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Freitag den 17. September
Erstes Blatt
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
Zlittts- und Zlnzeigeblntt für den "Kreis Gietzen
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chratisöeitage: Hießener Jamilienötätter.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg«.
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Zum Bezug des „Giefzener Anzeiger" für ; tzas 4. Vierteljahr 1897 laden wir hiermit ergebenst j rin. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die i Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender > Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten .Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässig e Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeittg wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen 'wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen' die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissenswerten aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Ar- tikän ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine .beliebte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, -ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. October den Anzeiger kostenfrei zu- gestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbettag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda).
Bekanntmachung.
Der Verbindungsweg zwischen der Grüubergerstraße und der Bleicherei von Schwall wird bis auf Weitere» während der Nachtzeit für jeden Verkehr gesperrt.
Gießen, den 16. September 1897.
Großherzoglich-4 Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.
Deutscher Reich.
Darmstadt, 15 September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog begaben sich gestern zur Jagd nach "Dörnberg und nach deren Beendigung hierher, wo Allerhöcbft- derselbe bet dem Königlich Großbritannischen Geschäftsträger Mr. Buchanan zum Diner war. Heute begeben Sich Seine Köntgl. Hoheit zur Jagd nach Viernheim.
Berlin, 15. September. Zur Frage der Entschädigung unschuldig Verurtheilter äußert sich ReichögerichtSrath Dr. Stenglein in der „D. Jur. Ztg.": Er glaubt, daß die Wiederbelebungsversuche der Strafgesetz« Novelle und die Wiedereinführung der Berufung in Straf- kammersachen, auch wenn die letztere in der Form eines Initiativantrages erstrebt werden sollte, wenig Aussicht auf Erfolg habe, und schlägt vor, durch einen solchen Antrag die Frage der Entschädigung unschuldig Verurtheilter zu einer
befriedigenden Lösung zu bringen. Gegenüber der unbefriedigenden Lösung in der letzten Regierungsvorlage räth er, nach dcm Analogon der Buße, auch die Geldentschädigung unschuldig Verurtheilter nicht der Entscheidung der Justiz- Verwaltung, sondern dem freien richterlichen Ermessen zu über« lassen. Ec bringt ein Specialgesetz in Vorschlag, worin bestimmt wird: 1. Personen, gegen welche eine tm Straf«
verfahren rechtskräftig erkannte Strafe ganz oder theilwcise vollstreckt worden ist, können, wenn sie auf Grund des § 397 der Strafprozeß Ordnung oder tm Wiederaufnahmeverfahren fretgesprochen oder in Anwendung eines milderen Strafgesetzes mit einer geringeren Strafe belegt werden, Ersatz des durch das frühere Verfahren verursachten, in Geld zu veranschlagenden Schadens beansptuchen. Den gleichen An« spruch können Personen erheben, welchen der Verurtheilte zur Gewährung des Unterhaltes gesetzlich verpflichtet war, wenn der Verurtheilte vor Geltendmachung des Ansprüche verstorben ist, oder auf denselben verzichtet hat. — § 2. Wie § 113d des Entwurfs der Strafprozeßnovelle. — §3. Der Anspruch auf Entschädigung muß bet Vermeidung des Verlustes binnen drei Monaten nach Rechtskraft deS das frühere Strafurtheil aufhebenden Unheils geltend gemacht werden. Wenn der Verurtheilte vor Ablauf der Frtst stirbt, so können die in § 1 Abs. 2 bezeichneten Personen den Rest dieser Frist zur Erhebung des Anspruchs benutzen. Der Antrag auf Zuerkennung einer Entschädigung ist schriftlich oder zu Protokoll deS Gerichtsschreibers zu stellen uud muß den Betrag, welcher als Eatschädigung verlangt wird, angeben. Auf einen höheren Betrag als den beantragten darf nicht erkannt werden. Darüber, ob eine Entschädigung zuzuerkeunen sei, und über den Betrag derselben entscheidet daS Gericht, welches daö das frühere Urthetl aufhebende Urthetl erlassen hat, nach öffentlicher und mündlicher Verhandlung und nach Gehör deS Staatsanwalts, nach freiem Ermessen mittels eines Nachtrags- urtheils. Ist der Antrag rechtzeitig gestellt, so kann die Entscheidung mit dem das frühere Urthetl aufhebenden Urthetl verbunden werden. Gegen daS über den Entschädigungsanspruch entscheidende Urthetl findet daS Rechtsmittel der Revision statt."
WolffS telegraphisches Correfpondmz-Burearr.
Berlin, 15. September. Die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet: Der berufsmäßige Consul in Riga, Freiherr v. Brück, ift auf seinem Posten eingetroffen und hat daselbst die Geschäfte übernommen.
Berlin, 15. September. Die Klagen gegen diejenigen GarantiefondSzeichner für die Berliner Gewerbe- Ausstellung von 1896, welche sich geweigert haben, ihren Verpflichtungen nachzukommen, find nunmehr eingeleitet worden.
Kiel, 15. September. Die Katseryacht „Hohenzollern" ist Nachmittag 51/» Uhr unter dem Salut der tm Hafen liegenden Kriegsschiffe nach Stockholm abgegangeu.
TotiS, 15. September. Nachdem die Hooveddtvifion des 5. CorpS nach mehrstündigem Gefecht die Truppen des 4. CorpS aus ihren künstlich befestigten Stellungen verdrängt und sich daS 4. CorpS auf dem Rückzüge befand, gab Kaiser Franz Joseph den Befehl zum Ab blas en. Nunmehr versammelten sich die CorpS- und DivifionS-Cowmandeure, die Offiziere der Marineoberleitung, die Schiedsrichter und die Herren des militärischen Gefolges beider Monarchen um die beiden Kaiser. KaiserFranzJosePh sprach den Offizieren seine vollste Befriedigung auS und dankte sodann dem Kaiser Wilhelm für seine Thetlnahme an den Manövern. Kaiser Wilhelm erwiderte mit herzlichen Worten. Sodann fanden im Kaiserzelt und tm WinterpalaiS ein Diner statt. Nach dessen Schluß nahmen die Generale, die Offiziere der Manöveroberleitung und alle übrigen nicht in der Front stehenden Offiziere gegenüber dem Gartentract deS Schlosses Aufstellung. Zugleich zog eine Ehrencompagnie mit der RegimeutSfahne auf. AIS die Kaiser dann nach freundlicher Verabschiedung von dem Grafen und der Gräfin Esterhazi am Ausgange des Schlosses erschienen, intonirte die Musik daS „Heil Dir im Siegerkranz", während die Ehrevcompagnie präsentirte und die versammelten Offiziere den militärischen Gruß erwiesen. Die Kaiser stiegen hierauf zu Pferde und ritten unter den brausenden Eljenrufen nach TotiS, von wo heute die Abreise nach Mohacs erfolgt.
Totts, 15. September. Kaiser Wilhelm reiste Nachmittags 4>/z Uhr ab nach Belhe. Kaiser Franz Josef verließ TotiS bereits um 4 Uhr.
Deprfche» deS Bur«« »Herold.'
Darmstadt, 15. September. Kronprinzessin Stephanie vonOesterretch trifft am SamStag auf Jagdschloß Wolfs- garten ein.
