*1 Xi*. e ®einet “'«ktiMiiii, ”« w INtn re-^g to einlabe, em, ardt, ------- ng. )end zur galligen läft 10025 rmöbel aller 8tt iteften Ausstattung. und ■ 1891. S E IbtrtaU Ke-tt Frist- schnellstens '.besorgt. Waare sowie durch >rthen Abnehmer zu voll tonm. F 86.60 108.76 2156 93.35 1881 10L® 10080 ht e »0 ytif go75 iss* "• 4.111/1 igen baden rke. G. m. b. H.) lUme. Bau von sUdt. tet bereite, u. grätig »riech« Tttitb. D6L M g 1906 BZ t$s*a!S SätS- Kr. 266 Erstes Blatt Freitag ben 12. November IS»» Der Kirßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener ^amitienvrslter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Meßemr Anzeiger Kenerat-Anzeiger. vierteljährig« Avonnementspreis t 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chnkstraße Ar.7. Fernsprecher 51c Asnts- und Zlnzeigeblntt füv den Tkreis Gletzen. k” _ " ™" . ™ - . ____-!______—'^7 Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Hratisöeikage: Hkeßener Kamitienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener A»zeiger" entgehn. Lord Salisbury auf dem Lord-Mayors- Bankett. Alljährlich erhält bekanntlich die City of London ein neues Oberhaupt, welches unter Aufwendung elneS althergebrachten Pompes tu fein Amt eingeführt wird. In feier- uchem Aufzuge bewegt sich der Übhebe historische Festzug durch öie bestimmt vorgeschriebenen Straßen nach der Guildhall, wo ein Festbankett stattfindet, dem die Minister sowie da» »anze osficielle London betzuwohnen pflegen. ES ist üblich, i>aß auf diesem Bankett der Premierminister eine längere Politische Rede hält, in welcher er die daS Interesse beton» öet8 erweckenden TageSfragen erörtert und Über die Ziele ber englischen Politik einige Andeutungen macht. Auch am Dienstag fand wieder jene Ceremome statt, mittelst welcher der neuervannte Lord-Mayor David DavieS sein Amt übernahm. In firner bei dieser Gelegenheit gehaltenen Rede fling Lord Salisbury zunächst auf den Wettstreit ein, welchen Englands Handel und Production gegenwärtig mit anderen Staaten zu bestehen haben, und er gab damit Befürchtungen Ausdruck, welche heutzutage alle Engländer hegen, nämlich daß die Suprematie, welche Großbritannien bisher im Welt- Handel auSgeübt hat, vielleicht bald zerstört werden wird. Das „Made in Germany“ ist den Engländern bekanntlich besonders verhaßt, und daß sie die deutsche Concurrenz am meisten fürchten, wird durch die jüngst erfolgte Kündigung Äes Handelsvertrages mit Deutschland bewiesen, um die britischen Colonien dem deutschen Handel zu verschließen. Ueber- Haupr darf daS gespannte Berhältmß, we cheS während der letzten Zett zwischen England und Deutschland geherrscht hat, LU einem guten Theil auf de« Neid darüber zurückzuführen fein, daß deutscher Fleiß und deutsche Ausdauer die wohlverdiente Anerkennung im Welthandel gefunden haben. Wie schon oben gesagt, wird bet dem LordmayorS Bankett auch daS Pferd der hohen Politik bestiegen, und mit einer gewissen Spannung hatte man diesmal den AuSsührungen des Premier- Ministers entgegengesetzt». Lagen doch einzelne Anlässe vor, welche die Spannung besonders rechtfertigten. Da stand zu» nächst der Aufstand in Indien, sodann die Differenz, welche mit Frankreich am N'ger entstanden ist, und schließlich der rgyptische Feldzug im Vordergründe deS Interesses. Lord Sal'Sbury erwähnte eine ihm zugegaogene Botschaft der Königin, tu welcher der tapferen Thaten deS HeereS in Indien und der Anhänglichkeit der indischen Fürsten und Völker gedacht wird. Ob nun wirklich in Indien soviel geleistet worden ist, wie die Königin denkt, darf mindestens angezwetfelt werden. Bon großen durchschlagenden Erfolgen kann gar keine Rede sein, denn noch immer dauert der Aufstand fort und noch find eie Rebellen nicht zur Ruhe gebracht. Daß die engli chen Truppen tapfer kämpfen, darüber find rte Stimmen wohl einig, aber ob die Anhänglichkeit der indischen Fürsten und Völker einer lühmenSwerthen Erwähnung verdienen, ist fraglich. Von den dortigen Fürsten wollen wir nicht weiter reden, diese sind wohl mit ihrer Lage zufrieden, da fie von den Engländern unbehelligt gelassen werden, eine gewisse Selbstständigkeit behalten haben und da chrer Eitelkeit in jeder Weise geschmeichelt wird. Mit der Loyalität der indischen Bevölkerung steht es aber anders aus, was durch die verschiedenen blutigen Aufstände illustrtrt wird. Wenn der gegenwärtige Ausstand in Indien keine größere Ausdehnung angenommen hat, so liegt das mehr an zufälligen Umständen als an der Treue der eingeborenen Inder. Lord SaliSbmh bezeichnete den egyptischen Feldzug als einen Erfolg Englands, worin man ihm wohl oder Übel Recht geben muß, insbesondere wenn man bedenkt, daß dieser Erfolg gleichzeitig die Wirkung hat, daß sich England immer mehr in Egypren festsetzt und daß eS schon ganz gewaltiger Anstrengungen bedarf, um es aus dem Nillande zu vertreiben. Der moralische Gewinn, welchen England auS seinen Stegen gegen die Mahdtsten erzielt, ist nicht hoch genug anzuschlagen, da sein Ansehen dadurch bet den Eghpteru erheblich vergrößert wird. Man kann eS dem englischen Premierminister nachfühlen, hoenn er sagt, Afrika scheine förmlich dazu bestimmt zu sein, eine Qual deS