ien !;W kommen a * n'n -2. 1IM9 «» ©taub l'e geschlossen. Gustav Jenner. likoff. zu ,König Stephan*. rbegleituDg. - s) Ru. '■ - 4) Cui: op. 25, mit ClarierbegleituDg, 9. Carnerakomain, ik, nichtnummerirte •t’echei Unheriitits- len ebendaselbst ent- 11297 Putzpomade Mtrad in., Leipzig, den schönsten, en txlani, tall nicht an, de Patipomade ufacbten ron deten Chemikern troffen Eigeoechatten'. haben1_____J? sch 1.50 per Mer ' 2.50 , - " 11130 nsteia, nt 43.__— chMM lappen- --- .kauf »«*s Sffl»** SaV»l>V^ 11298 »D. 8^6" uwa*11 yfeabeie' P8' jWr. 293 Eiweitcs Blatt. DirnStag dm 14. Deiember 189? Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener D-smtrienvtätter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljährig«» AvouncmealsprelS5 2 Mark 20 Psg. trti Lringerlohn. Durch die Post bezoger 2 Mark 50 Psg. Webaction, TxpediNa» und Druckerei: Kchntstratze Ar.A> Fernsprecher 5L Anrts- nnd AnZeigeblcrtt für den Uveis Gieszeir. Hratisöeikage: Hießener Aamilienbtätter tlw" —...----- ------7=rrr Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. Alle Lnnoncen-Burcaux deS In» und Auslandes nehme» I Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeh». 2lmtlid?er TheiU Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat November 1897 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 15,80, Heu Mk. 6,60, Stroh Mk. 4,30. Gießen, den 11. December 1897. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen, v. (Sagern. Bekanntmachung. Nachstehehend abgedruckle Mtttheilung der König!. Verwaltung der Armee Conserven-Fabrik zu Mainz wird hierdurch zur Kenntniß der H-rren Vereinsmitglieder unter dem Ersuchen gebracht, dem Unterzeichneten bis zum 20. d. M. gefälligst mittheilen zu wollen, ob sie bereit sind, Hülsenfrüchte und in welcher Menge und zu welchem Preise an die König!. Verwaltung zu Mainz zu liefern. Gießen, den 9. December 1897. Der Dtrector des landw. BezirkSoereius Gießen. C. Jost, RegirrungSrath t. P. Mainz, den 30. November 1897. ES wird ergebens! ersucht, den Mitgliedern des dortigen ÄSezirkSvereinS sehr gefälligst bekannt geben zu wollen, daß wir bi- auf Weiteres Abnehmer für gut gereinigte bezw. such unverlesene gelbe Erbsen, weiße Rund- und Langbohnen sowie Mtttellinseu au- der neuen Ernte sind. Etwaige Angebote und Lieferungen der Producenten werden entweder direct von uns oder durch Vermittelung des nächstgelegenen Proviantamtes entgegengenommen, dessen Mitwirkung auf Wunsch auch bei Zufertigung der Sendungen tu Anspruch genommen werden kann. Die Angebote müffen Angaben über bie Art der anzustellenden Hülsenfrüchte, die Menge derselben, PretSforderung frei Fabrtkhof Mainz dezw. frei nächst- gelegenes Proviantamt und LteferungSzett enthalten, auch von einem Kochmufter begleitet sein. Behufs der PreiSbemeffung wird ergebenst angeführt, baß bie Rollgebühren vom Bahnhof Mainz zur Fabrik 14 Pfg. pro 100 Kllogr. betragen und daß diese sowohl wie die Kosten für die Rücksendung der letten Säcke vom Verkäufer zu sragen find. Bei der Einlieferung frei nächstgelegene» Proviantamt können die Adrollgebühren von Letzterem er- fragt werden. Sollten die Sendungen direct an uns gerichtet werden, so find wir zur Vermittelung der Spedition in Mainz gern bereit, bedingen in diesem Falle aber, daß fich Verkäufer mit der Kürzung seines Guthabens um die Fracht- und Rollgelder Auslage einverstanden erklärt. Auf Wunsch find wir endlich auch bereit, Magaziusäcke auf Kosten der liefernden Producenten zur Verfügung zu stellen. Da wir zufolge krteg-mtnistertellen ErlaffeS vom 10. 11. 97 Nr. 181. 11. 