Nr. 1U Drittes Blatt. Sonntag den 16. Mai L8V7 Der u >iefe«er Anzeiger erscheint täglich, witt Ausnahme des Montags. Dir Gießener 3e«miCie«6tatter »erden dem Anzeiger «Wöchentlich dreimal deigelrgt. Gießener Allzeig er Kenerat-Anzeiger. Lierteljähriger Avonnemcntspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Marl 50 Pfg. Redaction, Expeditto» und Druckerei: Schutstraße Ar.7^ Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gietzen Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bte folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Lor». 10 llh». chratisbeitage: Hießen er Kamikienötätter. Alle Annoncen-Dureaux d«S In- und Auslandes nehm« Anzeigew für den „Gießener Anzeiger" mtgeg*. Amtliche- Lyeil. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche zu Allendorf a. d. Saha. Die Maul- und Klauenseuche zu A l l e u d o r f a. d. Lahn ist erloschen. Die verfügten Sperrmaßregeln werden hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. Mat 1897. Großhsrzogliche» Kreisamt Gießen. __________________v. Sager»!____________ Bekanntmachung, betreffend: die Abhaltung eines BiehmarkteS zu Homberg a. O. Vroßh. Ministerium des Innern hat die Abhaltung de» auf den 19. l. MtS. fälligen BiehmarkteS zu Homberg »uter folgenden Bedingungen gestattet: 1. Für Auf- und Abtrieb des BieheS ist den Anträgen des KreiSveterinäramtrS gemäß je eine bestimmte Stelle zu schaffen, welche allein benutzt werden darf. 2. Auf den Markt dürfen nur Thiere aus unverfenchteu Orten der Kreise Alsfeld, Schotten, Lauterbach, Gießen, Büdingen und Friedberg, Thiere von Händlern aber nur daun, wenn sie mindestens 7 Tage in unverseuchten Orten der fraglichen Kreise in seuchenfretem Zustande gestanden haben, anfgetrieben werden. 8. AuS preußischen Orten, die nicht über 10 Kilometer von Homberg entfernt liegen, dürfen gleichfalls Thiere zugelaffen werden, wenn über dieselben glaubhafte Ursprungszeuguiffe vorgelegt werden, daß fie In jenen Orten dauernd gestanden haben. Thiere von Händlern find jedoch auch in diesem Falle nur unter der ad 2 erwähnten Bedingung zuzulaffen. Alsfeld, den 10. Mai 1897. GroßherzogltcheS Kreisamt Alsfeld. Dr. Melior. Bekanntmachung, betreffend: die Abhaltung eines Bieh- und Krämermarktes zu Kirtorf. Das Großherzogliche Ministerium de» Innern hat die Abhaltung eines Bieh- und KrämermarkteS zu Airtorf am 26. l. MtS. unter folgenden Bedingungen gestattet: 1. Für Auf und Abtrieb des BieheS ist den Anträgeu des Kreisveterinäramtes gemäß je eine bestimmte Stelle zu schaffen, welche allein benutzt werden darf. 2. Auf deu Markt dürfen nur Thiere aus unverseuchten Orten der Kreise Alsfeld, Schotten, Lauterbach, Gießen uud Büdingen, Thiere von Händlern aber nur dann, wenn fie mindestens fieben Tage in unverseuchten Orten der fraglichen Kreise tu seucheu- freiem Zustande gestanden haben, anfgetrieben werden. AlSfeld, den 8. Mat 1897. Großherzogliches SretSamt Alsfeld. Dr. Melior. Sefneben: 1 Brosche, 1 Paar Handschuhe, 1 Regenschirm, Postmarken, 1 Buch und 1 Sack mit Inhalt. Gießen, deu 15. Mat 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. ArssUnsd. Pari», 13. Mat. Die Blätter besprechen heute wiederum In längeren Artikeln die Spende Kaiser Wilhelm» an deu WohlthätigkeitS-Bazar. Der „Figaro" sagt: daS hochherzige Benehmen des deutschen Kaiser» und daS Mitgefühl, welches er für die Catastrophe an deu Tag gelegt habe, erregen allgemeine Aufmerksamkeit. Die einfältige Menge und eine Anzahl optimistisch Gesinnte haben sofort den Gedanken ausgesprochen, der Kaiser habe deu driugeuden Wunsch, die Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 zu besuchen und wolle durch diese Spende seinen Besuch vorbereiten. Es ist möglich, so sagt daS Blatt, daß der Kaiser diesen Wunsch hegt. In diesem Falle haben wir die strengste Pflicht, dem Monarchen einen ehrenvollen Empfang zu bereiten. ES hieße aber die Person de» Kaisers in etgenthümlicher Weise verkleinern, wenn man annehmen wollte, daß der Plan zum AuSstfllungSbesuch dem Kaiser Anlaß zu der Spende gegeben habe, daS sei keineswegs der Fall und aus dieser Anschauung heraus «äfft man die Spende betrachten. Der „Matiu" schreibt: DaS Geschenk des Kaisers habe deu Gedanken erweckt, eS handle sich um eine Annäherung beider Nattoueu. DaS hieße aber deu Ereigniffeu bedeutend vorgreifen. Die Boulevardblätter, namentlich „Libre Parole", begleiten die Spende mit unflätigen Artikeln. Sitzung der Stabtoerorbndeit am 14. Mai 1897. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Wolff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Brück, EmmeliuS, Faber, Flett, Dr. Gutfletsch, Grünewald, Haubach, Helfrich, Heichelheim, Hehltgen- staedt, Homberger, Jughardt, Keller, Kirch, Loos, LSber, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele, Schmal, Dr. Thaer, Bogt und Wallenfels. Auf der Tagesordnung standen zunächst drei Gesuche, bezüglich deren eS sich um ausnahmsweise uud widerrufliche Genehmigung vou GartenhauSbauteu handelt. Herr Jean Boeck will ein GarteuhäuSchen in seinem Garten an der Marburger- straße, Herr Theodor Brück eins tu setuem am Schtffen- berger Weg gelegenen Garten und Herr Laudgertchtsregistrator Jäger ein solches aus dem uebeu setuem Hause Ecke Goethe- und Lonystraße gelegenen städtischen Gelände errichten. Die Gesuche wurden befürwortet. Herr Andrea» Euler, welchem die nachgesuchte Er- laubntß zum Bauen in der Steiustraße auf Grund des $ 16 des OrtSbaustatut» versagt worden war, hat ein neues Projekt vorgelegt; da dasselbe indeß nur zu einem geringen Thetle eine Berbefferuug im Sinne des angezogeneu Paragraphen erfahren (Gesuchsteller will deu, deu Hof beengenden Anbau für die Treppe weglaffen und die Treppe tu da» Hau» verlegen), so erfolgt abermals Beanstandung des Gesuchs. Nach Vorschlag deS Gaswerkes soll die Gasleitung in die Hosmannstraße eingeführt und in derselben drei Candelaber errichtet werden. Die Pläne und generellen Voranschläge über die Herstellung erhöhter Trottoirs und zwar Asphaltirnng am Markt und in der MäuSburg, sowie Pflasterung eines SieS- streifens auf dem nördlichen Bürgersteig de» Ltnd eupl atze» mtt gemustertem Mosaik werden genehmigt. Die Voranschlags- summe beträgt 5200 Mk. Nach Bericht deS Stadtbauamtes haben wegen dringender anderweitiger Arbeiten die Vorarbeiten zur Wiederherstellung deS alten Schlosses am Kanzletberg noch nicht vor- genommen werden können, doch bedürfe zunächst der Heiden- thurm einer Erneuerung de» Dache», weil durch abfallende