*• Stitbitiget I» i ttttni $weg Nr. 52 empfiehlt: !r Art, mit: ' '«'BfeetiwlMto :n und in Streubüchse, ib Lysol, '°s-MssiM reo, I, Creolm-rche t ferner. lezieier-Ver- tilgungsmillei wie: Mottevtabletteu, stier, Motteotioc chhtaliv, Josectei- Ameiseopolvek, 'apolver, aMattiaofe,Gl«i- -D-e, Raupen ic :tut Mn widtnb), , ^llegevlem, stier, ad Raltea.Cochct rc. re. 54M M ^W^Cass[l^ - •• SsS|** itt& Förderer ■.eHusen-CgseL_ ßauOgc. - Mches HzS M«L!L S»S" en Sä,7??er t «**■?( 5IS er $N 'Xfoutt 0. krMallMs Nr. 141 Erstes Blatt Samstag den 19. Ium 1S97 Der Oir-ener Anzeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme de« Montags. Die Gießener AamtltenvlLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. vierteljähriger AöoancmeutspreiL r 2 Mark 20 Pfg. ntt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchulSraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzeir. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage; Gießener Aamitienblätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« i Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgey*. Abonnements^Emladung. Zum Bezug des „Gietzener Anzeige^ für MS 3. Vierteljahr 1897 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Lmrsenden. Unterstütztdurch an allen Orten der Provinz Oberhe>sen ansässig e Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen Wirb den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberheffen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- lverthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Thell werden lassen, daneben aber auch bi-e Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie M den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Ar- tikän ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Famllien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu Feuilletsn. Sopfschuppen als Ursache von Haarschwund. Von Dr. Hans Froehlich. (Nachdruck verboten.) Die Schuppen oder Schinnen des HaarbodenS bilden eine KrankhettSerscheinung, die von den jungen Männern aller Gesellschaftsklassen wohl am meisten verwünscht, die aber tu ihren Folgen doch fast stets unterschätzt und daher vernach. läifigt wird. Zuerst wird man auf die Abschilferung der kleienartigen Schuppen von der Haut deS Haarbodens meist dadurch aufmerksam, daß fie Kragen und Schultern, namentlich von dunkelfarbiger Kleidung, in unliebsamer Weise verunzieren. Besonders nach dem Kämmen und Bürsten des Haares ist bet Rock jedesmal mit unzähligen Schinnen besät. Diese Erscheinung beginnt in der Regel im 15. bis 20. Lebens« jahre, um, wenn nichts dagegen gethau wird, erst aufzuhören, sobald eine Glatze zum Vorschein kommt. Aber nur die Wenigsten find sich von Anfang an dieser unangenehmen Folgen bewußt. Selbst wenn die Menge der Schüppchen nßt den Jahren zuntmmt, pflegen fie nur wegen ihrer störenden 8-runretnigung von Haar und Rockkragen als unangenehm rmpfunden zu werden und lange nicht diejenige Aufmerksamkeit mf fich zu ziehen, die man ihnen schenken würde, wenn mau allgemein wüßte, daß fie die Hauptursache des vorzeitigen hrarschwundeS find. Mit dem reichlichen Schuppeuausfall ist auch meist ein sehr lästiges Jucken verbunden, welches nervöse Personen nach ihrer eigenen Aussage „ganz rasend" machen kann. AuS btiefem Grunde wenden sie sich dann an ihren Letbfriseur, der ihoren als unfehlbares Mittel Franzbranntwein, Eau de Qnimine u. dergl. empfiehlt. Wohl vermögen diese Mittel Sftiers eine vorübergehende Befferung zu bewirken, indem borch die damit verbundene Waschung und Reinigung deS HwarbodenS die gerade vorhandenen Schuppen gelöst und wlfernt werden und es einige Tage dauert, bis sich wieder ce:ae in größerer, auffälliger Weise gebildet haben. Aber Hafer Bortheil ist doch nur ein schnell vorübergehender. Bald wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Juli den Anzeiger kostenfrei zu- gestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lasten, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda). Bekanntmachung, betreffend: Maul« und Klauenseuche zu Garbenteich. Nachdem die zu Garbenteich ausgebrochene Maul- und Klauenseuche wieder erloschen ist, werden die verfügten Sperrmaßregeln hiermit aufgehoben. Gießen, den 18. Juni 1897. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen. v. Gag ern. Deutsches Reich. Darmstadt, 17. Junt. Mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit deS Großherzogs wird hiermit im Elnverständniß mit dem Großherzoglichen Ministerium der Finanzen und dem Königlich preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten, unter Bezugnahme auf dir Vorschrift unter II in der Bekanntmachung vom 15. October 1892 (Regierungsblatt I Sette 173) und auf Grund des § 155, Absatz 3, der Gewerbeordnung in der Faffuug des Art. 8 des RetchSgesetzeS vom 1. Junt 1891 (RetchSgesetzbl. S. 289), Folgendes bestimmt: Die Obliegenheiten und Befugnisse der Polizeibehörden, der unteren und der höheren Verwaltungsbehörden werden für die im Großherzogthum befind- fallen wieder beim Kämmen die Schuppen in zahlloser Menge wie Schneeflocken vom Kopfe herab und das lästige Jucken beginnt von Neuem. Ebenso wie die Schuppenbildung selbst geht auch der dadurch verursachte Haarausfall ganz allmälig vor sich. Mancher merkt zwar sehr bald, daß ihm beim Kämmen weit mehr Haare auögehen als früher. Aber in der Jugendzeit ist eben, wie jeder Körperteil, so auch der Haarboden viel regenerationsfähiger,- an Stelle eines ausgefallenen Haares wächst bald wieder ein anderes und nur selten zeigt fich vor dem 25. Lebensjahre ein sichtbarer Haarschwund. Sobald man aber in die Dreißiger kommt, wird die- ander-. Jede- unter Einwirkung der Schinnen zum Ausfall gebrachte Haar wird durch ein viel dünneres und zarteres ersetzt, erreicht nicht mehr die natürliche Länge und ist von kürzerer Lebensdauer. Die Productivität de- erkrankten HaarbodenS erschöpft sich eben vorzeitig schnell. Die Haare fühlen sich dünner, weicher, zarter, auch wohl trockener au und können bet nur mäßigem Ziehen zum Theile auSgeriffen werden, was sonst nicht der Fall sein darf. Schließlich verödet der Haarbalg von vielen Haaren gänzlich und unwiderruflich, die Frisur wird immer durchscheinender, dann durchsichtig, und endlich geht ein tadelloser Vollmond auf. Da helfen dann, wie wohl Viele schon an sich selbst erfahren haben, die Mittel der Friseurladen- trotz ihrer Unfehlbarkeit und ihres theuren Preises gar nicht mehr. Auch das vielfach