Berlin, 15. September. Bor Kurzem ging die Mit- theilung durch die Presse, der Kaiser habe bet dem Besuch de« industriellen Werkes Lauchhammer mit Bezug auf seine russische Reise geäußert: „Dort haben wir nach meiner Ueberzeugung die Sahne abgeschöpft." Wie die „Nordd. Allg. Ztg." von zuverlässigster Stelle erfährt, hat der Kaiser eine derartige Aeußerung niemals gethan.
Berlin. 15. September. Im „RetchSanzeiger" wird die bereits bekannte Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den commandirenden General v. Wittich und den Grafen Häseler, sowie den Generalstabschef Grafen Schlieffen publicirt.
Berlin, 15. September. Dem „Berl. Tagebl." wird aus Constantinopel gemeldet, daß die Botschafter uud die Pforte in Allem einig geworden find bis auf den Modus der Zurückziehung der Truppen aus Thessalien. Doch hofft man auf einen definitiven Abschluß der Friedens noch in dieser Woche.
Berlin. 15. September. Die „Berl. Corresp." schreibt In der Presse wurde in letzter Zeit mehrfach erwähnt, daß von den Eiseubahudirectionen Erhebungen darüber an- gestellt wurden, ob es fich nicht im Jvtereffe der Sicherheit des Betriebes empfehle, für den Schluß des Zuges, der bei Dunkelheit bekanntlich durch Lateroea gekennzeichnet ift, auch etu von vorn sichtbares TageS-Sigual einzuführen. Jene Erhebungen find durch eine Umfrage veranlaßt worden, die das Reichseisevbahnamt im Juni d. Js. an die betheiligten Bundesregierungen gerichtet hat.
Berlin, 15. September. Aus Konstantinopel meldet die „Kreuz Ztg.", die Einigung über die Artikel 2 und 6 des FriedenSvertrageS wurde durch ein von Rußland vermitteltes Compromtß, welchem die übrigen Mächte zustimmten, vermittelt.
Berlin, 15. September. Wie verlautet, findet in den nächsten Tagen hier eine Versammlung höherer Postbeamten zur Berathuvg schwebender Fragen statt.
Stettin, 15. September. Auf der Werft deS „Vulkan" lief heute Mittag 12 Uhr der erste der drei für China tm Bau befindlichen Geschützkreuzer glücklich vom Stapel. Die Taufe vollzog der chinesische Gesandte in Berlin.
Stendal. 15. September. Kurz vor dem hiesigen Bahn- Hofe stieß Nachts 1 Uhr ein Eilgüterzug auf einen Güterzug. Von letzterem entgleiste der Packwagen. Ein leerer und zwei volle Wagen wurden zertrümmert. Eia Bremser ist schwer verletzt.
BreSlau 15. September. Der Kaiser trifft, wie der „BreSl. Gen.-Anz." berichtet, bestimmt am 22. ds. hier ein und wird bet den Offizieren des Leib-Kürassier-Regiments „Großer Kurfürst" tm OffizierScafino das Frühstück eia- nehmen- daS im Manöver befindliche Regiment selbst kehrt erst am 28. hierher zurück.
Ratibor, 15. September. In Folge Genusses giftiger Pilze erkrankte in Ko bl an die Familie Hurbh. Der Mann ist bereits gestorben. Die Frau sowie drei Kinder find schwer erkrankt.
Frankfurt a. M., 15. September. Die „Franks. Ztg." meldet aus Homburg v. d. H.: Der Kurdirector Freiherr v. Maltzahn ist in der gestrigen Sitzung der städtischen Kurverwaltung nach Ablauf seines Probejahres auf weitere vier Jahre zum Kurdirector von Homburg gewählt worden.
Köln, 15. September. Die „Köln. Ztg." meldet aus Adelaide, der englische Naturforscher, Capitäa Webster, sei in Sydney mit der Nachricht eingetroffen, auf der im deutschen Schutzgebiete liegenden Sir Charles Hardy Insel sei der einzige dort lebende Weise, etu Engländer, von den Eingeborenen ermordet worden. Auf der Insel herrsche große Aufregung. Man erwarte die baldige Ankunft eines deutschen Kriegsschiffes. Im Besitz des Ermordeten wurden noch 5000 Mk. vorgefunden.
Karlsruhe, 15. September. In der heutigen Versammlung des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege referirte der Oberbürgermeister Rumeliu- Stuttgart über die Nahrungsmittel-Verfälschung. Redner bedauerte, daß die Einzelstaaten von der ihnen zustehenden Ermächtigung zum Erlaß von landesherrlichen Bestimmungen über den Verkehr mit Nahrung-« und Genußmittel noch wenig Gebrauch gemacht hätten. In keinem Eiozelstaate seien bisher auch nur die EtnführungSbestiwmungen für daS 1879 beschlossene Nahrungsmittelgesetz geschaffen. Der führende Staat Preußen besitze die wenigsten Control-Austalteu. Erstaunlich sei, daß die deutschen Mittelstaaten im Gegensatz zu
Preußen schon mehr derartige Anstalten besitzen. Bor Alle« stehe Baden io dieser Beztehang au der Spitze. Eine erfolg, reiche Bekämpfung der NahrungSmittel-Berfälschung lasse sich nur durch ein Zusammeuwirkeu der öffeutlichru Behörden in Reich, Staat und Gemeinde erzielen. Sämmtliche unter diese Bestimmungen des Nahrungsmittelgesetze» fallenden und alldem Auslande eingehenden Waaren sollten schon bei dem Eintritt in den freien Verkehr bei den Zollämtern controlirt werden. Hierzu sei die Aufstellung von geprüften NahruugS- mittel Chemikern wenigstens bei den Hauptämtern im Innern und an der Grenze dringend nothwendig. Erscheine diesen die Waare verfälscht oder mtnderwerthig, so haben dieselben zweckentsprechende Proben der Waaren zu entnehmen und der nächsten zuständigen UntersuchuugSftelle zur Veranlassung des Weiteren zu übergeben. Aus den Ausführungen der Ber« tretet de» Gesundheitsamts und CultusmiuisteriumS io der sich an den Vortrag anschließenden DtScuffion ging hervor, daß eine Durchführung der vorerwähnten Wünsche zu hoffen sei.
Mannheim, 15. September. Der Kaufmann Stefan Dörr wurde wegen Unterschlagung vou 21,000 Mk. zum Nachtheil der hiesigen Schiffs- und Maschineubau-Gesellschaft |u 2«/a Jahren Gefängniß verurtheilt.
Wien, 15. September. Nach dem „Neuen Wiener Tgbl." bestätigt e» sich, daß die Besserung der Beziehungen zwischen Deutschland und England, iuSbesoudere die Verständigung beider Mächte über die Formultrung deS türkisch-griechischen Friedensvertrages der Einwirkung des Königs Humbert in Homburg zuzuschretben ist. Mit der Aufgabe, die Annäherung zwischen Deutschland und England besonder» rücksichtlich der maritimen Interessen zu fördern, sei der italienische Botschafter in Loudon betraut gewesen, der auch während der Homburger Mouarchen-Begegnung dort weilte. Ferner soll der Prinz von Wales es übernommen haben, nach Italien zu reisen, um dort auf eine gemeinsame Afrika-Politic Englands und Italien» hinzuwtrken.
