Nr. 296 Zweites Blatt. Freitag den 17. December 1^97 Der tteftewer A»,ei«er erscheint täglich, mit Ausnahme bti Montags. Die Gießener M««tlte»ötS11er werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger AdonnemeutspretBr 2 Marl 20 Psg. sott Bringer loh«. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Ps^ Redaction, Expeditio» und Druckerei: -ch«lstr«ßeAr.A. Fernsprecher 61c Aints- und Anzeigeblatt für den Tkveis Gieren. Annahme von Anzergen zu der Nachmittag- für den folgende« Lag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamilienölätter. Alle Lnnoncen-Bureaux deS In- und Auslände- nehou» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger^ eMgege«. Schmerzenskinder der Volksschule. Von D. Gr. L. Jede Mutter lebt in der Einbildung, ihr Kind sei ein Musterkind, und in Gesellschaftskreisen hört man oft den voreingenommenen Vater mit sichtlichem Stolze die Vorzüge seines jungen Sprößlings rühmend erwähnen. O gütige Vorsehung, wie müssen wir auch hier wieder eine Deiner Anordnungen als eine sehr weise bezeichnen Du machst Vater und Mutter blind, daß diese vor überschwenglicher Liebe nicht ahnen, welch geistiger Desect ihrem Liebling oft innewohnt. Zwar beschleicht mit der Zeit wohl eine beklemmende Besorgniß, ein gewisser Zweifel das Herz der Mutter. Prüfend, still beobachtend schweift oft ihr Blick nach ihrem so ruhigen, artigen Kinde hin: „Das Kind ist so eigen, nicht so wild, so lebhaft wie andere Kinder, immer still und so für sich". Aber noch, liebe Mutter, ist Dir das Unglück Deines Kindes verborgen. — Doch die Zeit vergeht, das Kind kommt zur Schule. Am ersten Schultage bringt die Mutter ihren Liebling selbst zur Schule. Mit einer gewissen Beklemmung macht sie dem Lehrer ihre Mittheilungen über die Eigenheiten und besondere Vorzüge des neuen Schülers. Aber gar zu bald, bedauernswerthe Eltern, sollt ihr hier den bitteren Kelch unumstößlicher Wahrheit schmecken. Der Lehrer gewinnt nämlich durch feine Beobachtungen und Wahrnehmungen eine andere, leider aber auch die richtige Ansicht. Mit dem besten Willen und der grüßten Umsicht will e» dem Lehrer nicht gelingen, diese» Kind so zu fassen, daß es dem Unterricht folgt oder Antheil nimmt. Dem Scharfblicke des Lehrers stellen sich die, seitens der Eltern hervorgehobenen Vorzüge des Kleinen in einem anderen Lichte dar. Er erkennt den wahren Zustand des Kleinen. — es ist schwachsinnig. — Jetzt erwächst für den Lehrer die peinliche und schwere Aufgabe, Vater und Mutter über den wahren Zustand ihres unglücklichen Kindes aufzuklären. Anfangs wollen diese es nicht glauben, und der Lehrer muß es sich oft gefallen lassen, daß fein Lehrgeschtck in boshaft hämischer Weise in Zweifel gezogen wird. Aber das gegebene Urthetl des Lehrers wird mit der Zeit nur noch mehr bestätigt. Immer auffallender wird der Unterschied in der geistigen und auch körperlichen Entwickelung zwilchen dem schwachsinnigen Kinde und seinen normal beanlagten Altersgenossen. Dem Lehrer bietet sich in seiner practifchen Thätigkeit vielfach Gelegenheit dar, schwachsinnige Kinder in und auch wohl außer der Schule zu beobachten. Bei dem einen Schüler zeigt sich die geistige Schwäche ausgeprägter und ist dementsprechend leichter zu constatiren. Aber bei anderen Schülern ist der Grad des geistigen Defects ein geringerer, so daß man versucht wird, an grenzenlose Dummheit, an geistige Versumpfung zu glauben. Der Lehrer hält dementsprechend mit seinem Urtheil zurück, auch hier bestätigt das zunehmende Alter mit Bestimmtheit das Vorhandensein dieses Uebels. Die stärkeren Grade des Schwachsinns, Blödsinn (Idiotismus) genannt, bleiben auch den Eltern nicht verborgen. Oft entwickelt sich der Körper eines schwachsinnigen Kindes ganz normal. So gewahrt man oft solche Kinder, welche einen ganz sympathischen Eindruck machen und körperlich so entwickelt sind, daß ein Unterschied zwischen ihnen und ihren normal begabten Altersgenossen nicht auffällt. Diese Kinder haben einen guten Appetit, ihr Körper nimmt zu, aber nicht ihr Verstand. Bei diesen Ku.dern fällt besonders die große Ruhe und die Ueberfülle von Phlegma auf. Aber trotzdem fällt der Schwachsinn doch gleich auf. Alle Bewegungen sind schwerfällig, linkisch und täppisch. Der Blick ihrer Augen ist stupid, ohne Feuer und Frische, und träumend starren sie mit geöffnetem Munde in's Leere. Dem Munde entströmt der Speichel, die Nase fließt fortwährend, der ganze Gesichtsausdruck ist welk und gleichgiltig. Die körperlich wenig