97 B 2 über die Erfolge deS direkten Ankaufs von den Produeeuteu alsbald zu berichten haben, bitten wir um sehr gesälltge Benachrichtigung bis zum 25. nächsten Monats, ob überhaupt und zutreffenden- falls, welche Mengen an Hülsenfrüchien von den dortigen VeretnSmitgliederu geliefert hierher werden können. I. V.: Kieselbach.________________ Rubach. Bertheuerrrng des Personenverkehrs. AlS eine höchst seltsame Eisenbahnresorw stellen fich die Pläne heraus, die in letzter Zeit bezüglich einer Tarif- re form durch die Preffe gegangen fino. Dem „B. Tgdl." wird darüber von fachkundiger Seite geschrieben: In Eisenbahnkrrisen scheint man ein geradezu ver» blüffeudeS Mittel gefunden zu haben, um den namentlich in neuester Zeit epidemisch gewordenen Eisenbahnunfälleu wenn nicht ein Ende zu setzen, so doch das Uebel endlich au der Wurzel zu bekämpfen: durch Beschränkung des Personenverkehrs. Das ist ja richtig: die Wahrscheinlichkeit der Tödtung oder Verletzung vieler Reisenden sinkt in dem Maße, wie der gesammte Personenverkehr abnimmt. DaS beste Mittel aber zur Verminderung des Personenverkehrs — was kann einfacher fein? — liegt in der Vertheuerung der Fahrpreise. Unter der Spitzmatke „Eine Reform der Personentarife" läuft jetzt eine offenbar aus osfiz-ellen Quellen stammende Nachricht durch die deutsche Presse, man gehe jrtzt endlich mit dem Plane um, die Personentarifc zu reformtreu. Sehr bezeichnend ist eS allerdings, daß der größte Theil der deutschen Presse an eine wirklich „reformatorische" Thätigkeit, gehe sie vom preuß schen Eisenbahn. Ministerium oder vom ReichSeisenbahnamte aus, in dieser Beziehung nicht glauben mag und an die Mittheiluog jener Nachricht allerhand Zusätze knüpft, tote: „unglaublich", „sehr ungläubig aufznnehmen" rc. Ganz klar ist allerdings noch nicht geworden, worin die gep'.ante Reform in allen Einzelheiten bestehen soll,- indessen die Grundzüge werden unS nicht verschwiegen. Sie lauten etwa dahin: „ES sollen die Einheitssätze denjenigen der süddeutschen Bahnen gleichgestellt, demgemäß also — aber unter Wegfall des Freigepäcks — ermäßigt werden. Bezüglich der Rückfahrkarten wird allgemein eine zehntägige, nur in besonderen Fällen (WethnachtSverkehr rc.) zu verlängernde Gültigkeitsdauer zugestanden, wie solche ebenfalls in Süddeutschland besteht. Dagegen soll dann die Benutzung der Schnellzüge auf Rückfahrkarten nur noch gegen Löiung von Zuschlagskarten gestattet sein, deren Preis auf etwa */, Pfennig pro Kilometer bemessen wird. Letztere Maßnahme ist schon seit längerer Zeit deshalb angeregt worden, weil die Schnellzüge jetzt ost übersüllt find, während die zweite und dritte Klasse der Personenzüge oft wenig benutzt werden. Hinsichtlich der Tarife für die vierte Wagenklosse find Aenderungen nicht geplant, wie es auch in Betreff der Rundreise-, Sonntags- rc. Fahrkarten im Wesentlichen bet den bestehenden Bestimmungen bleiben soll." Aus dem Offiziösen in einfache» Deutsch übersetzt, würde diese „Reform" nichts Anderes sein, al» eine außerordentliche Vertheuerung der Personentarife. Die „Ermäßigung", von der gesprochen wird, und die in der Herabsetzung de» preußischen Kilometertarifs (8, 6, 4 Pfenn g für die drei ersten Klassen) auf den Kilometertarif der süddeutschen Bahnen (8, 5,3 3,4 Pfennig) bestände, würde nur einer ver- schwindend kleinen Zahl von Reisenden zu Stötten kommen, nämlich den nicht mit Rückfahrkarten oder mit ermäßigte« Fahrscheinen Reisenden. B.kanntlrch aber beträgt die Zahl der nicht zum Normaltarif beförderten Personen weit über 80 Procent aller Reisenden, und von den die Normalpreise Bezahlenden kommen auch mindesten» 80 Procent auf die Reisenden vierter