bi« 12'/, unb '‘•‘'M«*»«, * Sä"?' M LKr L-Z dch-7^'«»> L» ÄL «s 8 ti? B«tone. e ,‘ ** Röhl. *2*uÄ ften 200 ranco. anstatt linber. Tchafe. - lUhr. ■ vie gewöhnlich. [8290 .tu S561 ihäoier, Neaen- ■asae 41, Ottmar lardt. )\ade >0 Pffl.) fwflfli 10 Ölt an. ladl ;tor« «iiunfl- tersweg. s|0 Nr. 214 Drittes Blatt. Sonntag den 12. September 1897 Der erscheint täglich, W* Ausnahme de- Montag». Di« Gießener Damilienvtäller Weben dem Anzeiger w-chentlich dreimal tzeigelegt. Gießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger. Bierteljähriger Abouaemelltspreisr 2 Mark 20 Pfg. eit Lringerlohn. Durch die Pog bezag« 2 Mark 50 Psg. Rebaction, Expebttia» und Dntdcrei: | -chnkftrateAe.7. Fernsprecher Mc Anrts- und Anzeigeblntt füv den Tiveis Gieszen. | chratisöeikage: Gießener Kamikienölätter. Annahme von Anzeigen zu ber Nachmittag» für den felflmben Tag erscheinenden Nummer bi» Dorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Lureaux de» In- und AuSlande» nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- cnlye*. Anrtlirh-v Löeil. Bekanntmachung. Nachstehend wird ein Abdruck der von der Generalversammlung des landwtrthschaftlichen BeztrksvereinS Gieße» genehmigten Rechnung pro 1896/97, sowie deS Voranschlag» pro 1897/98 unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenutuiß gebracht: 1) daß Gesuche um Bewilligung von Subventionen zum Besuche von Ackerbauschulen, sowie deS Obftbaumwärter- Cursu» zu Friedberg bis zum 16. October 1897 bet dem Unterzeichneten einzureichen find; 2) daß zur Bestreitung der Kosten der Impfung der Gemeindebullen mit Tuberkulin 50 Mk. in Ausgabe vorgesehen find und daß jeder Gemeinde, die ihre Bullen impfen läßt, ein Zuschuß zur Bestreitung dieser Kosten in dem Betrage von 12 Mk. au- der BeztrksvereinS- kaffe entrichtet werden wird. Anträge find alsbald nach vollzogener Impfung der Bullen mit Tuberkulin unter Angabe deS Resultat- der Impfung etuzureichen. 3) daß die für Hebung der Riodviehzucht vorgesehenen Mittel tu folgender Weise verwendet werden sollen: •) zur Abhaltung einer BiehpreiSvertheiluog in Grüoberg 500 Mk., b) zur Subveutiouirung von Gemeinden, welche Ballen rein Vogelsberger oder Stmmenthaler Raffe anschaffen und dieselben nur zur Reiu- zucht verwenden laffen oder in denen Biehzuchtveretne gegründet werden, 800 Mk. Zur Bestreitung der durch den Ankauf von reinen Bullen entstehenden höheren Kosten wird auS der land- wirthschaftlicheu BezirkSveretnSkaffe ein Zuschuß nicht unter 50Mk. bewilligt, wobei im Concurrenzsalle die ärmeren Gemeinden vorzugsweise berück- fichtigt werden sollen. Anträge find unter Vorlage der Körscheine alsbald nach dem Ankauf der Bullen an den Unterzeichneten einzusenden. 