I Wtgen, s 22 ^5% rew,b««Ä tt95" und 'Hinget «baden iäBs altbewährte Fabrikat und Inlaid in durch- >m. Mo. bet 1897. Hüberrate jolb^ jiri« 88S 108.« 2140 9W 1681 33Ü 1OÜJ ICO.® ooooooooo oh« ... wNW»** »*1 gdlJ no :> * 396j! j utib 1*^*5 AeMb. Ldl- ui DbL , h 19q6 100« 'dtSSätf KLsS"» Preislagen g ifou MMT o Seltersweg. jährigem Gebrauch Tinscht, achte genau ________________8443 iann | S j r in < möbeln, f olltt M l k-w. Ml I ******** Magen, m $«m Sauf ob« HW Nr. 242 Erstes Blatt Freitag de» 15. October R8T7 Der ♦teiener A«»eiger crschemt täglich, mit Ausnahme bei Montags. Die Gießener ^luHrteeOratftr werben dem Anzeiger »Lchenllich breimal beigelegU Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. viert egährigoe A6on»nneHtspceUi 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge, 2 Mark 50 Psg. Rfbactum, Expedition und Drucker«: KchutstrageZkr.T. KerniPrrchcr 51. Zlnrts- und Anzeigeblutt für den Tireis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu ber Nachmittags für ben folgenden Tag erscheinenden Nummer dis Sonn. 10 Uhr. Hraiisöeitage: Hießmer Kamitienölatter. Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehme» > Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" mtqtfw. Bo« de« Aufgabe« des Reichstages. Ob die Militärstrasgesetznovelle den nächsten Reichstag beschäftigen wird, darüber find sich bekanntlich die Gelehrten noch nicht einig. Wir wollen hier daS liebliche Spiel, welche» in der letzten Zeit wieder besonders lebhaft tu der Preffe betrieben worden ist, nicht forrsetzeu und die Frage ganz uu« erörtert lasten, ob die Vorlage dem Parlamente zugehen wird oder nicht. Halten wir un- vielmehr an diejenigen Gesetzes« projecte, von denen ziemlich ficher ist, daß sie zur Berathuug gelangen werden. DaS ist die Martnevorlage und der Ge- setzentwurf, welcher die Entschädigung unschuldig Berurtheilter regelt. Hebet die erstere ist bereits so viel Tinte verschrieben worden, daß e- überflüssig wäre, hier noch etwas dazu zu sagen, umsomehr, als alle bisher in der Preffe gebrachten Einzelheiten nach osficiöser Darlegung auf Bermuthungeu oder Eombtnatiou beruhen sollen, man also überhaupt noch nichts Definitives darüber weiß. Wir wollen die Angelegenheit demnach vorläufig aus sich beruhen laffen und uns der Erwartung hingeben, daß die Regierung ihre Pläne nur nach der LeistungSsähtgkeit des deutschen Volkes einrichten wird. Großes Interesse bringt man in weiten Kreisen dem Gesetzentwurf über die Entschädigung unschuldig Berurtheilter entgegen. Wir müssen gestehen, daß wir über die Meldung, die Regierung beabsichtige die Einbringung eines derartigen Gesetzentwurfs, überrascht waren, da mau sich an maßgebender Stelle bisher entschieden gegen eine Trennung der Frage der Entschädigung von der Frage der Einführung der Berufung ausgesprochen hatte. Und als nun in der letzten Reichstag-- lesfion die Justiznovelle wieder einmal gescheitert war, da ldurste man annehmen, daß auch die Entschädigung unschuldig Berurtheilter ad calendas graecas vertagt wordeu sei. Um ßo angenehmer wirkt die Entschließung der Regternng, welche mit ihrer Vorlage einem lange gehegten Wunsche de» deutschen Volke- nachgiebt. Denn die Forderung, den aus Grund einer RechtSirrthumS an Gesundheit und Eigeuthum Geschädigten den erlittenen Verlust in einer gesetzlich zu regelnden Weise zu ersetzen, ist schon so alt und wohl berechtigt. ES mag ja zugegeben werden, daß die Lösung der Frage eine sehr schwierige ist und sich nicht nach dem Schema F allein regeln läßt, aber alle Gesetzeutwürse, welche aus sozialpolitischem Gebiete auSgearbeitet werden, stoßen mehr oder weniger in ihrer Ausführung auf Schwierigkeiten. Unserer Ansicht nach darf überhaupt nicht die Entschädigung unschuldig Berurtheilter ganz schablonenmäßig in der Weise vorgenommen werden, -aß etwa für eine bestimmte Zett erlittener Gefängniß- oder fonsttger Strafe ein gewisser Betrag ausgesetzt wird. ES müßte eine mehrgliedrige, mit weitgehenden dtöcretionären Vollmachten auSgestattete Commission eingesetzt werden, welche jeden einzelnen Entschädigungsfall nach allen Richtungen hin eingehend zu prüfen haben würde. Eben so wie der Eine mehr oder weniger Schaden an seiner Gesundheit leidet, büßt der Andere in größerem oder geringerem Maße an seinem Eigenthum ein; vielfach wird Jemand für sein ganzes Leben die Nachtheile, welche ihm die Folgen einer Berurtheilung zu- gefügt haben, verspüren sowohl tn gesundheitlicher wie in wirthfchaftlicher Beziehung. Und daß schon Mancher anS Anlaß einer erlittenen Strafe finanziell vollständig ruinirt worden ist, kann als positiv hingestellr werden. Deßhalb hat jede Engherzigkeit bei der Beurtheilung der einzelnen Fälle zu unterbleiben, und was mau thut, thue man ganz. Dazu gehört freilich auch die Entschädigung der unschuldig in Untersuchungshaft Gewesen. Aber eS kann nicht verkannt werden, daß die Entscheidung über die Zulässigkeit einer solchen Entschädigung sehr schwierig ist und zu Mrß- bräuchen Anlaß geben kann. Deßhalb find wir damit einverstanden, wenn diese Frage vorläufig noch nicht auf die Tagesordnung gesetzt wird. Urberhaupt kann hierbei nicht verlangt werden, daß alle Diejenigen, über welche die Unter- fuchungShaft verhängt worden ist, nun auch einen Anspruch auf Entschädigung haben, wenn fie schließlich freigesprochen werden. Eine große Anzahl solcher Personen hat