trich. aKen [en o, HANNOVEJ, I Itmi, sehr dauer» uy, sehr haltbar W K. («09 iSburq 13. itrtitn ohn. n. 8'8 ny 4813 - o'-°K- «nb 8^ usen. MM. ne doppell'Mige l ju »«taufen. xj Haas \vm iMerksbWr^ »irad, i gSi! »et’ AngebofeJ ieriSSS* Rr. 116 Elftes Blatt Mittwoch dm IS. Mai ISO» Der Kießnur Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Dir Gießener AnmirienStälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Vierteljähriger Abonnementsprei»r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Txpcditio« und Druckerei: -chutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblntt für den Tiveis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. GratisKeitage: Gießener Kamitienbkätter. ■— III« —■■ ■—I—■BM—B—■—Wn!■ Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Umtlicbcr Lbeil. Gießen, den 17. Mat 1897. Letr.: Die Ausführung des KrankenverficherungSgefetzes. Baß Grotzhrrzogliche Kreisamt Giehen O» Vie ereto» »ürgerrveWereße« des ««etses. Die alsbaldige Erledigung der Auflage unseres Amtsblatts Nr. 3 bringen wir in Erinnerung. v. Gag er«. Deutscher Reich. Berlin, 15. Mat. SträfltngSarbeit und Wettbewerb. Die amtliche „Berliner Correspondenz- schreibt: Da» englische Unterhaus hat in zweiter Lesung einen Gesetzentwurf angenommen, welcher die Einfuhr von Maaren verbietet, die in ausländischen Gefängniffen angefertigt find. Im Laufe der Debatte erklärte der Staatssekretär der Colonien, mau wtffe, daß die deutsche Regierung beabsichtige, die Gefängvtßtnduftrte auch auf andere Artikel, als die jetzt in Frage kommenden — Bürsteuwaaren und Matten — auszudehnen. Diese Annahme ist, soweit die vom preußischen Ministerium des Innern reffortirende Gefängniß- verwaltung in Frage kommt, unrichtig. Gerade das Gegen- thetl ist der Fall- die Gefänguißverwaltung ist seit Jahren bemüht, die Unternehmerarbeit in den Strafanstalten und Gefängntfien etozuschränken, mit dem Erfolge, daß nach der Statistik für 1895/96 nur noch 52 v. H. aller Gefangenen im Unternehmerbetriebe beschäftigt waren, gegen 73 v. H. im Jahre 1869. Seitdem die Gefangenen in täglich wachsendem Umsange sür die Herstellung von Gegenständen für staatliche Verwaltungen beschäftigt und in größerer Zahl zur Ausführung von LandeSmeliorattonen verwendet werden, wobei die Gesuche um Hergabe von Gefangenen für diese Zwecke sich mehren, wird in absehbarer Zeit der Unternehmer- betrieb in diesen Anstalten so sehr zusammenschrumpfen, daß von seinem Einflüsse auf die freie Industrie nicht mehr die Rede sein kann. Weiden, 16. Mai. Bet der Wanderversammlung bayerischer Landwirthe sagte Prinz Ludwig: Daß ich in Bayern überall gut ausgenommen sein werde, war ich überzeugt, habe auch wie immer gebeten, für mich keine besonderen Feste zu veranstalten, weil ich nicht will, daß meinethalben Städte und Gemeinden sich in Unkosten stürzen. Ich halte mich an das Wort Ludwigs II. bei dem Wittels- bacher Jubiläum, wo er sagte: Ich und mein Volk brauchen keine solchen Sachen, und in der That, wenn Volk und Fürstenhaus 700 Jahre ununterbrochen zusammengestandeu und das Fürstenhaus auS dem Volke selbst hervorgegangeu ist und das Volk so oft Blut dafür vergossen und die Dynastie auch eingestanden, wenn eS gegolten hat, für das Volk ein- zutreten, so sage ich: Wir brauchen keine solchen Feste. Frkf. Ztg. Depeschen deS Bureau „Herold." Berlin, 17. Mat. Beim Reichskanzler Fürsten Hohenlohe fand heute eine Minister-Conferenz statt. Berlin, 17. Mai. Die Freisinnigen haben für Mittwoch eine Protest-Versammlun g gegen daS VereiuS- gesetz etnberufen. Berlin, 17. Mai. Eine Wiener Depesche der „Post" bestätigt, daß in Athen ein Complott auf Ermordung deS Königs entdeckt worden ist. Zahlreiche Verhaftungen, darunter zwei italienische Anarchisten, sind vorgenommen worden. Berlin, 17. Mat. Gestern haben bereits die ersten Protestoersammlungen gegen daS neueVeretuS- gefetz stattgesunden. In Friede berg (Neumark) sprach der Abgeordnete Dr. Pachnicke in einer Volksversammlung gegen die Vorlage. Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, welche sich entschieden gegen die Vorlage wendet. In Altwasser (Schlesien) tagte gestern die Delegtrten- Versammlung der freisinnigen Bolkspartei für Mittel-Schlesien, welche ebenfalls eine Protest-Resolution annahm. Berlin, 17. Mat. (Preußisches Abgeordnetenhaus.) Erste Berathung des Vereinsgesetzes. Das HauS ist gut besetzt, die Tribünen überfüllt. Am Ministertische find u. A. Ministerpräsident Fürst Hohenlohe, Minister deS Innern v. d. Recke, Justtzminifter Schönstedt. Ministerpräsident Fürst Hohenlohe tritt dem ihm gemachten Bor- dürfe entgegen, als habe er die am 27. Juni im Reichstage gegebene Zusage nicht erfüllt. Er habe tu dieser Sitzung erklärt, daß er hoffe, das tn verschiedenen Bundesstaaten geltende Berbindungsverbot werde außer Wirksamkeit gesetzt werden können. Als man die Erwartung aussprach, die Aufhebung deS CoalitionsverbotS möge nicht an Bedingungen geknüpft werden, die eine Verschärfung deS bestehenden Rechts enthalten, da sei von der Regierung keine Antwort gegeben worden, weil man sich noch nicht schlüssig gemacht hatte. Mit der jetzigen Vorlage glaube die Regierung ihr damals gegebenes Versprechen einzulösen, da zu befürchten war, daß eine bloße Aufhebung deS Verbindungsverbots die Zustimmung deS Herrenhauses