Httt bc^Wtdjer eiten Verkünde. Ar, Martini Büchi. Stockflinte, roschm- iwl' und lofeimaagt, Zustande, außndm b.JWWi. Z-10462 btfirbtrt die MaM 10462 Äücbin [ Mtt’föe etift. 10360 . •kaufen. I 108. ’■ Mftte ' Isbursche KS u 1. kel • irkrobt! euds 8*/| Uhr at: kholm) ral'Afien" 10386 ir Studenten und ien duchbandlW. •en • ktstr. 27. $ , low ©eitel1 myyev, i. Lederdälge, ipMpst, lärme, -W^ opfe, «Hüte re. scht ulld «®arbtrok illrf, gtouffeani Koffer bis zum feinsti« lOIÜ H Gregori Si Sota._____ .eten*»»re"’ L lot' «g">°° , T M. 272 Erstes Blatt Freitag den 19. November 1897 2lints- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. ] chratisöeitage; Hießener Kamikienötätter. Alle Annoncen-Bureaux de» In« und LurlandeS nehm« | Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" mtgeye. I Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Nedaction, Lxpeditio» und Druckerei: -ch-tstr-tzeAr.^ Fernsprecher 61. vierteljähriger Abonuemeutspreis^ 2 Mark 20 Pfg. utt Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener A*«irie»StLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Oteteeer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». Kichmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Die österreichisch-ungarischen Delegationen. 8üh Dtenltog find die Delegationen in Wien zusammen, getreten. Die beiden politisch selbstständigen RetchShälften der österreichisch ungarischen Monarchie bilden bekanntlich in einzelnen Angelegenheiten ein Ganze-, so u. A. in Bezug auf die auswärtigen Angelegenheiten und da« Heer, sowie betreff« bestimmter Ftnanzsachen. Deßhalb haben beide Reiche ge- »eiusam einen Minister des Aeußern, einen Retchskrteg«' Minister und einen Reich-Minister der Finanzen. Neben den Sonderparlamenten tu Oesterreich und in Ungarn werden all« jährlich Au-schüffe gebildet, welche die beide Reichthälfteu betreffenden Angelegenheiten zu berathen haben und sowohl für Oesterreich wie auch für Ungarn au- 20 Mitgliedern der ersten und 40 Mitgliedern der zweiten Kammer bestehen. Da- find die Delegationen, welche abwechselnd in Wien und Budapest tagen und diesmal in der Hauptstadt CiSletthanienS ihre Berathungen ausgenommen haben. Im Allgemeinen herrscht in diesen beiden parlamentarischen Körperschaften von jeher ein ruhiger Ton, der Partetleibenschaft wurde nur ein ganz geringer Raum gewährt, wetzhalb der Verlauf der Verhandlungen auch im Au-lande eine gewisse Beachtung fand, umsomehr al- die au-wärtigen Beziehungen Oesterreich- Ungarn- bet dieser Gelegenheit immer eingehend erörtert zu werden pflegen. Ob fich die Verhandlungen diesmal auch so ruhig gestalten werden, ist sehr fraglich, da e« leider nur zu gewiß erscheint, daß die verworrenen politischen Verhältnisse in Oesterreich auch in die DelegationSberathunge« übergretfen «erden. Schon in der EröffnungSfitzung am Dienstag trat die« in die Erscheinung, al- bei der Präsidentenwahl mehrere Abgeordneten der österreichischen Minderheit erklärten, sie könnten fich an der Wahl nicht betheiligen, weil die Majorität e- nicht der Mühe werrh gehalten habe, fich darüber mit der Minorität in- Einvernehmen zu setzen. Auch die Erklärung de- Abgeordneten Hofmann v. Wellenhof, daß seine Partei an den Delegattonsverhandlungen wohl theilnehmen, aber daraus keine Schlüsse gezogen sehen wolle auf ihr künftige- Verhalten im österreichischen Abgeordnetenhause, ließ erkennen, daß der Frieden noch nicht al- geschlossen an- gesehen werden kann, sondern daß der Kriegszustand noch ungeschwächt fortdauert. Wie wir schon oben angedeutet haben, legt mau auch außerhalb der österreichisch-ungarischen Monarchie den Dele- gattonSverhandlungen eine gewisse Bedeutung bet, und die erste Rebe des gemeinsamen Ministers des Aeußern wird immer mit derselben Spannung erwartet, mit welcher mau z. B. den jährlichen Ausführungen des englischen Premierministers in der Guildhall zu London-Ctiy entgegen zu sehen pflegt. Mau erwartet vom Minister de- Aeußeren Aufklärungen über die internationale Politik und über daS Ver- hältutß der habsburgischen Monarchie zu den auswärtigen Staaten. Man erinnert fich noch, daß bei dieser Gelegenheit Graf GoluchowSkt bedeutsame Winke und Warnungen nach Belgrad hinübersandte, wo sowohl die inneren Verhältnisse fich zugespttzt hatten, als auch da« Auftreten der dortigen Regierung gegenüber der österreichisch-ungarischen Regierung ein sehr unangemessenes geworden war. Jene Warnungen haben ihre Wirkung nicht verfehlt, und vielleicht kann es ganz Europa dem Grafen GoluchowSkt Dank wissen, daß er damals gerade noch zur rechten Zeit die maßgebenden Kreise Belgrads auf die Gefahren hinwtes, denen man dort eutgegeuging. Seit ihrer letzten Tagung find so bedeutsame Ereignisse etugetreten, daß Graf GoluchowSkt in den Delegationen häufig tu die Lage kommen wird, Rede und Antwort stehen zu müssen. Die Ortentavgelegenheit, welche durch den Ausbruch des griechisch türkischen Krieges eine Zuspitzung erfahren hatte, die Verkündigung der franko-rusfischen Allianz, daS Berhältniß Oesterreichs zu Italien und noch manches Andere wehr wird einen Unterhaltungsstoff bieten, welcher auch im SuSlande mit Jutereffe verfolgt werden dürfte. Ob aber der wirkliche Zweck, zu dessen Erledigung die Delegationen zusammengetreren find, nämlich daS AuSgleichSprovisortum, erreicht werden wird, daS wissen