leicht- fertiger Weise die Haft über sich heraufbeschworen und scheidet dcßhalb von vornherein von einem Entschädigung-recht auS. Man darf annehmen, daß der neue Gesetzentwurf im Allgemeinen mit den betreffenden Bestimmungen der Justiz- Novelle Übereinstimmt, welche den Entschädigungsanspruch gesetzlich anerkannt wiffen wollte. Hoffentlich werden die Be- r nhungen nach dem Wiederzusammentritt deS Reichstages r.asch gefördert, so daß recht bald die von allen Seiten schmerz- lüch empfundene Lücke in unserer Gesetzgebung auSgefüllt werde. (xx) Arreste Wolffs telegraphische» Eorrefpovdmz-Bureaw Berlin, 13. October. Der Kaiser und die Kaiserin trafen heute Nachmittag 2 Uhr 40 Min. auf der Wildparkstation ein und begaben sich nach dem neuen Palais. Marseille, 13. October. Hier eingetroffene tongkingnefische Blätter berichten, daß daS einer Flußschifffahrtslinie gehörende Schiff »Raphael" in der Nähe von Naindinh infolge Zusammenstöße- mit einem chinesischen Fahrzeuge gesunken. Etwa 30 Personen seien ertrunken. Kopenhagen, 13. Oktober. Nansen, der heute hier angekommen «ft, äußerte über Andrv, eS sei kein Grund vorhanden, wegen deS Schicksals Andres Furcht zu hegen. Wahrscheinlich fei er in Nordfibirten herabgesttegen, um zu überwintern. Depeschen beS Bureau »Herold/ Berlin, 13. October. Die ordentliche Generalversammlung des soetaldemokrattschen WahlvereinS sür den vierten Berliner ReichStagswahlkreiS wurde gestern Abend polizeilich aufgelöst. Nachdem die Gegenstände der Tagesordnung erledigt waren, kam eS zu einer Debatte, in deren Verlauf der überwachende Beamte durch die AuSlaffungen eine» Redners sich veranlaßt fand, die Versammlung wegen Religionsschmähung aufzulöseu. Berlin, 13. Oktober. Wie die Abendblätter melden, wird der WirthschaftSauSschuß, welcher zur Vorbereitung der Handelsverträge eingesetzt werden soll, noch im Oktober einberufeu werden. Bis jetzt hat von den drei Interessen- Verbänden nur der deutsche LandwirthschastSrath seine Dele- girteu ernannt. Berlin, 13. Oktober. Zu der am Sonntag Vormittag in Gegenwart de« Kaisers stattfindenden Nagelung und Weihe der vom Kaiser den sämmtlichev Bataillonen der am 1. April d. I. neu errichteten Infanterie-Regimenter verliehenen Fahnen find der commandirende General und von jedem der neuen Regimenter eine Abordnung, bestehend andern Regimentskommandeur, einem Offizier und einem Unteroffizier nach Berlin befohlen worden. Berlin, 13. Oktober. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die schon erwähnte Confereuz der Ober- Postdirectoren wird im Reichspostamt morgen ihren Anfang nehmen. Die Berathnng wird fich ausschließlich auf dem Gebiete der Porto-Taris-Frage bewegen, für welche Seiten- des Publikums, insbesondere ans Kreisen deS Handels und der Industrie in der letzten Zeit Anregungen und Vorschläge erfolgt find. Falls diese Vorschläge zur Annahme gelangen, würde eS fich darum handeln, die dementsprechenden Aenderungen in den bisherigen Bestimmungen zu formuliren, um die erforderliche Vorlage an den Bundesrath und an den Reichstag vorzubereiten. Im Anschluß an die Arbeiten der Oberpoftdireciion werden im Laufe der nächsten Woche Vertreter der Handels- und der LaodwirthschastSkamwern im Reichspostamt zu einer Conferenz zusammentreten, um gutachtlich über postalische Angelegenheiten und Wünsche gehört zu werden. Personal-Reformen, die naturgemäß erst den Schlußstein bilden können, bleiben event. einer späteren Zeit Vorbehalten. Berlin, 18. Oktober. Wie die „Post" hört, begibt fich in diesen Tagen einer der Mitinhaber der bekannten Eisenbahnwagen-Fabrik van der Zypen L CHallier in Deutz nach China und Japan, um dort neue geschäftliche Verbindungen anzuknüpfen. Berlin, 13. Oktober. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat fich, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, heute Nachmittag in Begleitung des Finanzministers v. Miquel und des Botschafters v. Bülow zum Vortrag beim Kaiser inS neue PalatS begeben, wo dieselben, einer Einladung folgend, auch an der Abeudtafel theilnehmen werden. Berlin, 13. Oktober. Der im November fertig werdende Kreuzer „Victoria Luise" wird nach Beendigung der Probefahrten im Frühjahr 1898 in daS Ausland geben und zwar wird er der ostafiatischen Kreuzerdivifion als Flaggschiff beigegeben werden. Berlin, 13. October. Angeblich von zuverläsfiger Seite will die „Deutsche Warte" erfahren haben, daß die Entscheidung über die Militär-Strafproceß-Reform recht bald, wahrscheinlich schon vor dem Zusammentritt deS Reichstages fallen wird. Jedenfalls gilt, so schreibt daS Blatt weiter, jetzt als sicher, daß fie nicht bis nach den Neuwahlen zum Reichstage verschoben wird. Nom, 13. October. DaS Socialistenblatt „Avanti" erklärt, die Kaufleute haben tn ihren Kundgebungen eine Thorheit begangen, da ihnen besondere Wege offen standen, um ihren Wünschen Gehör zu verschaffen. Diejenigen aber, welche die Unordnung verschuldet haben, »hätten muthloS gehandelt, da fie der Reaction Vorschub leisteten. Die Social- demokraten seien frei von aller Schuld. Nom, 13. October. Die Eonserenz zwischen dem Ministerium und den Vertretern de- Handelsstandes soll heute stattfinden. Pari», 13. October. Wie aus Athen verlautet, hat daS Finanzproject Vincent- AnSficht auf Verwirklichung. Derselbe soll Vorschlägen, eine Anleihe von vier Millionen Psund sür die Zahlung der