nicht gefunden hätte. Ich betrachte, so sagt der Reichskanzler, daS Vereins- und Versammlungsrecht als eine werthvolle Errungenschaft, aber eS muß auch zugegeben werden, daß ein unbeschränktes Vereins- und Ver- sammlungSrecht große Gefahren in sich birgt. AuS diesem Grunde muhte eine richtige Mitte gesucht werden. Die Vorlage geht nicht über daS hinaus, wa» bereits in anderen deutschen Staaten zu Recht besteht. Die Regierung will das verfassungsmäßige Vereins- und Versammlungsrecht keineswegs antasten, es handelt sich nur um die Ausgestaltung desselben, nach den Bedürfnissen der Zeit. (Beifall rechts, Zischen link» und im Centrum). Abg. Krause (natl.) bezweifelte nicht, daß Fürst Hohenlohe geglaubt hatte, er löse mit dieser Vorlage sein Versprechen ein. Der Reichstag habe sich aber die Erfüllung etwas anders gedacht. Obwohl wir meinen, die Berathung so wichtiger Gesetze solle im Plenum erfolgen, find wir auch mit der CommtsfionSberathung einverstanden. Wir hatten auch gehofft, daß die Regelung des VeretnSgesetzeS gleich für das Reich erfolge. Redner geht auf Einzelheiten des Gesetzes ein und will nur den Ausschluß minderjähriger Personen gelten lassen- indessen sei er auch hier mit der Ausgestaltung der Bestimmungen nicht einverstanden. Redner will, daß der öffentliche Friede und die öffentliche Sicherheit erhalten bleibe, will aber nicht, daß über diese Angriffe untergeordnete Organe, deren Taktgefühl oft viel zu wünschen lasse, zu urtheilen hatten. Abg. v. Heydebrand (cons.) erkennt an, daß die Vorlage daS Richtige treffe. Die Conservativen würden dafür eintreten. Minister v. d. Recke vertheidigt die Vorlage. Die Regierung sei für jeden Verbesserungsvorschlag zugänglich. Sie wolle daS VeretnSgesetz erleichtern. Der Minister bezweifelt, daß alle nationalliberalen Elemente hinter dem Abg. Krause seien. Abg. Fritzen(Centr.) führt au», daS Centrum lehne einstimmig die Artikel 1 und 3 ab. Die Vorlage sei keine Einlösung des Versprechens des Fürsten Hohenlohe. Abg. Frhr. v. Zedlitz (freicons.), die Autorität der Regierung und das abgemeine Rechtsbewußtsein erforderten, daß revolutionäre Agitationen in Vereinen und Versammlungen nicht geduldet würden. Redner ist für die Vorlage. Abg. Rickert (frs. Ver.) kritifirt scharf die Begründung der Vorlage. Die Unzufriedenheit im Volke werde durch dieselbe sehr gesteigert. Justizmtnister Schoenstedt erklärt, die Regierung verkenne nicht, daß die Vorlage die Verfassung ändere, jedoch sei e» unnöthig, dieserhalb ein besonderes Gesetz vorzulegen. — Morgen Fortsetzung. Wiesbaden, 17. Mai. DaS Kaiserpaar unternahm heute Vormittag 7% Uhr eine Spazierfahrt nach der griechischen Capelle und von dort einen Spaziergang durch den Wald. Um 9 Uhr erfolgte die Rückkehr ins Schloß. Um 98/4 Uhr besuchte die Kaiserin einige WohlthätigkeitS-Anstalten, während der Kaiser um IP/2 Uhr einen Spazierritt im Jagd-Costüm mit Gefolge unternahm. Um 1* 1 * * * * * * * 9/a Uhr erschien da» Kaiserpaar auf dem TaunuSbahnhofe zum Empfang der Kaiserin Friedrich, welche um 1 Uhr 45 Mtn. mit der jüngsten Schwester der Kaiserin, Prinzessin Feodore von Schleswig- Holstein hier etutraf. Um 2 Uhr fand im Schloß gemeinschaftliche Tafel statt. Um 4 Uhr 7 Mtn. kehrten die Gäste nach Cronberg zurück. Bochum, 17. Mai. Commerzienrath Baare ist in der vergangenen Nacht gestorben. Wien, 17. Mai. König Oskar von Schweden ist von der phtsosophtschen Facultat der Wiener Universität zum Ehrendoctor ernannt worden. Wien, 17. Mai. An hiesigen officiellen Stellen ist man durch die unerwartete große Forderung der Pforte peinlich überrascht, zumal die bisher auf vertraulichem Wege bekannt gewordenen Bedingungen weit bescheidener waren. Man ist jedoch nicht im Zweifel darüber, daß die Türkei absichtlich ihre Forderung so erhöhte, um gleichsam ein Maximum festzustellen, weil sie eine Reduction Seitens der Mächte erwartet. Zu welcher Herabminderung der Kriegsentschädigung die Mächte sich entschließen werden, kann noch nicht gesagt werden, doch dürfte die Summe von 120 Millionen Francs der Wirklichkeit nahe kommen. Bezüglich der übrigen Forderungen kann von der Wiederherstellung der alten türkischen LandeSgrenzen keine Rede sein und die Mächte werden über eine unwesentliche Grenz-Regulirung bei Meluna nicht hinausgehen. Man beabsichtigt, den in der Türkei lebenden Bulgaren, Serben und Rumänen bezüglich Schule und Kirche dieselben Rechte etnzuräumen, wie den Griechen. Prag, 17. Mat. Gestern ging in der Umgegend ein furchtbares Gewitter mit Wolkenbruch nieder. Die Moldau ist in verschiedenen Gegenden Böhmens aus den Ufern getreten. Die Stadt BudweiS ist vollständig überschwemmt. Prag, 17. Mat. Die jungtschechische Partei beschloß, beim Ministerium gegen die Durchführungsordnung zu dem neuen Sprachen-Erlaß energisch zu protestiren. Paris, 17. Mai. Die französische Regierung hat ihren Botschafter in Konstantinopel angewiesen, Alles zu versuchen, um dem Sultan begreiflich zu machen, daß weder der von ihm geforderten Annexion Thessalien» noch der Kriegs-Ent- schädigung von 10 Millionen türkischen Pfund von den Mächten zugebilligt werden könnte. Paris, 17. Mai. Der Minister des Aeußern erklärte, die von einem hiesigen Bureau witgetheilten Friedens- bedtngungen feien Wünsche der türkischen Mtttelparteien, der Sultan erkenne die