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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für btx folgenden Tag erscheinenden Stummer bi» Borm. 10 Uhr. chratisöeilage: Gießener Kamilienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« j Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche* Theil. Gießen, den 18. März 1897. Betr.: Die Feier des hundertjährigen Gebuttstages Seiner Majestät des verewigten Kaisers Wilhelm. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen au sämmtliche unterstehende Behörden. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben angeordnet, daß am 22. dö. Mts., dem hundertjährigen Geburts- tage Seiner Majestät des verewigten Kaisers Wilhelm des Großen sämmtliche öffentliche Gebäude zu beflaggen sind. Sie wollen hierfür sorgen und am genannten Tage Ihre Diensträume geschloffen lassen. v. Gageru. Bekanntmachung, betreffend die Ausführung einer Drainage tn den Fluren I, H und X der Gemarkung Langsdorf. Nachdem zur Ausführung einer Entwässerung von Grundstücken tn den Fluren I, IX und X der Gemarkung Langs- dorf Antrag auf Bildung einer öffentlichen Waffergenoffeu- schäft gestellt worden ist und die Großh. Obere landwirth- schaftltche Behörde als fachliche Centralbehörde das beabfich- ttgte Unternehmen als zweckmäßig und zuläsfig erachtet und die Einleitung des Verfahrens zur Bildung einer öffentlichen Wasiergenoffenschaft angeordnet hat, wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Vorarbeiten hierzu vom 23. März l. I. bis zum 5. April l. I. auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Langsdorf zur Einficht sämmt- licher Grundeigenthümer, deren Grundstücke in die zu der- beffernde Fläche fallen, offen liegen. Gleichzeitig werden diese Grundeigenthümer zur Verhandlung und Beschlußfassung sowie zur Wahl ihrer Vertreter für daS weitere Verfahren auf Mittwoch den 7. April I. I, Nachmittags «y2 Uhr tn das Gemeindehaus zu Langsdorf vorgeladen, unter Androhung deS Rechtsnachtheils, daß die Ntchterscheinenden sowie die Nichtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend mit der Wahl der Vertreter einverstanden angesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Ausführung später nicht mehr gehört werden. Diejenigen Grundeigenthümer und WaffernutzungSberech- tigten, die an dem Unternehmen nicht unmittelbar betheiligt erscheinen, werden hiermit aufgefordert, etwaige Einsprachen gegen daS Unternehmen in der vorerwähnten Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einsprachen nach Ablauf der Frist nicht mehr berücksichtigt würden und nur noch privat- rechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht werden könnten. Gießen, den 17. März 1897. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung. Betr.: Die Abhaltung von Körterminen zwecks Eintragung der Zuchtthiere in das Provinzial-Herdbuch im ersten Körbezirk. Die Körcommtssion des ersten KörbezirkeS (Vogelsberger Vieh) wird au folgenden Tagen im Kreise Gießen nachfolgende Körtermine abhalten: 1. In Grünberg den 23. März d. IS., Morgens 11 Uhr, 2. In Weickartshain den 23. März d. Iß., Mittags 2 Uhr, 3. In Fretenseen den 23. März d. IS., Mittags 3 Uhr, 4. In Btngmühle den 23. März d. IS., Mittags 4 Uhr, 6. In Queckborn den 24. März d. IS., Morgens 9 Uhr, 6. In Reiskirchen den 24. März d. IS., Morgens 10 Uhr, 7. In Großen-Ltnden den 24. März d. IS., Mittags 2% Uhr. Die Züchter von Vogelsberger Vieh, welche ihre Thier- iu das Herdbuch eintragen lassen wollen und bez. Anmeldungen schon an mich haben ergehen lassen, werden ersucht, ihre betreffenden Thiere an einem von der betreffenden Groß- herzoglichen Bürgermeisterei hierzu bezeichneten Ort aufzu- stellen, damit die Arbeiten der Commission ohne Aufschub erledigt werden können. Sollten noch weitere Viehzüchter ihre Thiere kören lassen wollen, so werden dieselben ersucht, dieselben gleichfalls an den betreffenden Körterminen vorzusühren, vorher aber dem Vorsitzenden dieser Commisfiou, Herrn Oberamtmann Hoffmann in Hofgüll, oder dem Geschäftsführer Herrn I Oberverwalter Betlstein in Laubach direct Mittheilung davon machen zu wollen. Laubach, am 13. März 1897. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhesseu. Friedrich, Graf zu SolmSLaubach. Deutsche* Reichstag 193. Sitzung. Mittwoch ben 17. März 1897. Zur Berathung steht der Antrag v. Kardorff, v. Manteuffel, den Bundesratb zu ersuchen, die Bäckerei-Verordnung vom 4. März 1896 abzuändern. Ein Amendement v. Stumm will hinzufügen: „in einer die berechtigten Interessen des Bäckergewerbes entsprechenden Weise." Ein Antrag Pichler ((Str.) hierzu lautet auf motivirte Tagesordnung und zwar in Erwägung: 1. daß bet den früheren Debatten über den Gegenstand (April 1896 und Januar 1897) das Bedürsnttz einer Abänderung der Verordnung von der Mehrheit des Hauses anerkannt sei; 2. daß Erhebungen über den Effect der Verordnung bundeSrathsseittg angeordnet seien; 3. daß vor Abschluß dieser Erhebungen ein Urtheil über die