Nr. 91 DrMes Blatt. Sonntag den 1«. April 1997 ©er * Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS. Die Gießener Aamikienvtäiter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger. vierteljähriger AßonnmcntspreUt 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditio» und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. ilttth* und Anzeigedlutt für d^n Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Lorm. 10 Uhr. Hratisöeitage: Hießener Kamitienötätter. Alle AnnonceN'Bureaux deS In« und Auslandes nehme» , Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Lheil. Bekanntmachung, betreffend: Maul- und Klauenseuche. Nachdem in den Schafherden zu Ettingshausen und Hausen die Maul» und Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, wird dies mir dem Anfügeu zur öffentlichen Kenntuiß gebracht, daß Gemarkungssperre augeordnet worden ist. Gießen, den 17. April 1897. Großherzoglicher KreiSamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Durch Verfügung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 13. April 1897 ist die Abhaltung deS zu Laubach für den 20. l. MtS. vorgesehenen Biehmarktes untersagt worden. Schotten, den 14. April 1897. GroßherzoglicheS KreiSamt Schotten. Schönfeld. Bekanntmachung. Infolge Verfügung Großherzoglichen Ministerium» de» Innern vom 13. l. MtS. ist die Abhaltung deS für den 26. April l. IS. geplanten ViehmarkteS zu Ulrichstein unter der Bedingung genehmigt, daß nur Thiere au» unverseuchten Orten der Kreise Schotten, Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, Thiere vou Händlern aber nur dann, wenn fie mindestens fiebea Tage in unverseuchten Orten fraglicher Kreise in feucheufreiem Zustande zugebracht haben, aufgetrieben werden dürfen. Schotten, den 14. April 1897. GroßherzoglicheS KreiSamt Schotten. Schönfeld. Bekanntmachung, betreffend: die Abhaltung vou Biehmärkteu zu Homberg a. d. O. Großh. Ministerium de» Innern hat die Abhaltung des auf den 21. l. MtS. fälligen ViehmarkteS zu Homberg a. d. O. unter folgenden Bedingungen gestattet: 1. Für Auf- und Abtrieb deS Viehes ist den Anträgen des Kreisveterinäramtes gemäß je eine bestimmte Stelle zu schaffen, welche allein benutzt werden darf. 2. Auf den Markt dürfen nur Thiere au» unverseuchten Orten der Kreise Alsfeld, Schotten, Lauterbach, Gießen, Büdingen und Friedberg, Thiere von Händlern aber nur daun, wenn fie mindestens 7 Tage in unverseuchten Orten der fraglichen Kreise in Feuilleton. Wochenbriefe au« der Residenz. (Originalbericht deS „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 15. April. Vom Bennen bei Hessischen ReitervereiuS. — Bow Großherzog licheu Hoftheater. — Charwoche. Wenig vom Wetter begünstigt war daS diesjährige FrühjahrS-Rennen, das der Hessische Reiterverein am letzten Samstag auf der Bahn am Weiterftädter Exercier- Platz, etwa Dreiviertel-Stunden von hier abhielt. Die Veranstaltungen des Vereins erfreuten fich sonst eine- größeren Zuspruch» aus allen Kreisen der Stadt, da die Rennen gewöhnlich Sonntags abgehalten wurden und namentlich die sogen. „Bauern-Rennen", bei denen Gebrauchspferde am Start erschienen, begreiflicherweise eine große Attraction au»- übten. Für letzten SamStag hatten nur Offiziere genannt und die Zuschauer recrutirten fich ebenso fast nur au» den höchsten Kreisen. Auch Se. Kgl. Hoheit der Großherzog beehrte da» Fest mit seiner Anwesenheit. ES fanden im Ganzen vier Rennen statt, in denen erste Sieger blieben: im ersten Lr. v. SchmelzingS (Drag.