Schiefer Schaden iw botanischen Garten angertchtet würde - ebenso sollen die baufällig gewordenen Thetle de» gen. Gebäudes abgetragen werden. Dte Versammlung beschloß, enter Billigung des auf 1300 Mk. lautenden Voranschlag», de« Anträge de» Stadtbauamt» auch insofern stattzugeben, al» letzteres ermächtigt wird, die Arbeiten im Taglohn an geeignet erscheinende Meister zu übertragen. Der Plan des Berschönerungsverein», auf der Hochwarte ein AuSsichtSgerüst zu errichten, war vor einiger Zeit von der Stadtverordneten-Versammlung zurückgegeben worden mit der Erwägung, ob nicht an Stelle des Gerüst» ein AusfichtSthurw zu errichten fei. Es haben inzwischen wettere Erwägungen und Meffungeu stattgefunden, woraus aber hervorgeht, daß zur Ermöglichung einer Aussicht nach allen Wochenbriefe au« der Nrsiden). (Originalbericht de» „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 14. Mai. 8m Radwettfahren. — BrahmS Gedächtrnibfeierlichkeite». Bo« Hostheater. Ein großer Kampf war zwischen den beiden bedeutendsten htefigen Radsportvereinen auSgebrochen, dem „Rad fahr er,- Verein" und dem „Bichcle-Club", ein Streit, bei dem beide Vereine nichts gewinnen und die sportliche Sache nur verlieren konnte, aber ein gewiffeS Jutereffe hatte der AuS- trag dieses Streites schließlich doch gehabt. Beide Vereine hatten für ihre Frühjahrsrennen nämlich den gleichen Termin bestimmt, vergangenen Sonntag, und während dte erstgenannte Bereintguug dte hervorragendsten Berufsfahrer des In- und Auslandes, August Lehr und Joseph Fischer an der Spitze, unter ihren Nennungen anzeigte, hatte der Bichcle-Elub, deffen nach den neuesten sportlichen Vorschriften erbaute Rennbahn die Bewunderung aller Jutereffeoten erregte, efl ver- standen, die ersten Amateurfahrer, darunter dte Brüder Opel, Wilke u. a., für seine Veranstaltung zu gewinnen. Hätte baS bekannte „Mailüfterl" sich nur etwa» weniger angestrengt, so wäre eS zu der originellen Kraftprobe gekommen, welcher von beiden Klaffen von Fahrern das größere In- tereffe des Publikums gehörte. Jndeffen, wie schon angedeutet, machte der Himmel ein so unangenehmes Gesicht, daß der Btcycle Elub sein Rennen auSfalleu ließ, um eS vierzehn Tage später bei hoffentlich günstigerem Wetter abzuhalten. Der Radfahrer-Verein wagte e», trotz der schlechten Witterung, und e» gelang ihm. Die Bahn war nach dem Urtheil der Fachleute in bestem Zustande und die gefahrenen Tempi ließen nichts zu wünschen übrig. DaS größte Jntereffe beanspruchte das dritte für Berufsfahrer offene Rennen über 5000 Meter, in dem Aug. Lehr-Frankfurt die ebenfalls vorzüglich fahrenden Käs er-Basel und Fischer-München mit überlegenem Endspurt besiegte. Auch daS Mehrfitzer- Borgabefahren für Berufsfahrer über 3000 Meter war außerordentlich scharf und spannend. Käser und Müller- Basel fiegten hier über dte Paare Fischer-Herth und Theodor uud Earl Heß-Mannheim. Dte Rennen waren vorzügltch besucht, namentlich auch von auswärts- auch Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm, der hohe Protektor des Vereins, zeichnete fie durch seine Anwesenheit aus. Der festgebende Verein darf stolz sein auf seine Veranstaltung, die, trotzdem in, wie die TageSblätter melden, juicht weniger als 12 deutschen Städten, darunter