empfohlene Bearbeiten des Kopfes mit Staubkamm und Stahlbürste thut oft mehr Schaden als Nutzen. Durch die Schuppenbildung ist nämlich die Kopfhaut schon von vornherein krankhaft asfiziert und wird oft auch noch verwundet durch da- Kratzen beim Jucken. Dies beweisen die kleinen, von Bluttröpfchen herrühreuden Krusten, welche fich auf einer schuppigen Kopfhaut gar nicht so selten vor- fiuden. Tritt dazu noch eine Bearbeitung mit spitzigen Staubkämmen und Stahlbürsten, so wird natürlich die Entzündbarkeit bedeutend vermehrt und ein entschieden ungünstiger Einfluß auSgeübt. Bet der Ursache und Entstehung der Schuppen scheinen nach den neuesten Untersuchungen der Professoren Unna und ltcheu unter die Gewerbeordnung fallenden Betriebe (Werkstätteu u. s. w.) der durch den StaatSvertrag vom 23. Junt 1896 begründeteu Hesfisch-Preußischea Eisenbahn-GemetnschaftSverwaltung auf die Eise»- bahndtrecttouen (z. Zt. Mainz und Frankfurt) übertragen. Die in der genannten Bekanntmachung vom 15. October 1892 der Direktion der Main-Neckar- Eisenbahn übertragenen Obliegeuheiteu und Befugnisse bleiben unberührt. Darmstadt, 12. Juni 1897. GroßherzogltcheS Ministerium deS Innern. Finger. Dr. Wagner. Wolff» telegraphisches Correlpondenz-Bureau. Leipzig, 17.Juni. Das Strikecomite der Maurer hat bis jetzt über 2700 Strtkekarten ausgegeben. Im Ganzen dürfte man mit etwas über 3000 Ausständigen zu rechnen haben. 21 Meister mit 383 Gehilfen haben die Forderungen bewilligt. 300 Maurer arbeiten zu den alten Lohnsätzen weiter, 200 find abgeretst. DaS Gewerbegericht hat bereits gestern Abend durch ein Schreiben au die Arbeitgeber und Arbeitnehmer seine Bereitwilligkeit ausgedrückt, eine Beilegung des StrtkeS zu bewirken. Der Bauunternehmer- Verband lehnte jedoch in seiner heutigen Sitzung das Anerbieten des Leipziger Gewerbegerichts, als EiotgungSamt bei dem Ausstande der Maurer thätig zu werden, ab. Zugleich wurde der frühere Beschluß, den Mtndestlohn von 45 auf 48 Pfg. zu erhöhen, zurückgezogen, da er keine Anerkennung Seitens der Arbeitnehmer fand. Bern, 17. Juni. Die Commisfion deS Ständerath- für die EisenbahurückkaufS-Vorlage beantragt die Aufnahme folgenden Artikels in das Rückkaufs-Gesetz: Der Bund al- Rechtsnachfolger der Jura-Simplonbahn verpflichtet fich zur Ausführung der durch den Bundesbeschluß vom Jahre 1873 ertheilten Concesfion für den Bau einer Stwplovbahn und der italienischen Concesfion vom Jahre 1896 für deu Bau und den Betrieb einer Eisenbahn durch den Stmplou von der schweizerisch-italienischen Grenze bis Jselle, sofern die in dem schweizerisch-italienischen Staatsvertrag vom 25. November 1895 ausbedungenen Subventionen geleistet werden. van Hoorn mehrere Arten von Pilzen eine hervorragende Rolle zu spielen. An der Wetterverbreitung des Uebels find wohl auch die Friseurläden betheiligt, wofür diesen allerdings kaum ein Vorwurf gemacht werden kann. Denn da zu den besonders besuchten Tageszeiten bet den Friseuren meist ein Kunde den andern drängt, so ist es ganz unmöglich, jedeSmal eine durchgreifende Reinigung und Desiufection der Kämme und Bürsten vorzunehwen. Um fich nun gegen diese Art der Ansteckung zu schützen, wöge man eS wie die Damen machen, und fich nur mit eigenem Kammzeug frisieren lassen. Die Damen, welche öffentliche Frifiercabinette viel seltener aufsuchen, sondern fich meist im Hause mit eigenen Kämme« und Bürsten frisieren taffen, leiden in der That weit weniger au Kopfschuppen. Wer eS aber nicht vermeiden kann, den Friseur zum Haarschueiden in seinen Geschäftsräumen aufzusuchen, der thut wohl daran, eine Tageszeit zu wählen, wo seltener Besucher anwesend find, z. B. Nachmittags. Dann kann vorher eine gründliche Reinigung vorgenommen werden, die durch ein Trinkgeld entschieden noch gründlicher wird. Nach dem Haarschneiden aber möge mau jedenfalls sofort zu Hause eine sehr eingehende Seifenwaschung deS KopfeS vornehmen. Auch in den einzelnen Familien sollte jedes einzelne Mitglied, vom kleinen Kinde an, sein eigenes Kammzeug haben. Zur Beseitigung schon vorhandener Kopfschuppen ist natürlich die peinlichste Sauberkeit und Reinlichkeit nöthtg. Zunächst wird Abends der ganze Kopf mit einer Theerseife eingeschäumt und mehrere Minuten lang die Kopfhaut tüchtig damit gewaschen. Die- läßt man eintrocknen und am andern Morgen spült man die Seife mit lauem, oft erneutem Wasser reichlich ab und trocknet die Haare gut mit einem weiche« Handtuch. Wenn dabei durch daö Reiben und Abtrockneu in der ersten Zeit mehr Haare auSgehen als gewöhnlich, so schadet da- nichts, denn eß find dies nur die nicht mehr wurzelfesten. Ist da- Haar ganz trocken, so entfernt mcut die noch vorhandenen lockeren Schuppen durch längeres Bürsten mit einer kräftigen Bürste, aber nicht mit eine« Staubkamme. Zum Kämmen bediene man fich nur der wetten Seite eines weichen, rothen GummikammeS. Nun Loudon, 17. Juni. Das Unterhaus nahm einen Antrag Balfour an, daß daS Hau» am nächsten Sonntag dem aus Anlaß des Jubiläums der Königin in der St. Margarets - Kirche zu veranstaltenden Dankgottesdienst in corpore beiwohnen möge. William Redmond protestirte gegen den Antrag und bemerkte, die Iren könnten sich an der Feier nicht betheiligen. Depefchen de« Bureau .Herold." Berlin, 17. Juni. Der Kaiser empfing heute Vormittag den Staatssecretär o. Bötticher und hierauf den Prinzen Albrecht von Preußen mit dem zu den Jubiläumsfeierlichkeiten nach England gehenden Gefolge und der Abordnung de« 1. Garde-Dragoner-Regiments Königin Victoria von England. Berlin, 17. Juni. Wie der „Reichsanzeiger" nunmehr amtlich meldet, ist Admiral Hollmann in Genehmigung feines Abschiedsgesuches von der Stellung als Staatssekretär des Reichsmarineamts entbunden und Contreadmiral Tirpitz zum Staatssekretär des ReichSmarineamtS ernannt worden. Die „Nordd. Allg. Ztg." theilt ergänzend mit, daß Staatssekretär Hollmann mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt ist und auch ferner ä la suite des SeeosfiziercorpS in den Listen der Marine zu führen ist. Berlin, 17. Juni. Anfang nächster Woche kehrt Major v. Wißmann nach Berlin zurück und unternimmt dann mit Dr. Bumiller die geplante sibirische Reise bis zum Baikalsee. Berlin, 17. Juni. Der neuernannte Staatssekretär Tirpitz hat der „Post" zufolge heute Mittag die Geschäfte seines Refforts übernommen. Er ließ sich gegen 12 Uhr die Vorstände der verschiedenen Decernate des ReichSmarineamtS sowie die zu demselben commaudirteu