Art der nothwendtgen Aende- rungen der Verordnung noch nicht möglich sei. Abg. Graf Stolberg (cons.): Seine Freunde seien keine Gegner der Soctalresorm; sie wollten aber nur eine gesunde, ziel- bewußte, die sich nicht von bloßen Theorien leiten lasse. Der Bericht der ArbettsenquStecommission behaupte eine Gesundheitsschäd- lichkeit des Bäckereigewerbes, führe aber dafür keinen Nachweis, und in der Thal sei das Gewerbe auch nicht gesundheitsschädlich. Seine Partei würde die Sache gleichwohl nicht hier zur Sprache gebracht haben, wenn es stch nicht um ein Handwerk, ein Mittelstandsgewerbe handelte, welches man doch gerade schonen und heben wolle. Das Beste wäre die Beseitigung der Verordnung, doch begnüge man stch mit Beschränkung der Verordnung auf die großen Betriebe in den Städten. Staatssecretär o. Bötticher: Die Berichte der Einzelstaaten über die von der Reichsoerwaltung angeordnete Enquöte liegen jetzt vollständig vor; ihr Inhalt über die Wirkungen der Verordnung lautet ganz verschieden. Die Regierungen find aber darin einig, daß ein sicheres Urtheil nach so kurzer Zeit noch nicht möglich ist. Die Regierungen von Preußen, Bayern, Württemberg, Mecklenburg- Strelitz, Hessen, Braunschweig, Anhalt und Schwarzburg-SonderS- hausen erklären, noch gar kein Urtheil abgeben zu können. Gegen eine sofortige Aufhebung oder Aenderung sind Preußen, Sachsen, Württemberg, Reuß j. L. Schwere Schädigungen werden constattrt für einige Bezirke Bayerns, Hamburg, Thüringens; wieder in anderen Gebieten werden die Klagen der Bäckermeister als übertrieben bezeichnet, wtrthschaftliche Schädigungen ganz bestritten. Die Mehrzahl der preußischen Regierungspräsidenten stellt fest, daß nicht einmal Unbequemlichkeiten für die Bäckermeister entstanden seien und daß stch die Verordnung über alles Erwarten bewährt habe. AuS Württemberg liegen Berichte vor, wonach die Bäckermeister die Verordnung geradezu als Erlösung betrachten. Verschiedentlich sei eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen Meistern und Gesellen wahrzunehmen gewesen, sowie eine Verstärkung des socialdemokratischen Einflusses auf die Gesellen, weil die Socialdemoklaten behaupten, nur ihnen sei die Verordnung zu verdanken. Andererseits aber constatirt eine ganze Anzahl von Regierungspräsidenten, daß eine solche Zunahme des Einflusses der Socialdemokraten auf die Gesellen nicht stattgefunden habe, im Gegenthetl, daß der Soctal- demokratie ein Kampfmittel entzogen worden fei. (Heiterkeit und Rufe: Hört, hörlN Eine Zusammenstellung aller dieser Einzelberichte werde demnächst sämmtltchen Einzelregierungen zugeschickt, damit dieselben darüber sich ein Urtheil zu bilden vermögen, welche Abänderungen etwa an der Verordnung vorzunehmen seien. Seiner persönlichen Ansicht nach würden solche Verordnungen vielleicht eintreten können in Bezug auf die Dauer der Arbeitszeit vor Sonn- und Festtagen. Für jetzt aber könne er jedenfalls nicht in Aussicht stellen, daß die Regierungen in eine Aufhebung oder Veränderung der Verordnung einwilligen würden, denn die Berichte ließen keinen Zweifel darüber, daß überall im Reiche die Regierungen der Meinung sind, daß eine erst so kurze Zeit nicht ausreicht, ein zutreffendes Urtheil über die Wirkungen der Verordnung zu fäll-n. Abg. Hitze ((Str.) bittet, die Zusammenstellung der Einzelberichte auch dem Reichstage mitzutheilen (was StaatSsecretär von Bötticher auch zusagt), und beantragt, bis dahin den Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen, zieht diesen Antrag aber zurück, nachdem Abg. v. Kardorff dagegen als gegen eine Vergewaltigung der Minorität protesttrt hat. Abg. Bebel nimmt zwar den Antrag wieder auf, derselbe wird aber, da nunmehr auch das Centrum dagegen stimmt, abgelehnt. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) begründet seinen Antrag unter Hinweis darauf, daß man bet der Eisenindustrie, wo die Arbeit eine viel schwierigere sei, noch nicht einmal an Anordnung einer Maximalarbeitszeit gedacht habe. ___ _ Augst (südd. Vp.) ist gegen eine völlige Aufhebung der Bäckerei-Verordnung; einer Abänderung sei dieselbe nur insoweit bedürftig, al« es zweckmäßiger wäre, an Stelle einer Maximalarbeitszeit eine Mintmalrubezeit oorzuschreiben. Abg. Hitze ((Str.): Mit der Anregung des Staatssecretärs, für die Tage vor den Sonn- und Festtagen Zugeständnisse zu machen, könne er stch einverstanden erklären, wenigstens zu Gunsten derjenigen Bäckereibetriebe, welche volle Sonntagsruhe gewährten. Für den Antrag Kardorff könne er aber gegenwärtig nicht stimmen, um den Regierungen nicht etwa eine falsche Directive zu geben. Abg. Hilpert (bayr. Bauernb.) spricht stch gegen die Verordnung aus. Abg. Hasse (nl.) erklärt, die nationalliberale Fraction bedauere, daß der Bundesrath von der Befugniß des S 120 e zum ersten Male gerade an einer unrichtigen Stelle Gebrauch gemacht habe. Mißstände gebe es ja im Bäckergewerbe, aber die Reglementirung hätte nicht auf ben Arbeitstag erstreckt werden dürfen. Seine Freunde stimmten daher dem Anträge Kardorff mit dem Amendement Stumm zu. Abg. Vtelhaben (Rrf.