Auswärtigen AmtS zu bilden, und darf wohl aanehmen, daß er auch Südafrika dabei im Auge gehabt hat, wenn er eS auch nicht ausspricht. Nach seinen Ausführungen haben die englisch französischen Differenzen im Mgergedtett Aussicht auf friedliche Beilegung. Eine Zeit- lang schien eS, als ob ein Conflict zwischen beiden Staaten unvermeidlich sei, und man hörte in Gedanken schon Säbel- rvffeln und Kanonendonner; aber es kam glücklicherweise nicht dvzu. Salisbury machte bei dieser Gelegenheit dem englischen lkrämergeiste einige Verbeugungen, indem er erklärte, die Hielt, welche England bet dem Erwerb neuer Länderstriche im Auge habe, seien rein geschäftlicher Natur. Im Urbligen ; gab er über den Stand deS englisch-französischen ConflicteS । nur unbestimmte Andeutungen, und zwar, wie er sagte, mit ' Rücksicht auf die betheiligten anderen Staaten. Zum Schluß kam Salisbury auf die orientalische Frage zu sprechen und lehnte für daS europäische Concert eine Verantwortung dafür ab, daß die Kreta-Angelegenheit noch nicht geregelt ist. Wir möchten dem entgegenhalten, daß England dadurch, daß eS immer zur Verfolgung seiner Sonderintereffen einen anderen Standpunkt tinnahm als die übrigen Groß- ftaaten, viel dazu beigetragen hat, die Orientfrage zu ver» schleppen. (xx) WolffS telegraphisches Eorresporrdmz-Buremr Berlin, 10. November. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: ES dürfte sich betätigen, daß der Obrrpräftdent der Provinz Sachsen, von Pommer» Esche, in den erbetenen Ruhestand tritt; jedoch dürfte über den Nachfolger au entscheidender Stelle noch keine Entscheidung getroffen sein. Berlin, 10. November. Bet der hiesigen Neu Guinea- Compagnie ist folgende Meldung eingegangen: Die der Ermordung des ForschuugSreisenden Ehlers und deS Polizei- Unteroffizier» Ptering angeklagten Buka-Leute Kanga und Optha, die unter Mitnahme von Gewehren auS dem Gefängniß zu StephauSort entsprungen waren und deren einer, Kanga, am 14 August d. I. den auf ihrer Verfolgung an der Spitze einer Expedition begriffenen Landeshauptmann von Deutsch Neu Guinea, v. Hagen, meuchltngS erschossen hat, find am 18. August d. I. von benachbarten und befreundeten Eingeborenen, die an der Verfolgung theilgeuommeu haben, fletödtet worden. Die Köpfe der Mörder wurden alS Wahrzeichen für die Sühne der Frevelthat nach StephauSort gebracht. Groß-Strelitz 10. November. Heute Vormittag erledigte der Kaiser RegterungSgeschäfte. Um 1 Uhr fand eine Festtafel statt, zu der auch der Commandeur der Gletwitzer Ulanen, Oberftlieutenant v. Rothkirch, und der Bürgermeister von Groß Strelitz geladen waren. Graf von Tschtrschky» Renard und Oberpräfident Fürst Hatzfeldt Trachenberg begaben fich mit dem Kaiser nach Kuchelua. Der kaiserliche Sonderzug fuhr um 3 Uhr 20 Min. von hier über Oppeln und Kosel nach Kuchelna ab. BreSlau, 10 November. Die „Schl. Ztg." meldet aus Stbhlleuort: Das Bi staden des Prinzen Georg von Sachsen ist durchaus zufriedenstellend. Der Prinz reist morgen »ach Dresden. — Der König reist heute Abend zur Eröffnung des sächsischen Landtags nach Dresden. Am Freitag fährt der König zur Fortsetzung der Jagd nach Sibhllenort zurück. OelSnitz t. Vgtl., 10. November. Gestern Nachmittag 1 Uhr 40 Min. wurde hier ein starker Erdstoß mit unterirdischem Rollen verspürt. Depesche« bei Bure»« „Herold/ Berlin, 10. November. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wird, wie die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet, morgen früh wieder hier etntieffen. Berlin, 10. November. Zu der Meldung, daß in der letzten Sitzung des BundeSraih- die Frage deS obersten Militär-Gerichtshofes auf Wunsch Preußens zurückgestellt worden sei, meint die „Post", daß diese Frage schon ehe der Entwurf wieder an daS Plenum des BundeSrathS kam, aus dem Gesetze entfernt worden ist und in dem Ein- führnngSgesetz als einer späteren Entscheidung Vorbehalten, aufgeführt wird. Berlin, 10. November. Die Oberleiter der süd- deutschen freien Bäck erv er dän d e (Meisteroerbände) sind dieser Tage vom Reichskanzler und dem Staatssekretär deS ReichSamtS des Innern empfangen worden. Die Herren wurden in Sachen der Bäckerei-Verordnung vorstellig, die den Meistern großen Schaden zugefügt habe. Wie die „Post" hört, ist ihnen vom Reichskanzler mitgetheilt worden, eine nochmalige Prüfung der Angelegenheit werde sich erst nach Eingang der Erhebungen ermöglichen lassen, die neuerdings in Süddeutschland gemacht würden. Berlin, 10. November. Zu dem Befinden des Fürsten Bismarck meldet der „Localanzeiger" aus FriedrichSruh, daß die GefichtSschmerzen diesmal besonders heftig auftreten. Im Uebrigen gibt der Zustand keinen un- mittelbaren Anlaß zu außergewöhnlichen Besorgnissen. Graf Herbert ist heute in FriedrichSruh eingetroffrn. Berlin, 10. November Bei den heute stattgehabten Ergänzungswahlen zur Siadtverordneten-Ver- sammlung in der ersten Abtheilung find in der weitaus : großen Mehrzahl der Bezirke die liberalen Cavdidateu ohne - Kampf gewählt worden. Die Stichwahlen in der dritten Abtheilung sind vom 27. auf den 26. d. M. verlegt worden. Berlin, 10. November. Die Novelle zur Ctvil- proceßorduung ist sehr umfangreich. Sie enthält 