entwickelten Schwachsinnigen erweisen sich im Gebrauche ihrer Glieder sehr unbeholfen, ihr Gang ist schleppend und schwerfällig. Kommen solche Kinder in frcmbe Häuser, so sind sie gleich heimisch, die kindliche Schüchternheit fehlt ihnen. Mit ihren Gespielen gerathen sie bald in Zwiespalt und ifoliren sich. Ein weiteres characte» ristisches Zeichen des Schwachsinns ist die mangelhafte Sprache, sie spiegelt ihre zurückgebliebene Geisteskräfte. Manche Laute und Lautverbindungen können diese Kinder gar nicht hervorbringen-oder bilden, daher auch ihre unbeholfene und unklare Sprache. — Solche Kinder machen in der Schule keine bedeutende Fortschritte, nur mit großer Geduld, Fleiß und Ausdauer bringt es der Lehrer dahin, daß er ihnen eine bescheidene Elementarbildung beibringt. Leider aber kann sich der Lehrer nie so eingehend mit einem schwachsinnigen Kinde beschäftigen, wie es die Natur eines solchen Kindes erfordert, denn dies würde sonst der übrigen Klasse zum Nachtheil gereichen. Mit großer Vorsicht sucht der Lehrer sich zu bemühen, solche von der Natur so stiefmütterlich bedachten Schüler vor dem Opfer der Lächerlichkeit und des Spottes zu bewahren. Aber nicht immer liegt dies in der Macht des Lehrers. So ist leider dies bedauernswerthe Kind meist dazu verurtheilt und genöthigt, müßig zu sitzen, zu träumen und noch weiter geistig zu verkümmern. Es empfiehlt sich daher, solch ein Kind zu seinem eigenen Wohle und nicht minder auch zum Wohle der gesunden Kinder aus der Schule zu entfernen und es einer Anstalt zu überweisen, welche sich mit der Pflege und Ausbildung derartiger Kinder befaßt. Leider verursacht das Verbringen solcher Kinder in eine derartige Anstalt große Opfer, welche von den meisten Eltern nicht aufgebracht werden können. In dieser Hinsicht sollte sich der Staat mehr dieser Bedauerswerthen annehmen und für sie helfend eintreten und armen unglücklichen Eltern chr unglückliches Loo» mildern helfen. Die Jdiotenanstalt zu Darmstadt erweist sich zwar sehr zweckdienlich und ist in ihrer Einrichtung auch eine wahre Musteranstalt, aber für das ganze Land kann sie nicht genügen. Es sollte vielmehr in jeder Provinz eine solche Anstalt sich befinden CocaUt ttnd protHtrjUUo. H. Au» dem Horloffthale, 15. December. Jo Nr. 279, erstes Blatt, vom 27. November, machten wir darauf aufmerksam, daß wir nach den bei uns geltenden Witterungt- regeln gegen den 12. oder 13. December erst aus eine» kräftigeren Frost zu rechnen haben würden. Nachdem diese Wendetage aber naß und regnerisch vorübergingen, haben wir erst gegen den 28. December auf Schnee oder Frost zu rechnen. Da» find Witterungsregeln, die sich meistens bewähren, obgleich Falb und andere Wetterpropheten schon längst starken Frost und Schnee onkündigten. sw. Ans der südlichen Wetteran, 15. December Obgleich es seither ununterbrochen müde war, wird doch überall darüber geklagt, daß die Hühner nur sehr spärlich legen. Infolge davon find die Eier kehr rar und viel theurer, als in den Städten, wohin fie durch Zufuhren aus Italien gebracht werden. Wir zahlen mitunter 8 bis 9 Psg. für da» Stück. — Dagegen haben die Gänse schon thrilweise mit dem Brutgeschäfte begonnen, so daß zu Beginn des neuen Jahre- oder etwa bis Mitte Januar junge Gänse vorhanden sein werden. Der Handel mit fetten Gänsen ist im größten Flor. -n- Breungeshain, 15. December. Infolge der großen Streu« und Futteruoth des Jahres 1893 wurde au den Abbau des tu htefiger Gegend liegenden Torfstreulager» Feuilleton. Postmsnn's Weihnschtssteude. Von 0. H. P. Von allen Festen, die im Laufe des Jahres gefeiert werden, verlebt man wohl keines mit so besonderer Vorliebe zu Hause im Kreise der Familie, wie gerade das Weihnacht-« fest mit dem daranschließenden Neujahr. Schmerzlich empfin- den dies Alle, die aus dienstlichen oder anderen Gründen sich gezwungen sehen, die fcelige, fröhliche Weihnachtszeit teilweise ober ganz ohne bie Angehörigen unb Freunbe zu verbringen. Zu diesen wenig BeneidenSwcrthen gehören neben vielen anderen in erster Linie die Betriebsbeamten der Reichs- postverwaltung. Ihre amtliche Thätigkeit gestattet es leider höchst selten, die Feste so zu feiern, wie sie fallen; denn des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr geht nicht nur an den Wochentagen, sondern auch an Sonn« und Feiertagen und fie steht nicht still an den höchsten und hohen Festtagen. Wenn am heiligen Abend unter dem feierlichen Geläute der Glocken die Straßen allmählich menschenleer werden, weil