M*. 67 Der Hleßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamikienbtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. EEes Blatt. Samstag den SO März 1SW Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Vierteljähriger Avonncmcntspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schnkstraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigebkutt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Hratisöeikage; Hießener Kamitienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" tntgege». 2lmtlid>ei* Lyeil. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche zu Burkhardsfelden. Die Maul- und Klauenseuche zu Burkhardsfelden ist erloschen und sind die verfügten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden. Gießen, den 19. Marz 1897. Großherzogliches KreiSawt Gießen. v. Gagern. Deuts eher VeichstuK. 194. Sitzung. Donnerstag den 18. März 1897. AmBandeSrathstifche: Reichskanzler Fürst von Hohenlohe, Ltaatssecretür Hollmann, v. Bötticher und SchatzsecretLr Graf 9. Posadowsky. Der AuStieferungsoertrag mit den Niederlanden wirb in dritter Lesung endgültig genehmigt. Ein schleuniger Antrag Lieber: den Reichskanzler zu ermächtigen, noch vor Feststellung des vorliegenden Etats die durch Zusammenlegung der vierten (Halb-)Bataillone erforderlichen Maßregeln zu treffen, wird nach kurzer Empfehlung durch Staatssecretär v. Bötticher angenommen. Es folgt der Marine-Etat. Die Berathung erstreckt fich zunächst aus die einmaligen Ausgaben und zwar erst aus die des ordentlichen Etats, bei dem die Commission die bekannten Absetzungen von zweiten und ferneren Raten und Streichungen von ersten Raten für neue Schiffe vor« genommen bat. m Abg. Lieber als Referent weist auf das Aufsehen hin, welches sowohl die Höhe der Forderungen, wie auch die der Cornmisston plötzlich vorgelegte Denkschrift innerhalb und außerhalb des HauseS erregt hätten. Namentlich diese Denkschrift habe allgemeine lieber« raschung heroorgerusen. Die Denkschrift, die man wenigstens anfänglich auch als solche nannte, habe auf ben Flottengrünbungs- plan von 1873 zurückgegriffen unb behauptet, baß nach diesem Plan noch fünf Panzerschiffe und so und so viele andere Schiffe fehlten. Schon in der Commission habe nun allerdings am 5. d. MtS. der Reichskanzler jenen Nachweisungen den Character als Denkschrift genommen und ihnen einen nur informatorischen Character beigelegt. Redner geht auf die weiteren Verhandlungen in der Commission ausführlich ein, wobei er auch betont, daß die Klafstficirung der Schiffe durch den Etat, also gesetzlich, festgestellt und daher nicht einseitig von der Commandogewalt abgeändert werden könne — worüber allerdings die Marineoerwaltung anderer Ansicht sei. Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Die Anforderungen der Regierung für die Kriegsflotte haben zu einer lebhaften Erörterung Anlaß gegeben. Bei dem Widerstreit der Meinungen will ich nochmals die allgemeinen Gesichtspunkte zusammenfaffen, die Erörterung von Einzelbeiten Anderen überlastend. Die Nothwendigkcit einer deutschen Kriegsflotte darf ja glücklicherweise heute als eine feststehende bezeichnet werden und ich bin hierin der Zustimmung der großen Mehrheit des hohen HauseS sicher. Ich bezweifle, daß es heute noch ernsthafte Politiker geben könnte, welche wünschen, daß Deutschland im heutigen Sinne keine Flotte zu besitzen braucht. Die deutsche Flotte ist das Ergebniß der politischen Entwickelung der deutschen Nation. DaS neue Reich, geschaffen durch die Siege einer unvergleichlichen Armee und durch eine geniale Politik, rückte vermöge seines Ansehens und seines Schwergewichts von selbst, und ohne eben Weiteres dazu zu tbun, in eine Stelle ein, die einmal erworben, ohne Gefährdung bet vitalsten Interessen bes Lanbes nicht aufgegeben werben kann. Daraus ergab fich die Nothwendigkeit, eine deutsche Flotte zu schaffen und zwar einer deS großen Deutschlands würdigen Flotte. Die Entfaltung von Macht und Ansehen ist eine Vorbedingung für die wirthschaftliche Entwickelung eines Volkes, eine Vorbedingung dafür, ihm eine sichere Bafis für eine ungestörte Entwickelung zu schaffen. Wesentlich von diesem Gesichtspunkt aus müffen nun die Etatsforderungen für die Marine betrachtet werden. Unsere Industrie hat seit dem Jahre 1870 und besonders seit der Zollgesetzgebung von 1879 einen außerordentlichen Aufschwung erfahren. Der Export spielt jetzt für das wirthschaftliche ßeben der Nation eine bedeutsame Rolle. Dieser Thatsache müssen wir Rechnung tragen, einerseits indem wir uns bemühen, den Export auf friedlichem Wege zu schützen, andererseits indem wir Vorsorge treffen, daß es Niemand als eine leichte Aufgabe betrachten kann, die freie Fahrt unserer Schiffe zu stören. Die Nothwendigkeit einer leistungsfähigen Flotte wird noch verstärkt durch die Gründung und den Erwerb unserer Colonien. Der Begriff einer leistungsfähigen Flotte in diesem Sinne dürfte der Sache nach ein absolut feststehender fein. Er wird sich verschieben nach Maßgabe der Fortschritte;ber Technik und nach Maßgabe des Anwachsens der Flotten anderer Reiche. Wir können uns nun der Einsicht nicht verschließen, daß unsere Flotte heute nicht stark genug ist, um gegebenenfalls diesen Ausgaben au genügen. (Sehr wahr! rechts.) Nun hat man aber Bedenken dagegen aus finanziellen Gründen. Gewiß, meine Herren, die An- ftrberungen, welche in finanzieller Hinsicht eine moderne Flottelstellt, find seh» bedeutend. Ich richte indeß an Sie die dringende Bitte, tiefen Gedanken gegenüber den Etatsforderungen nicht Raum zu geben, denn wir befinden uns in der Nothwendigkeit und werden uns noch längere Zeit in ihr befinden, zu jeder Zeit, zu Lande und zu Wasser, kampfbereit zu fein. (Zustimmung rechts.) Es fragt sich nun: Gehen die Forderungen der Regierung über die finanziellen Verhältniffe hinaus? Hat sie die gebotene Rücksicht auf die Finanzen bei ihren Forderungen bewahrt? Ich glaube, die günstige Lage, wie sie sich nach dem jetzigen Etat darstellt, berechtigt mich, diese letztere Frage absolut zu bejahen. (Sehr richtig! rechts.) ES ist ein unbestrittenes Recht des Reichstages, Sparsamkeit in finanzieller Beziehung walten zu lassen, aber ich möchte davor warnen, diese Sparsamkeit gegenüber den berechtigten Forderungen für die Marine zu weit zu treiben. Denn nichts könnte uns fchlttßtich im Ernstfälle kostspieliger werden, als eine zu schwache Flotte. (Sehr richtig! rechts.) Wir brauchen eine Flotte, die unsere Küsten zu schützen im Stande ist unb die auch auf hoher See dem Feinde die Spitze bieten kann. DaS ist das Ziel, welches wir erstreben. Je fchneller wir es erreichen, desto größer wird das Gewicht fein, welches wir zur dauernden Erhaltung des Friedens in die Waagschale werfen können. (Beifall