Mittwoch den 20. Januar Erstes Blatt Nr. 16 1S9? Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Zlints- und Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen Redaction, Expeditiinr und Druckerei: KchukSratze Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Abonncmcntspreis r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Ilamitienvtätter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegk. Der er machtvollsten Serien von Tyrol, zum ersten Male ausgestellt, die keiner der früheren in irgend einer Beziehung nachsteht. Sie umfaßt die herrlichen Parthieen aus dem Zillerlhal, Roßkopf, Berlinerhütte, Alm Gehawand, Gletscher (wovon die Berliner GewerbeauSstellnng eigens ein Rund« gemälde aogefertigt hatte). Dann sehen wir herrliche Parthieen von Fusch, Toxenbach, Zell am See, Heiligenblut, die Besteigung des Groß-Glockner, Pastern Gletscher, Drei« herrnspitze, Defreggerhütte, Schwarzenstein-See rc. Die schneebedeckten Berge, wildromantische Schluchten, Thäler, find prächtig wiedergegeben. Jeder wird diese Serie bewundern wegen ihrer natürlichen Wiedergabe und empfehlen wir den Besuch ganz besonders. ♦* Sxperimeutal-Vorträge und Demoustratioueu. Bezugnehmend auf das heutige Inserat des Kaufmännischen Vereins wird unS soeben noch die Nachricht, daß Herr Gustav Amberg bereits heute Mittag hier eintrifft, um die noth- wendigen Vorbereitungen treffen zu können. Beide Vorträge scheinen hochinteressant zu werden und dürfte ein Besuch nur angerathen sein. • • Maskenball bei Hessischen Fechtverrias „Waiseuschutz". Am 31. d. MtS., also Sonntag über 8 Tage, findet im Lase Leib der vom Verband Gießen des Heff. Fechtoereius „Waisenschutz" veranstaltete einzige große Wiener Maskenball statt, welcher in diesem Jahre besonders amüsant gestaltet werden soll. * * Die Gießener Ruder - Gesellschaft feierte am vergangenen Samstag die zwanzigjährige Wiederkehr ihres Stiftungstages und freut eö uns, berichten zu können, daß das Fest einen in jeder Hinsicht hochbefriedtgen- den Verlauf nahm. Der Stein'sche Saal machte einen winter- gartenartigen Eindruck, die dem Eingang gegenüberliegende Seite war ihrer ganzen Länge nach mit hohen Pflanzen- gruopen bestellt, in deren Mitte das Orchester (Regiments- musik) Platz gefunden hatte. Vor der Bühne befand sich die Büste Sr. Maj. des Deutschen Kaisers, des hohen Protektors des RudersporrS, inmitten von Palmen und duftigem Grün, den Hintergrund bildete ein fächerförmiges Arrangement von etwa zwanzig Rudern mit dem GesellfchaftSbauner in der Mitte und vor und zu beiden Seiten dieser höchst wirkungsvollen Gruppe waren ebenfalls Pflauzendecorationen aufgestellt, aus welchen Statuetten hervorschauten. An dem Postament zur Kaiserbüfte prangte eine Waffentrophäe, errungen von der Gießener Ruder-Gesellschaft im Viererrennen gegen den Amsterdamer Ruderverein „de Amstel" und die Woimser Ruder-Gesellschaft auf der Kölner Regatta im Jahre 1893. — Ein Meisterwerk gärtnerischer Decorationskunft war die von Herrn Louis Becker (Kunstgärtnerei) arrangirte Festtafel/ sämmtliche ca. 70 Gedecke waren von frischen, zarten Schlinggewächsen umrankt, zwischen denselben befanden sich üppig gefüllte Blumenvasen, welche den Saal mit Matendust erfüllten und eine ganze Anzahl der prächtigsten Pocale und Ehrenpreise, welche die Gesellschaft errungen hat, gaben den Mittelpunkt der einzelnen Gruppen ab und bildeten die Ausgangspunkte kleiner, nach den Kronleuchtern in die Höhe führender Guir landen. Das Ganze bot einen überraschend schönen Anblick, gefiel allgemein und auch das gegen 9 Uhr beginnende Festessen befriedigte voll und ganz. — Nachdem rin von Herrn Capellmeister Polster componirter, der Ruder- Gesellschaft zum zwanzigsten Stiftungsfeste gewidmeter und mit Beifall aufgenommener Rudermarjch verklungen war, begannen zwischen den einzelnen Gängen des EsienS die offtctellen Reden, welche dem Feste einen der Bedeutung des Tages entsprechenden akademischen Charakter verliehen. Der Vorsitzende der Rudergesellschaft, Herr Chr. Reiber, begrüßte die anwesenden Gäste, namentlich Seine Magnificenz den Herrn Rector, Geh. Kirchenrath Prof. D. Stade, erstattete eingehenden Bericht über das von der Gesellschaft seither Erstrebte und Erreichte und gedachte namentlich in warmen Worten derjenigen Männer, welche als Präsidenten und Vorstandsmitglieder in den beiden Decennten deS Bestehens der Gesellschaft sich besonders um dieselbe verdient gemacht habcn. Die Rede des Vorsitzenden endete mit einem dreifachen „Hip Hip Hurrah" auf die allerhöchsten Gönner und Förderer des schönen Rudersports, Seine Majestät den Kaiser und Seine König!. Hoheit den Großherzog. — Seine Magnificenz der Herr Rector toastete in trefflichen Worten auf den Rudersport und sprach u. A. die Hoffnung aus, daß die Studenten unserer Hochschule auch dem Wasser in seiner natürlichen Form, wie es zum Rudersport gehört, im Gegensätze zum Wasser in gebrannter und gebrauter Form, beziehungsweise dem Rudersport selbst, immer mehr ihre Zuneigung schenken möchten, die Herren Profefforen der Univerfität würden dies mit Freude begrüßen. — Der Ehrenvorsitzende der Rudergesellschaft, Herr Jean Kirch, richtete seine Worte speciell on die anwesenden activen Ruderer, forderte sie auf, in den seitherigen Bahnen weiter zu streben, dann würden fernere Erfolge nicht ausbleiben, auch wenn „die Alten", die seitherigen Führer der Gesellschaft, mehr und mehr von der directen Geschäftsleitung sich zurückziehen müßten. Sein Toast galt dem ferneren Blühen und Gedeihen der Ruder-Gesellschaft. — Herr cand. med. Crrutz feierte die anwesenden Damen und brachte auf daS