Klasse. Indessen selbst diese angebliche Ermäßigung würde wieder für einen großen Theil der Reisenden nicht nur wegfallen, sondern in eine Vertheuerung verwandelt werten durch die geplante Aufhebung deS Freigepäcks. Die zweite Vertheuerung soll für die Schnellzugreifendrn eintreten. Der Zuschlag von 1/2 Pfennig für 1 Kilometer würde, wenn man die füddeutfchen Fahrpreise zu Grunde legte, eine sehr erhebliche Vertheuerung bedeuten. Dazu käme auch für diese Klaff: der Reisenden der Wegfall de» Freigepäcks. Kurz, das wahre Wesen dieser angeblichen Reform würde eine Vertheuerung um mindestens 20 Ptocent für den größten Theil aller Reisenden bedeuten, und eß ist mit Sicherheit votau-zusehen, daß diese Vertheuerung die Wirkung haben würde, die noch alle Bertheuemngen de» Verkehr» bisher gehabt haben: Verminderung de» Verkehrs. Möglich, daß dadurch die Gesammteinnahme nicht wesentlich finken würde,- der Herr Finanzminister v. Miquel wird also beruhigt sein. DaS Publikum aber wollten wir bei Zeiten über da» wahre Wesen der also drohenden Reform aufklären, um e» vor einer Ueberrumpelung zu schützen. Nicht früh und nicht kräftig genug kann gegen solche Art von Tarifreform von allen dazu Berufenen Einspruch erhoben werden. Feuilleton. Der Wildsang. Von O. Seeher. (1. Fortsetzung.) Schon der nächste Tag brachte neue Gäste in Fülle, benn die Linden'sche Familie hatte eine große Anzahl Personen allerlei möglichen SpecieS beiderlei Geschlechts auf- zuweisen. Walter war vollauf damit beschäftigt, diese zu em« ^fangen, während Papa Linden — der UrthpuS eines ost- preußischen Forstmannes — für ihre Unterhaltung sorgte. Der alte Herr hatte viel erlebt und wußte durch den Humor- vollen Vortrag endloser, kerniger Jagdabenrener sehr bald eine dankbare Zuhörerschaft um fich zu versammeln. Mama Linden aber, die unvergleichliche Hausfrau, der Vesta ergebenste Dienerin, hatte Helle Freude an den staunenSwerthen Erfolgen, die fle mit ihren großartigen, wochenlang vor- Geretteten culinarischen Veranstaltungen erzielte. Erst bei der Mittagstafel fanden Gertrud und Walther Gelegenheit zu ietnem vertraulichen Beisammensein. Er saß neben ihr, fie drückten einander verstohlen die Hande und ***£ ^atte” aber^zür Rechten Gertrud» ein lustiger Vetter Platz genommen, ein bildhübscher Sohu de» MarS, der ihr anfänglich schüchtern, dann — dem Hochheimer fleißig zulprechrnd — so siegesbewußt den Hof machte, daß ihr baß Blut in die Wangen stieg. . .. Auch Walther wurde aufmerksam, verdoppelte fei« Liebkosungen unter der Tischplatte und flüsterte seiner Braut zu, er werde den verwegenen KriegSgott in seine Schranken weifen, allein fie rieth ängstlich davon ab, und sah ihm dabei so liebevoll tnß Auge, daß er die etsersüchtigen Rrguagen unterdrückte. AlS er fich bann aber seiner Tischnachbarin zur Linken, der ebenso kindlichen al» anmuthigen Erzieherin seiner jüngsten Geschwister zuwandte, war eß Gertrud, die ein gelinde» Mißfallen Über die lebhafte Unterhaltung zwischen ihrem Schatze und der kleinen Unschuld nicht zu überwinden vermochte. Endlich wurde die Tafel aufgehoben. Walter küßte Gertrud artig die Hand, führte fie seiner Schwester Dora zu und bat scherzend um einen kurzen Urlaub. Zunächst lag e» ihm nämlich daran, den kühnen soldatischen Vetter aufzuklären. Auf WatterS Wunsch suchten die Herren eine feuchte Ecke auf und nun erfuhr der ahnung». lose Lieutenant bei einem Glase Sect die nackte Wahrheit. Er war allerdings nicht wenig Überrascht, beglückwünschte dann aber seinen ehemaligen Schulkameraden aufs Herzlichste und in alter Eintracht wurde ein Stündchen verplaudert. Plötzlich sprang