Sportsplätzen ersten Range-, am gleichen Tage ebenfalls Rennen stattfauden, so ausgezeichnete Fahrer zusammenbrachte. Wie tu vielen anderen Städten haben auch hier die Gedächtnißfeierltchketten für den verstorbenen Tonmeister Johannes Brahms noch einmal am Schluffe der Saison den Eoncertsäleo die Thore zu reichem Besuche geöffnet. Der Richard Wagner-Verein begann am vergangenen SamStag seinen dem Andenken deS genialen Todteu geweihten BeretnSabeud mit dem prächtigen Vortrag des 3. und 4. Satzes aus dem Clavierquartett io G-moll op. 25 durch die aus Musikern ersten Ranges bestehende Kammer- mufit-Bereinigung des hiesigen „MozartvereinS". Fräulein M. Borchers vom hiesigen Hoftheater brachte dann drei Lieder in fein empfundener, künstlerisch vollendeter Wiedergabe zu Gehör, endlich spiele Fräulein Frieda Hodapp, eine Schülerin deS Frankfurters James Kwaft, dte eminent schwierigen Llavier-Bariationeu tu A-moll über ein Thema von Paganini in ganz brillanter Weise, so daß daS Publikum mit seinem Beifall fast keine Grenze kannte. In dem zahlreich besuchten Loncerte wirkten aaßer den Genannten noch Hofsänger Bassermaun und eine Reihe hervorragender Dilettanten mit. Mittlerweile bereitet auch der „Mustkverein" eine ähnliche Feier vor, deren mit erlesenem Geschmack auSge- wählteS Programm u. tu auch die Aufführung von Brahms' unvergänglichem Chorwerk „Ränie" (Gedicht von Schiller) in Aussicht stellt. Da auch zu diesem Eoncerte Kunstkräfte ersten Ranges, wie Fräulein Plüddemanu (BreSlau) und Dr. Felix KrauS (Wien) ihre Mitwirkung zugesagt haben, so wird eS sicherlich nicht hinter dem deS Richard Wagner- Verein» an künstlerischer Bedeutung zurückstehen. DaS Großh. Hoftheater hat nun nach einer an künstlerischen und finanziellen Erfolgen reichen Saison seine Pforten geschloffen. Leider verlassen das Institut wir Ablauf dieser Spielzeit einige außerordentlich beliebte Mit- glieder, so die seitherige Primadonna Fräulein Henntz Borchers, die so ausgezeichnete Vertreterin namentlich Waguer'scher Frauengestalten. Die Abschiedsvorstellung der scheidenden Künstlerin („Tannhäuser"), welche zum Benefiz des Hoftheaterchors stattfand, gestaltete fich zu einem Herr- lichen Triumphe für fie, mit dem das den weiten Raum bi» auf den letzten Platz füllende, enthufiaSmirte Publikum der Gehenden die Gefühle tiefen Danke» und treuen Andenken» tu großartiger Weise kundgab. In Smetanas „Dalibor" dürste der ebenfalls die seitherige Wirkungsstätte verlassende Herr Hofsänger Basser- mann die gleichen Beweise der Liebe und Verehrung de» Darmstädter Publikums entgegennehmen. Auch er hat fich um die Annalen der Hosbühne eine ehrende Stelle erworben. — Schließlich sei noch de» Auftretens der früheren hiesigen jugendlichen Sängerin Fräulein Egli vom Berliner Theater lobend gedacht, die in der Benefiz-Vorstellung für den Wittweu- und Waiseo-Fonds der Hofmnfik al» „Santnzza" rauschenden Beifall ernten konnte. Seiten der Thurm eine Höhe von 25 bis 30 Meter erhalten müsse. Der Vorschlag des StadtbauawtS geht dahin, einen 22 Meter hohen Thurm mit einem kleineren bis zu 4 Meter messenden Aufbau zu errichten und dabei die Möglichkeit einer Erhöhung in» Auge zu fassen- außerdem soll der Thurm so eingerichtet werden, daß er