•ubbaeh * ■ Wtattek bti Mbdr.« W bei Wchrhellirrfchmi. -rzt und Lesttzer, FT*** ^^uh6omitete ^Stgurtr iS,1 llkt"- ä"1 S '«• »HUB* MnbZ '11 '«tÄ” «Wt £\H'' •I. ^,«'* *1 Ü*2&* < fisr' 8ter Nährwerth. Rh. 5758 _________________1 -ven-Fabrik »ne. 3C Bäder. Weilungm 3 W, w 5 M KUUg. M ml« Dimmen wird von vir ! und Mt zu gtbtv lllfbam ic. angebracht. voll enner 2. “Ä*" SZKL S Ku9ela MM»' ,f.i< jener*6™ 1S9? Freitag deu 18. Juni -rr. 140 Erstes Blatt Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Amts- und Zlnzeigeblatt für den ICvcts Gieren Äebaction, Srptbttwe unb Druckerei: Kchulstrahe Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger ^tbonuemcntspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Lriugerlohn. Durch die Post bezogm 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener AamitienDlätter werben bem Anzeiger wöchentlich dreimal drigelegt. Der Htehener Anzeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme beS Montags. 1 Hratisöeitage: Hießen« Ilamitienölatter. Alle Annoncen-Bureaux beS In- unb AuSlanbeS nehme» i Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Amtlicher Theil. Gießen, den 16. Juni 1897. Belr.: Einquartierung während der Heebstübungen 1897. Das Grotzherrogliche Kreisamt Gieße« an die Grofth. Bürgermeistereien Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, Garbenteich, Groften-Livden, Gröningen, Haufen, Holzheim, Hungen, Laugsdorf, Leihgestern, Lich, Mufcheuheim, Obbornhofen, Ober- Hörgern, Steinbach, Trais-Horloff, Utphe und Watzenborn. Die Großh. Hess. (25.) Division hat das unten abgedruckte Schreiben nebst Anhang hierher gerichtet, von welchem wir Ihnen mit der Empfehlung Kenutniß geben, etwaige Bedenken gegen die beabsichtigte Einquartierung der Truppen mit Verpstegung, gegen eine tägliche Vergütung von 80 Pfg. pro Mann, bis spätestens den LI. Juni uns mitzutheilen, andernfalls das Einverständniß mit der Quartierverpflegung unterstellt wird. Wir wollen dabei bemerken, daß die Leistung der Ver- pflegung seitens der Quartiergeber nur in deren eigenem Interesse liegt, da dieselben andernfalls ihre Feuerung, sowie Koch- und Eßgeschirr den Mannschaften gegen geringe Vergütung zur Verfügung stellen müssen. — Die Divistons- manöver finden Ende August statt und werden die einzelnen Orte unsere» Kreises nur 1, 2 oder 3 Tage mit Einquartierung belegt. • Darmstadt, den 10. Juni 1897 Dem Großh. Kreisamt theilt die Division betreffs der Verpflegung während der diesjährigen Divisionsmanöver ergebenst umseitig den bis zur anderweiten gesetzlichen Regelung noch gütigen kriegsministeriellen Erlaß vom 14. Juni 1895 Nr. 736 4 B 2 mit, wonach die Verpflegung der Mannschaften in Kantonnements durch die Quartiergeber auf Grund freier Vereinbarung gegen Vergütung der Sätze der Marschverpflegung erfolgen kann. Da die allgemeine Quartierverpflegung im Interesse der Bevölkerung und der Truppen nur erwünscht fein kann, wird Wohldasselbe ergebenst ersucht, die Erklärungen der in Betracht kommenden Gemeinden des dortigen Kreises darüber einzuholen und sobald als angängig hierher mitzutheilen, ob dieselben die Verpflegung der während der diesjährigen Brigade- und Divisionsübungen einzuquartierenden Mannschaften gegen die Vergütung von 80 Pfennig für den Mann und Tag zu übernehmen bereit sind. Die Division bemerkt hierbei: 1. daß die Verpflegung aus Militär-Magazinen an allen Tagen beibehalten werden muß, an welchen die Truppen biwakiren, oder — nachdem sie im Freien abgekocht haben — enge oder Nothquartiere beziehen, 2. daß auf die allgemeine Quartieroerpflegung nur eingegangen werden kann, wenn sämmtliche in Betracht kommenden Gemeinden sich damit einverstanden erklären. v. Müller, Generallieutenant und Division--Commandeur. Berlin, den 14. Juni 1895. Kriegsministerium. Durch den zweiten Nachtragsetat für 1895/96 sind die Mittel zur Bezahlung der bei Cantonnirungen von den Quartiergebern an die Mannschaften freiwillig verabreichten Verpflegung mit den Sätzen der Marschverpflegung bereit- gestellt worden. Es ist daher in allen Fällen, in welchen die Verpflegung der Mannschaften durch die Quartiergeber, sei es auf Grund des Naturalleistungsgesetzes ober im Wege der Vereinbarung in Anspruch genommen wird, solche mit den gemäß § 9, 2 des bezeichneten Gesetzes festgestellten Vergütungssätzen zu bezahlen. Soweit die Anlage der Manöver es gestattet, wird die Unterbringung der Truppen während derselben, wie bei den Hebungen überhaupt, möglichst so anzuordnen sein, daß die Verpflegung der Mannschaften allgemein durch die Quartier# gebet erfolgen kann. Bis zu einer anderweiten gesetzlichen Regelung der Angelegenheit darf jedoch, wie bisher, die Verpflegung der Mannschaften bei Cantonnirungen den Quartier# gebern nur auf Grund einer vorherigen, unter Mitwirkung der betreffenden Civilbehorden zu treffenden Vereinbarung übertragen werden. Kommt eine solche nicht zu Stande ober erscheint bie gute Verpflegung ber Mannschaften auf biese Weise nicht genügenb gesichert, so bleibt nur die Anwendung der Magazin- verpflegung übrig. gez.: Bronsart v. Schellendorf. Bekanntmachung. Dom 5. Januar 1898 bis zum 9. Januar 1898 findet in Wien die 