die Götter und die öfter- reichtfche AbgeordnetenhauS-Obstruction. Graf Badeni thäte wohl daran, wenn er seinen bisher eingenommenen Stand- paukt aufgäbe und aufrichtigen Herzen- den Deutschen die Hand zur Versöhnung böte. DaS würde im Interesse der Gesammtmonarchie liegen und im Interesse eines glatten Verlauf- der diesmaligen Delegationsverhandlungen. (xx) Wolffs telegraphische« Lorrefpondenr-Bnrea« Norderney, 16. November. Der gestrige Seefturm brachte fünfzehn etnlaufende Fischerbote am Riff in schwere Gefahr. Alle überstanden fie bi« auf etu« mit den vier Insassen BentS, dessen Sohu, HarmS uud Visser, die alS ertrunken gelten. XUftt, 17. November. Die Memel geht mit EtS- die Schifffahrt ist geschloffen. London, 17. November. In einer heute stattgehabten vorläufigen Sonferenz der Arbeitgeber uud der ausständigen Arbeiter der Maschineubaubranche wurde beschloffeu, am 24. d. Mts. tu London eine förmliche Cooferenz abzuhalten, zu welcher Arbeitgeber uud Arbeiter je 14 Vertreter entseoden sollen. Bis zu der Conferenz werden beide Thetle fich eines feindlichen Vorgehen« enthalten. Petersburg, 17. November. Infolge eines heftigen WeststurmeS trat gestern hier Hochwasser ein, welckeS mehrere niedrig gelegene Stadttheile überschwemmte. Die Kellergeschosse liefen voll Wasser und die Einwohner derselben wurden obdachlos- auch Verkehrsstörungen traten etu. Auf der Newa riß der Sturmwind zahlreiche Barken von den Ankern los uud beschädigte mehrere Dawpferstege sowie schwimmende Badeaustalten. Glücklicherweise ist Niemand verunglückt- gegen 1800Obdachlose wurden durch die Polizei gespeist und untergebracht. Bon Nachmittag 3 Uhr au verlief fich die Hochfluth. Auch auS Reval wird gemeldet, daß dort gestern und vorgestern etu heftiger Sturm wüthete. Konstantinopel, 17. November. Heute hat die 20. Sitzung der Bevollmächtigten für die'Friedensverhandlungen stattgefunden zur Paraphtruug de« Artikels 7 des Friedens- Vertrages, betreffend die freie Auswanderung. — In Betreff der Ban kau lei he faud heute eine Botschafterversammluug Washington, 17. November. Präfideut Mac Kinley unterzeichnete den jüngsten Weltpoftcougreßvertrag, welcher am 1. Januar 1898 in Kraft tritt. Newyork, 17. November. Der „Newhork Herald" meldet au« Guayaquil, die Stadt Loreto sei durch einen Orkan zerstört worden- nur wenige Gebäude feien stehen geblieben- der Verlust an Menschenleben sei groß. — Nach einer Meldung deffelben Blattes aus Lima ist Präsident Pterola am Fieber erkrankt- sein Zustand ist ernst. Depeschen bei ®urctn .Herold." München, 17. November. Heute Vormittag stürzte in einer Brauerei in der JSmanningerstraße ein Kellergewölbe ein, wobei 17 Arbeiter verschüttet wurden. Bisher find 13 Schwerverletzte auS den Trümmern hervorgezogen. Wien, 17. November. Die Thronrede, welche heute anläßlich der Eröffnung der Delegationen gehalten worden ist, bezeichnet die politische Situation Europa- Dank der Einwüthigkett der Großmächte, welchen e« gelungen ist, den griechisch.türkischen Coofltct zu localtfiren, al« äußerst srted- lich. Die Aufgabe der Großmächte sei e« nun, zur Regelung der Kretafrage zu schreiten und der Insel unter der Suze- räuität de« Sultan« weitgehendste Autonomie zu gewähren. Die Thronrede bezeichnet sodann die Beziehungen Oesterreich« Ungarn« zu allen Machten, namentlich zu Rußland, al« die besten. Nach wie vor bilde da« BundeSverhältniß zu Deutsch- land uud Jtalieu die unverrückbare Basis der österreichisch- ungarischen Politik. Mit warmer Genugthuuug gedenkt bi« Wetteren die Thronrede de« Besuche« Kaiser Wilhelm« in Wien und Budapest, sowie de« römischen König«paare«. Weiter wird constatirt, daß die Krtegsverwaltung trotz der Ergänzungen und Neuanschaffungen den Etat nur mäßig überschritten habe und schließlich, daß die wirthschaftliche Ent- Wickelung Bosnien« und der Herzegowina in befriedigender Weise fortschreite. Wien, 17. November. Die Abendblätter bezeichnen die Thronrede al« eine eminente Friedenskundgebung, welche in ganz Europa mit größter Befriedigung ausgenommen werden dürfte. Besonder« befriedigen dürfte die markige Hervorhebung der freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland, sowie die Worte, in welchen der Kaiser sein persönliche« Ber- hältuiß zu Kaiser Wilhelm erwähnt. Wien, 17. November. Die gestern Abend stattgehabte Versammlung socialistischer Studenten, welcher auch Studenten aller anderen Parteischattirungen beiwohnten, mußte wegen tumultuarischer Scenen zwischen den Zionisten und Soctaltsten aufgelöst werden. Der Saal wurde polizeilich geräumt. Budapest, 17. November. In den Waldungen in der Nähe von HuSzt wüthet seit zwei Tagen ein großer Waldbrand, welcher von Wilddieben gelegt ist. Marseille, 17. November. Infolge fortgesetzter Scandale ist die hiesige große Oper geschlossen worden. Landon, 17. November. An« Buenos-Ahre- wird der „Times" berichtet, daß die Ernte tu den Provinzen von Bneuos-Ayres, Rosarta und Santa Fs durch die in den letzten Tagen aufgetretene Kälte viel gelitten habe. Petersburg, 17. November. Ein furchtbarer Sturm, von der See her wehend, hat eine Ueberschwemmung verursacht, wie fie lange nicht dagewesen ist. Der Stadttheil Petrowski ist total überschwemmt. In den Canälen steht da« Wasser bereit« so hoch, daß e« fich in die Straßen ergießt. Die Bewohner der Kellerbehausungen