-Regt. 23) „Ragoyo", im zweiten Lt. Frhr. v. Gemmingens (Drag.-Regt. 23) „Magner", im dritten Lt. Frhr. v. MaffenbachS (Drag.-Regt. 24) „Morphia", im vierten Lt. Frhr. v. Gemmingens (Drag.-Regt. 23) „PendenniS". Letzteres ist ein Pferd von großartigen Anlagen, daS in der kommenden Saison noch manchen Sieg erringen dlrfte. Den Siegern wurde die hohe Sbre zu | jeuchenfretem Zustande gestanden haben, abgetrieben werden. 3. Aus preußischen Orten, die nicht über 10 Kilometer von Homberg entfernt liegen, dürfen gleichfalls Thiere zugelaffen werden, wenn über dieselben glaubhafte UrsprungSzeuguiffe vorgelegt werden, daß fie in jenen Orten dauernd gestanden haben. Thiere von Händlern find jedoch auch in diesem Falle unr unter der ad 2 erwähnten Bedingung zuzukaffen. Den Großh. Bürgermeistern wird die gewissenhafte Befolgung der bestehenden Vorschriften bei Ausstellung der UrsprungSzeuguiffe noch ganz besonders zur Pflicht gemacht. Alsfeld, den 14. April 1897. GroßherzoglicheS KreiSamt Alsfeld. Dr. Melior. Gefundene Gegenstände: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Brille mit Futteral, 1 Scheere, 2 verschiedene Handschuhe, 1 Kinderkappe, 1 Taschentuch, 1 Gummibällchen, 1 Fahrradnummer und 1 HundehalSbaud. Gießen, den 17. April 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Deutsches Reich. Berlin, 15. April. In einer intereffanten Steuersache ist, der „Post" zufolge, soeben die erstinstanzliche Entscheidung ergangen. Der Berliner Magistrat hat für 1896/97 zum ersten Male den FtScu» mit dem Gewinn aus deu LooSverkäufen der Berliner Collecten zur Gemeinde- Einkommensteuer herangezogen. Dabei ist das Reineinkommen auf 1000000 Mark angenommen- der gesammte Gewinn aus der preußischen Klassenlotterie ist im letzten StaatShauShaltSetat auf 10000000 Mark angegeben. Gegen die Veranlagung wendete fich der FiScuS nach fruchtlosem Einspruch mit der Klage. Er bemängelte nicht die Höhe deS angenommenen Gewinne», wohl aber bestritt er die Steuerpflicht überhaupt, da der Lotteriebetrieb, als zu den Hoheit», rechten de» Staates gehörend, nicht gewerblicher Natur sei. Dem gegenüber wachte der Beklagte geltend, daß das für Private bestehende Coocurrenzverbot es nicht ausschließe, deu staatlichen Lotteriebetrieb al» einen gewerblichen anzusehen. AuS den parlamentarischen Verhandlungen gehe hervor, daß jener Betrieb im finanziellen Jntereffe de» Staates ein- gerichtet und beibehalten sei. Auch das Verbot des Spielen» in auswärtigen Lotterien deute darauf hin, daß der FiScu» mit der Klaffenlotterie Gewinuabficht verfolge. Endlich spreche auch gegen die Annahme eines staatlichen Hoheit», recht» der Umstand, daß der ReichSfiScu» von der preußi chen Lotterie eine Stempelabgabe erhebe. Der Bezirksausschuß wie» die Klage ab. Berlin, 15. April. Die „Nat.-Ztg." ersährt von com- petenter Seite, die Annahme sei nicht richtig, daß bei dem Theil, au» der Hand de» Großherzog» sehr werthvolle Ehren- preise entgegennehmen zu dürfen. Noch vor Thorschluß hatte die Hoftheater-Directiou einen hervorragenden Sänger zu einem allerdings nur sehr kurzen Gastspiel verpflichtet: Herr Kammersänger Theodor Reichmann au» Wien sührte die Titelpartien in Richard Wagners „Holländer" und Mozarts „Don Juan" durch — zwei ganz verschiedenartige Rollen, die auch sehr verschieden von dem Künstler bewältigt wurden. Der „Holländer" gab