rechts.) Staatssecretär Frhr. v. Marschall: Die Nothwendigkeit der einzelnen Positionen hat man ernstlich gar nicht bestritten; man hat nur finanzielle Bedenken geltend gemacht und außerdem allerlei Befürchtungen betreffs weiterer Forderungen. Draußen im Lande tobt vielfach ein Streit von so persönlicher Bitterkeit, als ob es sich hier nicht um gemeinsame.Angelegenheiten handle. Nützlich ist das gewiß nicht. Für eine Erwägung hoffe ich auf Ihr Verständniß: daß es nämlich zwischen uferlosen Plänen der Zukunft und einer Vernachlässigung unserer Marine eine breite Mittelstraße gibt. Diese Mittelstraße hat, wie ich glaube, die Cornmisston nicht eingehalten. Man hat von Weltpolitik gesprochen, aber da halte ich es mit dem guten alten Sprichwort: Bange machen gilt nicht. (Heiterkeit.) Man hat es in der Presse so dargestellt, als ob wir Alle mit Weib und Kind in die Fremde hinaus müßten. Wir wollen Anderen nicht zu nahe treten, aber wir wollen, daß das deutsche Reich unb deutsche Interessen geschützt werden gegen fremde Unbill, unb daß deshalb unser Schwert scharf und schneidig sein muß zu Wasser und zu Lande. Bei den Beschlüssen der Commission ist das Auswärtige Amt der Leidtragende. Wenn man von Weltpolitik spricht, so fragt es sich doch vor Allem, ob wir Welt-Interessen haben. Die Antwort hierauf steht wohl außer Zweifel, und es darf der Gedanke nicht aufkommen, als ob wir zur Wahrung dieser Interessen zu schwach, zu elend seien. Wir haben in dieser Beziehung Pflichten. In diesem Sinne müssen wir Weltpolitik treiben. (Beifall.) Eine Gefahr, daß wir dabei auf abschüssige Bahnen gerathen könnten, besteht nicht. Der Wunsch, daß unser Aufwand für überseeische Interessen mit unseren sonstigen Aufgaben im Einklang stehe, ist berechtigt; ich begreife auch, daß Sie Die Gefammtlast berücksichtigen wollen, welche das Volk tragen soll. Aber wo hat jemals die Regierung Anlaß zu der Annahme gegeben, daß ste die in dieser Beziehung gebotene Grenze überschreiten wolle? Bei den vorliegen. den Forderungen handelt es sich ja doch im Wesentlichen nicht um neue Schiffe, sondern nur um Ersatz. Was soll werden, wenn wir für Actionen in Amerika, Marokko, Ostasten gleichzeitig Schiffe brauchen? Abgesehen von der Colonialpolitik hat sich unser Handel seit 1873, unsere Ausfuhr um Hunderte von Millionen gesteigert. Der Schutz unserer überseeischen Jntereffen erheischt eine ganz andere Stellungnahme als früher. Auch ist es wichtig, unsere Auswanderung in Bahnen zu lenken, in denen der Deutsche der Heimath erhalten bleibt. Auch dadurch wächst das Bedürfniß an Schutz. Mit diesem wachsenden Bedürfniß haben unsere Schutzmittel nicht Schritt gehalten. Es ist daS ein unhaltbares Mißverhältniß. Wenn Sie den Beschluß der Commission annehmen, so reißen Sie eine Lücke, welche sich unmöglich später ausfüllen läßt. Der auswärtige Dienst kann nicht pausiren und die Abnutzung der Schiffe macht auch keine Pause. Ueberall, wo ein gerechter Hilferuf Deutscher erschallt, muß Hilfe werden. Der Deutsche im AuSlande hat dieses Recht erworben und wir die Verpflichtung mit der Gründung des einigen Reiches. Wir müssen überall in neuen Ländern zur Stelle sein, um neue Handels« und Verkehrsbeziehungen zu gewinnen. Denn ob wir einige hundert Millionen mehr absetzen, ist nicht nur eine wirthschaftliche, sondern auch eine bedeutsame sociale Ausgabe. Von diesem Gesichtspunkte aus find wir auch vor zwei Jahren in Ost- afien ausgegangen; für uns war damals maßgebend, daß wir an dem Handel mit China auch Theil haben wollen. Dazu ist eine starke Flotte nothwendig in China, wir müssen die Flotte auch dauernd dort blicken lassen. In jenen Gegenden haben wir nicht nur wirthschaftliche, sondern auch ideale Interessen. Ein früheres Mitglied dieses Hauses hat an mich ein Schreiben gerichtet betreffend die katholischen Missionen in China, Klagen enthaltend (Rufe: Aha! und Lachen.) Dies Gelächter kann ich nur bedauern. Es ist für uns eine Ehrenpflicht, diese Leute zu schützen Es waren dort katholische Gotteshäuser zerstört, Heiligthümer geschändet worden. Ich habe auf die Zuschrift antworten können, die Uebelthäter feien gerichtet. Es war das die Folge davon, daß wir gerade in jenen Gewässern eine starke Flottenmacht hatten. Und nun Kreta. Man hat unsere dortige geringe Machtentfaltung getadelt. Dieser Tadel ist grundlos, denn wir haben nur geringe Interessen dort, wir haben an der Action dort nur theilgenommen im Interesse des europäischen Friedens und dazu war die Entsendung eines Kriegsschiffes genügend. Aber wir haben auch Eventualitäten in Rücksicht zu ziehen. Das Vorgehen der Griechen gegen wehrlose Muselmänner kann auch zur Folge haben, daß die Christen in die Lage kommen, unsere Hilfe anzurufen. Wir können ste bann nicht schutzlos lassen, und wtt werden bann verbündete Mächte ersuchen müssen, diese Hilfe zu leisten. Dies ist unseren Interessen nicht günstig. Meine Herren! Die diesmalige Berathung fällt in eine Zeit mancher Stimmungen und Verstimmungen, lieber Stimmungen und Verstimmungen lebt aber als ein einiges Moment der Reichsgedanke. Dieser stellt uns vor ernste Angaben. Von dem Deutschen über dem Weltmeer verlangen wir mit Recht, daß er festhält an Kaiser und Reich. Verlangen wir dies, so müffen wir aber auch unsere Werkzeuge aus- rüsten, um im Falle der Roth helfen zu können. Bitte, bewilligen Sie die Kreuzer! (Beifall.) Admiral Holl mann: Wir haben die Nachweisung den Commisstonsmitgliedern nur zur Information in die Hand gegeben; eine neue Denkschrift zu geben, lag uns durchaus fern. Die Erfahrungen mit den früheren haben gezeigt, daß man sich an eine foldje nidjt binden kann. Dazu ist die Kriegskunst zu wandelbar. Die Technik schreitet auf allen Gebieten fort, sie ist ganz besonders fortgeschritten auf demjenigen des Schiffbaues, des Maschinenbaues, des Artillertewesenk. Jedes Schiff hat feine materielle und seine militärische Altersgrenze; letztere ist weit kürzer bemessen, als erstere. Die Panzer werden nach 25 Jahren Invaliden. Es ist verfluchte Pflicht und Schuldigkeit der Marineoerwaltung (Heiterkeit), rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen, wenn ein invalides Schiff durch ein neues ersetzt werden muß. Der Werth der Schiffe hat fich mit der Zeit unb ben Fortschritten der Technik erheblich gesteigert, aber daraus kann man der Marineverwaltung keinen Vorwurf machen. Will man nur die heimathlichen Küsten schützen unb ble heimischen Meere behaupten, bann braucht man allerdings feine große Flotte. Aber dem hinter der Küste liegenden Binnenlanbe kann doch durch Hafensperren usw. großer Schaden zugefügt werden. Das zu verhindern, brauchen wir eine Hochseeflotte, dazu gehören aber neben den Panzern auch Kreuzer und Avisos. Wir haben den nöthigen Ersatz auf eine Reihe von