in seinem unteren Thetle eine Art Schutzhütte darstellt. Die Kosten find auf 2200 Mk. veranschlagt, wenn der Thurm in Tannenholz, auf 2600 Mk., wenn er in Eichenholz ausgeführt wird. Der Verschönerung«« Verein, welcher für sein erstes Project 700 Mk. vorgesehen, hat ans Befragen erklärt, zu einem Thurm 1000 Mk. bei» steuern zu wollen. Die Versammlung beschloß, auf dies An« erbieten einzugehen und den fehlenden Betrag auf die Stadt« kasse za übernehmen. Um eine zweckmäßigere Allarmirung bei Bränden bezw. ein rascheres Eingreifen der Feuerwehr zu ermöglichen, ist der Stadtverordueten-Bersammlung ein Entwurf vorgelegt worden, nach dem in Anlehnung au die bereit- erfolgte Ein- theilung der Stadt in fünf Allarmbezirke Feuermeldestellen errichtet werden sollen, für welche al- Eevtralstation die Polizeiwache gedacht ist. Dtefe Einrichtung würde vorerst erleichtern die Einrichtung eines LöfchzugeS, der, aUS acht bis zehn tu der Nähe der Geräkhehaufes wohnenden Feuerwehr« lenten bestehend, sofort eingreifen und der dann weiter zu allarmirenden Mannschaft, falls ein Löschen des Brandes ihm nicht gelingt, Vorarbeiten könnte. ES würden 27 Feuer« Meldestellen auf die Stadt zu vertheilen und die nöthigeu Einrichtungen in solchen Häusern anzubrtugen sein, deren Be« wohnerschaft ihrem Berufe und sonstigen Verhältnissen nach eine ständige, bezw. vorwiegend in der Nacht anwesende oder beschäftigte ist, z. B. Bäckereien. Die Einrichtung, um deren Ausführung zunächst die Reichstelegraphen.Verwaltung ersucht werden soll, ist veranschlagt auf 6000—6500 Mk. Die Ber- 'awmlung stimmte dem vorgelegten Entwurf zu. Betr. des Betretens der Bahnstrecken innerhalb der Gemarkung Gießen durch städtische Baubeamte und Arbeiter bei Vornahme von Vermessungen usw. erklärt fich die Versammlung damit einverstanden, daß der s. Zt. lediglich wegen Betretens des Bahnkörpers der Mato-Wefer-Bahn ausgestellte Revers auf die anderen in der Gemarkung Gießen in Be« tracht kommenden Bahnstrecken ausgedehnt wird. — Herr Grünewald macht auf den mangelhaften Abschluß des Bahnkörpers am Uebergang der Liebigstraße beim Raugiren aufmerksam. Derselbe geschehe nur durch Stangen, wodurch Kinder und Hunde gefährdet würden- eS sollte darauf hin- gewirkt werden, daß die Bahn bis auf die Erde reichende varrieren errichtet. — Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte, der Sache näher treten zu wollen. Die Rechnung der Gemeindekrankenversicherung, welche in Einnahme mit 805 Mk., in Ausgabe mit 798 Mk. abschließt und ein verwögen von 430 Mk. aufweift, wird genehmigt. Bon dem alljährlich nöthigen Zuschuß auS der Stadtkasse konnte diesmal abgesehen werden, da der Gemeinde« verficherung ein Drittheil aus der mit einem vermögen von 2100 Mk. aufgelöster» Fabrikkrankenkasse von Burk & Storck zugefallen ist. Der Entwurf eine» Local«Polizei«ReglementS über die Untersuchung des von auswärts eingeführten Fleisches wurde nach längerer Berathnng nochmals an die Commisfion zurückverwiesen, um feststellen zu lassen, ob seitens der Fleisch- beschau noch erhebliches in-Bezug auf Untersuchung geräucherten Fleisches geleistet werden könne und weiter die Eontrole so zu formultren, daß sie alle Fletfchsendungen, sei eS die mir der Post oder durch