Unannehmbarkeit der einzelnen Punkte, insbesondere der Annexion Thessaliens an. Athen, 17. Mai. Mehrere Gesandte der Großmächte verständigten den König davon, daß ihre Regierungen Alle» aufwenden würden, um beim Sultan mildere Friedens- bedingungen zu erzielen. Sie rtethen ihm jedoch an, die Operationen im EpiruS einzustellen, was der König auch zusagte. Athen, 17. Mai. Sämmtliche Blätter geben die Erklärung ab, Griechenland werde sich lieber vernichten lassen, als einen Theil seiner Selbstständigkeit aufgeben. Rom, 18. Mai. Die „Oppinione" signalifirt einen Collectivschritt der Mächte bei der Türkei, um von dieser mildere FrtedenSbedingungen für Griechenland zu erlangen, da der Abschluß de» Friedens bevorstehe. Paris, 18. Mai. Der „TempS" meldet: Die Großmächte ersuchten die Türket, die geforderte Kriegsentschädigung um 50 Millionen Franc» herabzusetzen. Rußland soll geneigt sein, die Kriegsentschädigung in Höhe der Summe zu garantiren, welche die Türket noch Rußland als Kriegs- entschädigung schulde. Pari», 18. Mai. AuS Konstantinopel wird gemeldet, die türkische Armee habe bet der gestrigen Schlacht bet DomokoS beabsichtigt, die ganze griechische Armee gefangen zu nehmen. Die Griechen hätten sich aber noch rechtzeitig gegen Fusko zurückgezogen. Athen, 18. Mai. Die Türken rückten gestern von den Dörfern Thupster und Thumasi gegen DomokoS vor. Die türkischen Truppen werden auf 15,000 Mann geschätzt. Die griechische Regierung protestirte bet den Gesandten wegen dieses erneuten Angriffs. Die Türken wollen SmolenSki die Betheiligung am Kampfe abschnetden. Die Erbitterung ist groß. WB. Athen, 18. Mai. Der Hauptangriff der Türken gegen daS Centrum und den linken Flügel der Griechen bei Domokos wurde abgeschlagen. Die Türken warfen indessen den rechten Flügel der Griechen bei Almyro zurück und fetzten sich bei Kirtkt nördlich der Linie Almyro- Domoko fest, weßhalb die Griechen sich auf die Gebirgsausläufer der alten OthryS-Grenze znrückztehen. WB. Lamta, 18. Mai. HavaSmeldung. Heute Morgen 7 Uhr räumten die Griechen DomokoS. CoceUs nnd ptwhtitetUs» Sieben, den 18. Mai. ** Berzeichniß der Hauptgeschworenen für die am 14. Juni beginnenden Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen: 1. Justus Lenz, Hotelier in Gießen. 2. KaSpar Horst II., Landwirth in Ruppertenrod. 3. Karl Pfannsttel, Rechner in Ulrichstein. 4. Ludwig Klinkel IV. in Ruttershausen. 5. Konrad Schimpf, Landwirth in Ostheim. 6. Emil Sehrt, Fabrikant in Grünberg. 7. Jakob Heinrich Lemp, Landwirth in Altenstadt. 8. Christian Schmalbach, Bürgermeister in HartmannShain. 9. August Orbtg, Quästor in Gießen. 10. Samuel PaScoe, Dtrector in Gießen. 11. KaSpar Ludwig Höhler, Landwirth in Angenrod. 12. Georg Libacb, Landwirth in Klein-Karben. 13. Heinrich Roth XI., Land- wirth in Langsdorf. 14. August Klipstein, Rentier in Laubach. 15. Ludwig Hofmann IV., Landwirth in Lollar 16. Johann Heinrich Lang IIL, Laodwirth in Stockhausen. I laut der Verse und der aomuthigen Wiedergabe der zwe 17. Ludwig Konrad Theobald, Rentier in Bad Nauheim. Mädchenrollen verfehlte da- harmlose Schäferspiel doch nicht, 18. Richard Wörner, Kaufmann in Bad-Nauheim. 19. Andrea- Karl Keller, Landwtrth in Anger-back. 20. Heinrich Christian Löber, Laodwirth in Laubach. 21. Leonhard Hoos, Kaufmann io Lauterbach. 22. Ernst Diegel, Laodwirth in Ehringshausen. 23. Georg Philipp Feuerbach, Gemeindeetnnehmer in Ockstadt. 24. Friedrich Ickes, Laodwirth in Eckartsborn. 25. Heinrich Appel L, Laodwirth in Kaulstoß. 26. Konrad Zimmer, Bäcker in Ltch. 27. Johannes Karle, Landwirth in Zeilbach. 28. Friedrich Lorenz, Weinhändler io Lauterbach. 29. Bolbrecht Struth IIL, Fabrikant in Lauterbach. 30. Karl August Faber, Spengler in Gießen. *• Octroi. Nach dem Jahresbericht des Octroi-JnspectorS Mäser pro 1896/97 beträgt: A. Da- Octrot-Einkommen der Stadt Gießen: 1895/96 1897/98 Von Schlachtvieh Mk. 31491.99 33749.55 „ Fleisch und Wildpret . . „ 4 789.59 5915.95 n Brennmaterialien . . . „ 29 298.54 31007.51 „ Mehl, Früchten, Backwaaren „ 31602.56 32 934.68 , Getränken „ 29127.83 29080.71 Im Ganzen . . . „ 126 310.51 132 688.40 In 1895/96 Mk. 126310.51 Mithin in 1896/97 mehr . „ B. Die Rückvergütungen betragen: Für Schlachtvieh und Fletsch . Mk. 645.08 „ Brennmaterialten . . . „ 743.94 „ Mehl, Früchte, Backwaaren „ 17 782.38 „ Getränke 4886.31 An da- Militär „ 3063.67 6377.89 735.10 593.08 19226.79 5590.89 2921.44 Im Ganzen . . . „ 27 121.38 29067.30 In 1895/96 Mk. 27121.38 Mithin in 1896/97 mehr . „ 1945.92 C. Abschluß: Bon dem Einkommen . . . Mk. 126310.51 132688.40 die Rückvergütungen ab . . „ 27121.38 29067.30 Bleibt .... „ 99189.13 103621.10 In 1895/96 Mk. 99 189.13 Daher in 1896/97 mehr . . „ 4 431.97 •• Bteberthalbaho. Einer Anfrage, die der Abg. Köhler und Genossen an Großh. Regierung richtete, liegt eine dem Antragsteller aus Gießen zugegangene Zuschrift zu Grunde, welche im Wesentlichen besagt, daß Einzelne durch die Ausführung des Bahnbaues in ihrem Interesse und Vermögen geschädigt werden. „Bet mir und vielen Anwohnern der Rodheimerftraße ist dies der Fall. Ich selbst bin vor mehreren Jahren von Lang-Gön! nach Gießen verzogen, habe mir dort ein Grundstück an der Rodheimerstraße gekauft, habe mir ein Haus darauf gebaut, welches mich ca. 20000 Mk. gekostet hat und habe nun noch drei Bauplätze ä fünfzehn Meter Front an der Hauptstraße liegen, welche ich nach und nach bebauen wollte. Da nun aber die Bahnlinie birect an meinen Grundstücken der Straße entlang geführt werden soll, tritt die Gefahr ein, daß dieselben gänzlich für mich rotwerthet und ich in meinem Vermögen ruintrl werde. Denn bereits jetzt schon haben mir meine Miether erklärt, daß — wenn die Bahn zur Ausführung komme — sie nicht länger mehr wohnen bleiben würden." Auch mit der Bitte, von Heuchelheim aus birect bie Bahn in ben Bahnhof der Main- Weser-Bahn etnmünden zu lasten, seien bie Interessenten nicht burchgedruogen. — Abg. Köhler fragt baher bei Großh. Regierung an: 1. Sinb ber Großh. Regierung bie oben ge- schilberten Zustänbe bekannt? 