Jahren so verthellt, daß auf jedes Jahr nur 10—12 Millionen entfallen. Dadurch steigern Sie dann aber den Werth unserer Flotte ganz wesentlich; unsere Marine wird dann materiell auf der Höhe stehen, die wir für nöthig halten. (Beifall rechts.) Abg. v. Kardorsf (Rp.) tritt warm für die Forderungen des Etats ein, deren Bewilligung die Finanzlage wohl gestatte. Deutsch- land sei reicher als Frankreich, das beweise die bei weitem größere Production Deutschlands, nicht nur an Getreide, sondern auch an Kohlen und Eisen k. Dabei betrage die Armeebelastung pro Kopf in Frankreich 19 Mark, bei uns höchstens 15 bis 16 Mark. Die Belastung, um die es sich hier handle, fei überdies nicht entfernt zu vergleichen mit der überaus großen, dauernden Belastung an Be- foldungserhöhungen in Preußen und im Reiche, zu der die Linke ihre Zustimmung zu geben bereit fei. Abg. Müller-Fulda (Centr.) begründet den ablehnenden Standpunkt feiner Partei. Der deutsche Handel blühe gerade noch dort am besten, wo sich keine deutschen Kriegsschiffe sehen ließen. Was Herr von Eynern im preußischen Abgeordnetenhause in dieser Hinsicht vorgebracht habe, sei der reine Blödsinn. (Stürmische Heiterkeit.) Wir gehören nicht zu denen, die erst in das Land hinausrufen: wir werden tapfer streichen, um bann boch Alles |u bewilligen. Wir werben nur bewilligen, was zum Ersatz alter ober verloren gegangener Schiffe erforberlich ist. Wir haben also dieS- mal 48 Millionen neu bewilligt, gegenüber nur 26 Millionen im Vorjahre. Man sagt, unsere Finanzlage sei glänzend. Aber selbst nach Abzug der Abstriche bedarf es diesmal unter Berücksichtigung des noch zu erwartenden Nachtragsetats einer Anleihe von 92 Millionen Mark. Wir wollen nicht untere Kräfte vorzeitig in Friedenszeiten absorbiren auf Kosten der Grundlagen unserer Wehrkraft des LandheereS. Abg. Werner (Ref.-P.) erklärt, daß seine Freunde zwar sonst Alles, mit Rücksicht auf die Finanzlage aber von den Kreuzern nur einen bewilligen könnten. Weiterberathung morgen 12 Uhr. Schluß gegen 5 Uhr. Wolffs telegraphischer Ssrrespo»be«r-B«reax. Berlin, 18. März. Der BundeSrath hat in feiner heutigen Sitzung folgenden Gesetzentwürfen seine Zustimmung erthrilt: Die Abänderung deS Gesetzentwurfes bezüglich der Beschlagnahme deS Arbeits« und Dienstlohnes, betr. die Novelle zur Civilproceßordnung, die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung, sowie dem Entwürfe eines zugehörigen Einführungsgesetzes, dem Entwürfe einer Grundbuchordnung nach den Beschlüssen des Reichstages, ferner dem Ausschußberichte über den Entwurf eines Gesetzes für Elsaß- Lothringen, betr. das Vermögen der Ortschaften sowie daS Vermögen, daS mehrere Gemeinden oder Ortschaften in unge- theilter Gemeinschaft besitzen, sowie den Ausschußbericht über den Entwurf einer Verordnung wegen Abänderung der Verordnung vom 22. Januar 1874, betr. die Verwaltung deS ReichSkriegSschatzeS, die Mittheilungen betr. den Bericht über die Thätigkeit der ReichSlimeScommiffiou wurde zur Keuntniß genommen. Köln, 18. März. Die „Köln. Ztg." meldet aus Sitia vom 17. dS.: Heute wurde von den Aufständischen auf stemde Offiziere geschossen. In Anbetracht dieses Verhaltens haben die Befehlshaber der französischen, englischen und italienischen Kriegsschiffe beschlossen, am Donnerstag Vormittag das Dorf Piskopi durch drei Schüsse zu bombardiren. Dies wurde den Aufständischen angezeigt. Die Stadt wurde durch fremde Truppen besetzt und ist ruhig. Bern, 18. März. Der Nationalrath hat fich grundsätzlich mit 26 gegen 16 Stimmen für die Einführung der Reichseinheit ausgesprochen. Bern, 18. März. Der Nationalrath bewilligte einstimmig 1 685 000 FrcS. für den Bau einer Jnfanteriekaserne im Fort Buehl am Gotthard. Kauea, 18. März. Der Panzer „Sisfioi Vilikij« wird fich nach Toulon begeben, um die Verwundeten in Pflege zu bringen und in Reparatur zu gehen. — In der Umgegend von Rethymno fand heute Vormittag ein lebhafter Kampf zwischen Griechen und Türken statt. — In Kandia gab eS in der Nacht ein Gefecht, bet dem sechs Personen ge« tödtet und 25 verwundet wurden. Die Mannschaft des griechischen Seglers, der durch den österreichischen Kreuzer „Sebenico" in den Grund gebohrt wurde, rettete fich durch Schwimmen. Kanea, 18. März. Die Blokade Kretas wird Sonn- tag Vormittag beginnen. Die hierauf bezüglichen Erklärungen werden heute in Athen und in Constantinopel abgegeben- desgleichen werden die Mächte die neutralen Staaten hiervon in Keuntniß setzen. Die Blokade wird für die griechischen Schiffe eine allgemeine fein. Die Schiffe der Mächte der neutralen Staaten werden landen dürfen, soweit ihre Ladungen u'ckt für die griechischen Truppen oder für da- Innere der Jniel bestimmt find. Die Geschwaderchefs forderten Griechen- land auf, seine Schiffe zurückzuziehen. Im Falle der Weigerung würden die Schiffe vom 21. März früh au mit Ge- walt entfernt. «ew-York, 18. März. Die vier Ueberlebendeu des verunglückten Schiffes „Saint Nazatre" waren, als sie gerettet wurden, so schwach, daß sie unfähig waren, die vier todten Jnsaffeu über Bord zu werfen. Sie theileu mit, daß das Schiff ein Leck hatte, am Tage nachdem eS New-York verließ. DaS Leck wurde nicht für ernst gehalten, bis zum folgenden Tage, als es größer wurde. Ein furchtbarer Sturm tu der nächsten Nacht machte eS unmöglich, andere Maßregeln zu treffen, als daS Schiff zu verlassen. Die Mannschaft verhielt sich höchst anerkeunenswerth. Unter den Vermißten, die, wie befürchtet wird, alle uotergegangen find, ist der Kapitän, 3 Passagiere, 68 Offizere uud Mannschaften. Depeschen deS Bureau „Herold." Berlin, 18. März. In parlamentarischen Kreisen wurde heute ein Plan erörtert, der dahin geht, die zwei Millionen Mark, die für die Gedeukhalle der Gefallenen und schwer verwundeten Krieger gefordert worden find, falls die Budget- Commission diese zu dem genannten Zwecke zu bewilligen sich nicht entschließen sollte, zur Prägung einer Gedenk- münze zur Verfügung zu stellen, welche allen am 22. März 1897 lebenden Veteranen auS dem Kriege 1870/71 zur Er« toaeruvg an den 100jährigen Geburtstag Kaiser Wilhelms I. verliehen werden soll. Wie der „Post" zufolge verlautet, dürfte der Abgeordnete v. Kardorff einen solchen Antrag in der Budget-Eommiifion deS Reichstags stellen, sobald eS sich zeigen sollte, daß die Bewilligung für die Wandelhalle keine Mehrheit findet. Berlin, 18. März. Die Commissiou zur Borberathung der Anträge auf Erlaß eines MargartnegesetzeS erledigte gestern Abend die zweite Lesung. Berlin, 18. März. Die CentrumSfraction des Reichstages beschloß in einer gestern abgehaltenen Sitzung einstimmig, beide Kreuzer auch im Plenum in zweiter und dritter Lesung abzulehnen. Berlin, 18. März. Der Friedhof der Märzgefallenen war in den Morgenstunden heute nur