Kriegsentschädigung, eine weitere Anleihe von vier Millionen Pfund zur Deckung deS DeficitS, Tilgung der schwebenden Schuld und zu Bor- schüffen an die zurückgekehrten theffalischen Flüchtlinge. Petersburg, 13. October. Auf der Insel Oesei au der Küste von Estland entstanden Baueruunruhen infolge der Einführung der rusfischen Sprache. Militär mußte reqnirirt werden. ES kam zn Zusammenstößen, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Koustautiuopel, 18. Oktober. Der Commandant der albanefischen Wache im yldtz KtoSk, Arif Eff endt, hat fich erschossen. Berlin, 14. October. Wie daS „Berl. Tagebl." berichtet, ist dieser Tage in Kairo Salim Sardis, der Herausgeber der Zeitung „Muschir", wegen Beleidigung und Verleumdung deS deutschen Kaisers und de» Sultans zu einer Woche Gesängniß und 1OOO Piaster Geldstrafe verurtheilt und sofort verhaftet worden. WB. München, 14.October. Im FinanzanSschnsfe erklärte der Kriegsminister, die An-fchußberathnng zur Mili- tärstrafprozeßordnung fei im BundeSrath noch nicht abge- schloffen, die Berathnng im Plenum habe noch nicht statt- gefunden. Hinfichtlich der Gestaltung der Vorlage vertrat Bayern nachdrücklich die In der bisherigen bayerischen Strafprozeßordnung enthaltenen Grundsätze, insbesondere die Gerichtsorganisation, die Mündlichkeit und Oeffentlichkeit bei HauptverfahrenS. soweit diese Grundsätze durch Erfahrung erprobt; nicht minder trar die bayerische Regierung für die Wahrung der bayerischen Reservatcechte in vollem Umfange ein. Zu irgend einer Beunruhigung sei für Bayern fein Anlaß. Sollte eine gemeinsame Militärstrafprozeßordnung nicht zu Stande kämmen, so verbleibe eS in Bayern bei be« bestehenden Gesetz. Cotates unb ptoviniieOei. Gieße«, den 14. Oktober 1897. * * Empfang. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog empfingen am 13. October n. A. den Poftverwalter a. D. Stotz von Ltch. * • Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 13. l. Mts. den Steneraffeffor Heinrich Schäfer aus Gießen unter dem Vorbehalt der Regelung feiner Anciennetät für den Fall seiner Versetzung in den Localdienst der Steuerverwaltung zum Ministeriell- secretär bei dem Ministerium der Finanzen, den Ministerial- calculator bei der Buchhaltung des Ministerium» der Finanzen, Karl Lauckhardt, mit Wirkung vom Tage seines Dienst- antritt» an zum DiftrictSeinuehmer der DistrictSeinnrhmerei Fürth zu ernennen. • • Bon der Universität. Der außerordentliche Proseffor an der Landes-Universität Dr. Lothar Heffter hat eine« Ruf als etatsmäßiger außerordentlicher Profeffor an die Uni- verfität Bonn erhalten und wird demselben schon zum bevorstehenden Winter-Semester Folge leisten. * * Zweite Kammer. Wie von zuständiger Seite bem „Darmst. Tägl. Anz." mitgetheilt wird, ist ein Termin für den Zusammentritt der Zweiten Kammer noch nicht in Aussicht genommen. Voraussichtlich ist nach der Geschäftslage vor Mitte D.cember nicht daran zu denken. Ob bis dahin dem Landtage der Entwurf zu einem neuen Vermögens- stenergesetz vorgelegt ist, entzieht fich vorläufig der Beur- theiluug. Unrichtig ist die Angabe, daß der Finanzausschuß die Berathnng der Beamtengesetzvorlage verschoben habe. Er hat im Gegentheil bereit- in seiner Sitzung am 7. October eine erste Lesung de- Entwürfe» oorgenommen. Ebenso ist die Behauptung, daß der Finanzausschuß die weitere Behandlung dieser Vorlage von dem Ergedniß der Steuerreform, bezw. von der Zusage der Emführung einer Staats lotterte abhängig machen wolle, dahin zu berichtigen, daß dies btl jetzt ntcht beschlossen ist. *♦ Parlamentarisches. Die Abgg. Westernach er und Genoffen haben an Großh. Regierung das Ersuchen gc chtet, fich damit einverstanden erklären zu wollen, baß ein jäk licher dem LanbwirthschaftSrath zu überweisender Betrag von 30) Mk- -um Zwecke der Herausgabe vou periodisch erscheinenden Be- richten über die Lage der hessischen Laudwirthschaft in da» Staatsbudget eingestellt werde. Der Antrag entspreche eine« Antrag de» LandeSauSschusse» der landwtrthschaftlichen Vereine. Die Antragsteller halten die Herausgabe solcher etwa regel« mäßig alle fünf Jahre erscheinender, seither gänzlich fehlender Berichte für überaus uothwendig. Diese bisherige Lücke in der BereioSarbeit wird um so mehr empfunden, al» die float» ltche und vereiuSorgauifatorische Thätigkett und deren Maß« »ahmen zur Zett in starker Zunahme begriffen find und die Kenntnißvahme und BerÜckfichtigung des Geleisteten für die Borberathnng und die Inangriffnahme neuer Arbeiten unbe- dingt erforderlich ist. Hierbei aber gerade dürfte die Her» au-gabe genannter Berichte sehr förderlich fein. Die Heraus« gäbe genannter Berichte gebe zugleich dem Lande und Großh. Regierung Rechenschaft über die Verwendung der vom Staat für die Laudwirthschaft aufgewendeten Mittel. Sie bilde ferner ein «eist nicht zu unterfchätzendeS Mittel zu gegenseitiger Aneiferung in den Bestrebungen zur Förderung der Landwtrthschaft. •• Die Stenerauffeher deS GroßherzogthumS haben au die Zweite Kammer der Laudstäade die Bitte um Unterstützung ihre» Gesuchs um anderweitige Regulirung ihrer GehaltSverhältniffe gerichtet. *• Koc-oISki-Eoncert. Musikdirektor Heinrich Porg es in München schreibt 16. Oerober 1896 (Münchener Neueste Nachrichten). KoczalSkt spielte diesmal außer der „Sonate pathetiqne“ vou Beethoven nur Compofitiouen von Chopin. Zu diesem seinem großen Landsmann