2. internationale Kochknrrft-Ans- ftellnng statt. Wir bringen dies hiermit zur öffentlichen Kenutniß mit dem Bemerken, daß die allgemeinen Bestimmungen und Classification für die Betheiligung auf der diesseitigen Registratur eingesehen werden können. Gießen, den 16. Juni 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: Versammlungen über Obstbau. Der Obstbautechniker deS Oberhesfischen ObftbauvereinS, Herr E. Metz aus Friedberg, beabfichiigt, nachstehend verzeichnete Orte deS Kreises Gießen zu besuchen und daselbst Vorträge über Obstbau zu halten unb an Obstbäumen Praktische Unterweisungen zu ertheilen: Dienstag den 22. : Juni in Hungen, Mittwoch n 23. n » Inheiden, Donnerstag „ 24. // n TraiS-Horloff, Freitag n 25. // H Utphe, Samstag H 26. // // Steinheim, Rodheim, Sonntag H 27. // n Montag n 28. // // Langd, Dienstag // 29. » n Rabertshausen. Au Sonntagen beginnen die Versammlungen Nachmittag» 3 Uhr, an Wochentagen Abend» 9 Uhr, die praktischen Unterweisungen nach Maßgabe der den Obmännern der Localvereiue zugehenden besonderen Mittheilungen. Im Interesse der guten Sache ist lebhafte Betheiligung erwünscht. Gießen, den 14. Juni 1897. Der Vorsitzende de» BereinSbezirks Gießen. Dr. Wallau, RegierungSrath. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenutniß gebracht, daß der Weg zwischen Alieestraße und Bleichstrafte, entlang ber Kauffmann' schen Lampenfabrik, für jeben Verkehr bis auf Weiteres gesperrt ist Gießen, ben 17. Juni 1897. Großherzoaliche» Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Wolff» telegraphisches Korrespondenz-Bureau. verli», 16. Juni. Der BundeSrath hat in seiner heutigen Sitzung die Vorlage betr. den Freundschafts- und Handelsvertrag zwischen dem Reiche und dem Oranje-Freistaat den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Liegnitz, 16. Juni. Der Kaiser traf heute zur Einweihung deS Kaiser-Wilhelm-Denkmals hier ein. Nach einer kurzen Ansprache de» Regierungspräsidenten v. Heyer trat der Kaiser an den Grundstein heran und führte drei Hamwerschläge mit folgenden Worten: „Den Heim» gegangenen zum Gedächrniß, den Lebenden zur Erinnerung, den Kommenden zur Nacheiferung." Darauf ergriff Oberbürgermeister Oertel das Wort, hob die Beziehungen der Stadt Liegnitz und deS Regiments zu einander hervor, dankte dem Kaiser für seinen Besuch und schloß mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II. Nachdem der Kaiser dem Oberbürgermeister herzlich gedankt und an den Bildhauer Böse eine Ansprache gerichtet hatte, erfolgte die Abfahrt zur Parade. Der Kaiser stieg bei dem Schießhause zu Pferde und begab sich um l9/e Uhr auf das Paradefeld. Er hielt eine kurze Ansprache an daS Regiment, in der er der ruhmreichen Geschichte deS Regiments gedachte, ihm seinen Glückwunsch aussprach und ihm zum Zeichen seines Dankes die Säculär» fahneubänder mit der Jahreszahl 1897 verlieh. Der Oberst des Regiments brachte ein dreifaches Hurrah auf den obersten Kriegsherrn aus. Hierauf erfolgte ein zweimaliger Vorbeimarsch vor dem Kaiser, welcher sich alsdann an die Spitze ber Fahnencompagnie setzte. Darauf fanb im Osfiziercafino I ein Diner statt. Leipzig, 16. Juni. Dem „Leipziger Tageblatt" zufolge ist heute hier ein allgemeiner AuSstanb der Maurer ausgebrochen, an dem nach den bisherigen Feststellungen etwa 2000 Maurer beteiligt find. Sie verlangen einen Stunde«- lohn von 55 Psg. bei neunstündiger Arbeitszeit. Die Arbeitgeber wollen nur 48 Pfg. bei zehnstündiger Arbeitszeit bewilligen. Portsmouth, 16. Juni. Der Kreuzer „König Wilhelm " traf heute Morgen in Spithead ein. Depeschen dcv Bureau „fccrolb/ Berlin, 16. Juni. Der Kaiser fahrt, wie aus Kiel berichtet wird, am Montag Vormittag mit der „Hohen- jedem" in die Nordsee, um an Bord deS Artillerie Schulschiffes „Mars" der durch Admiral Knorr erfolgenden Jn- fpicimng beizuwohnen. Am 8. August begibt fich der Kaiser mit der „Hoheuzollrrn" zum Besuche des Zaren nach Petersburg. Die Rückkehr erfolgt am 20. August. Berlin, 16. Juni. Zu den bevorstehenden Aende' rungen innerhalb der Reichs- und preußifchen Re* gierung schreibt die „Kreuzzeitung": An einen Rücktritt des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe sei jedenfalls nicht zu denken, aber es sei nicht ausgeschlossen, daß demselben ein anderer, im auswärtigen Dienste gründlich erfahrener Staat»- fecretär über kurz oder lang an die Seite tritt. Die Entlastung des Reichskanzlers könne erreicht werden entweder dadurch, daß im Reiche eine stellvertretende Kraft vielleicht mit der Uebernahme des Reichsamts des Innern ihm zur Seite trete und zugleich in Preußen nicht nur formell die Vice- präfidentschaft im Staatsministerin«! übernimmt. Für beide Eventualitäten fei bereite ber Finanzministcr Miquel genannt worden, jedoch fei bestem Vernehmen nach bis jetzt noch keinerlei Entscheidung getroffen. Sollte diese darnach ausfallen, daß Miquel als doppelter Stellvertreter des Reichskanzler» in ben Dienst de» Reiches überging, so würbe das auch die Stellung des Ministers v. Bötticher als Staatssekretär des Reichsamts des Innern und Vicepräfidenten des preußische» Staalsminifterium» tangiren und zugleich eine Neubesetzung de» preußischen