Walter auf. E» schien ihm unerhört, seiner Braut so lange fern geblieben zu sein. Schon war der Abend hereingebrochen, man zündete die Lampen an. Der besorgte Bräutigam eilte daher durch alle Gemächer, die Geliebte zu suchen, allein vergeben». Dorchen meinte, Gertrud habe, anscheinend etwa» verstimmt, ihr Zimmer ausgesucht. Da verlor er jede Ueberlegung, stürzte zur Thür hinaus, die Treppe hinan und war im Begriff, Gertrud um Einlaß zu bitten; rechtzeitig genug tarn ihm jedoch da» Ungehörige seine» Vorhaben» zum Bewußtsein und unentschlossen ver- weilte er einige Augenblicke in dem dunklen Haittflur. Ihn beseelte nur der eine glühende Wunsch, der Geliebten zu begegnen, fie ans Herz zu drücken. Und stehe da! Plötzlich öffnete fich die Thür, und — fie huschte ihm entgegen. Unwillkürlich breitete er die Arme au», die Ersehnte zu umfangen. Doch — o Himmel, toaß war da» ? — Ein halb unterdrückter Schrei auß fremdem Munde? In diesem Augenblicke that sich die Thür von Neuem auf. Die wahre Gertrud erschien mit der Lampe in der Hand und beleuchtete nun eine ganz unerwartete Scene: Walter hielt die Erzieherin im Arme. Schon befand fich dieser auf der Schwelle des Zimmers, an Gertrud» Seite, trat indessen scheu zurück, al» er ihre« abweisenden Blicke begegnete. Sie schloß die Thür und verriegelte fie, daß Fräulein aber, von einem Besuche bei Gertrud zurückkehreud, begab fich schleunigst in ihr gegenübcrliegenbeß Gemach, dem Beispiele Gertrud» folgend. Walter hatte nun zwar nicht» Eiligere» zu thnn, al» sein Schwesterchen um Vermittelung zu bitten, allein auch diese erhielt seltsamerweise bet den Damen keinen Einlaß,- fie vermied daher jede» weitere Aufsehen und tröstete ihren unglücklichen Bruder mit der Verficherung, die Sache keine»- weg» tragisch zu nehmen, vielmehr ein köstlicher Spaß, der fich bald zum Ergötzen der Betheiligten ausklären werde. Indessen an diesem Abend biteben Gertrud und die Gouvernante der Gesellschaft fern. Während man ihr Ausbleiben so gut wie möglich zu entschuldigen wußte, während Walter unten verdrossen seine» Amte» als Festordner waltete, verbrachte die junge Braut allein in ihren vier Wänden bange Ständen. Je mehr fie nämlich über den — ihrer Ansicht nach — empörenden Streich uachdachte, desto befangener wurde ihr sonst so gesundes Unheil, so daß ihr der wahre Sachverhalt gar nicht in den Sinn kam. (Fortsetzung folgt.) Deutsche» Leich. Berlin, 11. Drcember. Der Kaiser trifft am Dienstag Abend in Kiel ein. Abend» findet tm Schlosse ein große» AbschiedSbiner statt, wozu Prinz Heinrich sämmtliche nach China commandirten Offiziere geladen hat. Am Mittwoch laufen „Deutschland" und „Gefion" an», während die Marine« ivfanterie mittelst Extrazuge» nach Wilhelmshaven befördrrt wird. Berlin, 11. December. Prinz Heinrich von Preußen wird, wie mau der »Poft" «ittheilt, den eintägigen Aufenthalt in Plymouth bei der Reise nach China dazu benutzen, um fich von der Königin von England und dem englischen Hofe zu verabschieden. Berlin, 12. December. Die Hand elskammern find von dem Oberprästdenten ersucht worden, fich gutachtlich über den Vorschlag betreffend PreiSnotirung für Getreide zu äußern. Kiel, 11. December. Die Reparatur de» im Belt^durch die „Brandenburg" geschädigten Panzer» „Württemberg" wird sech» Wochen in Anspruch nehmen. Die Keffelavlage ist etwas 6efd)3bfot. Locale» und provinzielle» Gießen, den 13. December 1897. ** Abwendigmachen von Kunden. Eine für die Geschäft»« weit wichtige Enrichetdung hat da» Reich»gericht dadurch getroffen, daß e» da» Abwendigmacheu oou Kunden durch unwahre Angaben al» Betrug im engeren Sinne