dem Sänger Gelegenheit, seine geradezu grandiöse Gesang»- und Darstellungskunst, die ihm wie kaum einem seiner jetzt lebenden Collegen in gleich hohem Maße eigen ist, im hellsten Lichte zu zeigen. Sein „Holländer" war in allen Details eine durch und durch fein ausgearbeitete, in ihrer Gesammt- heil geradezu fascinirende Figur, der rückhaltlosen Beifall zu spenden das enthufiasmirte Publikum nicht müde wurde. Ander» war es mit dem „Don Juan". Zwar glänzte der Gast auch hier durch seine prachtvollen Mittel, auch hier zeigte seine Darstellung hervorragend schöne Momente, aber in ihrer Gesammtheit gesehen, fehlte der Parthie jenes leicht- flüssige, prickelnde Etwa», ohne da» der „Don Juan" nun einmal nicht wirksam gedacht werden kann. Rrichwann» Individualität weist ihn auf andere Pfade, für Rollen wie diese ist er zu schwer. Auch unser Ensemble, da» in der Holländer-Aufführung einen vorzüglichen Beweis seiner Leistungsfähigkeit gegeben halte, befriedigte in der Mozart'schen Op?r nicht, vielleicht daß die gekünstelte Art, wie der Haupt darsteller seine Rolle gab, auch ihm die freie Bewegung nahm. Die Charwoche sieht die Pforten de» Hoftheater» geschloffen, die Specialitätenbühnen feiern und in den Concert- Proleste Deutschland» gegen die differentielle Behandlung im neuen amerikanischen Zolltarife Repressalien angedroht seien. Wielbaden, 15. April. Die Nationalliberalen stellten für die RetchSlag».Ersatzwahl den Stadtrath Bartling al-Candidaten auf. Derselbe nahm die Candidatur an. Ausland. Wien, 15. April. Die „Nene freie Presse" meldet an» Athen: Da» Verhalten der Engländer und Russen auf Kreta beginnt hier Beunruhigung Hervorzurusen. Dieselben scheinen fich auf ein dauernde» verbleiben ans Kreta vorzudereite«. Da» Benehmen gegenüber der einheimischen Bevölkerung habe fich völlig geändert. Die Türken würden bei jeder Gelegenheit brüskirt, deu Christen aber werbe nach Möglichkeit Vorschub geleistet. Auch würden dieselben mit reichlichen Geldmitteln versehen. Da» Bombardement Seiten» der russischen und englischen Kriegsschiffe habe gänzlich aufgehört. Die beiden Mächte 'scheinen weitgehende Pläne zu verfolgen, die mit der Pacifieiruug Kreta» wenig zu thun haben. Der Glaube an die.Uneigennützigkeit der englischen Politik sei völlig geschwunden. Wien, 15. April. Nach hier vorliegenden zuverlässigen Meldungen aus London bestehen trotz der englischen Ableugnungen englisch - portugiesische Abmachungen betreffend die Delagoa-Bay. Die kriegerischen Operationen Englands gegen Transvaal sollen unmittelbar bevorsteheu. Pari», 15. April. Die von Hanotaux zugeficherte Betheiligung Frankreichs an einer eventuellen ZwangSmaß- regel gegen Griechenland wird andauernd von der Opposition heftig getadelt. Rochefort schließt einen bezüglichen Leitartikel mit folgender Bemerkung: DaS Vaterland ist entschieden in guten Händen - wenn efl nicht verrathen wird, wie in Metz und Sedan, bann wird e» in Kanea ver- unehrt. Pari», 15. April. Der englisch-socialistische Agitator Tom Man hat von den französischen Dockarbeitern dieAuf- fordervng erhalten, nach Pari» zu Kommen und Vortrag zu halten Über die Organisation der englischen Dockarbeiter und Über die verhältniffe während deS Hamburger Strike». London, 15. April. „Morning Post" meldet au» Larissa: Bei Eröffnung der Feindseligkeiten würden die Griechen von Elaffona aus loSmarschiren. Athen, 15. April. ES verlautet, daß ein neue», zahlreiches