Nr. 2tS Erstes Blatt. Samstag deu 18. September Der Kliener Anzeiger erscheint täglich, eilt Ausnahme des Montags. Die Gießener Anmltienötäller werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kmeral-Mnzeiger. Vierteljährig« Avonuemevtsprei»! 2 Mark 20 Pfg. eil vringerlohn. Durch die Post bezog«. 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Txpeditio» und Druckerei: SchntstraheAr.r. Fernsprecher 51. Anrts- uttb für den Ureis (Sieben Hratisbeitage: Hießener Aamikienökätter UtttiUdtper CUil. Alle Annoncen-Bareaux deS In- und Auslandes nehme» i Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeh». Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. Grotzherzogliche Fachschule für Elfenbeinschnitzerei und verwandte Gewerbe zu Erbach i. Odenw. Die Anstalt stellt fich die Ausgabe, tüchtige Elfenbein» und Holzschnitzer heravzubtlden, denen eine vollständige theo- retischc und praktische Ausbildung geboten wird- in gleicher Weise dient fie zur Ausbildung von Drehern, Ctseleuren, Stuckateuren und verwandten Berufsarten. DaS Wintersemester beginnt Montag den 4. Oetober. Unterrichtet wird von drei Fachlehrern und zwei Hilfs- lehrern in folgenden Lehrfächern: Freihand- und Ltnearzeichnen, kunstgewerbliches Zeichnen und Entwerfen, Modelliren nach ornamentalen und figürlichen Motiven, Borträge über plastische Anatomie, Sttllehre, Materialienkunde, Aufsatz, Buchsühren, Rechnen, Geometrie, Veranschlagen und Wechsellehre- Schnitzen, Drehen undFatzon- uiren in Elfenbein, Horn, Holz, Perlmutter, Schildpatt- Kerb- und Flachschnitt, Holzbrand, Etnlege- arbeit (Intarsia, Boulle)- Ctseliren in Silber, An Versuchen, die Beziehungen zwischen Deutschland und England zu besiern, hat es bisher nicht gefehlt, aber es ist bisher immer noch nicht der warme Ton wtedergefunden, welcher früher die unter beiden Ländern bestehende Freundschaft wiederspiegelte. Ob cS König Humbert gelungen ist, in dieser Beziehung mit Erfolg thättg zu sein, steht dahin. Jedenfalls liegt eS an den Engländern selbst, daß wir ihnen heute so kühl gegenüberstehen- eine Einschränkung ihrer An. spräche würde sofort dazu angethan sein, ihr Verhältnis zu uns zu beffern. (xx) Bekanntmachung. ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht: 1) daß Gesuche um Bewilligung voa Subventionen zum Besuche von Ackerbauschulen, sowie des Odstbaumwärter- CursuS zu Friedberg bis zum 15. October 1897 bei dem Unterzeichneten einzuretchen find- 2) daß zur Bestreitung der Kosten der Impfung der Ge- meindebullen mit Tuberkalin 50 Mk. in Ausgabe vorgesehen find und daß jeder Gemeinde, die ihre Bullen impfen läßt, ein Zuschuß zur Bestreitung dieser Kosten tn dem Betrage von 12 Mk. aur der Bezirksvereins- kaffe entrichtet werden wird. Anträge sind alsbald nach vollzogener Impfung der Bullen mit Tuberkulin unter Angabe deS Resultats der Impfung einzuretchen. :‘3) daß die für Hebung der Rindviehzucht vorgesehenen Mittel in folgender Weise verwendet werden sollen: a) zur Abhaltung einer ViehprelSvertheilung in Grünberg 500 Mk., b) zur Subventionirung von Gemeinden, welche Bullen rein Vogelsberger oder Simmenthaler Raffe auschaffen und dieselben nur zur Rein- zücht verwenden laffen oder tn denen Viehzuchtvereine gegründet werden, 800 Mk. Zar Bestreitung der durch den Ankauf von reinen Bullen entstehenden höheren Kosten wird aus der land- wirthschaftlichen BezirkSvereinSkasse ein Zuschuß nicht unter 50 Mk. bewilligt, wobei im Eoncurrenzfalle die ärmeren Gemeinden vorzugsweise berücksichtigt werden sollen. Anträge find unter Vorlage der Körscheine alsbald nach dem Ankauf der Bullen an den Unterzeichneten einzuseuden. -4) daß zur Hebung der Ziegenzucht 100 Mk. in Ausgabe vorgesehen find und daß hieraus Gemeinden, welche Ziegenböcke rein Schweizer Raffe anschaffen, zur Be- streitung der hierdurch entstehenden Kosten eine Sub- veution bis zu dem Betrage von 25 Mk. bewilligt werden soll. Im Covcarrenzfalle werden die ärmeren Gemeinden vorzugsweise berücksichtigt. Anträge sind unter Angabe deS AnkausSpreffes deS Ziegenbocks ein- zureicheu- 5) daß für Abhaltung von Wandervorrrägen 200 Mk. tn Ausgabe vorgesehen sind. AuS diesem Betrage sollen die Diäten der Wanderlehrer und dre Kosten deS Transports derselben auf der Eisenbahn bestritten werden. Die Großh. Bürgermetftereteri, welche wünschen, daß in Lhren Gemeinden derartige Vorträge gehalten werden sollen, werden ergebenst ersucht, mir dies unter Angabe deS Themas, über welches der Wanderlehrer einen Vortrag halten soll, sowie des TageS und des LocalS, an reip. in welchem der Vortrag gehalten werden soll, mitzutheilen. Gießen, den 6. September 1897. Der Director des landwirthschaftlichen BezirkSveretuS. C. Jost, RegierungSrath t. P. < JLäcHjL CiZk XA4lATMT RjöDWlö Wolff« telegraphtsche» Correspondenr-BureLu Berit«, 16. September. Gegenüber der Blättermelduvg, daS Schulschiff „Nixe" halte fich in den marokkanischen Gewässern wegen des räuberischen AuftretevS der Riff- Piraten auf, conftatirt die „Nordd. Allgem. Ztg", die Reise der „Rixe-, die fich bis Kamerun erstrecke, unter Anlaufen einer größeren Anzahl von Häsen, darunter einiger marok- kantsche, bezwecke nur die Ausbildung von Seekadetten und Schiffsjungen. Zu einer politischen und militärischen Action