Wohl derselben ein „Hip Hip Hurrah" aus. — Fräulein Minna Wallenfels erwiderte NarnrnS der Damen in sinnigen Verien, welche in ein Hoch auf den Rudersport ausklangen und Herr H. Fillmann gedachte schließlich in Worten des Dankes der passiven Mitglieder der Gesellschaft. — Glückwunschschreiben und Depeschen waren etwa ein viertel Hundert eingelaufen von befreundeten Vereinen, früheren Mitgliedern 2C., und auch die Herren Provinzial-Dtrector Ge- heimrath Freiherr v. Gageru, Oberbürgermeister Gnauth und Oberst und RegimentS-Commandeur v. Madai hatten brieflich ihre Glückwünsche zum Feste dargebracht, beziehungs weise ihr Fernbleiben entschuldigt. — Den Damen wurden Fächer mit Blumen, roth-weißen Schleifen und ErinnerungS- kärtcheu, den anwesenden Mitgliedern eine vom Vorfitzeuden verfaßte Festschrift überreicht, welche die Grfchtchte der Gesellschaft in schlichter, allen bemerkeuswerthen Geschehuiffen Rechnung tragender Form behandelt/ eine lange Reihe von Tänzen machte den Beschluß deS, ohne jeden Mißklang, in allseitig bestens befriedigender Weise verlaufenen zwanzigsten Stiftungsfestes. * • Nebenbahn Londorf-Lollar. Wie ein in letzter Zeit umlaufendes Gerücht besagt, sei man an leitender Stelle nicht abgeneigt, vorgenannte projectirte Strecke in der Richtung Lo ndo rf —Beue rn — Gro ßenbu seck zu bauen. Sollte dies auf Wahrheit beruhen, so wäre es am Platze, wenn sich die in Beuern besonders iuteressiiten Kreise zur Bildung eines Comiröeö zusammenthun würden, welches alsdann die schwebende Nebenbahnfrage energisch in die Hand nehmen und zu einem gedeihlichen Abschluß führen würde. * * Was die Wahlen kokten. In der am Sonntag in Leihgestern abgehaltenen Kreisconferenz der social- demokratischen Partei für den 1. hessischen Reichstagswahlkreis wurde Abrechnung erstattet. Darnach wandte die Partei bet der letzten Reichstagswahl 2314 Mk. auf, zwei Dritt- theile davon entfallen auf Druckkoften, der übrige Theil auf sonstige Agitation, besonders Versammlungen, deren ca. 100 abgehalten wurden. Wie theuer mag den anderen Parteien der Wahlkampf zu stehen gekommen sein? •* Kaifer-Mauöoer. Man darf es nunmehr als bestimmt betrachten — so berichten verschiedene Blätter — daß in diesem Jahre daS aus drei Divisionen bestehende elfte Armee-Corps durch die 7. Division (4. CorpS) auf die Stärke von zwei Armee Corps gebracht, gegen die beiden bayerischen Armee-CorpS Manöver in Gegenwart deS Kaisers abhalten wird. Jeder der beiden aus zwei Armee CorpS bestehenden Armeen werde eine Cavallerie-Division betgegeben. Die Führung der aus den beiden bayerischen Corps bestehenden Armeen übernimmt Prinz Leopold von Bayern, für die aus dem 11. Corps und der 7. Division, sowie einer Cavallerie-Division bestehende Armee werde der Kaiser den Obercommandirenden ernennen. ** Muster-Abgeordnete. Die „Köln. Ztg." bringt unter dem Titel „Unentschuldigte RetchStagsmitglieder bet namentlichen Abstimmungen" einen höchst tn- tereffanten statistischen Aufsatz. Es werden darin insbesondere die Mitglieder angeführt, die bet namentlichen Abstimmungen ohne Entschuldigung fehlten. Die Zahl derselben erreichte häufig eine erschreckende Ziffer bis zu 150. Unter den rund 400 Volksvertretern sind überhaupt kaum 2 Dutzend solcher, die niemals ohne Entschuldigung fehlten. Unter diesen wenigen Muster-Abgeordneten befindet sich der genannten Quelle zufolge nur ein einziger aus Heffen, nämlich der Abgeordnete für Worms-Heppenheim-Wimpfen, Frhr. von Heyl zu Herrnsheim. ** Zur Berufsfrage wird dem „Darmft. Tgl. Anz." geschrieben: Wir möchten Denjenigen, welche nicht in der Lage find, studtren zu können, aber dennoch eine sichere Stellung im mittleren und höhern Subalternfach bei dem Staate u. s. w. erlangen wollen, einige Fingerzeige geben. WaS zunächst das Finanzfach 1. Categorie anbelangt, so ist dies Fach durch die große Anzahl von Finanzaspiranten, welche zur Zett vorhanden sind — nahezu 160 — derart überfüllt, daß daS Bedürfniß an Anwärtern auf viele Jahre hinaus gedeckt ist. Aus 1891 restiren über 20 Aspiranten, welche noch nicht angestellt sind. Wenn aber jetzt schon 6—7 Jahre bis zur Anstellung gewartet werden müffen, wie lange werden die Aspiranten aus 1896 und folgende Jahre warten müssen? Etwa, wie im höheren Forftfach, 12 bis 15 Jahre! Die Calamität wird dadurch noch schlimmer, daß die Anwärter des allgemeinen Finanzfachs sich um alle Stellen deS Finanzfachs 1. Categorie bewerben und mit Finanzaspiranten rangiren. — Wohl hatten sich viele Finanzaspiranten der utopischen Hoffnung hingegeben, bei der Verstaatlichung der Hessischen LudwigSbahn als Eisenbahnsecretäre in aller Kürze angestellt zu werden. Daraus ist nichts ge< worden und wird auch nichts werden. Nur die bet den Bahnen bereits angestellten und verwendeten Beamten des Finanzfachs werden nach einer bestimmten Probezeit in solche Stellen eimüden. Ob die übrigen Finanzaspiranten die Qualification zu Eisenbahnsecretären erhalten, ist sehr fraglich, wir möchten sagen: nein. — Ebenso gering wird wohl die Aussicht sein, daß die etwa neu zu cretrenden KreiSsecretär- stellen mit Finanzaspiranten besetzt werden/ dies ist nur dann, wenn sie vorher bei den Kreisämtern pcactisch thätig gewesen. Eine Abhilfe oder eigentliche Verbeffernng der Lage der Finanzaspiranten wird erst dann zu erhoffen sein, wenn die Prüfungsvorschriften etwas verschärft werden, ähnlich wie in Baden und Preußen. Die Gehalte der Beamtrn deS Finanz- fachS 1. Categorie bewegen sich zwischen 1870 und 4000 Mk. — Die Stellen der Eisenbahnsecretäre bestanden bisher in Heffen nicht/ durch den Uebergaog der Bahnen in die