Finanzministeriums zur Folge haben. Die „Berl. Reuest. Nachr." schreiben zu derselben Angelegenheit: Tritt Herr v. Miquel jetzt in eine Stellung ein, die ungefähr ber entsprechen würbe, die Graf Stolberg 1878 bi» 1879 bekleidete, so würde der Regierung damit im Reichstage eine völlig veränderte Stellung und die Möglichkeit gegeben werden, große Fragen im Parlament und dem Lande gegenüber mit größerer Aussicht auf Erfolg in Angriff zu nehmen, als eö bisher der Fall war. Die Schwierigkeiten, die bisher in der Uebernahme des ReichSfchatzamts feiten» eine» preußischen Ministers bestanden, würden dadurch beseitigt werden, daß Herr v. Miquel als Bicekanzler fein eigener Vorgesetzter würde. Graf PosadowSkh würde als Staatssekretär des Innern einen ihm sicherlich zusagenden und einer starken Arbeitskraft würdigen Wirkungskreis erhalten. Berlin, 16. Juni. Der internationale Post# Congreß in Washington ist gestern geschloffen worden. Berlin, 16. Juni. Aus FriedrichSruh wird gemeldet, Fürst Bismarck empfange zur Zeit täglich Gäste, war der beste Beweis für seinen befriedigenden Gesundheitszustand sei. Gestern trafen dort ein: Graf August Bismarck von ber babischen Linie ber BiSmarck-Familie, Professor Schweninger und Herr von Trotha, der frühere stellvertretende Gouverneur von Ost-Afrika. Der Fürst unternahm mit den Gästen eine längere Ausfahrt durch den Sachsenwald. Berlin, 16. Juni. Die „Post" meldet au» Wiesbaden: Während eine gestern Abend abgehaltene Berfamm- lung der htefigen Sozialdemokraten eine Resolution annahm, in welcher für die Stichwahl Stimmenthaltung empfohlen wird, erklärten die Biebricher und Erbenheimer Sozialdemokraten, daß sie für den Cen trumScandidaten stimmen werden. Ferner wird der größte Theil der katholischen Sozialdemokraten des Rheingaus für daS Centrnm stimmen. Man glaubt in sozialdemokratischen Kreisen, daß mindestens 2000 sozialdemokratische Stimmen dem Centrum zufallen werden. Berlin, 16. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wie wir hören, steht ein Wechsel im Reichs-Mar ine amt nunmehr unmittelbar bevor, indem da» Entlassungsgesuch de» Admiral» Hollmann jetzt angenommen und der bisher mit seiner Vertretung beauftragte Contre»Admiral Tirpitz zu seinem Nachfolger ernannt werden dürfte. Hamburg, 16. Juni. Nach einer Meldung des „Hamb. Corresp." ist die Ernennung des Contre-AdmiralS Tirpitz zum Staatssekretär des Reich» MarineamtS gestern vollzogen worden. Wir», 16. Juni. Die Leiche der Charlotte Wolter ist in ihrer Billa aufgebahrt. Gestern Nachmittag von 5 bis 7 Uhr pasfirteu ungefähr 800 Personen, meisten» elegante Damen, daS Trauergrmach. No«, 16. Juni. Blättermelduugeu zufolge entsandte der Zar einen Special-Courier hierher mit einem eigen- händigen Briefe, in welchem der Prinz von Neapel zur Theiloahme an den rusfischen Herbst Manöver» eiuge- laden wird. Amsterdam, 16. Juni. Die Kammerwahlen haben noch kein definitive» Resultat ergeben. Die Stichwahlen am 26 d. Mt». werden entscheidend sein. Dem Anschein nach jedoch ist ein Steg der verbündeten katholischen und protestantischen Klerikalen wahrscheinlich. Pari», 16. Juni. Die monarchischen Blätter beginnen eine Campagne gegen die Republik und zwar mit einer solchen Nachhaltigkeit und Heftigkeit, wie man e» für unmöglich gehalten hätte, bevor die Regierung von den Monar- chisten abhängig war. Die „Autoritä" schreibt heute: Die Nation würde den jetzt noch Unbekannten lobpreisen, welcher die Energie hätte, die republikanische Verfassung und da» Parlament umzustoßen. Paris, 16. Juni. Die Journale veröffentlichen eine lange Liste von Glückwünschen, welche Präsident Faure anläßlich de» Attentat» erhalten hat. Die Untersuchung nach dem Thäter hat bis jetzt zu keinem Resultat geführt. Heute begegnet man der Anschauung, daß der Urheber ein Pole fei. Die überwiegende Meinung geht dahin, daß der Attentäter ohne politischen Beweggrund gehandelt habe. Berlin, 17. Juni. Eine entsetzliche Braudkataftrophe, bei welcher drei Personen um» Leben kamen, ereignete fich gestern Abend kurz nach 10 Uhr in dem Hause Spandauerbrücke 16. Dort gerieth infolge Unvorflchtigkeit eine» Hausdieners, welcher eine Petroleumlampe umwarf, eine mit Stroh gefüllte Eierktste in Brand. Das Feuer nahm infolge reichlicher Nahrung schnell große Ausdehnung an und innerhalb weniger Minuten zingelten die Flammen bis zum dritten Stock empor. Bon den Bewohnern, die fich bereit» zur Ruhe begeben hatten, fand ein Schneidermeister und seine beiden Kinder im Alter von 1 und 3 Jahren den Erstickungstod. Die Ehefrau des Verunglückten, welche ebenfalls schon bewußtlos war, konnte wieder in« Leben gerufen werden. Paris, 17. Juni. Gestern Abend erfolgte auf dem Con- cordtenplatz eine starke Detonation. Der au» dem Ministerium de» Innern zurückkehreude Polizeipräfect, welcher die Explosion hörte, begann sofort die Untersuchung. Die Bombe war auf da» den Coocordienplatz umgebende Stein- geläuder, nahe der Statue der Stadt Straßburg, gelegt worden, deren Sockel an mehreren Stellen beschädigt wurde. Man fand Eisenstücke von 5 Millimeter Dicke. Bor der Statue wurde eine Blutspur bemerkt, die aber durch den Regen bald verwischt