Freiwilligen-CorpS bet Kaladaka über die Grenze gegangen ist. Algier, 15. April. Der Zustand de» russischen Thronfolgers hat fich bedeutend verbeffert. Der Großfürst wird bis Ende diese» Monat» in Algier verweilen. | sälen ist Ruhe. Indessen man vermißt die Abwechselung, die durch fie in dem sonst um diese Zeit recht ruhigen Leben der Refidenz erzeugt wird, nicht sehr viel, denn schon regt fich draußen überall der Frühling mächtig, alles grünt und namentlich die herrlichen Anlagen in und um die Stadt zeigen Dank der frühzeitigen Fürsorge der neu errichteten Stadt- gärtnerei ein prächtiges Aussehen. Die einzigen öffentlichen Veranstaltungen der Charwoche find die PaffionScoucerte, d-ren mehrere großen Stile» stattfinden. Der katholische Kirchengesangverein hielt am Palmsonntag und letzten Dienstag zwei außerordentlich zahlreich besuchte Aufführungen de» Passions-Oratorium» des Fuldaer Domcapttular» Fidelis Müller. DaS Werk behandelt daS Leiden Christi, der Text ist der heiligen Schrift entlehnt, die Mufik im streng kirch- lichen Genre geschrieben. Trotz der Einfachheit, in der da« Ganze gehalten ist, übt eö eine tiefe Wirkung au», die noch erhöht wurde durch acht lebende Bilder, die da» Leiden Christi darstellen. Da» Arrangement der mit verschwenderischer Pracht anSgestatteten lebenden Bilder hatte der bekannte Düsseldorfer Maler H. W. Schmitz übernommen, die vorkommenden Personen wurden von Damen und Herren der hiesigen Gesellschaft gegeben. Ebenso veranstaltete der Kirchen- gesangverein der evangelischen Martin»kirche eine CharfreitagS- feier und der Kirchengesangverein der evangelischen JohanneS- gemeinde eine Wiedergabe des H. von Herzogeliberg'scheu Paflionsoratorium» unter Mitwirkung bewährter Kunstkräfte. Der Mufikverein endlich feierte den Charfreitag durch die Aufführung der MathäuSpaffton von Joh. Geb. Bach, also PaffionSconcerte in Fülle? ,r---- —---o----7--- -7 - - - - OUW|U qu wndern auch den Nichrradlern Einblick in die Leistungen deS zu können. Ist doch auch, soweit sich auS den Vorbereitungen erkennen läßt, beiden Rechnung getragen, da, wie schon der am Nordabhange deS Mönchs in 3060 Mtr. Höhe gelegenen, für eine SlattonSanlage sehr geeigneten Kanzel in wundervoller AuSfichtSlage. Herr Simon weint, daß zur Erreichung dieses Punktes eine viertelstündige Tunnelfahrt und zwar durch einen Tunnel, der noch nicht tu ständigen Eiger- zu gelangen, daun käme ein Tunnel durch deu letz- rereu, weiter ginge es in großem Bogen auf der Südseite des Eiger- zum Mönch,- daun müßten zum Jungfraujoch etwa 500 Mtr. au der Höhenlage eiagebüßr werden, uw bt- uoter den Gipfel der Jungfrau zu gelangen. Bei dieser Traee ist ein ca. 12 Kilometer langer Tunnel nöthig, dessen Kosten auf 10 Millionen Francs veranschlagt werden. Da aber der Tunnel fast ganz in der EiSregion liegt, so wäre er schon während deS Baues der Gefahr der Bereisung ausgesetzt, abgesehen von sonstigen Schwierigkeiten, die sich seiner Ausführung entgegeuftellen. ES sei nur beispielsweise erwähnt, daß der Tunnel je eine Fahrzeit von 2 Stunden erfordere und gewiß der Fahrt durch den Gotthardt-Tunnel gegenüber, die nur 20 Minuten dauert, ein beständiges Ab- schreckuugsmotiv für die Benutzung der Bahn bilden würde. Herr Srmon hat daun auch ein eigene» Projekt für eine Bahn zum Mönch aufgestellt. Sein Projekt legt deu Ausgangspunkt auf die (nur 180 Mtr. tiefer als die Große Scheidegg