preußisch- hessische Gemeinschaft find diese neu geschaffen. Zur Er- langung derselben gelten die preußischen Bestimmungen, wonach als Schulbildung die Reife für Prima, dreijährige practische Thätigkeit in allen Zweigen des EisenbahndiersteS vor der Staatsprüfung verlangt wird. Die Gehalte bewegen sich zwischen 2400 und 5000 Mk. (bei den Centralbehörden 6000 Mk.) Aussichten nicht ungünstig. — Die Stellen der Stationsassistenten, Stationsvorsteher rc. sind vorzugsweise Militäranwärtern Vorbehalten, ohne Civilanwärter auszuschließen. Die Aussichten dürften für hessische Anwärter demnächst gut werden. Gehalte (neu vorgesehen) zwischen 1800 und 4200 Mk. Verlangte Vorkenntniffe: gute Schulbildung. — Das Fach der Gerichtsschreiber ist sehr überfüllt. Allgemein werden die Candidaten 15—20 Jahre nach der Staatsprüfung erst angestellt. Dann sind allerdings die EinkommenSverhältniffe sehr günstig: 3000—7000Mk (einschließlich allcrGebührenusw.) — Steuerausseher und Vollziehungsbeamte. AustellungS- verhältniffe nicht ungünstig/ Stellen für Militäranwärter. Einkommen zwischen 1200—3000 Mk. (ejnschließlich Gebühren)» — Bauaufseber. Anstellung nach 15—20 Jahren. Gehalte • 1700—2800 Mk. / viele Nebenverdienste.—Mittleres Postfach. Aussichten günstig. Anstellung nach 5—6 Jahren. Gehalte zwischen 1800 und 3300 Mk. •• Nach den amtlichen Feststellungen betrug die Zahl der Bewohner des Deuts ch e n RetcheS am 2. Decembrr 1895 52,279,901, 25 661,250 männliche, 26,618,651 weibliche, also rund 1,000,000 weibliche mehr, alS männliche. Von den preußischen Provinzen weist Rheinland mit 5,106.002 die meisten, Schleswig Holstein mit 1,286,416 Einwohnern die wenigsten Einwohner auf, von den Regierungsbezirken Düsseldorf mit 2,191,359 die meisten, Sigmaringen mit 65,752 die wenigsten. Die Bevölkerung Preußens beträgt 31,855,123 Seelen/ Bayern hat 5,818,544, Sachsen 3,787,688, Württemberg 2,081,151, Baden 1,725,464, Hessen 1,039,020/ der Zwerg unter den deutschen Bundesstaaten ist Schaumburg- L ppe, dessen Einwohnerzahl mit 41,224 Seelen ungefähr derjenigen von Marburg und Gießen zusammen entspricht. Elsaß-Lothringen hat 1,640,986 Einwohner, eS ist auch der- jenige GebietStheil, in welchem die Zahl der männlichen Einwohnerschaft die weibliche überragt, waS jedenfalls daher kommt, daß Elsaß-Lothringeu zahlreiche und große Garnisonen besitzt. Seit 1890 hat sich die Bevölkerung Deutschlands um 2,851,431 Seelen vermehrt/ eine Abnahme der Bevölkerung ergab sich nur in Sigmaringen um 333, und im württembergischen Jagstkreis um 4104, die Reichshauptstadt Berlin, welche 1890 1,578,794 Einwohner zählte, stieg bis 1895 auf 1,677.304 Einwohner, vermehrte sich also in fünf Jahren um 98,510 Einwohner, sie kommt der Einwohnerzahl der ganzen Provinz Hessen-Nassau (1,756.802) am nächsten. — Die Provinz Oberhessen hat 271,524 Einwohner, die Zunahme in den letzten fünf Jahren beträgt 5612. H. Vom Hoherodskopf, 18. Januar. Im vergangenen Sommer find nahezu 60,000 Forftpflänzlinge, darunter etwa 5000 Stück Douglastannen (abies Douglasii) aus Holstein in unseren herrlichen Waldungen verpflanzt worden. Die Pflänzlinge sind schön angegangen und streben freudig vorwärts. Man sieht, daß unsere Forstverwaltung in jeder Beziehung bestrebt ist, Hervorragendes zu leisten und unserem waldreichen Gebirge eine gute Rente zu sichern. Den anderen Waldbefitzern kann dies ein nachahmenswertheS Beispiel liefern. M.W. An8 der mittleren Wetteran, 18. Januar. Ein gesuchter Artikel find eben in unserer Gegend die von Natur aus brütelustigen Hühner. Sie werden eifrig ausgesucht und gut bezahlt, um Frühbruten zu erzielen. Die aus künstlichem Wege zum Brüten gereizten Hühner halten nämlich öfters nicht ans, sie verlieren bte Hitze und verlassen die angebrüteten Eier, wodurch empfindlicher Schaden entsteht. — Der Handel mit fetten Gänsen nach Frankfurt a. M. hat jetzt seine Saison geschloffen. § Nieder-Ohmeu, 18. Januar. Ein hiesiger lediger junger Mensch machte in verflossener Nacht seinem Leben durch Erhängen ein Ende. WaS den Lebensmüden, der sich demnächst verheirathen wollte, in den Tod getrieben, ist unbekannt. ♦* Alsfeld, 18. Januar. Beim Schlittschuhlaufen auf Wallachs Teich brach gestern Nachmittag ein Junge ein, hierdurch in die Gefahr des Ertrinkens gerathend. Ein hiesiger junger Kaufmann warf bem Jungen rechtzeitig seinen Ueberzieher zu unb zog ihn mit Hilfe bieseS eigenartigen RettungSmittelS aufs Trockene. Die Geistesgegenwart und rasche Entschlossenheit deS Retters, welcher ein Menschen- leben vor dem Tobe bewahrte, verdient Anerkennung. △ Aus dem Kreise AlSfeld, 18. Januar. Der diesjährige Winter, der entgegen allen Voraussagungen bisher einen sehr milden Verlauf genommen, ist auffallend arm an Schneefällen. Nur zweimal ist bis jetzt Schnee gefallen, aber die Schneedecke ist immer so dünn, daß sie rasch wieder verschwindet. Die Schlitten konnten bis jetzt nicht in Gebrauch genommen werden. Reichlicher ist dagegen unser Winter mit einem anderen meteorologischen Vorgang auö- gestattet, dem Glatteis. Selten tritt ‘ dasselbe so oft auf, wie in diesem Winter. DaS Glatteis bringt stets Gefahren für Menschen, wie Vieh. Die Unfälle, durch Glatteis verursacht, sind denn auch besonders häufig und mahnen zur Vorsicht. Besonders find die Schöpfbrunnen bet Glatteis gefahrdrohende Stellen für Menschen. So fiel -in Leusel beim Wafferschöpfen ein dortiger Einwohner in den Brunnen, indem er auSgeglitten war. Glücklicher Weise wurde der Vorfall von mehreren in der Nähe weilenden Personen bemerkt. Sie konnten dem in den Brunnen Gestürzten noch rechtzeitig Hilfe bringen. □ Darmstadt, 