-P.) beantragt einfache Aufhebung der Bäckeretverordnung, mit der die Regierung nur im soctaldemokrati- schen Fahrwasser segle und die Bäckermeister in dasselbe treibe. Abg. Bebel (Soc.) bezeichnet eine vom Vorredner erwähnte Angabe, daß er (Bebel) sowie ein socialdemokratischer Bäckermeister Petzold ihre Gesellen schlecht behandelt hätten, als Lüge gemeinster Art. Der Niedergang des Kletnbäckeretgewerbes entspreche nur dem Gange der ganzen modernen capitalisttschen Entwickelung, woran auch eine Aufhebung der Bäckerei-Verordnung nichts ändern könne. Abg. o. Podbielski (cons.) tritt für den Antrag Kardorffein. Abg. Schneider erklärt die Zustimmung der freisinnigen Volkspartei zu der molivirten Tagesordnung des Abg. Pichler. Abg. v. Kardorff bemerkt im Schlußwort, mit solchen Maßnahmen wie bet Bäckerei-Verordnung züchte die Regierung die Socialdemokratie. Unterstaattzsecretär v. Woedtke weist diese Aeußerung entschieden zurück. In RamenSabstimmung wird sodann der Antrag Pichler auf motivirte Tagesordnung mit 148 gegen 104 Stimmen angenommen. Morgen 12 Uhr: Marine-Etat, vorher Antrag Lieber. Schluß 6 Uhr. AslffS telegraphisches Lorrespondenz-Bnrea». Berlin, 17. März. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Ein Theil der Presse behauptet, die Action der Regierung müsse eine wesentlich straffere sein, um die Marineforde- rungen durchbringen zu können. Daran wird die Frage geknüpft, weshalb der Retchsschatzsecretar die Finanzlage nicht sofort klargelegt und die andern ReffortS die Marine im Stich ließen. Dem gegenüber ist darauf hinzuweiseu, daß eS nicht Sitte des Reffortchefs fei, soweit nicht die einzelnen ReffortS in Frage kommen, den sämmtltchen Sitzungen der einzelnen Commissionen beizuwohnen. Dies wäre mit ihren Geschäften einfach unvereinbar. Der Reichsschatzsecretär gab übrigens tn der Budgetcommisfion am 17. und 21. Februar ein eingehendes Bild der Gestaltung der Reichsfinanzen für 1896 und versuchte nachzuweifen, wie die Finanzen für 1897/98 sich gestalten werden. Mithin ist eS unrichtig, daß die ReichSfinauzverwaltung eS versäumt habe, die Finanzlage, soweit fie zur Zeit übersehbar sei, sachlich klarzulegen. Berlin, 17. März. Lieber und Genossen beantragten, der Reichstag wolle den Reichskanzler ermächtigen, diejenigen Maßregeln, die zur Ausführung des Gesetzes vom 28. Juni 1896 erforderlich find, noch vor der endgiltigen Feststellung des ReichShauShaltSetatS für 1897/98 nach Maßgabe der bei der zweiten Berathung des Etats gefaßten Befchlüffe zu treffen. Es handelt fich um die durch die Umformung der vierten Bataillone nothwendig gewordenen TruppendiSlocationen. Dortmund, 17. März. Wie die „Dortmunder Zeitung" meldet, fand heute Morgen im Schachte „Wilhelm" der Zeche „Pluto" eine Explosion statt, bei welcher fieben Bergleute getödtet wurden. Lübeck, 17. März. 300 Arbeiter der hiesigen Emailltr- werke Karl Thiel u. Söhne, die seit Mitte October v. I. fich im Ausstande befinden, beschlossen heute, den Ausstand als ausfichtslos aufzugeben. Karlsruhe, 17. März. Wie der Hofbericht der „Karlsruher Ztg." meldet, haben die fortlaufenden Berichte über das Befinden des Prinzen Wilhelm die Prinzessin Wilhelm veranlaßt, ihren Aufenthalt in Mentone jetzt abzuschließen. Sie trifft morgen Mittag mit dem Gotthard- schnellzuge hier ein. Wahrscheinlich wird morgen Bormittag die Königin von Württemberg auS Freiburg zum Besuche del Großherzoglichen Paare- hier eintreffen. Die Königin gedenkt einige Stunden hier zu verweilen und dann nach Stuttgart zurückzukehren. Wien, 17. März. Zugleich mit dem Erzherzoge Friedrich begeben fich am Freitag auch Offiziers- abordnungeu des Husaren-Regimentes Nr. 17 und bei Infanterie-Regiments Nr. 34 zur Kaiser Wilh elm-Feier nach Berlin. Bozen, 17. März. Heute stürzte der LehramtS- candidat Korak aus Meran beim Blumenpflücken von der Felswand des Kalvarienberges ab und blieb zerschmettert unten liegen. Nizza, 17. März. Kaiser Franz Joseph ist heute Nachmittag zum Besuche bei der Königin Victoria in Ctmiez eingetroffen. London, 15. März. Die durch die vereinten Anstrengungen der „Liberalen BorwärtS-Bewegung" und des Kreta- ComitvS zustande gebrachte Massenversammlung auf dem Trafalgar-Square litt sichtlich unter dem Fehlen jeder erhofften Begeisterung für die Sache der „Märtyrer". Dal Publikum war vorwiegend Sonntagspublikum, schaulustig und neugierig, aber völlig passiv, das Wetter überdies regnerisch und windig. Die in Masse vertheilten Zettel .enthielten die Aufforderung, den Lord Salisbury aufzuhalteo tu seiner „Zerschmetterung eines freien Volk-, nur um dem deutschen Herrscher zu gefallen"- die englische Politik werde jetzt made in Germany rc. Der Hauptverein erschien mit eine« Banner, daß die Inschrift trug: „Freiheit von Kreta gegen da- Cooeert von Stockjobbern und Anleihegrünbern." Unter den Rednern befanden fich sechs