sei da« Schulschiff in keiner Weise geeignet. Wien, 16. September. Bet der Station der Südbahu, Bruck an der Mur, holte eia Schnellzug tben mit Ber- spätung tn deu Bahnbof einfahrenden anderen Schnellzug ein. Hierbei erlitten vier Reisende leichte Eontufionen. Das Fahrmatertal wurde nicht beschädigt, nur einige Feusterschetbeu wurden zertrümmert. Depesche» de» Bureau »Herold." Berlin, 16. September. Das StaatSministertum trat heute Nairmittag 2 Uhr in seinem Dteustgebäude unter dem Vorsitz des Ftnanzminifters Miquel zu einer Sitzung zusammen. M „ Berlin, 16. September. Wie dem „Berl. Tagebl. auS Madrid gemeldet wird, leitete, wie daselbst verlaut», die spanische Regierung Verhandlungen mit Frankreich ein über einen Vertrag zur Auslieferung von Anarchisten. Berlin, 16. September. Der „Local-Anzetger" melder aus Petersburg: Auf der Wolga tu der Nähe von Astrachan stießen die Dampfer Zarewitsch und Mayutka zusammen. Plötzlich ertönte der Ruf: Der Zarewitsch finkt. Infolge deffen entstand eine furchtbare Panik unter dem Publikum. Viele sprangen in die Wolga und erreichten schwimmend das User. 40 Personen ertranken. Berlin, 16. September. Dem ständigen Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt, Geh. Legationörath Ernst v. Wilden- bruch, ist der Titel Geh. LegationSrath mit dem Range eines RatheS 3. Klaffe verliehen worden. Berlin, 16. September. Auf Grund neuer hier ein- getroffener Depeschen wird noch gemeldet, daß der Mörder des stellvertretenden Landeshauptmanns v. Hagen auf Neu- Guinea derselben Bande angehört, welche s. Z. den Welt- reisenden Otto EhlerS umS Leben brachte. Durch Ein- geborene müffen Durchstechereien vorgekommeu sein, wodurch es den an Händen und Füßen mit schweren Ketten gefeffelteu Verbrechern gelang, fich davon zu befreien. Sie überfielen dann die Wächter, entriffeu ihnen die Gewehre und flüchteten in die Büsche. Dorthin wurden die Flüchtlinge von der Schutztruppe verfolgt und es entspann fich ein Gefecht, bei welchem v. Hagen durch eine Kugel getödtet wurde. Berlin, 16. September. Wie dem „Local-Anzeiger^ auS Newyork telegraphirt wird, dürften die bekannten blutigen Metzeleien in Hazleton wahrscheinlich auch den deutschen Behörden noch Beranlaffung zum Einschreiten geben. Zwei verwundete Arbeiter behaupten nämlich, deutsche Unterthanen zu sein. Aachen, 16. September. Das „Aachener Pol. Tagebl. , welcher gestern die Nachricht von einer morganatischen Vermählung des präsumtiven Thronfolgers von Oester- retch-Ungarn, deS Erzherzogs Franz Ferdinand Este brachte, meldet heute weiter, daß die Braut die Tochter einer Aachener Familie Namens Hußmann und 25 Jahre alt ist. Dieselbe weilte in letzter Zeit in Essen, wo fie dem Haushalt ihres Bruders, eines Krupp'schen DtrectorS, vorstand. Bor zwei Jahren lernte die Braut den Erzherzog gelegentlich eines Jncognito-BefuchS deffelben kennen. Der Erzherzog mach» ihr Besuche, bei welchen er fich als Arzt auSgab, bis WtcBiti« in der letzten Woche im Geheimen tn London die Trauung PaltfflMl«tu6e, 16. S-Pt-mb-r. In der heu-ig-n l-tzl-n Sitzung dir 22. Haupt.Versammlung des d-utiqe Vereins sllr ii,senil«»- ® e f u n b 5 = ritten Professor Dr. v. ESmarch und Oberbürgermeister Treiben tn Kupfer, Monnren in Edelmetall in | Verbindung mit Elfenbein, GlaS, Achat usw. Der Unterricht wird durch eine reiche Modell- und Vorbildersammlung, sowie gut ausgestattete Werkstätten unterstützt. DaS Schulgeld beträgt 10 Mark im Halbjahr. Unbemtttelten Schülern kann die Entrichtung des Schulgeldes nachgelaffen, sowie Auswärtigen der Besuch der Schule durch einen Unterstützungsbeitrag erleichtert werden. Bei Gesuchen um Gewährung der einen oder anderen Art dieser Erleichterungen werden neben der Vermögenslage des SchülerS auch die VerwögenSverhältniffe der HeimathSgemeinde oder das Vorhandensein geeigneter StiftuugSmittel in Betracht gezogen. Anmeldungen und Gesuche find an die Unterzeichneten zu richten, welche weitere Auskunft ertheilen. Erbach, im September 1897. Der Vorsitzende des AusfichtSratheS: Der Großh. Hauptlehrer: Steg müller. Gärig. Deutschland und England. Die von eimm österreichischen Blatte gebrachte Meldung, daß König Humbert bei seinem Besuche in Homburg seinen Einfluß aufgeboten habe, um auf eine Befferung der Beziehungen zwischen Deutschland und England hinzuwtrken, ruft die Erinnerung daran wach, daß daS Verhäitniß der beiden Staaten unter einander keineswegs der alten traditionellen Freundschaft entspricht, welche von jeher zwischen ihnen bestanden hat. England steht heute völlig isoltrt da, nur mit Italien verbinden eS noch gemeinsame Jnteresftn, seit letzteres auf dem Punkte steht, mit seiner Afrikapolittk tabula rasa zu machen. Schon mehrfach ist gemeldet worden, daß Italien Kaffala an England abtreten wolle- wenn fich auch diese Nachricht bisher nicht bestätigt hat, so kann man doch als sicher annehmen, daß England auf die B.sitznahme Kaffalas j wartet, da dieser Punkt ihm für die Abwehr der Derwische äußerst wichtig sein muß. Daß beide Länder in letzter Zeit besonders imim find, geht auch aus den Besuchen hervor, welche die beiderseitigen Flotten in dem andern Staate abstatteten. Besonders die Engländer waren mehrfach als Gäste Italiens in Spezia erschienen und documentirten