steht er in einem be« sonders intimen Berhältniß- seine R-productionSweise ist da in jeder Hinsicht congenial. In dem Momente, wo er eine Schöpfung Chopin» beginnt, scheint sich sein ganzes Wesen zu verwandeln- wir haben daun keinen Knaben mehr vor un», sondern sühlen uns von einer geradezu männlichen Leidenschaft und Kraft de» An-druckS berührt. Da- war sowohl in der Etüde in C-moll (aus Op. 10) wie in dem ersten Allegro de» ConcerreS in E der Fall. Die Wiedergabe des letzteren Stückes war übrigen» vom Anfang bi» zum Schluß eine Meisterleistung. KoczalSkt bewies darin eine bewunderSwerthe Gabe der Judividualisirung. Wie feelenvoll spielte er die schwärmerisch-zarten Melodien, mit welch' jovialem Humor da» Thema deS Schluß-RondoS! Die verwickeltsten technischen Schwierigkeiten überwand er mit größter Leichtigkeit und dabei verstand er eS, das Paffagewerk nicht nur mit durchsichtiger Klarheit, sondern mit innerlich durchgeistigter Form- gestaltung zu verkörpern. •*H. btadttheater. ES ist erfreulich, daß in der Hoch- fluth der erscheinenden neueren Lustspiel-Erzeugnisse sich mitunter eines findet, da» zu sehen und zu hören wirklich Genuß bereitet und sich nicht in der Sphäre de» Abgeschmackten, Absurden und Trivialen breit macht. Ein solch gutes OpuS, das auf da» eben Angeführte vollen Anspruch machen darf, wurde uns gestern Abend in dem Lustspiel „Rosenkranz und Güldensteru", dessen Dersaffer ein Herr Michael Klapp ist, geboten. Die Handlung bafirt auf dem guten Ton der besseren Gesellschaft, ist fein in Anlage und Durchführung, gute, witzige Einfälle und eine wirksam angelegte Situationskomik geben Anlaß, fich dabei bestens zu awüfireu. Einige Scenen erzielten eine äußerst belustigende Wirkung. Der Jahalt de» Stücke» ist kurz folgender: Fürst v. Lieben- stein sendet feinen Sohu Graf Ernst auf Reifen, damit dieser weltmännisch, kavaliermäßig sich auSbilde, „seinen Roman" erleben und dadurch da» eavoir-vivre studtren möge. Der zum Reisebegleiter de» Grasen angenommene Barou Rosenkranz erhält vom Fürsten eine Instruction sür vorkommende Reisezufälltgkeiten- zugleich wird bestimmt, daß der junge Graf incoguito die Welt sehen soll. Barou Rosenkranz hat nun den Einfall, feinen Schutzbefohlenen unter dem Namen Güldensteru vorzustellen, wa« acceptirt wurde. Beide gehen nun aus Reisen, und in der Schweiz, in einem Hotel am Vierwaldstädtersee, erlebt nicht nur der junge Graf alias Güldenstern, sondern auch Rosenkranz seinen Roman. Ersterer verliebt fich gegen die Instruction seines Vaters in eine Bürgerliche, in die Enkelin Bilma des dort anwesenden SanitätSrathS Düring, letzterer (Rosenkranz) tu die Tochter der Gräfin Kienborn, Clariffe. Die Handlung erreicht ihren Höhe- und Schluhpuukt in der Erscheinung deS ankommenden Fürsten, der, nach Aufkärung vorkommender Verwechslungen, seine Zustimmung zur Verbindung der fich Liebenden giebt, zumal er erfährt, daß die Geliebte seines Sohne» ihm nahe verwandt ist. Dazwischen spielen als dort anwesende Ver- goügungSreiseude ein sächsischer Rittergutsbesitzer, ein jüdischer Bankier mit Sohn, sowie ein Engländer recht ergötzliche Nollen. — Gespielt wurde flott und liebenswürdig. Die Herren Boehm (Gras Ernst) und Janson (Baron Rosenkranz) führten ihre nett gezeichneten Ltebhaberrollen elegant »nd ansprechend durch. Wohlgelungen war die Wieder- »ade deS auch vom Verfasser gut gezeichneten Fürsten Sieben« stein durch Herrn Liebscher- sein Spiel war bi» in die Detail» vortrefflich. Herr Dtrector Helm entfaltete als sächsischer RittergutSbefitzer Schmählich ersrischenden Humor- die Herren Doser und Fellner als Sanftlebeu und Sohn, sowie Herr Albrecht (Oberkellner Charles) wirkten gleich« fall» verdienstlich durch ihre gut gegebenen Rollen. Von den Damen zeichnete sich Frau Director Kruse (Gräfin Kien- born), sowie Frl. Marlosf (Clariffe) und Frl. Biotti (Bilma) durch gutes Spiel au»- namentlich konnte Frl. Biotti diesmal durch lebhaftere» Spiel befriedigen, noch mehr Hebung, mehr Natürlichkeit und ihre Leistungen werden zu- friedenstellev. — Der Besuch war ein guter, der Beifall jedoch mäßig, nicht so wie er diesem seinen Lustspiel verdienter« »aßen hätte zu Thetl werden müflen, oder sollte der Ge- schmack de» Publikum» durch manch „gewürztere»" aber fad- gedankenlose» Poffen- und Lustspiel-Machwerk verloren haben? Sine Wiederholung diese» guten Lustspiel» ist immerhin e«pfehlen»werth. — Man schreibt un»: Da» Acetylen-SaS-Licht. welche» von Fachleuten und Gelehrten mit Recht „da» Licht der Zu« kunft" genannt wird, hat nun auch hier seinen Einzug gehalten. Ja dem Anwesen der Herren Heimer & Comp., Bleichstraße 2, ist seit einigen Wochen diese neue Beleuchtung»- art eingeführt und hat fich in jeder Beziehung bewährt. Die Leuchtkraft deS neuen Gase» ist eine geradezu großartige- soll solche doch die deS elektrischen Lichte» noch 37, mal Übertreffen. Aber nicht nur durch seine csloffale Leuchtkraft zeichnet fich da» Acetylen aus, auch an Billigkeit kommt demselben keine andere BeleuchtungSart gleich. Bon den Gegnern be» neuen Gases wird demselben große Gefährlichkeit vorgeworfen, aber mit Unrecht. Gefährlich ist Acetylen nur bet einem Drucke von drei Atmosphären, aber auch da lediglich bei leichtsinniger Handhabung. Der hier aufgestellte Apparat arbeitet jedoch noch nicht einmal mit 7io Atmosphäre Druck, eine Explosionsgefahr ist