18. Januar. Der nationalliberale Verein feierte heute in der „Stadt Pfungstadt" unter zahlreicher Betheiligung von Mitgliedern und Freunden den Geburtstag des Deutschen Reichs. Gymnasialdirector Nodnagel hielt die Festrede, die in einem Hoch aus Reich, Kaiser und Großherzog gipfelte, mahnend, das mit schweren Opfern Errungene allezeit festzuhalten und die Verdienste der nationalliberalen Partei um die Einigung Deutschlands hervorhebend/ ihr Programm sei jederzeit Festigung und Sicherung des Reichs nach Außen unb maßvoller Fortschritt im Inneren gewesen. Die Rede war von zündender Wirkung. Reichstagsabgeordneter Dr. Osann prieS den Fürsten Bismarck, diese ehern in der Weltgeschichte dastehende Gestalt, die von der Zeit geboren, in eindrucksvollster Ansprache/ LandtagSabgeordneter Professor Friedrich sprach in launigen Worten auf die Damen, welche die Festversammlung verschönten. Von patriotischem Geiste, wie diese Ansprachen, waren die Declamationen von Hugo Edward, diesem Meister der VortragSkunst, durchweht, und einer der ältesten Gesangvereine der Residenz, die „Liedertafel", geleitet von Hofmusiker Köhler, trug wirkungsvolle vaterländische Gesänge vor, während sich die 23. Dragoner-Capelle unter Mufikdireclor Engels Dirigenteuftab in ihren zahlreichen Darbietungen dem Character der Feier durchaus anzupassen r-outl nr- £trr P das jo lunst 4. v. M 1. N di- Treiben M hören undw für ,günM fich i'frr l1,a S. ÄM kathol. Und heute en Msuch- S- tcnotd)^n langtob" ;u unb 3. Ä Schlosser Mt tnttf mit pntheti hat, so 'st ganz anker! Rügung, b MS war, ries.* Aber man Ihr „ möglich, da auch hier Hingen dui Augeiizeuge di- ossenk Sie nitinale nach Ihrer C 4. Dan heitsliebe vor lassen, allein als ob basse .Ltiessohn" s tzerr Planer, diese Cache i Reibung oorc w'.ll, mein Ä wrounbert b langen aintliü eacramenten: kchlosser Ni meinerseits zu diesem @e6iet( durch Itrnttie Sch Nächste 21. und s! nnar l. ü mittag 9 Ashen-W mchonzeich steigert roei Am 1.5 und Otlenk bt' der Ga 244 nn 2850 N Am 2.Z 9 Eiche 2 Ne 2 Ailch, 246 nn z 63 „ 60 , ^25 Buche i Argem Azve ’m Siegen Ä u,/' Nit K» Siek „*123,71 » fr 8 » Wabel ür ’ H ’ ™abe| 36 * i Nit ”• 3m tiergongenth yRpfläa^fngt »«(abies Douglasiij ®aloun9en betpflann W« unb ftxeben n’eit ForftvttivMnii ^°8°"deS zu kifitn «°tk Reute zu ficheru. in l'achahtoevsivttther B. 18. Januar. ©6 ätgenb btt von Natur ibtn eifrig ausgesucht 1 rrzirltu. Die aus i$ttn Hühner halten die Hitze unb der- cu-psinblicher Schaben Gänsen nach Frank- flössen. 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Das ganze Kartenhaus aber, das so künstlich von ihm aufgebaut war, ist zusammengestürzt. Seine neueste Veröffentlichung ist ebenso haltlos wie die erste, trotz der beiden fettgedruckten Sätze. Es gereicht mir zur großen Genugthuung, an dieser Stelle die Widersprüche derselben mit seinem „Eingesandt" vom 4. d. Mts. hier festzunageln: 1. Rückzug vor Herrn Caplan Kronenberger, dem gegenüber die ganze stolze Haltung von früher aufgegeben wird. Daß er ihm ein „Treiben im Sterbehause, von dem man nur mit tiefster Entrüstung hören und schreiben kann," vorwarf, hält er heute sonderbarer Weise für „gänzlich belanglos". Freilich, zu einem ehrlichen Widerruf kann sich Herr Pfarrer Schlosser nun einmal nicht erschwingen. 2. Am 4. Januar hieß es, „schon seit längerer Zeit" habe das lathol. Pfarramt „den Mann dahin zu drangen versucht" u. s. w. Und heute endlich nach 14 Tagen kommt es kleinlaut heraus, daß es „Versuche Seitens der Verwandten des Mannes" waren. Das zu verwechseln schien wohl Herrn Pfarrer Schlosser auch „gänzlich belanglos" zu sein. Einen ehrlichen Widerruf hält er auch hier für überflüssig und wohl auch unter seiner „Würde". 3. In seinem ersten „Eingesandt" behauptete Herr Pfarrer Schlosser, er habe den Jungen vorgenommen, als „die Mutter sich nicht entschließen konnte, ihn wider sein Gewissen zu zwingen". Und mit pathetischer Verzweiflung rief er aus: „Da die Mutter zugestimmt hat, so ist meine Macht zu Ende." Doch heute stellt sich die Sache zzanz anders heraus. Heute sagt er mit demselben Brustton der Ueber- zeugunq, die Mutter habe vorher ihre Erklärung abgegeben: „Das Alles mar, wie gesagt, vor sich gegangen, ehe ich den Jungen zu mir rief." Aber, Herr Pfarrer, was ist denn jetzt eigentlich wahr? Wenn man Ihr „Eingesandt" vom 4. d. Mts. glauben soll, dann ist es unmöglich, das von heute zu glauben, und umgekehrt. Oder werden Sie auch hier versuchen, sich auf „die allererste Mittheilung von diesen Dingen durch einen Augenzeugen" zu berufen, wo Sie doch selbst Augenzeuge sind? Sie haben entweder am 4. oder am 18. Jan. die offenkundigste Unwahrheit gesagt! Disse Thatsache werden Sic niemals aus der Welt schaffen könnens auch wenn Sie dieselbe nach Ihrer Gewohnheit als „Nebenpunkt" bezeichnen sollten. 