sonstigen Transport erfolgenden, trifft. Zu den folgenden Gesuchen um Erlaubniß zum Wirth« schaftSbetrieb sprach fich die Versammlung mit Bezug auf die lediglich von ihr zu beantwortende Frage über daS Bedürfniß zum AuSschonk von Branntwein bejahend ans: Gesuch deS Herrn L. Hell mold für das HauS Stein« straße 23, nachdem Gesuchsteller erklärt, auch Logierwirthschaft einrichten zu wollen, Gesuch deS Herrn Hugo Fatum für das HauS Frankfurterstraße 82 (EhauffeehauS), Gesuch deS Herrn Joh. Rühl für das HauS Frankfurterstrahe 30 (Rheinischer Hof) und Gesuch deS Herrn JastuS Heck für da- HaUS Bergstraße 22. CocoU* und provinzielle». Meßen, den 15. Mai 1897. *• 17. Hess. Feuerwehrtag am 22., 23. und 24. Mai d. I. in Heppenheim. Man schreibt uns aus Heppenheim: Unsre Feuerwehr, sowie die ganze Bürgerschaft find in voller Thätigkeit, den unS nächstens besuchenden Feuerwehren au- allen Theilen Hessens und wie wir gern bemerken, auch au- dem freundnachbarlichen Baden, einen herzlichen und angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Die freundliche Lage unsres Städtchens mit feinen reizenden Umgebungen wird hierzu sicherlich nicht wenig beitragen. Bis jetzt haben fich schon über 100 Wehren mit ea. 3000 Thetlnehmern an« gemeldet, um das Fest am Sonntag, an welchem in Verbindung mit dem 17. Feuerwehrtag, das 15jährige Bestehen unsrer freiwilligen Feuerwehr gefeiert wird, verherrlichen zu helfen. Die eigentlichen Verhandlungen des Feuerwehrtags, welche SamStag, den 22. dfS. Mrs. hier stattfinden, sind von großer Wichtigkeit für die Gesarnmtfeuerwehrverhältniffe und das Löschwesen Hessens. Die Delegirtenversammlung beginnt SamStag Nachmittag 2 Uhr in der Brauerei zum Hirsch, vorher, um 11 Uhr vormittags, treten die Mitglieder des LandeSauSschusseS zu einer vertraulichen Sitzung ebenfalls daselbst zusammen. Nach Erledigung der Tagesordnung begeben fich wie bekannt, die Vertreter der Wehren unter Borantritt der Capelle deS RegtS. Nr. 117 zu einem gemeinschaftlichen Abendessen nach dem Gasthaus zum «Halben Mond", woselbst auch großes Concert ftattfindet. Nach Eintritt der Dunkelheit beginnt auf dar Zeichen — dritter Kanonenschuß — die stets Effect machende bengalische Beleuchtung der Ruine Starkenburg. Die gleichzeitig auch SamStag Morgen 8 Uhr zu eröffnende Ausstellung an- dem Gebiete de- Feuerlöschwesens scheint größere Su-dehnung annehmen zu wollen, als «au ursprünglich glaubte. Da- Programm für den Sonntag ist ja durch Plakate bekannt gemacht, doch wollen wir e- hier noch einmal kurz wiederholen. 11V, Uhr BormittagS: Vorstellung und Hebung der freiwilligen Feuerwehr Heppenheim und zwar Exerzierübung in der oberen Vorstadt nnd Brandübung an dem Häuserviertel der Post gegenüber. Rach der Borst llung Mittagspause. 2 Uhr Nachmittags Antreten zum Festznge auf der Darmstädter Straße am Bensheimer Thor. Front nach der Stadt. >/,3 Uhr Abmarsch des FestzugeS durch verschiedene Straßen nach dem Festplatz. Hierzu wird bemerkt, daß der Zug so dirtgtrt wird, daß sämmtliche Theilnehmer deS Zuge- an einander vorübermarschieren, also jeder Zugtheilnehmer den Zag vollständig sehen kann. Unsere gute Stadt legt natürlich ihr schönstes Festgewand an und ihre Bewohnrr, seien e- Männlein oder Weiblein, werden fich überbieten, da- Fest zu verschönern, so daß eS nachher, wie immer heißt: «Ja f In Heppenheim versteht man Feste zu feiern." Möge der Generalfpritzeomeister Jupiter pluvraa die Güte haben und seine Sträuche für andere Fälle trocken halten und da- Spritzen zu diesem Fest nur der Heppenheimer freiwivgea Feuerwehr überlaffen, die macht e- schon, wie die Erfahrung lehrt. MW. 8el bet mittleren Wettetau. 