Parlamentsmitglieder, mehrere Geistliche, auch eine Dame. Daß Salisbury, wie die Herrscher Europa» mit Kraftausdrücken bedacht wurden, ist wohl selbstverständlich und je drastischer dteselbeu au-fieleu, um so größer war da» Vergnügen der Menge. Eine zum Schluß der« austaltete Sammlung erzielte mehr schlechte Witze als Münzen. Die Presse ist im Allgemeinen einig in ihrem Urtheil über die „Farce". Kanea, 17. März. Die Leichenfeierlichkeit für die in Folge der Katastrophe an Bord des „Siffoi Belikt" Verunglückten fand heute in Gegenwart der Admirale, Offiziere und Abtheilungen von Martnesoldaten aller Nationalitäten statt. Nach der Feier an Bord des „Siffoi Delikt" wurden dte Särge nach dem Kirchhof gebracht. Die Sarge der Offiziere wurden von Offizieren sämmtlicher Nationalitäten getragen. Nevyork, 17. März. Wie die „New York World" aus Havana meldet, soll ein Etfenbahnzug, der spanische Truppen tranßportirte, beim Passiren einer tiefen Schlucht südlich von Pontelaria tu der Provinz Pinar del Rio durch Dynamit tu dte Luft gesprengt und etwa250Personen getödtet worden sein. Depeschen deS Bureau „Herold/ Berlin, 17. März. Wie der „RetchSanzetger" meldet, findet das Gerücht, nach welchem der Kaiser dte Abficht habe, zum Andenken an den lOOjährtgen Geburtstag Kaiser Wilhelms I. eine Erinnerungsmedaille für die Armee und Festtheilnehmer zu stiften, feine Bestätigung. Hierbei fei die Frage erörtert worden, ob nicht die alten Krieger, welche unter Wilhelm I. die Kriege mitgemacht haben, in erster Linie dieser Auszeichnung würdig feien ES fei der dringende Wunsch des Kaisers gewesen, diesen Veteranen daS Erinnerungszeichen tu möglichst weitem Umfange zu gewähren. Diese Abficht hätte aber wegen Mangel au verfügbaren Mitteln aufgegeben werden müffen. ES soll dies für den Kaiser schmerzlich genug gewesen sein, doch erfordere dte Rücksicht auf dte vorhandenen Fonds diese Beschränkung. Nur wenn aus eigener Initiative von der Lande-vertretung eine Bewilligung entsprechender Geldmittel in dte Wege geleitet würde, könnte diesem Gedanken nähergrtreten werden. verliu, 17. März. Wie die „Kreuzzeitung" auS guter Quelle hört, steht die Ernennung des inactiven StaatS- mtotster- von Köller zum Oberpräfidenten von Schleswig- Holstein unmittelbar bevor. Berlin, 17. März Die Kaiserin Friedrich traf heute früh 6 Uhr 30 Min. in Berlin ein und begab fich nach ihrem Palais. Später fuhr die Kaiserin nach dem Schloß, um dem Kaiserpaare einen Besuch zu machen. Berlin, 17. März. Heute Vormittag hat eine Besprechung zwischen dem Kaiser und dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe im Reichskanzlerpalais stattgefunden. Als Ergebniß derselben ist e» der „Rational - Zeitung" zufolge anzusehen, daß da» EntlaffungSgesuch deS Staats- secretärS Hollmann nunmehr abgelehnt ist. Ins wohl- unterrichteten parlamentarischen Kreisen wird die Ablehnung deS Gesuches als ein Beweis dafür betrachtet, daß gewiffe Bemühungen, anläßlich der Beschlüffe der Budget Commisfion auf eine politische KrisiS hinzuarbeiteu, gescheitert find. Berlin, 17. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß daS vom StaatSsreretär Hollmann eingereichte EntlaffungSgesuch vom Kaiser nicht angenommen sei. Berlin, 17. März. In der heutigen Sitzung der Budget-Commission deS Reichstage» wurden die noch ausstehenden Etattheile erledigt. Hierauf vertagte sich die Commisfion bis zum 30. d. M. Auf der Tagesordnung steht Berathung der Besoldungsvorlage. Berlin, 17.März. DaS preußische Abgeordnetenhaus tritt am 9. April seine Osterferien an. Berlin, 17. März. Wie die „Post" meldet, haben drohende Einfälle der Massais in das Menu-Gebiet den Hauptmann Johanne» veranlaßt, alle Erwerbsund MisfionS-Gesellschaften im Kilimandscharo-Gebiete aufzufordern, größte Vorficht im Verkehre mit den dortigen Bewohnern walten zu laffen. Frankfurt e. W., 17. März. DaS in Berlin unter Leitung des ProfefforS Dr. Ehrlich stehende staatliche Institut für Serum-Forschung und Serum-Prüfung wird nach Frankfurt a. M. verlegt. Wilhelmlhave», 17. März. Das zum Schutze der holländischen Nordsee-Fischerei beorderte Kanonenboot „Delphin" ist hier etngelaufen. Die Schulschiffe „Stein" und „Moltke" find aus dem Mittelmeere hier angekommen. Pari», 17. März. Der Minister des Aeußeren, Hanotaux, »heilte gestern im Senate mit, in diesem Augen- b icke, wo er diese Worte an daS Hau» richte, werde die Autonomie für die Insel Kreta im Auftrage der Mächte feierlich verkündet. Lorrbou, 17. März. Die „Times" melden aus Athen: Griechenland sei nicht gesonnen, nachzugeben. Oberst VaffoS werde fich an die Spitze der Insurgenten stellen und die theffalische Grenze überschreiten, wenn die vlokade v rhängt werden sollte. Loudon, 17. März. Die Ausarbeitung des Entwurfs für die künftige Autonomie Kretas ist in ähnlicher Wtise, wie da» türkische Reformproject, den Botschaftern in Constantinopel übertragen worden. In hiesigen politischen Kreisen scheint man fich mit dem Gedanken, die