Wien, 15. September. Unter den im hiesigen Vergnügungs-Etablissement „Venedig in Wien" auftretenden Künstlern soll sich ein gefährlicher italienischer Anarchist befunden haben, welcher sich jedoch der Verhaftung durch die Flucht entzogen hat.
Wien, 15. September. Nach Consularberichten ist es wahrscheinlich, daß die türkische Regierung im Hinblick auf die unbefriedigende Ernte in sümmtlichen Provinzen gezwungen sein wird, die Getreideausfuhr namentlich für Wetzen zu befchränken, wenn nicht ganz auf- zuheben.
Prag, 15. September. Der Reservelieutenant Peckl wurde de- OsfizierS-CharacterS verlustig erklärt, weil er gelegentlich äußerte, er fei lieber ohne Offiziers - Character als ohne nationale Ueberzeugung.
Budapest. 15. September. Die socialdemokratische Parteileitung erklärt entschieden, baß die Gerüchte über die ge- planten Demonstrationen auS Anlaß der Anwesenheit deS deutschen Kaisers unwahr sind mit dem Bemerken, daß die ungarische soctaldemokratische Partei ernste Bestrebungen und Ziele verfolge und überhaupt keine Straßen-Skandale vorzudereiten pflege.
Totil, 15. September. Heute früh 7 Uhr 15 Min. fuhren beide Kaiser in das Manöoerfeld bet Koervye, wo heute die Entscheidung und daS Ende der Manöver erfolgt. Alsdann begeben sich beide Kaiser nach Mohacz. Kaiser Wil- Helm hat sein Reiseprogramm dahin geändert, daß er den Dampfer, welcher ihn zum Jagdschloß Bellhe bringen soll, bereits bet Pork ay-Fork verläßt. Kaiser Wilhelm wird beim Erzherzog Eugen im Zirntär-Revter sich auf die Pürsche begeben. Kaiser Franz Joseph landet dagegen bei Bok und wird in der Nähe pürschen.
Rom, 15. September. Nach der „Tribuns hat König Humbert in Homburg mit dem Großfürsten Nikolajewitsch die Modalitäten für den bevorstehenden Besuch deS Zaren vereinbart.
Rom, 15. September. Zwei Züge der Dampsstraßen- bahn Neapel-Aversa stießen bet Cutugno zusammen. 17 Passagiere wurden verletzt, 4 davon schwer. Der Materialschaden ist bedeutend.
Brügge, 15. September. Der Gutsbesitzer Baron Kerohn ist von seiner Gemahlin während des Mittagsmahls erschossen worden. Die Motive zur That find noch unaufgeklärt. Die Mörderin wurde verhaftet.
Madrid, 15. September. In Valdemoro find tu Folge Ueberschwemmungen über hundert Häuser ein- gefiüszi. Die betroffenen Familien müffen im Freien cam- ptren. Mehrere Menschen sowie viele HauSthiere find in den Finthen umgekommen.
Madrid, 15. September. Das Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß, nach welchem sämmtliche Schiffe, welche aus New-Orleans kommen, einer Quarantäne zu unterliegen haben, um so der Einschleppung des gelben Fiebers zu begegnen.
London, 15. September. „Daily Mail" meldet au» Athen: König Georg beabsichtigte nach Unterzeichnung de» Friedensvertrages ein Manifest an da» Volk zu erlassen, worin die Bildung einer Nationalversammlung befürwortet wird, um der traurigen Finanzlage Griechenland» zu steuern.
London, 15. September. Au» Sidney wird gemeldet, daß die Engländer im Gebirge von Garge die Eingeborenen angriffen. Der Verlust der Engländer betrug ein Tobten und fünf Verwundete.
Athen, 15. September. Die Großmächte acceptirten den Vorschlag Englands aus Wiederaufnahme der Handelsflotte zwischen der Türkei und Griechenland.
Athen, 15. September. Die griechische Regierung hat eine Million Pfund Sterling deponirt für bk in diesem Jahre am 1. October fälligen ZinScoupon».
Rewyork, 15. September. I« Staate Colorado ist »an damit beschäftigt, den größten Tunnel der Welt
zu bauen. Derselbe wird 18 Kilometer lang sein und erst in 10 Jahren fertig werden.
Setli«, 16. September. Mit Bezugnahme auf die jüngst in Frankfurt a. M. abgehalteue Touferenz von Vertretern der Eifen- und Stahl-BerufSgeuossenschastea, in welcher bekanntlich die Beschlüsse de» Reichstage» in Sachen der Uufall-Berficherung».Novelle nicht die Billigung der Be- theiligten fanden, schreiben die „Berl. Polit. Nachr.": Bei einer solchen Sachlage, wo die Regierung fich über weittragende principielle Fragen mit dem Reichstage nicht hat verständigen können und wo die Interessenten selbst Gegner verschiedener vom Reichstage und der Regierung vorgeschlageneu Neuerungen find, gewinnt die Annahme immer mehr an Wahrscheinlichkeit, daß die Unfall-VerficherungSnovelle die nächste Tagung de» Reichstage» nicht wieder beschäftigen wird.
Totti, 16. September. Nach den gestern zu Ende gegangenen Manövern begaben fich die beiden Kaiser nach Mohacz. Kaiser Wilhelm hat dem Erzherzog Josef ein preußische» Regiment verliehen. Außerdem erfolgten zahlreiche Ordeu-verleihungeu und Auszeichnungen durch beide Kaiser.
Brüssel, 16. September. Die Cougo-Regierung veröffentlicht eingehende Einzelheiten über den Sieg deS Majors Paltin gegen die Derwische. ES wurden drei Kanonen, drei Waffen-Maga-ine, 700 Gewehre und Revolver, sowie Munition und LebeuSmittel erbeutet.
CoceUs tmt
Gießen, den 16. September.
* • Empfang. Seine König!.Hoheit der Großherzog empfingen am 15. September u. A. den Oberbürgermeister Gnautb von Gießen.
• • Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 15. September den KreiSrath de» Kreises Alzey Dr. Georg Freiherr v. Wedekind zum Mitgliede und Rath bei der Ober- rechnungSkammer, — den KreiSamtmann bei dem KreiSamt Worms RegierungSrath Friedrich v. Hombergk zu Bach zum KreiSrath des Kreises Alzey, — den KreiSamtmann bei dem KreiSamt Bensheim RegierungSrath August Carl Weber unter Belaffung des CharacterS al» RegierungSrath zum Vorstande des Polizeiamts Darmstadt, — den Steuer- commissariatS-Asfistenten bei dem Steuercommissariat Darmstadt Wilhelm Flath zum Steuercommiffär des Steuer« commissariats Hombera zu ernennen.
* * Oeffeutliche Auerkeunung edler Thalen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Schiffer Joseph Hemmersbach zu Coblenz - Neuendorf in Anerkennung des von demselben bei der Rettung de» Julius Davids zu Mainz vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muthvollen Verhaltens, — sowie dem Theodor Götz in Darmstadt in Anerkennung der von demselben mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr ausgeführten Rettung de» Ludwig Schlitz daselbst vom Tode deS Ertrinkens eine Geldprämie zu verleihen geruht.