Seeoffiziere und die höheren Beamten der Marineverwaltung vorstellen. Bei dieser Gelegenheit wurde zuerst amtlich bekannt, daß die EabtnetSordre, durch die der Wechsel stattgefunden hat, vom 15. d. Mts. datirt ist. In einigen Tagen beabsichtigt der neuernannte Staatssekretär einen Erholungsurlaub von etwa zwei Monaten anzutreten, während welcher Zeit er die Geschäfte von seinem jeweiligen Aufenthaltsorte ans leiten wird. Für die Zeit der Abwesenheit des Staatssekretärs von Berlin ist der Direktor des Marinedepartements, Contre-Admiral Büchsel, zur Vertretung des abwesenden Staatssekretärs ernannt. Erst Anfang September wird der Staatssekretär Tirpitz seinen ständigen Wohnsitz in Berlin nehmen. Berlin, 17. Juni. Der bisherige Vorstand der nautischen Abtheilung des ReichSmarineamtS, Contreadmiral Plüdbemann, ist zur Disposition gestellt. Ein Nachfolger für ihn ist, der „Poft" zufolge, noch nicht ernannt. Berlin, 17. Juni. Der „Boss. Ztg." geht die Meldung zu, daß der Kaiser daS Entlassungsgesuch de» Präsidenten des R^ichSverficherungSamtS, Dr. Bödtker, genehmigt hat. Als Nachfolger kommt in erster Linie Geh. Ober-Regierung«- rath im ReichsverficherungSamt Gaebel in Betracht. Berlin, 17. Juni. Zu der gestrigen Feuersbrunst in der Spandauerstraße 16 ist weiter zu berichten, daß jetzt auch die Frau des Schneiders Pinkalla, welche gestern Abend in bewußtlosem Zustande gerettet wurde, an den Folgen der Ranchvergiftung gestorben ist. Berlin, 17. Juni. Das Krönungsjubiläum der Königin Victoria wurde von den in Berlin lebenden Engländern gestern Abend durch ein glänzendes Banket im Kaiserhof gefeiert. Die Mitglieder der englischen Botschaft, an ihrer Spitze der Botschafter, sowie etwa 400 Damen und Herren englischer Nationalität nahmen an dem Feste Theil. Elberfeld, 17. Juni. Heute Nacht brach in einem in der Gerberstraße gelegenen Möbellager Feuer aus, wobei zwei Personen (Großvater und Enkel) in den Flammen umkamen. Ein Mädchen, welches sich durch einen Sprung au« dem Fenster zu retten versuchte, erlitt schwere Verletzungen. Hamburg, 19. Juni. Heute Mittag hat hier die feierliche Eröffnung der 11. Wanderausstellung der deutschen LandwirthschaftS-Gesellschaft durch den Präsidenten, den Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, macht man sich eine warme Seifenlösung mit Soda und reinigt Kämme und Bürsten von den anhaftenden Pilzen und Schuppen und wiederholt dies wöchentlich mindestens einmal, damit nicht eine neue Ansteckung ftattfinden kann. Auch den inneren Ledcrrand des Hutes möge man öfters mit einem Seifenlappen abwaschen. Bei längerer täglicher Fortsetzung der abendlichen Waschungen mit Theerseife wird in den meisten Fällen dieses unangenehme Leiden beseitigt werden. Nach und nach können die Waschungen auch seltener werden. Besonder« empfehlenswerth für eine solche Radikalkur ist daS vorherige ganz kurze Abschneiden der Haare, wie eS ja jetzt bei den Herren im Sommer vielfach Mode ist. Sollte sich aber keine Befferung zeigen, dann wasche mau jeden Abend den Kopf mit folgender Lösung, die man in der Apotheke oder Droguenbandlung Herstellen läßt: Natr. bicarbon. 5,0 Aqu. dest 200,0 Spir. levand ad 250,0 M. D. 8. Kopswaffer. Werden die Haare sehr trocken, so setze man jede Woche einmal die Waschungen au«, um an diesem Tage die Kopfhaut mit süßem Mandelöl einzufetten. Diese BehandluugSweise, energisch und lange genug durchgeführt, wird sich wohl stets ebenso gut bewähren, wie rS bei mir selbst und vielen Anderen der Fall war. Sollte aber die Wirkung auSbleiben, so ist wahrscheinlich eine schwerere Erkrankung der Kopfhaut oder Ueberwucherung mit Pilzen daran schuld, und man möge sich aldann möglichst bald an einen Specialarzt für Hautkrankheiten wenden. stattgefunden. Anwesend waren die Vertreter der Stadt, die Spitzen der Militär- und Civilbehörden und zahlreiche andere hochgestellte Persönlichkeiten. Nach der @töffnunp6- rede des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg hielt Bürgermeister Woenckeberg eine Ansprache, der ein Hoch auf die Gesellschaft und auf den Herzog Albrecht folgte. Darauf fand ein Rundgang durch die Ausstellung statt. Wien, 17. Juni. Das Leichenbegängniß der Charlotte Wolter gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkundgebung. Die Theilnahme war eine außerordentlich große. Der Oberhofmeister des Kaisers und zahlreiche Vertreter der besten Kreise der Künstlerschaft, der Schriftsteller- welt und massenhaftes Publikum gaben der Heimgegangenen daS letzte Geleit. Am Grabe hielten Director Burckard, Oberregiffeur Tonnenthal, Regisseur Stoll und der Präsident des Journalisten- und Schriftstellervereins „Concordia", Ferdinand Groß, der Künstlerin ergreifende Nachrufe. Brünn, 17. Juni. DaS ReichS-KriegSministerium hat den hiesigen socialistischen Führer Dr. Ludwig Czech, Lieutenant der Reserve, auf Grund eines Osfizier-EhrenrathS- BeschluffeS seiner Offizier-Charge für verlustig erklärt und denselben als Reserve-Infanterist dem 8. Infanterie-Regiment überwiesen. In den Gründen heißt eS, daß Dr. Czech als Soeialistenführer sich Über die Regierung und HeereSeinrichtung wegwerfend geäußert und dadurch die OffizierSstandeSehre verletzt habe. Budapest, 17. Juni. In Tiozafoeldrar find große Unruhen unter den Feldarbeitern auSgebrochen, sodaß Militär schleunigst nach dort requirirt werden mußte. Paris, 17. Juni. An wetteren Einzelheiten über die gestrige Bomben-Explosion wird noch gemeldet: Zunächst stürzten Personen, welche sich vor dem Regen unter die Arkaden de« Marineministeriums geflüchtet hatten, hervor, um die Ursachen der Explosion zu ermitteln. Polizei- Agenten, welche ebenfalls dazu kamen, constatirten, daß der untere Theil der Statue der Stadt Straßburg in geringem Maße beschädigt war. Die Polizei verhörte bisher sieben Zeugen, doch stimmen die Aussagen nicht überein. Die einen wollen gesehen haben, daß ein Individuum ein Packet in weißem Papier vor die Statue geworfen habe, andere dagegen sagen aus, ein Mann in einer weißen Blouse habe an der Statue ein Streichholz angezündet. Der Mann ging selbst zum Lommiffar, wo er seine Unschuld betheuerte. Auf seine Glaubwürdigkeit hin wurde er wieder entlassen. Man ist überzeugt, daß die Bombe mit einer Lunte versehen war. Paris, 17. Juni. Hier verlautet, daß der ehemalige schweizerische Bundespräsident Numa Droz von allen Mächten als Gouverneur Kretas in Aussicht genommen sei. Numa Droz gilt als der beste Diplomat