wurde. Die Polizei meint, diese Explosion habe wahrscheinlich denselben Mann zum Urheber, welcher die Worte „Elsaß Lothringen" auf da» nach dem Attentat gegen deu Präsidenten Foure gefundene Dolchmeffer schrieb. Paris, 17. Juni. Präsident Faure wird morgen den Kronprinzen von Italien empfangen und deffen Besuch erwidern. WB. Berlin, 17. Juni. Der Kaiser empfing heute Mittag 12i/g Uhr den Mtuister Bötticher. WB. Worrtshofeu, 17. Juni. Prälat Kneipp ist heute früh gestorben. Schwurgericht. W. Gießen, 17. Juni. Die Geschworenen bejahten gestern die wegen de» Schacht- meister« Friedrich Pauli von BorSdorf wegen Verbrechen» wider die Sittlichkeit an sie gerichtete Schuldfrage, billigten demselben aber auch mildernde Umstände zu. Der Gerichtshof erkannte auf 9 Monate Gefängntß. Heute Vormittag wurde in die Verhandlung gegen deu 24 Jahre alten Taglöhner Theodor Schönherr von Gießen wegen Meiortd» eingetreten. Die Anklage vertritt Herr Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich, die Verteidigung führt Herr Rechtsanwalt Dr. Fuhr. Der Angeklagte ist 24 Jahre alt. Das Verbrechen, welche» demselben zur Last fällt, ist am 28. Mat d. I. vor der Strafkammer zu Gießen begangen. Der Thatbestand der Anklage ist der folgende: Am 28. Mat d. I. wurde vor der Strafkammer gegen die Elisabethe Momberger wegen Diebstahl verhandelt- es handelte sich um eine dem heutigen Angeklagten entwendete ShltpSnadel. E» fiel dem die Verhandlung leitenden Richter auf, daß ein Taglöhner über eine für feine Berhältniffe besonder» kostbare Nadel verfüge und er frug während der eidlichen Vernehmung de» damaligen Zeugen Gchünherr, wie er in den Besitz derselben gekommen. Der fragende Richter machte den Zeugen darauf aufmerksam, daß, wenn er die Nadel etwa auf unredlichem Wege erworben, er die Aussage auf seine Frage verweigern könne, wenn er aber Antwort geben wolle, müffe er die Wahrheit sagen. Schönherr erklärte, er habe die Nadel von einem guten Collegen geschenkt erhalten, derselbe heiße Schmidt, wo dieser wohne, wiffe er nicht, er sei mehrfach mit demselben tu der Wirthschaft „Zum Kometen" zusammengetroffen. Die Angabe war sehr unwahrscheinlich, Schönherr wurde in Hast genommen und gestand dann zu, die Nadel habe seine 10 Jahre alte Schwester auf der Straße gefunden und ihm auSgehändigt. Ein Arbeit»- college de» Angeklagten bekundet, daß dieser ihm gegenüber auch behauptet hat, die Nadel von einem guten Bekannten erhalten zu haben. Durch die Vernehmung der beiden zehnjährigen Mädchen Schönherr und Wallschmidt wird festgestellt, daß die Schwester de» Angeklagten die fragliche Nadel auf der Süd- Anlage gefunden hat und daß der Angeklagte die» auch von feiner Schwester erfuhr, al» fie ihm den Fuad überlasten hat. Die au die Geschworenen gerichtete Schuldfrage ist dahin formulirt: Ob der Augeklagte am 28 Mai d. I. vor der Strafkammer Gießen einen Meineid geschworen hat. E ne weitere Frage, die die Geschworenen zu beaurworten habru, richtet fich dahin, ob die Angabe der Wahrhett dem Angeklagten eine Verfolgung wegen einer strafbaren Handlung hätte -»ziehen können. Der Erste Staatsanwalt sowohl wie der Bertheidiger waren darin einig, daß die Geschworenen beide an fie gerichtete Fragen zu bejahen hätten. Denn hätte der Augeklagte bekundet, wie er in deu Besitz der Nadel gelangt fei, so hätte er sich der Fundunterschlagung bezichtigt. Nach einer fünf Minuten währenden Berathuug ver- kündete der Obmann Wörner-Bad-Nauheim den Spruch der Geschworenen, welcher fich für beide au diese gerichteten Fragen bejahend aussprach. Der Antrag de» Vertreter» der Staatsbehörde wegen des zu erkeonenden Strafmaße» lautete auf 1 Jahr 3 Monate Gefängniß. Da» Urtheil erging dahto, daß der Angeklagte mit 9 Monaten Tefäoguiß unter Anrechnung der verbüßten Untersuchungshaft zu bestrafen sei. CoceUs und protri Gieße«, den 17. Juni. Iustizperfoualie». Seine König!. Hoheit der Groß- Herzog haben Allerguädtgft geruht, am 16. Juni 1) den OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Herbstein Ludwig Bötticher zum OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Vilbel, 2) den OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Gernsheim Eduard Wetd ig unter Ertheilung des CharacterS al» „Amts- gerichtSrath" zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II, 3) den OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Altenstadt Hermann GeilfuS zum OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Gernsheim, 4) den GerichtSaffestor Heinrich Schul aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein, sämmtltch mit Wirkung vom 15. Juli l. I., 5) den GerichtSaffestor Paul Seibert aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Butzbach, mit Wirkung vom 16. Juli l. I., 6) den GerichtSaffestor Georg Pullmann au» Neustadt i. O. zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Altenstadt, mit Wirkung vom 17. Juli I. I., und 7) deu GerichtSaffestor Friedrich Weiffenbach aus Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein, mit Wirkung vom 18. Juli l. I. an, — zu ernennen. •• Parlamentarisches. Der Entwurf de» Beamten- gesetzeS ist im Ministerium fertiggestrllt und den Land- ständen