2. Ist eS ber Großherzoglichen Regierung noch möglich, bie Jnteresten unb Rechte btr Anwohner ber Rodheimerstraße zu Gießen zu wahren? 3. Ist eventl. Großh. Regierung bereit, die beregte Angelegenheit einer eingehenden Prüfung zu unterwerfen und auch zu erwägen, ob eS sich überhaupt empfiehlt: a. Landstraßen im Allgemeinen als Fahrbahnen für Dampfmaschinen re. zu benützen, b. die so wie so schon schmale Lahnbrücke bei Gießen durch Ueberführung der Eisenbahn noch mehr zu verengen? 4. ob Großh. Regierung gewillt ist, die Kleinbahn-Gesellschaft eventl. zur Verlegung der Bahnstrecke hinter die Rodhetmer- straße und mit Einmündung in den vorhandenen Bahnhof zu veranlassen? ** Geverbebauk Gießen. In der gestern Abend stattgehabten Generalversammlung der Gewerbebank, e. G. mit unbeschr. Hastpfl., erstattete der Vorsitzende des AusfichtSratheS, Herr Earl LooS, den üblichen Geschäftsbericht, aus welchem zu ersehen ist, daß Betrieb und Stand des Geschäfts durchaus vertrauenerweckend sind. Wir wünschen dem Institut auch ferner Blühen und Gedeihen. Die auS- scheidenden Mitglieder des AufflchtSraihS: Daniel Heil, Heinr. Leib, Earl Berg, Louis Flett und Ehr. Leo wurden wiedergewählt. Dem Vorschläge des Auffichts- ratheS, an die Mitglieder der Gewerbebank auf deren eingezahlte GeschäftSantheile 6pEt. Dividende zu gewähren, wurde zugestimmt. Weiter wurde beschloffen, der Wittwe deS früheren Gewerbebankdieners W ä h r u m eine nach Beschluß der Generalversammlung widerrufliche jährliche Pension von 500 Mk. zu bewilligen. •• Die Vorstellung, mit der der Theaterverein am SamStag die Aufführungen dieses Jahres beschloffen hat, war eine der glanzvollsten und beftgelunqenen der Saison. Die Kölner Gäste, die unS vorher nur Proben ihre« künst- lerischen Könnens in der hohen Tragödie und im ernsten Sittenstück gegeben hatten, zeigten diesmal, waS sie im zierlichen Schäferspiel und im Charakterlustspiel leisten können und wir wären geneigt, diese Leistung als Ganzes genommen über da» früher Gebotene zu stellen. Voran ging daS Goethefche Jugendftück „Die Laune des Verliebten", in dem, wenn wir dem Literarhistoriker Goethe über den Dichter Goethe glauben dürfen, die thörichten Eifersüchteleien, mit denen dieser ein liebenswürdiges Mädchen, Käthchen Schönkopf quälte, ihren dichterischen Nachklang gesunden haben. Der Inhalt bei Stückes ist ziemlich dürftig- dank dem Wohl- unS in die behaglichste Stimmung zu versetzen. Der „Geizige" wurde in DingelpertS Bearbeitung gegeben, bie, wie man eS ja schon von seinen Shakespearleiftungen gewohnt ist, gerne Rauhheiten unb Härten deS Originales glätten unb dadurch bieseS unserem Publikum vielleicht munbgerechter machen. Wir gestehen, baß wir einige dieser Härten, wie ben Fluch beS Vaters unb die Antwort deS Sohnes, bei der Aufführung ungern vermißten. Im Uebrigen bewies daS Moliöre'sche Stück seine seit zweihundert Jahren nicht verminderte Lebens- und Anziehungskraft. Die Aufführung war aus einem Gusse und zeigte eine Frische und ein Leben, wie man sie bei Lustspielen auf deutschen Bühnen nur selten findet. Herr Leo Connard als Harpagon trug in Maske und Spiel etwas stark auf, im Uebrigen — und darauf kommt es doch im Grunde allein an — führte er den Cha- racter, wie er ihn aufgefaßt hatte, glänzend durch und stattete ihn mit einer Fülle lebensvoller Züge aus. Wir schätzen diese Leistung um so höher, als Herr Connard vor Kurzem als Burleigh gezeigt hat, daß seine Begabung nicht auf solche Rollen beschränkt ist. Auch die übrigen Darsteller und Darstellerinnen boten Gute-, theilweife Ausgezeichnete- und wir versagen e- unS ungern, sie einzeln anzuführen. Allein ein unerwartetes Hinderniß begegnet uns schon bei Harpagons Töchterchen Elise, dieser heiteren, klaren, verständigen und doch zärtlichen Französin, die den von dem germanischen abweichenden Mädchentypus MolivreS so reizend verkörpert. Die treffliche Schauspielerin, die die Elise im „Geizigen" und Amine in der „Laune des Verliebten" barstellte, führt in beiden Stücken verschiedene Namen. Der rathlose Kritiker weiß daher nicht, ob er Isa DuboiS oder Margarethe Brock seine begeisterte Huldigung zu Füßen legen soll. — Wenn wir die Vorstellungen des letzten Jahres überblicken, so finden wir, daß von den sechs Vorstellungen vier (die drei clasfischen Stücke: „Emilia Galotti", „Maria Stuart", „Der Geizige" und „Liebelei") entschiedene Treffer waren und auch „Bürgerlich unb Romantisch", trotzdem eß schon etwas stark verblaßt ist, als ein liebenswürdige- Bild der Zeit, „al- ber Großvater bie Großmutter nahm", sehr