damit, daß die Beziehungen zu Italien herzliche und die Interessen der beiden Länder gemeinsame seien. ES ist aus all' Diesem begreiflich, daß König Humbert sehr wohl die Gelegenheit wahrnehmen konnte, beim deutschen Kaiser auf eine bessere Gestaltung des Verhältnisses seines Reichs zu England hin- zuwtrken. Wir haben schon oben gesagt, daß zwischen Deutschland und England von jeher eine Freundschaft bestanden hat, die niemals durch ernstliche Differenzen getrübt worden ist. Erft in neuerer Zeit hat sich eine Mißstimmung herausgebildet, die ihren Grund einestheilS auf politischem Gebiete hat, andererseits aber dem Concurrenzneide entsprungen ist. Solange wir den Engländern im AuSlande keine Concurreuz machten, hatten dieselben ja auch keinen Grund, neidisch auf unS zu sein. Aber mit der Gründung des Deutschen Reiches blühte unser Handel auf, unsere Waaren wurden im AuSlande begehrt, und wir erweiterten unsere Absatzgebiete und machten den Engländern daS Dominium streitig, welches sie bisher für sich allein beansprucht hatten. Sogar die englischen Colonien blieben nicht mehr vor unseren Waaren sicher, welch' letztere überall Anklang sanden und die englischen mehr und mehr verdrängten. Das ist die Ursache, welche die Spannung auf handelspolitischem Gebiete zwischen beiden Ländern erzeugte und schließlich in der Kündigung deS deutsch-englischen Handelsvertrags ihren Ausgangspunkt fand. Deutschland hatte aber auch Colonien erworben und sich dadurch die Mißgunst Englands erworben, welches bisher daS erste Anrecht auf alle „herrenlose»" Länder zu haben glaubte. Außerdem war daö Deutsche Reich mächtig geworden, es hatte ein Anrecht darauf, ein Wort mtrzusprechen in internationalen Dingen, und im Rathe der Völker gehört zu werden. Bisher hatte England nach eigenem Gutdünken und willkürlich schalten und walten können, jetzt war aber ein deutscher Kaiser da, welcher nicht nur zum Prtnzipe sich gewacht hatte, Europa den Frieden zu erhalten, sondern auch nicht dulden konnte, daß Unrecht geschah und daß Schwache vergewaltigt wurden. Der Einfall deS englischen Schützlings Dr. Jameion in Transvaal hatte den Gerechtigkeitssinn Wilhelms II. mächtig erregt, und es folgte jene bekannte Depesche an den Präsidenten Krüger, die in England so großes Aussehen erregte. Seit dieser Zeit ist uns die Londoner Regierung erst recht gram, und das umsomehr, als sie einfieht, daß Deutschland im Rechte ist und als sie erkennt, daß es für alle Zeiten mit der englischen Willkür auf ' internationalem Gebiete vorbei ist. Zweige« aus Essen über die Wohnung« - DeSinfection. ^r. v. E-march führte an«: Bon einer WohnungSdeSiufectiov könne vorläufig nicht Abstand genommen werden. In vielen Fällen sei die DeSiufection das einzige Mittel zur Bekämpfung heretnbrecheoder Epidemien. Die ZwangS-DeSiafectiou könne anf ganz bestimmte Krankheiten beschränkt werden, müsse aber unbedingt für Sholera, Ruhr und Diphtherie beibehalten und für Hotels und grobe MtethSwohoungeu bestehen bleiben. Die eit Formaltn angestellte» Versuche hatten ergeben, daß For- ealtn ein vorzügliches DeStofeetionSmittel fei. Oberbürgermeister Zweigert verlangt die Anstellung besonderer Wohnung«. DeSiufectoren. Oberstabsarzt Professor Dr. Pfuhl-Straßburg behauptet unter dem Widerspruch der Versammlung, beim AuSbruch von ThphuS-Eptdemien in Kasernen sei der Typhu«. Erreger stets in der Sivilbevölkerung gefunden worden. In der DiScusfion traten Gegensätze hervor, deren Lösung der Zukunft Vorbehalten bleiben müssen. ES sprach hierauf Gehetmrath Dr. Battlehner von Karlsruhe über die Der- breitung von ansteckenden Krankheiten tu Badeorten uud Sommerfrischen. Er führte auS, die Möglichkeit, daß die Besucher ansteckende Krankheiten in Bäder uud Sommerfrischen »itbringen und verbreiten, sei viel geringer als das Gegen- theil. Er verlangt, den Aerzten müffe die Anzeigepflicht für ansteckende Krankheiten überall auferlegt werden und die von ansteckenden Krankheiten Befallenen sofort in Asyl-Häuser überführt werden. Vern, 16. September. Don Carlos hatte in den letzten Tagen eine Unterredung mit einem Schweizer, welchen | er seit 20 Jahren kennt. Er sprach sich über die Lage in Spanien dahin aus, daß er gegen die jetzige Köuigin-Regentin niemals etwas unternehmen werde. Auch werde er nicht an die Höfe appelltren, um seinem Rechte Geltung zu verschaffen. Vera, 16. September. Zu der Unterredung des I Don Carlos mit einem Schweizer wird noch gemeldet, I daß Don Carlos den Zusammenbruch de« jetzigen Regimes I in Spanien sür unmittelbar bevorstehend hält. Eine repu- bltkantsche Regierung sei aber unmöglich. Er werde ine I Königin nicht zur Flucht drängen, aber in Spanien einziehen, I lobalö dieselbe die Grenze überschritten haben wird. Wie». 16. September. Der GeneralstabSchef Beck, welcher bereits den höchsten preußischen Orden besitzt, erhielt von Kaiser Wilhelm eine TabatiAre mit dem Namenszuge I deS Kaiser« in Brillanten, der Kriegsminister v. Kriegs- | Hammer erhielt den Schwarzen Adlerorden, der Honved- Minister Baron Fejerväry die Brillanten zum Rothen Adlerorden 1. Klaffe und der Artillerie-Jnspector Kropatschek den Kronenorden 1. Klaffe. — Kaiser Franz Joieph verlieh dem deutschen Botschafter Grafen Eulenburg unb dem GeneralstabSchef Grafen Schlieffen das Großkreuz de« StephanSordenS. Der ruffische GeneralstabSchef Obrutscheff erhielt ebenfalls einen hohen österreichischen Orden. Toti». 