wenig besucht. Erst gegen 9 Uhr wurde die Zahl der Besucher größer und von da an wuchs dieselbe beträchtlich. Von den Kranz-Inschriften verfielen mehrere der Eensur der Polizei, welche die Schleifen mit der Scheere abschnitt. Zum ersten Male waren auch die englischen Soctalisten mit einem Kranze vertreten. Außer dieser Spende, die der Londoner Club ab« gesandt hatte, erregte ein Kranz mit rother Schleife Aufmerksamkeit, welche in Goldbuchstaben die Inschrift trug: Von den Genossen in Johannesburg (Transvaal). Köln, 18. März. Die „Köln. Ztg." meldet aus Athen, die Stimmung gegen Rußland verschärfe sich andauernd, wobei der Unglücksfall auf dem russischen Panzerschiff als eine neue Strafe des Himmels für die Beschießung der Aufständischen angesehen wird, da die russischen Geschosse drei Nonnen tödteten. Die Blätter erklären, Rußland verfolge selbstsüchtige Zwecke in Kreta. Königsberg, 18. März. Die Nachricht vom Tode des Reichstagsabgeordneten Schultze (Soc.) bestätigt fich nicht. Wie der „Ostpr. Gen.-Anz." aus zuverlässiger Quelle erfährt, ist der Zustand deS Patienten besser und schließt eine Wiederherstellung nicht aus. Rom, 18. März. Auf der Consulta traf aus Athen die Nachricht ein, die griechische Regierung sei zur Nachgiebigkeit bereit unter der Voraussetzung, daß die Mächte ihr in formeller Hinsicht irgendwie entgegenkommen. Die Blokade beginnt heute. Die Abfahrt eines TheileS der italienischen Truppen nach Kreta steht unmittelbar bevor. Petersburg, 17. März. Eine mit Gold und Edelsteinen gefüllte, dem Emir von Buchara gehörige Kiste wurde zwischen den Stationen MaSlowka und Olodez gestohlen. Der Dieb ist noch nicht entdeckt. Paris, 18. März. „GauloiS" berichtet, Präsident Faure studire eifrig die russische Sprache. Loudon, 18. März. „Standard" meldet, daß die Drei-Katser-Begegnung Mitte Mat in Petersburg stattfindet. Athen, 18. März. In Larissa herrscht ein ungemein rege» Leben. Immer neue Truppen treffen dort ein. Die thessalischen Bahnstrecken werden von Patrouillen streng bewacht, um einen etwaigen Handstreich der Türket zu verhindern. Man hält einen Zusammenstoß der Griechen mit den Türken für unvermeidlich. Aufständische Schaaren dringen bereits in Macedonien ein. Wie», 19. März. Gestern Nachmittag couferirte der Minister Goluchowskt längere Zett mit dem russischen Botschafter. Rom, 19. März. Die Nachricht von der Zurückberufung deS Obersten Bassos durch den König Georg wird hier für unbegründet erklärt. Loudon, 19. März. Au- Armenien, Macedonien und Kleinafien kommen wieder beunruhigende Meldungen, weßhalb weitere Vorstellungen bet der Pforte erfolgt find. Kanea, 19. März. In der Proklamation der Admirale wird bekannt gemacht, daß die Mächte Kreta vollkommene Autonomie unter Suzeränetät der Türket garan- tiren, während die Mächte die Ausführung überwachen. Die Insurgenten werden aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Auf den Vorschlag der englischen und österreichischen Consuln wurde dem ersten Theil der Clausel hinzugefügt, daß die Türket kein Recht der Einmischung in die inneren Angelegenheiten Kreta- haben soll. Diese Proclamatton wird morgen in den Küstenstädten öffentlich angeschlagen und tn da- Lager BassoS gebracht werden, welcher ersucht wird, dieselbe unter die Insurgenten zu verbreiten. Die Truppen der Machte, die nächste Woche erwartet werden, sollen so vertheilt werden, daß 300 Mann von jeder Großmacht nach Kanea gelegt werden, nur England und Frankreich werden je 200 Mann nach diesem Plötze dirigiren. 300 Deutsche kommen nach Suda, 300 Oesterreicher nach Kiffamo, 400 Engländer nach Kandia und je 200 Franzosen nach Setia nnd Sptnalonga, 300 Italiener nach Herakleion. Cocales rrnd Provinzielles Gießen, den 19. März 1897. • * Kuustvereiu. In der Gemälde-Ausstellung im ThurmhauS am Brand find wieder neue Bilder an Stelle der Mannfeld-Werke ausgestellt worden. Die nahezu siebzig Gemälde zeigen auch diesmal wieder sehr viel Gutes und nur wenig Mittelmäßiges und dürfen fast sammtliche Bilder daS Interesse der Kunstfreunde beanspruchen. • * Postalisches. Am 22. März erfährt, wie bereit- im amtlichen Theile dS. Bl. veröffentlicht, der Schalter- und Bestelldienst eine gleiche Beschränkung wie an Sonntagen. An den Feierlichkeiten znm 22. März betheiligen sich auch unsere fünf militärischen Vereine. Die Leitung ist dem Poftsecretär i. P., Herrn Mayer, Vorfitzenden des Kriegervereins, übertragen. Die Vereine versammeln fich am Sonntag Morgen in dem Gießener Festsaal „Cafe Leib" um 9 Uhr zum gemeinschaftlichen Kirchgang. Am Montag Vormittag um 9 Uhr kommen die Vereine auf der Ltebighöhe zusammen und nehmen an der Parade deS Regiments, welche um 11 Uhr stattfindet, in nachstehender Aufstellung theil: Auf dem rechten Flügel stehen die Kriegsveteranen deS 116. Regiments, dann kommen die übrigen Kriegsveteranen, und hinter diesen der Artillerieverein. Die Mitte bildet der Krieger- Verein, an welchen fich der Marineverein anschließt. Der neue Verein ,,Kriegerkameradschaft Gießen" steht auf dem linken Flügel. Alle Kriegsveteranen, wenn sie auch keinem Verein angehören, werden zugelassen. Erwünscht ist dunkler Anzug mit dunklem Hut. Um den ärmeren Kameraden Kosten zu ersparen, fallen die Handschuhe weg. Nach dem Vorbeimarsch rücken die Vereine, mit Ausnahme der Krieger- kameradschast, geschlossen tn die Stadt nach dem Gießener Feftsaal. Den Abend feiert jeder Verein für sich. * * Anläßlich der Leuteuarfeier beabsichtigt der hiesige Schützenverein am Montag eine Ehrenschetbe auszuschießen, zu welchem Zwecke die Schützen fich am Vormittag bereits bet einem Frühschoppen versammeln. * • Keine Lustbarkeitssteuer zur Centenarfeier. Durch CabinetSordre vom 15. März d. I. ist für daS Gebiet Preußens bestimmt worden, daß bei Genehmigung von Lustbarkeiten, die aus Anlaß der hundertsten Wiederkehr des Geburtstage- Sr. Maj. des hochseligen Kaisers Wilhelm deS Großen ftattfinden, von der Erhebung der in Tartfnummer 39 des StempelsteuergesetzeS vom 31. Juli 1895 vorgeschriebenen Stempel st euer abgesehen werde. • • Abschiedsfeier. Anläßlich der Versetzung des Herrn EisenbahndtrectorS Querner als Vorstand einer Maschineninfpectton in Darmstadt, ist seitens der Beamten und Arbeiter seines Dienstbezirk:s auf nächsten Dienstag, den 23. d. Mts., Abends 8 Uhr, im Saale des Hotels Einhorn, eine g ößere AbschiedSfeier geplant. Zur Theilnahme an dieser Feier find auch Freunde deS Scheidenden herzlich willkommen. * * Siu heftiger Sturmwind, der bereits am Nachmittag einen mit starkem Niederschlag begleiteten Vorgänger hatte, trat gestern Abend gegen 8 Uhr auf. Schwache Donner- schläge und Blitz verkündeten dabet ein entferntes Gewitter. Der Sturm, der glücklicher Weise nicht lange anhielt, richtete mehrfachen Schaden