wohl einen Abenb füllen durfte. Also auf sechs Vorstellungen nur eine, bie höheren Anforberungen nicht genügen konnte! Wahrlich ein Resultat, mit dem bie Leiter des Theatervereins unb, wie unS bedünken will, auch bas Publikum zufrieben sein bürste. Unter dem frischen Eindruck der Samstags-Vorstellung konnte der Kritiker den Wunsch nicht unterdrücken, ber nächste Winter, wo Gießen seinen Ehrgeiz befriedigt, ein eigenes Stadttheater zu besitzen, möchte uns eine Anzahl Vorstellungen von dieser künstlerischen Abrundung bringen, wie wir sie in diesem Jahr zu sehen das Vergnügen hatten. •• Experimental-Vortrag. Im Saale des Safe Leib fand gestern Abend der erste der beiden angekündigten Demon- stration-vorträge über bie Wunder der Electricität unb Optik von Herrn W. Finn statt. Leider enttäuschte bie Interesselosigkeit unsere- Publikums für solch interessante-, durch die Art deS Vortrag- gemeinverständlich gemachtes Thema, denn nur ein kleines Häuflein hatte sich eingesunden. Trotzdem erledigte Herr Finn sein reichhaltiges VortragS- irogramm in fesselnder Weise und die Experimente wurden überraschend schön unb mit virtuoser Sicherheit und Geschick lichkeit vorgeführt. Den Schluß bildete ber Versuch, bie Totalreflexion des elecirischen Lichte- in einem gebogenen Wasserstrahl zu btmonftriren. Die heutige letzte Vorstellung deS Herrn Finn können wir nicht genug empfehlen. Die Experimente sind durchwegs geradezu glänzend. Die ungemeine Reichhaltigkeit ber experimentalen Demonstrationen har unsere Erwartungen weit übertroffen. ** Im Rausch. Ein dem Trunk ergebener Mann von hier begab sich am Sonntag Abenb in angetrunkenem Zustänbe an den Bootsplatz an ber Lahn und erklärte ben ihm begegnenden Leuten, er wolle in die Lahn gehen und sich das Leben nehmen, weil er mit seiner Frau irn Unfrieden lebe. Sehr ernst muß er es doch nicht gemeint haben, er zog seinen Rock auS, ging aber nur bis an die Brust in baß Wasser unb ließ sich bann von zwei Herren heraußziehen. Die Polizei brachte den Lebenßmüden in daß Haftlocal und entließ denselben wieder, nachdem er seinen Rausch aus. geschlafen hatte. •* Diebstähle. Gestern Morgen wurde einer Frau in der Mühlgaffe ein Portemonnaie mit 21 Mark auß ihrer Wohnstube gestohlen. Ein beß Diebstahlß dringend ver- dächtiger Arbeiter auß Butzbach wurde am Bahnhofe, als er abreisen wollte, verhaftet. — Einem Schneidergesellen wurde im Lause der vorigen Woche ein Sparkaffenbuch über 70 Mark unb ein Zehnmarkstück aus seinem Koffer gestohlen. Als beß Diebstahlß verbächtig wurde ein Schlascollege beß Bestohlenen in Haft genommen. **F. Die Uebergabe beß neuen Sportplatzes au der Hardt, sowie bie Einweihung beß neuen Versammlungß- zimmerß an bie Vorftänbe beß Curatoriumß der Renn bahn Gießen 1897 unb der „Wanberer" Gießener Rabfahr- Gesellschaft fand am vergangenen SamStag Abenb auf „TextorS Terrasse" statt. In Vertretung beS Herrn Rechts- anwalt Dr. Jung eröffnete Herr Wilhelm Homberger bie Feier unb ertheilte sofort dem Haupte beS ganzen Unternehmens, Herrn G g. Bichl er das Wort. Derselbe führte ungefähr Folgende- au8: In richtiger Erkenntuiß der Bedeutung einer Rennbahn für die Hebung des Radfahrsports in Gießen faßten im Herbste vergangenen Jahre- die Herren Wilh. Homberger, Chr. Duill und Wild. Hamel den Entschluß, eine erstklassige Bahn in Gießen anzulegen; ein Entschluß, der bald auch zur Ausführung kam und zwar auf Grund eineß mit Herrn Bichler abgeschloffenen Vertrags. Bald merkten jedoch die Unternehmer, wie große Schwierigkeiten sich ihnen in den Weg stellten und nur ber Gedanke, daß da-, waS andere SportSzweige, hauptsächlich Ruderer und Turner, geleistet unb erreicht haben, auch von den Radfahrern geleistet werden kann, ließen die anfänglichen Befürchtungen bald schwinden. Auch in der technischen Anlage sei man auf große Schwierigkeiten gestoßen, war doch kein Vorbild da, nach dem man sich richten konnte unb war man doch nur angewiesen auf Unterredungen mit Technikern unb Rennfahrern- aber auch diese Hinderniffe wurden Überwunden, Dank dem Entgegenkommen Fremder und ber regen Thätigkeit der Erbauer. Für diese ihre Thatigkeit und Aufopferung zollt Herr Bichler warme Worte deS DankeS allen Denen, welche an dem Werke mitgearbeiter, besonders dem technischen Leiter beß ganzen Unternehmens. Herrn Jean Kröhler sowie Herrn Herbt aus Frankfurt a. W. nebst Arbeit-personal für bie vorzügliche Ausführung ber Cementarbeiten, welche trotz der Unbill der Witterung rechtzeitig fertig gestellt wurden. Um nun auch weitere Kreiie für die Bahn zu interessiren, erfolgte im Februar b. I. bie Gründung des „Kuratorium der Rennbahn Gießen 1897". Unter der Versicherung stets treu zur Sache zu halten und der Hoffnung Raum gebend, daß die Bahn am 30. Mai bie Probe gut bestehen möge unb baß ba- Ziel, ieHedu,g des Radfahrsports in Gießen erreicht werbe, übergab Herr Bichler bie Bahn an bie Vorftänbe beiber Vereine. Herr Hornberger übernahm unter Worten beß Dankeß an Herrn Bichler die neuen Anlagen mit Wirkung vom 1. April l. I. Durch daß großartige Entgegenkommen des Herrn Bichler fei mehr geschaffen worden, als man in den kühnsten Hoffnungen erwartet hatte und man könne mit Beruhigung den Rennen am 30. Mai entgegensetzen. Aber nicht allein an die sportliche Seite hat Herr Bichler gedacht, sondern er