der Schweiz. London, 17. Juni. Dem „Standard" zufolge bestellte die türkische Regierung bei englischen Manufacturen 200000 Uniformen. In den türkischen Arsenalen werde Tag und Nacht an der Herstellung von Geschützen und Munition gearbeitet. Petersburg, 17. Juni. Die junge russische Großfürstin Tattana wird am nächsten Sonntag in Peterhof feierlich getauft werden. Athen, 17. Juni. Infolge dringenden Ansuchens de« Königs, den vollständigen wirthschaftlicheu Ruin Griechenlands durch schnellen Abschluß des Friedens zu verhindern, fand eineBerathung der hiesigen Vertreter derGroß- mächte statt, in welcher beschlossen wurde, sofort den Regierungen Bericht zu erstatten und die Ansprüche de« Königs zu befürworten, weil diese den Thatsachen entsprechen. — In diplomatischen Kreisen wird versichert, daß einige Griechenland wohlgesinnte Mächte nunmehr energisch in Konstantinopel gegen die beabsichtigte Verschleppung deS Friedensschlusses auftreten werden. Berlin, 18. Juni. Der Kaiser hat gestern Abend kurz nach 11 Uhr von der Wileparkstation auS mittelst SonderzugeS die Reise nach Bielefeld angetreten. Berlin, 18. Juni. Wie aus FriedrichSruh gemeldet wird, hat Fürst Bismarck die Absicht ausgesprochen, die landwirthschastliche Ausstellung in Hamburg zu besuchen, wenn ihm die« sein Gesundheitszustand nicht etwa noch im letzten Augenblicke vereitele. Berlin, 18. Juni. Einem Kabeltelegramm der „Berl. Neuesten Nachr." auS Prätoria zufolge schloß die Transvaal-Republik gestern mit dem Oranje-Freistaat ein Schutz- und Trutzbündniß ab. Die erste und wesentlichste Bestimmung dieses Vertrages lautet: ES soll zwischen beiden Staaten ewiger Frieden und ewige Freundschaft bestehen. Athen, 18. Juni. Die Räumung Thessaliens soll hiesigen Blättern zufolge bestimmt im September erfolgen. Die Regierung erhielt über den Gang der Friedensverhandlungen günstige Nachrichten. Schwurgericht. W. Gießen, 18. Juni. Heute Vormittag wurde gegen den 19 Jahre alten Schreinergesellen Johannes Weppler von Schlitz wegen Versuchs der räuberischen Erpressung verhandelt. Die Anklage vertritt Herr Staatsanwalt Koch. Als Vertheidiger ist Herr Rechtsanwalt Metz erschienen. Es find sieben Zeugen zu hören. Angeklagter ist unbestraft. Am Sonntag den 7. März war Angeklagter in der Wirthschaft von Schnell in Lauterbach und will dort scharf getrunken haben, da begegnete ihm der Knecht Schniermund, der vom Angeklagten eingelaben wurde, mit ihm noch Bier zu trinken. Der Angeklagte verfügte aber nur über 7 Pfg. Schniermund wurde von ihm angegangen, ihm noch 7 Pfg. dazu zu geben, damit er für Beide zusammen zwei Maaß Bier bezahlen könne; dieser hatte aber nur 2 Pfg., die er auch hergab. Beide Burschen gingen nun nach der Stumpf'schen Wirthschaft, hier begegnete ihnen Hrch. Sterz, der von Weppler angeredet und ersucht wurde, ihm 5 Pfg. zu geben, worauf Sterz erklärte, er sei jenem keine 5 Pfg. schuldig. Weppler forderte noch ei» Mal 5 Pfg. mit dem Bemerken, er würde de« Sterz am andern Tage 20 Pfg. geben, er erhielt hierauf eine schnodderige RedenSarr von diesem, worauf er dem Spötter eine Ohrfeige verabreichte. Schniermund sowohl, als auch der geohrfeigte Sterz wollten jedem Streit aus dem Wege gehen. Der Letztere mußte über die Brücke deS Lauterbach«, der durch den vorher niedergegangenen Regen angeschwollen war, gehe», um nach Hause zu kommen. Kurz vor der Brücke wurde er gepackt und ins Wasser zu stoßen versucht. Sterz rief um Hülfe, worauf Schniermund herbei kam und die beiden auSeinander- brachte. Der Angeklagte erklärt, er wisse von dem Vorgang so gut wie nicht«, denn er sei betrunken gewesen. Hrch. Sterz schildert die ganze Affaire, wie sie die Anklage behauptet. Er habe dabei daS Gefühl gehabt, daß der Angeklagte ernstlich den Willen gehabt habe, ihn tu« Wasser zu werfen, wenn er die 5 Pfg. nicht herauSrücke. Der Zeuge will bei dem Angriff da« gewaltsame Drängen seine« Gegner« gefühlt haben. Auch der Zeuge Schniermund will wahrgenommen haben, wie Angeklagter seinen Gegner nach bem durch eine Barriere geschützten, an dieser Stelle sehr steilen Ufer des WafferS gedrängt hat. Nachdem Sterz zu Hause gegangen, brachte der Zeuge auch den Angeklagten Weppler nach Hause, wobei derselbe mit dem offenen Messer in der Luft fuchtelte und erklärte, eS sei ihm ganz egal und wenn zwei Mann kommen. Auf Befragen de« StaatSanwaltS erklärt dieser Zeuge, gekört zu haben, daß Wcppler zweimal gerufen: Gieb 5 Pfg. her, sonst werf ich Dich ins Wasser. Durch Vernehmung deS Gendarmen von Lauterbach wird festgestellt, daß der Angeklagte al« streitsüchtiger Mensch bekannt ist, daß weiter da« Wasser in dem Lauterbach nicht so hoch gewesen, daß ein Mensch leicht hätte darin umkommeo können, wohl aber sei daS User, wo die Attaque stattgefunden, mindesten« 2 Meier hoch und sehr steil, so daß ein dort herabstürzender Mensch sich leicht da« Genick brechen kann. Die weitere Beweisaufnahme ist ohne Belang. Den Geschworenen werden folgende Fragen vorgelegt: 1. Ob der Angeklagte schuldig bc« Versuch« ber räuberische» Erpressung. 2. Ob mildernde Umstände vorhanden seien. Auf Antrag des BertheidigerS wird für den Fall der Verneinung der Frage 1 an die Jury noch die Frage gestellt: Ob in der That des Angeklagten ein grober Unfug zu er- blicken sei. (Schluß folgt.) CoceU* tmt ptwinjklkf# Gieße», den 18. Juni. Bo» bet Universität Der hiesige Privatdocent Dr. H. Finger folgt nach Ablauf de« Semesters einem Rufe an die technische Hochschule in Darmstadt, als außerordentlicher Professor für organische Chemie. •• Zusammenkunft. Am Sonntag findet die alljährliche beliebte Zusammenkunft der Docenten der drei Uni# verfitäten Göttingen, Marburg und Gießen diese« Mal hin- selbst statt. •• Die GerichtSferien beginnen lt. „Darmst. Tgl. Anz “ am 15. Juli und endigen am 1 5. September. Während derselben werden nur Mahn-, ZwangsvollstreckungS-, Con- curs- und Feriensachen (nämlich: Straf-, Arrest-, Meß- und Markt-, Wechsel- und Bausachen und Streitigkeiten zwischen Bermiethem und Miethern), sowie die aus Antrag wegen besonderer Beschleunigung als Feriensachen erklärten Sachen bearbeitet. •*-g- Stein« Garten. E« ist gewiß onerkennenswe'th, wenn der Besitzer dieses Concert-Elabliffement«, Herr C. Stein, es sich angelegen fein läßt, bem concertltebenben Publikum Abwechslung durch Heranziehung guter auswärtige' Musikcapellen zu bieten. So hatten wir gestern Abend bc« Vergnügen, die Capelle des Kgl. daher. 