an. Schornsteine, Bäume, Spaliere und sonstige Anlagen leichterer Bauart wurden umgeweht, Dachziegel und Kandel vielfach abgerissen. * * Bauthätigkeit. Bet der jetzt eingetretcnen milden Witterung regt es sich im Baugewerbe bereits gewaltig. In der Gartenstraße, Stephanstraße, Bruchstraße, Steinstraße rc., überall sieht man dre Maurer rührig an der Arbeit, die Fundamentmauern für neue Hausbauten zu schaffen. Dem Anschein nach scheinen wir einem arbeitsreichen Jahre in der Baubranche entgegen zu gehen. * * Die Leiche deS am 28. Februar bei Marburg ertrunkenen Studenten Arthur Tyrer aus London ist noch nicht gefunden. Bekanntlich wurde auf daS Auffinden eine Belohnung von 100 Mk. gesetzt. • * Siu festlicher Empfang soll den Mannschaften des 1. Bataillons Infanterie - Regiments Nr. 168 bei feinem Einzuge in die neue Garnison Butzbach bereitet werden. Es wurde vom Butzbacher Gemeinderath vorläufig Folgendes festgestellt: Am Weifelerthor soll eine Ehrenpforte errichtet werden, ein Festesten im „Hessischen Hof" wird Abends für die Offiziere des Bataillons arrangirt und sollen hierzu der KreiSrath, Herr Geh. Regierungsrath Dr. Braden und der ReichStagSabgeordnete Herr Graf Oriola eingeladen werden. Die Mannschaften sollen tn den bedeutenderen Wirtschaften in Compagnien oder Halbcompagnien untergebracht werden und wurde für jeden Unteroffizier und Soldaten Braten mit Salat, sowie Bier vorgesehen. Da» Bataillon wird auf dem Marktplätze aufmarschiren und soll dort vom Bürgermeister begrüßt werden. * *H. Stadttheater. Den besten der von H. v. Moser geschriebenen Stücke zugehörig ist „Der V eilch enf ress er", besten Aufführung gestern Abend in Scene ging. ES ist ein liebenswürdig luftige», in fein gesellschaftlichem Tone fich haltendes Stück, in dem der Husarenoffizier Victor v. Berndt, der Schwerenöther comme ü faut tft; dieses, sowie eine Fülle von munteren humorvollen Einfällen und die immer stegesgewiß wirkenden militärischen Schlager verleihen demselben noch lange erfolgreiche Dauer. — Um die Wiedergabe machten fich sämmtliche Mitwirkenden durch flottes Spiel verdient. Für die Glanzrolle des Stückes war als Gast Herr Oscar Bohnve vom Kölner Stadttheater gewonnen, der geschätzte Künstler, der al- „Uriel Acofta", „Conrad 1 Bolz" und „Wilhelm Tell" hier noch in bestem ehrenden Andenken steht, verlieh feinem „Victor v. Berndt" einen durchau- ritterlichen Character, völlig frei von der, von so vielen Schauspielern als nöthig erachteten Renommage-Dar- ftellung und dazu gehörigem affectirteu Jargon. Herr Bohnäe bezauberte durch die noble Haltung, durch seine vollendet künstlerische Leistung aufs Neue unser theaterliebendes Publikum. Wir rufen dem hier wie allerwäns beliebten Künstler ein „Auf Wiedersehen" zu. In Frau Helm war für die Rolle der Frau v. Berndt eine salonmäßige Vertreterin gefunden. Herr Kunert entledigte fich seine-Oberst v. Rem- bach mit gutem Erfolg. Unserer Naiven, Frl. Diener, war al» ValeSka Gelegenheit gegeben, ihre künstlerischen Fähigkeiten zu zeigen und ließ nichts zu wünschen übrig. Eine ebenso schöne wie geistriche Wittwe v. Wildenhagen war Frl. Egger. Einen hübschen Beweis seines künstlerischen Könnens gab auch Herr Leuschner, als Referendar v. Feldt. Die übrigen Rollen waren postend vertreten. Der Besuch hatte unter dem fürchteilichen Unwetter zu leiden, daS sich kurz vor Beginn des Theaters entlud und wohl manchen schon aus dem Wege befindlichen Theaterbesucher zurückhielt und zur Umkehr zwang. *• Stadltheater. Für nächsten Sonntag bereitet die Direktion deS hiesigen Stadttheaters eine Feftvorstellung zur Feier der Wiederkehr deS hundeitjährigen Geburtstage» Sr. Maj. Kaiser Wilhelm des Großen vor. Zur Aufführung gelangt da- historische Lustspiel von Carl Gutzkow „Zopf und Schwert"- voraus geht ein Fest-Prolog, verfaßt von Hugo Maubach. Auf diese Veranstaltung sei schon heute empfehlend hingewiesen. — Nachmittags findet eine Kindervorstellung statt, für welche daS reizende Zaubermärchen „Die Puppenfee" auSgewählt worden ist. *# Theater Bereiu. Außerordentliche Generalversammlung am Mittwoch den 24. März im Einhorn-Saal. Der Vorstand deö Theater-Vereins hat an zwei kurz hintereinander folgenden Sitzungen beschlossen, eine Verbindung mit der Directlon Kruf e-H elm anzustreben. Nachdem in der ersten Berathung die Directoren persönlich ihre Wünsche und Ziele klargelegt hotten, wurden diese feiten» des Vorstandes sehr ernst erörtert und hieraus sofort au» seiner Mitte hervorgegangene Vorschläge, die die Verbindung herbeiführen sollten, geprüft. ES unterlag für den Vorstand kein Zweifel, daß im Verein eine große Strömung für die Direction Kruse-Helm vorhanden und, da ein Vorstand doch nur der ausführende Factor eines Verein» ist, so lag el auf der Hand, daß dieser Strömung Rechnung getragen wurde. Der Vorstand war weiter mit Majorität der An- ficht, daß nicht nur sofort eine Generalversammlung einju- berufen wäre und in dieser, nicht wie üblich, ein Vorschlag zur Berathung kommen sollte, der abgelehnt oder angenommen werden kann, sondern man entschloß fich, in dieser Generalversammlung vier vorliegende Anträge, die alle, aber auf verschiedenen Wegen, zum Ziele führen, der Versammlung zu unterbreiten. Nun ist tft aber auch Pflicht jede» Mitglieds, ganz gleich, auf welchem Standpunkt tft steht, in die B.r- sammlung zu kommen und durch seine Stimme ictne Wünsche, seinen Willen kund zu geben. Eine starke Betheiligung und eine interessante Sitzung ist jedenfalls zu erwarten- die vielen Polemiken der letzten Zeit in den Spalten unserer Zeitung haben dargethan, daß unserem Theaterleben groß-.- Interesse entgegengebracht wird. Jahrhundertfeier. Den Truppentheilen ist in Betr-ff der Jahrhundertfeier folgender Allerhöchste Erlaß angegangen: „Ich will, daß die Feier des 100 jährigen Ge- burtßtageß Sr. Maj. des hochseligen Kaisers Wilhelm de» Großen auch für die Armee eine dreitägige fein soll und bestimme daher im Anschluß an Meine an da» StaatSmmi- sterium ergangene Ordre vom 1. Januar d. I. hierdurch folgendes: 1) Am 21. März d. I. ist in allen Garnison- kirchen und Militär-Gemeinden feierlicher Gottesdienst abzuhalten, an welchem die Truppentheile möglichst vollzählig mit den Vorgesetzten im Parade-Snzuge theilzuuehmen haben. Während des Gottesdienstes find, soweit angängig, die Fahnen und Standarten, in Gemäßheit Meiner Ordre vom 27. Ja nuar 1895 mit frischem Lorbeer geschmückt, am Altar aufzustellen. 2) Am 22. März d. I., Vormittag» 11 Uhr, ist in allen Garnisonen Parade und im Anschluß daran Parole« Ausgabe abzuhalten. Bei letzterer find in Garnisonen, in denen Feld- ober Fußartillerie steht, 101 Schuß abzugeben. Bei den Offizier-CorpS finden Festessen statt, die Mannschaften werden festlich gespeist, für den Abend sind, soweit eß die Mittel gestatten, Festvorstellungen und ähnliche Veranstaltungen tn Außsicht zu nehmen. 