versteht eß auch, die GemÜthlichkrit zu fördern. Zeuge hiervon ist das reizende VersammlungSzimmer der „Wanderer", welches Herr Bichler mit Scenen auß dem Radfahrwesen und mit dem Bundes- und Vereinsabzeichen hat schmücken lassen. Mit einem dreifachen „All Heil" auf bie Familie Bichler schloß Herr Hornberger seine Ausführungen. Herr W. Weiß toastete auf baS gute Einvernehmen zwischen Curatorium unb „Wanderer" unb Herr Jean Kröhler widmete fein „All Heil" den Hoffnungen, welche mit der Uebernahme der Bahn verknüpft sind. Nicht unerwähnt mögen die Solovorträge des Herrn Hüttenberger (Violine) bleiben, wie man überhaupt der Musik bie höchste Anerkennung für ihre Leistungen zollen muß. Vorträge wechselten mit Gesängen ab unb hielten bie Theilnehmer noch bis zu früher Stunbe zusammen, benn erst bei TageS- grauen traten bie letzten den Heimweg an. „All H:il"! ** Eröffnung bei Haltepunktes Wißmar. Am 1. Juni d. I. wird an ber Strecke Lollar-Wetzlar, zwischen ben Stationen Lollar unb LaunSbach, ber Haltepunkt Wißmar eröffnet- derselbe dient nur sür Personenverkehr. Die Ausgabe ber Fahrkarten erfolgt burch bie Zugführer und erstreckt sich nur auf den Verkehr mit den Stationen, welche an der vorgenannten Bahnstrecke liegen. ** Feuerloschstatistik Im abgelaufenen Jahre betrug bie Zahl ber freiwilligen Feuerwehren im Großherzog- thum Hessen 258, der Pflichtfeuerwehren 693, mit 60374 Mil- gliedern unb 28 667 HilsSmannschaften. An Spritzen waren in 937 Orten 1635 vorhanden. Wasserleitung befand sich in 64 Orten. Die Zahl der Brände betrug 1891 — 95 1580. Dann entfallen auf die Städte Mainz 207, Darmstadt 112, Offenbach 40, WormS 32, Gießen 24, Alzey 10. In ber gleichen Periode betrugen die Ausgaben für Feuerlöschzwecke 1 173024 Mk., wovon bie Gemeinben 1048 767 Mk. aufbrachten. *• Ausstellung deutscher Städte. Eine Conserenz von Vertretern deutscher Städte soll im Anschluß an den Congr-ß für Wohlfahrtspflege zu Karlsruhe stattfinden Gegen- stand dieser Besprechung wird der vom Magistrat von Karlsruhe gestellte Antrag fein, daß sämmtliche deutschen Städte mit über 10,000 Einwohnern sich zu einer Coll ctio-AuS- Rettung zusammenschließen, bie auf ber Pariser Ausstellung in Zeichnungen, Modellen u. s. w. ein anschauliches Bild von den Fortschritten ber deutschen Gemeinwesen, besonders auf dem Gebiete ber Hygiene, geben. •* Wetterbericht. Die Depression im Süben hat fich )eute nordwärts gegen Frankreich noch mehr auSgebreitet unb liegt ein flaches Centrum über bem Golf von Genua, während sich daß gestern über Ungarn gelegene ziemlich aus- gefüllt bat. Dabei ist auf unserem Gebiete ein schwaches Luftdruckgesäll- von Nordosten gegen Südwesten entstanden, o daß eß bei Nordwest Winden stellenweise ausgeklärt hat. Die Temperaturen haben über Central-Europa wieder rasch ugenommen. — Voraussichtliche Witterung: Wolkiges, unächft noch nicht beständige! Wetter. Friedberg, 16. Mai. Heute Morgen 81/, Uhr wurden >ier mehrere Tausend Brieftauben aufgeiaffen, die von köln in vier Eisenbahnwaggon! hierhergeschickt worden waren. Zu diesem Schauspiele hatten fich viele Zuschauer am Bahn- lofe eingesunden. Die Thierchen tummelten fich kurze Zeit Über der Stadt, um bann in nordwestlicher Richtung zu enteilen. Von unserer breiten Kaiserstraße aus sah ba! Gewimmel ber Tauben in ber Lust reizenb au!. 4- Geiß Nidda, 18. Mai. Die vor einem Vierteljahr erfolgte Wahl des Laudwirth! Adolf Lind dahier zum Bürgermeister unserer Gemeinde hat nun die obrigkeitliche Bestätigung gefunden. Demselben dürste sonach auch da- Amt deß Ort-gericht-vorstehers unb Stanbelbeamten demnächst übertragen werden. AlSfeld, 16. Mai. In Wien beging an 10. Mai Herr Carl Berck, Chef der Firma C Berck, ein geborener Ilsfelder, fein 25jährigeS Jubiläum als Repräsentant der weltbekannten Liebigs Fleischextract Gesellschaft. von Seiten einer zahlreichen Freunde und Bekannten in der Geschäftswelt wurden an diesem Tage Herrn Berck, der sich um die EinsÜhrung bei Liebig'schen FleischextrackeS in Oesterreich- Ungarn die größten Berbienste erworben, warme Sympathiebezeugungen zu Theil. >2! vinderM. \ytQ 5rembtl ä?«s 'ÄSJ L'r r“ni«t d =v u ° ®«6<= 1887. ? •" Wteit nn; 30. 88,i M Oihidll,, 6e6 Dankes an bomI-8prl[Lg, 16 Herrn Sichler "?*» W ^rruhlMtz den n*^ allein an a^i sondern er fWlW. Z„„ der »Wanderer", Em ^adsahrmesen *en ^at schmücken QUf die Familie Mangen. Herr rnrhmen zwischen Jean Kröhle» welche mit btr Nicht untttüabm ÖOtttnftigt t NI! M höchslt >4 Vorträge die Theiinechmrr erst bet TageS- „AU heil"! :. Am 1. Juni t/ zwischen den Haltepunkt Personenverkehr, h die Zugführer l den Stationen, ,en. n Jahre betrug Im GroKSerzog- mit 60 3 74 Mit- \ Spritzen waren ^Mg desavd sich mi-95 1530. [, Darmstadt 112, zih 10. In der ir Fruerliischjwkcke )48767 Mk. aus« t Couserenz von ■ an den Songrrtz msraden- Na‘ gtkrak dm W t deoticheo Stäbu ner Mcnv-W- lariftr iaMeS M von en, besonders aus n Süden hat mehr auSgebrelltt Golf von Genua, z'-mllt «”8' i,„ (In W*1 tntfttn entfianbcn. |e *t'irl ,Wa «W« '!al? teuti8:®0 11' , gi/, W i»"rh“ tfffS* „„ 10. Sei mnrlne Mainz, 14. Mai. Der „Mainzer Anzeiger" schreibt: Stolz fuhr der Schlepper „Dr. Carl Peter»" immer den Rhein hinauf und hinab, dabei den Ruhm des AfrikaforscherS und ReichscommisiarS verkündend. Aber was ist ein Name! Er kamen die