Jeder nach Hause eilt, um beim lichtftrahlenden Weihnachts- bäum die lang ersehnte Christbescheerung zu beginnen, dann ist es nur einem kleinen Theil der Postleute vergönnt, da» Gleiche zu thun. Die Meisten befinden sich noch in eifriger Thätigkeit. Der eine sitzt am zugigen Schalter und holt sich den unvermeidlichen Stockschnupfen, andere schwitzen im Bahnpostwagen, in der Abfertigung oder Packkammer, und wieder andere frieren draußen bei Wind unb Wetter auf bem naß- kalten Bahnhof unb wachen eifrig herüber, baß bie vielen Weihnachtspackete ordnungsmäßig behanbelt und rechtzeitig befördert werden. Wie mancher sonst so übermütige Geselle gedenkt am diese Zeit gar wehrnüthig der leider für immer dahingegangenen feeligen, glücklichen Tage der Kindheit. Doch lange kann er bei solchen Erinnerungen nicht verweilen, rast- los eilt die Zeit, Zug auf Zug braust heran. Mit regelmäßiger Unregelmäßigkeit kommen Schnellzüge, Personenzüge unb Güterzüge. Sie alle bringen Arbeit und Packete, Packete unb immer roieber Packete. Ueberfüllt sind alle ankommenden Bahnpostwagen, kaum vermag das Fahrpersonal die Arbeit zu bewältigen und jeder freie Raum, der in den Wagen durch das Ausladen der Packete entsteht, er ist gar schnell wieder ausgefüllt durch die auf den Stationen neu zugehenden Päckereien. Aber nicht nur in den Wagen, auch auf der Station siehts genau so aus. Alle zur Verfügung stehenden Karren und Wagen sind mit Packeten schwer beladen, so schwer, daß die schwachen Achsen sich beugen und stöhnen unter der so ungewohnten Last. Die große Halle, die sonst außer den Packeten auch noch den Karren und Wagen Schutz vor den Unbilden der Witterung gewähren muß, sie kann heute die große Zahl der Packete nicht aufnehmen. Schon muß ein Theil der Päckereien ins Freie vor die Halle gefetzt werden und noch ist Mitternacht nicht vorüber. Angst und bange wird- dem Neuling, der erstmalig den Weihnachtsverkehr mitmacht. Er weiß nicht, was das werden soll, die Päckel fie nehmen fein Ende. Doch Geduld, auch das Schlimmste es geht vorüber. Seht, eben haben die selbst so überlasteten Bahnbeamten den ersten Beiwagen bereit gestellt. Nun frisch drauf los, heran mit den Karren. Mit 1. fangt an und zählt schnell und sicher weiter, so lange noch irgend Raum im Wagen ist. Nicht zweimal lassen's sich die wackeren Schaffner sagen. Karre um Karre rückt an, und mit einem Eifer, der der besten Sache würdig, wickelt sich das Verladen der Packete jetzt ab. Wahrlich, die Arbeitslust fie wächst mit der Zahl der Packete. Jeder sucht seinen Stolz darin, innerhalb einer bestimmten Zeit möglichst viel Packete bearbeitet zu haben. In erstaunlich kurzer Frist sind 600—800 Packete verladen, Begleitpapiere werden ausgestellt, der Wagen verschlossen und versiegelt, abrollt er mit der nächsten sich barbietenden Gelegenheit. Ein zweiter, dritter und vierter Wagen kommt heran. Bei allen gehts wie beim ersten, immer lustig den letzten Vers noch einmal. Jetzt aber geht hin unb weckt die in den Wagen schlafenden fahrenden Schaffner, die jedenfalls von vielem Packetforttrm noch ganz lendenlahm find. So leid's uns thut, fie müssen heute nochmal tüchtig ran. 300—500 Packete nimmt zur Noch der kleinste Wagen; drum auf und keine Zeit verloren. Wenn wir uns tüchtig branhalten, ist die Packethalle theil- weife entleert bevor die fünfte Stunde naht. Dann aber kommt ihr müden Genossen herein in die angenehm erwärmte Halle, in der es so anheimelnd nach der allbekannten dunkle» Brühe riecht, die der Sortirschaffner unter der Marke „prima Zuntz-Mokka" so vorzüglich zu brauen versteht. Nehmt Platz auf den hölzernen Drehbeinen, und ihr Herr Senior der Gesellschaft machts Euch bequem in jenem Sessel, der eigentlich schon gestern im Pfarrhaus zu Dingsda unterm Weihnachtsbaume stehen sollte. Gar behaglich sitzt sich so unb trefflich mundet der edle Zuntz, besser wie der feinste Champagner dem Faullenzer unb Schlemmer. Aber, o weh, schon roieber ertönt bas Einfahrtssignal, ber letzte Personenzug für biefe Nacht fährt ein. Alle Mann an Bord, noch einmal heran unb tüchtig zugegriffen. Die Hauptarbeit ist vorüber und nun rasch das Buch über Einnahme und Ausgabe a» Postpacketen abgeschlossen. Sieh da! 20000 Pakete habe» wir die Nacht bearbeitet. Genug für heute. Nun stellt die noch lagernden Packete fest unb übergebt biefelben ber Ablösung, bie uns soeben mit herzlichem Guten Morgen! begrüßt. Wir Nachtwächter aber eilen so rasch uns bie müben Beine tragen hin zum heimatlichen