find in furchtbarer Lage. Sie mußten auf die Straße flüchten. Von der Festung werden ununterbrochen Stgnalschüsse abgefeuert. Madrid, 17. November. Der heutige Mintsterrath wird die Frage der Aufhebung des Belagerungszustände« von Barcelona prüfen. Wien, 18. November. Anläßlich der Einberufung der Delegationen sagte der Kaiser beim Empsange derselben zu Dr. Herold, die namentliche Abstimmung im Abge- ordnetenhause sollte abgeschafft werden. Wien, 18. November. Das Abgeordnetenhaus wählte Kramarcz zum 1. Vicepräfidenteu. — DaS Kaiserpaar empfing gestern den Prinzen und die Prinzesfin Albrecht zu Schaumburg.Lippe, welche auch an der Abendtafel in der Hofburg theilnahmen. Eger, 18. November. Gestern Morgen gegen 7 und 78/i Uhr wurden hier zwei äußerst heftige Erdstöße wahr- genommen. WB. Berlin, 18. November. Die „Köln. Ztg." meldet: Der durch die Kreuzerdivtfion besetzte Hasenort Ktaotschau war vorher durch 6000 Chinesen besetzt, welche fich augenscheinlich ohne Gefecht zurückzogen. Cteeks unfc Stehen, 18. November 1897. ** Schwurgericht. Behuf« Bildung der Spruch liste für die am 6. December 1897 beginnende Sitzungsperiode de« Schwurgericht« wurden gestern folgende Hauptgeschworenen au« der Jahresliste für 1897 auSgeloost: 1. Wil- Helm Bechstein, Friedberg- 2. Joh. Wagner IX., Langgön«- 3. Hermann Reitz, Butzbach- 4. Martin Zehner, Rödgen b. Friedberg- 5. Reinhold Schäfer, Blofeld- 6. Wilhelm Kunkel, Eschenrod- 7. Georg Konrad Emil Jacobi, Rod- heim v. d. H.- 8. Karl Roth IL, Kaichen- 9. Karl Bierau, Friedberg- 10. Jean Dem, Gießen; 11. Richard Wester- nadjer, Ltndheim- 12. Hermann Mettenheimer, Gießen - 13. Karl Wilhelm Bernbeck, Friedberg- 14. Heinrich Wilhelm Jacob Brack, Altenstadt- 15. Georg Geck II., Melbach - 16. Frhr. Moritz v. Leonhardt, Groß-Karben- 17. Adam Peter Pauli, Leihgestern- 18. Georg Philipp Müller, Ober- Hörgern- 19. Emil Ptstor DL, Gießen- 20. Arnold v. Jungen- feld, Gießen- 21. Christoph Leonhard, Okarben- 22. Heinrich Hahn, Hartershausen- 23. Balthaser Häuser L, Steinberg- 24. August Klipftetn, Laubach- 25. Karl Diehl, Münch- Leusel- 26. Heinrich Euler, Ober-Breidenbach - 27. Ludwig Kiesselbach, Butzbach- 28. Johanne« Weil, Münzenberg - 29. Hermann Zorn, Hoch-Wetsel- 30. Heinrich Neeb, Nieder- Ohmen. •• H. Stadttheater. Da« lobenöwerthe Bestreben unserer geschätzten Theaterdirection, immer Nene« und Effektvolle« zu bieten, bestätigte fich wiederum durch die Gewinnung de« Ballet'Ensemble« „Excelsior", welche- gestern Abend zum ersten Male das sehr zahlreich erschienene Publikum durch seine vorgeführten Productioucn entzückte. Die Au-sührnng des theatralischen Tanzes, de« Ballets, ist jetzt viel vollkommener, aber auch schwieriger, als e« in früheren Zetten der Fall war und kann die« durch die an größeren Bühnen inscentrteu Pracht- und prunkvollen Balletaufführnngev, mit welchen pompöse Ausstattungsstücke sich den Beifall der Menge erobern, bestätigt gefunden werden. Der Hauptzweck dieser Tanzkunst, durch stumme Geberden menschliche Em- pfindungen und Leidenschaften künstlerisch darzustellen, sowie der gute Geschmack für da« Schöne und wirklich Anmuthtge in der An-führung choreographischer Erfindung-gabe, leidet zwar sehr oft und verliert fich in Entartung, doch behauptet fich in Deutschland noch eine bessere Richtung, die in Verkörperung vollkommener Grazie unter Zuhilfenahme wirkungsvoller scentscher Ausstattung wahrhaft Künstlerisches zu erreichen und festzuhalteu bestrebt ist. Wa« nun die Leistungen de« Ballet'Ensemble« „Excelfior" betrifft, so schließen wir nn« den lobenden Urtheilen auswärtiger Berichte voll und ganz an. In dem erst gebotenen Balletdivertiffement einer Walzer- Fantasie zeichnete sich besonder« die Solotänzerin Fräulein Kunschmann durch ihren mit allem Reiz und Zauber der Brazte aullgeführten Spitzentav- au». In dem zweiten Tauz- arrangewent, einem Mazurka Ballet, waren e» die mannigfaltig wechselnden Figuren der hübsch in Throlercostümeu tanzenden Paare, welche das Jntereffe fesselten und die Schlußnommer „Leichte Cavallerie" ließ au Eleganz und Schneidigkeit nicht» zu wünschen flbttg; die Husareountform staub Allen entzückend. Vie Darbietungen halten sich tu den Grenzen de« Wohlanständigen und vermeiden jede Uebertretbung. Das Publikum, dem hier Derartige» selteu und uoch seltener in solcher Güte hier geboten wird, bezeugte seinen Dank durch enthusiastischen Beifall. Mit dem Augenschmaus war tu angenehmer Abwechslung ein Jedermann zufriedenstellender Ohrenschmaus verbundea durch die Aufführung der beiden Einacter „Sie muß nach Nauheim" und „Da» Schwert des DamokleS". Der Erstere hat wenig Gutes und ist es nur dem trefflichen Spiel der mit der Wiedergabe dieses getsteSöden „Lustspiels" Betrauten zu danken, daß e» keine Niederlage erlitt. Schade um die Mühe des EinstudtrenS. Herr Liebscher als Baron von Saldern, der Hauptfigur des Ganzen, führte feinen Part tu gewohnt guter Weise aus, und hielt dadurch das Ganze, wird jedoch froh sein, wenn seine Kunst nicht mehr zu solchen Nichtigkeiten gedungen wird. I« zweiten Stück, dem „Schwert des Damokles", das seine Güte und Wirkung schon so oft erprobt, und stets gern gesehen wird, paradtrte Herr Dir. Helm als Buchbiodermetster Kleister und ließ da« HauS von Lachsalven erzittern. Frl. v. Winterst ein war etu patenter Lehrling, die