14. Mat. Nachdem MamertuS und Pankratius mit heftigen Regenschauern vorübergingen, brachte ServattuS Beute Nacht einen scharfen Reif, der an zarten Pflanzen und Blüthen aller Art empfindlichen Schaden anrichtete. DaS 1897er Frühjahr, jetzt schon zum großen verstrichen, wird den Naturfreunden noch lauge tu unliebsamem Andenken bleiben. — ES heißt, die Bewohner der Flüffe und Teiche würden auf genossenschaftlichem Wege eine große Masse von Gummischuhen und Regenmänteln kommen lassen und -te Wald- und Gartenmufiker hätten etliche Waggons Gerstenzucker und MalzbonbonS bestellt, um jedem Zu- oder Rückfalle der Witterung gewachsen zu sein! 4- Bad Salzhausen. 15. Mat. Während der heute begonnenen Badesatson erhalten die Besucher unseres Eur- ortet auf den Oderhesfischen Bahnstrecken PretSerwätztgung zu 50pEt. für die einzelne Fahrt in 2. und 3. Wagenklafie nach Nidda bezw. von da zurück. DaS BadebauS ist nur an Werktagen von 6 bis 1 Uhr und 2 bis 6 Uhr geöffnet. Norddeutscher Lloyd, in Gießen ötrtrelen durch die Agenten 6n l LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 14. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Saale, Capt. B. Blanke, vom Norddeutsch-a Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr Nachmittag« wohlbehalten tn Newyork angekommen. Bremen, 14. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Postdampsn Halle, Eapitän 6. Raetz, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist gestern 7 Uhr Morgens wohlbehalten tn Baltimore angekommen. Chicago 1RQ3 Brühl’sche Telephon Nr. 51 imiii. nivers.-Buch- und Steindruckerei lllllllliil GIESSEN (Pietsch & Scheyda) Billigste Herstellung iiiiiiii Verlag lessener nötiger Druckerei und Expedition 7 Schulstrasse 7. 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Ä:^»’ In ■** A« bet 1 ®äte h°bm unb Multen unb bat 'W«er frer»||HfleQ to,e Ur Erfahr^ Nbaw ^tgtaldjauetn «W einen scharfen 'Ek«tt tvpfinb. ^hs°hl» jetzt schon muvbeu n°ch Inge hrtht, bseMvohner senschaftlichea; Wege unb RegeuwLnteln artenmnflker hätten 'ontoni bestellt, um Stfachsen zu Ittel h«nd ber -M 6t« suchet unseres Tur- u KrTisermihsgung mb 3. Wagrnllchr Babetiaul ist nut 8 6 Uhr gebstukt. U 6 btt Agenten 6nl ot. «ntstchen relegryh-i e, vom Norbbmtschia ttagtz wohttieholtm in laatis-ell Zdtguj&] i, vom Norddeutscher jtne wo-lbe-eltm to 893. iiunii iuchbindere» Galvanoplastik- ** Herstellung \ von »lassen- lagen- Hing naterMl foännischen । i Bedarf. 1897er Fahrräder Benner'sche Bade Anstalt Empfehlungen. BMF* Erstes großes Badehaus. "TBC 4612 Heinrich Benner II Volle Pension Mk. 3.50 pro Tag. 4610 Proepeote etc. sendet gratis der Besitzer Heinrich Freund. Berger’s Mexico- 3561 1807 oo zu vermiethen. 4358 Robert Berger, Pössneck i. Th. 4189] Die von Herrn Fabrikant A. 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