Enthüllungen über die unmenschlichen Hand« lungev, deren sich PeterS im dunkelsten Erdtheil schuldig gewacht, man erfuhr, wie er wehrlose Menschen geringfügiger Dinge wegen hatte aufknüpfen lassen, und man wandte fich empört von dem einst Gefeierten ab. Nicht genannt soll sein Name mehr werden! ES ist also recht, daß die Firma Asteroth hier kurz entschlossen ihren Schlepper „Dr. Carl PeterS" tu „Christine" umgetauft hat. So wandeln fich Menschen und Schiffe! Dcrmifdpits. • Wetzlar, 17. Mat. Im Januar ds. IS. pasfirte in Waldgirmes der Fall, daß der dortige Fletschbeschauer zwei an einem Tage geschlachtete Kühe wegen des Verdachts der Tuberculose beanstandete und dem Vorstand deS Vieh- orrsicherungSveretnS, welchem die Thiere zur Last fielen, dte Zuziehung eines Thierarztes anheimgab, um das Fleisch der Kühe auf seine Verkaufsfähigkeit hin prüfen zu lassen. Der Vorstand versprach sich hiervon indeß keinen Vortheil für seine Kasse und er acceptirte daher daS Angebot des MetzgerS Wilhelm Karl M. aus Ehringshausen, der eines der bean- slrodeten Thiere in Gemeinschaft mit einem Gießener Metzger geschlachtet hatte und der sich bereit erklärte, daS Fleisch der beiden Thiere als „Hundefutter" zu kaufen. M. kaufte dte beiden Kühe für 41 Mk., aber eS fiel ihm nicht ein, dos Fleisch derselben al- Hundefutter zu benutzen oder wieder zu verkaufen. Den größten Thetl deS Fleisches ließ er in Ehringshausen durch einen Mittelsmann für 20 Pfg. pro Pfund aubteten, für einen Preis also, der allerdings dte Käufer darüber belehren konnte, daß sie keine Waare von normaler Güte vor sich hatten. Zwei Hinterviertel lieferte er dagegen an die Schlächterei des Wetzlar-Braunfelser ConsumvereinS, welche zu seinen regelmäßigen Abnehmern gehörte, zu dem üblichen Preise. Da indeß die Cousumvereinsverwaltung davon Kenntniß erhielt, daß M. winderwerthigeS Fleisch geliefert habe, wurde M. zur Rücknahme der beiden Htnterviertel veranlaßt. Inwieweit überhaupt daS Fletsch der Kühe verdorben resp. genußunfähtg für Menschen war, hat nicht festgestellt werden können — nachtheilige Folgen deS Genusses find nicht bekannt geworden — da diejenigen Thetle, wie Lunge u.s.w., an denen die Krankheit zu erkennen ist, bereits verarbeitet waren, als der Kreisihierarzt dte Besichtigung vornahm. Doch wird auf Grund der Zeugenaussagen, welche die Lunge deS zum Thetl an den Consumverein verkauften ThiereS gesehen hatten, als feftgestellt erachtet, daß wenigstens diese Lunge erkrankt und verdorben war. Die Anklagebehörde erblickt in dem Verhalten des Metzgers M. eine au» purer Gewinnsucht erfolgte schwere Verfehlung wider daS NahrungSmtttelgesetz, die sie mit 4 Monaten Ge- fängniß, 100 Mk. Geldstrafe und Veröffentlichung deS Ur- thetls im „Wetzlarer Anz." zu ahnden beantragt. Der Gerichtshof erkennt auf 2 Monate Gefängniß,- hinsichtlich der beiden Nebenstrafen wird nach dem Anträge der Staatsanwaltschaft erkannt. * Es lebe die Submission! Bei der Verdingung von städtischen Arbeiten zum Lindenthaler Sammel-Canal in Köln erfolgte letzten SamStag die Eröffnung der ein- gegangenen Angebote. Der Höchstfordernde stellte sich mit seiner Rechnung auf 474,000 Mk., der Mtndestfordernde auf 249,000 Mk. Literatur und Auuft. AuSgewLhlte «elbstbiographien aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, herausgeaeben von Christian Meyer. Mit vier Porträt- taseln. Preis 5 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Welche Fülle ungehobe.ien culturbtstorischen Stoffes bergen unsere Archive noch in Hauschroniken, Retseiagebüchern, Briefen und Selbstbto- graphien. Und doch sind sie eS erst, dte eine farbige Anschauung vom Privatleben unserer Altoorderen gewähren. In diese so wenig noch gekannte und doch so anziehende Welt gewährt bas vorliegende Buch den breitesten Schichten unserer gebildeten Leserkreise fesselnde Einblicke. Alle Berufsstände kommen zum Wort, alle deutschen Stämme; dte schlicht treuherzige Erzählung, die kraftvoll knorrige Sprache entbehren nicht schalkkaften Humors. Der bis nach Kreta und Rhodus gekommene Augsburger Chronist und Kaufmann Zink erzählt von seinen Fahrten; Meister Albrecht Dürer gedenkt liebevoll der Eltern; der Walliser Thomas Platter schilvert seine köstlichen Abenteuer als fahrender Schüler, dessen Sohn Felix Platter macht uns mit seiner Jugendliebe bekannt; der Stralsunder Bürgermeister Sastrow befindet fick zur Zett des Schmalkaldischen Krieges im Gefolge Karls V. Der Tiroler Getzkofler schildert die Schrecken der Pariser Bluthochzeit als Augenzeuge. EliaS Holl, der größten deutschen Baumeister einer, berichtet von der durch ihn in Augsburg zur Herrschaft gelangten Renaissance, während in das 18. Jahrhundert der Historiker Hocker htnüberleitet, der als Feldpredtger der Ansbach'schen Truppen dte ersten Jahre des spanischen Erbfolgekrieges mitmachte. Die Frühlings-Nummer der »Modernen Kunst" (Verlag von Rich. Bong, Berlin W.) ist soeben in reizvollstem Gewände erschienen. Künstler, Musiker, Dichter, Männer der Feder und Drucker haben sich vereint, um etwas Außerordentliches darzubieten. In erhebendster Weise ist diese Absicht verwirklicht worden. Mit seinem Retchthum entzückender farbiger Bilder, wundervoller Holzschnitte und trefflicher Illustrationen athmet das Heft die echte Frühlingsfreude. In der farbigen