Herde, suchen und finden gac bald auch ohne Wiegenlied den fanden, tiefen Schlaf de» Gerechten, der uns neu stärkt und kräftigt für das gewohnte Tagewerk, das morgen von Neuem beginnt. Und so geht e» vom 19. bis 25. December; erst bann, wenn bie Millionen Christgeschenke in Gestalt der Weihnacht»- packete glücklich in die Hände der Empfänger gelangt find, dann fährt der Postmann wieder im alten Geleise. Aber nur für kurze Zeit. Das alte Jahr es geht zur Neige, die Vorboten des Neuen, die bekannten Neujahrskarten, sie kommen. Abermals beginnt eine arbeitsreiche, schwere Zeit: der Neujahrsdienst. Wenn dann in der Neujahrsnacht hoch vom Kirchthurm herab die Glocken mit ehernem Munde der freubig harrenben Menschheit verkünben, baß roieber ein Jahr mit all seinen Seihen und Freuden bahingegangen unb ei» neues herangekommen, dann finben wir ben Postmann wie* berum an her Arbeit. Briefsäcke so schwer, baß ein einzeln« Mann biefelben kaum bewältigen kann, werben herangeschleppt, chr schier endloser Inhalt ergießt sich über Tische unb Arbeit»- ergangen. Da« Jahr 1894 war sehr «aß, ebenso 1896 *nb 1897, die Wassermaffeu tonnttn nicht bewältigt werden und der Abbau war unmöglich. Durch ein Schadenfeuer im vorigen Jahre verlor der Unternehmer auch noch seine Maschinen und Geräthfchaften, er ließ sich daher kürzlich von seine« Ber- rrage mit de» Staat entbinden. T- ist recht schade, daß da- Torflager jetzt vielleicht viele Jahre unbenutzt liegt, de« vogelsberge wäre der Abbau jedenfalls sehr zu statten gekommen. □ Darmstadt, 15. December. Heute tagte hier unter dem Präsidium des Herrn Geheimen Oberconfistorialrath Buchner und in Anwesenheit einer Anzahl von Delegirten aus dem Laude die Generalversammlung de- Hessischen HtlfSvereinS vom Rothen Kreuz (so lautet die neue, von dieser Versammlung beschlossene Firma). Der Vorsitzende erwähnt des großen Verluste-, den der Verein durch den wegen Geschäft-Überlastung erfolgten Rücktritt Sr. Excellenz des Herrn Finanzminister-Weber (jetzigen Ehrenvorsitzenden) von der Stellung drS vorfitzendeu erlitten und gedenkt unter allgemeiner Zustimmung der Versammlung dessen vielfacher Verdienste um die verein-fache tu dankenden und anerkennen- den Worten. Rach den vorgelegten Rechnungen wurden au Unterstützungru für Invalide und Hinterbliebene gegeben in 1895, de» Jahre der JubtläumSgabe, 14522 Mk., tn 1896: 11705 Mk., der Voranschlag für nächstes Jahr steht dafür 11000 Mk. vor. Die Loealveretne haben in 1894 bis 1896 durchschnittlich 5239 Mk. Beiträge etngeliefert, die Spar- kaffen in den letzten drei Jahren 1464 Mk.- bet letzteren komme leider ein bedenklicher ParticulariSmuS, der die betreffenden Gaben nur auf ihren KreiSbezirk beschränkt wissen wolle, hie und da zum Ausdruck. Zur Ausrüstung von frei- willigen SanitätScorpS tu den größeren Städten des Landes steht man 500 Mk. vor, desgleichen als Beitrag au die drei Pflegerinnen - AusbildungSanstalten tn Darmstadt für diese Ausbildung je 250 Mk, ferner zur Anschaffung von innerer Lazareth-Emrichtung 2000 Mk. usw. Der Vorstand erhielt die Ermächtigung, etwaige Ersparutffe in den einzelnen Rubriken zur Verstärkung des BetriebScapital» und zur Deckung laufender Bedürfniffe zu verwenden. Der Vorsitzende führt aus, der Verein entwickele eine vorbereitende Thärigkett zum Kiieg schon tu seiner Eigenschaft als Zwetgveretn der Kaiser Wilhelm-Stiftung, aber diese Thättgkeit müffe auch anderseitig betrieben werden. Nach seiner Anregung sollen demnächst regelmäßige BerbandStage der Delegirten der einzelnen deutschen Staaten zur regelmäßigen Aussprache und Austausch von Trsahrangen usw. startstudeu- die betreffenden Vorschläge seien bereit- in Karlsruhe und Stuttgart pure angenommen worden. Den Schloß der Sitzung bildeten Er- gäazuvgswahleu zum Vorstand und BerwaltungSrath. Offenbach, 14. Drcember. In eigener Sache wandte sich kürzlich ein htefige-Mädchen an den deutsch en Kaiser. Sie schrieb bittet einen Brief an denselben, worin fie bat, der Kaiser möge doch ihren Schatz, der seit October d. I. bet de« Jasanterte-Regimeut Nr. 117 in Mainz dient, wieder vom Militär sretgebeu, da besondere Berhältuiffe eingetreteu und fie deßhalb heirathen müffe. ES dauerte auch gar nicht lange, da wurde der ersehnte Bräutigam vom Militär ent- laflen und kam hierher zurück, allerdings nicht aus die au den Kaiser gerichtete Bitte seiner Geliebten hin, sondern ein- fach deßhalb, weil er körperlicher Fehler halber als untaug- lich erkannt wurde. Ob das Mädchen