3) Der 23. März d. I. ist in Beziehung auf den Dienst alß Festtag anzuseheo, jedoch find die Truppen zu Appellß zu versammeln, um ihnen hierbei durch geeignete Offiziere ein kurze» Lebensbild de» hochseligen Kaiser» geben zu lassen und namentlich Seiner unoergäng' Heben Verdienste um die Armee zu gedenken. 4) Der Anzug auf den Straßen soll an allen drei Tagen Waffenrock, Helm, bezw. Achselstücke sein. Daß Generaicommando hat hiernach daß Weitere den örtlichen rc. Verhältnissen entsprechend zu veranlassen. *♦ Im Oberpostdirectiousbezirke Darmstadt wurden im Februar d. I. an Wechsel stempelsteuer 13470 Mk. vereinnahmt, zusammen mit den Vormonaten des laufenden Rechnungsjahres 132192.40 Mk. oder 3907.90 Mk. mehr al» im entsprechenden Zeiträume von 1895/96. Wetterbericht. Da» Depressionscentrum schreitet langsam in östlicher Richtung vor, während gleichzeitig der Einfluß de» niederen Drucke» sich weiter ostwärts über Nord- Europa außbreitet, da außerdem im Süden und namentlich im Südwesten de» Erdtheil» da» Barometer gestiegen ist, so haben fich die Druckunterschiede gegen Norden zu verstärkt und treten vielfach, zumeist au dem Küstengebiet der Nordsee und am Canal frische Winde auf. — Voraussichtliche Witterung: Unbeständige» aber milde» Wetter mit Niederschlägen. darauf sacramentalische Die Faftenandacht fällt am Mittwoch Abend aus. Empfehlungen. Verloren u. Gefunden. ge- dieses Blattes. 2761 2766 (bei lassen. 2649 Börse vom 18. März 1897. Frankfurter Procent und Französisch. 2701 Näheres in der Expedition d. Bl. 1887 Stadt Worms unk. b. 1901 unk. b. 1905 103.60 4 dto. Frkf.Ldw.Cred.Bk. unk.b.1900 S'/, DeutscheGrdfch.B. unk. b. 1906 101.00 4 304. Tarmst. Bk.-Actien 4'/. 4 3 6 4 86.20 103.75 24.(0 94.40 23.70 101.50 103.45 101.00 101.00 101.00 102.50 Abendeonrser 155.50 | Oesterr. Credit-Actien Oesterr. Silberrente Ung. Gold-Rente Portugiesen Mextcaner Monopol-Griechen von Eisenb. Rentenb. Obl. Buderus Obl. Nachmittags um 5Va Uhr, Christenlehre; Drude« schaftsandacht. len ist In Betuss ste Erlah 100 jährigen Gi- serS Wilhcl« bei ige fein soll uni das StaatSonvi - d. I. hierdurä allen Garnison' TotteSdtensl ab' zu erledigen,- gewiß ein Zeichen von regem Fleiße und großem Interesse. Friedberg, 18. März. Durch die zu Darmstadt verstorbene Fräulein Emilie Dannenberger wurde der Großh. Blindenanstalt hier ein Legat verwacht, aus besten Zinsen zwei halbe Freistellen für bedürftige bildungsfähige Blinde errichtet worden find. Da zur Zeit eine erhebliche Zahl von Blinden in Folge ihrer Mittellofigkeit ohne jegliche Schul- und gewerbliche Ausbildung bleibt, liegt eS tm allgemeinen menschlichen Interesse, wenn die Leser dieser Zeilen den ihnen etwa bekannten betheiligten Kreisen von der Errichtung dieser Stipendien Kenutniß geben. Rendel, 18. März. Auch in unserer Gemeinde wird der hundertjährige Geburtstag Kaiser Wilhelms I. gefeiert werden. Sonntag Vormittags liturgischer FeftgotteS- dienst,- Montag Morgen Schulfeier, Montag Abend Fest- commerS des KrtegerveretnS, sowie der beiden Gesangvereine. Wollen wir hoffen, daß die Feier einen würdigen Verlauf nimmt. + Nidda, 18. März. Heute Abend gegen 6 Uhr zagen schwere Wetter unter furchtbarem Blitzen und Donnern über die hiesige Gegend. Der orkanartige Sturm und der Hagelregen verursachten an Gebäuden, Obst- und Wald- bäumen großen Schaden. + Büdingen, 18. März. Der Maurergeselle Friedrich W. von hier wurde von dem Großherzoglichen Untersuchungsrichter aus Gießen gefänglich eingezogen, weil er unter dem Verdachte stehen fall, an dem Tinbruchs- diebstahl tm hiesigen Kreisamte betheiligt zu sein. — In der letzten Zeit ist fast keine Woche vergangen, wo nicht ein Staatsanwalt oder Untersuchungsrichter hier Amtshandlungen vorgenommen hat, welche sich auf Verbrechen oder Vergehen bezogen, die vorzugsweise in hiesiger Stadt vorgekommen find. -6- Büdingen, 18. März. Heute Nachmittag zwischen 6 und V27 gtnfl ein heftiges Gewitter hier nieder, begleitet mit starkem Regen und Hagelschlag. Darmstadt, 18. März. Dem Herrn v. Frankenbrrg und LudwtgSdorff, Kammerherrn der Großherzogin, ist gestern ein Unglück zugestoßen. Als er mit seiner Gattin (geb. Freiin v. Oppenheim aus Köln) spazieren ritt, scheute sein Pferd, bäumte und überschlug sich und stürzte auf den Reiter/ ein neben dem Pferde laufender Hund wurde durch einen Hufschlag getödtet. Frau o. Frankenberg holte Hülfe herbei. Der Verletzte wurde zunächst in ein benachbartes Bahnwärterhaus gebracht und dann in seine Wohnung gefahren. Es stellte sich heraus, daß daS Becken einen Sprung erlitten hat. Die Nacht war leidlich. Trotz großer Schmerzen ist doch keine Lebensgefahr vorhanden. Darmstadt, 18. März. Premierlieutenant ä. la suite Werlä wurde gestern, als er bei der Tafel eines hiesigen Hotels, wo er zu Mittag speiste, einen Apfel schälte, von einem Schlaganfall betroffen und war sofort tobt. Der Vorfall rief bei den übrigen Tischgenoffrn große Bestürzung hervor. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. Otto Bergen. MiiW-Gesch. Ein braver Junge mit guten Schulzeugnissen zum alsbaldigen Eintritt aus das Comptoir einer Brauerei in die Lehre gesucht. Selbstgeschriebene Offerten bitten unter (w. 100 an die Expedition ds. Bl. gelangen zu m. Lollar, 18. März. Der hiesige Veteranen- und Krtegerverein „Ludwig zur Treue" gedenkt die Wiederkehr deS hundertjährigen Geburtstages Kaiser Wilhelms I. in einfacher aber würdiger Weise zu feiern. Eingeleitet wird die Feier durch gemeinschaftlichen Kirchgang deS Vereins am Sonntag. Montag den 22. d. Mts. findet tm Vereinslocal „Zum Schönhof" ein FestcommerS statt, bestehend aus Festrede, Gesang und Concert. ES ist außerdem sämmtlichen OrtSbürgern gestattet, sich an der Feier zu betheiligen. — Allendorf a. d. Lda., 17. März. Der heutige Frühjahrsmarkt dahier war gegen frühere Jahre äußerst knapp. Außer dem Wegfall der einst üblichen Prämiirung mit Berloosung scheint nun leider auch daS Verbot deS Vieh- markteS die Regel bilden zu wollen. Am empfindlichsten trifft dies die Geschäftsleute, welche sonst eine gute Einnahme erzielten. Die vorhandenen 25 VerkaufSftände deS Krämermarktes, sowie die htefigen Kaufläden und Wirthschaften wurden heute nur schwach in Anspruch genommen. Friedberg, 18. März. Zum zweitenmale konnte gestern die Großh. Obstbauschule und landw. Winterschule die S ch l u ß f e t e r des WintercursuS^velcher von 41 Schülern ^sucht war, in den Räumen ihrer Anstalt abhalten, wobei es sich zeigte, daß der aus den beiden Lehrsälen combinirte Prüfungssaal ein richtig erkanntes Bedürfniß war, denn eine zahlreiche Zuhörerschaft, darunter der Vertreter hoher Staatsregierung, Herr Landes - Oeconomierath