Extra-Kunstbetlage „Etngefangen" nach dem Bilde von V. Jrolli, einem bekannten italienischen Meister, in dem farbigen Holzschnitt „Frühlingsblumen" nach dem stimmungtz vollen Bilde R. Warthmüllcrs und in dem doppelseitigen Holzschnitte „Vor dem Kurhause in Ostende" nach Küchlers vortrefflicher Schöpfung ist daS Höchste geleistet, was fich nur vom Aquarellfacsimtledruck erwarten läßt. ES lassen sich diese Kunstblätter unter Glas und Rahmen getrost alS Zimmerschmuck auch im feinsten Heim verwenden. Die elegante „Plauderet über Ostende" von Georg Buß, die gedankenreichen und formvollendeten Gedichte von H. v. Stolzenberg und Heinrich Bäcker, die fesselnde Novelle „Der wächserne Gemahl" von Ludwig v. Romockt, ein Meisterstück feinen Humors und spannender Schilderung, die prächtig tllustrirten „Momentbtlder aus der Marine" von Frhr. v. Dincklage, dte pikanten „Mittheilungen vom Hofe de« Khedtoe" bilden inögesammt einen textlichen Inhalt, der in Wahrheit aus der Höhr der Zett steht. Auf solche Leistungen, wie sie sich im Frühttngsheft der „Modernen Kunst" widerspiegeln, kann Deutschland stolz sein. Die „Moderne Kunst" ist ein Weltblatt in deS Wortes vollster Bedeutung. Und bei alledem wie billig! Denn für Abonnenten kostet das Frühlingsheft nur 1 Mk., für Nichtabonnenten 2 Mk. Temperatur der Lahu und Luft nach Reaumur gemessen am 17. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 12-, L< ft 20'/,°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Verkehr, Land- mir- Volfstrirt^fd^afk •Uten, 18. Mai. Marktbericht. Auf dem heurigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Psd. X 0.95—1,05, Hühnerei-r pr. St. 0 4- 2 St. 10-11 H, Enteneier 2 ©t. 11—12 4, Gänse eiet pr. St. 00-11 H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 & Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 27 4, Tauben pr. Paar X 0,70 bis 0,90, Hühner pr. Stück 1,10 bis 1,30, Hahnen pr. Stüä JL 1,20—1,50, Enten pr. Stück X 1,60—1,80, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60-66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 biß 66 Schweine fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr. Vfd. 50-54 A Hammelfleisch pr. Pfd. 50—65 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50 5 00 JL, Weißkraut vr. Stück ' --00 Zwiebln vr. Centne .M. 8,03—9.00, Milck pr. Liter 16 L, Kirschen pr. Pfd. 50 Welches ist die bekannteste und beliebteste Darmn- und Kindelselfe? Doering’s Seife mit der Eule. Was soll bei jeder Dame am Waschtische zu finden sein? Doering’s Seife mit der Eule. Was macht dre Hsut »art und den Teint schön? Doering’s Seife mit der Eule. Was ist neuerdings durch Zusatz von werthvollen Ingredienzen verfeinert und verbesi-rt worden? Doering’s Seife mit der Eule. Deshalb kaufe Jedermann, der ToUetteseste nöthfg bat,Doeri«g'4 Seife mit der Eule. Mit dieser vortrefflichen Seife wird er die schönsten Erfolge erzielen. Preis nur 40 Pfg. p-r Stück. Erhältlich überall. 2094 4462 Hypotheken-Capitalien ju 37|8 M. zur ersten Stelle gewährt in Höhe von 60 pCt. der ortsgerichtltchen Taxation provisiousfrei zu coulanten Bedingungen die Rheinische Hypothekenbank in Mannheim durch ihren Vertreter Jacob Engel, Friedberg, 1807 Großherzoglicher Hoff Agent. 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Gold-Rente 3 Portugiesen 6 Mexicaner 4 Monopol-Griechen von 1887 86.95 104.20 22.90 95.45 26.50 3 Oefterr. Staatsbahn v. 1885 92 00 4 Eisenb. Rentenb. Obl. 101.50 3 Jtal. staatsgar. Eisenb. 57.75 5 BuderuS Obl. IC2.80 3V, Frankftr.Hyp.Bk.unk.b.1906 101.00 3*/» Frkf. Hyp. Cred. V. unk. b. 1906 100.60 4 dto. unk. b. 1905 103.50 3i/, DeutscheGrdsch.B. unk. b. 1906 101.00 3i/, Hambrgr.Hyp.Bk. unk. b. 1905 101.00 31/1 Preuß. Hyp. A. Bk. unk. b. 1905 101.00 3Vi Pomm. Hyp. A. Bk. unk. b. 1906 101.00 4 Frkf. Ldw.CredÄk. unk. b. 1900 102.50 20 Franken-St. Engl. Sovereigns Dollars in Gold Darmft. Bk.-Actten Geldsortenr Brief 16.23 20.37 4.20 Geld 16.20 Franz. Banknoten 20.33 Oefterr. dto. 4.16 Americ. Vldendeonrfe r 156.10 | Oefterr. Kredit-Actien Brief «eß -.- ; 81.15 -.- H70.16 -.- 1 4.40 308.37 werden rasch und billig geliefert von 4272 2 Geschäfts-Drucksachen 2 @ Karl Krebs, Schukstraße 10. ä HNMMHHHM Versteigerungen. Montag, den 24. d. 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Blatte«. 4924] Ein sauberes Laufmädchen für Vormittags gesucht. _________________«ötbellr. 50 III. 4882] Braves, zuverlässiges Lauf» mädche« für Morgens früh bis über Mittag gesucht Näh bet der Exp- d. Bl Aro« oder Mädchen zum Waschen gesucht. «ordere Lahnbleiche. Stellen-Gesuche. Tüchtiger Schneider nimmt noch Beschäftigung an in und außer dem Hause. 4939 Eidman«, Kirchenplatz 18. II. 4938] Anständiges Fräulein auS einem i Landstädtchen sucht während des Sommers Stellung i« befferer »amtlte, um 4949) Tüchtige Schuhmacher per sofort gesucht. Mäusburg 41. 4852] Einige Jungen zum Cigarrenkistchennageln bei gutem Lohn gesucht. __Audr. Culer. öl,.wr«»n: 8. Bchevd . — Trud und sich im Kochen und feinerem Haushalt auszubilden. Auf Gehalt wird nicht reRedtrt Gute Aufnahme und Anschluß an die Familie erwünscht. Gefl. Offert. unter II. E. 36 an die Exped. b. Bl- Verlag der Brübl'schen llmprrfität#- und Halt! — — — — — — — — Achtung t Lony’s Bierkeller. Heute Mittwoch, 19. 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