übrigen Rollen befriedigten tu der Wiedergabe. DaS Zusammenspiel war in beiden Stücken recht flott und vervollständigte daS Amüsement des Abends. Zu erwähnen wäre noch die Mufik, diese ließ als Ballet- mufik zu wünschen übrig, stellenweise klangS jahrmarktmäßig. •• Stadtthearer. Au die Dtrectiou des Stadttheaters find schon wiederholt Anfragen ergangen, ob es nicht möglich sei, Classikervorstellungen im Jntereffe der Schüler hiesiger Lehranstalten an SamStageu zu geben. Die« war bisher nicht möglich, da der Letb'sche Saal au SamStageu anderweitig verwendet wird. Äm nächsten SamStag, den 20. er., jedoch veranstaltet, da an diesem Tage der Saal ausnahmsweise frei ist. die Directiou Kruse und Helm eine Aufführung von Lessings „Nathan der Weise", zu welcher Schüler und Schülerinnen der hiesigen Lehranstalten zu ermäßigten Preisen Zutritt haben. Die BilletS find sowohl im Theaterbüreau, alS auch bei Herrn Cha Hier zu haben und zwar zum Preise von 1 Mk. für Sperrsitz und 60 Pfg. für Parquet. Die Hauptrollen find besetzt mit Herrn Liebscher (Nathan), Frl. Marloff (Recha), Herrn Böhm (Tempelherr). * * Gura Coocert am Montag den 22. November, Abends 8 Uhr, im Clubsaal. Welchen Eindruck Gura in Wien gemacht hat. geht am besten auS einer Kritik Rob. HtrschfeldS hervor, er schreibt: Die Ballade, das Wunderwerk der Dichtkunst, welche- Lyrik, Epik und Dramatik so zauberhaft ineinander schlingt, verlangt Meister wie Loewe und Gura, die selbst daS weichste lyrische Empfinden, epische Kraft und die zwingende Gewalt des höchsten dramatischen Ausdruckes besitzen. Wenn Carl Loewe und Eugen Gura nicht den vollendeten künstlerischen ThatbeweiS gegeben hätten, so wäre eS unfaßbar, daß mit den einfachsten Mitteln des Einzel- gelang« und einer naiv zeichnenden Clavierbegleitung die er- habeudste erschütterndste Wirkung des Dramas erreicht werden könnte. ** Der uattoualltberale Beretu hat seine Winterthätigkeit begonnen. Bor 14 Tagen fand die erste Generalversammlung statt, in der der Vorstand gewählt und von de« Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Fuhr, der politische Jahresbericht erstattet wurde. Wie in den letzten Jahren, so werden auch in diesem Winter am zweiten DieoStag jeden MonatS Vortrags- und DtScusfionS-Abende veranstaltet werden. — Am künftigen Samstag wird voraussichtlich Herr Generalsecrrtär Patzig in einer Versammlung sprechen. Ja der gestrigen Sitzung des Borstande- fand die Wahl des engeren Vorstandes statt. ES wurden wiedergewählt die Herren Rechtsanwalt Dr. Fuhr, 1. Vorsitzender, Professor Dr. Wimmenauer, 2. Vorsitzender, Rentner E. Pistor, 1. Schriftführer, Dr. Neßling, 2. Schrift- führer, Bankier L. Rackö, Rechner,- neugewählt Landgericht»- rath Dr. Linkenheld. • • Turnerisches. Aeltere Mitglieder des Turnvereins, die sich an ungezwungenem VereinSturnen betheiligeu wollen, sowie dte Mitglieder der Männerriege machen wir auf dte Anzeige in heutiger Ausgabe nochmals besonder« aufmerksam. * * Etfeubahuperfoualieu. Herr Regierung- - Baumeister Jordan ist vom 8. d. MtS. ab von hier zur Eisenbahn- Maschineu-Jnspection in Mainz abgeorduet. Dem Genannten ist, wie der „M. Aaz." schreibt, die ständige Vertretung deS BorstaudeS der Mainzer Sisenbahn-Maschinen-Jnspectiou übertragen wordeu. • • Die Fleischverforguug der Garuifoueu. Der deutsche Fletscherverbaud hat auf seine Eingabe an daS Kriegs- Minister iu« über Abänderung des SubmissiouSverfahrenS der Fleischlieferungen für die Garnisonen folgenden Bescheid erhallen: Euer Wohlgeboren erwidert daS KriegSwintsterium auf die im Auftrage des Deutschen Fleischer-Verbandes hier- her gerichtete Eingabe vom 19. August daS Nachfolgende er- gebenst: Der Verband geht von falschen Voraussetzungen auS, welche zum Theil schon bei einer Durchsicht der jedem Fleischer zugänglichen Bedingungen über die Fleischlieferuvgen wider- legt worden waren. — Im Einzelnen wird tu dieser Be- ziehung noch Folgendes bemerkt: DaS Verfahren, den Fleischbedarf der Truppen garnisonweise verdingen zu lassen, soll nicht nur in großen, sondern in allen Garnisonen durchgesührt werden. Die Annahme, e« könnte bei einer derartigen Maßnahme dem Staate, bezw. der Militärverwaltung ein vor- theil kaum erwachsen, weil nur größere Geschäfte oder Capttalisteu eine solche Lieserung übernehmen könnten, trifft nicht zu. Nach den LieserungSbedinguugen werden nur Fachleute (Schlächter, Metzger, Fleischermeister) der Garnison oder deren Umgebung zur Bewerbung um dir Lieferung zugelassen. Auch ist für größere Garnisonen die Gruppenbildung kleiner Fachleute bei der Bewerbung um die Lieferung ausdrücklich nachgegeben und durch Festsetzung kurzer Fristen für die Bezahlung deS Gelieferten, sowie durch andere Erleichterungen Fürsorge getroffen, daß zur Ueberuahme einer Lieferung ein hohes Betriebscapital nicht erforderlich ist. Für eine Garnison mit etwa 2000 Meaagrtheilnehmern würde zur Durchführung der Lieferung neben einer Cautiou von etwa 30,000 Mk. ein Capital von höchstens derselben Höhe uöthig sein. Die gemeinsame Fleischverdingung har aber allerdings die Wirkung, daß da» Lieferungsgeschäft tu größern Garnisonen nicht mehr so, wie seither, verzettelt wird, und daß durch die freie Concurrenz auf Grund allgemein bekannter Bedingungen der nach den seitherigen Erfahrungen vielfach zu große Unternehmer-Gewinn auf daS