4. Damit könnte ich 'Herrn Pfarrer Schlosser und seine Wahrheitsliebe vor dem „Richterstuhle des öffentlichen Gewissens" stehen lassen, allein er klammert sich zu lebhaft an das Wort „Stiefsohn" an, als ob dasselbe der ihn rettende Strohhalm wäre. Daß der Junge , Stiefsohn" sei, habe ich nie von Vater oder Mutter gehört. Wie Herr Pfarrer Sch losser es beweisen wird, bleibt abzuwarten, zumal diese Sache schon länger als einen Monat bei der Behörde zur Entscheidung vorgelegt ist. Mag übrigens diese Entscheidung fallen, wie sie will, mein Verhalten wird hierdurch nicht berührt. Auch thut er sehr verwundert darüber, daß er offenbar zum ersten Mal während seiner langen amtlichen Thätigkeit gelesen hat, was nebst vielem Anderen zum Sacramenten-Empfang nothwendig ist. Daß Derartiges Herrn Pfarrer Schlosser neu ist — ihm scheint es gar eine Art von Schuldbekenntniß meinerseits zu sein — begreife ich wohl, zumal er schon einmal auf diesem Gebiete eine schöne Probe dafür abgelegt hat, daß sein Urtheil durch keinerlei Sachkenntnis; getrübt ist. Des Weiteren behauptet er, ich scheue die hiesige Oefsentlichkeit, weil ich an auswärtige Blätter zur Berichtigung den Sachverhalt eingeschickt habe. Er gibt vor, darin „sei der ganze Thatbestand auf den Kopf gestellt". Um dem Leser Gelegenheit zu geben, sich über diese selbstverständlich unwahre Anschuldigung ein Urtheil zu bilden, folgt weiter unten jene Berichtigung. Herr Pfarrer Schlosser hat offenbar zugegeben, daß er in einigen Hauptpunkten seines ersten „Eingesandt" die Unwahrheit gesagt hat. Es bleiben noch folgende unwahren Vorwürfe zurückzunehmen: „Treiben im Sterbehause", Proselytenmacherei gegenüber der Frau, „unablässiges Zusetzen", „furchtbare Aufregung des sterbenden Mannes gegen Frau und Sohn", sowie Alles, was den Barmherzigen Schwestern vorgeworfen wird. Ich ersuche Herrn Pfarrer Schlosser, diese unwahren Behauptungen baldigst ehrlich zu widerrufen und zwar klipp und klar, nicht unter dem von ihm beliebten Redeschwall, der den Rückzug verbergen soll. Bayer, Pfarrer. Die ans „Mainzer Journal" eingesandte Berichtigung hat folgenden Wortlaut: Anfangs December 1896 besuchte der katholische Pfarrer in Gießen zum ersten Male einen schwerkranken Familienvater, dessen Frau und Sohn evangelisch waren. Beim zweiten Besuch am 8. December hat der Kranke die Sterbesacramente erbeten und an demselben Tage empfangen. Daß zum Sacramentenempfang die Bereitwilligkeit des Vaters, die Kinder katholisch erziehen zu kaffen, nothwendig ist, ist bekannt. Am 9. December gab die Frau, und, weil die Schule die Erklärung des Vaters forderte, am 12. Dec. der Vater die schriftliche Erklärung ab, daß der Sohn katholisch erzogen werden solle. Nachdem die Mutter ihre Erklärung abgegeben hatte, ließ der 1 evangelische Pfarrer den Knaben zu sich kommen. Hierzu sei bemerkt: 1. Daß die evangelische Mutter in die katholische Erziehung ihres Sohnes sofort einwilligte, sogar sagte, daß sie es selbst wolle und daß das schon früher ihr Wille gewesen sei. 2. Daß der katholische Pfarrer die betreffende Familie erst bei seinem ersten Besuche (Anfangs December) kennen lernte, vorher nie das Haus betreten hat, mit keinem ©liebe der Familie irgendwelchen schriftlichen oder mündlichen Verkehr hatte, auch nicht durch dritte Personen; daß der Caplan den (am 28. Dec. verstorbenen) Vater nie kennen gelernt hat, die Mutter heute — 11. Januar — noch nicht kennt, den Sohn zum ersten Male am 10. December im Religionsunterrichte sah, nachdem die Mutter die entscheidende Erklärung am 9. Dec. abgegeben Alles, was im „Eingesandt" des Herrn Pfarrers Schlosser gesagt ist von „Versuchen seit längerer Zeit", von Proselytenmacherei gegenüber der Frau, vom „Treiben im Sterbehause", von „unablässigem Zusetzen", von „furchtbarer Aufregung des sterbenden Mannes gegen Frau und Sohn", von „einer in die Enge getriebenen Mutter", ist unwahr. Nicht nach langem „Drängen und Zusetzen", sondern sofort, tn aller Ruhe und Bereitwilligkeit haben Vater und Mutter die katholische Erziehung ihres Sohnes verlangt. Aufregung unb Entrüstung bei ben Eltern entstanb erst, als ber evangelische Pfarrer, nachbem bie Erklärung ber Mutter abgegeben unb seine Macht", wie er selbst sagt, „zu Enbe war", ben Knaben kommen ließ unb — nach Aussage bes Knaben — brohte, „bie Sache an bte Oeffentlichkeit zu bringen", unb als bie Schule gegen ben Willen ber Eltern ben Knaben im evangelischen Religionsunterrichte zurückbehielt. Gegen bas Verhalten ber Schule, bezw. bes Oberlehrers würbe am 15. December ber Beschwerbeweg betreten; eine Entscheibung ist bis heute — 11. Januar — noch nicht eingetroffen. Gießen, ben 11. Januar 1897. Katholisches Pfarramt: ___________ Bayer. In der Erklälung der evangelischen Gemeindevertretung ist ' Herrn Caplan Ki oueuderger oorgeworfen corben, daß sein Vorgehen gegen Herrn Pfarrer Schlosser einen bedauerlichen Mangel an Tact und guter Sitte erkennen lasse. Herr Caplan Kranenberger hat in der ihm eigenthümltchen originellen Kiastsprache diesen Vorwurf zurückzuwe sen versucht. Ob ihm das gelungen ist, kann füglich den Lesirn feiner Erwiderung zu beurteilen überlassen bleiben. Jedenfalls ist es ihm nicht gelungen und wird es ihm nicht gelingen, durch seine spöttischen B meikungen über jene Erklärung das Gewicht der Thatsache zu verkleinern, daß gegen 70 reife und urteilsfähige Männer Herrn Pfarrer Schlosser ihr unvermindertes Vertrauen ausgedrückt unb gegen das Austreten des Herrn Caplans Protest erhoben haben. Zur Sache bemerken die unterzeichneten Mitglieder der Gemeindevertretung, die mit der formellen Redaclion der Er» klärung vom 13. d. M. betraut waren, noch folgendes: 1) Herr Pfarrer Schlaffer hat die Erklärung der Gemeindevertretung keineswegs veranlaßt, wie der Herr Caplan andeuten zu wollen scheint; dieselbe ist vielmehr ohne ein vorangegangenes Wort der Verabredung von einem der Unterzeichneten vorgeschlagen worden. 2) In dem ersten Eingesandt des Herrn Pfarrer Schlosser "t der Herr Caplan nur nebenbei genannt, die ausgesprochenen Anschuldigungen sind nicht gegen dessen Person, sondern gegen das katholische Pfarramt gerichtet. Mit der Frage, ob Herr Caplan Kronenberger persönlich bei dem Vorgehen des katholischen ParramiS beteiligt gewesen ist ober nicht, bat sich die Gemeindevertretung daher überhaupt nicht befaßt. Denn das war für die Sache ebenso gleichgiltig, wie das Auftreten des Herrn Caplans der Form nach in jedem Fall unentschuldbar erschien. Prof. Dr. Wimmenauer. Prof. Stamm. Dr. Strack. Ammerkung der Redaction. Mit den oben veröffentlichten Einsendungen erklären wir nunmehr die Angelegenheit, soweit sie unser Blatt in Anspruch nimmt, für erledigt. Wir folgen mit diefer Erklärung nicht nur dem eigenen Empfinden, sondern entsprechen damit auch den Wünschen vieler untrer, beiden Consesfionen angehörigen Leser. Red. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl L00S und I. M. Schulhof. Bremen, 18. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Karlsruhe, Capt. I. Roben, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, £an6* «nd volk-wirthschaft. »testm, 19. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. JL 0,75-0,85, Hühn^eier pr. St. 00 4, 2 St. 13-15 4, Enteneier 0 4, 2 St. 04, GLnsi« eier pr. St. 00-00 4, Käse pr. St. 5-8 4. Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar JL 0,60 bis 0,80, Hühner pr. Stück 1,10 bis 1,30, Hahnen pr. Stück JL 1,30-1,50, Enten pr. Stück JL 1,50-1,70, Gänse pr. Psimd X 0,48-0.54, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 4, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60-66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 4, Schweim- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 4, Kalbfleisch pr. $fb. 60-54 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 50—65 4- Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 50 bis 5,00 JC, Weißkraut pr. Stück 0-00 4, Zwiebeln pr. Centner JL 4,00-0.00, Milch pr. Liter 16 4. Beyers Konversations - Lexiköft, (auch in Umtausch gegen ältere Werke) sowie alle andern Bucher liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an n. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VII. Versteigerungen. 747 Meyer. 57 fm, Nadel- Buchen- 53 13 8 303 8 157 11 96 Großm-Buseck, den 18. Jan. 1897. Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck. 244 2850 Am 9 2 2 246 63 60 3425 rm Nadel-Knüppel, Nadel'Wellen. 2. Tag im District Hoheberg: Eichen-Slämme mit 5,88 fm, Kiefern« und Fichtenstämme mit 23,75 fm, Eichenftämme mit 16,70 fm, Holzversteigerung int Gießener Stadtwald. Montag den 25. Januar 1897, Vormittags 9J/a beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, in den Districten Katharinenhütte, Heeg« st rauch und Unterhaag, versteigert werden: Holzversteigerung. Nächsten Donnerstag, den 21. und Freitag den 22. Ja- nnar l. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, sollen in den Großen-Busecker Gemeindewaldungen nach verzeichnete Holzsortimente versteigert werden: Am 1. Tag im District Altenberg und Oelenberg an der Staatsstraße bei der Ganseburg: „ 2,38 „ 2,09 WWubMtn auf ittag tin Junge ein, !rvS gnatheud. (Sin jungen rechtzeitig seinen llft dieses eigenartigen Geistesgegenwart unb Dtlftr ein Menschen- t Snerkennung. Januar. Der dirS- jorauSsagungen bisher ist auffallend arm an jetzt Schnee gefallen, a, dah fie rasch wieder bis jetzt nicht in ®e- her ist dagegen unser ogischen Vorgang auS> t1 dasselbe so oft auf, 1 bringt stets Gefahren le, durch Glatteis ver- iufig nnd mahnen zur ifbrunnen bei Glatteis „ So fi-l-i" Lenfel «hner tn den Brunns ta Weife wurde der »eilenden Personen be- Mncn MW" n,t ,l°1' Ml”®«61* »7".MW"* * m» !b»ll1 “ Ltlitltt °°» >Onbt »Mi« »■ ve d°st Drache,' »'|A »’Ä «* , * b l,‘ b M-ii® ao eheaL a* Fichtenstangen mit 1,07 rm Eichen-Scheitholz, , Nadel« „ Etchen-Knüppelholz, „ Nadel- „ „ Eichen-Stockholz, „ Nadel« , rm Buchen-Scheiter, „ „ Knüppel, „ „ Stöcke, Buchen-Wellen. Hausbursche gesucht._______Neustadt 6. 73t 759] Ein gewandter, zuverlässiger Hausbursche per Mitte Februar gesucht. _________H. F Nassauer. Ein braver Junge zum Wecktrage« gesucht. 763__________________J. Lein. Ein braves Bürschchen gesucht.„Bavaria.“ 743 Mo des. Lehrmädchen aus achtbarer Familie gesucht. 718 Frau Albert Behrend Wwe. Suche ein Lehrmädchen für mein Schuhgeschäft von acht« baren Eltern. 645 ______L. Süss, Marktstraße 9. föttt tüchtiges Mädchen aus ^2/ guter Familie wird zur Stütze der Hausfrau auf ein Hofgut Oberhessens zum sofortigen Eintritt gesucht. Familienangehörigkeit zugefichert. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 398 530] Ein braves Dienstmädchen so- fort gesucht.____________Neustadt 24. 658] Tüchtiges Mädchen vom Laude gesucht. Näheres 737] Mävchen erhalten sofort gute Stellen. (Ohne Vermittlungsgebühr ) Frau Seybicke, Bahnhofstraße 43. | Stellen-Gesuche. | süchtiger, i Mann, ber schon auf mehreren Büreaus gearbeitet unb mit ben Comptoirarbeiten vertraut ist, sucht sofort «teste ober sonstige Beschäftigung Offerten unter H. B. an bte Expedit ton b. Bl________________142 618] Ein Fräulein mit hübscher Hanb- schrift sucht sofort eine Stelle als Verkäuferin, gleichviel welcher Branche. Gest. Offerten unter E. K. 1871 an bie Expebitton d. Bl. 450 Wellen Eichen-Reisig, 2910 ,, Nadel- „ Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der ersten Schneise. Am Schluffe der Versteigerung werden 42 Hausen starkes Erleu-Durchsorftungsholz aus dem Erlenwäldchen am Steinbergerweg in der Nähe des städtischen Kadaverplatzes versteigert. Gießen, den 19. Januar 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.761 Empfehlungen. Stadt. SchlchthMs. Freibank. 762 Heute und morgen: Ochsensleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. MW«. Kalbfleisch nicht ladenrein, per Pfd 35 Psg. Kuhfleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. SvWg. Maisflocke gicbt köstliche Bisquitkuchen. Orig.-Packet 50 Pfg., überall käuflich. Warme Hader Mäusbrirg 15. 