de» Strafgesetzbuches erklärt. Ein unbefugter Eingriff lij den BermögenSstand der betreffenden Firmen findet statt, wenn man mittelst Täuschung den Kundenbeftaud abwendig zu machen suche. Bedeutsam ist hierbei der besondere Ausspruch, daß der Nachweis eines zweifellosen Schaden» nicht erforderlich ist, sondern daß auch der fragliche Nutzen, welcher der Firma entgangen ist, unter Umständen ihr aber geworden wäre, geltend gemacht werden kann. B. Lang-Goul, 13. December. Aw SawStag den 11. d. M., Abends, feierte die hiefige Freiwillige Feuerwehr in dem prachtvoll decorirten Saale des Kameraden Brücke! da» 17jährige Stiftungsfest. E» wurde auch an diesem Abend die Wahl sämmtlicher Chargen vorgenommen. Zum ersten Hauptmann wurde der seitherige zweite Hauptmann Wenzel einstimmig gewählt- zum zweiten Hauptmann Karl Horn. Der Herr Bürgermeister, der auch zu diesem Feste erschienen war, hatte den Vorfitz und ermahnte alle Mitglieder, stets treu zur Sache zu halten und den Wahlspruch zu hegen: Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr. Es wurden dann noch von verschiedenen Mitgliedern Ansprachen und Theater« stücke ausgeführt, welche großen Beifall fanden. Unser früherer erster Hauptmann Rompf, welcher feinen Austritt als erster Hauptmann anzeigte, richtete noch kernhafte Worte au das Corps, welche großen Beifall fanden. Butzbach, 12. December. Auch aus unserer Garnison haben fich zur Betheiligung an dem bekannten Unternehmen gegen China (Besetzung der Kiao«Tschau-Bucht usw.) mehrere Freiwillige gemeldet, denselben ist jedoch vom Regiments- commando eröffnet worden, daß ihnen ein Urlaub dazu leider nicht bewilligt werden könne, da eine Abgabe von Mannschaften dem Regiment zur Zeit nicht möglich sei. Schwurgericht. W. Gießen, 11. December 1897. Schluß der Verhandlung gegen Aug. Horz von Lönberg. Die den Geschworenen vorgelegien Schuldfragen find die folgenden: 1) Ist der Angeklagte Horz schuldig, am 8. October vor der Strafkammer Gießen einen Meineid geschworen zu haben? 2) Auf Antrag des BertheidigerS im Fall der Bejahung der Frage: konnte die Angabe der Wahrheit für den Angeklagten eine Verfolgung wegen einer strafbaren Handlung nach fich ziehen. Staatsanwalt Koch platdirt für Bejahung der Frage wegen Meineids, aber für Verneinung der zu 2 gestellten Milderungsfrage. Rechts« anwalt Dr. Fuhr tritt auch für die Bejahung der zweiten, zu Gunsten des Angeklagten gestellten Frage, warm ein. Nach 15 Minuten währender Berathung verkündete der Obmann, Bügermeister Horst von Nieder-Bessingen, den Wahrspruch der Geschworenen dahin, daß der Angeklagte August Horz schuldig deS Meineides, daß ihm aber die Milderung der Frage 2 zu Gute komme. Staatsanwalt Koch beantragt daraufhin, auf 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus zu erkennen. RrchtSanwalt Dr. Fuhr bittet um eine geringere Strafe für feinen Clienten, der doch noch im jugendlichen Alter sich befände. Der Gerichtshof möge die Strafe so niedrig bemessen, daß der Angeklagte, der auch verführt worden sei, das Verbrechen zu begehen, vom Zuchthause verschont bleibe. Da» Gericht erkannte wegen der Höhe der Strafe dem An- trage de» Staatsanwalts gemäß. Die Höhe der erkannten Strafe rechtfertige fich, weil-der Angeklagte, ohne sich im Mindesten zu besinnen, den Meineid mit kaltem Blute ge« geschworen, er sei vor dem verbrechen nicht zurückgescheut, obgleich er 3 Tage vorher ehe er dasselbe beging, erst wegen rückfälligen Betrüge» mit schwerer Strafe belegt sei. E» batte schon damals gegen den Angeklagten auf Zuchthaus erkannt werden können, wenn ihm nicht mildernde Umstände bewilligt worden wären. Horz