* * DaS Präsidium bei landwirthfchaftlicheu Provinzial- Vereins für Oberhesseu hat Herrn Provinzialdirector Geheimrath v. Gagern zum Mitgliede deS hessischen Eisenbahn« beirathS für den Bezirkseisenbahnrath in Frankfurt a. M. ernannt. Stellvertreter ist LandwirthschaftSlehrer Leithiger in Alsfeld. MM
• • Zweikampf. Gestern fand im Schiffenberger Wald zwischen zwei Einjährigeu-Gefreiten unserer Garnison ein Pistolen «Duell bis zur Kampfunfähigkeit statt. Beide Gegner liegen schwer verletzt darnieder.
• • Sin ehrender Erfolg. Bei einem von der Stadt Esch weil er ausgeschriebenen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen zu einem in der Stadt Eschweiler zu errichtenden größeren Volks bad, verbunden mit Waschanstalt, haben die Architecten Stein & Meyer, sowie die Firma H. Schaffstädt Hierselbst für ein von ihnen gemeinsam eingereichtes Project den höchsten, überhaupt zur Bertheilung gekommenen Preis erhalten. Wie beim Wettbewerb um das Gießener Volksbad haben auch bei dem in Rede stehenden Project für Eschweiler Stein & Meyer die Pläne für den baulichen Theil und die Firma H. Schaffstädt die Pläne für den maschinellen Theil und die Installation entworfen.
• • 3m städtischen Freibad an der Lahn, daS in den nächsten Tagen geschlossen wird, haben während der Saison gebadet: im Monat Mai 2086 — im Monat Juni 15004 — im Monat Juli 8126 — im Monat August 6022 — im Monat September bis jetzt etwa 400 Personen- im Ganzen also haben 35236 gegen 26000 Badende des Vorjahres die Anstalt benutzt. Die stärkste Frequenz hatte da» Bad am 5. Juni mit zwischen 1600—1800 Personen bei 191/, Grad Wärme im Wasser, gegen 20*/, Grad Luftwärme im Schatten, während der schwächste Besuch 8 Badegäste bei 12 Grad Wasser- und 7 Grad Luftwärme der 20. Juni aufzuweisen hat. Bademeister Weidtmann, der von der Stadt angestellt ist, die Aufsicht über die Anstalt zu führen, hat in diesem Sommer 64 Knaben im Schwimmen ausgebildet gegen deren 34 im Vorjahre.
• • Zar Beachtung für Marktbesucher, vorn 15. September ab darf der Wochenmarkt erst von 8 Uhr Vormittags ab von den Verkäufern betreten werden. Der Verkauf dauert bis 2 Uhr Nachmittags. Das Haufiren mit Marktwaaren ist erst von 11 Uhr Vormittag- ab gestattet.
• • Kartenbriefe. Die Nachricht, daß zum 1. November seitens der Reich-post mit der Ausgabe und Beförderung von Kartenbriefen begonnen werden soll, erweist fich, der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, als richtig. Die Kartenbriefe werden eine Einlage erhalten, welche verhindert, daß der Inhalt gelesen werden kann. Allerdings wird fich, der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, der Wunsch nicht erfüllen lassen, die Karten- briefe zu dem 5 Pfg.-Portosatz zu befördern.
* • Ueber die auch für Gießen wichtige Eanittisatto» bet Städte sprach in der eben in Karl-ruhe tagenden Versammlung des deutschen Verein» für öffentliche Geiuadheit-pflege Hofrath Professor Dr. Gärtu er-Jena. Das Thema verbreitete fich über die „Vortheile und Nachtheile der getrennten Abführung des Unterwasser» bei der Canalisatiou der Städte." Der Redner hat, in Gemeinschaft mit dem Korreferenten, Baurath H erzberg« verlin, eine Reihe von Leitsätzen ausgestellt, welche u. A. besagen: a. Die Abführung der Fäcalien und der Abwässer entspricht zur Zeit in den meisten Städten nicht den Ansprüchen, die vom hygienischen Standpunkt aus gestellt werden müssen, b. Die Schwemmcanalisation ist in vorzüglicher Weise geeignet, die Schmutzstoffe und die Regenwässer au» den Städten zu entfernen; indessen bietet die definitive Beseitigung der abgeführten Massen, insbesondere bet starken Regengüssen, erhebliche Schwierigkeiten. Außerdem ist ein vollständig durchgeführtes Schwemmshstem für Regen- und Abwässer in Anlage und Betrieb in der Regel für mittlere und kleine Städte zu theuer. o. Der Einleitung de» Regen- Wassers von den Straßen und Dächern in die offenen Wasserläufe stehen hygienische Bedenken im Allgemeinen nicht entgegen. d. Die Einführung von Trenniyftemen — gesonderte Abführung der Meteor- und indifferenten Jndusttiewäffer einerseits, wozu unter Umständen selbst eine geordnete oberirdische Ableitung genügen kann, und der Fäcalien, Hau»abwasser und differenten Jnduftriewässer andererseits — bedeutet gegen den jetzige« Zustand in den meisten Städten einen wesentlichen Fortschritt, e. Da» Trennsystem hat gegenüber dem jetzt üblichen gemeinschaftlichen System den Nachtheil, daß es bei Regenwetter den gesammten Straßenschmutz den Wasserläufen zuführt, während das gemeinschaftliche System bei starken Regengüssen nur einen Theil deS StraßenschmutzeS durch die NothauSgänge abgiebt, in diesen Fällen allerdings vermischt mit den HauSabwäfferu und Fäcalien- letztgenannter liebel« stand kann unter Umständen schlimmer als der erstgenannte sein. — Daß durch da» TrennungSsyftem bei der Berieselung ein größerer Theil von Pflanzennährstoffen verlöre« geht, ist nicht von Bedeutung, f. Ob ein getrennte» oder gemeinschaftliche» System in einer Stadt einzusühren ist, muß in jedem einzelnen Falle unter Würdigung der hygienischen, wirthschastlichen localen und sonstigen Verhältnisse besonder» untersucht werde«, wobei eine objective, vergleichende Berechnung der Betrieb»- und Anlagekosten für beide Systeme nicht fehlen darf." Der Referent verlangte u. a. die Einführung der Anzeigepslicht für Aerzte, bei allen austretenden JnsectionSkrankheiten und empfahl, den Aerzten, wie e» in England geschehe, für jede Anzeige eine Belohnung zu geben, sowie die Aerzte mit der Leitung der DeSinfectlon zu betrauen. Der Redner verlangte im Weiteren, daß die großen Städte nicht mehr ihr Trinkwaffer den Flüssen entnehmen dürfen. Er wolle damit keine»weg» sagen, daß die Schmutzwasser in die Flüsse geleitet werden dürfen. Im Gegentheil, in den meisten deutschen Städten müßte da» Flußwasser gereinigt werden. In den nächsten Jahrzehnten werden die großen Städte zweifello» da- Sammelsystem beibehalten. Das System der Zukunft sei jedoch, zum mindesten für die Mittlern und kleinen Städte, da- Trennsystem. Der Cor- referent, Baurath Herzberg-Berliu, äußerte fich in ähnlichen,. Sinne. Er wünscht, keinen Gegensatz zwischen Schwemm- und Trennsystem zu machen. Die Anlagekoften de» Trennsystem» seien wesentlich billiger, al» die Kosten eine» andern System-. Oberbaurath Baumeister vertrat die Anficht, daß die kleineren Städte ganz recht gethan hätten, die Meteor- Wasser in ihre Abwässer zu leiten, anstatt das Trennsystem anzunehmen. — Baumeister Lindleh Frankfurt a. M. hält das Trennsystem für werthvoll, steht aber im Uebrigen auf dem Standpunkte des Vorredner». Uebrigen» könne die Entscheidung, welche Einrichtung die bessere sei, nicht von der Größe einer Stadt abhängig gemacht werden, richte fich vielmehr nach den jeweiligen besonderen Umständen. — Baurath Stübben-Köln und Professor Fränkel-Halle schlossen sich diesen Ausführungen mit kurzen Worten an.