zugegangen. •• Auszeichnung. Der hier iu bester Erinnerung durch seine Mitwirkung bet den Kruse'schen Quartettsoireen stehende Herr Willy Kruses wurde nach glänzend absolvtrtem Probe- spiel (unter 15 Bewerbern) als erster Geiger für daS Orchester des Großh. Hoftheaters in Mannheim engagirt. Warnung. Gar mancher Schloster oder Schmied wird gewiß noch nicht misten, daß er Hausschlüssel für NtchthauSbefitzer nicht ohne Weitere» unfertigen darf. Der § 309 de» RetchSftrafgesetzbuche» gibt hierüber Aufschluß. Hiernach ist es Tchloffern und Schmieden bet Androhung einer Geldstrafe bi» zu 60 Mk. oder bis zu 4 Wochen Haft verboten, für irgend Jemand Hausschlüssel ohne Genehmigung des HauSwirthS oder dessen Stellvertreters anzufertigen. "Jahrhundert-Denkmünze. Der Verband deutscher Kriegsveteranen hat nuumrhr der an ihn ergangenen Aufforderung entsprochen und zur Erlangung der vom Kaiser auläßlich der Hundertjahrfeier gestifteten Denkmünze ein Berzeichuiß derjenigen seiner Angehörigen eingereicht, die fich an dem Berliner Festzuge vor dem Kaiser Wtlhelm-Natioual- deukmal am 23. März betheiligt hatten. UebrigenS werden nicht nur diese Veteranen die Denkmünze erhalten, da fie für sämmtliche KriegStheilnehmer von 1848 bi» 1871 bestimmt itt. Nur werden die übrigen wegen der erforderlichen vielen Vorarbeiten sich noch etwa ein Jahr zu gedulden haben, ehe fie in den Besitz dieser neuen Decoration gelangen werden. Friedberg, 15. Juni. Der Vorstand des Vereins für gemeinnützige Zwecke hat an daS Großh. Hofmarschallamt iu Darmstadt das Ersuchen gerichtet, die ständige Oeffnung des BurgwalleS, d. h. den Schloßgarten wieder, wie dies früher der Fall war, tagtäglich zugänglich zu machen. Auf diese Eingabe lief folgende Antwort de» Hosmarschall- amteS ein: „Auf die Eingabe vom 10. d. Mt»., deren In- halt wir zur Kenntniß Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs gebracht haben, verfehlen wir nicht, Ihnen ergebenst zu erwidern, daß wir die Genehmigung zur unbeschränkten Oeffnung des dortigen Schloßgarten» nicht erhalten konnten und eS somit bei der bereits eingeräumteu bestehenden Begünstigung sein Bewenden zu behalten hat." E. Sichelsdorf, 17. Juni. Unsere Vogelsberger Forsten liefern nicht bloß ausgezeichnete Hölzer und treffliche Steiue, sondern auch sehr werthvolle GraSsämereteu, deren Einsammlung und Verwerthung von unserer Bevölkerung jedoch noch nicht genügend verstanden und gewürdigt wird, obgleich dadurch ein schöueS Stück Geld verdient werden kann. Darum find es auch diese» Jahr wieder die Händler von Griesheim bet Darmstadt, die die ^assämereten in unserer Gegend um den namhaften Betrag vou über 900 Mk. erworben haben. Sie lassen diese Sämereien sorgfältig sammeln, trocknen und auSsorttren und macheu ein hübsches Geschäft dabei, obgleich fie außer den Erntekosteu auch noch Fracht- und Reisekosten zu tragen haben. Könnten unsere Vogelsberger Waldculturarbeiter nicht auch etwa» Derartige» lernen und uuternehmen. * Iserlohn. 15. Juni. Eine Bande Metnetdschwörer, bestehend au» einem Althäudler, einem Fabrikarbeiter uod einem Schieferdecker, wurde hier hinter Schloß uod Riege gebracht. Die Leute schworen gegen klingende Münze — in einem Falle wurde sogar ein alter Ziegenbock al» Lohn für die „Entlastung" bet Gericht versprochen — zahlrttche Meineide. In der vächsteu Schwurgerichtsperiode werden fie fich tu verantworten haben. • Den „Berl. N. Nachr." wird au» Pule (Westpr.) ^schriebe«: „Nach einem sehr bewegten Leben verstarb in diesen Tagen eto einst vielgenannter Veteran von 1870, der 63 jährige Streckeuarbetter Klatt aus Ruda. Anfaog» der 1860er Jahre stand er al» Unteroffizier in Graudenz tu der Compagnie des gleichfalls vielgenannten Hauptmaon» v. Besser. Wie bekannt, kam e» durch dessen allzustreuge Cowmandoführuug zu dem bedauerlichen Vorfall, der unsere» Wissen» in der preußischen Heeresverwaltung einzig dasteht, daß die Compagnie die Befehle des Cowpagnieführer» nicht auSführte. Viele Soldaten wurden zu langen Festuogsstrafen, Klatt, als einer der Rädelsführer, zu 19 jähriger Festungsstrafe verurtheilt. Auch Hauptmann v. Besser, der, wie sich päter herauSstellte, nervenkrank gewesen ist, wurde des CowmaudoS enthoben. Als nach den Siegen von 1870 viele Gefangene begnadigt wurden, wurde auch Klatt in Freiheit gesetzt, nachdem er nahe an 7 Jahre verbüßt hatte. I« Landwehrverhältniß stehend, wurde er aber gleich w eder zu seinem Regiment al» Gemeiner eivgezogen und rhat sich tn Frankreich iu verschiedenen Kämpfen so hervor, daß ihm bald wieder die Treffen verliehen wurden. Nach dm Feldtuge fristete er als Arbeiter sein Dasein. Bon G cht und Rheumatismus geplagt, vielleicht infolge des Aufenthaltes iu den engen Kasematten, war er lange Wochen bettlägerig. Eine Wittwe mit unerzogenen Kindern in kümmerlichsten Verhältnissen steht am Sarge deS Verstorbenen." • München, 14. Juni. Bei der Kgl. Brand- und Hagel- verstcherungSkammer find bis vorgestern au» 110 Gemeinden über Blitzschläge, die gezündet haben, und aus 150 Gemeinden über Hagelschläge Anzeige erstattet. • Würzburg, 16. Juni. Heute Morgen nm 6 Uhr erfolgte die Hinrichtung de» Mörders Unrath. Derselbe