erkannte die Rechtskraft de» UrtheilS sofort an. X>»rmifc^t€». •P. Dillenburg, 10. December. Wir machen hiermit an dieser Stelle noch besonder- darauf aufmerksam, daß der diesjährige Weihnachtsmarkt am Donnerstag, 16. December d». I»., hier abgehalten werden wird. Wie wir vernehmen, wird der viehmarkt u. A. mit einer größeren Anzahl junger Schweine befahren werden, sodaß voraussichtlich günstige Kausgelegenheit geboten wird. ♦ Frankfurt a. M., 10. December. Auf dem Landgericht wurde heute der Proceß der Familie Krieg in Preungesheim gegen den Dr. Henrichsen verhandelt, der beschuldigt ist, durch falsche Behandlung die Erblindung der Tochter der Krieg'schen Eheleute verursacht zu haben. Der Anspruch auf Entschädigung ist vom Gericht bereits al» begründet anerkannt worden. ES handelt fich nur noch um die Höhe der Entschädigung. Die Familie verlangt Mk. 30,000 Abfindung oder eine Rente von Mk. 1500 jährlich. Der Inspektor der Blindenanstalt wurde heute über die Frage vernommen, was ein erblindete» Kind in der Blindenanstalt jährlich koste, und ton» es verdienen könne. Er sagte auS, daß der Unterricht acht Jahre dauert. Der Preis beträgt jährlich Mk. 400. Die Kleidung müsse die Familie selber stellen. Nach der Erziehung dauert die Lehrzeit für einen Erwerb bei Mädchen noch zwei Jahre. Bei dem hauptsäch« lichen Erwerb, dem Korbflechten, beträgt der monatliche Verdienst durchschnittlich Mk. 15. Der Gerichtshof hat den Urtheilsspruch verschoben. * 6in netter Gatte. Wegen fortgesetzter roher Mißhandlung seiner Ehefrau, die den Tod der Letzteren zur Folge gehabt hat, ist der in Berlin Kolberger- straße 11 wohnhafte Bohrer Emil W. festgenommen und der Staatsanwaltschaft I in Berlin vorgeführt worden. Wie die Zeugen bekundet haben, hat der Festgenommene seiner Frau unter Anderem mehrfach Fußtritte gegen den Unterleib versetzt und ihr siedendes Gänsefett in daS Gesicht g'gossen. Am 4. d. Mt». stieß er feiner Frau so heftig w't dem Stiefel gegen den Leib, daß die Gemißhandelte an einer Bauchfellentzündung erkrankte und starb. • Die Leichenverbrennung, über die vielfach noch falsche Anschauungen verbreitet find, geschieht in Gotha auf folgende Weise: Der Leichnam kommt weder mit dem Brenn« material noch mit den Flammen in irgend welche Berührung, sondern daS Brennmaterial (Braunkohle) wird durch Erhitzung in gasförmige Kohlenwasserstoffe verwandelt und in dieser Form mit atmosphärischer Luft gemischt- ein solches Gemisch Siebt bei der Entzündung eine ungeheure Hitze, diese Entzündung findet in einer Kammer statt, welche mit gitterartig geschichteten Chawottesteinen angefüllt ist. Sobald diese Steine weißglühend geworden find, wird das GaS abgestellt und in die Kammer atmosphärische Luft gelassen, welche sich an den glühenden Steinen auf etwa 1000° G. erhitzt. Wenn nun der Sarg nach beendeter Feier aus der Capelle des Crematorium» Herabgelaffen worden ist, wird er zunächst in eine durch eine eiserne Thüre abzusperrende Kammer den eigentlichen VerbrennungSraum, geschoben, in welchen nun die an den Steinen erhitzte Luft gelassen wird. Schon nach wenigen Minuten schmilzt daS Ziok deS Sarges und wird infolge der großen Hitze verflüchtigt. Da der menschliche Körper eine ziemliche große Menge brennbarer Substanzen enthält, so gerathen dieselben durch die hohe Temperatur natürlich auch in« Glühen, aber ohne eigentliche Flammen- Erscheinung. Mit der fortschreitenden Auflösung fallen die glühenden Uebcrreftc in fich zusammen und durch einen Rost von Chamottesteinen in einen nach unten fich verengenden Schacht, durch welchen die erhitzte Luft ebenfalls strömt, um so