* * Der deutsche Fleischer Verband erließ an alle de» Verbände angehörenden Innungen einen Ausruf zu Gunsten der durch die Ueberschwemmungen in große Noth geratene« Coll eg en. Eine unter den hiesigen JnuungSmitgliedern veranstaltete freiwillige Sammlung ergab die Summe von fünfzig Mark, die an den Vorsitzenden be» Verbände», Herrn Stein- Lübeck, abgesandt worden find.
* * Handwerker Versammlung Auf die am nächsten Sonntag Nachmittag» 3 Uhr in Mainz stattfindende Versammlung hessischer Handwerker sei hiermit besonder» hingewiesen. ES wird u. o. über die demnächstige Organisation, wie auch über die Bildung von Handwerkerkammern eingehend verhandelt werden. Zu wünschen wäre, daß die Versammlung auch von Gießener Handwerkern zahlreich besucht würde, damit diese sich über diese wichtigen Fragen in- formtreu können.
• * Die diesjährige Generalversammlung bei Evangelische« Pfarrvereinl im Sroßherzogthnm Hessen wird in Frank- surt a. M. am 6. October l. I. im „Baller Hos", vormittag» Vt 11 Uhr, abgehalten werden. Die umfangreiche Tagesordnung enthält außer den Jahresberichten des Vorsitzenden, des Schriftleiters des „Kirchenblatts" und deS Rechners, sowie der Wahl des Vorsitzenden u. A. die Erstattung be» Berichte» ber WohlsahrtScommisfion, Thesen und DiScujfion über bie Bauordnung, eingeleitet von Pfarrer Nebel Laubach, Besprechung über die Einrichtung einer Festwoche, eingeleitet von Pfarrer Schick-Burg.Gemünden, unb einen Antrag, betreffend kirchliche Ordnungen, eingeleitet do« Pfarrer Köhler-Rohrbach.
• e Heber Rücktritt vom Miethlverttage wegen wohnlicher Mangel handelt die folgende Entscheidung de» Reichsgericht»:- Siu Rücktrittsrecht des Mi et her» bei Mängeln, die erst während der MiethSzeit entstehen oder fich soweit entwickeln, daß fie den Gebrauch der Sache ausschließen ober beschränken, ist nur bann begrünbet, wenn dadurch bie Sache zu bem be-
stimmten Gebrauche ganz oder doch größtentheilS untüchtig geworden ist. Dies ist aber nicht der Fall, wenn der Mangel in kurzer Zeit beseitigt werden kann, da dann die Beeiu» ttächttgung de- dem Mtether zustehenden Gebrauchsrechts wegen der Kürze ihrer Dauer nicht als erheblich angesehen werden kann. Daraus ergiebt sich aber, daß der Mtether, ehe er vom Vertrage abgehen darf, dem Bermtether erst die Möglichkeit, alSbald Abhilfe zu schaffen, gewähren und demnach Mittheiluug von den Mängeln machen muß. Ohne vorherige Anzeige der Mängel darf demnach der Mtether vom Vertrage nur dann zurücktreten, wenn an sich wesentliche Mängel in Frage find, bei denen ohne Weitere- zu Tage liegt, daß fie nicht beseitigt werden können oder zu ihrer Beseitigung eine so lange Zeit erfordern, daß dem Mtether billiger Weise ein Fest- Halten am Vertrage nicht angesonnen werden kann.
** Wetterbericht. Die Luftdruckoertheilung bietet im Großen und Ganzen noch das gleiche Bild, wie in den letzten Tagen. DaS Maximum über den britischen Inseln hat zwar an Intensität verloren und auch über dem Continent ist daS Barometer gesunken. Indessen hat sich die Depresfiov im Mittelmeergebiet weiter vertieft, sodaß die Druckunterschiede am Nord- und Südfuße der Alpen noch immer ziemlich beträchtlich find. Die Witterung ist in Sücdeurschland andauernd trüb und ziemlich kühl, jedoch im Allgemeinen trocken. In der Südschweiz fallen fortgesetzt starke Niederschläge. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch meist trübes Wetter und zumal im Süden stellenweise Niederschläge.
Auf Bahnhof Großkarben bemerkte am 9. d. M. König Humbert von Italien einen Husaren seine- Bocken- Heimer Husaren-Regiment-, der mit einem neben ihm stehenden Civilisten französisch sprach, und redete ihn sofort an. Der Husar, au- der Diedenhofener Gegend stammend, beantwortete die vom König an ihn gestellten Fragen äußerst correct und erzählte, daß er in der Frühe nach Ueberbringung eine- Befehls an den Führer der in der Senne bei Paderborn zurückgebliebenen kranken Mannschaften de- Regiment- an demselben Morgen früh um 4 Uhr von Paderborn in Frankfurt eingetroffen und sogleich in da- Manövergelände geritten sei. Des Königs Frage, ob er nach der Anstrengung Hunger habe, bejahte der Husar, worauf der König in die Tasche griff und dem Soldaten sein Frühstück überreichte. Der Vorgang wurde von den Umstehenden mit freudigen Eviva- und Hochrufen ausgenommen. Sodann ließ der König sich den Namen de- Husaren — Clemens von der 3. Schwadron de- Regiments — aufschreiben. Als der in der Nähe stehende königliche Hofphotograph Döderlein aus Berlin, der prächtige Momentaufnahmen der diesjährigen Katsermanöver gemacht, im Begriff war, die Scene aufzunehmen, und ein Gendarm dies zu verhindern versuchte, wehrte der König, der die- bemerkte, mit der Hand dem Gendarmen ab, und so wurde auch dieses reizende Bildchen, wie so manches andere, auf die Platte gebracht.
Alsfeld, 13. September. Der kürzlich hier gegründete Geschieht-- und Alt e r th um S - V er ei n der Stadt Alsfeld will die alterthümlichen Kunst Gegenstände, gewerblichen und kunstgewerblichen Erzeugnisse, die sich theils in hiesigen öffentlichen Gebäuden, theilS im Besitz hiesiger Bürger befinden, sammeln, erhalten und wetteren Kreisen erschließen. Zu diesem Behufe wird fich der Verein an den Stadtvorstand wenden mit der Bitte, ihm ein paffendes Local zur Aufstellung der Alterrhümer in einem städtischen Gebäude anzuweisen- zu einem derartigen kleinen Museum am geeignetsten dürfte ein Zimmer deS geräumigen Rath- Hauses sein. Der Verein bedarf noch zahlreicher Beitritts- Erklärungen.