188 Backe nur „Maisflocke“! Privatunterricht kauft ständig 705 609 Arbeit gesucht. E. H. Müller, rnech. 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Wolkengaffe 16, n. 696] MSblirteS Zimmer zu ver« miethe«.________Dammstrabe 5. 755] Der Laden des Herrn Rosenbaum in der Lchloßgasse, worin seit ungefähr 15 Jahren Metzgerei mit bestem Erfolg betrieben wird, ber sich aber auch zu jedem andern Geschäft eignet, ist mit Wohnung von 3 Zimmern unb Zubehör vom 1. Marz I. I ab zu vermiethen. Wilh. Werber, Gießen, Kirchenplatz 11 756] Ein schöner, großer Laden, tn bester Geschäftslage an der Hauptstraße, ist pretswcrth zu vermietb n. Gefl. Anfragen unter B. Nr. 756 beforbett die Expedition dieses Blattes.___________ 758] Ein solider Arbeiter kann Kost unb Logis erhalten. Marktstratze 32 Kaufmännischer Verein. - Ortsgewerbeverein. Mittwoch, SO 11. Donnerstag, 31. d. M., • Abends 8V2 Uhr pünktlich, in Steins Saalbau: Experimental-Vorträge u. Demonstrationen des berühmten Physiker Gustav Amberg, Berlin. Thema: Electricität. I. Vortrag: L Abtheilung: Galvanismus. Electricitätserregung bei Berührung von Metallen und Flüssigkeiten — Galvani und Volta — Verschiedene Formen der Volta’schen Kette — Glühen und Verbrennen von Metallen durch eine galvanische Batterie — electrisches Bogenlicht im Wasser. Verschiedene Leistungsrähigkeit der Metalle. Magnetische Wirkungen des Stromes. Experimente mit einem Electromagneten von vielen Gentnern Tragkraft — ein kreisförmiger Electromagnet — Ablenkung der Magnetnadel — das Galvanometer. Darstellung der magnetischen Kraftlinien. Chemische Wirkungen, Electrolyse, Flüssigkeiten als electrische Leiter — deren Zersetzung — Wasser zersetzt in Wasserstoff und Sauerstoffgas. (Knallgas). II. Abtheilung: » Experimente nach den Gesetzen von Ampere; — Gegenseitige Anziehung und Abstossung electrischer Ströme. — Roget’s Spirale — eine Stromspirale wirkt als.Magnetnadel — beweglich gehaltene Ströme wickeln sich um einen Magneten — (von Helmholtz). Inductionsströme durch das Galvanometer sichtbar gemacht; durch Annäherung und Entfernung eines Magneten zu einer Spirale — durch Annäherung und Entfernung eines Stromes zu einer Spirale — durch Oeffnen und Schliessen eines Stromes an einer Spirale — durch Annäherung und Entfernung einer Eisenplatte an einen in einer Spirale sich befindenden Magneten. Inductionsströme durch Veränderung der Stromstärke. — (Die Anwendung dieser Erscheinungen führte zur Erfindung des Telephon und Mikrophon). — Influenz des Erdmagnetismus auf eine bewegte Drahtspirale und auf unmagnetisches Eisen. III. Abtheilung: Die Electricität als Triebkraft. — Verschiedene Electro- motoren — ein Motor bewegt durch den Erdmagnetismus. — Inklination der Magnetnadel. Experimente mit einer Dynamo - electrischen Maschine: Selbst durch den electrischen Strom bewegt — Nachweis der Foucault*sehen Ströme durch das Inductions- pendel — eine magnetische Waage — (Letztere beiden Apparate von Prof. v. Waltenhofen waren Ausstellungsobjecte der Frankfurter electrischen Ausstellung). — Die electrische Kraftübertragung durch hochgespannte Ströme — Glühlampen — die electrische Beleuchtung. Zum Schlüsse. Die electrische Spannung auf gleichem Niveau — abfliessende Electricität — Analogie zwischen stehendem und abfliessendem Wasser und ebenso geleiteter Electricität. Das sogenannte electrische Potential. ile Vortrag: I. Abtheilung: Hochgespannte Ströme. Electrische Entladungen in grossen RuhmkorfTschen Funken-Inductoren: Blitzartige Erscheinungen — Casoaden- Batterie — Fortpflanzung in verdünnten Gasen — Analyse schneller Entladungen durch bewegte Geisler’sche Röhren, (electrisch leuchtender Stern) — optische Täuschungen. Phosphorescenz — Fluorescenz. — Höchst abweichende Erscheinungen in hochgradig verdünnter Luft nach Hittorf und Crookes. (Sogenannte strahlende Materie). Experimente mit Böntgen’schen X-Strahlen. Brechung und Auflösung des Lichtes — Spectralfarben — Nachweis der unsichtbaren ultravioletten Lichtstrahlen des Spectrums durch Bariumplatincyanür — Chemische "Wirkung des Lichtes — Hittorfsche (Crooke’sche) Röhren — Kathodenstrahlen — Fluorescenz und Phosphorescenz — Wirkungsweise der Röntgen'schen X-Strahlen — Vorführung einer Aufnahme mittelst derselben — Projection einer Reihe eigener Aufnahmen. Die electrische Kraft, betrachtet als Wellenbewegung in strahlenförmiger Ausbreitung. Experimente von Hch. Hertz und Tesla. Unsichtbare Lichtstrahlen nach Röntgen. II. Abtheilung: Einleitendes. Wellen und Strahlen des Schalles, des Lichtes und der Wärme. Sichtbare Schallschwingungen, dargestellt als transversale und longitudinale Wellen — stehende und fortlaufende Knotenpunkte — Schall und Wärme-Reflexion durch Hohlspiegel — Faraday’s Entdeckungen der Beziehung des Lichtes zur Electricität. — Electrische Entladungen durch Licht. — (Entdeckungen von Heinrich Hertz.) Versuche über electrische Lichtentladung nach Elster und Geitel. (Anwendung der Trockensäule von Zamboni und eines äusserst empfindlichen Aluminiumblatt-Electroscopes.) Electrische Wellen und Strahlen in ihrer Analogie zu denen des Schalles, des Lichtes und der Wärme. Experimentelle Nachweise durch H. Hertz. Elektrische Fernwirkung durch Influenz — Entstehung electrischer Ströme in benachbarten Leitern durch Induction — Entstehung von Wellen in langgezogenen Kupferdrähten — Nachweis der Bäuche und Knotenpunkte durch Aufleuchten einer Geisler- schen Röhre. — Electrische Strahlung durch zwei Meter hohe parabolische Hohlspiegel: Polarisation der electrischen Strahlung durch Drahtgitter. — Geber die Brechung der Electricität durch ein Prisma. Die electromagnetische Theorie des Lichtes von Maxwell und Hertz. Tesla’s Licht der Zukunft (?) Licht ohne Leitung. — Nochmals transformirte Wechselströme von hoher Frequenz — Glimmerscheinungen. — Verbreitung electrischer Schwingungen durch den Raum. Eintrittskarten für Mitglieder gratis, für Angehörige derselben ä, 50 Pfg., sind bei den Herren C. Orbig, Bahnhofstr. 