248 Nummern, welche die Punkte angeben, In denen da» bestehende Gesetz abgeändert werden soll. Da» Zuftellung»- sowie das ZwangrvollstreckungS - Verfahren soll mehrfach reformirt, die Befugnisse der Gerichtsvollzieher in mancher Hinsicht eingeschränkt werden, die RrvtfionSsumme wird that- sächl ch von 1500 auf 3000 Mark erhöht. Ferner soll eine getoiffe Erschwerung der Entmündigung bewirkt und daS Aufgebotsverfahren zum Zweck der Todes Erklärung neu geregelt werden. Der KreiS der nicht pfändbaren Gegenstände wird erweitert, namentlich in Rücksicht auf die Landwirthschaft. Zur Pfändung noch im Bol;n befindlicher Früchte soll ein landwtrthschaftücher Sachverständiger zugezogen werden, sobald anzunehmen ist, daß der Werth der zu pfändenden Gegenstände den Betrag von 1000 Mark übersteigt. Frankfurt a. M., 10. November. ES steht hier die Gründung eine» Zweigvereins der Electro-chemi- scheu Gesellschaft in Leipzig bevor. Wiesbaden, 10. November. Der Postasfistent Heinrich Hedrtch vom hiesigen Postamt ist flüchtig. Seine Flucht wird dem „WteSb. Gen.-Anz." zufolge mit dem Verschwinden eines Einschreibebriefes mit 10000 Mark Inhalt zusammen- gebracht. Wiesbaden, 10. November. Der hiesige Magistrat hat den Major v. Ebmeier, früher Adjutant des Reichskanzler» Grafen Caprivi, zum Kurdrrector gewählt. Karlsruhe, 10. November. Bei der heutigen Abgeordnetenwahl wurden drei Oppositionelle in den Landtag gewählt. Karlsruhe, 10. November. DaS Erge bniß der Landragrwah len ist bisher Folgendes: 1. Bezirk Ueber- lingen: Hug (Cir.) mit 101 Stimmen gewählt. 4. Bezirk Radolfzell: Gießler (Ctr.) 90 Stimmen, gewählt. 5. Bezirk Engen: Müller (üb.), 55 Stimmen, gewählt. 6. Bezirk Bonndorf: Krtekle (lib.) 78 Stimmen, gewählt. 10. Bezirk Lörrach-Land: Wahl unentschieden, zweiter Wahlgang nöthig. 11. Bezirk Schopfheim: vr. Weygoldt (lib.) 82 St., gewählt. 13. Bezirk Donaueschingen: Fieser (üb.) 62 St., gewählt. 14. Bezirk Brllingen: Grüninger (Ctr.) 93 St., gewählt. 17. Bezirk Waldkirchen: Blattmann (Ctr.), 93 St., gewählt. 18. Bezirk Freiburg: Fischer (Ctr.), 226 St., gewählt. 20. Bezirk Ettenheim: Armbruster 80 St., gewählt. 23. Bezirk Triberg: Herth (Ctr.) 171 St., gewählt. 25. Bezirk Offenburg-Land : Weber (Ctr.) 89 St., gewählt. 26. Bezirk Offenburg-Stadt: Heimburger (Dem.) 30 St., gewählt. 29. Bezirk Achern: Lauck 133 St., gewählt. 30. Bezirk Buehl-Baden-Baden-Rastatt: Reichert(Ctr.)gewählt. 35.Bezirk Karlsruhe: Geck (Soc.) 224, Bleß (Dem.) 224 und Schnier (Soc) 224 St., gewählt. 38. Bezirk Durlach--Land: Kirchenbauer (cons.) 85 St., gewählt. 47. Bezirk WieSloch: Greiff (üb.) 104 St., gewählt. 48. Bezirk Heidelberg-Stadt: Leimbach (Üb.) gewählt. 49. Bezirk Heidelberg-Land: Mampel (Anlis.) gewählt. Wie«, 10. November. Heute Vormittag fanden vor dem Parlamentsgebäude große Demonstrationen von deutsch- nationalen und deutsch-liberalen Studenten gegen die Sprachen- Verordnungen statt. Die Studenten brachten den Abgeordneten Schönerer und Wolff, die, von der Demonstration verständigt, auf der Rampe de» Abgeordnetenhauses erschiene« waren, stürmische Ovationen dar. Nachdem Schönerer und Wolff mit kurzen Worten gedankt und die Studenten ersucht hatten, Zusammenstöße mit der Polizei zu vermeiden, schritt letztere ein, drängte die Studenten, welche fortgesetzt deutsch- nationale Lieder sangen und Pereat Badeni, Pfui Lueger, nieder mit der Sprachen-Berordnung schrien, zur Universität zurück Bon dort entfernten sich später die Studenten iu aller Rohe. Prag, 10. November. „Narodny Listt" erklären, wenn die Deutschen ihre hochmüthige» Forderungen betreffs der deutsche« Sprache nicht lallen lasten, so werden sämmt- liche Slaven die russische Sprache als Weltsprache proclamireu. Berlin, 11. November. Das B efind en Bismarck» hat fich dem „Localanzeiger" zufolge im Laufe de» gestrigen Tages etwas gebessert. Die GefichtSschmerzen haben etwa» nachgelassen, auch stellte fich einige Stunden hindurch Schlaf ein. Berlin, 11. November. Eine große Explosion hat gestern Abend in der Krüger'schen Wellblechfabrik von Hein, Lehmann u. To., Handel-gesellschaft hterselbst ftattgefunden. Ein Arbeiter wurde auf der Stelle getödtet, zwei leben-« gefährlich verletzt, vier erlitten erhebliche Brandwunden durch Stichflammen. Die Ursache der Explosion ift noch u cht genau festgeftellt. Bermuthlich ist die Gas-Aether-Lampe eines Arbeiters uwgefallen und die Flamme hierauf an den Aerher geschlagen. Berlin, 11. November. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte der hiefigen türkischen Botschaft ist provisorisch der DtvtflonS General Tewftk Pascha, Gesandter in Belgrad, betraut worden, welcher bereit- hier eiugetroffen ist. Wien, 11. November. Die katholische Volk-« Partei beschloß, eS Ebenhoch zu überlaffen, ob er die Präfidentenstelle im Abgeordnetenhause übernehme« wolle. Ebeohoch lehnte da- Anerbieten ab und reiste nach Linz, um von dort aus seinen letzten Entschluß kund zu thun. Die parlamentarische Rechte der Commission beschloß, au Ebenhoch- Caudidatur festzuhalten. Die Corrcurreuzelarrsel der Handluugs- gehülfen. Bekanntlich tritt schon in kurzer geil ein wichtiger Theil des neuen Handelsgesetzbuchs in Kraft. Der Abschnitt über die Handlungsgehilfen und Handlungslehrlinge erlangt bereits mit Beginn des nächsten Jahres Gesetzeskraft. Er enthält in vieler Beziehung neues Recht, namentlich in der Richtung einer Erweiterung der Rechte der HandlungSgehülfen und Lehrlinge. Hierzu gehören auch die Bestimmungen über die Beschränkung der Gültigkeit der Concurrenzclausel. Es herrscht nun in kaufmännischen Kreisen eine große Unklarheit darüber, wie weit die neuen Bestimmungen auch Anwendung finden auf die am 1. Januar 1898 bestehenden Anstellungsverträge. Insbesondere ist man vielfach zweifelhaft, ob ein unter dem gegenwärtigen Rechtszustande verabredetes Concurrenzverbot, das seine Wirkung erst nach dem 1. Januar 1898 entfaltet, nach dem alten oder nach dem neuen Recht zu beurtheilen ist. Darauf ist zunächst zu bemerken, daß das neue Handelsgesetzbuch und sein Einführungsgesetz bestimmte, ausdrückliche Vorschriften hierüber nicht Irrsten. Es ist nun die Meinung vertreten worden, daß die Art. 170 und 171 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch hier analog anzuwenden seien. Rach diesen bleiben zwar für ein Schuldverhältniß, das vor dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs entstanden ist, die bisherigen Gesetze maßgebend, indessen bestimmt sich ein zur Zeit des Inkrafttretens des Bürgerlichen Gesetzbuchs bestehendes Mieth-, Pacht- oder Dienstverhältniß, wenn nicht die Kündigung nach dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs für den ersten Termin erfolgt, für den sie nach den bestehenden Gesetzen zulässig ist, von diesem Zeitpunkt an nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Es wird nicht leicht zu begründen sein, wie man diese für den bürgerlichen Dienstvertrag gegebenen Vorschriften ohne Weiteres auf den Vertrag der HandlungSgehülfen schon vom 1. Januar nächsten Jahres ab anwenden will. Denn darüber herrscht in der bisherigen Literatur über diese Frage kein Zweifel, daß vom 1. Januar 1898 bis zum 1. Januar 1900 als Ergänzung des Rechts des neuen Handelsgesetzbuchs über die Gehülfen nicht das Bügerliche Gesetzbuch mit seinen Bestimmungen über den Dienstvertrag zur Anwendung gelangt, sondern das geltende bürgerliche Recht. Eine Anwendung des Bürgerlichen Gesetzbuchs entbehrt jeder positiven Bestimmung. Fehlen uns aber hier ausdrückliche Vorschriften, dann müssen die allerdings in der Theorie und Praxis sehr bestrittenen Grund« sätze über die zeitliche Geltung der Gesetze zur Anwendung gebracht werden. ES fällt also hier die Erforschung des maßgebenden Gesetzeswillens in den Bereich der Auslegung. Bei dieser Auslegung kommt es zunächst in Betracht, wie dies auch der Art. 2 des Code civil ausdrücklich ausspricht, daß Gesetze regelmäßig die Bestimmung haben, die rechtliche Gestaltung der Gegenwart und der Zukunft zu ordnen, und daß die diesem Zweck dienende abstracle Norm eben deshalb diejenigen Verhältnisse rechtlich ausprägen will, die während ihrer Geltung sich verwirklchen. Aber der Gesetzgeber kann die wohlbegründete Absicht haben, sein Herrschaftsbereich über die gewöhnlichen Grenzen hinaus zu erstrecken. Dabei kommt namentlich in Betracht die Wichtigkeit und Bedeutung, die der Urheber des neuen Rechts diesem aus Gründen der Sittlichkeit oder des Gemeinwohls, aus ethischen, politischen, socialen ober wirlhschaftlichen Rücksichten beilegt; je größer diese Bedeutung ist, desto eher ist die Annahme gerechtfertigt, daß dem neuen Recht auch die früher entstandenen Rechtsverhältnisse haben unterwerfen werden sollen. Und das dürfte auf den Zweck des Verbots in der Concurrenzclausel vollkommen zutreffen. Der Gesetzgeber hat dasselbe aus wichtigen socialpolitischen Gründen erlassen. Er hat die individuelle Vertragsfreiheit nach dieser Richtung beschränkt, um Mißbräuchen vorzubeugen, welcher bisher mit dieser Freiheit getrieben worden sind. Die übermäßige Ausdehnung der Concurrenzclausel, die von dem Handelsgesetzbuch verboten wird, wird als ein Verstoß gegen die Sittlichkeit und öffentliche Ordnung angesehen. Daraus wird man denn auf die Absicht des Gesetzgebers schließen dürfen, alle Concurrenz- clauseln, die am 1. Januar 1898 bestehen, sofort dem neuen Recht unterzuordnen. Es wird deshalb anzunehmen fein, daß unsere Gerichte schon gleich nach dem 1. Januar 1898 die neuen Vorschriften über die Concurrenzclausel auch auf die bestehenden Verträge zur Anwendung bringen werden. Darnach ist eine Vereinbarung zwischen dem Prinzipal und dem HandlungSgehülfen, durch welche dieser für die Zeit nach Beendigung des Dienstverhältnisses in seiner gewerb« lichen Thättgkeit beschräntt wird, für den HandlungSgehülfen nur insoweit verbindlich, als die Beschränkung nach Zeit, Ort und Gegenstand nicht die Grenzen überschreitet, durch die eine unbillige Erschwerung des Fortkommens des Hand- lungsgehülfen ausgeschlossen wird; die Beschränkung kann überhaupt nicht auf einen Zeitraum von mehr als drei Jahren von der Beendigung des Dienstverhältnisses an erstreckt werden. Die Vereinbarung ist ganz nichtig, wenn der Handlungsgehülfe zur Zeit des Abschlusses minderjährig ist. Es wird im Interesse unseres Handelsstandes liegen, bei Zeiten Vorkehrungen zu treffen, um diesen Bestimmungen des Gesetzbuches zu genügen. Denn man wird nicht fehlgehen mit der Annahme, daß unsere Gerichte im Falle des Prozesses die Vorschriften des neuen Handelsgesetzbuches vom nächsten 1. Januar ab auf alle bestehenden Anftellungs- vertrüge von HandlungSgehülfen zur Anwendung bringen. €oc*Us unb prcrota Siehe«, 11. November 1897. • • Empfang. Seine Königl.Hoheit der Großherzog empfingen am 10. November u. A. den Provinzialrabbiner Dr. Sander von > ießen. Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, dem Pfarrverwalter Dr. Franz BacontuS zn Wald-Uelverßheirn, Decanat Oppenheim, die evangelische Pfarrstelle dafelbst zu übertragen, den evangel. Pfarrer Hermann Phil. Schnabel von Dortelweil, z. Zk. in Darmstadt, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. * • Theaterverein. Grillparzer scheint langsam auf unseren Bühnen eine Stelle neben unseren Klassikern zu erlangen. Und wenn dieser Erfolg dem Lebenden versagt blieb und sich erst bei der Feier seine- achtzigsten Geburt-tageS in der Ferne ankündigte, so dürfen wir heute wohl annehmen, wo seine vor sieben und acht Jahrzehnten geschriebenen Hauptwerke wenig von ihrer Frische und ihrem Reiz eingebüßt haben, daß dieser Erfolg ein dauernder sein wird. Der große Eindruck, den in der vorigen Saison „DeS Meeres und der Liebe Wellen" und gestern „Medea" erzielte, spricht durchaus dafür. Grillparzer, den seine Landsleute gerne den österreichischen Schiller nennen, hat eher eine Neigung, in der Weise Goethes dem tragischen Conflict die Spitze abzubrechen und seine Stücke elegisch auSkltngen zu lassen. Die weiche Poesie, die einzelne der schönsten Partien in „DeS Meeres und der Liebe Wellen" und in „Tappho" erfüllt, hat sogar einen stark idyllischen Zug. An tragischer Wucht nimmt wohl „Medea" die höchste Stelle unter Allem, wa- Grillparzer geschaffen har, ein und überragt weit die beiden anderen Werke auS dem griechischen Alterthum. ES ist das Schlußstück der Trilogie „DaS goldene Vließ", und zum vollen Berständniß der Hand- lurg und der beiden Hauptcharaktere gehört eigentlich eine Kenntniß der beiden früheren Stücke, tn denen die unselige Verbindung deS Paares geschlossen wird. Schon in der Er- öffnultgSsceue der „Medea", die un- beide in einer fremden Umgebung vorführt, wird der tragische Grundton deS Stückes machtvoll angeschlagen: die Situation tft so sehr mit Conflict- stoff gesättigt, die Charaktere einander so entgegengesetzt und die Unnatur der durch alles Vergangene doch unlösbar gemachten Verbindung so groß, daß eine Katastrophe unvermeidbar wird. Es steigert nur den tragischen Eindruck, daß sich die beiden Frauen — Kreusa und Medea — Anfangs finden und daß ihr Versuch, die Kluft zwischen den Gatten au-zufüllen, diese nur erweitern muß. Zwei durch gemeinsame Schuld und Schicksale au einander gekettete Gatten, die jede» in einer anderen Welt leben und darum sich immer fremd bleiben, ja auseinanderstreben müssen: das scheint un- daS unveraltbare und tiefergreifende Problem deS Stückes, während wir den Elementen der eigentlichen Medeafabel, dem Zauberwesen und dem Ktndermord, nur secundäre Bedeutung beilegen. Trotz aller Kunst deS Dichters halten wir die psychologische Motivirung der grauenhaften That nicht für zwingend genug. — Die gestrige Vorstellung darf als ein unbestreitbarer Erfolg deS hiesigen Theaters bezeichnet werden. DaS Hauptinteresse galt dem gefeierten Gaste, Frau Anna Führing aus Berlin. Die älteren Theaterbesucher erinnern sich vielleicht der Medea Clara Zieglers, einer Glanzrolle dieser Tragödin. Die Leistung unseres Gastes, der einen Vergleich wir ihr nicht zu scheuen braucht, unterschied sich von der ihrer berühmten Vorgängerin schon durch den Stil der Darstellung. Clara Ziegler, die der älteren Schule unserer Schauspieler angehörte, gelang am Besten der zweite Act, während sie im dritten und vierten versagte. Frau Führing verfügt über außerordentliche Mittel und ihrem ungemein biegsamen Organ stehen einige Herzenslaute und gewaltige LeidenschaftSauS- brüche, sanfte Schmeicheltöne und schneidender Hohn gleichmäßig zu Gebote. Sie hat diesen Vorzug mit Clara Ziegler gemein, während sie die größere Leidenschaft und die dämonische Ader ihr voraus hat. Den Höhepunkt ihres Könnens bildeten daher der dritte und vierte Act. Die Rolle war ungemein fein und sorgfältig ausgearbeitet. Mcht ganz frei scheint die Darstellerin von der Neigung vieler tragischen Künstler der Gegenwart, den Sturmwind der Leidenschaft zu dämpfen und dafür den Schwerpunkt auf daS schauspielerische Detail zu legen, selbst auf Kosten deS großen tragischen Stils. Es wird belehrend und genußreich sein, die hochbegabte und vtelseittge Künstlerin heute Abend als Donna Diana zu sehen. Unseren einheimischen Künstlern und der Regie gebührt unbedingte- Lob für die Hingabe, mit der fie sich ihrer Ausgabe widmeten. Sehr erfreue bat e- unS, in Frl. Marlofs eine so ausgezeichnete Darstellerin der Kreusa zu finden. Durch ihr sympathisches Spiel und ihr liebenswürdiges Naturell dürfte sich die Dame vorzüglich für Shakespeare'fche Mädchen- und Frauengestatten eignen. Erfolgreich führte Herr