18. Infanterie-Regt«. „Prinz Ludwig Ferdinand" unter der Direktion des kgl. Mufikdirigenten Herrn Alex. Löwe zu hören, und eS fei von vornherein covstatirt, daß der Abend sich zu einem recht genußreichen gestaltete. Da« Programm war reichhaltig, abwechslungsvoll und wurde von der tüchtigen Mufikerfchaar in nur lobenSwerther Weife epcutlrt. Eröffnet wurde dasselbe mit einem Überaus schneidigen Marsch „Frisch gewagt" von Hahn, der als officieller Leipziger AusftellungSmarsch angenommen und mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Der Walzer, „Erinnerung an Amerika" von Saro fesselte durch feine eigenartige amerikanische Characteristik. BizetS Intermezzo und Tanz auS „L'Srlefienne" wurde gut wiedergegeben, entschädigt jedoch eine Blasmusik nicht für die daraus verwandte Mühe, da es durch Streichinstrumente vortheilhafter zur Geltung gelangt. Die Ausführung der norwegischen Rhapsodie von Svendsen, Beethoven« Scherzo der 4. Symphonie, sowie aus Rich- WagnerS „Rienzi", Chor der Friedensboten muß al« ganz vortrefflich bezeichnet werden. Besonderen Beifall fand auch daS historische Potpourri „AuS vergangenen Zeiten" von vättge, sowie von den mit Benutzung altdeutscher Instrumente vorgetragenen drei Märschen der „Fehrbelliner Reiter- marsch". Dom letzten Theil diS Programm« sei erwähnt die Racokzh Ouvertüre von Keler-Bela, das „Brautlied" oui der Symphonie Ländliche Hochzeit von Goldmark, sowie der den Schluß bildende „Schützeomarsch mit Gesang", compo- nirt von dem tüchtigen Dirigenten der Capelle, Herrn A. Löwe- letzterer ist von vorzüglicher, ansprechender Wirkung und wird sich wohl überall die Sympathien der Schützen und Jäger erobern. Die Capelle erntete für ihre guten Leistungen reichen, anhaltenden Beifall Seiten« deS zahlreich erschienenen Publikums und darf deß gewiß sein, vaß sie hier in bester Erinnerung bleiben wird. •• Bon ber Feuerwehr. Die Vorstände der beiden hiesigen freiwilligen Feuerwehren waren am vergangenen Dienstag Abend im „Wiener Hof" versammelt, um sich von bem seitherigen Branddirector, Herrn Stadtbaumeister Schmandt, zu verabschieden und den Nachfolger im Amte, Herrn Hauptlehrer Traber, In sein Amt einzuführen. Ja feinen Dichter ehrt, geht aus nach- Mw- ;o, btn 18. Jlwi. hiesige Privatdociv: ui Semesters einem rmftabt, aUanjii' ernte. fwbtt die alljShrliifr nun btt brtt Mn" in bitfti M ffrr» Anschluß hat. *• Wie ein Land Theil ward Und gewiß kam ihm auch auf der Seite deS Publikums sowohl die Empfänglichkeit zu Gute, die der Nimbus vermeintlicher Wundertbaten erzeugt, als auch vielfach die iustiuctive reactionäre Abneigung gegen die stetige Entwickelung der Wissenschaft. In Wörißhofen trafen^ mit • den armen Leidenden der Umgegend Aristokraten aller Länder zusammen, die vermeinten, dort auf den Wiesen die Schlacken deS Lebens abladen zu können. Ihnen hat die kalte Waflercur nicht viel geschadet. Aber in den Kreisen der wirklich HilfS- Bedürftigen dort hat diese einseitige Vergewaltigung deS Körpers manches Unbeil gestiftet. e tragen vorgelegt: der MMe» 'de borbwden seien, den Fall der Du- die Frage grM rober Unfug zu c (Schluß folgt.) seiner Anrede wies der Erstere darauf hin, wie er nahezu fünf Jahre lang daS Amt eines BranddirectorS der Stadt versehen und mit den Mitgliedern beider Wehren ernste und heitere Stunden verlebt habe. Er gedachte des vor drei Jahren hier abgehaltenen Feuerwehrfestes, bei welchem die Anforderungen an die hiesigen Wehren und an ihn selbst aufs Höchste gesteigert waren, da in der Nacht vor dem Hauptfesttag, an welchem die große Parade und Uebuog beider Wehren stattfand, in Folge Brandstiftung eine zweimalige Alarmirung stattfand. Solche Dinge vergefie man nicht so leicht, wenn man daran betheiligt. Herr Schwankt bemerkte weiter, daß es ihm nicht leicht gefallen sei, dem trotz mancher früheren Schwierigkeiten lieb gewordenen Amt zu entsagen, daß aber die mit dem Amte deS Stadtbaumeister» einer sich rasch entwickelnden Stadt verbundene steigende Arbeitslast und Verantwortlichkeit es ihm immer mehr erschwert hätten, gleichzeitig noch den Pflichten eines städtischen BranddirectorS gerecht zu werden. Indem er den neuen Branddirector, Herrn Traber, vorstelle, bitte er, daS Vertrauen, baß man ihm wahrend seiner sünsjährigen AmlSthätigkeit entgegengebracht habe, auf feinen Nachfolger im Amte zu übertragen. Er fei überzeugt, daß die beiden freiwilligen Feuerwehren den ihnen anvertrauten Dienst, die Stadt vor FeuerSgefahr zu bewahren, nach wie vor mit Pflicht und Liebe zur Sache versehen würden, mit Liebe iuS- hvjonbete zur Stabt Gießen, über beten sichtliches Aufblühen sich Jebermaon freue unb der anzugehören man stolz fein dürfe. Sein Hoch gelte dem Wachsen, Blühen und Gedeihen der schönen Stadt Gießen. Freudig stimmten alle Anwesenden darin ein. Herr Brandbirector Traber erwiderte in seiner Ansprache, baß er hoffe, an Hand der guten Organisation der Feuerwehr sich bald mit seinem neuen Amt und dessen Aufgaben vertraut zu machen. Er bitte die Mitglieder beider Wehren, ihm das gleiche Vertrauen, wie seinem Vorgänger, entgegen zu bringen und in gemeinsamer Arbeit mit «hm den Schutz der Stadt fördern zu helfen. Er trinke in diesem Sinne auf das Wohl beider freiwilligen Wehren. Der Hauptmann der freiwilligen Gatl'schen Feuerwehr, Herr LooS, hob hervor, wie man früher den Mangel einer einheitlichen Leitung deS Feuerlöschwesen» empfunden, aber trotzdem sich mit der neuen Einrichtung eine» städtischen Brand- directorS Anfangs nicht habe befreunden können. Der seitherige Inhaber dieses Amte» aber habe eß verstanden, manche Schwierigkeiten zu überwinden, die beiden Wehren mit den neuen Verhältnissen vertraut zu machen und die Eintracht unter ihnen zu pflegen, so daß sie sich unter seiner Leitung wohl gefühlt hätten. Er gedachte ferner der unbestreitbaren Verdienste, die sich Herr Stadrbaumeister Schmandt um die Organisation und Förderung des Feuerlöschwesens der Stadt Gießen erworben habe. Sein Hoch auf denselben fand lebhaften Beifall. Der Hauptmann der Gießener freiwilligen Feuerwehr, Herr C. L. Gail, toastete auf den neuen Brand- dtrector, Herrn Traber, und erregte mit seiner humoristischen Anspielung auf dessen Thätigkeit die Heiterkeit und den Beifall der Anwesenden. Mit der Vorstellung der einzelnen Vorstandsmitglieder schloß der offictelle Theil der Versammlung und blieb man noch lauge in höchst angeregter Stimmung gemüthlich vereint, wobei manch launige Rede und