somit ausgeschlossen. Giftstoffe enthält das Acetylen-Ga» nach dem Gutachten bedeutender Fachgelehrten fast gar keine und ist dasselbe daher weniger gesundheitsgefährlich, wie SteinkohlengaS. Jedenfalls dürste fich da» neue Licht vermöge feiner Helle, der Billigkeit, deS gefahrlosen und einfachen Betriebes schnell einbürgern, da» Petroleum und da» Steinkohlen-Ga» allmählch verdrängen, sowie auch dem electrtschen Lichte erfolgreich Concnrrenz machen. Jntereffenten ist die Befichttgung der Acethlen-GaS« Anlage, Bleichstraße 2, jederzeit gestattet. ** Vom DunSderg. Nachdem auf dem DÜnSberg das dort zum Zwecke der LandeSvermeffung anfgefchlagene Holzgerüst entbehrlich geworden, hat da» preuß'fche Ministerium auf einen Antrag der Sektion Gießen de» deutsch-österreichischen Alpenverein» seine Zustimmung zur Errichtung eine» festen AuSfichtSthurmeS an dieser Stelle ertheilt. ** Die nächste Schlnßprnfnng der Candidaten der evangelischen Theologie wird Montag den 31. Januar 1898, Vormittag» 9 Uhr, in den Amtsräuwen Großh. Ober- confiftorium» (Neckarstraße 1 zu Darmstadt) beginnen. Zu derselben werden nur diejenigen Candidaten zugelaffen, welche fich hierzu nach Maßgabe de» Artikel» 6 der Verordnung bnm 18. Januar 1834 angemeldet und ihre Probearbeiten tn genügender Weise, und zwar, soweit nicht ausdrücklich etwas andere» bestimmt worden ist, spätesten» drei Wochen vor Beginn der Prüfung eingeliefert haben. Dem Gesuch um Zulassung ist eine in deutscher Sprache ausgearbeitete Darstellung des Lebenslauf» und Studiengangs der fich an« meldenden Candidaten beizuschließen. *♦ Ausübung deS HnfbefchlagS. Die Berechtigung, da» Hufbeschlaggewerbe ohne weitere Prüfung selbstständig auSzuüben, haben erlangt: Karl Beck in Gelnhaar, Philipp Jakob Btllau in Nordheim, Johann Adam Ewig in Schöllenbach, Konrad Wilhelm Hammel in Frankfurt a. M., Johann Heimer in Fürfeld, Jakob Johann Hofmann in Wallertheim, Leonhard Keil in Steinau, Kreis Dieburg, Christian Langsdorf in Bad Nauheim, Georg Heinrich Meyer in Reinheim, Johann Friedrich Müller in Ober-Widdersheim, Konrad Müller in Bermuthshain, Johann Georg Pfeiffer in Butzbach, Peter Selb in Hühnlein, Peter Zopf in Hornbach. *• Zur Warnung. DieCtrculation fremdländischer Münzen ist im Reich bekanntlich durch Reichsgesetz verboten. Dadurch hat fich eine gewisse Sorglosigkeit im Geld- verkehr entwickelt, die von Gaunern, wie e» scheint, häufig zu betrügerischen Manipulationen ausgenutzt wird. So find uns au» den letzten Tagen drei Fälle bekannt geworden, daß ein holländischer Gulden, eine Nickelmedaille einer schweizerischen Ausstellung und eine griechische Münze als Zwei-, bezw. Einmarkstücke ausgegeben und zum Schaden der Empfänger an den Mann gebracht wurden. Zur Warnung fei auf diese Vorkomwniffe aufmerksam gemacht. ** Wetterbericht, lieber Centraleuropa hat der Luftdruck neuerdings etwas zugenommen und wurde damit die südliche Grenze der von Norden her sich ausbreitenden Depression wieder zurückgedrängt. Dagegen ist im Südwesteu Irlands das Barometer erheblich gefallen und dortselbst ein neues Minimum im Anzuge. Dasselbe steht bereit» mit dem noch über Skandinavien liegenden in Verbindung, während letzteres seine Stelle seit gestern so ziemlich betbehalten hat. — Voraussichtliche Witterung: Unbeständige», aber mildes Wetter. Lanbach, 8. October. Au» dem Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O. wird ein Postcuriofum gemeldet, wonach die Postbeförderung zwischen zwei etwa drei Kilometer entfernten Ortschaften einen Weg von ca. 50 Kilometer einschlügt. Zwischen hier und Lauter resp. Grünberg besteht ein ähnliches Derhältniß. Die Postlinie von hier über Hungen und Gießen dorthin beträgt nahezu 60 Kilometer bei einer bincten Entfernung von vier bezw. fünf Kilometer. Ein Brief, der nach 6 Uhr Nachmittag» hier aufgegeben wird, gelangt am anderen Nachmittag in Grünberg, später noch in Lauter an. ES ist die Beantwortung eines Briefes aus Frankfurt ober Darmstadt eher möglich, als aus den obigen etwa eine Stunde von hier entfernten Ortschaften. AlSfeld, 11. October. Aus der heute stattgefundenen Wahl des zweiten Beigeordneten ging Herr Ernst Wenzel, Kaufmann, als gewählt hervor. Weinheim e. v., 12. October. Ein 18jähriger junger Mann Namen» Wiedenmaier, der mit einem geladenen Revolver spielte, schoß seine 16jährige Schwester in den Kopf, daß sie sofort tobt zusammenstürzte. Der unglückliche Schütze wurde verhaftet. GernShel«, 12. October. Soeben 7,6 Uhr war ich Zeuge eine» schauerlichen Ereignisse». Ich stand am rechten Ufer deS Rhein» bei der Fähre. Al» diese ihre Tour hinüber Halbwegs gemacht hatte, erhob die Mannschaft darauf plötzlich ein furchtbar laute» Rufen. Am jenseittgen User sah ich darauf, wie dort auf dem mit starkem Gefälle nach dem Rhein herabführenden gepflasterten Wege ein zwei- spännige» Fuhrwerk, da» mit zwei großen mostgefüllten Fässern beladen war, fich rasch nach dem dort ca. 6 Meter tiefen Wasser bewegte. Immer rascher rollte da» Fuhrwerk, die Pferde konnten mit aller Macht den Wagen nicht «ehr einhalten, fe laut jetzt der Fuhrmann, der wohl vorher gc- schlafen harte, sein „Hü" rief. Mit Schrecken sah ich jetzt^ wie die Pserde sammt Fuhrmann und Wogen in die Tiefe sanken. Eine Zeit lang noch wehrten sich die Pferde im Wasser- mit erhobenem Kopf sah ich sie kämpfen, dann war Alle» verschwunden. Der Bruder