Janson die wenig dankbare Rolle de» Jason durch. Der Darsteller vergriff sich einige Male im Tone, glücklicher Weise ohne den Gesammteindruck wesentlich zu stören. Auch die Nebenrollen wurden befriedigend dargestellt, König Kreon durch Herrn Forsch, der im Fortgang des Stücks seine anfängliche Un» ficherheit verlor, Gora durch Frau Helm, der Herold der Amphithryonen durch Herrn Liebscher. Zu viel war am Ende des Stückes gestrichen worden- darunter litt nicht nur das Berständniß der Handlung, sondern mehr noch die Idee des Stücke-. Reichlicher Beifall des ausverkauften Hauses zeichnete nach jedem Actschluß die Darsteller au». • • Feuer. In der Schützeustraße spielten Kinder wahrend der Abwesenheit der Eltern gestern Vormittag in der Schlafstube mit Streichhölzern und zündeten hierbei ein Bett au, daS vollständig verbrannte. Dadurch, daß rasche Hilfe zur Hand war, wurde ein größeres Brandunglück verhütet. — Ja verflossener Nacht entstand in einem Laden in den Neuen Bauen Feuer. Eine größere Parthie Waaren verbrannte, ebenso wurde da- Hau- beschädigt. Die Entstedung-ursache ist nicht bekannt. • * Das Ehrenzeichen ftlr Mitglieder freiwilliger Feuer- wehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs dem M tgliede der Dörr u. Reinhardt'schen Fabnkfeuerwehr in WormS Adam Ebert- den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu Mainz Fritz Bartholomae, Bernhard Schreiber, Joseph Danzer und Edmund Jung- den Mitgliedern der Turner Feuerwehr zu Osthofen Eduard Melzer, Simon Mayer und Johann Müller. • • Die Lotterie der Frankfurter Allgem vlnNen- unb Pflanzen-Ausstellung ist auf den 29. und 30. December d. I. v erle gt worden. • • Wie wird fich der kommende Winter gestatte«? Dielst eine zur Zeit viel erörterte Frage. Erfahrene Land- Bewohner behaupten, der Winter werde diesmal recht streng werden und viel Frost und El- bringen. Sie gründen ihre Behauptung u. A. darauf, daß die Hamster ihre Borrarh-kammern außergewöhnlich tief angelegt, die Schwalben fich in diesem Jahre ganz besonders frühzeitig fort gemacht und auch die wilden Gänse jetzt schon ihre Züge von Norden nach Süden aogetreten haben. — Die Richtigkeit dieser Bekundungen vorausgesetzt, wird der diesmalige Winter nicht nur sehr streng werden, sondern auch sehr früh seinen Einzug halten. Dies schließt wiederum die Jägerwelt aus dem Umstande, daß Hasen und Rehwild sehr frühzeitig in die Haarfärbung eintreten, weil der Dach- in diesem Jahre um etwa vier Wochen früher al- sonst Moose und Laubftreu für- Winterlager zum Bau geführt hat, mb weil die aus dem Norden zu und zurückkehrenden Waldschnepfen statt Anfang October schon vierzehn Tage früher eingetroffen find. Ob die Wetterpropheten recht behalten, wird und muß die Zeit lehren. Wer lebt, erlebte! * • Wetterbericht. Der Kern deS hohen Drucke- ist weiter nach Süden bezw. gegen Osten gerückt und hat fich dabei merklich verstärkt. Er liegt heute mit einem Barometerstand von über 784 Millimeter an der ostdeutschen Küste. Infolgedessen treten etwa- stärkere Gradienten auf und herrscht zum Theil eine frische östliche Luftbewegung, welche der Witterung stellenweise einen rauhen Character verleiht. — Voraussichtliche Witterung: Abgesehen von Morgennebeln im Allgemeinen heitere- Wetter. r. Michelbach (bei Schotten), 10. November. In der Nackt von gestern auf heute sind ca. zehn Gebäude mit Nebengebäuden abgebrannt. Bad Nauheim. 10. November. Von einem traurigen Geschick wurde wiederum die Familie de- so plötzlich um- Leben gekommenen Bürgermeister-Hartmann in Rödgen betroffen. Der Sohn desselben kam nämlich unter einen schweren Wagen und wurde derartig verletzt, daß wenig Hoffnung auf Wiederherstellung vorhanden ist. Man wird der so schwer vom Schicksal geprüften Familie da- tiefste Mitleid nicht versagen können. Freiensteinau. 8. November. Ruchlose Hände haben in der Nacht vom letzten Freitag auf SamStag an der Staatsstraße von hier nach Holzmühl 20 Bäu mchen geschädigt- davon waren 13 wilde und fieben Obstbäuwe. Von letzteren stnd zwei abgeschnitten, alle anderen auf halbe Meterlänge geschält, glücklicherweise jedoch nicht rundum, so daß zu hoffen steht, daß die meisten durch sachgemäße Behandlung gerettet werden. Der Frevel ist augenscheinlich von einer Person au-geübt worden, nach den gleichartigen Schnitten zu urtheilen. Darwft. Ztg. Lauterbach. 9. November. Die feierliche Eröffnung der hiesigen Webschule fand heute Mittag in Gegenwart de- RegierungSrathS Noack von Darmstadt, der KreiS- und städtischen Behörden, wie de- AufsichtSrathS und des Haupt- lehrerS der Schule statt. □ Darmstadt. 10. November. DaS erwähnte Wohl« thätigkeitSfest vom SamStag hat, wie wir hören, einen Bruttoertrag von ca. 7000 Mk. ergeben, so daß nach Abzug der Unkosten mindestens je ca. 3000 Mk. der PenfionSkasse deutscher Journalisten und Schriftsteller in München, sowie der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger zu Gute kommen werden. Die Gaben für die Veranstaltung find so reichlich geflossen, daß noch größere Wein-, Bier- re. vorräthe unverkauft geblieben sind und demnächst zu Gunsten der Sache versteigert werden. Offenbach, 9. November. Wie groß der Eonsum an Pferdefleisch in hiesiger Stadt ist, geht auS der That- sache hervor, daß ein hieflger Pserdemetzger tu verflossener Woche allein 14 Pserde schlachtete. Wenn man den weiteren Pferdemetzger mit etwa 6 Stück hinzurechnet, so kommen auf eine Woche 20 Pferde. N. Hess. v. • Offenburg. 