aber nicht doch glaubt, daß ihr Bries die gewünschte Wirkung gehabt hätte? schästSstockung verursachte Schaden wird nach Millionen berechnet werden müffen. Die Kundschasteu vom Lande bleiben aus aab erklären, daß sie keine Gewähr Haden, daß ihnen der Pöbel in ihrer Gegend die eingekaufte Waare belaffeu werde. Was hier von einer Branche gesagt werde, gilt im verhält- ntffe so ziemlich auch von anderen Geschäftszweigen. DieSma haben alle Kunden begreiflicher Weise Prag gemieden und find zu Weihnachts- und NeujahrSetukäufen nach Wien oder Dresden gefahren. — So mußte es kommen! • Bon einem SUman in der eg,plischeu tzerrfcherfamilie wird aus Kairo berichtet: Prinz Mehemet Ali, der 22 jährige Bruder und präsumtive Thronerbe des Khedive AbbaS II., hat fich kürzlich mit einer jungen Amerikanerin verlobt und sich von Paris, wo er gegenwärtig weilt, an seinen Bruder gewandt, um die Erlauduiß zur Heirath zu erbitten. Die Genehmigung des khedive hängt aber davon ab, ob der täglich erwartete Zuwachs seiner Familie in einem Knaben oder Mädchen bestehen wird. Sollte das Kind wieder eine Tochter (ein, — der Khedive hat bereits zwei Töchterchen 1896/97 3,794.757 Hreioliter, Baden in der Zeit vom 1. Deeembrr 1895 bis 31. December 1896 (also in dreizehn Monaten) 2,192 156 Hecioliter und Elsaß-Lothringeu im Haushaltsjahr 1896/97 937,439 Heetoliter. An Viersteuer wurden in der angegebenen Zeit erhoben: im Brau« steuergebtet 35,4 Millionen Mark, in Bayern 34 Millionen Mark, Württemberg 8,9 Milltoven Mark, Baden 7,2 Mill. Mark und Etsaß-Lothriogen 3,1 Millionen Mark. Setzt man diese vekräge in Beziehung zur Bevölkerungszahl, so ergiebt sich, daß aus den Kops erhoben worden find im Brausteuergebiet 0,85 Mk., in Bayern 5,81 Mk., Württemberg 4,24 Mk., Baden 4,14 Mk. und Slsaß-Lothriugen 1,86 Mk. Zuzüglich der Einfuhr und abzüglich der Ausfuhr berechnet sich der Vierverbrauch während deS letzten Jahres auf den Kopf der Bevölkerung: im Brausteuergebiet zu 97,4, in Bayern 234,3, Württemberg 183,1, Baden 126,1 und Elsaß Lothringen 74,8 Liter. Im vergleich zum vorangegangenen Jahre hat der Bierverdrauch zum Theil etwas abgenommen» weil die Witterung im Sommer 1896, statt wie im Sommer 1895 warm und trocken, längere Zeit hindurch ungewöhnlich naß und kühl war- doch wurde tn allen Gebieten im letzten Jahre immer noch erheb- lich mehr Bier verbraucht als in einer laugen Reihe von Jahren, die 1896/97 vorhergegangeu sind. • Heber das Radfahrwesen in Berlin dürften die nachstehenden Angaben vou Jntereffe fein: Im Laufe des vorigen Jahres find im Ganzen 20,129 Karten für Radfahrer ausgestellt worden. Obwohl nun die im vorigen Jahre aus gestellten Karten auch für dieses Jahr gültig erklärt und nicht erneuert worden find, so haben die diS Eade November d. IS. neu ausgefertigten Karten doch bereits die stattliche Zahl von 27,422 erreicht. Da bekanntermaßen auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Personen das Fahrrad benutzt, ohne im Besitz einer Fahrkarte zu sein, Jo kann wohl angenommen werden, daß gegenwärtig in Berlin etwa 60,000 Personen radfahren. Dom 1. Januar bis Ende November d. Js. haben zwischen Radsahrern und Fußgängern 755 und zwischen Radfahrern und anderen Fuhrwerken 286, im Ganzen also 1041 Zusammenstöße statrgefunden, vou denen 483 ohne jeglichen Unfall verliefen. In den übrigen Fällen wurden 500 Personen leicht und 58 Personen mehr ober weniger schwer verletzt. In 94 von diesen Fällen waren die Radsahrer selbst die Geschädigten, und zwar er- litten 79 Radsahrer leichte nud 15 schwere Verletzungen. Infolge der erlittenen Verletzungen find 3 Personen verstorben, darunter 2 Radsahrer, die mit anderen Fuhrwerken zusammengefahren waren, und eine Frau, die durch einen Radfahrer umgeftoßen und daun durch einen Lastwagen über den Kopf gefahren wurde. Im vorigen Jahre sind in dem gleichen Zeitraum durch Radfahrer 551 Zusammenstöße her- beigeführt und dabei 212 Personen leicht und 64 mehr oder weniger schwer verletzt worden. Wenn fich auch entsprechend der fast dreifachen Anzahl der Radfahrer die Zusammenstöße und leichteren Unfälle vermehrt haben, fo ist doch die Zahl der schweren Unfälle ersreulicherweise zurückgegangen. • 42 Menschen gerettet hat Dr. Joses Maly in Reichen- berg tn Nordböhmen. Da» Wiener Amtsblatt meldet: Der Kaiser hat dem StaatSauwaltS.Substituteu Dr. Joses Maly in Reichenberg in Anerkennung der anläßlich deS heurigen Hochwasser- im Aupathale mit Entschlossenheit und Aufopferung bewirkten