nahm in deu letzten Stunden keine Nahrung zu fich uod wurde beim Betreten de» Schaffst» ohnmächtig. • Stuttgart. (Deutsche Fach-AoSstellung für da» Hotel- und WirthschaftSweseu, Kochkunst und verwandte Gewerbe, 14. bi» 31. August 1897.) Bi» zu dem auf 15. Juut provisorisch festgesetzten Schluß de» Anmeldetermiu» zur Ausstellung ist in hocherfreultcher Weise eine solch große Zahl großentheil» bedeutender Ameldungen eingrlaufen, daß heute schon ein schöner Erfolg der Ausstellung, da» WissenSwertheste, Neueste und Interessanteste auf dem Gebiete de» WirthschaftS- weseu» und der Kochkunst zur Darstellung zu bringen, iu Aussicht gestellt werden kann, umsomehr, als daS Hauptbestreben der AuSstellungScommission darauf gerichtet ist, daß die Maschinen, Werkzeuge und Apparate möglichst in Betrieb gesetzt werden, um nicht eine tobte Ausstellung zu bekommen, sondern ein frisch pvlsirendeS Bild, sowohl den au» ganz Deutschland erscheinenden Gastwirthen, wie auch dem sicherlich sehr zahlreich zuströmenden Publikum zu bieten. Bon .de» Borarbetten der AuSstellungScommtision ist zu erwähnen, daß nun auch alle übrigen deutschen Bahnen frachtfreie Rückfahrt der Ausstellungsgüter gewährt haben und die Badische Etsen- bahnverwaltung auch noch da» Aushängen der AuSstellungs- placate auf den bedeutenden badischen Bahnhöfen ohne Berechnung von Kosten gestattet hat. DaS Ausstellung»- placat selbst, von Maler Fritz Reiß tn künstlerischer Weise entworfen und auf typographischem Wege mustergiltig auSgesührt, gelangt gegenwärtig zur Versendung und macht tn seiner Ruhe und Einfachheit den besten Eindruck, ohne jedoch eines gelungenen Anziehungspunkte» zu entbehren. Der Loosverkauf, sowie der Verkauf der AuSstel- luugSmarken wie AuSstellung»placate geht vor- züglich, wie auch schon eine Anzahl Ehrengaben in Aussicht gestellt sind und auch die Vergebung der Wirthfchaftrn wird dieser Tage erfolgen. Ausnahmsweise werden, so lange noch Platz vorhanden, immer noch Anmeldungen von Nahrungsmitteln, Getränken, Geräthen rc. zur Ausstellung angenommen. • Wie man jetzt tu den Hotels geweckt wirb. Wieviel Unannehmlichkeiten und Aerger erwachsen den Gasthofbefitzrrn oftmals vom zu späten und zu lauten Wecken der Fremden durch den HauSdteoer, abgesehen von den Fällen, in denen daS Wecken ganz unterbleibt und der Hausdiener es einfach versäumt. Der Reisende wird durch daS Verschlafen in seinem Geschäft geschädigt und verlangt vom Wirth Schad- loShaliung- der Hausdiener behauptet, zur richtigen Zeit geweckt zu haben, daS Gegentheil ist nicht zu beweisen. Welcher Wirth wünschte sich da nicht eine mechanische Vorrichtung, die zuverlä'sig nur deu weckt, der geweckt sein will, und nicht gleichzeitig die gavzr Nachbarschaft, dritten» den Beweis liefert, daß der Fremde zur richtigen Zeit geweckt worden ist und Ausreden von Seiten deS Personals oder der Fremde» sofort widerlegt. Diese drei Aufgaben hat Herr M. Bester in Leipzig auf da- Allerbeste durch seinen „Wrckapparat mit Controlle" gelöst. Der Apparat ist wie folgt eingertchttt: In der Portierloge wird ein Zahlentableau aufgehangen, da» in der Mitte einen Kasten hat mit so viel uuwmeririe» Löchern, al» Zimmer mit Weckapparat vorhanden sind. Unter- halb b(» Kasten» befinden fich die zu jedem Loch gehörenden, mit Nummern versehenen Signal-Druck-Knöpfe. Soll nun eia Gast zu einer bestimmten Zeit geweckt werden, so drückt der da» Wecken besorgende Hausdiener zur gegebenen Ze" auf deu betreffenden Knopf. Sobald die» geschieht, ertöar am Kopfende der Bettstelle de» Gaste» der Weckapparat und zwar so lange, bi» der Fremde durch Druck auf einen Knop' da» Wecken abstellt. Sowie der Fremde die» thut, erscheint auf dem Tableau iu der Portierloge eine Tafel mit der Aufschrift „Geweckt" hinter dem Loch, welches für da» be> treffende Zimmer bestimmt ist. Der Fremde liefert dami: selbst den Beweis, daß er geweckt wurde, aber gleichzeitig maiktrt auch die tn dem Kasten befindliche Controlluhr die Zeit, um welche geweckt worden ist und extra noch, wanv der Fremde da» Rücksignal gegeben hat. Der Kasten ist ’M di» n, ltbln fit ? °° 181o, Dlt bl, N'-U J"*1* ,nI,DU/ der unkttA °- Ni ich »'««* 9 «'Mu, * *,«: «1»;Bl1 ’* , ’P/ hiutbt big 187Q bide „S *“ Stifte '"M halte. tr W Meta'« n tunb thar sich ID ; m in \ Son Tch und bel Ausrmhaittr in Wochen bettlägerig. 1 in kümmerlichsten «Bitten.6 ■ Brand, und Hagel, am HO Gemeinden i/ und aus 150 @{. »stattet. «fltn nm 6 Uhr er. J Uurath. Derselbe 'ahrung zu fich nnb mälhiig. !llung für baS Hotel- verivaobte Gewerbr, dem aus 15. Jmi Idetermini znr Aü it solch Rtofet ßat igelavsrv, daß heon lat Wistrnimerthest^ litt deS Wirihschasi«' ung zu bringen, Id hr, als daS ^aupt rauf gerichtet ist, H e möglichst in Beteilt stellung zu bekomm, wohl den aut ginj It auch htm ficherlich i bltttn. 9oti ,’ta st zu ewähnen, dost ob dir Badische Sisen. grn der ÄuistellungS- Bahnhösen ohne 8t* )aS Ausstellung-' Reii tn künstlerischer gern Wege Mstergilt-g lersenbung und macht besten Much oW Mel zu entbehren. Ms der Lutstel- Iplacaie O ovi' uengaben in b« BW«*’ »«ta| * t0i| ,Ml»«°,l« "' i« »It*. ®* j-ndi'8"' bin $®«- °2 Hausdiener es * h b°- 8t««« >»x.» »K-S ist ®1‘ f,l|! ..Iteot:' «“ 1° « ff«». * '"a geu-eckl » ben(n J i* ‘ ‘'Lim””' : steS eiueü^. fi »£> 1 eilt'6 11’; *r*l?