Kastel, 14. September. Eine dramatische Scene spielte sich heute Morgen auf dem hiesigen Bahnhof ab. Zwei Gendarmen sah man, wie fie mit unendlicher Mühe eine weibliche Person in den nach Frankfurt—Gießen abgehenden Zug zu schaffen versuchten. Diese Person war die Schwester des Müllers Thoma- aus Nieder-Saulheim, die in die psychiatrische Klinik zu Gießen gebracht werden sollte. Da- unglückliche Wesen klammerte fich an jeden Steinvorsprung, hielt fich am Eisengeländer des Perrons fest und stieß die gräßlichsten Hilferufe aus, die den tiefbewegten Zuschauern durch Mark und Bein gingen. Schließlich gelang eS den vereinten Anstrengungen der beiden Gendarmen und eine- CriminalschutzmannS, da- rasende Mädchen in das Coupe zu befördern.
Worms, 12. September. Um bei den Kindern Lust und Liebe zu den Blumen und Sinn für deren Pflege zu erwecken, wurden in diesem Jahre wie früher an die Schüler und Schülerinnen der oberen Volksschulklassen Blumenstöcke zur Behandlung übergeben. Bei der gestern Nachmittag in Worrets Etablissement erfolgten Einlieferung zeigte fick erfreulicherweise, daß die Pflanzen im Allgemeinen gut g vflegt waren. Eine große Anzahl Kinder erhielten Preise.
-n- WormS, 12. September. Der 5 9. CursuS der Wormser Brauerschule, diesmal von 30 Brauern besucht, wurde dieser Tage in zweckentsprechender Weise geschlossen, wobei die Prüfung der von den gegenwärtigen Besuchern der Anstalt erzeugten Probesude durch 12 Fachgenoffen von WormS und Umgegend stattsand. Sämmtliche von verschiedenen Methoden dargestellten Biere wurden fast alle als sehr gut und gelungen bezeichnet. Ebenso fanden die schriftlich auSgearbeiteren Probesude und die ausgestellten Fachzeichnungen allgemeinen Beifall. Die Anstalt, welche seit ihrem Bestehen die Frequenzzahl 2540 erreicht hat, kann sonach umsomehr mit Befriedigung auf ihre Leistungen zurückblicken, da eine große Anzahl der gegenwärtigen Besucher in hervorragende Stellungen etntreten, zugleich aber schon jetzt wieder zahlreiche Anmeldungen für den am 1. November d. I. beginnenden WintercursuS ringelaufen find.
Das neue Beamtengesetz.
Dem in Beamtenkreisen in der letzten Zeit vielfach laut gewordenen Wunsche auf eine anderwrite Regulirung ihrer Gehalte ist durch eine nunmehr an die Stände gelangte Vorlage der Regierung entsprochen worden. Nach dem Gesetzentwürfe und der zugehörigen umfangreichen BesoldungS- Ordoung find die einzelnen StaatSämter in drei Kategorien eingetheilt und zwar
1) in solche mit festem Gehalt,
2) in solche mit aufsteigendem Gehalt und
3) in solche mit Höchstgehalt.
Bei den wenigen Staatsstellen mit Festgehalt (Ministerin!- Vorstände mit 12,000 Mk, Präsidenten deS Ober-LandeS- gerichtS und der Ober Rechnungskammer mit 9500 Mk. rc.) wird der für die betreffende Stelle festgesetzte Gehalt bei der Uebertragung deS Amtes verliehen.
Für die Aemter mit aussteigendem Gehalt, zu denen die meisten Dienststellen gehören, find in der Besoldungsordnung Gehaltsstufen festgesetzt. Bei gewiffeohafter Dienstführung erfolgt bei den meisten regelmäßig nach dreijähriger Dienstzeit daS Vorrücken in die zunächst höhere Gehaltsstufe. Auf diese Weise erreicht der Beamte unter normalen Vrrhältn'ffrn in der Mitte der fünfziger Lebensjahre den Höchstgehalt.
Zur thunlichsten Vermeidung der in den einzelnen, in der Gehaltsordnung mit gleichen Gehalten bedachten Aemtern durch die jeweils früher oder später erfolgenden ersten Anstellungen bedingten Ungleichheit in den GehaltSbezügeu der verschiedenen Beamten, kann eine Bordienstzeit bis zu sechs Jahren in Anrechnung kommen, wenn die vor der Anstellung stattgehabte dienstliche Verwendung nach zurückgrlegtem 29. Lebensjahre und drei Jrhre nach bestandener Staatsprüfung erfolgt ist.
Bei den Aemtern mit Höchstgehalt, deren Eigenart die Besetzung schwierig macht (CabinetSvorstand, Director der Irrenanstalt, Fabrtkinspeckor rc.), ist in der Besoldungsordnung uur der Höchstgehalt festgesetzt und wird der An fangSgehalt je nach den Umständen bemessen.
Mit wenigen Ausnahmen wird freie Dienstwohnung ferner nicht mehr gewährt- es kommen vielmehr für die Dienstwohnungen je nach der Größe der Städte 5—10 pCt deS GehaltS in Aufrechnung.
Die von den Beamten bisher gezahlten Wittwen- und Waisenkaffenbeiträge fallen vom 1. April 1890 weg Bei den Aemtern mir aufsteigendem Gehalt wird bei der Einreihung der bereits angeftellten Beamten in die in der Besoldungsordnung vorgesehenen Gehaltsstufen die Zeit, die fie vor dem Inkrafttreten des Gesetzes in dem bisherigen Amt zugebracht haben und unter gewissen Voraussetzungen weiter auch noch die Vordienstzrit in Anrechnung gebracht.
Gegen die Einreihung in die betreffende Gehaltsstufe kann der Beamte bei dem vorgesetzten Ministerium Einspruch erheben, über Leu von diesem endgtltig entschieden wird.
Beamten, die ein Amt mit Höchstgehalt bekleiden, kann bei dem Inkrafttreten deS Gesetzes eine Zulage bis zu 10 pCt. des Höchstgehaltes der Stellen, jedoch nicht über 500 Mk. bewilligt werden.
NtchipenfionSfähige Nebenbezüge, die in der BesoldungS ordnung nicht mehr vorgesehen sind, werden außeretatmäßig weiter gewährt, als ihr Betrag keine Ausgleichung durch höheren Gehalt erfährt.
Durch daS neue Gesetz, daS mit Rückwirkung vom 1. April d. I. in Kraft treten soll, darf kein Beamter eine Verkürzung in seinem seitherigen Gehalt, einschließlich des decreimäßigen Anschlags der pensionSfäh'gen Nebenbezüge, erleiden.
Die durch daS Gesetz nicht abgeänderten Bestimmungen über Gehalts- und PenfionSansprüche der Beamten bleiben auch fernerhin in Kraft.