Gegen- rede den Abend würzte — ein schöne» Bild der Eintracht beider freiwilligen Wehren! ** Gauturnfest. Die Wettturner zum Gauturn- feft in Biedenkopf fahren Samßtag Nachmittag 5 Uhr 8 Min. auf ein direktes Billet nach Biedenkopf mir Zugwechsel in Cölbe, hier weg, und genießen bei Entnahme von 30 Fahrkarten die übliche Fahrpreisermäßigung von 50%. Am Sonntag früh 4 Uhr 18 Mln. und 8 Uhr 20 Mtn. empfiehlt es sich, SonntagSbilletS nach Marburg und von da wlche nach Biedenkopf zu lösen. Zur Rückfahrt wird Sonntag Abend 9 Uhr 16 Min. ein Sonderzug von Biedenkopf abgehen, welcher zum Zug 10 Uhr 54 Mtn. ab Marburg H. Von bei Hercheuhaiuer höhe, 17. Juni. Im vergangenen Nachsommer wurde eine größere Anzahl von Leuten aus unserem Orte und der Umgegend um deswillen in Strafe genommen, weil fie Erd- unb Himbeeren In den Wäldern sammelten, und durch den Verkauf der Beeren einen kleinen Verdienst erzielten. Meistens waren es Kinder oder ältere Leute, die diese Arbeiten verrichteten, und die keine anderen schweren Arbeiten leisten können. Die Bestrafung wurde von den Betroffenen sehr schmerzlich empfun- den, einmal, weil fie lauter unbemittelte Leute zu tragen hatten, unb bann, weil bleie Leute meistens schon seit Jahren daß Einsammeln der Beeren ohne Anstand betreiben konnten. ES wurde darum ein Straferlaßgesuch an die höchste Staatsbehörde eingereicht, und baß Gesuch ist, zur großen Freude bet Bestraften, auch günstig beschieben worben,- bie Strafen find fast Allen ganz ober zum größten Theile er„Damst. Tgl. N' ytemder. Mhmd isvollstttckuugs-, Hon Smst-, Meß' unb Streitigkeiten zwischen uf Antrag wegen dt- ili erllarten eoitn Katholische Gemeinde. Samstag den 19. Juni. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenhett zur hl- Beichte: Sonntag den 20. Juni- 2. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 67t Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; , um 67t Uhr erste hl- Messe; „ um 77t Uhr AuStheilung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl. Messe; „ um 97« Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr sacramentalische Bruderschaftsandacht. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Freitag Abend 8 Uhr, SamStag Vormittag 8 Uhri, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgong 940 Uhr. Nachmittag 3« Uhr EchrifterktLrung Bahnhofstr. 50. Wochengottesdienst Morgens 680 Uhr, Abends 8 Uhr- stehender in dem „Höchster Kreisblatt" enthaltenen Mttthei- lang hervor. Vorgestern erschienen vier Abgeordnere der Zweiten hessischen Släabekammcr aus Darmstadt, nach kurz oorausgegangener Anmeldung, bei unserem Mitbürger, dem Thierarzt Herrn Dr. P. Getbel dahier, um „ihrem berühmten Landsmann", wie fie ihn nannten, ihre Huldigung, Verehrung und Dankbarkeit dazubringen für seine prächtigen vaterländischen Gedichte. •* Für die Aepfelerute ist in hiesiger wie in der Main- gegend keine gute Aussicht, denn gerade baß Obst, was man zur Production des Aepfelwetns wegen seiner Herbe und LuSglebtgkeit liebt, wird kaum eine halbe Ernte geben - trotzdem brauchen unsere Aepfelwein-Ptoducenten und die Freunde btß Hohen-AftheimerS nicht zu verzweiseln, denn ,uS anderen Gegenden laufen sehr günstige Nachrichten ein. Holland, England, Amerika (Canada) melden seht Günstiges, hoffen billig nach Deutschland verkaufen zu können und schicken jetzt schon ihre Offerten ein. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 18. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag»: Wasser 15°, Luft 12°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Frankfurt a. M.. 15. Juni. Eine weite Reise hat am Wäldcheßtag einer der rothen Gummiballons gemacht. Lustige Gesellen banden eine Postkarte an den Segler der Lüfte, um deren Rücksendung der glückliche Finder gebeten wurde, und gaben dem Ballon die Freiheit. Mit 10 Psg. Strafporto beschwert, kam die Postkarte aus Michelßderg bei Marienbad in Böhmen zurück, wo der Ballon um 5% Uhr Abends niedergegangen war. Leipzig, 14. Juni. Die erste Maschine zur Herstellung von Einbanddecken für Bücher ist, wie die „Buchbinderzeitung" mittheilt, In der Buchbinderei von Gustav Fritzsche in Leipzig ausgestellt worden. Sie fanctlonirt gut und liefert stündlich 550 Decken. Ihre Bedienung geschieht durch Mädchen. Die Maschine wird sich voraussichtlich rasch einführen. ♦ Sebastian Kneipp, lieber den am Frohnleichnamstage in Wörißhofen verstorbenen Prälaten Kneipp wird der „Franks. Zeit." geschrieben: Ein origineller Charakter von starken Impulsen beseelt war der Pfarrer Sebastian Kneipp, der heute Nacht in seinem Wörißhofen der unerbittlichen Natur seinen Tribut entrichten mußte, der Natur, die durch Schmeicheleien und Lobpreisungen ebensowenig wie durch Wunder sich abhalten läßt, ihre Rechte zu sordern- sie hat nicht einmal Gnade geübt an ihrem getreuen Apostel- sie schickte ein blttereß, lange» Leiden über ihn, ein Gebresten de» Alter», auf daß dec üppige Lebemann den gleich berechtigten Anspruch erheben darf, wie der sich zeitlebens mit Wurzeln und Wasser Befcheidende, und dem großen Wunder- arzt blieb so der Schmerz nicht erspart, seine eigne Lehre am eignen Leibe überleben zu müssen. Die Bulletins, die in den letzten Monaten au» der Residenz des Prälaten in die Welt gingen, gaben immer wieder der Hoffnung Raum, daß die Kräfte de» Patienten sich erholen möchten, um die Anwendung „feiner" Heilmethode wieder zu gestatten- aber der Frühling tarn und die warmen Tage beß Sommerß, ohne bie Heilung zu bringen.. Unb mit feinem Tode versinkt daß Dörfchen, dem er zu internationalem Rufe verhalfen, wieder in feine ursprüngliche Bescheidenheit, und den Aerzten, die klug zu den Füßen de» Apostels gesessen, bleibt nicht» übrig, al» — zur Wissenschaft zurückzukehren. Denn da» ist sicher, daß der Glaube an das extreme Wafferdogma beß Wörißhofener Prebigerß sich nicht an daß „System" allein heftete, bie Seele gab ihm bie Persönlichkeit de» originellen Mannes. Kneipp besaß vor Allem jenen agitatorischen Trieb, der sich nicht selten bet katholischen Geistlichen äußert, die (wie eß gerade in Bayern die Regel ist) auß der bäuerischen Bevölkerung hervorgegangen, ein frisches Naturell und sichern Instinkt sür die Empfindungen und Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung mit praktischem Wissen und oratorischen Fähigkeiten vereinigen. Es lag wohl in den äußeren Lebens- Verhältnissen KneippS begründet, daß er, der erst spät zum regelmäßigen Studium kam, sich