16. September. Dir Kaiser-Manöver hatten bei prachtvollem Wetter einen glänzenden Verlauf genommen. Nach Schluß derselben sprach sich Kaiser Wilhelm zu mehreren Generalen auf das Günstigste über die Leistungen der öfter- reichisch-ungarischen Armee auS. Ebenso hob der rusfifche GeneralstabSchef Obrutscheff rühmend hervor, daß die Truppen nicht parademäßig vorbereitet gewesen, sondern daß Offiziere und Soldaten eine schwere kriegsmäßige Arbeit verrichtet hätten. Mvhac», 16. September. Die beiden Kaiser trafen an Bord der Sophie um 4 Uhr in Pokopfok ein. Trotz strömenden Regen« begaben sie fich zur Pürsche, von wo sie um 8 Uhr früh auf da« Schiff zurückkehrten und daselbst da« Frühstück einnahmen. Um 10 Uhr trafen,die Monarchen im Schlöffe deS Erzherzog« Friedrich ein. Mohac», 16. September. Kaiser Franz Josef traf mittelst Separatzug unter nicht endenwollenden Eljenrufen eine Viertelstunde vor dem deutschen Kaiser hier ein und erwartete seinen hohen Verbündeten in dem prächtigen Pavillon in Anwesenheit der Vertreter des Comitat« und der Stadtbehörden. Gegen Abend erfolgte die Abreise beider Monarchen nach dem Jagdschloß Bellhe. Pari». 16. September, „ßanterne" will wissen, daß die französische Kammer am 26. October zusammentritt. Pari». 16. September. Das „Journal des Debats" schreibt anläßlich der Reise Kaiser Wilhelm« nach Budapest, daß dieser Besuch angesichts der Vorgänge in CiSlei- Manien die größte Ausmerksamkeit verdiene. ES sei nicht auSgeschloflen, daß Kaiser Wilhelms Einfluß nicht unbemerkt dorüdergehen werde. Sehnlich äußert fich der „TempS", in- dem er auf die im Innern herrschenden Besorgniffe wegen der föderalistischen Strömung in der anderen ReichShälfte hinweist. Der herzliche Empfang, welchen Badapest dem mächtigsten aller deutschen Fürsten zu bereiten sich anschickl, gelte nicht bloS dem verbündeten Oesterreich-Ungarns, son- dem auch dem Beschützer der ungarischen Politik. Loudon. 16. September. Die „Times" melden aus Athen, daß der Kronprinz, sowie sein Bruder Georg ” "Uber heftig erkrankt seien. Beide Prinzen sollen W letzten Kriege zugezogen haben. Washington, 16. September. Zwischen dem Minister !/^eußern und dem englischen Botschafter ist die Errichtung eine» permanenten Schiedsgerichts zwischen England und den Bereinigten Staaten vereinbart worden. Stettin, 17. September. Der Strike der Seeleute ist durch entgegenkommende Haltung beider Parteien beendet Pari». 17. September. Der „TempS" meldet aus Konstantinopel, daß Tefwik Pascha in der gestrigen Versammlung der Botschafter keine Schwierigkeiten gegen die Redaction der Art. 2 und 6 des Friedensvertrages erhoben habe. Ju offictellen Kreisen betrachtet man jetzt die Annahme de« vertrage« al« vollendete Thatsache Stockholm. 17. September. Die Stadt prangt anläßlich de« Regierung«jubilüuw« de« König« Oskar in I schönstem Festschmuck. Der Frewdenandravg ist ein kolossaler. Heute beginnt da« eigentliche Fest mit feierlichem Gottesdienst I in der RiddaSholmkirche. Bukarest. 17. September. D'e Regierung wird der I Kammer ein neue« Ehegefetz vorlegen, da« bezwecken soll, dem Ueberhandnehmen der Ehescheidungen entgegenzutreten. Vietze», den 17. September. • * Kirchliche Dienstnachri chten. Seine Königliche Hoheit I der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 6. Sep- | tember dem Pfarrer Carl Michel zu Nieder Ohmen die I evangelische Pfarrstelle zu KriegSheim, Decanat WorwS, zu I übertragen. • * er. «reellenz, dem Wirkliche» «eheimrath Dr. Knorr von Rofenroth ist am 16. September d. I. au« Anlaß seiner 25jährigen höchst bedeutsamen Thätigkeit al« Ministerial- referent für die Angelegenheiten der Technischen Hochschule zu Darmstadt von dem großen Senate derselben eine Dank- I Adresse dargebracht worden. Die Ueberreichung derselben I ersolgte durch den derzeitigen Rector Geheimen Baurath Profeffor Berndt in Gemeinschaft mit den Profefforen I Geheimen Baurath Max und Baurath Koch. Den Ent- Wurf und die künstlerische Ausführung der Adreffe hatte der Assistent der Architectur-Abtheilung, Architect Pütz er über- nommen, während die Mappe nach den Entwürfen desselben Architecten von der kunstgewerblichen Werkstatt für Leder- arbeiten, Georg Hulbe tu Hamburg, in bekannter form- vollendeter Weise hergestellt ist. * * Theaterveret». Da das Nebeneinanderwirken de« | Theatervereins und der Direction Kruse-Helm für beide Theile manche Unzuträglichkeiten mit sich brachte, ist, wie be- könnt, eine Vereinbarung zwischen beiden getroffen worden. Danach sollen künftig die Vorstellungen de« TheatervereiuS unter Heranziehung erster auswärtiger Kräfte und mit Ber- Wendung der besten Spieler der Truppe Kruse-Helm gegeben werden. Die Vortheile gegen früher find bedeutend. Während bei den Gesammtgastspielen auswärtiger Theater immer nur Stücke mit sehr wenig Personal gewählt werden konnten, wird eS nun möglich sein, eine Anzahl clasfischer und moderner Werke vorzuführen, auf die man nur deßhalb verzichtet hatte, weil mehr als ein halbes Dutzend Personen darin auftreten. ES ist ferner möglich geworden, da« Repertoire — sowohl