*? - »«'■ ® fest verschloffeu und der Schlüssel bleibt nur in den Händen de» Geschäftsführer» bezw. Hotelier», sodaß eine Fälschung durch den Hausdiener unter allen Umständen ausgeschlossen ist. Ein weiterer Punkt von höchster Bedeutung ist der, daß der Apparat des Herrn Bester — z. B. bet Feuersgefahr — das rechtzeitige Wecken der Schlafenden zu gleicher Zeit ermöglicht. Aber, wird man fragen, woran merkt der Fremde, daß er nicht bloS zum Ausstehen geweckt werden soll, sondern daß eine Gefahr im Verzüge ist. Einfach daran, daß sich beim Feueralarmfignal der Apparat nicht wieder abstelleu läßt! Der Apparat fnnctionirt weiter, der Reisende mag vornehmen, waS er will! Menschenleben können also selbst tu der gräßlichsten Noth, der Feuersgefahr, nicht mehr zu Grunde gehrv, wo der Bester'sche Apparat im Hause ist, und jeder Reisende kann sich der Ruhe mit vollkommenster Sicherheit hingeben. * Wien, 16. Juni. Der EngroS Eolonialwaarenhändler Siegfried Mandl hat sich gestern erschossen. Er errichtete zahlreiche CasöS, darunter auch daS „Cafö Habsburg" auf der Wollzeile. Die Bücher weisen 600,000 Gulden Passiva, Waarenschulden in Triest und Hamburg auf. * Behördliche Reklame. SuS Lahr meldet die „Badische LandeSzeitung": Seit einiger Zeit tragen die städtischen GaS- lateruen in schöner rother Schrift auf einer Glasscheibe die Worte: „Koche mit GaS!" Vielleicht entschließt man fich, diese Art Reclame auch auf andere städtische Anstalten aus- zudehnen, z. B. am RathhauS: „Zahle viel Steuern \“ an der Sparkasse: „Spare viel Geld!" am Schlachthaus: „Esse viel Fleisch!" und in der künftigen städtischen Wirthschaft neben der Kaserne: „Trinke viel Bier!" Schiffsnachrichteir. Der Postdampier „Friesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist (aut Telegramm am 15. Juni wohlbehalten in New-Aork angekommen. Der Dampfer „Illinois" der „Red Star Line" In Antwerpen ist laut Telegramm am 15. Juni wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Verkehr, Cant* rrird Vottsroirthschaft. 16. Juni. Frachtmarkt. Rother Weizen A 14,10, weißer Weizen * 00.00, Korn X 9.60, Gerste X 0.10, Hafer X 7.00. — Was ist Mohr'sche Margarine? So groß auch die stetig wachsende Zahl der Margarine Konsumenten, so ist doch die Kenntniß. was Margarine ist, noch wenig unter dem Publikum verbreitet. Der beste, srtscheste, sorgfältig forlirte Rindertalg sowie Flomen werden von den ihnen noch anhaftenden, nicht zum Fett gehörenden Theilen befreit, in großen, durch Dampf erhitzten doppelwandigen Kesseln geschmolzen und durch Ftltriien geklärt. Das ausgeschtedene, recht appetitlich aussehende, weiß-gelbliche Oel, da» weder nach Schmalz noch nach Fett schmeckt, sondern einen an ausgelassene Butter erinnernden Geschmack besitzt, auch wie Butter im Munde schmilzt, nennt man Oleomargarin oder neutrales Schmalz. Dieses so gewonnene Oleomargarin wird zur Herstellung einer größeren Geschmeidigkeit mit etwas feinstem Speiseöl gemischt und kommt bei den besten Sorten unter Zusatz von gleichen GewtchtS- theilen bester, fettreichster Vollmilch, resp. des davon gewonnenen Rahms in die Buttermaschine und wird darin gebuttert, in derselben Weise wie Naturbutter; bei den geringeren Sorten wird Magermilch zugesetzt. Man verarbeitet täglich bis zu 60,000 Liter Vollmilch resp. Rahm. Durch die Verbutterung mit der Vollmilch und dem Rahm erhält daS Oleomargarin dann den Geschmack und daS Aroma der guten Naturbutier. Nachdem der Butterungsproceß vollzogen, kommt die frische Margarine unter eine Douche von Brunnenwasser, welches mit der Kühlmaschine auf 2 Grad CelstuS abgekühlt ift, dadurch wird die schnellere Ausscheidung der Buttermilch b wirkt. Da nur sehr wenige große Butter-Producenten Kühlmaschinen benutzen, ist es der Fabrik ermöglicht, durch die besseren t chnischen Hilfsmaschinen die Margarine mehr von Wasser und Buttermilch zu befreien, als es bei der Naturbutter möglich ist und hat daher die Margarine, wie auch aus den Gutachten von verschiedenen ersten deutschen Chemikern hervorgeht, einen geringeren Wassergehalt und deshalb durchschnittlich auch einen größeren Nährwerth und größere Haltbarkeit alS Naturbutter. Tie Herstellung der Margarine geschieht mit peinlichster Sauberkeit, weit sauberer, als in manchen kleinen bäuerlichen Wirthschaften die Naturbutter hergestellt werden kann. Die Gegner der Margarine versuchen bin und wieder Gerüchte über zweifelhafte Rohmaterialien ,ur Herstellung der Margarine zu verbreiten, um den Absatz zu schädigen; demgegenüber sei bemerkt, daß die Fabrik ca. 500 Arbeiter und 100 Comptoristen beschäftigt; die Zahl der Arbeiter ist schwankend, je nach der Jahreszeit; wenn daher nun daS Geringste passiren würde in der Fabrik, was das Licht der Oeffentltchkeit zu scheuen hätte, so würde dies durch die Arbeiter sofort bekannt werden müssen. Die tägliche Production von Margarine in der Mohr'sch n Fabrik ist jetzt bis 140—150000 Pfund. Der Versandt geschieht in 28 eigenen mit Elskühlung versehenen Elsenbahnwaggons. , WSchmtltche Uedtkstcht her lebesfäfle tu Gieße» 24. Woche. Vom 6. Juni bis 12. Juni 1897. Einwohnerzahl: «genommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Mllitür). Slerblichkeitsziffer: 13,16, nach Abzug der Ortsfremden 10,97 o/oo. Kinder LS starben an: Zusammen: Erwachsene: im 1. Lebensjahr: 2.