In der Besoldungsordnuvg ist die schon lange angestrebte Gleichstellung der Höchstgehalte der einzelnen Beamtenkategorien mir gleicher Vorbildung zwar theilweise, aber nicht vollständig durchgeführt. So find beispielsweise die Höchstgehalte derObrrsörster, Gymnasial- und Reallehrer, KreiSdau und KretSschulinspectoren, Steuercommiffäre und Rentamt- männer auf 5800 Mk., diejenigen der AmtS- und Landrichter auf 6200 Mk., wobei für die dieustauffichtsführenden Amtsrichter noch eine nichtpenfioosfähige Stellenzulage von 300 bis 500 Mk. vorgesehen ist und die Höchstgehalte der Kreis- rärhe auf 7000 Mk. festgesetzt. Wie in der Begründung zu dem Gesetzentwurf angegeben, find hierbei für die Regierung nur die staatlichen Jntereffen, insbesondere die Rücksicht aus die besondere Bedeutung deS Amtes und die äußere Stellung der Beamten maßgebend gewesen.
Nachstehend geben wir eine Uebeisiät über die den einzelnen Kategorien zugestandenen Gehälter:
Die angegebenen Zahlen find die künftigen Gehaltssätze, während die eingektammerten ( ) diejenigen nach dem Hauptvoranschlag für 1897/1900 find. Die einzelnen in dem Gesetzentwurf angegebenen Bemerkungen wie freie Wohnung, besondere Gebühren, was nicht pensionsfähiges Gehalt ist, Gehalt nur für den derzeitigen Inhaber des betr. AmiS rc., find weggelassen. Auch diejenigen Posten, bei denen fich gegen bisher nichts geändert hat, find zumeist ausgelassen.
A. Staatsministerium. Mtnisterialoorstände, (M nister, Ministerialpräs., Min. - Direcloren) 12,000 Mk. (10,350 Mk.) — [Der StaatSwinister bezieht 12,000 Mk. RepläsentationSgehalt, außerdem freie Wohnung. Die beiden anderen Ministerialvorstäcide beziehen je 2000 Mk. Repräsen- tatiouSgehalt.) — Präsident der Oberrechnungskammer 9500 (7850). — Rath des Ministeriums (Geh. StaatSrath, Mini- sterialrath) 7500 bis 9500 (6850 bis 8850). - Rache d r Oberrechnungskammer 5800 bis 7200 (5350 bis 6350). — Director des Haus- und Staatsarchivs 5800 bis 6600 (b s 5750). — Ministerialsrcretär im Staat-Ministerium 2800 bis 5800 (2725 bis 5350). — Zweiter Secreiär der Ober- j Rechnungskammer 2800 bis 4900 (bis 3565). — Rrvi- \ soren und Probatoren der OdecrechnungSkammer 2000 lns
4000 (1870 bis 3565). — Canzlei-Jnsprcior des Staats - Ministeriums 3200 bi- 3800 (3145 bis 3565). — CabinetS- Secretär 2800 bis 3200 (bis 3250). — Canzlei-Jnspector der Oberrechnungskammer 2300 bis 2900 (bis 2620) — Canzlei- Jn'pector der Zweiten Kammer der Landstände ebensoviel. — Mtntsterialcanzlist 2200 bis 2800 (bis 2725). — Canzlisten der Oberrechnungskammer 2100 bis 2700 (bis 2305. — Stände- Hausbeschließer 1500 bis 1700 (bis 1540 und freie Wohnung).— Canzleidiener bei dem Staatsministerium ebensoviel. — Canzleidiener bei der Ober-Rechnungskammer ebensoviel (bis 1474). — Canzleidiener bei dem Verwaltungs-Gerichtshof, der Centralstelle für die LandrSstatiftik und der Brandver- sicherungskawmer ebensoviel. — Canzleidiener bei dem Hausund Staats-Archiv ebensoviel. — Canzleidiener der Zweiten Kammer der Landstände 1300 bis 1600 (bis 1550). — Canzleiwärter bei der Ober-RechnungSkammer 1200 bis 1500 (990). — CabinelS-Borftand 7700 (bis 7550). — Justi- ficakur-Dirigent der Ober-RechnungSkammer 4600 (bis 4090). — Landstäud.scher Archivar 4300 (bis 3880). — Registrator deS StaatSwinisteriums 4300 (1870 bis 4720). — Erster Kammerstenograph 3500 (bis 3250). — Zweiter Kammerstenograph 3000 (2500). (Fortsetzung folgt.)
üemWtf»
• Dresden, 15. September. In Stolpen brach der neue Kirchthurm gestern Abend zusammen. Verunglückt ist Niemand.
• Die Pariser Polizei-Präfektur hat es jetzt für nöthig erachtet, den Friseuren und Barbieren der franzöfischeu Hauptstadt sehr detaillirte Vorschriften zu VorfichtSmaßregeln zu geben, durch welche der Ucbertraguug von Hautkrankheiten vorgebeugt werden soll, wie diese Gefahr bei jenen Gewerben ja allerdings in hohem Grade vorhanden ist. — Wenn allerdings der medicinische Sachverständige der Pariser Polizei in dieser Sache sein Urtheil dahin abgibt, daß die erschreckend zunehmende Kahlköpfigkeit in Paris der Unsauberkeit der Pariser Coiffeure zuzuschreiben sei, so dürfte die- doch wohl ein zu schwerer Vorwurf für die betr. Gewerbetreibenden darstellen und der Sündenbock wohl eher in denselben Ursachen zu suchen sein, welche auch der erschreckenden Abnahme der franzöfischln Bevölkerung zu Grunde liegen- doch davon abgesehen, muß jedenfalls die Verordnung al- recht löblich und nachahmenswerth erscheinen, und wird fich ja denn nach einigen Jahren de- Bestehens der Verordnung auch zeigen, ob der Haarwuchs der Pariser dann in Folge der Verordnung neue Sprossen getrieben oder die Kahlköpfigkeit weiter Platz gegriffen hat. Die „haarscharfen" Verordnungen legen, nach einer Mittheilung vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, den Vertretern der Toilette- und Verschönerungspflege vor Allem au- Herz, fich durchweg nur solcher Geräthe und Gefäße zu bedienen, die gänzlich aus Nickel gefertigt find, da diese die leichteste Reinigung ermöglichen- sodann wird die Benützung der Puderquaste mit Recht streng verboten und dasür der Gummiball-Zerstäuber empfohlen. Ebenso soll nach jedem Haarschnetden das geschnittene Haar mit Sägespänen bedeckt, mit diesen entfernt und verbrannt werden- auch soll sich der Co ffeur nach jeder Bedienung eines Kunden die Hände in Carbolwaffer waschen und alle gebrauchten Utensilien sofort nach ihrer Benutzung mindestens zehn Minuten in kochende- Seifenwaffer getaucht werden. — Für da- Publikum mag ja die Verordnung nur von Nutzen sein, obgleich die Ber> treter der Barbier- und Friseurzunft über die aufrrlegteu umständlichen und kostspteligen Pflichten gerade nicht sehr erbaut sein und die Sache wahrscheinlich als willkommenen Grund betrachten werden, ihre in Pari- ohnehin hohen Taxen einmüthiq und tiidbfg zu erhöhen.
Schrffsnachrichteir.
— Der Postdamofer „Westernland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist taut Telegramm cm 14. Scpiemder wohlbehalten ln Newyoik angekommen.
— Der Dampfer „Illinois" der „Red Star Linie" m Antwerpen ist laut Telegramm am 14. September wohlbehalten irr Philadelphia angekommen.
Gottrsdteuß m »er Synagog
Samstag den 18. September 1897.