den Tag wie das aufzuführende Stück — im Voraus zu bestimmen, während der Theaterverein trotz aller Anstrengungen das nicht hatte zu Wege bringen können. ES sollen im Laufe der Theater-Saisou — von October bi« März — möglichst sieben Vorstellungen, ganz sicher aber jeden Monat eine, also mindesten« sechs, gegeben werden. Diese Vorstellungen sollen an jedem zweiten Mittwoch de« Monats stattfinden, mit Ausnahme derjenigen im October, die wegen der UniversitätSserien um acht Tage verschoben wird. Der Tag der siebten Vorstellung wird frühzeitig bekannt gegeben werden. Die Festlegung der Spieltage empfahl fich mit Rücksicht auf die zu erwartenden gesellschaftlichen und anderen Abhaltungen der Mitglieder- eine Verlegung der Vorstellungen ist so gut I wie ausgeschlossen. — Daß die künstlerischen Leistungen nicht unter dem stehen werden, wa« früher hier geboten wurde, dafür bürgt neben dem nicht zu bezweifelnden Be- Bestreben der Direction Kruse-Helm ihr Beste« zu bieten, die große Zahl glänzender Namen, die schon gewonnen sind. Wir nennen nur die Herren MatkowSki und William ! Müller au« Berlin, die Damen Marie Reisen Hofer (Berlin) unb Anna Führing (Berlin), ferner die hier so beliebten Frankfurter, die Herren Bauer unb Herr- mann unb Fräul. Boch, zu denen noch andere Künstler von Ruf treten werden. Trotzdem der Theaterverein seinen Mitgliedern mehr al« früher bieten wird, tritt eine Preis- erhöhung nicht ein. Man darf von dem Gemeinstem unserer kunstliebenden Mitbürger hoffen, daß fie auch ferner dem Theaterverein ihre thätige Unterstützung widmen und daß zu I dem alten Stamme von Mitgliedern recht zahlreiche neue i Freunde hinzukommen werden. Denn nur so werden wir auf wirklich künstlerische Aufführungen und eine Hebung de« Theaterlebens in unserer Stadt rechnen dürfen. E« ist nicht au vergessen, daß durch Ueberlaffung der Vorstellungen de« Theatervereins an die Direction Kruse-Helm diese in den Stand gesetzt wird, wesentlich bessere Kräfte als früher zu gewinnen und daß die« auch ihren eigenen Vorstellungen zu Gute kommen wird. (Im Uebrigen verweisen wir auf die genaueren Angaben in den Annoncen und Circularen.) Da» Vortragsprogramm für die Mitglieder des Kauf- mäunifchen BrreinS und de« OrtSgewerbeverein« steht für I die bevorstehende Saison in so weit fest, indem der Physiker Amberg-Berlin an zwei Abenden über „Die Entstehung und den Untergang der Erde" sprechen und seine Darstellung an seinen farbenprächtigen Bildern erläutern wird. Herr Geheimrath Prof. Oncken wird au« der preußisch-deutschen Geschichte vor ber Zett be« Jahre« 1866 einen Vortrag halten. ES ist weiter noch ein fünfter Vortragsabend in Aussicht genommen, wer denselben aber übertragen erhält, steht noch nicht fest. Rene Postkarte. Dem Kunstverlag Hch. Noll hier, welcher fich um bte photographische Aufnahme der schönsten Partieen unserer Stadt und Umgebung sehr verdient gemacht, ist e« gelungen, einige recht nette Momentaufnahmen im diesjährigen Kaif er Manöver zu Stande zu bringen, welche nunmehr in vorzüglicher Ausführung im Schaukasten der betreffenden Firma zur Ansicht aushängen. Welche große Ausdehnung obige Firma in dieser Hinsicht erfahren hat, kann man daraus entnehmen, daß heute die SOOfte Auf- nähme, und zwar „Neue Post unb Kaiserhof", vor- genommen wurde, nach welcher die neuen Postkarten in der jetzt so beliebten Platinmanier angefertigt werden sollen. Wir können bei Anfertigung neuer Karten gen. Firma empfehlen. *e Postbriefkaste». Wir berichtete» s. Z. über den An- I trag der Bewohner der Gegend am Treffpunkt ber Bahnhof- und Marktstraße refp. Neustabt, den dieselben wegen Anbringung eine» Briefkasten« an die Kaiserl. Post gerichtet hatten. Wir erfahren über die Aussichten, welche bte Verwirklichung bieseS Antrages hat, von gut informirter Seite, daß die Postbehörde der Sache wohlwollend gegenüderstetzt und geneigt ist, nach dem ersten April k. I. in jener Gegend mit der Anbringung eine« Briefkastens vorzugehen. ** Wachtcommando i»Marienfchloß Zur Bewachung de« LandeSzuchthaufe« Marienfchloß wurde seither abwechselnd von den Jnfanterieregimentern Nr. 116 und 118 ein Commaudo gestellt. Durch Errichtung einer In- fanteriegarnifon in Butzbach fällt für die Folge die Commaudo- stellung Seitens des 118. Regiment«, welche« nunmehr in Worm« garnifonirt, weg und an dessen Stelle tritt da» 5. Gr. Hess. Jnf. Regt. Nr. 168. Am 10. d. M. ist nun tin von den beiden Bataillonen letztgenannten Regiments zusammengesetztes BewachungScommando von 42 Mann, unter Führung eine« Offizier« unb mehrerer Unteroffiziere, nach Marienfchloß abmarschirt, um bi« zum 31. October dort den Wachtdienft zu versehen. Vom 1. November ab wechseln alle zwei Monate die Infanterie-Regimenter Nr. 116 und 168 mit Stellung de« Wachtcommando« ab, so daß an gen. läge da« Kaiser Wilhelm-Regiment an« Gießen in Marie»- schloß auf Wache zieht. •• Die Einladung jur 69. »etfeeelnag deutscher Rat«- forscher nud «erjte in Braunschweig (20. bi« 26. September 1897), ein Quartheft von 24 Seiten Druck, ist nunmehr zur Versendung gelangt. Der allgemeinen Tagesordnung ist zu entnehmen, daß am Sonntag den 19. September, Abends 8 Uhr, der BegrüßungS-Abend in der Segidienhalle (mit Damen) stattfiudet, nachdem von 2»/, Uhr