10 November. Der Personeuzug Nr. 53 fuhr heute früh 5 Uhr infolge falscher Weichen- stelluug auf den Schluß einer Rangirabtheilung. Personen wurden nicht verletzt, dagegen ist der Materialschaden bedeutend. Sieben Gürerwagen wurden mehr oder weniger beschädigt, drei vollständig zertrümmert. • Dresden, 10. November. Heute Vormittag wurde in der Blumenstraße die siebenjährige Tochter deS in der Piruaschen Straße wohnenden Ehepaares ülbrich ermordet aufgefunden. Häuser ft?*- Ä-Ä Nie < ‘‘IWHji, ll( iMr?’" 8”«' Wiegemg Seiner : Aa »i'Wiehe ' ®'W ai-m ’Njr ,e ®^tt6er fflh^Urtwn btt' ®Wt. Ctaw S**** lü- Decembkr d. I, er geßaltesr M Erfahrene Land- de dtekmal recht M bilngen. Sie kni dir Hamster Hi| angelegt, die Wen frühzeitig |f jetzt fchoa ihre n haben. - Dir itzt, wird drr dies, rdeo, sondern auch , hlieht wtederu« bit i und Rehivild sehr veil der Dacht ta er alt sonst Moofr u zesührt hat, utib Meheenden Waid- üjihn Tagr früher ien recht behalten, it, rrlrbtS! a Drucket Ist weiter und hat stch dabei um Barometerstand dien Küste. Infolge- af und herrscht zuw reiche der ffilttming shk. — Soraut- i SRorgtnnebdn Im oember. In der Wt mit Neben- a einem traurigen tl fo yibtziich umt mann in Rödgen vamlich unter einen verletzt, dah wenig ien ist. Man wird Familie bat tiefste lose Hände haben in Stag an der Staat«' äumchen ge!«a- n ObstbSume. von in auf halbe Meter' bl rundum, so wb Kgemähe Sehandlung peinlich von eine bärtigen Schnit"" i Darvst- Ztg- flirt«®*™ 1Q in Gege°«°ll ote > der Kreis' un atht und des H°^' P ht München, *.t kW™ Gute ,DB^Än sr°b |0 scr«”’srti in', ®ltt 6tt Sache JU ©imfw Dt , .er 6on|u» an i'V”, W *' 6'5 ’S, «»««' % will«» 7,7, ,4nlVe«l^ Di« d' r ffllrt««J >lge "bi^^licha""b<* 1 ’ wlltbe I» So«1111*?!, In w. io*“',* e«1”1“ ... a^14 * Der vorgestern verstorbene General der Infanterie v. Lchachtmeier war auS der Jafanterte hervorgegangen und in der Armee wegen seiner großen Dienstkenntniffe, sowie der Strenge und Gerechtigkeit deS Character» bekannt. Er hatte in diesen Richtungen mit dem „2ömen" v. Manstetu, zuletzt commandtrender General deS 9. ArmeecorpS, viel Aehnlichkett. General v. Schachtmeier trat im Kriege von 1866 nicht besonders hervor. Er befehligte damals die 32. Jnfanteriebrigade (30er und 70er) der Division Boyer und fand an ihrer Spitze nur wenig Gelegenheit, stch zu be* thätigen. Im Feldzuge von 1870/71 commanoirte er die 21. Division unter dem General v. Bose. Gleich im ersten Treffen vor Weißenburg fand General v. Schachtmeier Ge« legenheit, einzugretfen. Entscheidend wirkte er darauf am 6. August bei Wörth mit. Die Umstände freilich, unter denen die 21. Division dorr zur Thärtgkeit gelangte, waren nicht günstig. Die Verbände der Truppentheile konnten wegen der besonderen örtlichen und tactischen Verhältniffe nicht im nöthigen Grade aufrecht erhalten werden. Die Division bewahrte aber doch im Allgemeinen zwei kräftige Gefechts- gruppen, die eine am Spachbach, die andere von Gunftett kommend, und focht die Schlacht im Niederwald, sowie bet Elsaßhausen wacker durch. General v. Schachtmeter war dabei, wie der General v. Bose in der käwpfenden Linie verwundet ronrbe; schließlich betheiltgten stch noch einzelne Truppen seiner Division an der E nnahme von Froschwetler. Außer bet Sedan kam dte 21. Division nicht mehr zur Thätigkeit. General v. Schachtmeter hatte dte eiserne und einfache alt- preußische Schule durchgemacht und sich besonders mit der Schießausbildung, sowie der Taktik befaßt. In Bezug auf dte heutige Fechkwetse der Infanterie war der General einer ihrer Hauptsörderer. Nach dem Kriege folgte Schachrmeter dem General v. Schwartzkoppen in dem Commando deS 13. (württembcrgtschen) ArmeecorpS. Hier verstand der strenge und sogar schroffe Mann sich bester in dte Verhältniffe zu staden, als einer seiner Vorgänger. Seine Hauptverdtenste liegen in seiner damaligen, nicht leichten Wirksamkeit. Mitte der achtziger Jahre erhielt der General seinen Abschied und lebte seitdem in Celle. Dlclleicht wird eine- der von ihm im Kriege von 1870/71 befehligten Regimenter feinen Namen erhalten. • Ans dem stenographischen Bericht über LecherS Dauerrede sei eine Stelle wörtlich adgedruckr, weil sie am besten zeigt, unter welchen Verhältnisten zeitweilig der Abgeordnete Dr. Lecher gesprochen hat. Sie lautet: Abgeordnete vr. Lecher: Neuerlich (Tosender Lärm und Zwischenrufe), bedenkliche Corn Hlikatwnen (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Ich werde, wie ja begreiflich . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe). Hohes Haus! (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) . . . MUne Herren! . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Hohes Hau»! . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Abermals ergiebr sich eine so peinliche . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Abermals ergtebt sich eine peinliche Situation. . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Ich fürchte saft, daß die Sitzung (Tosender Lärm und Zwischenrufe) begonnen hat.. (Tosender Lärm und Zwischenrufe) ich meine Rede begonnen habe . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe) unter allgemeinem. . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe. — Lärm.) Hohes Haus! . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Complicationen . .. (Tosender Lärm und Zwischenruf«) in diesem hohen Hause . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe) mich verständlich machen . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) ES war schwer . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe), nachdem ich seit neun Stunden (Tosender Lärm und Zwischenrufe) an dieser Stelle ftehe (Tosrnder Lärm uab Zwischenrufe) und spreche (Tosender Lärm und Zwi'chenrufk) mich verständlich zu machen. (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Ich spreche . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) Ich rede (Tosender Lärm und Zwischen- rufe) jetzt schon seit neun Stunden .. . (Tosender Lärm und Zwischenrufe). . . ununterbrochen . . . (Tosender Lärm und Zwischenrufe.) — Besonders humoristisch wirkt hier, daß Lecher so oft von dem hohen Hause spricht, besten Benehmen von demjenigen sicherlich erheblich abwich, das man tu und von einem „hohen Hause" erwartet. * Zeitgemäß. A : „Kann ihre Frau Gemahlin schon radfahren^' B. (den das Rad seiner Frau schon viele Reparaiuren gekostet): „Leider nein! Vorerst nur radebrechen ! • Raffilltrt. Zimmervermietherin zu einem Studiosen: „2Benn Sie daS Zimmer miethen wollen, muß ich vorher bemerken, daß es dreißig Mark Miethe kostet. Ist Ihnen das genehm?" — Studiosus: „Selbstverständlich!" — Ver- mietherin: „Darm kann ich Ihnen daS Zimmer nicht geben, denn wer bei diesem Preis so gleichgiltig Ja sagt, der will gewiß schuldig bleiben." * Schlagender Beweis. Lauste (ihrer Freundin nach- blickend): „Da sagt man immer, Ella wäre unglücklich ver- hetrathet, und sie hat doch schon wieder einen neuen Hut auf!" Universität- - Nachrichten. — An der Universität Göttingen unterlag bisher die Zulassung von Damen ,um Hören der Vorlesungen k-inen besonderen Schwierigkeiten. Der Senat bat jetzt eine wesentliche Aenderung beschlossen. Damen, welche Vorlesungen hören wollen, müssen demnach vor dem Docenten entweder durch eine Art Colloquium oder durch Zeugniste Nachweisen, daß sie die genügende Vorbildung besitzen. Danach gibt der Docmt sein Urthetl an die Facultät ab, diese berichtet dem Prorecior, welcher dann die Zulassung genehmigt oder verweigert. Schiffrnachrichten. — Der Postdamoser „Frietzland" der „Red Star Linie" «r Antwerpen ist laut Telegramm am 9. November wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Cxmb* tmfc Vottswirthfchnft» Mm-metz, 10 November. Frachtmarkt. Roth er Weir en X 16,69, weißer Weizen X 00.00, Korn X 10.90, Gerste X 10 98, Hafer X 6.79. «ottrMnrft in drr Synagog Samstag den 13. November 1897. Vorabend 480 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, SchrlftrrklLrrrrrg, Sabbathausgang 580 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Reltgiousgesellschas; Sabbathfeier am 13. November. Freitag Abend 4" Uhr, SamStag Vormittag 830 Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgong 680 Uhr. Nachmittag 2U Uhr EchrtfterkMrrrng Bahnhofstr. 60. Wochengottesdienft Morgens 7 Uhr, Abends 430 Uhr — Empfehlenswerte Werke für die Hausbibliothek. — Meyers Konversations-Lexikon. Fünfte, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr all 130,000 Artikel und Verweisungen mit ungefähr 10,000 Abbildungen im Text und auf Ober 1000 Bildertafele. Karten und Pllnen. 17 Bunde in Halbleder gebunden zx je 10 Mk. (Im Erzcheinanj Meyers Kleiner Hand-Atlas. Mit 100 Karten blättern und 9 Textbeilagen. In Halbleder gebunden 10 Mark. Meyers Hand-Lexikon des allgem. Wissens. In einem Band. Fünfte, neubearbeitete Auflage. In Leinen gebunden 6 Mark. Das Deutsche Reich zur Zeit Bismarcks. Politische Geschichte von 1871—1890. 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Der Voranschlag der Gemeinde Ettingshausen für 1898/99 liegt vom 12. d. Mts. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht der Jntereffenten offen. Ettingshausen, den 9. November 1897. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. _ Görnert. 10401 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Utphe für 1898/99 liegt vom 12. November ds. Js. an acht Tage lang auf dem Bürgermeistereibureau dahier zur Einsicht der Jntereffenten offen. Utphe, den 10. November 1897. Großh. Bürgermeisterei Utphe. _________Sch neider. 10393 Bekanntmachung^ Der Voranschlag der Gemeinde Annerod für 1898/99 !ie;}t vom 13. November l. Js. an acht Tage lang zur Einsicht der Bethei-1 Hgten auf unserem Bureau offen. Annerod, den 9. November 1897. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 10398 Empfehlungen 9708 empfiehlt Emil Fischbach Heute frische empfiehlt die 10407 w Marktsiraße 4. Telephon 119. im besten Stadium 10218 B. Melier, g eingelroffen. 10286 29. 29. Einsehen kiiaßl. 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