auch die letzten brennbaren Reste zu zestören- schließlich sammelt sich in einem Blechbehälter ein kleine» Häuflein Asche. Der ganze Proceß dauert kaum eine Stunde, das Blechgefäß mit der Asche, etwa 2 Kilogramm von einem erwachsenen Menschen, wird sofort verlötet, mit dem Namen de» Eingeäscherten versehen und dey Hinterbliebenen übergeben. * Zu Tode gelacht. Der Logi Hausbesitzer Scharf in Bad Galzbrunu, 48 Jahre alt, mußte den Beuch des Circus Renz in BreSlau mit dem Tode büßen. Da» allzu starke Lachen über Clownscenen hatte ein AuStreten seines BrnckeS im Gefolge, wa» sein schnelles Hinscheiden verursachte. * Sternschnuppen. Wie in England, sind auch in Frankreich die Beobachtungsergebnisse über den Stern« chnuppenschwarm der Leoniden am 13. und 14. November weit hinter der Erwartung zurückgeblieben. Freilich war daS starke Mondlicht der Sichtbarkeit der Meteore n diesem Jahre recht ungünstig. In der Sternwarte zu Meudon, wo besondere Vorbereitungen zur Beobachtung der Sternschnuppen getroffen waren, wurde in der Nacht vom 12. zum 16. bei völlig klarem Himmel kein einzige» Meteor beobachtet, in der folgenden Nacht innerhalb drei Stunden nur 7 Sternschnuppen, von denen nur 4 unzweifelhaft zu den Leoniden gehörten. Professor Janssen hat auch aüf telegraphische Erkundigung au» San Francisco die Antwort erhalten, daß man dort durchaus keinen reichlicheren Sternschnuppenfall als an gewöhnlichen Tagen bemerkt habe. Man will darau» schließen, daß der berühmte Meteorschwarm n völliger Auflösung begriffen sei. • AuS New-Uork berichtet der Londoner „Standard-, daß George Vanderbilt bei seiner vorgestrigen Abreise nach Europa fein Leben auf eine Million Dollars versicherte. • Auszeichnung RöutgevS. Wie man der „Frkf. Ztg." aus Paris mittheilt, beabsichtigt die franzöfische Akademie >er Wissenschaften, dem Professor Röntgen einen der be» reutendsten Preise, über den sie verfügt, den Prix Lacaze, der 10000 Francs beträgt, für feine Entdeckung der X-Strahlen zu verleihen. * Gegen die Fester ei. Die militärischen Vereine in Khehdt (Rheinland) beabsichtigen, künftighin die vaterländischen Feste gemeinsam zu feiern, um so, was au ihnen liegt, die Zahl der Festlichkeiten einzuschränken. * 3n die Falle gegangen. Ein schlauer Herr ist der Gendarm Ruff in Marienwerder, Westpreußen, welcher auf >er Straße gerade einen längere Zeit gesuchten Menschen verhaftete, als er einen Zweiten bemerkte, dem das Gefängniß auch schon lange winkt. Da Ruff befürchten mußte, daß hm der Erstere entginge, wenn er dem Zweiten verfolgte, so rief er dem Zweiten zu, er möge ihm beim Transport des Verhafteten behilflich fein. Der angerufene, der Unheil witterte, ließ fich zur Hilfe erst bewegen, al» der Gendarm ihm eine Mark versprach, half dann aber kräftig, den ersteren Uebelthäter nach dem Polizeigefängmß zu tranSportiren. Ruff lieferte den Gefangenen ab, und der hilfsbereite Transporteur verlangte seine Mark. Große Augen machte er ater, als der Gendarm ihn ebenfalls für verhaftet erklärte. Er war eben in die Falle gegangen. • Reife - Entschädigung für Arbeitslose Der Stuttgarter Gemeinderath hat beschlossen, den durch Vermittlung de» städtischen Arbeitsamtes nach AnSwärt» in Stellung gehenden unbemittelten Arbeitslosen eine Entschädigung für die Reisekosten zu gewähren. Zu diesem Zweck soll in den nächstjährigen Etat eine entsprechende Position eingestellt und die Regierung um Ermäßigung der Eisenbahnfahrpreife für diese Personen ersucht werden. * Original-Mitthellnngen über Marinewesen. Zu dcu besten Verbindungen, welche zwischen Genna-Neapel-Gtbraltar einerseits und Genua-Neapel