Vorabend 6" Uhr, Morgens 8» Ubr, Nachmittags 4 Uhr «christerkiLrung. Sabbathausgang 73o Uhr.
Verehr, £an& tuet
Lisudur«, 15. September. Frachtmarkt Rother Metz en X 17,12, weißer Weizen X 00 00, Korn X 10.92, Gerste X 9 60, Hafer X 6.51.
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— Lebensversicherung- - Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). Es find com 1. Januar bis Ende August 1897 4175 Versicherungen über 33461400 Mk. beantragt worden, 1723 450 Mk. mehr als im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 553 Mitglieder, die mit 3 964 750 Mk. versichert waren. Der Ver- stcherungsbestand stellte sich Ende August 1897 auf 68 200 Personen mit 501 Millionen Mark Versicherungssumme, das Vermögen auf 154 Millionen Mark. Für fällig gewordene Versicherungssummen sind bis jetzt ausgezahlt 104 Millionen Mark, als Dividenden an die Versicherten gewährt 52 Millionen Mark; Dtoidenden- reserven in Höhe von 24 Millionen Mark liegen zur wttteren Vertheilung an die Versicherten bereit. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseittgkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüffe den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jomc 42pEt. der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem V/2p(£t der Summe der gezahlten Zusatz- ptümien.
s Von der Reise zurück
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Schule zu Worms a. Rb. Cursusbeglnn a. I Mal u. I.Nov.jed. Jahr. Nähere Auskunft unentgeltlich.
Die Direction: Lehmann-Helbing.
Wilhelm «och II., Sckmtedemstr, Bellersheim bet Hungen-
haste Suppe wie auf keine andere Art. Zu haben bet
Karl Bieler, Kreusplatz 6.
In jeder deutschen Familie sollte die „Thierbörse" gehalten werden;
^Tersteigenmgen*^
Obftversteigerung.
Der Ertrag der Obftbäume an nachstehenden Straßen wird am Montag, den 20. September d. I, wie folgt versteigert:
Straße: Gießen—Rodheim
Vormittags 8 Uhr oberhalb des Feldfchlößchens beginnend,
Straße: Gießeu-Kleiu-Liudeu
—Dutenhofen Nachmittags 2 Uhr bei der Jrrenklintk beginnend,
Straße: Klein-Linden—Gr.-
Liuden Nachmittags 4 Uhr von Klein-Linden ab.
Gießen, am 16. September 1897.
Der Großh. Kretsbauinspector
8592] Ter Unterricht in meiner Schule beginnt Montag den 4. October. Anmeldungen werden in meiner Wohnung, Hessenstrabe 2, entgegengenommen.
Anna Singer, cepr. L hierin
867ö] Ein Herr suchsHtten
Privat-Millagslisch, möglichst vegetar Offerten mit Preis unter V. Z. an die Exped. d Bl
Man koche eine Suppe mit grünen Gemüsen und Wurzelgewächsen oder mit präservirten Gemüsen, sogenannte Julienne, füge etwas 81at
Suppenwürze hinzu und man hat eine so schmack-
Feinste
Gchaer Cervelatwurst, la. Frankfurter Würstel, la. neue Hellerlinsen frisch eingetroffen bei 8202
A. & G. Wallenfels.
Mobiliar-Versteigerung.
Wegzugshalber werden Dievstag den 21. d. Mts., Nachmittags V32 Uhr, in der Wohnung des Herrn Ehr. ßony, Neustadt 79 II,:
Tische, Stühle, Sophas, Betten, Schränke, Haus- und Küchen geräthe rc.
gegen Baarzahlung versteigert.
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Die Gegenstände können Dienstag Vormittag besichtigt werden. 8568
Bienenhonig, in bekannter Güte, empfiehlt Lehrer DSll xu S
Ät Schlachthaus.
Freibank. 8547
Heute und morgen:
Ochfensieifch
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Augusta - Victoria - Töchterpensionat.
Giessen, Löberstr. 24.
Unterricht, nach Klassen getrennt, in allen für Töchterschulen Torgeschriebenen Fächern durch geprüfte Lehrer und Lehrerinnen.
Aufnahme der Kinder vom 6 Jahre an. — Gelegenheit für junge Damen, an einzelnen Stunden in den obersten Klassen theilzunehmen: engl und franz. Conversation, Litteratur, Kunst, Kirchen- und Weltgeschichte. — Musik: Klavier, Violine, Theorie. — Besondere Malcurse.
Beginnn des Winterhalbjahres: Montag, den 20. September. Anmeldungen nimmt jederzeit die Vorsteherin entgegen. 8604
Kaufmännischer Verein.
Laut Beschluß der Schulcommission der kaufm. Fachschule sollen in diesem Winter-Semester zwei Vortrags (Surfe abgehalten werden, in denen an jedem Donnerstag Abend von 9 Uhr an in Form von Vorträgen einfache und doppelte Buchführung und Wechsellehre gelehrt werden sollen. Alle Herren, welche gesonnen sind, daran theilzunehmen, werden gebeten, sich binnen 8 Tagen in die bei dem Vorsitzenden — Herrn C. Örbig, Bahnhofstraße 80 — oder die im Vorstandszimmer des Vereinshauses offen liegenden Listen einzeichnen zu wollen.
8596 Die TchulcomMission.
Wittwe Hassan, Hoflieferant Frankfurt a. M.
empfiehlt feinste Java-Mischungen JL 1.60, 1.70 und 1.80 per Pfund netto, sowie Chinesischen Thee in be-
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.
Oarteuftraße 2.
Anaebot der Arbettuehmrrr 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Magazinarbeiter, 1 Portier, 1 Taglöhner, 1 Fuhr knecht, 1 Elnkasstrer, 2 Ausläufer bczw- Colpor teure, 1 Magazinier, 1 Reisender, 1 Nähfrau, 1 Kochfrau.
„ ÄaAftatie der Hrfreitot&er t 1 Spengler 2 Metalldrücker, 2 Kranken» pfleg?r, 2 Bauschlosser, 10 Maschinenschlosser, 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Schneider Tur Hosen und Westen, 1 Rockarbetter, 1 Unssormarbeiter, 2 Schneider, ö Schuhmacher, 6 Bau- u Möbelschreiner, 4 Pferdeknechte, 1 Acker knecht, 1 Hausbursche, 8 Laglöhner, 18 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit.
Putzfrau
zum täglichen Reinigen eines BureauS gesucht. 8695
Wo? sagt die Expedition d Bl.
Obst-Versteigerung der Gemeinde Lauusbach am Freitag den 17. d. Mts., von Nachmittag- 1 Uhr ab, an Ort und Stelle. Anfang am Lahnweg.
Krofdorf, den 15. September 1897. 8579 Das Bürgermeister-Amt.
/emischteAnzeigen.i:g°e0e0e0e0e000e0e0eo*0e08
Niederlage bei Eberhard Dort, Gießen
Brauer-
Verdingung.
Die zur weiteren Chaussiruug der Feldwege m consolidirten Theile des Neustädterfeldes erforderlichen Erd-uudPlanirarbeiteu, Chausftrarbeiten und Cemeut- rohrlieferuugeu sollen
Montag, den 27. Sept. d. I.,
Bormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden.
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