Nachmittag« ad den Theilnehmern bereit« Gelegenheit geboten ist zur Besichtigung von Volks- und Jugendspielen, die auf dem Leonhardplatze veranstaltet werden. Am Montag den 20. Sep- tember, Morgen« 9 Uhr, findet die erste allgemeine Sitzung in Brüning« Saalbau (Großer Saal) statt, wo nach ben Eröffnung«- und Begrüßungsreden Prof. Dr. Rich. Meyer (Braunschweig) über: „Chemische Forschung und chemische Technik in ihrer Wechselwirkung" und Geh. Medicinalrath Prof. Dr. Wtlh. Waldeher (Berlin) über: „Befruchtung und Vererbung" sprechen werden. Nachmittags 3 Uhr beginnt bte »Übung und Eröffnung der Abteilungen, Abend« 7 Uhr findet eine Festvorstellung im Herzoglichen Hoftheater statt. — Der Dienstag den 21. September ist ganz den Arbeiten in I den Abteilungen gewidmet, Abends 6 Uhr wird ein all- I gemeines Festessen in der Aegidienhalle veranstaltet. — Am I Mittwoch den 22. September findet Morgen« 10 Uhr eine I gemeinsame Sitzung der Abteilungen der Naturwissenschaft- lichen Hauptgruppe unter Beteiligung aller intereffhter medicinischen Abteilungen in Brünings Saaldau unter Vorsitz be« Geh. Hofrath Prof. Dr. I. WiSlicenu« (Leipzig) statt. Al« Thema ist gewählt: „Die wissenschaftliche Photographie unb ihre Anwenbung auf den verschiedenen Gebieten der Naturwissenschaften unb Medicin." Sine Reihe von Vorträgen unb Referaten für biefe Sitzung finb bereit« zugesagt, weitere stehen in Aussicht. Nachmittag« 6 bi« 7 Uhr Be- fldjtigung der Samariter-Schule, Abends 8 Uhr Festcommer« (mit Damen) in der Aegidienhalle. — Am Donnerstag den 23. September, Morgens 9 Uhr, beginnen wieder die All- theilungS-Ditzungen und werden auch Nachmittags fortgesetzt, falls nicht einzelne Abteilungen fpecielle Ausflüge unter- nehmen. Abends 8 Uhr findet ein Festball im Wilhelm«, garten statt. — Mit der zweiten allgemeinen Sitzung in ©rüning« Saalbau am Freitag den 24. September, in der Geh. Medicinalrath Prof. Dr. I. Orth (Göttingen) über- „Medieinifcher Unterricht unb ärztliche Praxis" unb Dr. Herrn. Meyer (Leipzig) über feine Reifen im Quellgebiet des Schtngu, Landschaft«- und Volksdilder au« Centralbrafilien, sprechen werden, hat der wissenschaftliche Theil der Versammlung fein Ende erreicht. Nachmittag« finden je nach Wahl Ausflüge nach Wolfenbüttel oder Königslutter statt unb Abends von 9 Uhr an ist eine Abschiedszusammenkunft im Altstadt-Rath- Hause zu Braunschweig (unter festlicher Beleuchtung deS Rath- Hause« unb Brunnens von Seiten der Stadt) geplant. — Samstag den 25. September wird ein TageSauSflug mit Damen nach Bad Harzburg und Umgebung beabsichtigt, am Sonntag Ausflüge nach Wahl: 1) nach Wernigerode und Rübeland (Besichtigung der electrisch beleuchteten Hermann«, höhle mit der neu erschlossenen Krystallkammer), 2) nach GoSlar, 3) nach dem Brocken. — Außerdem hat der Bürger- meister von Pyrmont, Herr Rud. Ockel, in Erinnerung an die 17. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte, welche 1839 in Pyrmont tagte, die Theilnehmer ber bte«. jährigen Versammlung in Braunschweig für Sonntag den 26. unb Montag ben 27. September dorthin eingeladen, wobei ein reichhaltige« Programm in Aussicht steht. •• Der „Club deutscher Geflügelzüchter" mit dem Vorort Berltn erläßt eine Einladung an die einzelnen Provin- zial' bezw. Landesverbände ber Geflügelzüchter Deutschland« Zwecks Gründung eine« allgemeinen Verbandes. Die erste Versammlung soll am Sonntag, den 19. b., bei Gelegenheit ber in Hannover stattfindenden Geflügel-AuSftellung dortselbft tagen. Auf ber Tagesordnung stehen folgende Gegenstände: Vortrag deS EonrectorS Dr. Blanke über da« Thema' Welchen Nutzen verspricht die Bildung einer festorganifirten Wanderlehrer-Abtheilung innerhalb des Verbandes deutscher Geflügelzüchter zur Hebung der vaterländischen Geflügelzucht und wie muß diese Organisation beschaffen sein? und Be! sprechung über Absatzgebiete für Gtflügelproducte, über den verkauf der Eier nach Gewicht u. s. w. 1C 7 8®n umfassende» «enbemngen im Rückfahrkarte»verke-r weiß ein Berichterstatter zu erzählen. Die Giltigkeit«, bauer der Rückfahrkarten soll enblich verlängert werden. Im Ministerium der öffentlichen Arbeiten wird gegenwärtig eine Reform der Rückfahrkarten vorbereitet, wonach dieselben fortan eine zehntägige Giltigkeit haben sollen. Doch wird diese verbefferung in den meisten Fällen ,it ei"« Stt Sä > h,doir«4‘Wg ,°1 d» ®‘‘ -°hm- °°° 11 fa3. h 3. M- 8, - bltgtfltittffliiS Dielt« Treiben treten »* Mibiflt/ eS liegt jnn «erden die aber ganz «bge burdi dielen idW, Sunden heilen schwer, meist bi handelt werden Immer tiefer it ber vollständig Jahre scheinbar Tage« unter t Veranlassung a Malen vorgekoi lausen, so ist e getödtet wurdet durch da« Hera werth, daß mar aus da« Spiel I " Wetteti gebiete, ein« im unb btt nördlich Eeattal-Enropa verbunden, in n vorhanden find Nordosten Sur beständig. Ju neuerding« Nie für die jetzige! Voraussicht dige«, ziemlich «Wrtnbj' J’ »! n Se»fe 'ßic'U > «”9ert h Ort». n6t«. $ •Jh* 22. E. Will, de« Herrn Hoft beendigt an^useht reiche Wissenschaft rmig erschwerte d »eil der feite, sch - Dtt avhaiien Sranlheit bti gegangenen §rt gebessert. E. Boa 1 Grummetgra bescheidene Srträ, beit im Vorsomv ■arte mit 1.50 E- Neichel-Hl bie neue Bahn no»men. Einig, °°° önfahriswegt