gelegene) Wengerualp, eine Drahtseilbahn mit 60 pEt. Steigung führt hier aufwärts und erreicht ihren Endpunkt in einer CocaUs und provinzielle». Siete«, den 17. April. ** Ordensverleihung. Seine königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 14. April dem Hauptmann der Reserve Dettweiler iw Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessischen) Wc. 116 das Ritterkreuz 1. Klaffe deS Verdienstordens Philipp» des Großmüthigen, am 7. April dem Gemeinde- forftwart Conrad Wißner zu Geilshausen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" zu verleihen geruht. •• Schone Ausstcht. Wie aus dem Inserat in dieser Kummer ersichtlich, hat Herr Kuhnd die Gartenwirthschäft auf seinem bedeutend vergrößerten Etabliffement eröffnet. Der «ene Besitzer hat keine Mühe und Kosten gescheut, die „Schöne Aussicht" der Neuzeit entsprechend herzurichten und namentlich den Garten, welcher bei größeren Festlichkeiten oft sich als zu klein erwies, durch Ankauf bedeutend zu vergrößern. Bei Veranstaltungen selbst von größeren Festlich, ketten werden die Theilnehmer daran in die Lage versetzt sein, alle die verschiedenen Unterhaltungsspiele nnd Buden auf einem zusammenhängenden Complex genießen zu können. Weitere Neuerungen und Neuanlagen werden in Kürze vollendet sein. Die gefiederten sowie vtecfüß'gen Bewohner deS Thierparks haben vortrefflich überwintert und werden wiederum einen I Gesteins Temperaturen unter Null liege, genüge. Auch ließe gewiffeu Anziehungspunkt namentlich für die Kinder bilden, sich durch Durchbohrung deS GebirgS eventuell noch eine •* Der in diesen Blättern angekündigte Bortrag über Zwischenftation als Ausgangspunkt für Gletscherpartien usw. die Zmrgfraubah« fand am Mittwoch Abend im Festsaal (Cafö aulegen, wie denn auch damit zugleich die Möglichkeit ge- Leib) durch Herrn Genie-Hauptmann, Ingenieur S. Simon geben sei, deu Mönch, der auf seinem Gipfel viel leichteren auS Interlaken, vor einer zahlreichen Versammlung von Damen Standpunkt bietet und auch weit umfaffenderen Blick zuläßt, und Herren statt. An der Hand eines vorzüglichen Anschauung-- mit 65 pCt. Steigung zu beschienen. Dieser Tunnel würde material-, Pläne und Karten, zum Theil nach eigenen Ans- «ach Herrn SiwonS Informationen nur solides Gestein zeigen »ahmen, führte der Vortragende unter kritischen Betrachtungen gegenüber deu technisch sehr schwierigen Schichten des Guyer- die verschiedenen zur Zeit vorliegenden Projekte für diesen Zrller'schen Projekt-, die in unmittelbare Nähe der sogen, merkwürdigen Bahnbau seinen Zuhörern in einer anmuthigen großen Berner Doppelfalte liegen. Die Kosten der AuS- „Plauderei" vor. Das ursprüngliche Projekt hatte vier Draht- führnog seines Projektes veranschlagt Herr Simon auf vier feilbahn-Strecken, über daS Stellhorn, deu Hinteren Gipfel bis fünf Millionen Francs, während das Guyer-Zeller'sche sich des Schwarzen Mönchs, Silberhoro, bis zum Gipfel der auf 30 bis 40 Millionen belaufen würde und daher von Jungfrau vorgesehen. Der Redner wollte dieses Projekt da- vornherein jeder Rentabilität entbehrt. Der Vortragende hin abänderu: bei dem Silberhorn mit der Bahn abzubrechen, verstand in trefflicher Weise, seine Zuhörer für den Gegen- weil von hier aus der Gipfel der Jungfrau ohne allzugroße stand zu fesseln- in lautloser Stille folgte die Versammlung Schwierigkeiten innerhalb V/t Stunden zu erreichen fei. den stündigen Ausführungen des Herrn Simon, der