de» Gesunkenen, der mit einem anderen Fuhrwerk oben an der Böschung hielt, lies mit Jammern an die Landungsstelle der Fähre, wo da» Unglück fich ereignete. Nach Angabe der dort gerade anweienden hiesigen Einwohner soll der Verunglückte au» BenSheim sein. (N. H. B.) * Neingefallen. Am Schalter eine» Casseler Post- amte» erlaubte fich dieser Tage ein junger Mann einen Witz, der jedoch zu Ungunsten de» Spaßmachers ausgefallen ist. Der junge Manu hatte von seinen Eltern einen größeren Geldbetrag Übersandt erhalten zur Begleichung seiner hier eingegangenen Verpflichtungen, flufl Freude Über bte Ankunft deS Gelbe» wurde ein Gehöriger hinter die Binde gegossen und dann der Entschluß gefaßt, die erwähmen Postbeamten dadurch in Verlegenheit zu bringen, daß der junge Mann an den Schalter trat, und 7000 Dreipfennig.Marken verlangte. Anstatt das erwartete Bedauern, daß so viel nicht da wären, zu hören, stand der Beamte auf und holte die verlangten Marken. Wohl ober Übel mußte ter Spaßmacher mit ben Marken abziehen, trotz be» abgelegten Geständnisse», daß er einen Scherz sich erlaubt habe. • Frankfurt a. DL, 11. Oktober. Der Verwaltung»- rath be» Zoologischen Garten» hat den oberen städtischen Behörden seinen HauShaltplan für 1898 eingereicht. Die Einnahmen find veranschlagt auf 218,100 Mk. und zwar: Abonnements 80,000 Mk., Tageskarten 100.000 Mk., Pachtgelder 5080 Mk., Wein- und Biernutzen 10,500 Mk., Vermiethungen 6500 Mk., verschiedene Einnahmen 2520 ML, Zinsen 1500 Mk., Aquarium 7000 Mk., Thierverkäufe 5000 Mk. Die Ausgaben beziffern sich in gleicher Höhe und setzen fich au» folgenden Posten zusammen: Gehälter 38,700 Mk., Fütterung 50,000 Mk., Mufik 44,300 Mk. Heizung 7000 Mk., Beleuchtung 1000 ML, Wasserversorgung 6500 ML, Unterhaltung deS Garten» 7200 ML, Unterhaltung der Gebäude 25,000 ML, Drucksachen 3000 Mk. Inserate 2000 ML, Versicherungen 2600 ML, Allgemeine Unkosten 8000 Mk., Aquarium 6000 ML, Ankauf von Thieren 15,000 ML, Unterstützungen 500 ML, zusammen 218,100 Mk. * Frankfurt a. M., 12. Oktober. Die Stadtverordneten beriethen heute die neue Lehrer-GehaltSorduung und fetzten ein Grundgehalt für endgültig angefteQte Elementarlehrer von 1800 ML, für Lehrerinnen von 1500 Mk. fefl, wogegen der Magistrat 1600 Mk. und 1400 Mk. festgesetzt hatte. * In Frankfurt a. M. finden in diesem Jehre zum erfteu Male noch große Pferderennen statt und zwar kommen am 17. und 24. Oktober zusammen 80000 Mk. an Preisen zur Dertheilung. An jedem Tag werden sieben Rennen, darunter zwei große Steeple-Chase» gelaufen, sodaß da» Programm ein sehr schöne» ist. Die Anmeldungen für die Rennen find, wie bei den großen Preisen nicht ander» zu erwarten gewesen, sehr zahlreich elngelaufen, tn»gefammt 291 für die 14 Rennen, sodaß auf eine vorzügliche Betheiligun» und einen spannenden Verlauf der einzelnen Loncurrenzen sicher gerechnet werden kann. Die Rennen beginnen schon um 7,2 Uhr. Hanau, 5. Oktober. In diesen Tagen übersandte der Dbercommanbeur der bayerischen Truppen während der verflossenen großen Manöver, Prinz Leopold von Bayern, dem ersten Pfarrer Baumann in dem benachbarten Städtchen Win decken, bei dem er Quartier genommen, al» Zeichen der Dankbarkeit für erwiesene gastliche Ausnahme fern Btldniß mit eigenhändiger Namensunterfchrift. In gleicher Weise bezeigte auch Graf Häscler demselben Quartiergeber seine Dankbarkeit. e Die Taufrede für den „Kaiser Friedrich", welche Fräulein Albrecht am 5. d. Mts. in Danzig beim Stapellanf be» prächtigen Schnelldampfer» be» Nordbeutschen Lloydt hielt, war von Arthur Fitger verfaßt unb verdient ihrer Form und ihre» Inhalt» Halder die wörtliche Wiedergabe: Kaiser Friedrich! Welches Herz schlüge nicht höher bei diesem Namen? Glorie ringsum! Aber Glorie, verhüllt von tiefen schwarzen Trauerschleiern! Zu früh mußte die Hand, die kaum da» Schwert mit dem Scepter vertauscht hatte, in Staub finken. Zu früh für unfern Begehr. Lauge genug aber ist der Held seine Bahn dahingewandelt, um unauslöschlichen Danke» sicher zu sein. Und seinen Namen sollst Du nun hinfort tragen, Du mächtige» Schiff. Seinen Namen sollst Du durch die Meere führen, schwimmende EiSgedirge der Pole kreuzend. De» sei gewiß, wohin auch da» Steuer Dich lenke, feil Ruhm ist auf AdlerSgefitder längst Dir voran»geflogen. Aber da ich die Hand erhebe, Dich mit deutschem Schaumwein feierlich nach altem Brauche taufend zu benetzen, fühl ich mit ehrfurchtsvollem Schauer, wie unauSforschliche Schicksal»« göttinneu Dir den Faden Deine» Geschicke« spinnen. Kaiser Friedrich! Ausgerüstet mit Alle«, was Menscheusorge vermag, stark und schön, wirst Du streben, Deinen erlauchten Namen zu verdienen, zu werden unter den Schiffen, was er war unter den Männern. Erwirb Dir Fülle deS Danke», wie er sie erworben. Gleiche ihm an Kraft und Sieghaftigkeit und minder eng als fie ihm gefetzt wurde, fetze Dir da» Glück feine Schranke- Und wie tn Gnaden fich heute zu Dir da» Haupt heruiederneigt, da» die herrlichste trägt und die hehrste aller Erdenkronen, so wenden hinfort die himmlischen Gestirne ihr "^1 bt ‘SÄ?* i» !? 