Ordnung auf Kreta durch Verwirklichung der Autonomie herzustelleu, nicht recht zu befreunden. Athen, 17. März. Gestern Nachmittag fand ein Krieg» rath unter dem vorfitz de» König» statt, in welche« end- giltige Beschlüffe über die Bewegung der griechischen Streitkräfte zu Wasser und zu Lande gefaßt wurden. Bi» heute werden sämmtliche Truppen mit Ausnahme der Leibwache des Königs dte Stadt verlassen haben. Ueberall herrscht fieberhafte Thätigkeit. Athen, 17. März. An der thessalischen Grenze wurde die griechische Armee in zwei Divisionen eingetheilt. Die erste Division befehligt Prinz Nikolaus. In Janina ist die Panik eine allgemeine. Die Läden sind säwmtlich geschloffen. Athen, 17. März. Seit vorgestern find mehr al» zehntausend Soldaten au die Grenze abgegangen. Die Abfahrt des Kronprinzen nach Thessalien wird als sicher betrachtet, doch wird der AbfahrtStag streng geheim gehalten. Athen, 17. März. Nach Informationen deS „Asth" erklärte Ministerpräsident DelyanniS im Ministerrath, es ständen Griechenland zwei Wege offen, entweder nachgeben oder Alles auf eine Karte setzen. Den ersten Weg zu be- schreiten, verbiete fich wegen der inneren und äußeren Politik und würde die» schlimmere Folgen haben, als selbst eine Niederlage- der zweite Weg dagegen erfordere Erwägungen höherer Natur. Es sei jedoch wahrscheinlich, daß die Großmächte Griechenland nicht gestatten würden, diesen Weg, welcher bittet zum Kriege mit der Türkei führen werde, zu beschreiten und daß diese sich zwischen die streitenden Parteien stellen würden. Der Mtnifterrath beschloß, daß Griechenland in abwartender Stellung verbleibe und nicht zu Gewaltmaßregeln überzugehen. Kanbia, 17. März. Ueber die zunächst in Betracht kommenden Blokade-Maßregeln der internationalen Flotte verlautet, daß die Schiffe und LandungSdetachementS ihr besonderes Augenmerk auf alle Straßenübergänge und telegraphischen Verbindungen zu richten haben. DeS NachtS werden electrische Scheinwerfer der Schiffe fuoctioniren, um jede Annäherung griechischer Küstenfahrer und anderer Schiffe verhindern zu können. Berlin, 18. März. Der Seniorenconvent des Reichstags beschloß, dte Plenarfitzungen wegen der Centenar- feter am Montag und Dienstag auSzusetzen. Berlin, 18. März. Beim Reichskanzler findet am Sonntag Abend ein Centenarfestmahl statt, zu welchem die Minister, StaatSsecretäre und die Räthe des ReichS- kanzleramtS geladen find. Berlin, 18. März. Am Freitag findet eine große Ballfestlich kett tn der öfterretchtschen Botschaft statt, zu welcher daS Kaiserpaar sein Erscheinen zugesagt hat. Auch dte fremden anwesenden Fürstlichketten werden erscheinen. Berlin, 18. März. Nansens Aufenthalt tn Berlin ist auf 5 Tage bemessen. Berlin, 18. März. Die „Kreuzztg." meldet auS Parts: Obgleich angeblich tn Athen Sonderungen einzelner Mächte stattfanden, ob Griechenland unter Umständen einlenke, find dte Aussichten auf Verhütung eines griechisch- türkischen Krieges doch äußerst gering. No«, 18. März. „Fanfulla" zufolge hat der akademische Rath zugestimmt, dte Universität Rom am 25. ds. wieder zu eröffnen. Parts, 18. März. Unterrichtete Kreise bezeichnen dte Candtdatur deö Erbprinzen Danilo von Montenegro zum Gouverneur von Kreta als aussichtslos. Vielmehr würde die Besetzung dieses Postens durch einen hohen dänischen oder belgischen Beamten erwogen. Kaudia, 18. März. Bet Eap Rhodia wurde gestern Nacht ein mit Waffen und Munition beladener griech. Segler durch daS Krtegsschiff Seberiico in den Grund geschossen und zwar deshalb, weil die Insurgenten auf zwei Boote deS Sebenico gefeuert hatten. Konstantinopel, 18. März. Es verlautet, die Botschafter beabsichtigten, vorzuschlagen, Kreta soll einstweilen sections- weise von europäischen Militärbehörden regtrt werden. WB. Pari», 18. März. Der „Newyork Herald" meldet: Der französische Postdampser „83t tle Saint Nazatre" scheiterte am 8. März bet Cap Hattara». Von 80 Personen der Mannschaft und Reisenden sind nur vier gerettet. Vier Boote find sogleich zerborsten- drei Boote mir Schiffbrüchigen gingen joetloren, acht Boote mit 35 Personen trieben sieben Tage nahrungSloS umher - 31 Personen davon find gestorben. Die Dampfer-Compagnie zu Havre bestätigt die Meldung ohne Zahlenangabe. WB. Rama, 18 März. Haoa-meldung. Die Admirale verkündigten den Krttensern die Bedingungen der Autonomie unter der Tuzeränetät de- Sultans.______________________ Locales rrnd provinzielles Gießen, den 18. März 1897. • • Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Am 19. Februar wurde der GerichtSaffeffor Dr. Theodor Stein tn Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bet dem Landgericht der Provinz Starkenburg zugelaffen. • • Bei der SadettenverlheUung für 1897 wurden zu- aetheilt: Dem 1. Großh. Heff. Jnf.-(Leibgarde -Regiment Nr. 115: Portepee - Unteroffizier v. Strzemteczny als Secondelteutenant, Cadett Frhr. Schäffer v. Bernstein!, als characteristrter Portepeefähnrich- dem Inf.-Reg. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116: Die Kadetten Hauß und Hilgers al» characterisirte Portepeefähnriche- dem 3. Großh. Heff. Iaf.-Siegt. (Leib-Retgiment) Nr. 117 Unteroffizier Heimann, Cadett Fitting al» characte- rifirte Port'peefähnriche- dem 4. Großh. Heff. Inf. - Regt. (Prinz Carl) Nr. 118: Cadett v. Bierbrauer zu Brennst ein als characterifirter Portepeefähnrich. e e Schuldienst Nachrichten. Am 25. Februar wurde dem Schulverwalter Robert Lang zu Beerfelden eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule daselbst übertragen- — am 27. Februar wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach- Fürstenau auf die Lehrerstelle an der Gemeäadeschule zu Steinbach, Krei» Erbach, präseutirte SchulauttSaSptrant Heinrich Schaab auS Rüffelsheim für diese Stelle bestätigt, — an demselben Tage wurde de« BchulamtSaSp'ranten Earl Zöller auS Gambach eine Lehrerstelle an der Ge- meiudeschule zu Watzenborn, Kreis Gießen, — an 6. März wurde dem Schullehrer Joh. Gg. Fehr zu Zahmen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu DarSberg, Kreis Heppenheim, übertragen. • * Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Eine mit einem evangelffchen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu EimSheim, Krei» Oppenheim, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu MeicheS, Krei» Schotten, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organiftendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der, Gemeindeschule zu Günterfürst, Krei» Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach steht daS PcäsentationSrecht zu derselben zu. An der Gemeindeschule zu Nordheim, Kreis Bensheim, zwei mit evangel. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen mit einem jährlichen Gehalte von je 900 Mk. Mit der einen derselben ist Organiftendienst verbunden. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende 1. Lehrersteüe an der Gemeindeschule zu Zellhau en, Kreiö Offenbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem katholischen Pfarrer und dem Ort»- Vorstand in Zellhausen steht da» Präsentation-recht zu derselben zu. * * Anläßlich der Lentenarfeier findet in der hiefigen Synagoge nächsten Sonntag den 21. d»., 9*/> Uhr Vormittag», ein FestgotteSdienft statt. • * Stadttheater. Fräulein Hertha Jensen aus Frankfurt a. M., welche hier vor Kurzem bereit» als „Rosa" in „HasemannS Töchter" debütirte, tritt am Freitag in Putlitz' bniactigem Lustspiel „Spielt nicht mit bem Feuer" zum zweiten Male auf. In bemselben Siücke wird noch eine andere junge Frankfurterin, Fräulein Louise Müller, eine Schülerin von Theffa Klinkhammer, mit- wirken. Die junge Dame debütirt ebenfalls auf Engagement. • * Eine Generalagentnr hat die Berliner Lebens-, Unfall- und Volks-Versicherungs Gesellschaft „Victoria" hier tn Gießen, Goethestraße 35, errichtet. Schwindelgeschäft. AuS München wtrd berichtet: Die Untersuchung gegen die jüngst verhafteten „Direcioren" der Deutschen LooS- und Spargesellschaft „Germania" ergibt, daß viele Leute namentlich vom Lande die Betrogenen find und Einlagen (monatlich 5 Mk.) 60 bis 100 Mk. verlieren. Ganz besonders ist Hessen betheiligt, ferner die Pfalz, Elsaß und Rheinpreußen. Die Gegend um Worm» liefert ein beträchtliches Contingent. Die Gesellschaft besteht seit 1895. ES waren keine Loose, sondern nur „Loos- chancen" erworben, eS war kein Spaxconto gestellt, keine Ausweise gegeben, auch gehörte da» LooSgeschäft zu den polizeilich verbotenen. V.A. AuS einer Schrift befl Vorsitzenden ber ver sicherungS-Anstalt Berlin, vr. Freund, über die Leistungen der socialen Berficherung tut Deutschen Reiche In der Zeit von 1885 biS 1894 ist Folgendes von allgemeinem Interesse. Die Krankenversicherung zahlte für die Arbeiter in 1885: 47,4 Mill. Mk., in 1894: 99,5 Mill. Mk., im Ganzen in den 10 Jahren: 757 Mill Mk. - efl kamen vor: 1,8 Mill. Erkrankungsfälle mit 25,3 Mill. Krankheitstagen in 1885 und 2,5 Mill. Erkrankungsfälle mit 43,6 Mill. Krankheitstagen in 1894. — Die Unfallversicherung zeigt folgende Entwickelung: sie hat in 1886: 1,9 Mill. Mk. Extschädigungen gezahlt für 10,500 Unfälle bei 3,7 Mill. Versicherten- in 1894: 44,2 Mill. Mk. für 69,600 Unfälle bei 18,2 Mill. Versicherten- in-gesammt wurden in den 9 Jahren von 1886 bis 1894: 193 Mill. Mk. für 361,300 Un fälle gezahlt. — Die Invalidität», und Alters- Versicherung hat festgesetzt in 1891: 132,900 Altersrenten und gezahlt 15,3 Mill. Mk., in 1892: 17,900 Invalidenrenten, gezahlt 1,35 Mill. Mk. und 42,900 Altersrenten, gezahlt 21 Mill. Mk., in 1893: 36,000 Invalidenrenten, gezahlt 5,28 Mill. Mk., 31,800 Altersrenten, gezahlt 22,7 Mill. Mk., in 1894: 47,600 Invalidenrenten, gezahlt 10,073 Mill. Mk., 34,100 Altersrenten, gezahlt 24,4 Mill. Mk. ES wurden also in 4 Jahren gezahlt 100,2 Mill. Mk. Ins- gesammt sind also den Versicherten zugewendet worden: von der Krankenversicherung . . . 757 Mill. Mk., „ „ Unfallversicherung . . . 193 „ „ „ „ Jnval.