Rettung mehrerer Menschen daS Ritterkreuz des Franz Josef Ordens verliehen. Diese hohe Auszeichnung, die Herrn Dr. Maly zu Theil wurde, ist die Anerkennung einer That, wie fie aufopferung-voller nicht gedacht werden kann. Die letzte Hochwasserkatastrophe hat in ganz Nordböhmen einen unermeßlichen, nach Millionen zählenden Schaden angerichtet. Besonders arg hauste daS Hochwasser in dem industriereichen Katharinbergerthale und in dem Aupathale. In Oberaltstadt Trautenau waren tn einem einstöckigen, steinernen Wohnhaus, welches bereits zur Hälfte eingestürzt war, fämmtliche Bewohner desselben — 42 au der Zahl — zurückgeblieben, und man befürchtete jeden Augenblick den vollständigen Zusammensturz des Gebäudes. Da war es Dr. Maly, der daS Rettungswerk unternahm. Er feilte fich mittels zweier Seinen an, die von fleben Feuerwehrmännern und noch etwa 30 Zuschauern vom Ufer au- gehalten wurden, und bahnte flch einen Weg durch den rasenden Strom. Einzeln trug der edle Retter die Leute auf eine von angeschwemmtem Holze und Steinen gebildeten Insel und daun ans Land. ♦ Neber den wirthfchaftlichen Schade«, den flch die Herren Tschechen durch ihr Verhalten in Prag selbst zugefügt haben, schreibt das „Prager Tageblatt: Es gibt Geschäst-leute, welche nach ihrer Aussage seit mehreren Tagen thatsächlich noch keinen Kreuzer gelöst haben. Der Rückschlag, den der Ausruhr auf die Geschäft-Verhältnisse gerade tn dem sonst ergebnißreichen Monat December ausgeübt hat, wird woh erst nach Monaten durch Ziffern grell beleuchtet werden können. Der der Manufacturwaarenbranche durch die Ge- • Limburg, 14. December. Gegen den Peter Stamm do» Ober-Di fcnbach, sowie deffen Schwägerin sollte morgen eine Schlvurgertchtsverhandlung stattfiuden. Stamm hat vor einiger Zeit feinen Mitschwager ermordet und deffen Leiche ie einen Brunnen geworfen, wobei ihm die Frau des Ermordeten half. Stamm hat flch heute umgebracht. • Berlin, im December. Das 4. Heft des Jahrgangs 1897 der vierteljahrshefte zur Statistik des deutschen Reichs enthält die Statistik der Bierbrauerei und Bier- besteuerung in den verschiedenen Steuergebieten des deutschen Zollgebiets für da- abgelaufene Steuerjahr. Be- kanntlich wird die Brausteuer für Rechnung der Reichskaffe nur tn dem nördlichen Theile des deutschen ZollgebieiS (mit Ausnahme von Luxemburg) erhoben, während die süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Elsaß-Lothringen eine besondere Bierbesteuerung haben, deren Ertrag nicht in die RetchSkasse fließt, sondern diesen Staaten verbleibt. Die genannten Gebiete haben folgende Btermengen erzeugt: da- Brausteuergebiet tm Haushaltsjahre 1896/97 88,355,675 Hektoliter, Boyern im Kalenderjahr 1896 16,198,126 Hektoliter, Württemberg im Haushaltsjahr plätze und vor lauter Briefschaften weiß man sich kaum zu helfen und zu rathcn. Rastlos und ohne Harmonie klopfen unermüdlich die Stempelcr, und tm Schweiße de» Angesichts suchen die Brieffortirer zwischen Bergen von Briefen und Postkarten Herr der (Situation zu werden und dafür zu sorgen, daß die unzähligen Neujahrswünsche, die herzlichen sowohl wie die spöttischen, glücklich in die Hände der Empfänger gelangen. So beginnt der Posimann das neue Jahr, wie er da» alte beendet, mit Arbeit und Mühe, ohne deßhalb mißmuthig und unzufrieden zu werden. Wenn er auch schließlich die freien Nachmittage lieber hat, wie die anstrengenden Nachtdienste, für die noch immer keine besondere Entschädigung gezahlt wird, so weiß er doch, daß e» seine Pflicht und Schuldigkeit ifl, seine ganze Kraft dem Dienste zu weihen. Doppelt begrüßt und genießt er dafür aber jede freie Stunde, die ihm zur Verfügung steht, weil er die freie Zeit zu schätzen weiß, und so erbringt der Postmann immer von Neuem den Beweis der Wahrheit de» bekannten Spruches, der da lautet: Unser Leben währt 60 und wenn es hoch kommt 70 und wenn’ö köstlich gewesen ist, dann ist es Mühe und Arbeit gewesen. — so dürste dem Prinzen Mehemet Ali die erwünschte heirath nicht gestattet »erben. Literatur und Arsnst. — Don der schönen handlichen Ausgabe von eefemmrUen Berten* (Stuttgart Deutsche «ei lag--Anstalt) liegen un« die Lieferungen 122 bis 135 vor und damit hat da- umfangreiche Werk seinen Abschluß gefunbm. Don allen deutschen Erzählern unserer Zeit hat fich keiner tn der gleichen Weise da» Hau« und die Familie erobert wie Georg Ebers. Eine Sammlung der EberS'schen Werke, wie fie tn der vorliegenden AuSaade geboten ist, von der „Aegpptischen Königstochter" an diS