vedtutnng. — ’wmtx noch nicht öatter unter Ta< *8/ »eil wieder, n, + 6^Oh» «'zilkSver Zwackte eine °^h'«nsstel Schotten wohnen ^heiligen könne ait,r Von 1 b|| yMen, vorautg l*4Brea, 8„n(0 g ±n« °"d lg, fo» mit einer Bertheueruug des Fahrpreise- erkauft werden »affen, denn die Benutzung von Schnellzügen soll auf Grund dieser Fahrkarten nur bet Lösung von ZnschlagSkarten gestattet sein. Hierdurch soll der Ueberfülluvg der Schnellzüge, welche jetzt die Schnelligkeit im Verkehr derselben stark beeinträchtigt, vorgebeugt werden. Die ZnschlagSkarten sollen nach der Gebühr von einem halben Pfennig pro Kilometer berechnet werden, waS dem EisenbahnfiScuS eine Mehreiu- nähme von etwa 1 Million Mark verschaffen dürfte. Nach diesem Satze würde fortan eine Rückfahrkarte für Personen- züge pro Kilometer in 1. Klaffe 12Psg., in 2. Klaffe S Pfg., in 3. Klaffe 7. Pfg., in 4. Klasse 4 Pfg. kosten. Die Preise für Schnellzüge sollen fortan tu 1. Klaffe 13, in 2. Klaffe 10, in 3. Klaffe 8 Pfg. betragen. ** Kastanien. Die jetzt reifenden Kastanien reizen Viele, die Früchte mit Steinen oder Stöcken herabzuwerfen. Diesem Treiben sollte von den Behörden energisch entgegengetreten werden. Durch das Werfen wird der Baum be- schädigt, es liegt also ohne Wettere» Baumfrevel vor. Außer- dem werden die Passanten tu der schlimmsten Weise gefährdet. Aber ganz abgesehen davon wird, waS die Wenigsten wissen, durch diesen Vandalismus dem Baum leicht ein Schaden zugefügt, der oft erst tu späteren Jahren bemerkbar wird. Wunden heilen au Kastautenbäumen erfahrungsgemäß sehr schwer, meist beginnt au Ihnen, wenn sie nicht sachgemäß behandelt werden, ein Fäulnißproceß, der sich nach und nach immer tiefer in den Baum htneinfrißt. Ein so verletzter Ast, der vollständig gesund aussehen kann und sich noch viele Jahre scheinbar gesund weiter entwickelt, bricht dann eines TageS unter der Wucht seiner Laubmasse ohne jede äußere Veranlassung ab. Solche Fälle sind schon zu wiederholten Malen vorgekommeu und wenn sie auch meist glücklich ablaufen, so ist e» doch auch schon dagewesen, daß Personen getödtet wurden. Die paar noch unreifen Kastanien, die mau durch da» Herabwerfen bekommt, find doch wahrlich nicht werth, daß man ihretwegen daS Leben seiner Mitmenschen auf daS Spiel setzt. •• Wetterbericht. Heute bestehen zwei DepresfionS- gebiete, eins im hohen Norden, ein zweite» über Ober-Jtalien und der nördlichen Adria. Dieselben sind durch eine über Central-Europa verlaufende Furche relativ niederen Druckes verbunden, in welchem selbst wieder verschiedene Theilminima vorhanden find. Der hohe Druck lagert im Westen und Nordosten Europa». Die Witterung ist vorwiegend unbeständig. Ja Süddeutschland find gestern und Nachts neuerdings Niederschläge gefallen. Die Temperaturen find für die jetzige Jahreszeit andauernd verhältutßmäßig tief.— Voraussichtliche Witterung: Fortdauernd unbeständiges, ziemlich trübes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. E. Echzell, 16. September. Die Nachgrabungen de» Herrn Hofraths Koffler in unserer Gemarkung find als beendigt anzusehen- sie haben auch dieseSmal wieder eine reiche wissenschaftliche Ausbeute geliefert. Die nasse Witterung erschwerte die Arbeiten zuweilen in empfindlicher Weise, weil der fette, schwere Boden bei Regen leicht schmierig wird. — Der anhaltende Regen läßt bereits deutliche Spuren von Krankheit bet den Kartoffeln erkennen. Die zurückgegangenen Fruchtpreise haben fich bi» jetzt nicht wieder gebessert. F. Bon der Feldkrückerhöhe, 16. September. Die GrummetgraSv ersteig erungen habenin unserer Gegend bescheidene Erträge geliefert, weil durch die anhaltende Trockenheit im Vorsommer nicht viel gewachsen ist. Der Morgen wurde mit 1.50 bis 2 Mk. bezahlt. R. Reichelsheim i. d. W., 16. September. Heute wurde die neue Bahnlinie von der Regierungsbehörde übernommen. Einige Reclamationen wegen Wafferabführung und Zufahriswegen kommen vor, fie sind aber von keiner Bedeutung. — Die Grummeternte ist in der Umgegend immer noch nicht ganz beendigt, die Leute schaffen jedoch daS Futter unter Dach, obgleich es noch nicht ordentlich trocken ist, weil wieder nasse Witterung droht. + Schotten, 16. September. Unser „Landwtrthschaft- ltcher Bezirksverein" wird am 4. October auf dem hiesigen Btehmarkre eine mit Preisvrrthrilung verbundene Zuchtvieh-Ausstellung veranstalten, woran sich alle im Kreise Schotten wohnenden Viehzüchter — Händler ausgenommen — betheiligeu können. Zur Prämitrung werden nur Bullen im Alter von 1 bis 3 Jahren, trächtige Rinder sowie Kühe zugelassen, vorausgesetzt, daß die genannten Mutterthiere der reinen Vogelsberger Raffe oder der Simmeothaler Raffe angehören, Bullen aber nur rein Simmenthaler Abstammung sind. Darmstadt, 16. September. Ein Todter freigesprochen. Die „N. Heff. Volksbl." schreiben: Man wird sich noch erinnern, welche» Aufsehen seiner Zett die Verhaftung und dann die Verurtheilung des Dr. Hahn in wetten Kreisen erregte. Derselbe war mehrere Monate in Heppenheim, sowie in Gießen auf seinen geistigen Zustand von erfahrenen Irrenärzten untersucht worden und lautete daS Gutachten der ärztlichen Sachverständigen übereinstimmend dahin, daß die Frage, ob zur Zett der That dte freie Willens- bestimmung ausgeschlossen gewesen, zu verneinen sei, dagegen sei al« sicher anzunehmen, daß der Angeklagte in seiner freien WilleuSbeftimmung beeinträchtigt war, dies erkläre fich auS einer zweifellos vorhandenen erblichen Belastung, wie dies dte Geisteskrankheit seiner Schwester beweise, sowie au» seinem exceotrischeu Wesen und seinem ganzen Verhalten bet Der- Übung der That. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten auf Grund dieser Gutachten unter Annahme mildernder Umstände zu einer dreijährigen Gefängnißftrafe und drei- jährigem Ehrverlust. Wer den völlig gebrochenen Mann damals sah, mußte unwillkürlich Mitleid mit demselben haben, noch mehr aber muhte fich dieses Mitleid seiner beklagens- werthen Gattin und deren drei unmündigen Kindern zu- wenden. Der Verurtheilte mußte bald in eine Irrenanstalt verbracht werden, wo er starb. Die ärztliche Section ergab die Thatsache, daß Dr. Hahn schon längere Zeit an Irrsinn gelitten haben muß, worauf die mit Freisprechung endigende Wiederaufnahme des Verfahren» erfolgte. Jeder Menschen- freund wird über die Wiederherstellung der Ehre de» unglücklichen Mannes erfreut sein, da nunmehr auch der Gattin und den Waisen die ihnen gesetzlich zukommeuden Wohlthaten zu Theil werden müssen, welche durch die Verurtheilung hinfällig geworden waren. Der Fall gibt aber auch zu manchen ernsten Betrachtungen Anlaß und zeigt wieder einmal dte Unzulänglichkeit menschlichen Wissens und Könnens. △ Mainz, 16. September. In der hiesigen Militär- conservenfabrik wird dte diesjährige Wintercampagne Mitte October ihren Anfang nehmen. Zur Verarbeitung kommen ca. 3000 Stück Ochsen, die gleiche Zahl wie in der Conservenfabrik Spandau. Die Lieferung der Ochsen ist der hiesigen Großviehhandlung W. Koch übertragen worden und zwar sowohl für hier wie in Spandau. Als Preis wird Mk. 1.131/2 per Kilo Schlachtgewicht bezahlt. △ AuS Rheinhessen, 16. September. In der diesseitigen Provinz ist der Frühburgunder Herbst jetzt allgemein beendet. Infolge des schlechten Wetter» hat mau fich sehr mit dem Herbst beeilt. Die Qualität ist durchweg befriedigend ausgefallen und da» Quantum entspricht einem guten Mittelherbst. — In Gaubickelheim ist nach dem Vorbilde an der Mosel ein Winzerverein gegründet worden. Achtzig WeinbergSbefitzer find bei der Gründung sofort dem Verein beigetreten. * Vom Berliner Dom. Man schreibt unterm 7. September aus der Reichshauptstadt: Der mächtige Bau des neuen Domes, an dem seit vier Jahren rastlos gearbeitet wird, ist jetzt fast zur Kuppelhöhe gediehen, so daß schon theilweise mit der Entfernung des dichten Netzwerkes von Gerüsten begonnen werden konnte. Gestern Nachmittag war der hiesige Architectenverein Seitens der Bauleitung zur ersten Besichtigung eingeladen. Dabet machte Baurath Kletnau, der den im Bade weilenden Schöpfer des Dom- Entwurfs, Geheimrath Raschdorff, vertrat, die intereffante Mittheilung, daß dte vom Landtag bewilligte Summe von 10 Millionen Mark bei Weitem nicht ausretche und daß künftigen Generationen noch viel zu thun und zu bessern übrig bleiben werde. Das Innere des Gotteshauses gliedert fich in drei Kirchen, von denen die mittlere, die Predigt- kirche, 1600 Sitzplätze enthalten wird- südlich davon liegt die Tauf- und TrauungSktrche, die zur Aufnahme von Sarkophagen, Nischen-Denkmälern, Denktaseln u.s.w. bestimmt ist. Die drei Kirchen werden durch einen gemeinsamen, imposanten Säulengang verbunden. Unter dem Mittelschiff befindet fich die Fürstengruft mit den Sarkophagen der preußischen Könige bis zu Friedrich Wilhelm II., den des Großen Friedrich ausgenommen, den die Potsdamer GarntsonSktrche beherbergt. Als Material ist vorwiegend schlesischer Sand- stein und Marmor auS Thüringen und dem Lahnthal verwendet worden. Die Höhe der Hauptkuppel wird bis zur Spitze der Kreuzblume 114 Meter betragen. Die große Kuppel hat einen Durchmlsser von 33 Meter. Nahezu fertig bis auf das Dach ist die nördlich gelegene DenkmalSktrche- in 14 Tagen gedenkt man mit der Montage der äußeren Kuppel zu beginnen und dte Maurerarbeiten noch vor Jahres- schluß zu beenden. An dem figürlichen Schmuck, mit dem schon begonnen ist, sind in erster Linie die Bildhauer Lessing, Schaper, Geiger, Mangel, Herler, Calandrelli, Brütt und Vogel betheiligt. Die Figuren werden theils in Kupfer getrieben, theils in Sandstein, theils in Stuck auSgesührt. Da« ganze Werk wird noch vor Ablauf deS Jahrhunderts vollendet sein. Sd?iffsttad?rid?tem Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 16. September. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Oldenburg, Capt. HGathemann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr Vormtttags wohlbehalten in Baltimore angekommm. Bremen, 16. September. sPer transatlantischenTelegraph.1 Dn Schnelldampfer Lahn, Capt. C. Pohle, vom Nordd^scheu Lloyd £ & ♦ ♦ ♦ ♦ «eue Rollmöpse neue Bismarckhäringe, 0 q- ♦ ♦ ♦ ♦ «eue Sardinen, ♦ neue Bratschellfische < empfiehlt 8636 J. ffl. Schulhof, Marktstraße 4.____________Televbon 119 Bienenhonig, in bekannter Güte, empfiehlt 8015 Lehrer Döll zu Wieseck. QODOQCXXXXXXXXXJOOO Verlag von Emil Roth in Gießen Vorräthig in allen Buchhandlungen: Neueste KARTE vom Großherzoglhum Hessen von Maximilian Aromman«. 27. 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