- u. AlterSverficherung 100 „ „ 1050 Mill. Mk., also über eine Milliarde- davon haben die Arbeitgeber 475 Mill, und die Arbeiter 538 Mill. Mk. aufgebracht. Die übrigen 37 Mill, find vom Reich al» Zuschuß zu den Invaliden- und Altersrenten gezaht worden. • * Voraussichtliche Witterung: Im Nörten trübe» Wetter mit Niederschlägen; im Süden zunächst wechselnde Bewölkung. __________ R. NeichelShei«, 17. März. S» muß dankbar hervor- gehoben werden, baß baS Mathildenstist tn Friedberg auch in biesem Jahre, wie eS im vorigen Winter ebenfalls geschah, bem hiefigen Gewerdverein den namhasten Betrag von 200 Mk. zugewiesen hat. • • Bad Nauheim, 16. März. Gestern wurden nächst der Louisenstraße 482 qm Baugelände zu 28920 Mark, also der Quadratmeter zu 60 Mark verkauft. ES ist die» der höchste hier biS jetzt gezahlte Preis. Der Morgen (2000qm) käme hiernach auf 120000 Mark zu stehen. Verkäufer war der Rentner Christoph Schwab, Käuferin die Baufirma Franz Brofft von Frankfurt. Die Käuferin war freilich tn einer Zwangslage - fie hatte Gelände zum Bau von 4—5 Dillen zu auch schon recht ansehnlichen Preisen erworben und mußte daS in Rede stehende Gelände haben, um Überhaupt bauen zu können. — Die Großh. BrandverficherungSkammer hat der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr einen Beitrag qaq Aak 11, M t» 1 Unter 9eji normal« darauf wAqtHtai tM 10 bil 12 W ■her Bürgennnf Die Liste werden; auch Ibtilweife einzuj Gießen, Aus Anlaß wrötrei am Gießen, t ch<-°'»bt litt Ul dtfr (, bat W ! 1 + 8n DatleV" der UeM ' X w Vereins ff Theva: zu behandeln bezw. oval (i S terung, L"' förmig: die i Bacillen die l IibttcM 8ade tentgung; av Vesentlichen b Ftit, Salzen Livsswechsel , Rrhrung. -' geiellschastei > Meincultur v, Mährgelatine erzeogt wird, sogen. Toxin g stigr Stosse wie schwere NahruogSwiN die weißen I über den Th wird In dem finb Sacttrltn fo btt btt Stri stickstoffhaltige (Leichenverwefnt „Raitf uwS T Menichtn slhädli Äbtöbtung und Telinfection. ! K,a A bringen 71 Echlachthg ^S Mssen ist, ■m Eamstag, 20 Rommen werben' ®Men, be H den 9r tio dir " Whn ' /) Uhr Bor. *•4? tu J ‘“tartn. . •« “ ®,aftn za bttlelben i. •* ; M einem tlntn derlelbrr, cm katholisch^ "^schule in 'M« SM, 16 dem Orts. ltNt zn der. rr»> 8m 6. ft» &tatn bt! '^S, hu 3eosen ans :ltl als „Rosa- lm Freitag in cht mit dem «selben Glücke ^änlein Louise 'khammer, mit* iu| Engagement. Lebens-, UM. W litt in vild berichtet: „DKectoren" ,®txmant6fl die Betrogenen 100 Mk. ver- iflt, ferner die b um Worm- rllschaft besteht i nur „Look- gestellt, keine tW zu den den der vtt- bit M|WF i btt M von intm ^nltttfit: lit Arbeiter in Mill. Mk.j in es kamen vor: KrankheitStagen mir 43,6 Mill. 'Versicherung 5: 1,9 Mill. Mk. ; bei 3,7 Mill. 69,600 Unsalle würben in den tttt 361,300 Un unb Aiterö- 132,900 Alters' )2: 17,900 > 42,900 Alters- 8,000 Jnvaliden- irSrenten, gezahli irnrrnten, geM >lt 24,4 Mill. N . Mill. Nk. 3^. btt worben: Mill.Mk, n " eitgeber47SM It Die Ldl'Se° bcu9-»*' i Nta ,M »* laM |t I« 8 iu •* worben , 0{j fl über E^ letfl^f? sgM Don 300 Mark zur Anschaffung einer Saug- und Druck- spritze verwilligt. Darmft. Ztg. 4- Sichettdorf. 17. März. Der Thäter zu dem am verfloffenen Sonntag Abend in der Repp'schen Specerei- Handlung dahier verübten Einbruchsdiebstahl wurde gestern in der Person eines kaum 17jährigm Arbeiters durch die Niddaer Gendarmerie ermittelt und verhaftet. Letztere förderte auch die entwendete Geldsumme, welche der jugend« liche Uebelthäter in einem Schuppen versteckt hatte, zu Tage, so daß der Bestohlene wieder zu seiner Baarschaft gelangt. + vorSdorf, 17. März. Unsere 61 Mitglieder zählende Darlehenskasse e. G. m. u. H. erfreut sich eines steten Aufschwungs. Nach dem Rechenschaftsbericht für 1896 betrug der Umsatz im Vorjahre 16270 Mk. 35 Pfg. X Darmstadt, 17. März. Im CycluS des Alice- vereinS für Krankenpflege nahm heute der practische Arzt, Herr Dr. Sior daS Wort, um das überaus wichtige Thema: „Die Bacterien und die Mittel zu ihrer Abwehr" zu behandeln. Die Bacterien sind ihrer Form nach kuglich bezw. oval (die verschiedenen Coccen, wozu die Erreger der E terung, Lungenentzündung u. s. w. gehören) oder stäbchenförmig: die Bacillen, welche Fäden bilden können, zu welchen Bacillen die Erreger von Milzbrand, TyphuS, Diphtherie, Tuberculose zählen,- außerdem gtbts EntftehungSformen. Gewiffe Bacterien zeigen unter dem Mikroskop eine Einzel- bcwegung,- andere Pflanzen sich durch Sporen fort. Im Wefentlichen bestehen die Bacterien chemisch auß Eiweißstoffen, Fett, Salzen und Wasser- als lebende Wesen haben sie einen Stoffwechsel und brauchen etweiß., sowie stickstoffhaltige Nahrung. — Man findet die Bacterien mehrerer Arten, vergesellschaftet und ihre Trennung von einander ist durch die Retncultur von Prof. Robert Koch gelungen, wobei auf sog. -Nährgelatine eine dem Mutterthtere artengleiche ganze Lolouie erzeugt wird. Die Stoffwechselprodncte der Bacterien, die sogen. Toxine, sind oft für den menschlichen Körper sehr g'ftige