch unter der Herrschaft hohen Druckes, doch hat derselbe an Intensität merklich verloren. Ueber dem Nord> westen lagert eine umfangreiche Depression. Das Centrum derselben liegt vor der mittleren norwegischen Küste. Vou ihm aus erstreckt fich über die Nordsee und die britischen Inseln ein sackförmiger Ausläufer nach Nord Frankreich unb Nordwest-Deutschlaub herein. Derselbe dürste bei weiterem Vordringen zunächst die WitterungSverhältniffe in den westlichen und nördlichen Theilen unseres Gebietes beeinflußen. — Voraussichtliche Witterung Im Westen unb Norben wolkige« Wetter, im Süden zunächst noch heiter, bann gleichfalls Zunahme der Bewölkung. K. Ditenberg, 15. August. Der Bezirkskriegerverband Ortenberg feierte fein diesjähriges Bezirksfeft in unserem Städtchen und verband damit eine Gravelottefeier. Die Vereine de» Verbands hatten fich auf dem schön gelegenen Fest» Platz, sogen. Marktplatz, vor der Stadt, auf dessen Mitte eines der schönsten Kriegerdenkmale OberheffenS steht, ein* gefunden. Der stattliche Festzug, an deffen Spitze sämmt- liche Veteranen des Bezirks, bewegte fich durch die festlich geschmückte Stadt unb wieder zurück zum Festplatze, woselbst nach schwungvoller Festrede de» Herrn Pfarrers Ellenberger und sonstiger Ansprachen, die Versammlung sich dem Vergnügen hingab. R. Reichelsheim, 17. August. In der Familie eines der hiesigen Herren Lehrer ist heute ein leichter Fall von Scharlach auSgebrochen, weshalb die Schulklaffe des betreffenden Lehrers sogleich geschloffen wurde. — Die Trockenheit ist so anhaltend in unserer Gegend, daß in einigen Dörfern der Nachbarschaft daS Waffer anfängt knapp zu werden. Kartoffrlfelder in leichten, trockenen Böden vergilben zusehends. 4- Kefenrod, 18. August. Nächsten Sonntag Nachmittag begeht der MisfionSverein des DekanetS Büdingen in unserer Gemeinde sein Jahresfest, wozu die Vorbereitungen hier in vollem Gange sind. Bürstadt, 16. August. Die Unsitte, kleine Kinder auf beladene Wagen zu setzen, brachte über die Familie deS Schneidermeisters Hohmeyer hier großes Unglück. H. ließ einen Wagen Sand holen, auf welchen bas Kind bei der Heimfahrt gesetzt wurde. Kurz vor der Ankunft zu Hause stürzte das Kind vom Wagen und war sofort tobt. Stadecken, 17. August. Der Landwirth Peter Dechert von hier wurde gegen Abend von feinen Angehörigen, die durch das allein heimkehrende Pferd auf einen Unfall aufmerksam gemacht wurden, auf dem Felde tobt aufge- funben. Der Mann hatte in Folge des Sturzes vom Wagen einen Halswirbel gebrochen und war sofort eine Leiche. Drmft. Ztg. Darmstadt, 18. August. Der Commandeur des 23, Dragoner Regiments, Oberst v. Wedel, wurde heute it. „Franks. Ztg." bei einer Schießübung feine« Regiments durch eine zurückprallende Kugel im Gesicht, glücklicher Weise nur leicht, verletzt. Dem vor ihm stehenden Dragoner wurden zwei Finger der rechten Hand abgeriffen. Demifdpte». * Frankfurt a. M., 18. August. Einen düsteren Vorgang weidet ein Berichterstatter: Am Montag gegen Mitternacht verfolgten vier Burschen ein Mädchen die Fischer« gaffe entlang nach dem Main. Am ehemaligen Schlachthaus stürzte sich die Verfolgte mit grellem Schrei in den Fluß und ertrank. Die Verfolger eilten zur Stadt zurück. * Hagen, 17. August. In dem Amte Bommern ist ein Kriegerverein aufgelöst worden, weil der Vorstand des Vereins sich weigerte, dem Ersuchen der Behörde nachzukommen, einen Socialdemokraten au« seiner Mitte aus- zuschliehen. Der Verein erhob Beschwerde beim kgl. Land- rath des Kreises, der aber der Entscheidung der Borinftanz beitrat. Zur weiteren Verfolgung ist die Angelegenheit jetzt dem ReichStagSabgeordneten Lenzmann übertragen worden. Der Vorstand glaubt, daß das auSzuschließende Mitglied kein Socialdemokrat ist, weil eS fich an allen patriotischen Veranstaltungen de« Vereins rege beteiligt und durch sein kameradschaftlich:« Verhalten nie zu Klagen Anlaß gegeben hat. Der Verein gehört dem Westfälischen Kciegerverbande unb dem Deutschen Kriegerbunde an. * Berlin, 