—Io. Jahr: Schlagfluß 1 1 — — Bronchitis 1 1 — — Lungenentzündung 1 1 — — Nielenenlzündung 1 (1) 1 (1) — — Brechdurchfall 1 — 1 — Brustfellentzündung 1 — — 1 Summa: 6 (1) 4 (1) 1 1 »nm. Die in Klammern gesetzten Zistern gebot «x, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von »uSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Gottesdienst in der Synagoge. SamStag den 19. Juni 1897 Vorabend 7®° Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4 Uhr, Sabbat Haus gang O36 Uhr. Temperatur der Lahn und Lnft nach Reaumur gemeßen am 17. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. ____________________2BaffCC ^Rüb"samen'sche Badeanstalt. Seiden-Damaste Mk. 1.35 sowie schwarze, weiße und farbige Henneberg.Seide von 60 Pf. bis Mk. 18.6kSWet. — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc- ^a. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, DesstnS rc.), porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. — Durohsohnlttl. Lager: oa. 2 Millionen Meter. . J" Seiden-Fabriken 6. Henneberg (k- Hoti.), Zuncn, Fay’s ächte Sodener Mineral-Pastillen, mit durchschlagendem Erfolge bei Grippe und Husten-Epidemie in ^allen Apotheken tmd Drogerien b 85 Pfg. verabreicht. 49 - Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteuftraße 2. Angebot der Arbeitnehmer r 1 Krankenpflegerin, 1 Schuhmacher, 1 Ausläufer, 1 Fuhrknecht, 1 Fabrikarbeiter. Rachfrage der Arbeitgeber r 1 Spengler, 1 Glaser, 2—3 Maurer, 1 Bauschlosser, 3 Schmiede, 4 Schreiner, 1 tücht Pferdeknecht, 2 Laufmädchen, 2 Droschkenkutscher nach Auswärts, 1 Droschkenkutscher nach Gießen, 1 Hausbursche für eine hiesige Anstalt, 6 Dienstmädchen, 1 Küchenmädchen, 2 Kindermädchen. Kram-u. Viehmarkt ?u N 'Wildmlgkn verlegt mit Genehmigung deS Herrn Landesdirectors auf ____ Nb Donnerstag den 8. Juli 1897 WE, verbunden mit Prämiirung von Pferden, Fohlen und Rindvieh, sowie Ber- loosung von Vieh, landwirthschaftl. und Haushaltungs-Gegenständen. Die Prämiirung findet Vormittags 8 Uhr, die Verloosung Nachmittags 2 Uhr statt. DB” Die lebenden Gewinne, landwirthschastlichen Maschinen und GerSthe werden auf dem Marktplatze von den Ausstellern angekauft. Loose b 1 Mark (auf 10 Stück ein Freiloos) find durch den Generalagenten, Buchdruckereibefitzer Eour. Hundt« Wildungen zu beziehen. 5883 Da» Comitre V* 4462 F en erwerkskörp er gefahrlos und nicht explodirbarl Salon- und «arten-Feuerwerke, Neueste Scherzartikel. Zusammenstellung größerer und Kleinerer Lustfeuerwerke. Römische Lichte, Sonnen, Schwärmerkaften, Schlangen- röhren, Fontaine, Feuerräder, Hexevpfeifen. Silberregen, Cascateu, Raketen, Bengalische Flammenpulver, Hülsen, Fackeln, Feuerregen u. s. w. empfiehlt die Adler-Drogerie Seltersweg 39, R719 Otto Schaaf. Neckarsulmer Pfeil. Erstklassige deutsche Marke. Herren- u. Damen-Räder in reichster Auswahl. — Präoisiooe-Arbeit Stuttgart 1896 Goldene Medaille. Alleinverkauf bei b602 H. Kraft, Mechaniker. Eigene Beparatnr-Werkstätte Neuenweg 46. Versteigerungen. Settgras-Versteigemg. Das diesjährige Heugras von den Wiesen der Gemeinde Wies eck soll nächsten Dienstag, d. LS. Juni 1897 versteigert werden. Der Anfang zu den Wiesen bei Wieseck ist Vormittags 10 Uhr in dem Dorfeld'schen Garten dahier, und zu den Wiesen bei der Badenburg Nachmittags 5 Uhr auf der Badenburg. Wieseck, am 16. Juni 1897. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 5880 SklMMrsteigkluug. Das Heugras von den hiesigen Pfarrwiesen wird nächsten Dienstag, den LS. Juni l. Js., Vormittags 10'/, Uhr, in dem Dorfeld'schen Garten dahier ver steigert. 5880 Wieseck, am 16. Juni 1897. Sommerlad, Bürgermeister. I Behördliche Anzeigen^ Ä. Schlachthaus. Freibank. 5869 Von heute ab: Dchfensteifckt nicht ladenrein, per Pfd. 50 Psg. Schweinefleisch kicht ladenrein, per Pfd. 30 Psg. ÄMtemMNWMW 1 .Apparate,Trodyenplatteq ste MmNicKe Utensilien zuFabrikpi^ffi. UnsilMammer zurgeßSenuizury enipfipJilL _______________ 4993 Eine Partie KiidklKleidihen in Wasch- und Wollstoffen für« Alter von 1—3 Jahren verkaufe zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Robert Haas, 5349__________Seltersweg 18. HHÄock, Weßanlagt 3, schönste Schellfische, «ablian» «nd Scholle«. 5874 Jeden Donnerstag: Fischefie« im Restaurant. Fste. Marmelade Alle Sorten Mineralwasser in stets frischer Füllung, la. Gebirgshimbeersaft la. Johannisbeersaft empfehlen billigst 5132 A. & G. Wallenfels, Markt 2L Telephon 40. an« frischem Obfi hergefiellf, ausgewog. per Pluvd 80 Psg. 5765 iQ Pf . Gimrrchen Mk. 2,80 H. F. Nassauer. 5892) An vermiethe«: Zwei schöne Familienwohnungen, eine Mansarden, wohnung, großer Lagerraum, auf Wunsch Comptoir, Keller, Stallung und einige einzelne Zimmer per 1. October eventl. früher._____________«aettplatz 17. 5886] Kleines Logis vermielhet Schreinermstr. -eß, Kaplansgasse 25. 5884] Vier Zimmer mit Zubehör vom 1. 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