nicht, wie die meisten dieser katholischen geistlichen Agitatoren, auf die politische Thätig- keit warf. Er war eine selbstständige Natur, der eß anscheinend nicht leicht wurde, beiden Vorgesetzten die Heber» zeugung von der unbedingten Fügsamkeit zu erwecken, und vielleicht ist es nicht Zufall, daß er erst im Alter von 60 Jahren vom Caplan zum Pfarrer atiancirte. Statt der politischen Agitation verband Kneipp schon frühzeitig mit seinem geistlichen den socialen Nebenberuf, die productive Thätigkeit feiner engem Landsleute zu erweitern- wenn wir nicht irren, war er um die Hebung der Bienenzucht eifrig bemüht. Daneben begann er schon bald, 1848, seine Wassercur zu propagiren und dieser kann man wohl baß eine Verdienst nicht absprechen, daß ihre Pflege die Wörißhofener hygienisch und schließlich, nachdem ihr Dorf zum Curort ausgewachsen, auch materiell gefördert hat. Der Erfolg, den Kneipp im engeren Kreise errungen, regte den Agitator in ihm zu immer eifrigerer Propaganda an- und je »eitern Kreisen er sich mittheilte, desto mehr Anklang fand seine originelle Lehre unb stine originelle, berb- humoristische Art, seine kräftige Lebenslust, bie mit dem geistlichen Gewanb an- ziehenb contrastirte. Gewiß war er überzeugt von dem Werth seiner Mission, gewiß aber schmeichelte ihm auch der Erfolg unb reizte ihn ber Ehrgeiz, je mehr Erfolg ihm zu kirchliche Anzeiger» der Stadt Gietzerr. evangelische Gemeinde. Sonntag, den 20. Juni. 1. Sonntag nach Trinitatis Gottesdienst. A« der Joh«nw»N»che. Vormittags 77« Ubr: Pfarrer Dingeldey. GotteSdi-nst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Lucasgemeinde. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Beichte und heil. Abendmahl. Pfarrer Dingeldey. Sonntag, den 27. Juni, wird eine Collecte für den Bau einer evangelischen Kirche in Groß-Steinheim erhoben werden. I« «onstrmavdensaal, Neustadt 61« Vormittags 8 Uhr: Gottesdienst verbunden mit Christenlehre für die Neuconfirmirten der Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. In der FriedhofSeapeve. Vormittags 97» Uhr: Candidat Scheunemann aus Friedberg. Schiff-nachvichten. Norddeuttcher Lloyb, in Gießen vertreten durch die Agenten Curl LooS und I. M. Schulhos. Bremen, 17. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.! D« Schnelldampfer Trave, Capitän C. Thelenhorst, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Cxmb* tmb VolkrrVivthschaft^ — Schädlichkeit der Avfsatzzügel und Scheuklappe«« Der Berliner Thterichutzoeretn hat jüngst an alle Pferbebesitzer in Berlin und an viele außerhalb leine Flugblätter über die den Pferden schädlichen Aufsatzzügel und Scheuklappen versendet. Dieselben enthalten Gutachten der hervorragendsten Pferdekenner, wie deS Generals non Rosenberg, des Leibstallmeisters des Kaisers, Plinzer, des Major Schön deck, dann solche von Professoren tbierärzlicher Hochschulen u.l.w. Viele einsichtige Pferbebesitzer, die ihre Thiere nicht unnöthig quälen und schädigen wollen, haben diese Marterinstrumente abgeschafft. Zum großen Theil wurden die Scheuleder auch bei den Postpferden befettigt. Eine besonders empfindliche Qual verursachen die Scheuleder den ausrangirten Militär-, Feuerwehr- und Pferdebabnpferden, weil diese nicht von Jugend aus an dieselben gewöhnt sind. Die Käufer solcher Pferde seien darauf besonders aufmerksam gemacht. Die Equipagendesitzer wollen fich von den Scheuklappen deshalb nicht gerne trennen, weil fie auf denselbm ihre Wappen anbringen können. Mit dem Aufsatzzügel quälen sie ihre Pferde deshalb, weil e8 Mode ist, den in freier Bewegung fo schönen PferdebalS durch den Aufsatzzügel in einen HirfchhalS zu verwandeln. Pferdebefitzer, die über die Pferdebehandlung kein eigenes Urthetl baden, überlassen die Beschirrung ihren Kutschern, die es bequemer finden, ihre Pferde durch den Aufsatzzügel zu einer gleichmäßigen Haltung zu zwingen, alS diese durch eine gute Führung zu erzielen. Vielen fehlt dazu auch die nöthige Kenntniß. Die Pferdequälerei durch Aufsatzzügel und Scheuklappm würde sehr schnell aufhören, wenn die Höfe diese Marterinstrumente abschaffen würden. Es ist zu hoffen, daß Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich ihren Einfluß dabin geltend machen wird, da sie jetzt daS Protektorat über den deutschen Thterschutzoerein übernommen hat. Daß die Scheuklappen und Aussatzzügel wenigstens beim Lohnfuhrwerk abgeschafft werden, könnte das Publikum dadurch erwirken, daß eS nur solche Droschken und andere Miethwägen benutzt, deren Pferde nicht mit diesen Marterwerkzeugen gequält werden. Der Berliner Thterschutzoerein (Berlin Königarätzer Sttaße 108) versendet seine Flugblätter über Aufsatzzugel und Scheuklappen auf Verlangen kostenfrei. — Mähet nicht z« spüt! Diese Mahnung kann unseren Wiesenbesitzern und Landwirthen nicht genug gegeben werden, und besonders ist dieses Jahr, da der GraswuchS so üppig steht und sich das GraS niederlegt, eine solche eindringliche Ermahnung am Platze. Was an Menge durch das längere Stehenlassen deS Grases gewonnen wird, geht an Güte wieder doppelt verloren- Die immerhin verholzenden Zellhäute umschließen die vorhandenen Nährstoffe so fest daß ihre Verdaulichkeit bedeutend abnimmt. Ganz besonders rächt sich ein zu spätes Mähen auf Thal- und auf zweischürigen Wiesen, da der Nachwuchs durch spätes Mähen sehr beeinträchtigt wird, nicht nur weil die WachSthumszeit eine kürzere ist, sondern auch die ErnenerungSkraft der Wurzelstöcke um fo geringer ist, je weiter der erste Schnitt im Wachsthum vorgeschritten war- Außer der geringen Verdaulichkeit ist ferner ein Verluü dadurch zu verzeichnen, daß auch die diätetische Wirkung mit dem Alter abnimmt, weil die aromatischen Stoffe mit demselben geringer werden. Aus allen diesen Gründen rechtfertigt fich die Mahnung: „Mähet nicht zu spät!" 11 öÄ ir&Ä t " Ntt. » ? bl« ÖOtU » KM ’ winntr V16,1 ?