zum Herr Simon hält dieses Projekt für das technisch reifste Schluß auch noch durch die etymologische Aufdeckung ver- und dem Zwecke des BahubaueS am vollkommensten ent- fchiedener, in Schweizerdeutsch gehaltener Namen berühmter sprechende. Ein zweiter Entwurf rührt von dem Ingenieur Alpeogipfel, wie z. B. „Eiger", „Mirren" u. A. seinem Vor- Köchltn in Paris, dem Berechner des Effel-ThurmeS her, trag ewe'recht nette Beigabe anschloß. Reicher Beifall lohnte der über sämmtliche Vorstufen zur Jungfrau, über eiserne den Sprecher, auS deffeu Darlegungen der mit der Alpen- Brücken hingehen will, dabei aber die Lawinensälle vergaß, Welt durch und durch vertraute Forscher, der Erkletterer von die, bei den Hängegletschern sehr zahlreich, den Brücken bald gegen 1200 Alpengipfeln, augenscheinlich herausleuchtete. Die den GarauS gemacht haben würden. Ein dritter Entwurf Anregung zur Berufung des Herrn Simon ging von der von Oberst Locher in Zürich schlug vor, für die Bahn Sektion „Oberhessen" des D. u. Oest. A.-V. hier einen einzigen kreisrunden Tunnel mit 45 Grad Neigung °»S, für deren Wahrnehmung zeitgemäßer wissenschaftlicher von Lauterbrunnen bis zum Gipfel herzustelleu und die kreis- Interessen gleichzeitig warme Anerkennung ausgesprochen runden Wagen pneumatisch in ca. Ve Stunde (?) hinauf zu sein soll. b-sSrd-rn. Tiefem Pr°j-ct ft-ht nun entgegen, daß der in - PA. 6,0«. nnb SolBfeft. Immer näher heran den Tunnel eindringende Wafferdampf, der durch AuSathmung rückt der Termin für da» große Sport- und Volksfest und aus der Luft eingeführt würde, permanente Eisbildung am 30. Mai zur Eröffnung der neuen Rennbahn an BtchlerS » wodurch die Bahn total betriebsunfähig Hardt. Mit regem Eifer sind die einzelnen Comitä» an würde. Man hätte, um in einem anderen Bilde zu reden, der Arbeit, um den fremden Radlern sowohl, als auch der nur eine großartige Eismaschine in Betrieb gestellt. DaS Bevölkerung Gießens und Umgebung frohe Festtage bieten vierte, aber gewiß an großer Schwerfälligkeit leidende Pro- | zu können. Ist doch auch, soweit sich aus deu Vorbereitungen lCCt JLbr°6 v«. Guyer-Zeller in Zürich. Es geht von erkennen läßt, beiden Rechnung getragen, da, wie schon der iXÄJ ®‘Qt,on ber bestehenden Wengernalp.Bahn in Name sagt, nicht allein die Jünger deS schönen Radfahr- ca. 1900 Mtr. Höhe auS- von da müßten die Schienen über sports Gelegenheit haben werden, ihre Kräfte zu entfalten, einen mächtigen Rücken gelegt werden, um zu dem Fuße deS sondern auch den Nichrradlern Emblrck in die Leistungen deS Sports gewährt werden soll, für alle aber das damit verbundene Volksfest der Unterhaltungen und Annehmlichkeit« in Fülle bringen wird. An der Rennbahn selbst wird ebenfalleifrig gearbeitet und ist man sich heute schon in fachmännischer, Kreisen darüber einig, daß hier geradezu eine Musterbahn in der Entstehung begriffen ist, die sich deu bedeutendsten derartigen Sportplätzen in den Metropolen deS Sport» würdig au die Sette stellen kann. Für das mit der Einweihung verbundene Volksfest sind zwei Tage vorgesehen. Auf de» über 2400 Quadratmeter großen, oberhalb der Textor'schen Terrasse gelegenen Platze für das Volksfest, mit freier Aussicht auf Rennbahn und Stadt, wird der Ausschuß bemüht sein, allen Anforderungen, auch der verwöhntesten Besucher, gerecht zu werden. Nimmt mau hierzu noch die bekannte Thatsache, daß eS die Gießener stet» verstanden haben, Feste zu veranstalten, so