30, und Heinr. Noll, Marktplatz, zu haben, für die Mitglieder des Ortsgewerbevereins bei der Vereinsdienerin Frau Beil. Für Nichtmitglieder beträgt der Eintritt für einen Abend 1 Mk, für beide Abende 1,50 Mk. und sind Karten in der Musikalienhandlung von Herrn Ernst Challier, Neuenweg, und Abends an der Kasse zu haben. Die Vorstände. NB. Jeder Vortrag ist für sich abgeschlossen, jedoch empfiehlt es sich, beide Vorträge zu hören. Heber die Verwendung der Karten für Mitglieder und deren Angehörige findet eine strenge Controle statt. Braver, williger Zunge, I 16 Jahre alt, von auswärts, wünscht die | Photographie zu erlernen. Kost und LogiS im Hause des Prinzipals erwünscht. Gest. Offerten unter K. L. 170 an die Expedition d- Bl.________________672 749] Aelteres, anständiges Mädchen, das gut kochen kann, sucht Stelle bei einem Wittwer oder älteren Herrn; geht auch in kl. Haushalt als Mädchen allein. Offerten unt. E. 105 an die Exped. d. BL 7o7j Für ein braves, jüngeres Mädchen wird eine Stelle zu Sinder« gesucht. Nähere Auskunit Nordanlage 18. b04] Ein Mädchen sucht Laufstelle«, «anzleiberg 5, IV. Waisen schütz Verloren 748 wurde vom Samstag auf Sonntag vom „Cafü Leib" nach der Actienbrauerei ein Granatkamm. Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben auf der Expedition d. Bl- gegen aute Belohnung adzuaeben. Zimmerstntzen- Gesellschaft. Henle Mittwoch, Abends 8 Uhr, 513 im »SchühenhauS«. Arettag dieser Woche: Mitglieder« Versammlung 765 Restauration zum Psau Neustadt. Tagesordnung r Maskenball. Montag den 18. d. Mts., Abends 10 Uhr, entschlief sanft nach langem, schweren Leiden, im Alter von 58 Jahren, meine innigstgeliebte, unvergeßliche Gattin, fron Christine Dörmer, was ich Verwandten, Freunden und Bekannten schmerzlich anzeige mit der Bitte um stille Theilnahme. Hermann Dörmer. Gießen, den 19. Januar 1897. Die Beerdigung findet statt Mittwoch den 20. Januar, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Grabenstraße 8. 766 Als General-Vertreter der chasgtühlicht-Gesellschaft Meteor und Martini, Berlin für beide Hessen, Württemberg und die Reichslande, erlaube ich mir die ergebene Anzeige zu machen, daß ich den Herren A. & G. Wallenfels für Giesteu den Allein-Berkaus übertragen babe. IW Nur bei einem Einkauf bei den Herren A. & €L Wallenfels hat das Publikum die Gewähr, immer die wirklich ächte, gleichmäßig gut ausfallende Waare von 126 H. Kerzen Lichtstärke zu erhalten. 745 ______Georg Coste, Frankfurt a. U. Theater-Verein. Im Abonnement. Donnerstag, den 21. Januar er., Abends 7y2 Uhr, im Festsaal (Leib’scher Saal), Wallthorstrasse: Gastspiel des Frankfurter Stadttheaters. Bürgerlich und romantisch. Lustspiel in 4 Acten von Bauernfeld. njllpfq in der Musikalienhandlung Ernst Challier Rudolphs Nacht), _________ sowie an der Abendkasse: Erstes Parquet Mk. 3 50, Zweites Parquet und Balkon erste Reihe Mk. 2.25. — Studentenkarten Mk. 1.—. Gallerie Mk. L—. Für Mitglieder (bei Mehrbedarf। nur im Vorverkauf Erstes Parquet Mk. 3 - , Zweites Parquet Mk 2.—. 640 Nach Schluss des Theaters Omnibus-Verbindung nach verschiedenen Richtungen. Der große Maskenball S der Gießener Floresei (Carnevalverein) \ mit Prämiiruug der schönsten Masken ’ J* Lir findet am Sonntag, 24. Januar, Aöends 8 Wyr 11 Win. 11 Sec. £ 'N Steins Saalbau statt. 23 Im Borverkauf find cherreirkarte« ä 75 Plg und Damenkarten ä 80 Pfg. (letztere auch gültig für Herren bis zur DemaSktrung) zu hab.n bet den Herren Schneidermeister I. Becht, Brandgaffe, Friseur Muhl (in besten zwei Geschäften), Friseur Rottmann, Kaplansgaffe, Friseur Stier, Schulftraße, Friseur Tichy, Seltersweg, Friseur Wabl, Neustadt, Handschuhfabrikant Wirsig. SelterSweg, Cigarrenhändler Schäfer, Marktstraße, A. Kretzschmar, Marktplatz und I. Arnold, „Schipkapaß". tta der Herrenkarten 1 Mk., Damenkarten 0,50 Mk. Der Vorstand. X. B. Ei« Theil etwaige« Ueberschusse» wird z« wohlthLtige« Awecke« verwendet. 617 Gießener Rindvieh Assecuranz. General-V er Sammlung Donnerstag, den 28. Januar 1897, Aöends 8 Ahr, bei Wirth -Sauer, vormals Spie«. Tages-Ordnung: 746 1. Häute - Versteigerung. 2. Festsetzung eines Jahresgehalts für einen Veterinärarzt. Insbesondere werden die Mitglieder des Vorstandes um ihr Er- scheinen gebeten. Der Vorstand. Äimllichk AmmmHkl von Gießen nnd Umgegend find hiermit höflichst eingeladen zu einer Besprechung auf Samstag den 23. d. Mts. Mittags 4 Uhr, bei Wirth Arnold im Schipkapaß. 76< ~1 1 Ul I I IIII!,» WIMIMWD I!! I» W»IIW,«MW>»liWMlllM Deutsche Schreibfeder« aus der Fabrik von Brause Co., Iserlohn. UAÜbrrtroffsn H De« besten englische« ebenbürtig. Zu beziehen durch die Schreibwaaren Handlungen. 613 Coursbericht 1887 Oesterr. Staatsbahn v. 1885 92.10 4 Jtal. staatsgar. Eisend. 55.25 5 dto. unf. b. 1905 103.60 3V, DeutscheGrdsch.B. unk. b. 1906 101.00 Brief Darmst. Bk.-Aclien 318.00 Reichhaltiger Journallesezirkel 3 3 4 4 20.33 4.16 20 Franken-St. Engt. Sovereigns Dollars in Gold Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt Worms unk. b. 1901 101.00 101.00 101.00 102.50 »rief 16.19 20.38 4.20 Eisenb. Rentmb. Obl. Buderus Obl. «bendeonrse r 160.80 | Oesterr. Credit-Actien I 80.80 ’ 170.05 4.16 Frankftr. Hyp. Bk. unk. b. 1906 101 00 3V« Hambrgr. Hyp. Bk. unk. b. 1905 Frkf.Hyp.Cred.V. unk. b. 1906 101.00 3