Müller, Vertreter der KreiS- und Stadtbehörden, sowie die Eltern und Angehörigen der Schüler, waren erschienen und folgten mit sichtlichem Jntereffe der Vorführung der Probefächer, sowie den fachlichen Vorträgen zweier Schüler der Obrrklaffe, welche Gewandtheit in Ausdruck bewiesen und mit Ueber- zeugung vorgetragen wurden. Recht befriedigt konnten Lehrer und Schüler auf die in den abgelaufenen Winter- monaten geleistete Arbeit und erzielten Erfolge zurückblicken, was auch Herr Oeconomierath Müller in seiner Ansprache an die Anwesenden besonders hervorhob und im Weiteren die Hoffnung ausdrückte, daß das von der landwirthschaft- ltchen Bevölkerung der Anstalt seither dargebrachte Vertrauen auch in der Zukunft in noch erhöhtem Maße sich erhalten möge. Nachdem bei der Entlaffung der Schüler der Ober- klaffe der Director der Anstalt, Herr Dr. v. Peter, dieselben ermahnt hatte, auch fernerhin mit den Lehrern gemeinsam zu arbeiten und auf der hier theoretisch gebildeten Unter- läge practisch weiter zu bauen, erfolgte die Verabschiedung der Schuldienerin, Frau Mahr, welche seit Bestehen der Anstalt und in den letzten zwei Jahren noch als Hülfs- dtenertn, im Ganzen also 26 Jahre, in Treue und Eifer gedient hat. Mit dem Wunsche, daß ihr ein freundlicher Lebensabend beschteden sein möge und der Hoffnung Ausdruck gebend, daß eß gelingen möge, für die Erfüllung der lang- jährigen treuen Dienste auch eine öffentliche Anerkennung von hoher Stelle zu erwirken, schloß derselbe die in allen Theilen befriedigende Feier mit der Aufforderung, an dem gemeinsamen Effen im Hotel Trapp theilzunehmeu, welcher im Ganzen 80 Personen folgten. Gegen 3 Uhr verabschiedete man sich, die Schüler der Unterklaffe mit dem Versprechen wieder zu kommen, die der Oberklaffe nur zum kleinsten Theile jetzt schon Abschied nehmend, denn noch 16 von 21 Schülern hatten von dem freiwilligen Anerbieten des Herrn vr. v. Peter Gebrauch gemacht, diese Woche noch einzelne ausgewählte Capitel in speciell landwirthschaftlichen Fächern Wohnung, 8—8 Zimmer, per 1. Juli z« mietheu gesucht. Haus zum Alleinbewohuen bevorzugt. Offerten abzugeben an 2688 Benner & Krumm. auf Bestellung. Pasteurisirte Milch der jetzt fortwährend herrschenden Maul- und Klauenseuche sollte dieselbe in keinem Haushalte fehlen), ä Liter 20 Pfg. Haushaltungsmilch (täglicher Absatz 12 bis 1500 Liter), ä Liter 16 Pfg. 103.55 97 55 103 20 00.00 102.80 Coursbericht lin J. Kurz & Co., Giessen, -amfßrrßt 68. Entlaufen langhaariger, grau und schwarz fleckter Hühnerhund. Vor Ankauf wird gewarnt. Wiederbringer Belohnung. BekKuntMachuug. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß nächsten Montag, den 22. d. Mts., in unseren Geschäftsräumen nur dringende Bestellungen entgegen genommen werden. Cokes- Berkauf findet an diesem Tage nicht statt. Gießen, den 19. März 1897. Mittwoch Nachmittag von 2-6 Uhr und Donnerstag Nachmittag von 2—5 Uhr ist Mtlilärbeichte, wobei fremde Priester Beichte hören. (Trockenfütterung) ä Liter 24 Pfg. Kettmilch (nach Gärtner) ä Mter 30 Mg 2751 Carl Brück, Kreuzplatz. * Camberg im Taunus, 18. März. Infolge eines orkanartigen Sturmes wurde das Stationshaus bis auf den ersten Stock total ruinirt. Ferner wurde der Güterschuppen und eine Menge Häuser abgedeckt. Kein HauS ist ohne mehr oder weniger Schaden genommen zu haben davongekommen. Rahm, Butter, Buttermilch, Magermilch stets frisch, sowie vorzügliche Handkäse, Schweizer-, Limburger- und Kochkäse liefert die 2752 Dampfmolkerei Giessen (Ph. Lahr). wutiitn i« "V 13470 «’ bi« l«*b' )7 90 M ®l! (tut loroen | < 5°t0 10"’ Kelter »||; Deutsche ReichSanl. 3 Preuß. Consols 8V. Gr. Hessische Obl. i Stadt Darmstadt v. 1891 8im)' '« ' d», , ''“'Miet V? fflt hie Strfn ' ^7 Kisten ° übÄ 61 Felds. Di- bM sch tun 1 ""»ch-» Hon iu,fl^ielt unb bereitet bte tö°tf“Uunä „Zopf Ht sü>vk ^utt et "°e Mu. öennärdjen eralDCtfowmiung '°l. Der vor. ^rz hinter, iine Strblnbung 'ebe°. Nachdem "söniich ihre 6eo diese feilen? rQUf sofort aut hfe LerbilldusA h den Vorßm lömung für die a Vorstand bot ’ ist, fo lag 6 chWS grttazu ojorität der fammlung einp- ö, ein Vorschlag 'der QngecoaiHtn dieser General- alle, aber auf Ser^amolltttg zu btt SRityliiut, st, in btt Ser» feine Mosche, aWw die Mw inUxtx Miaaz txofct Jlltensst stankftt. Hyp. Bk. unk.b. 1906 101.00 3«/, Hambrgr.Hyp.Bk. urrk.b.1905 -rkf. Hyp. Cred. V. unk. b. 1906 100.80 31/, Preuß. Hvp. A. Bk. unk. b. 1905 .........3V» Pomm.Hyp.A.Bk.unk.b.1906 Katholische Temetuoe. Samstag, den 20. März: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl Beichte; Sonntag den 21. März. 3. Fastensonntag. Vormittags von 6'/, Uhr an Gelegenheit zur tzl. Beichte; • um 6i/i Uhr erste hl. Meffe; „ um 7V1 Uhr Austheilung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl. Messe; Militärgottesdienst mit Verlesung des Fastenhirtenbriefes für die MUitär- gemeinde; „ um gi/i Uhr Hochamt mit Predigt; Zur Feier des lOOjLhrtgen Geburtstages Lr. Majestüt des verewigte« Kaisers Wilyelm I. ist im Milttärgottesdienste und im Hochamt Te Deum. Unterrichten gewandter v Student ertheilt Nachhülfe- Unterricht in Latein, Griechisch Auch ein Fabrikschornftein In der Nähe btä Bahnhofes wurde umgeworfen, ebenso ein mit Kohlen beladener Güterwagen. Der Wagenwärter Gernaud wurde infolge dessen erschlagen. Ein zweiter Wagen wurde ebenfalls aus dem Geleise gehoben. Ein Landwirth mit seinem Gefährte soll infolge der Gewalt deS Sturmes auf eine Strecke weit vollständig „in der Lufr geschwebt" haben. Der Schaden des Unwetters läßt ft ab zur Stunde noch nicht übersehen. Auch in Niedernhausen soll SaS Wetter an hen Dächern Schaden angerlcbt^ haben. LLirchliche Anzeige« fcer Statt Gießen. tzvaugeltsche ®emeinbe. Sonntag den 21. März. Oculi. Kirchliche fitier des HnndertiLheigeu Geburtstages Kaiser Wilhelm 1. Gottesdienst I« der Etadtkirche. Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittagsll1/«Uhr: MtliiärgotteSdtenst. PfarrerDingeldey. Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüiung der Confir- manden aus der Marcusgemetnde. Pfarrer Dr. Grein. Nächsten Sonntag, den 28. März, findet im Vormittagsgottesdienst die Confirmation für die Marcusgemetnde, verbunden mit der Feier deS beiltgen Abendmahls, statt. Die Beichte wird Samstag, den 27. März, Nachmittags 2 Uhr, gehalten. Die Vorstellung und Prüfung der Confirmanden aus der Matthäusgemeinde findet Sonntag, den 28. März, Nachmittags 2 Uhr, statt Die Confirmandenoereinigung der Matthäusgemeinde im Schwesternhaus versammelt sich Donnerstag, den 25. März, Abends 8 Uhr. An btt AoharrrwSkirch». Vormittags 9*/e Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die LucaSgemetnde: Geh. Kirchenrath D. Köstltn. Abends 6 Uhr: fällt aus. Die Btbelftunde am Montag fällt aus. Mittwoch den 24. März, Abends 6 Uhr: 4. PasfionS- audacht in der Johannesktrche. Pfarrer Dingeldey. Laufmüdchen, Tochter braver Eltern, für mehrere Stunden des Tages gesucht. Fräulein Cmmelius, 2762 Marburgerstraße 15, II. 277u] Mädchen bekommen Stellen gegen hohen Lohn nach auswärts. Gesucht ein Knecht nach auswärts durch Frau Schmidt, Neustadt 59. abzugeberi. J die Mannschaft!' I nb, f«®'“ ■*“ i«li4t $««*! z. März d. I- , ua ihnr»Mb ülb mH* \ Lner un«* 74) TtrW i eotsprich-ad zu Wsttrsoimß m srr SyMgög8. Samstag den 20. März. Vorabend 6 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, Sabbathautzgang 7u Ubr. Sonntag den 21. März, 9 Uhr (nicht 9*/a Uhr) vormittags r Feier der 100. Wiederkehr des Geburtstages Gr. Majestät des hochseligen Kaisers WUHelm I. "SW Dringe in diesem Monat geeignete Nistkästchen süc »taatt, Meisen und Roxhschwänzchen an! Schone afl« HeLen an Rainen, BSschungen und Aännen für die nützilchrn Heckenbrüter! ^^ellen^ngebtierj 2547] Tüchtiger, zuverlässiger Haus bursche mit guten Zeugnissen sofort gesucht. Solcher, welcher sich auf Gartenarbeit versteht, wird bevorzugt. Steins Garten. 8 Oesterr. StaatLbahn v. 1885 92.40 4 3 Jtal. staatsgar. Eisenb. 55.35 5 ML WachthMö. Freibank. 2657 Bon heute ab: Rindfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 48 Pfg. 8chweiueffeilch nicht ladenrein, per Pfd. 4V Pfg. 2774] fertige Fahnen und Wimpeln in allen Größen bei _______________Th. Brück. Mein Lager in Spitzen aller Art, Klöppel-, sowie Maschinenspitzen, Stickereien, auch Festons, wegen Ersparung der Ladenmiethe billigst bei Frau Schmitt, 2770_________Wolkengaffe Nr. 26. £jfaro^hungen^jj Möblirtes Zimmer, | auch für Einj.-Fretw., nächst der neuen Kaserne, zu verm. Landmannstratze 15. ru oermiethen. 2722 W.Aerber, Kirchenpl. 11. lögliG vvüMii ilzullthmkli hablü. jängtß, die Fahm ebte Dom 27.31 t, am W aui' tt«8< 11 " 4 daran Parva- j roisoaev, in benn ♦❖♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Lehrmädchen gesucht aus guter Familie. Mathilde Nachmann, _________Bahnhofstraße 6. 274.» 2775) Ein Dlenstmüdchen wird ge- sucht Wilhelmstratze 2. unterster Sr. 2771] Zuverläfs., tücht. Arbeiter ges. I. K. GpteS, Frankfurterstraße 78. Lehrling gesucht in eine hiesige Ligueurfabrik. Zu erfragen in der Expedition Für Schreiner. Der Neubau einer Waffer- halle ist sofort zu vergeben. Bewerber wollen sich melden. Heinrich Benner II., 2763_____Hammstraße 10._______ Handwerker! Ein Techniker s®« "A Zeichnungen und Einträgen in Ge- schLstSbücher. Offerten erbeten unter F. F. W. an die Exped. d. Bl. [2427 Die (Eröffnung der M. für Wh erfolgt Samstag, den 20. März. »ifj Drr - alchänt ti mit «urna $lont< Dir O llxrtni jpi^nthd) tkigrlt Achtung! Große Ausstellung in den Schaufenstern! Achtung! 2750 Richard Loewenthal & Co. Innert folgfliMi Ic Bahnhofstraße 1. Giessen. Bahnhofstraße 1. mittags 41/2 Uhr. 2748 Ritter des Kgl. Kronenordens III. und rothen AdlerordenslV. Kl., wird verschoben. Herr Balthasar Weller Die Beerdigung findet statt Sonntag Vormittag 11 Uhr vom Trauer- Deutscher Directer hause Wetzsteingasse 13. Post- und Schnelldampfer-Dienst. 2776 ■ach Nach Nord-Amerika Süd-Amerika Der Vorstand. 2767 Joh. Pabst. 2768 ■ betroffen hat, sowie für die warmen, trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dingeldey, sagt herzlichen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Newyork. Philadelphia, Baltimore. Boston, New-Orleans. Bürgergesellschatt. Die auf Sonntag, dm 21. März angesetzte Abendunterhaltung Siid-Bra*illen Deutsche Ackerbau Colonien in Santa Catharina etc. Die Beerdigung findet statt: Nächsten Sonntag den 21. März, Nachmittags 4l/2 Uhr. 2756 Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass unser guter Gatte, Vater, Schwiegervater, Grossvater und Onkel in seinem eben begonnenen 87. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bittet Namens der trauernden Hinterbliebenen Theater-Verein. Außerordentliche General-Versammlung Mittwoch, den 24. März, Abends 8 Uhr im Saale des Einhorn. 2760 Tagesordnung: Verbindung mit der Direction Kruse-Helm. T odes-Anzeige. Hiermit allen Freunden und Bekannten die traurige Mit- thellung, daß unser lieber, unvergeßlicher Gatte, Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel ^UZimmermeister Fr. Rau nach kurzem, aber schweren Leiden heute Morgen um 7J1 Uhr im Alter von 64 Jahren sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Ruttershausen, den 18. März 1897. Die Beerdigung findet statt am Samstag, den 20. März, Nach- Heute früh ^6 Uhr entschlief sanft nach langem, schweren, mit grosser Ergebung ertragenen Leiden unser guter, unvergesslicher Vater, Schwiegervater und Grossvater, der im Alter von 58 Jahren heute Morgen 7 Uhr nach kurzem, aber schweren Krankenlager sanft verschieden ist. Giessen und Höchst a. M„ 19. März 1897. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Weller, geb. Lotz. Hermann Weller und Frau Helene geb. Loos. Festrede : Professor Dr. Schwartz. Zu zahlreicher Betheiligung — auch Nichtmitglieder der Partei sind willkommen — ladet ergebenst ein Der nationalliberale Verein. ------ Bier im Glas. ------- 2664 Programm und Liedertexte sind am Saal-Eingang zu haben. Centenar-Feier Sonntag, den 21. März, Abends 9 Uhr, in Stein’s Saalbau. Dr. jur. Colnot, Amtsgerichtsrath und Hauptmann d. Landw. Biedenkopf, den 18. März 1897. 2773 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielfachen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem schweren Verlust, der uns durch das Ableben unserer lieben, unvergeßlichen Tochter und Schwester Sonntag, 21. März Abends 8 Uhr: Centenar - Feier im Vereinslocal mit Familie. Bürgermeister a. D. und Hauptmann der Landw. a. D. Peter Colnot. R.dactlsn: 8L Echenda. — Druck unb vrrla« der Brübl'schen Umversttät-.^uch. und Ztcindruckrrn (Pietfch & Echeyd«) in Metzen. Hamburg-Newyork mit Schnelldampfern, Reisedauer S Tage. Fahrkarten zu Originalproisen bei 2749/351 S. Elsoffer, Giessen. H U K liefert schnell zu billigen Preisen die Lj aniCOUVenS Rruhl seh« UIuiv. vruoherel I ' (Piet»eh & Soheyda), kk mit Firmendruck Schulstrasse 7. r—7 80. III. 97. 2758 R/ 3« Ehren der scheidende« L) \ Mitglieder t Commers .m Cafe Ebel ___(Herrenabend.)______I Air heutige Kummer umfaßt 6 Seiten „Aber, doch fetn 9 wetter dem! M urb lassen roit werter bereiten/ Der« Py-stogvomi er fing an, i ,r-eilwi nun lassen Si uni den Wirt «resse, recht 6 »Wal gii Lumme vom wir ndlilkteo i tin blühend se ,Äch, da onb Stelle ete Die jung! »Warum alte Dame, ,e W »Daß w ■ wo oachhalüg hnn hi» ha ^erlichen Fl rinwal ers Wirkung aus fror h Unter Be schmal- barau1 «^gestellten K E Ltebertext l0 bi-12 Uhr ber Bürgnmeiste Die Liste t auch « ‘Wn’dft einzusch ließen, , 15$** der t Iß*. igg* -SV M »IM* ■ÄS"' •Äli 6lt6en,b