dürfen wir wohl heute schon der Hoffnung Raum geben, daß auch dieses Fest einen schönen und für alle Theil- uehmer befriedigenden Verlauf nehmen wird. «6 Heil! Vermißtes. • Berliner GrundstückSverth. Für den enormen Pre s von einer Million und 500,000 Mark ist das nur 330 Quadratmeter oder 23 Ruthen große Grundstück Fried- richstraße 160, in welchem sich die bekannte Kronen-Apotheke befindet, au» dem Besitz der Dr. Heinrich Friedländer schen Erben an den Apotheker Radlauer, deu jetzigen Inhaber der Kronen-Apotheke, käuflich übergegangen. * Wer spat ti die Nacht Hinei« arbeitet, der pflegt bei eiutretender kurzer Ruhepause auch da» Bedürfniß nach einer anregenden Erquickung zu verspüren. Als geeignete Auf- frischung der Lebensgeister in solchen Fällen wird Kaffee ober Thee betrachtet, und diese Genußmittel find auch zweifellos alcoholhaltigrn Getränken unbedingt vorzuziehen. Staiker Kaffee oder Thee, allzuoft genossen, greift jedoch sehr ar. Eine weit harmlosere Stärkung kann namentlich alle« nervösen Personen dringend empfohlen werden: Ein Täßchen Bouillon aus echtem Liebig's Fleischextract, wie man e» sich mit kochendem Wasser und Salz leicht und rasch her- stellt, stärkt und lebt ganz außerordentlich und giebt frische Kraft zum Weiterarbeiten. Namentlich zahlreiche Gelehrte ziehen eine solche Extrakt-Mischung dem Kaffee und dem Thee vor. Schiffrn«rchrkhteir. — Der Postdampfer „Rcnftngton* der .Red Star ätnie* ta Antwerpen ist laut Telegramm am 14. April wohlbehalten in Newyork angekommen. Slrlsifdittet’hritttrt wird gewöhnlich in erster Linie emp^ohl«. wenn es sich darum handelt, de.i durch Krankheit geschwächten Körper rasch wieder auf di« Höhe feiner rüheren Leistungsfähigkeit zu bringen. Ost aber ist der Magen f» geschwächt, daß er nicht im Stande ist. die Fleischnahrur g, die den VerdauungSsäften immerhin einen bedeutenden Widerstand leistet, vollständig zu verdauen. In diesem Falle ist der einzige Ausweg di- Zuführung von flüssiger Nahrung und wenn dieselbe a» Nährkrast und Verdaulichkeit daS Fleisch übertreffen soll, so verwende man die von den Höchster Farbwerken in Höchst am Main — Fabrikanten deS rühmlichst bekannten Migränin — au» den Ei- weißstoffen der f-ischen Kuhmilch hergestellte Nutrose. Nutrose ist ein in allen Flühstücksgetranken lösliche« und allen mehlhaltigen Nahrungsstoffen sich leicht affimilirendes Pulver. 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Wir erinnern dabei an die großen Aufgaben unsere» Verein», wie wir ste gerade jetzt wieder im Jahresbericht dargestellt haben, und an die großen Ausgaben, die sie erforderten. Wir weisen zugleich darauf hin, daß der bevorstehende Neubau unseres Schwesternhauses auch eine dauernde Erhöhung der laufenden Ausgaben mit sich bringt, zumal wir beabsichtigen, die Zahl unserer Schwestern zu vermehren. Für das Alles erbitten wir, im Bewußtsein, daß wir ja nur dem allgemeinen Wohle dienen wollen, die alten, und wo es irgend möglich ist, erhöhte Beiträge. Solchen, die noch nicht Mitglieder find, wird Gelegenheit gegeben werden, sich in die Liste einzuzeichnen, und wir bitten, davon recht Bester organischer Dung für Halm- nnd Hackfrüchte. für Gemüse- und Blumenzucht empfiehlt Kröll, Jelinmeg 12. j Ktac6Kand schuhe guter Qualität schwarz, weiß und farbig, ! Sommer-Handschuhe! Halb-Haudschuhe in fils de coa, fils de perse, imit. 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