zu „Barbara Blomberg , einschließlich der von dem Dichter selbst geschriebenen Geschichte seine« Leben«, kann daher mit Recht einen Ehrenplatz in jeder Hau»- und Familienbibliothek btettfprucben und da» umsomehr, al« die einzelne» Bände jedem HauS- und Familiengenofien unbedenklich in die Hand gegeben werden können und auch Derjenige, der ihren Inhalt bereit« kennt, immer wieder gern auf sie zurückgreift. Diese Gesammt- auSgabe umfaßt 135 Lieferungen i 60 Pfg. dezw. 32 Bände elegant gebunden » 3.50 Mk. Beim Bezug de« ganzen Werke« auf einmal — 32 Bände gebunden 112 Mk. — liefert die LnlagShandlung et» elegante« Wandregal gratis. Georg EberS gesammelte Werke bilde» eine der schönsten, vornehmsten und gediegensten literarischen Gabe» ür den Weihnachtstisch. — F. L. RhodcS Praettsches Handbuch bet Handels- Eoraaspondenz kann in Anbetracht der vielen Bereicherungen und her mit sachkundigster Wahl dem vractischsten GefchästSleden entlehnten, durchaus correctea Ausdrücke in itbtt der Hanpl- sprachen jedem Geschäftsmann, der sich brieflich dieser Sprachen zu bebtenen hat, sowie auch allen jungen, ftreblemui Kaufleuten alS ein zweckmäßiges, zuverlässige- und nothwendig«» Nachschlagebuch besten« empfohlen werben. Universität- - Nachrichten. — lieber die .Musik al« Lehrgegenstand auf deutsche» Universitäten' sprach dieser Tage tn der freien Hochschule von Brüssel der französische Gelehrte Maurice Emmanuel, den die französische Regierung beauftragt hatte, in Deutschland etngebenbe Studien über daS vorerwähnte Thema zu machen. Für die Deutschen, so führte Emmanuel aus, ist die Musik mehr al« ein Zeitvertreib. Sie ist ihnen die große Kunst par exoellence, die man gründlich ftubiren muß. Von zwanzig deutschen Hochschulen besitzen elf etoe philosophisch-musikalische Facultäl. In Deutschland leidet man nicht an Mufik-DtlettanttSmuS. In allen Gesellschaftskreisen gibt e« tüchtige ausübende Künstler, sodaß Jedermann von dem Unterricht in der Musik profitiren kann. Dann entwickelte der Vortragende das Programm der mufikaltfchen Studien auf deutschen Universitäten, ein Programm, das die ganze Geschichte der Musik von den ältesten »eiten bis auf die Gegenwart umfaßt. Die UnioersttälSstudien feie» aber durchaus teine Doublette der Confervatoriumstudien. Da« Conservatorium bilde Componssten und Künstler heran, die UnteerHtat intelligente Zuhörer. Die in Deutschland besonder« glänzend ausgebildete „Wifienschast deS musikalischen Verlag»" sei eine Frucht jener UniverfitätSstudien. Am Schluffe feine» mit großem Beifall aufgenommenen VortragS drückte Emmanuel dm Wunsch auS, da« die französischen Univerfitätm bald nach dem Beispiele Deutschland« die Musik als Lehrgegmstand anerkennm und einführm mögen. — Empfehlenswerte Werke für die Hansbibliotbek. — Verkehr, €a»b* wfc VoUrwirthsehaft. Dia Hoheettohs'sche PirLs«w-«fabirU t* ««tahtomi ist In eine Äctten-Gesellschatt unter der Ftrma^Hobenlohe scheNähr- mittelfebrir mit einem Capital von 600000 W. umgewandelt worden und find die 2Ictien sofort in feste Hände übergegangen. In ben Aufstchtitrath wurden gewählt die Herren S. Mutschler, Fürst!. Hohmlohe'scher Domänmrath in Langenburg, Borfitzender Geh. Commerzienrath o. Duttenhofer in Rottweil; Äubolf anbrat (in Firma Johann Goll Söhne) in Frankfurt a. M.- Friedrich Thorwart, Director der Deutschen Genostmschaftsbank daselbst. Die Leitung verbleibt in Händen der seitherigen Directorm, der Herren Earl Lauder, Johannes Unsöld und Louis Jacob. Wahl «acht DmI! Wenn ich nur wüßte, wa« ich heuer für ein WeihaachtSgeschenk wählen soll. Ich bin kein Freund von unbrauchbaren Sachen, kaufe aber recht gerne etwas praktisch verwendbare«. So denken gewiß Viele beim bevorstehenden frohen Feste, und denen sei die Antwort ertheilt: .kauft eine Schachtel mit l2 Stück M. Kappus Concurrmzseife mit der Waage*. Für wnflg Geld_ ein herrliches Geschenk, welches deS größten Bestall«« sicher ist, benn diese Seife, in Qualität und Parfüm gleich vortrefflich, ist haltbar und trägt ungemein viel zur Erhaltung und Erzielung schönen Leint«, also zur frischen weißen Hautfarbe bei. Nur hüte man fich vor Nachahmungen, von dmm etwa 30 existiren, und beachte beim Lut' kauf die Schutzmarke „®aag>". Practischer. Meyers Konversations-Lexikon. reifte, gdmZicA nr Dr. Fr. Vogt ond Profwoi Th-. Max Koch. Mit etwa 170 Abbildungen im Text, 85 Tafeln In Farben druck, Kupferwtieb u. Holxechnitt und 23 FakximUe-Beilagen. In Halbleder gebunden 16 Mark Probehefte liefert jede