gebührende Maß zurückgeführt wird. Auch wird durch Aufstellung einheitlicher Bestimmungen über die richtige Beschaffenheit des Fleisches die Güte der Lieferungen mehr als seither gewährleistet. DaS neue Verfahren dient daher wesentlich dem Zwecke, das ganze LieferuvgSgeschSft auf eine zuverlässige Grundlage zu stellen. — Die mit demselben in einer großen Anzahl von Garnisonen seither erzielten Erfolge haben den gehegten Erwartungen entsprochen. Wenn dies nicht überall in ganz gleichem Maße der Fall gewesen ist, so darf angenommen werden, daß wegen ungenügender Keuntniß der Lieferungsbedingungen die freie Concurrenz beeinträchtigt worden ist und daß sich die Anschauungen in dieser Beziehung bald klären werden." • • Wetterbericht. Im Nordwesten der britischen Inseln ist heute die bereit» angedeutete Depreffion erschienen. DaS barometrische Maximum ist daher wieder in östlicher Richtung zurückgewichen, hat jedoch über dem Mittelmeergebiet etwa- an Raum gewonnen. Der Himmel ist in Süddeutschland vielfach bedeckt oder nebelig. In der Pfalz wurde gestern Abend Wetterleuchten beobachtet. Die Temperaturen zeigen keine wesentlichen Aenderungen. — voraussichtliche Witterung: Ziemlich milde» Wetter mit wechselnder Bewölkung- stellenweise leichte Niederschläge nicht ausgeschlossen. § AuS dem Kreise AlSfeld, 18. November. Als einer der schlimmsten Feinde unserer nü tz lt ch ste n Vögel gilt die Hauskatze, wenn dieselbe im Felde umherstreicht. Ein wie ungleich viel größerer Feind aber dte M o d e der D a m e n ist, sich mir Vogelbälgen zu schmücken, bezeugte evident der Vortrag de» Herrn Oberschulrath» Dr. Eisenhuth gelegentlich der Hauptversammlung deS Thierschutzvereins für Hessen zu AlSfeld. Diese Verirrung der Mode, Vogelbälge ihrem Zwecke dienstbar zu machen, entstammt eigentlich der Sitte wilder Völker, mit denen unsere Damen gewiß sonst nicht» gemein haben wollen. Welcher Massenmord der Vögel hierbei betrieben wird, ist ganz erstaunlich. Um daS Gefieder der schönsten und kleinsten, Vögel der Kolibris und Paradiesvögel, bei der Tödtung unversehrt zu erhalten, werden dieselben mit Sand geschossen. Aber trotz dieser Vorsicht ist von zehn dieser erlegten Vögel nur einer brauchbar. Leicht ist hieraus zu ermessen, welche Unmenge dieser kleinsten Vögel getödtet wird, um der Nachfrage darnach zu dienen. In der Hauptsache find eS aber unsere allernützlichsteu Zugvögel, unter welchen der Massenmord so gewaltig aufraumt. So bezog in diesem Jahre ein einziges Pariser HauS 400,000 Vogelbälge auS Afrika, ein Londoner Haus au» Indien sogar zwei Millionen, ein anderes HauS 360,000. In Nord- Amerika schätzt man die Zahl der getödteten Vögel auf 60 Millionen. Ein Pariser HauS hat für die kommende Saison 20,000 Bogeldälge in Auftrag gegeben und zwar lauter — Distelfinken. Gegen solche Vertilgung der Vögel nimmt fich der Antheil unserer Hauskatze doch verschwindend klein auS. Allerdings bleibt die Behauptung einer Dame gelegentlich einer Thierschutzversammlung zu Budapest sehr wahr, daß eS gar schwer sei, gegen dte Herzen unserer Damen in Beziehung der Mode zu kämpfen, hoffentlich aber gelingt eS dem im Erstehen begriffenen internationalen Vogelschutz, dem Massenmord unserer Vögel Einhalt zu thun. Wie stark derselbe vorweg in Italien betrieben wird, aber nicht zu Modezwecken, erhellt daraus, daß dort zwei Jäger durch Schießen und Fangen mit Netzen während des Vogelzüge» allein 320 Kilo Schwalben erjagten. In der Umgebung der Stadt Klausenburg und in dieser selbst schätzt man die Zahl der Vögel, die in Käfigen gehalten werden, auf 10,000 Stück. Die Folge davon zeigt sich in einem auffälligen Zurückgehen der Bogelwelt und großer Zunahme des der Lavdwirthschaft nachtheiligen Ungeziefer». Hervorragende National-Oeconomen schätzen den Verlust, welcher Frankreich durch die Vernichtung der Vögel erwächst, auf 60 Millionen FrcS. und den Oester- reichS-UngarnS sogar auf 80 Mill. Gulden. Angesicht» solcher Momente sollte man eS nicht für möglich halten, daß eß noch so viele giebt, die an der Nothwendigkeit der Thier- schutzvereine zweifeln. + Nidda. 18. November. Der gestrige Martini- markt dahier war sehr gut besucht, und der Umsatz sowohl auf dem Schweine- wie auf dem Krämermarkte recht erfreulich. Ferkel wurden bi» 35 Mark da» Paar und Läufer bi» 60 Mark bezahtt. In Rindvieh war dagegen ein höchst geringes Angebot und Nachfragen, theilS wegen der erst kürzlich in der Nähe ftattgesundeuen Märkte, theil» wohl auch wegen der hie und da noch herrschenden Seuche. Auf dem Kcammarkte zeigte fich Nachmittag» Gedränge. Die Geschäftsleute find durchweg mit de« Ergebnisse de» heurigen Markte» zufrieden gewesen. Laubach, 16. November. Da auf nächsten Sonntag da» Todtensest fällt, find die für den Sonntag geplanten Feierlichkeiten de» 2bjährigen Jubiläum» deS hiesigen regierenden Grafen auf Montag den 22. d. Mt»., Abend», festgesetzt. Nach de« Schlosse, woselbst Musik- und Gesaug»vorträge stattfinden werden, wird fich ein größerer Fackel, und Lampionzug bewegen. Die eigentliche Festver- ammlung, zu der man eine Abt Heilung der 116. Infanterie- RegimentSmufik engagirt hat, wird im „Solmser Hof" fein; für dieselbe hat Herr Pfarrer Nebel die Festrede übernommen: Die Schüler der oberen Klaffen de» Gyamaüm»» werden fich zu einer geselligen Bereinigung i« Cafinosaale