18. August. Der bekannte Heiikünstler Richard Mohrmann ist auf Grund eine« Ersuchen« der Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M. wegen fahrlässiger Körperverletzung unb Betrug« hier verhaftet worden. * AuS Bayern, 16. August. Der Verband bayerischer GastwirtySvereine, der von irgend welchen polizeilichen Maßnahmen gegen das „schlechte Einschänken" nicht« wiffen will, erklärt, er werde sein Recht beim Landtage suchen, wenn fich die bayerische StaatSregierung wirklich zu einem Gesetzentwürfe gegen da« „schlechte Einschänken" sollte drängen loffen. Der Landtag, die Volksvertretung, werde die Sache hoffentlich in einem etwas anderen Lichte betrachten. (D?r Verband würde beffer seinen Einfluß zur Beseitigung des schlechten Einschankens auSnützen.) * Straßburg, 18. August. In her französischen Fremdenlegion sind schon wieder 14 Elsaß-Lothringer verstorben. * Innsbruck, 18. August. Dec Tourist August Ro esset anS dem Elsaß, 37 Jahre alt, stürzte beim Utbergang über da« Hochjoch, al« er eine Gletscherspalte überspringen wollte, in dieselbe unb brach ein Bein. Er wurde von den Führern auf E-Spickeln nach Kurzra» unb bann nach Meran in« Spital gebracht. * Zurich, 18. August. Der Kurgast Mahbenner aus Bayern ist gestern beim Edelweißmchen vom Piz Fex (Engadin) ab gestürzt und auf der Stelle tobt geblieben. Die Lrtche würbe nach Sil« gebracht. * Gravelolie, 18. August. Die Enthüllung des Denkmal« für bie rheinischen Jäger nahm in Anwesenheit der obersten Civil- und Militärbehörden unter Theilnahme zahlreicher Veteranen, einer starken Abordnung de« 8. Jäger- bataillon« unb der Metzer Vereine einen weihevollen Verlauf. Die feierliche Hanblung vollzog Pfarrer Kinzenbach au« Speldorf. Graf Häseler commonbirte selbst die Ehren- compagnie. * Das Thräueutuch. Gin eigenartig poetischer Brauch besteht in Welsch-Tirol. Wenn dort ein junges Mädchen heirathet, überreicht ihr die Mutter, bevor fie am Hochzeitstage die Schwelle de« Elternhauses überschreitet, ein neue« Taschentuch. Die junge Braut behält e« in der Hand und trocknet die Thränen, bie ihr während der Trauung ent* fallen. Sobald die Hochzeitsfeierlichkeiten vorüber find, legt die junge Frau baß ungewaschene Tuch zu oberst in ihren Leinenschrank, dort bleibt e« liegen. Wa« auch da« Schicksal seiner Besitzerin bringen mag, ob fie Haus unb Hof verlassen muß. ob die Ehe ihr Glück ober Unglück bietet, nie wirb das Tuch berührt. Erst nach langen, langen Jahren vielleicht erfüllt e« ben zweiten Theil seiner Mission. Wenn bie einst so strahlenbe junge Braut ein graues Mütterchen geworben unb nun vom „Bräutigam Tod" zur letzten Hochzeit heimgefordert wirb, legen liebende Hande das alte Thränentuch über da« Antlitz der Tobten. Mit ihm zusammen wirb fie begraben, eine Sitte, bie so recht für da- tiefe GemüthSleben des Volkes spricht. * Scheinbarer Widerspruch. Tochter des Hause«: „Ich will Ihnen helfen, Marie." Köchin: „Nein, nein, Fräuleinchen, ich habe beute zu viel zu thun." Technische Fortschritte. — Die französische Gesellschaft zur Befördern«» der nationale« Industrie hat einen Preis von 1500 Frcs. für die beste Abhandlung über den gegenwärtigen Stand der Fahrrad- Industrie und des Fahrradhandels ausgeschrieben, welcher im Jahre 1899, bis zu welcher Zeit Frist für die Eingaben gelassen ist, eoent. für die preiswürdigste Arbeit gezahlt werden soll. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6). Srhiff-nr 1- October zu miethen gesucht- Solche mit im Hause befindlicher Wohnung bevorzugt. Offerten mit Prcisangabe sab. P. L. 26 Güßen postlagernd. 7791 7784 statt. 7800 Die trauernden Angehörigen sehen. la. gebt. Java-Kaffe L Mk. Zu h^ben in Gieße» bei I. M. Schulhof, Markt- Gießen, 16. August 1897. 7712 5041 Hohensolms bei Ferres & Brück und Fr. Hoßbach. V Toilette-Cream Nur von circa Ein Stück Grnhlnnh echt mit 7746 zu verkaufen im Allenfeld- Marke Pftllrlng i>rh„Pfellrli)? gesucht. Hafer-Cacao Deutsche RetchSeml. Orfterr. 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