* dk« durch tlut ' M« Uf„ ich Hutu 6 -'«> M Äm, ”118 «Uht Mt|it itoclmal Ms»: D6Ntr. Durch virdftstgrstrllt.dstz Z bekam ist, datz W 1° Koch gtwtitn, '»Ken können, gcfunbtn, mlnbeftenß bort hkrabstürzmer fann. Die weitere lassen, bie kleinen NebenkostenZaber' werden säst alle uneinbringlich werben. Wohubach i. d. W., 16. Juni. »Ich möchte glühenb Dich — burchbohrev!" (frei nach Boßharb). Allen Klagen über allgemeine Nervosität unb Willensschwäche unserer Generation spricht gewiß folgende Thatsache Hohn, wenigsten» haben, wie nachstehender Bericht zeigen wird, diese Gebrechen in den ländlichen Bevölkerungskreisen ihren Einzug noch nicht in dem Umfange gehalten, wie die» wohl „in der Straßen quetschenden Enge" mancher Großstadt der Fall sein mag. Schon mehrere Tage lang „brummte" einem jungen Manne Infolge einer Erkältung ein angefaulter „Hinterer" Backenzahn. Der Schmerz steigerte sich zuletzt fast bis zur Unerträglichkeit. Wegen dieses unbotmäßigen Benehmens schwur ber junge Mann dem Insassen seine» lieblichen Munbe» Berrr — nichtung! Am Herbseuer erhitzte er bie Stricknadel, beschaute fich im Spiegel und öffnet den Mund unb gewandt führt er hinein den glühenden Stahl bis zur letzten linksseitigen Säule ber oberen Pallisabe. Noch ein letzte» Zaubern, doch ,,ba» Gesürchtete muß nahen, baß Verhängte muß geschehen" unb couragtrt brückt mit Kraft unb Energie ber geschickte Zahnkünstler baß heiße Eisen in bie tieften Tiefen beß revoltirenben ©rummerß. „Er bohrt» bi» an ber Zahnkron Wurzel, Schlägt aber seitwärts bann ’nen Purzel" Auss Bänkel, nah der Nähmaschine - Da finbet ihn bann bie „Karline" Unb fragt, maß er fo „johmern beht?" Er stöhnt „aich hun de Nerv getöt, Dvach aach met Zuhflaasch oark verbrennt." >iß LtablissrwrM ;’;r mg taut 18. ,M b«6 ll" ult. mW* Md- »on«« * Silfe ’ stnwl IN* c, «H unb mH * .... „GtlnntnW ® Ä i» 1,101 ... ffßfihf, hl Ü Ä'll? fanb - httt« ir- Ks btt iW , | (IwoM la, [g|Dlt!; oa cotf » ’b'Ä & n dtt •$»*; ,h Ssrstä°bl Bekanntmachung M. in 5896 Gladbacher Waarrnlagrr E. Seulins WetzAriuKr.45 kg 600 29000 au« M 6300 // Blitzab- Der Vorstand. 6899 einzu- dingungen liegen während der Amts- s 5919 8rtr.: 5 5729 Wtes.ck. oo Brauerei Textor. Wetzlar. 5906 empfiehlt die 5910 cbm 140 der Exped. d. Bl. 5859 Kutscher gesucht. 5897 L) Steiuhauerarbeiten. 5904 Anzeiger erbeten. sofort gesucht. 5912 Seltersweg 75. o Ein Kauslinrsche fof. gesucht cbm 5836 Lindenplatz 4. . 10,00 vietefeld. 5902 Ledactton: R. Echryda. 150 165 35600 160 1025 105 100 195 112 275 220 1090 u qm cbm // kg qm tr cbm qm lind» hlgroben ' Holz — 136 Stück, 2) Hectometerpfählen Eichenholz — 74 Stück, . 2200,00 . 95,00 cbm // qm cbm // 400 Ifdm 70 qm Grabarbeit . . . Betonsundamente Gement Estrich u.Verpus Bruchsteinmauerwerk Backsteinmauerwerk. Cyklopenmauerwerk aus Lungsteinen . . Cement-Kalkputz. . Luft, Heiz- und Schorn steinröhren . . Rab tzwände. . . Versetzen von Stein Hauerarbeit . . Verlegen von Guß- un Walzeisen . . . Fliesenbelag . . . Schürmann'sche Decken Schlackenmehlbeton . Gipsdielen . . . öffentlich verdungen werden: 1) Erd- u. Maurerarbeiten. Holz . . Kastenrinne. Zwei junge Küfer Z ins Hotel Trapp, Friedberg, gesucht. bis zum genannten Termin reichen. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, 18. Juni 1897. Das Stadtbauamt. Schm andt. — abgedr mit, daß i Mer Zei PnontatS-! M von »r. M> Tab ßnhiltmf eWthlen kündigten eijnlbchl'I zu machen Ifdm M sttetzeru wnt »ut vett: Ul be ur w DaSl an die ( Anker, Klammern, Deibel rc i Liefern von J Trägern (D. N. P.) . . . Liefern von Gußeisen (Säulen rc.) . . . 7) Anlage eines Milchverkäufer. Von einem größeren Gut wird ein gewandter, solider Milchverkäufer für Gießen gesucht. Zu melden bei Donnerstag den 8. Juli d. J. Bormittags 11 Uhr, SO •I die I Dich Manntün .Vtehtvkr find, werb erinnert. leiters, einschl. Lieferung der Materialien. 8) Asphaltarbeiten ca. 55,00 qm. ^Verwisnachrichtenj 5276 Mehrere zuverlässige Zeituvqsträgeriuuen gesucht. Wo i sagt die Exped. d. Bl. Kleiderbarchevd, per Meter von 38 Pfg. an. 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Besonders dankbar bin ichDirfürgesandte Gentner's Wichse und Gentners Schuhfett in rothen Dosen mit dem Kaminfeger. Schicke mir doch gelegentlich wieder solch' gate Wichse und Schmiere, das wäre mir ein großer Gefallen. Es grüßt Dich Dein 63i Georg. 6) Schlofserarbeiten mit Lieferung von Guß- uud Walzeiseu. Bohren von Löchern für Ankerschrauben . ca. 100 Stück Verdingung. Die Arbeiten und Lieferungen für den Erweiterungsbau des Realgymnasiums und der Realschule zu Gießen sollen, wie nachstehend im Wesentlichen aufgeführt, 6857 J 15 bis 20 SUurtt an» Handlanger gesucht- The. Haudach. i. markt w toufi »wofitln I» waitn Dkarktverll Qualität lü Mk. b SchS« «Sblirte» Zi««er ' zu vermielhen 4144 Gchvlstr. 11, Mansarde links. Auf unserer Sophieuhütte, Wetzlar, sind größere Avstreicherarheitea für eiserne Constructionen zu vergaben, und ersuchen wir leistungsfähige Unternehmer. sich bei uns melden zu wollen. 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(Siche Localnotiz.) — Druck und Bering der BrüMWn UniverfitLtA.vuch. und Steinbruderei (Pietsch A Scheyda) in Gießen. JHe heutige Kummer umfaßt 6 Zette« 4) Dachdeckerarbeiten. Haupt- u. Thurmdach mit Langhecker Schief r . 455,00 qm Gußeiserne Dachfenster . 7 Stück Verzinkte Schneeschutz- gitter 95,00 Ifdm 5) Spenglerarbeitev. Kastenrmne .... 95,00 Ifdm Hängekandel. - Abfallrohr .... 105,00 „ Schottische Rohre . . 13,00 w Zinkkasten . ■ ■ ■ 40,00 qm Kram-u. Wehmarkt M N.-Wildmigen yeilept mit Genehmigung deS Herrn L^ndesdirectorS auf NWk' Donnerstag den 8. Juli 1897 verbunden mit PrLmiiruna von Pferden, Fohlen und Rindvieh, sowie ®tt« loosung von Vi-b. landw'rthschastl. und HaushaltunaS-Gegenständen. Die PrLmiirung findet Vormittags 8 Uhr, die Verloosung Nachmittag« 2 U6r statt. Die lebenden Gewinne, landwirthschastlichen Maschinen und Gerät he werden ouf dem Marktplatze von den Ausstellern angetauft. Loose ä 1 TOarf (auf 10 Stück ein FrerlooS) sind durch den Generalagenten, Buchdruckereidesttzer Coar. Hundt-SLildungen zu beziehen. 5888 Da» Eomitee htn | lh"k6 '■ «irfalt Mraiirt g, 868,11 ü. tet| blM «i l-ei xör s* Herr mit guten Gmpsehlunge«, der 5916) Freundliches Familienlogis zu in ott « von Graßh Ministerium de« Innern genehmigt worden ist, bringen wir Comptoir v-r dies in Gemäßheit des Art. 7 der allgemeinen Bauordnung mit bem ”n' I i. August pretswerth fügen zur allgemeinen Kenntniß, daß die Einsicht des bezüglichen Planes Lu DCtm- Carl Retter, Cigarr.-Hdlg auf dem (Stabbauamte Jedermann freisteht. I &856 Ltndenvlatz.--------- Gießen, den 14. Juni 1897. Zur Bade-Saison offerire Froltir-Handlücher u. Badelaken in Leinen und Baumwolle, Frottlrstoffe am Stück, Bade-Mantel, Badehosen, Bade- Pantoffeln und Frottlr-Handschuhe. 5147 Fritz Nowack, Ausstattungs-Geschäft und Wäsche-Fabrik. Herzogliche Bangewerkschnle B ~ 1 'y Kunst und Wissenschaft, Albert Otto Paul, I Zimmer. 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