zusammen- finden, woselbst der Laubacher Mufikoerein concertiren wird. Wünschen wir sür den Festabend beste» Festwetter. B» der Bergstraße, 15. November. Ein Arzt au» einem Städtchen unserer Gegend kehrte dieser Tage gegen Abend mit seinem Fahrrade auS einem benachbarten Dorfe nach Hause. Unterwegs begegneten ihm drei Arbeiter, die ihre Stöcke dem ruhig dahinfah.enden Manne ins Rad steckten, so daß er zu Falle kam. Glücklicherweise zog er sich keine ernsten Verletzungen zu. Er machte fich daran, seine Maschine wieder in den Stand zu setzen, al» einer der rohen Gesellen zurückkehrte, um seinen Stock zu holen. Der Arzt ließ ihn ruhig herankommen, packte ihn mit kräftiger Hand und prügelte ihn mit dem Stocke weidlich durch. Der zweite, der zur Hülfe herbeieitte, bekam eine gleiche Lection. Da unterdessen Leute nahten, ergriffen die drei Burschen die Flucht. Nun bestieg der Angegriffene sein Rad und setzte seine Fahrt wieder fort. Kaum «ar er zu Hause, al» die Schelle gezogen wurde, und zwei Burschen die Hilfe de» Arzte» begehrten. Sie gaben an, unterweg» angefallen worden zu sein. Lächelnd gewährte er ihnen seinen Beistand, und konnte hierbei constatiren, daß die verabfolgte Lection eine sehr gründliche gewesen war. A Mainz. 17. November. Die Verkehrsstörungen in dem Bezirk der vormaligen Hessischen Ludwig»bahu haben immer noch nicht nachgelassen und unaufhörlich find die Blätter voller Klagen über die großen Verspätungen der Personenzüge wie über die mangelhafte Beförderung der Güter. Seit durch bei außerordentlich niederen Wasserstand de» Rhein» die Schifffahrt so sehr behindert ist, haben die letzteren Klagen noch «ehr zugenowmen und von Neuem |i einem Sturm auf die Verwaltung Veranlassung gegeben. Gin hiesige» Localblatt schlägt al» Mittel zur Abhülse der Zustände boshaft vor, die ganze gegenwärtige Verwaltung zu suspendiren und die frühere Ludwigsbaha zur Hilfe herbet- zuruftn.______________________________________________ Die Granulöse. Von Dr. med. F. Stauoac. (Nachdruck verboten). KO. In den Ostseeprovinzen herrscht wieder einmal die Granulöse epidemisch, eine Augenkrankheit, die uns, wie so viele höchst unangenehme Krankheiten, der Orient gebracht hat. Diese Augenentzündung trat in den europäischen Heeren zuerst in den Armeen Napoleons I. auf, als dieselben 1798 in Egypten gelandet waren. Ebenso erging es der englischen Armee, die bei Akubir landete. Von daher datirt auch der Name „ägyptische Augenkrankheit" (ophtalmia aegyptica). Auch der Name militärische Augenkrankheit wurde vtel gebraucht. Der Gelehrte nannte sie Conjunctivitis granulöse oder kurz Granulöse. Es ist, wie der Name conjunctiva schon sagt, eine Entzündung der Bindehaut Dte beiden genannten Heere übertrugen die Krankheiten später auf alle europäischen Armeen, mit denen sie in Berührung kamen. Sie richtete große Verheerungen an, indem sie die Befallenen nicht nur augenblicklich dienstuntauglich machte, sondern auch bei vielen Soldaten zu bleibender Erblindung führte. Im Heere Napoleons sollen damals an die dreißiqtausend Mann von der Krankheit befallen worden sein. Dieser Umstand führte zu der Annahme, daß die Ansteckung nicht nur direct durch den sich bildenden eitrigen Ausfluß, sondern auch durch Luft übertragbar wäre. Die moderne Wissenschaft hat auch hier den Pilz entdeckt, der die Ansteckung bewirkt, und möglich ist es immerhin, daß derselbe in getrocknetem Zustande ich der Luft mittheüt und so ansteckend wird. Die gewöhn iche Ansteckung aber erfolgt durch den gemeinsamen Gebrauch von Geräthschaften, besonders von Handtüchern, Kopiktssen, Taschentüchern, Waschgefäßen u. s. w. Die Krankheit hat, wie alle Epidemien, ihre guten wie bösen Jahre. Sie ergreift manchmal nur die Augenlider, oft aber auch die ganze Bindehaut. Sie kennzeichnet sich dadurch, daß auf der inneren Oberfläche der Lider rothe Körnchen Granulationen) sich entwickeln, welche das Aussehen von Fischrogen oder Fischlaich haben. Sie sehen bald gelblich ;ald grau aus und sind sehr zahlreich, wenn sie klein, minder zahlreich, wenn sie größer sind. Man findet diese Körner vorherrschend in den Vertiefungen, wo sich die Bindehaut )cr beiden Augenlider über den Augapfel umschlägt. Gleichzeitig mit diesen leicht erkennbaren Körnern bildet sich der gefährliche, ansteckende, schleimigeitrige Ausfluß, der sofort ansteckend wirkt, wenn von ihm auch nur eine Spur einem anderen gesunden Auge zugefüdrt wird. So kann ein an Granulöse leidender Mensch seine ganze Familie, das ganze Haus, ja selbst die ganze Stadt anstecken. In Kasernen, Krankenhäusern und Schulen ist sie daher eine sehr gelürch- ete Erscheinung. Gewöhnlich ist der Verlauf der Krankheit ein schleichender und dann weniger gefährlich in jeder Hin- rcht. Sie kann aber auch mit solcher Heftigkeit und Bö»- artigkeit auftreten, daß sie binnen 24—48 Stunden das Auge zerstört. Zu solchen schlimmen Formen tragen gewöhn- ich ungünstige Witterung, schlechte Bodenbeschaffenheit, chlechte Nahrung, große Unreinlichkeit, Anhäufung vieler Menschen, wie in Kriegslagern u d Hospitälern, bei. Die milde Form, die langsam, schleichend auftritt, unter- cheidet sich wenig von einer einfachen Augenentzündung, Anfangs wenigstens; man achtet daher nicht besonders darauf und versäumt es, rechtzeitig den Arzt zu rufen. Bei der müden Form fühlen die Augen eine