Stoffe,- auch gewöhnliche Fäulnißbacterien bilden solche, wie schwere Erkrankungen nach dem Genuffe verdorbener Nahrungsmittel beweisen. In unserem Blutftrom entwickeln die weißen Blutkörperchen zerstörende Eigenschaften gegen- über den Toxinen,- die Ueberzahl der einen ober anderen wird in dem Kampfe den Sieg davontragen. Andrerseits sind Bacterien für unfl wieder durchaus nützlich und nöthig, so bet der Verdauung- im Haushalte der Natur zerlegen fie stickstoffhaltige Körper in einfache chemische Substanzen (Leichenverwesung). Auch bei den Batterien besteht ein „Kampf ums Dasein." Ihre Bekämpfung, soweit fie den Menschen schädlich werden, geschieht am wirksamsten durch Abtödtung und zwar durch die verschiedenen Mittel der DeSinfectivn. Sehr wichtige DesinfectionSmittel find Queck- filber-Sublimat, Kalkmilch, Earbvlsäure u. s. w., dann aber erliegen auch Bacterien längerem Einflüsse directen Sonnenlichts, ferner, namentlich feuchte Hitze tu Gestalt von kochendem Wasser, Wasserdampf u. s. w., wie dies in DeSinfectionS- Öfen heutzutage geschieht. Colossale Mengen von Bacterien enthält oft die marktgängige Milch; die Aerzte fordern vielfach eine bessere Haltung des Milchviehes, größte Reinlich- kett bei Aufbewahrung, Transport u. bgl m. (Die Milch einer gefunden Kuh verläßt die Milchdrüsen keimfrei). Die Uebertragbarkeit von Tuberkulose durch menschlichen AuSwurf fordert zu entsprechenden DeSinfectionS Maßregeln heraus. Die Jmmunisirung bez. der Bacterienübertragung beruht darauf, daß ein Thier mit einer abgeschwächten Cultur von Batterien geimpft wird und dieses übersteht und damit gegen daS ungeschwächte Bacteriengist unempfindlich wird und diese Unempfindlichkeit von ihm auf den Menschen übertragen werden kann/ besondere Erfolge haben in dieser Beziehung u. A. das Pasteur'iche Serum gegen Hunde Tollwuth und daS Behring'sche Serum gegen Diphtherie erzielt- für TyphuS und Tuberkulose kennt man noch kein Heilserum, während ein solches gegen Pest gefunden scheint. Bei alledem ist zu beachten, daß die Menschen gegen JnfectionSkrankheiten sich sehr verschieben verhalten und daß eS deren gibt, die mütter- licherseitS eine gewisse „Giftfesttgkeit" erben und im Leben bethätigen. — Die interessanten Mitteilungen ergänzten anschauliche Tafeln. Heppeuhetm a. d. vergstr., 16. März. In unserer Gegend ist man vielfach damit beschäftigt, die Hopfen- Pflanzungen auSzustocken. Die Ursache zu dem Vorgehen der Landwirthe liegt in dem allzu großen Rückgang deS Preises für den Hopfen. Während man in früheren Jahren für den Gentner Hopfen 50 bis 1OO und noch mehr Mark bezahlte, erlöste man in den letzten Jahren für daS gleiche Gewicht nur 25, höchstens 27 Mark, ein Preis, der nicht einmal hinreicht, die Auslagen für die Cultur zu bestreiten. Die Landleute wollen nun mit Futterpflanzen und einem kräftigen Viehstand weiterkommen. Auch will man dem Gemüsebau mehr Sorgfalt zuwenden. fiteratur un» Ktmft — frrstschwoUer Chronik. Kriegs- und FriedenSbilder aus dem Jahre 1870/71. Von Karl Klein, ebedem Pfarrer in Frösch- weiler. Jlluftrirt von Ernst Zimmer. (C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung in München). Von dec im Erscheinen begriffenen Prachtausgabe dieses BucheS liegen wieder eine Anzahl Lieferungen (8 bis 12) vor und die Verlagshandlung versichert auf dem Umschlag der 12. Lieferung, daß sie bestimmt hoffe, auch die Schlußlieferungen noch vor Ende des Monats März versenden zu können. Die Lieferungen 8 bis 12 enthalten wieder eine ganze Anzahl Voll- und Doppeloollbilder, von denen wir heroorbeben: „Im Weinkeller des PfarrerS" und „Die Plünderung im Pfarrhof" — beide Silber spielen am Abend der Schlacht von Wörth —, „Der Zug der Büßer- schar". „Der Kronprinz in Fröschweiler am Abend des 6. August", „In ReisehennerS Stube", „Episode aus dem Rückzug der Franzosen nach der Schlacht von Wörth", „In Fröschweiler während der Nacht vom 6. zum 7. August", „DaSTurkohäuschen", „Die Wörther Hohl am Morgen des 7. August", „Vor General v. d. Tann". „Die Gunstetter", „Das Barackenlazareth im Schloßparten zu Fröschweiler", „Der Wodltjörri verkündet der G«me«ck, des Rrei Brüt 16.25 Eisend. Rentenb. Obl. Buderus CbL äm Mr Beschränkung d tagen statt. Gießen, ötr bring! Montag den 100 jährigen G Kaiser- Wil he Behörde geschlos Siebe», Ein braver Zunge, | welcher Lust hat, daS echmtedegeschäft zu erlernen, kann sofort eintreten bet Fr. Zörb 11. in Lützelliudtt». Carl Schwan, Graveur. f^tellen^Angebote*^ 2723] Ein mrt Comptoir- und Lagerarbeiten vertrauter junger Mann findet Stellung bei Gebr. Homberger &' Söhne. Gr. Hessische Obl. Stadt Darmstadt o. 1891 Stadt WorrnS unk. b. 1901 Hochfeine Neuheiten 83$^ in großer Auswahl in allen Preislagen empfehlen Ein braver Junge wird in die Lehre gesucht. 2703 I. Becker, Schneidermeister. Damen und Herren jeden Standes — auch penstonirte Beamte —, welche sich durch Aufnahme von Lebend-, Unfall» u. 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