Port Said andererseits bestehen, gehören unstreittg die de» Norddeutschen Lloyd in Bremen. Um so mehr maß e» überraschen, daß diese Linien gerade in deutschen Kreisen noch vielfach unbekannt find, während dieselben sich bei den Übligen Reifenden in Italien iängst des größten Ansehen» erfreuen. Beide Verbindungen fmb durch die Schnell« und Reichspostdampferlinien geschaffen, deren Endziel New-York bezw. Ostafien und Australien ist. Die Verbindungen sind feststeh-rn und zwar von Genua nach Neapel-Gibraltar mittelst der Schnelldampfer durchweg alle acht Tage mit viertägiger Reisedauer, von Genua nach Neapel- Port Said durch die ReichSpostdampfer alle vierzehn Tage mit fünftägiger Fahrzeit. Die Urberfahrt von Genua nach Neapel nimmt etwa 24 Stunden in Anspruch. Die vorerwähnten Linien haben für den Lccalverkehr zwischen den bezeichneten Plätzen, namentlich nach Egypten, eine große Bedeutung gewonnen, theils durch da» auf diesen Linien beschäftigte vorzügliche Schiffsmaterial, insbesondere aber durch die außerordentlichen Annehmlichkeiten, welche, sowohl wa» den Comfort, wie die Verpflegung anbetrifft, den Reisenden an Bord dieser Sch ffe geboten werden. * Bifitenkarte eine» Modell». Au» Paris schreibt man: Auch die Maler-Modelle haben jetzt die modernen Reclame« form ein zur Empfehlung ihrer Fähigkeiten und Leistungen angenommen. So läßt jetzt eines derselben folgende Visitenkarte bei den hervorragenden Malern vertheilen: X.....Modell, Feine und durchgeistigte Natur, Trägt mit gleicher Vorzüglichkeit die Givil und Militär Kleidungen aller Epochen. * Beim Wettboxen getobte!! Der Boxerwettkampf zwischen dem amerikanischen Championboxer James Barry und dem Londoner Preisfechter Walter Groot, der am Dienstag im Londoner Sportingclub ausgetragen wurde, hat einen entsetzlichen Verlauf genommen. Groot wurde durch einen Boxerhieb gegen das Kinn getöbtei. Barry, der Director des National-Sporting-Club, die Unparteiischen und die Se- cundanten wurden vor dem Bowstreet - Polizeigericht der Tödtung angeklagt und vorläufig gegen Bürgschaft freigelassen. Universität» - Nachrichten. — Herr Dr. Theodor Posner au8 Berlin hat sich an der Univerfität Greifswald als Prioatdocent für Chemie hadllitirt. — AuS Freiburg (Schwel,) wird unter Hinweis auf eine kürzlich von der .Köln. Ztg." veröffentlichte Besprechung der dortigen Unioersitätsoerhältnisse mitgethetlt, daß die Professoren Effmann, Hardy, Jostes, Gottlob, Lörkens, v. Saoigny, Streitberg. Sturm, Wasferad mit dem Schlüsse diesrtz Wintersemester» die Universität verlassen werden.! Schiff»nachrichteir, Bremen, 9. December. Die Zwischendeck-Fahrpreise nach Newyork und Baltimore sind erhöht und treten nachfolgende Preise sofort in Kraft: Nach Newyork mit Schnellpostdampfer 160 Mk., mit Postdampfer 140 Mk., nach Baltimore mn Postdampser 140 Mk., mit Roland-Dampfer 140 Mk., nach Galoeston mit direktem Dampfer 130 Mk. tyitlpla to Kntatftai jtutyuta »dckUtzlcka. Obttnbatt». Dienstag den 14. December: Teil (Oper). Mittwoch den lb. December: Drittes Abonnements-Eoncert. Donnerstag den 16. Drcember: Armid«. Freitag den 17. December: Der Freischütz SamSlag den 18 December: Fidelio. Sonntag den 19 December: Die Jüdin. MattfbitlbMl. Dienstag den 14. December: Minna von Barnhelm. Mittwoch den 15. Drcember: Ueber unsere Kraft. Donnerstag den 16. December: Han» Huckebein. Freitag den 17. December: Faust. SamStag den 18. December: ^Kinder der Bühne. Sonntag den 19. December, Nachmittag« 3'/,Uhr: Han« Huckebein. Abends 7 Uhr: Kinder der Bühne. Montag den 20. December: Jugendfreunde. 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