Buchhandlung nr Aneicht. — Prospekt* grati» = Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig. — Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur Kenntniß der Interesse ten, daß uns auch in diesem Jahre eine Summe zur Prämiiruu^ von Dienst- boten des Tparkasseubezirks zur Verfügung gestellt wurde. Prämien können von 5 zu 5 Jahren nur solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bet der Herrschaft Kost und Logis haben und sich über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen können. Von Vollendung der 5 Jahre kann nur dann im letzten Dienstjahre abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushaltes oder durch Gründung (eines eigenen Hausstandes erfolgt. Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach den vorstehenden Bedingungen auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufqefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung sowie eines etwaigen Sparkassenbuchs bei unserer Kaffe, oder der Großh. Bürgermeisterei des Wohnorts bis HUM 24. l. Mts. zu melden. Gießen, den 7. December 1897. Direktion des Spar- und Leihkaffevereins Gießen. I. E.: Wiener. 11333 Gas-Cokes. Durch Stadtverordneten-Beschluß vom 3X September bezw. 28. October d. I. wurden die Preise unserer Gaseokes bis auf Weiteres festgesetzt, sowie Vie Berkaussweise eingerichtet, wie folgt: Für den Centner ab Verkaufsstelle: Stück-Cokes..............LIO Mk> Nutz Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite uni enge Ofenfchächte paffend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte . . 1,20 Mk. Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit ...........1,25 Mk. Für Ausuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Centner berechnet. NB. Sofern daS Verbringen der Cokes auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Eine Preisermäßigung bei Entnahme von Wagenladungen erfolgt nicht mehr. Der Berkaus unserer Gascokes unter und bis einschließlich 5 Centner findet bis aus Weiteres im Gaswerk nicht mehr statt, und werden daselbst nur Quantitäten von über 5 Centner verabfolgt. — Dagegen ist bei solgeude« hiesigen Firmen ein Kleinverkauf unserer Gascokes eingerichtet worden, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Alicesiraße 19, Jakob Kahl, Frankfurterstraße 151. Ed. Kliukel, Bahnhofstraße 10, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Gustav Rnppel, Schillerstraße 5, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgaffe 5. Diese Firmen berechnen die gleichen Preise unserer Gaöcokes sammt Anfuhr wie das Gaswerk und schicken dieselben auch in Mengen unter 5 Centner zu. Gießen, am 29. October 1897. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. Otto Bergen. 10007 „Germania“ Lebens - Versichern»«« - Actien - Gesellschaft za Stettin. Gründungsjahr 1857. Unter Staatsaufsicht. n 547,227,443 196,660,286 13,854,041 Mk. // Bersicheruugsbestand Ende Juni 1897 Vermögen Ende 1896 Gewiuureserve zur Vertheilung an die mit Dividende Versicherten An Dividende erhalten die mit steigender Dividende nach Plan B Versicherten im Jahre 1897 bis zu 51®/e, im Jahre 1898 bis zu 54®/, der vollen Jahresprämie. — Dividende schon nach 2 Jahren. — Mitversicherung des Kriegsrificos, sowie der Juvaliditätsgefahr. — Keine Ärztkosteu, keine Polieegebühreu. — Unverfallbarkeit der Police im weitesten Sinne. — Sofortige Auszahlung fälliger Versicherungssummen. 2949 Prospecte und jede weitere Auskunft kostenlos durch: Friedr. Helm, Wkiohdlg. («. gaupfagtnfur), Giessen. MepnMr Blätter. Farbig illustrierte Zeitschrift für Humor und Kunst. — Preis vierteljährlich 3 Mark. Liegt in allen besseren Hotels, Restaurants, Catos etc. auf und ist auch durch ihre Heftausgabe in feinsten Familienkreisen gehalten. Auf allen Bahnhöfen, in jedem Zeitungskioske, in jeder Buchhandlung zu haben. Probenammer durch die Geschäftsstelle der Mogendorfer Blätter Schubertstr. 6. IHgMIlCheFS, Schubertstr. 6. to *. CD fictasfer \ JAVA- \kajfek Versuchen BehördlicheAnzeigen |ln den Apotheken '■/, und Drogerien. Tuben ä 40 u. 80 Pf. Marke PfellrlnofflwGUI In Dosenäio,aou.6o Pf ur Stuttgart.^ W Kgl.Hoflieferanten. W HA m Empfehlungen. Seidenstoffe für Ball- und Gesellschaftstoiletten offe- riren in grosser Auswahl zu auffallend billigen Preisen 10571 Äug. Montanus Nachf., Inh.: R. &, M. Imheuser. Silberbarren im Werihe von IMberMen echt mit aschentücher und Seide bei [10884 H Versteigerten. 10582 EUHEITEN Telepbon 119. 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