gesteigert» Wärme und bald darauf auch Trockenheit. Es entsteht dann jene brennende Empfindung, als ob Sand in die Augen geflogen fei. Die Augen werden empündlich gegen Licht und ermüden leicht. Der Blick wird trübe und es tritt Thronen- luß ein. Morgens nach dem Aufstehen erscheint meist die weiße Oberfläche des Augapfels geröthet, oft mit emem feinen Gefäßnctz überzogen. Dann befindet sich auch der gefährliche Schleim zwischen den Lidern, auch ist die Empfind- li-keit c „aschen List PP n Camper ftchch tritt, in der Luqap! halb Nl aut del die (uiBtü 6 fitiet £ vernichte! So! und nad man nid denn in mit Höll auch da hell in aus, so Neben i eine uni einer re Vetter barleit ferner d Stets al Römer zu denken Dai heißt, da! Rrankheit Ai einen in einen gu hat und An Bureau t Gi Tn 1898,91 ficht btt 5 M Der W vom Mmten । ®iml 1898/9$ meistern d Ober ** neu Markt 6 UnnUertroffen «ark.„Pfeilring- _g-J&'ln den Apotheken WWW und Drogerien. 60 Pf., in Tuben ä 40 u. 80 Pf. Marke Pfellrlnofl In Dosen ä 10,20 u. 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Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. lichkert gegen das Licht noch größer. Nach gründlichem Auswaschen der Augen und einem Gang in die frische, freie mS ?^e6en diese Erscheinungen wieder zurückzutreten, man fühlt keine Beschwerden, man vergißt da» Leiden ganz, bis Vie Erscheinungen Abends wieder kommen, besonders bei Lampenlicht und in heißer Stube. So kann es wochenlang fortgehen, bevor eine neue, unangenehme Erscheinung hinzutritt. Aber die Körner treten doch eines Tages auf, zunächst in der Falte, wo die Bindehaut der Lider sich nach dem Augapfel umschlägt, dann auf dem unteren Augenlide, inner- halb natürlich, dann schließlich im schlimmsten Stadium auch auf der Bindehaut des Augapfels. Läßt man den Zustand aus Gleichgiltigkeit, Unkenntniß oder falscher Scheu ruhig fortschreiten, so wachsen die Kör- ner immer mehr, sie werden so groß und zahlreich, daß sie die Lider vom Augapfel abdrängen, über die Lidränder nach außen hcroortreten und eine sagograue Farbe annehmen. Dieser Zustand ist hochgefährlich, und das Auge kann leicht vernichtet werden, wenn nun die Eiterbildung eintritt. Sobald also eine Augenentzündung sich bemerkbar macht und nach kurzer Zeit nicht von selbst verschwindet, versäume man nicht, eine ärztliche Untersuchung vornehmen zu lasten, denn in der ersten Zeit ist die Krankheit leicht durch Netzen mit Höllensteinlösung zu heilen, während in späterem Stadium auch der geschickteste Arzt oft machtlos ist. Bricht die Krank- heit in Schulen, Pensionen Kranken- und Waisenhäusern rc. aus, so sind sofort die Gesunden von den Kranken zu trennen. Neben der richtigen ärztlichen Behandlung bleibt es immer eine unerläßliche Bedingung der Heilung, daß man sich in einer reinen, gut gelüfteten Wohnung befindet, bei gutem Wetter sich im Freien bewegt, weil dadurch die große Reizbarkeit der Augen gemildert wird. Dieselbe lindert man ferner durch Umschläge von auf Eis gekühlten Compresten. Stets aber wird der Arzt durch Touchiren die vorhandenen Körner beseitigen müssen, früher ist an eine Heilung nicht zu denken. Das beste Mittel ist auch hier die Prophylaxis, das heißt, das Vermeiden, das Verhüten der Krankheit. Da die Krankheit sich fast nur durch directe Übertragung forpflanzt, Eingesandt. Gießen, den 19. November 1897. Zur «aalbaufrage. Die Herren Einsender, die in den jüngsten Tagen in Ihrem geschätzten Blatt die Saalbaufrage berührt haben, haben sich damit ♦ vudernS'sche «tsenwerke, Wetzlar. Wie bekannt, find die beiden Hochöfen der dieser Gesellschaft gehörenden, tn Wetzlar gelegenen Sophienhütte in diesem Jahre umgebaut worden. Der eine in größeren Maßen neu errichtete Ofen konnte Ende September dieses Jahres angeblasen werden, der Ofengang und die Betrtebsergebniffe entsprechen bisher vollständig den gehegten Erwartungen, insbesondere ist auch hervorzuheben, daß dar erzeugte QualitätS'Gießerei-Roheisen von der Kundschaft sehr gelobt wird. Der zweite neu zu- gestellte Ofen wurde vor einigen Tagen dem Betrieb übergeben. Es stehen nun sämmtliche Hochöfen mit Ausnahme eines ErsatzofenS im Feuer mit einer gesammten TageS- erzeugung von 360 Tonnen, welche einer Jahresherstellung von rund 131000 Tonnen entspricht. Mit den hier er- wähnten Anlagen find die umfangreichen Umbauten auf den Hütten in der Hauptsache vollendet. Erwähnt sei noch, daß die neue 5,2 Kilometer lange Seilbahn, welche die zur Zett bedeutendste Grube der Gesellschaft, Amanda bet Nauborn, mit der Sophienhütte verbindet, seit Mai dieses Jahres im Betrieb steht und sich gut bewährt. Deutscher Hof empfiehlt für die Herren ©tubirenben guten bürgerlichen Mittagstisch von 60 Pfg. in unb außer Gottesdienst in der Synagoge. SamStag den 20. November 1897. Vorabend 41» Uhr, Morgens 9 Uhr Celebrierung dee StbrrriStageSfeiar Ihrer König!. Hoheiten des Orotzherzog» und der «roßherzogiu. Nachmittags 3 Ubr, SabbathauSgang o20 Uhr. SotteSdimft der israelitischen Religiousgesellschafi. Sabbathfeier am 20. November. Freitag Abend 4" Uhr, SamStag Vormittag 890 Ubr Predigt- Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgong Uhr. Nachmittag 2« Uhr SchrtfterklLrnng Bahnhofstr. 60. Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 4" Uhr Löwen-Drogerie Inh.: W Kilblnger — Seltersweg Nr. 52 — empfiehlt: Feinsten neuen Medicinal- Soeben wieder einen ächten Emmenihaler Schweizerkäse in Schnitt genommen. (Die Waare ist wunderschön.) 10643 1W* Große Auswahl in frischen Fischen und Geflügel bei «. G. Ktrinhen«. UeWnch-Biber empfehlen billigst C.Böhr&Co Echt nmerik. Dtthchr sogenannt Quäker Oats lose, vorzügliche Haferspeise, per Pfb. 27 Pfg., empfiehlt Bekanntmachung, betreffend: Die Löber'sche Stiftung. Aus obiger Stiftung ist eine Pfründe von 260 Mk. jährlich an einen in Gießen geborenen, verwittweten Handwerker zu vergeben, welcher einen guten Ruf besitzt, fortwährend einen gesitteten Lebenswandel geführt hat und wahrhaft dürftig fein muß. Anmeldungen werden von heute an binnen 14 Tagen auf dem Bureau des Armenamts entgegengenommen. Gießen, den 16. November 1897. htaS"**». •K',ö Ätft H, «ii bk tau1 "W* »«abhlBte takljlbaju habet MMrllch flnl lk 1 Mfameo bn te Btstrdttllvg du nleb«tn Vchrstmb iubert ifi, ljabtn bk unb ton Nm« zr !ranlaflun0 gegeben, tel zur Abhülse ber ito5rtige Lerivsltllog >°h° M W Habel- ♦ Heute frische Schellfische Cabliau, Rothzungen, Schollen, ff. Flußhechte eingetroffen bei 4551 J. M. Schulhof. wieder neu eingetroffen. 10638 ein unzweifelhaftes Verdienst erworben. In ber Tbat ist es dringend nothwendig, daß in dieser Angelegenheit ein ernstes Wort gesprochen wild. Jedermann weiß, daß der Clubsaat fich als vollkommen unzureichend erweist. Man vergegenwältige sich, daß die Stadt innerhalb der letzten 50 Jahre sich um das Dreifache vergrößert Hst, daß ein Local, das vor einem halben Jahrhundert zweckdienlich und groß genug erschien, heute eine Menschenmenge fassen soll, die dem Be-Hällniß der dreimal vermehrten Einwohnerzahl entspricht. Wir sind in der Saalbausrage Pessimisten, und glauben nicht, daß in den nächsten Jahren etwas darin geschieht. So viel aber ist sicher, wenn die Behörde in Gießen gegen die Ausführungen im Clubsaal wegen der damit verbundenen Gefahren nicht einschreitet, so wird der höhere Instanzenweg darin zu begehen sein. Man winde doch nicht ein, daß im Fall einer FeuerSgrfahr das Publikum durch die Fenster des Erdgeschosses schnell entkommerr werde. Die Erfahrung lehrt, daß hn gefahrdrohenden Auger blick Alles den bekannten AuSgängen zuströmt. Wie die Dinge im Clubsaal liegen, würden bei einer Katastrophe die Tobten nach Hunderten zu zählen sein. Es war vielleicht etwas hart, Gießen einen „Kräh- w'vkel zu nennen. So lange aber eine Stadt von nahezu 24000 Einwohnern nicht einmal über ein Local verfügt, in das man sich ohne Sorgen um Leib und Leben zu einem Concert ober Theatergenuß begeben kann, muß die „Provinzialhauptstadt" allerdings darauf Verzicht leisten, unter den Mittelstädten ebenbürtig zu rangiren, die sich, wohin man blicken mag, längst einen würdigen Saalbau geschaffen haben. T. iac. Nßchdruck verboten). |t wieder einmal:• iit, die uns, wie1; : Orient gebracht Hal. europäischen Heere« , als dieselben 1798 ging es der englische« aher datirt auch der italmia aegyptica). fyit wurde viel ge> nctivitis granulös» flamt conjunctiva laut. Die teiben ;n später auf alle Berührung tarn, r sie die BesaÜrnen Mr, sondern auch .ndung führte. > mWausend Mann n. Diesn Umstand kung nicht nur biitd l, sondern auch bwi Wissenschaft hat g bewirkt, und r letrocknetem Zusi-^ wird. Die M emeinfamen Gebm dtüchern, KopikiM Die Krankheit (en Jahre. Sie «• aber auch die ganjt Ach, daß aus der l0U)e Körnchen ,e das »schen bald gelblich n,n findet diese 9& el umschl^- * °5uMcr * -"'S'*' gesürch efÄ» i * it, AV stes "iS*«"' zu gestrig^ othel- 0,L auch du i aM ” Bekanntmachung. Der Boraufchlag der Gemeinde Oberbeffingeu pro 1898/99 liegt vom 22. lfb. Mts. an acht Tage lang auf ber Bürger- meifieret dahier zur EWcht offen. . Oberbessingen, am 17. November 1897.] 'fUWW10624 Großh. Bürgermeisterei Oberbessingen. Kühn. Schrffsnachrichten. Der Dampfer „Pennsylvania" der „Red Star Line" tn Antwerpen ist laut Telegramm am 16. November wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Der Postdampfer „Kensington" der „Red Star Line' in Antwerpen ist laut Telegramm am 17. November wohlbehalten in New York angekommev. C. Röhr & Co., Giessen. Specialität: Rinderbetten u. Erstlings- S wasche. § Illustr. Catal. grat. n. fco. Äug. Montanus Nachf., Inh.: R. & M. Bekanntmachung. Der Boraufchlag der Gemeinde Climbach für 1898/99 liegt vom 19. November b. I. an acht Tage lang zur Einsicht ber In- tereffenten auf bem hiesigen Bürgermeisterei-Bureau offen. M Climbach, ben 17. November 1897. 10630 Großh. Bürgermeisterei Climbach. Stein. Bekanntmachung. Der Boraufchlag der Gemeinde Rüddiugshaufeu für 1898/99 liegt vom 19. November b. I. an acht Tage lang zur Einsicht ber Interessenten auf bem hiesigen Bürgermeisterei-Bureau offen. Rüdbingshausen, ben 17. November 1897. 10625 Großh. Bürgermeisterei Rübdingshausen. f 5 Braun. ZnmTodtenfefte empfehle alle Sotten Kränze, sowie die braunrothen präparirten Blätter^ kränze, monatelang haltbar, unb alle Sorten Wachsrofeu u. Wachs- blumeu billigst. 10605 Friedrich Georg, Blumengeschäft. — SelterSweg 41. Frisch geschossene Susen, sowie Rehe im Ausschnitt, empfiehlt 10642 ZSrb Wwe., MäuSburg 9. 8ür ml.. «Inder flieht Dr. Oeiker'S ^udding-Z»utver 4 10, 15, 20 Pfg. eine delicate, gesunde, nahrhafte Speise 1 9422 Gebr. 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