8a«m i*it fit <‘ tt.fr J fi' freut, ,t! *• 1! *« ■tfr ÄS *• tajÄ' h ha'Ä ’,'£>" ft , vkkudr über b., i «» hmn Ht Bhtbt^ 6 ' il! «Uten $,ft. Ä"' ‘«6 d.' jun, A “n'«< ‘«6 i. »1,1 "d-> BU§tc btI gL «»4 d.» abgelegten ®i w erlaubt habe. i6‘l Der Verwaltuuzl , N bm oberen st8bl». °° ^J898 !to9er. Dir Siabmtoibntiu. SrhaltSordnullg nnb tlg angtfW tomai- antn oon 1500 SW. sest, nnb 1400 SW. ftftgtlW SiesmIebre zom trfttn statt und zwar lotamvo. LOW M. w W wAiä Den Mnvu, tl yMttii ivbatz btf Dir telbungw, für ölt n greifen nicht anbei« in Ivgrlauseu, inlgefamnit 291 ie vorzüglich! Schili^l >er einzelnen Soncumnnfi Dir Rrnaen beginnen IN i esm Tagen übersanbie bei Truppen vrhienb bei w- Leopold 6od Wfo w* m bruachdarm W» er genommen, all Mj Me Ausnahme feto®M * Ä“‘ ■«äst ?,«»>» «*j5 tze Miebrrgabe: d'-i« -«1P5 !’ In Staut fi«11’- r zu still' gen, v " * '11 „ Dir da» b» % segoeudeS Antlitz auf Dich. Diesen Segenswunsch send ich für Dich empor. Und also ruf ich Dich nun und nenne zuerst Dich bei Kanten. Kaiser Friedrich! Der schwankenden, wechfelndeu Woge gehörest Du nun on, aber Über Dir walte «immer schwankend noch wechselnd der Segen Gottes. Fahre hin! * Andernach, 13. Oktober. Ja dem benachbarten Kruft schüttete ein Mädchen beim Feueranzündea Petroleum in die Glueh, die Kanne rxplodirte und baß Mädchen verbrannte. Die vom Felde heimkehrenden Eltern fanden die verkohlte Leiche ihres Kindes. • Iabilaen. In dem Kirchdorf Dinker bei Soest trifft der gewiß sehr seltene Fall zu, daß fich seit 200 Jahren das Amt des GemetndelehrerS, des Küsters und Organisten von dem Bater auf den Sohn vererbt hat. Die Lehrerfamilir Dahlhof ist während der 200jährigen Wirksamkeit ganz eng mit der Gemeinde verwachsen und ihr lieb und werth geworden. Der jetzige Inhaber der Stelle, Friedrich Dahl- Hof, feierte kürzlich sein 25 jähriges Dieostjubtlaum, das von der ganzen Gemeinde festlich begangen wurde. * Dromberg, 13. Oktober. Das Schwurgericht der« nrtheilte heute den Arbeiter Monka aus Ltschkowo zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe. Monka hatte am 30. Juni KachtS ein Etnwohnerhaus in Ltschkowo vorsätzlich ange- jzündet. Da» HauS brannte nieder und acht Personen kamen in den Flammen um. * Leipzig, 12. Oktober. Heute Abend wurde hier ein "Raubmord an einer 76jährigen Dame verübt- der 23jährtge Mörder ist entflohen. * Der Zu, nach der Großstadt. Wie groß trotz der eindringlichsten Warnungen dennoch der Zuzug junger Mädchen vach Berlin ist, welche dort als Dienstmädchen Stellung Suchen wollen, dürfte die Thatsache beweisen, daß fich in Einem am SamStag von Dtrschau ankommenden Zuge nicht weniger als 105 solcher stellungsuchenden Mädchen befanden. * Aufsatz einer Zehnjährigen über das Baby. Offenbar nach dem Muster des berühmten Polackenaufsatzes über den »Katz" ist nachstehender Aufsatz einer Zehnjährigen ge> urbeitet, der sich in folgender ungemein belehrender Weise über die BabteS verbreitet: „Die Babies find die kleinsten Menschen, die es giebt. Bet uns giebt eS immer eins und »venu das anfangt zu laufen, kommt ein anderes und dann ist das das Baby. In unserer Straße sind sehr viele BabteS. In jede» HauS eins und jetzt der Sonn scheint kommen alle auf die Straß und da sieht man erst, wie viel da sind. In rnanchen Babywagen fitzen zwei BabteS, eins mit dem Kopp hin, das andere mit dem Kopp her — diese heißt inan Zwillinge und sehen so ähnlich, daß wenn man lins fieht, meint man eS ist das andere. Die Babies find sehr lieb und gut wenn fie schlafen. Wenn man fie aber wascht oder fie bei der Nacht aufwecken, dann schreien fie und man muß mit ihnen hin und hergehen und fie schilt« rein und zu ihnen fingen. Wenn man fie aber nicht schreien läßt, dann schreien fie noch mehr. Jedes war einmal ein Baby. Großpapa auch, er hat aber damals nicht so auS- Aeseheu wie jetzt: Keine Haare hat er schon gehabt, aber weißen Bart nicht, so sagt meine Mama, die ihn damals ßchon gekannt hat. Die BabteS haben keine Zähne und nichts anders im Mund wie den Daum. Woher die BabteS kommen, weiß man nicht ganz sicher. Einer sagt, der Storch bringt fie und der andere sagt die Frau Müllern. ♦ Wie man ein Vermögen von 12 Millionen Dollars in 25 Jahren durchbringen kann, hat Parker Corning in New-Aork vor der zuständigen Behörde erzählt, um klar zu machen, daß daS von seinem Bater EraSmuS Corning hinterlaffene Vermögen nicht 81000 Dollars betrage. Der Gründer deS Hauses und Vater von EraSmuS Corning hatte im Cisengeschäft ein großes Vermögen zusammengebrawt, allein der Sohn, der zu Anfang der fiebziger Jahre zwölf Millionen Dollars erbte, brachte davon in fünf Jahren drei Millionen Dollars durch. Er gab Feste, wie man fie noch nicht gesehen batte, hielt einen großen Rennstall, schaffte sich eine Collection Orchideen an, die allein eine Million Dollar kostete, und gab auch viel Geld für Politik auS. Bei seiner zweiten Hetrath vermachte er seiner Frau eine Million Dollar und verschleuderte immer mehr Geld, so daß er am 29. August d. I verdältntßmäßig atm starb. Schrffsirachr*tchten. — Der Postdampfer „Kensington" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 11. Oktober wohlbehalten in Newyork angekommen. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Laos und I. M. Schulhof. Bremen, 13. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer München, Capt. W. Kuhlmann, vom Norddeutscher Lloyd in Bremen, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. Bremen, 13. Oktober. sPer transatlantischen Telegraph! Der Postdampfer Ellen Rtckmers, Capt. R Heintze, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr Vormittags wohlbehalten ir. Baltimore angekommen. Citeraitu? unb Aunsr. — Theodor Storms sLmmttiche Werke, Neue Ausgabe, erschienen nunmehr im Verlage von George Westermann, Braunschweig und stellen die gesammten zu einem Körper vereinigten Dichtungen in acht Bänden dar. Den Bänden werden acht Illustrationen, und zwar vier Portraits deS Dichters in verschiedenen Lebensaltern und vier Ansichten seiner Heimstätten, beigegeben, so daß jeder Band eine Illustration enthalten wird. Die Neue Ausgabe, die trotz ihres billigen Preises in würdiger Weise auSgestattet ist, soll zunächst in Lieferungen crfcheinen, um jedem Freund deS Dichters die Anschaffung zu erleichtern. Die Verlagshandlung hofft, daß der billige Preis und die bequeme Art deS Bezuges dieser Neuen Ausgabe die weiteste Verbrettung verschaffen und die Zahl Derjenigen vermehren werden, die in Theodor Storm einen lieben Hausfreund verehren. Dann wird sich erfüllen, was Prof. Dr, Erich Schmidt in Berlin, der dem Dichter in jahrelanger Freundschaft nahe gestanden hat, in dem Nachruf, den er nach Storms Tode veröffentlichte, ausspricht: „In seinen Werken bleibt Storm lebendig, lebendig auch für die Kommenden, die lesen werden, was er Liebes, Gutes, Großes vor Zeiten geschrieben bat." — Als Vorbote deS neuen Jahres und zugleich als ein dankbares, wohlfeiles Weihnachtsgeschenk hat sich der Daheim-Kalende* auf das Jahr 1898 (Verlag von Velhagen & Klasing in Bielefeld und Leipzig) wiederum eingestellt, ein vornehm ausgefiatteter, indaltreicher und schön illustrirter Kalender. Neben dem, was ein Kalender bringen muß, bietet der Daheim Kalender in sorgfältigster Auswahl nur Gediegenes zur Unterhaltung, Anregung und Belehrung. Eine anmuthige, hübsch illustrtrie Familiengeschichte hat H. Denartus „Die meteorologische Station" überschrieben, B. Schulze« Schmidt ist mit einer köstlichen Sommerferien-Novellette „Monas Liebesgeschichte" vertreten, die O. Gerlach frisch illustrirt bat. Ein treffliches Lebensbild d's Präsidenten der Südafrikanischen Republik, Paul Krüger, von A. Merenski, ein kleines Handbuch der deutschen Colonien, eine mit trefflichen Porträts versehene „Todtenschau", ein eigener „Frauen Kalender" mit Handarbeiten, praktischen Abhandlungen und Hauspoefie, schöne Holzschnitt- und Farbendruckbildcr vervollständigen den Inhalt des vornehmen Kalender«, der sich in seinem freundlichen, soliden Einbande auch äußerlich vorthetlha't einführt. Universität»»Nachrichten. Breslau, 13. Oktober. Der Direktor deS physiologische» Instituts an der hiesigen Universität, Geheimer Medicinalrath Pro- feffor Rudolf Heidenhain ist gestorben. voiresmrull in der Synagoge Samstag den 16. Oktober 1897. Borabend 5» Uhr, Morgen« 8» Uhr, Nachmittags 4 Uh, SabbathauSgang 615 Uhr. Verkehr, Catifc* tinO VoUswinyschaff 13 Oktober. Fruchtmarkt. Roth er Wetze, X 16,83, weißer Weizen X 00.00, Korn X 11.39, Gerste X JO 18, Haier x 6.67. Mlht dn blinde Infall rntfdjeiöet bei der »Lotterie der VII. Anteruatiorrale« KvnA,««S« stellung Mönchen", sondern eS entfällt auf Grund des überaus günstigen Gewinnplanes auf je 10 forttaufende LooSnummer« mindestens 1 Treffer (garantirt) Die Lotterie enthält 20,000 Treffer auf 200,000 Loose ä 1 Mark, darunter große Haupt gewinne, im Wertbe von 15,000 Mk., 10 000 Mk«, 5000 Mk«, 8000 Mk., 2000 Mk«, 1800 Mk , 1500 Mk. ie. Loose sind zu haben in allen größeren Loosgeschäften. DaS unterzeichnete Bureau versendet a) gegen Einsendung von 10 Mark — 10 fortlaufende ^LooSnummer« mit mindestens 1 Treffer (garantirt), b) gegen Einsendung von 20 Mark — 21 fort laufende LooSnummern (l FreilooS) mit mindestens 2 Treffer« (garantirt), c) einzelne Loose gege« Gtnsend««g von ä 1 Mark. 8^ Ziehuna am 15. November 1897. Für Francozusendung (bis zu 10 Loosen in Deutschland 10 Pfennig — Ausland 20 Pfennig) Porto erbeten. Wird die LooS, Sendung ,Si«geschrieben" gewünscht, so sind fernere 20 Pfennig — für francirte Zusendung der Ziehungsliste sofort nach der Ziehung weitere 20 Pfennig beizufügen. Ausführlicher Prospekt mit Gewinnplan auf Wunsch gratis und franko. DaS Lotteriebureo« der VII. Jäter«. «uustauSflevurrg München, im KSaigl. GlaSpalast. 9316 — LebenSverstcherungS - Gesellschaft r« Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). Es sind vom 1. Januar bis Ende September 1897 4669 Versicherungen über 37345000 Mk. beantragt worden, 1 673 250 Mk. mehr als im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 620 Mitglieder, die mit 4 367 150 Mk. versichert waren. Der Versicherungsbestand stellte sich Ende September 1897 aus 68 489 Personen mit 504 Millionen Mark Versicherungssumme, das Vermögen auf 155 Millionen Mark. Für fällig gewordene Versicherungssummen sind bis jetzt ausgezahlt 105 Millionen Mark, als Dividenden an die Versicherten gewährt 52 Millionen Mark; Dioidenden- reserven in Höhe von 24 Millionen Mark liegen zur weiteren Vertheilung an die Versicherten bereit. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42pCt. der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem V/8p6t der Summe der gezahlten Zusatzprämien. ^yers Konversations - Lexikon (auch in Umtausch gegen älter« Werke) sowie alle andern Bücher im in guter Lage zu miethen gesucht. Off. mit PreiSaugah^ an die Expedition d- Bl. unter 9663 erbeten 9553 Die besten | gebrauchsfertigcnextralaHartkopt Glühkörper direct aus der Glühstrumpffabrik von Paul E. 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