4) daß zur Hebung der Ziegenzucht 100 Mk. in Au-gabe vorgesehen find und daß hieran- Gemeinden, welche Ziegenböcke rein Schweizer Raffe anschaffen, zur Bestreitung der hierdurch entstehenden Kosten eine Subvention bis zu dem Betrage von 25 Mk. bewilligt werden soll. Im Concurrenzfalle werden die ärmeren Gemeinden vorzugsweise berückfichtigt. Anträge sind unter Angabe des Ankaufspreise- de- Ziegenbocks einzureichen- 5) daß für Abhaltung von Wandervorträgen 200 Mk. in Ausgabe vorgesehen find. Aus diese« Betrage sollen die Diäten der Wanderlehrer und die Kosten de- TrauSport» derselben auf der Eisenbahn bestritten werden. Die Großh. Bürgermeistereien, welche wünschen, daß in Ihren Gemeinden derartige Vorträge gehalten werden sollen, werden ergebenst ersucht, mir dies unter Angabe de» Thema-, über welche- der Wanderlehrer einen Vortrag halten soll, sowie deS Tage- und de- Local-, au resp. in welchem der Vortrag gehalten werden soll, mitzutheilen. Gießen, den 6. September 1897. Der Director deS landwirthschaftlichen Bezirk-Vereins. C. Jost, RegierungSrath t. P. Rechnung de- landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen pro 1896/97. Einnahme. xM. 1. Kaffevorrath au- vorhergehenden Jahren 102.67 2. Beitrag des landwirthschaftlichen Provinzial- Vereins aus Mitgltederbeiträgen 381.50 3. Beitrag der Aachener-Münchener Feuerver- ficheruvgSgesellfchaft 51.20 4. Beitrag deS Provinzialverein» zur Hebung 1000.— der Rtndviehzucht 5. dto. der Ziegenzucht 41.66 6. dto. deS Obstbaues 100.- 7. dto. für Wandervorträge 200.— 8. Beiträge der Sparkaffen Gießen, Grünberg, Hungen und Laubach 787.18 9. Bezug von Saatkartoffeln und künstlichem Dünger 2128.21 10. Capitalziusen 98.58 11. Zurückempfangene Capitalien 1300.— Summa 6141.— Ausgabe. 12. Bureaukosten 20.— 13. Vergütung für Schreibereien 90.— 14. Vergütung für den Diener 24.— 15. Für Formularten und Drucksachen 24.28 16. Subventionen an Schüler des Obstbau EursnS 210.— 17. Für Jmpfnng von Gemeindebullen mit Tuberkulin 23.— 18. Beitrag an den Obstbauverein Friedberg 100.— 19. Für Wandervorträge 20.60 20. Für Hebung der Rtndviehzucht 1005.— 21. „ n n Ziegenzucht 76.— 22. Für Saatkartoffeln und künstlichem Dünger 2430.60 23. Gehalt des Rechners 50.— 24. Für die HanShaltungSschule in Lindheim 50.— 25. Au-geliehene Eapttalien 1700.— 26. Sonstige Ausgaben 5.90 Summa 6768.28 Abschlag. Einnahme 6141.— JL Ausgabe 5768.23 „ Kaffevorrath 372.77 Jt. Boraufchag der landwirthschaftlichen Bezirksvereius Gießen pro 1897/98- Einnahme. ** 1. Kaffevorrath aus vorhergehenden Jahren 372.77 2. Beitrag de» landwirthschaftlichen Provinzialvereins 330.— 3. Beitrag der Aachener und Münchener Feuer- BerficherungSgesellfchaft 56.60 4. Zur Hebung der Zucht des Rindviehes 1000.— 5. Zur Hebung der Ziegenzucht 100.— 6. Capitalziusen 129.50 7. Beitrag des ProvinzialoereinS zur Hebung des Obstbaues 100.— 8. dto. für Wandervorträge 200.— 9. Beiträge der Sparkaffen Gießen, Grünberg, Hungen und Laubach 787.18 10. Zurückempfaugeue Capitalien 450.— Summa 3526.05 Der Seeraub in alter und neun Zeit. Bon Alexander Bauer. (Schluß.) In der neueren Zeit ragt vor allem die Seeräuber. Verbindung der Flibustier hervor, die fich sogar zu einer Art staatlicher Anerkennung durchrang. Die Entstehung der Verbindung ist auf das Jahr 1625 und den Krieg mit Spanien zurückzuführen. Frauzöfische Abenteurer nahmen die Insel St. Christoph weg und trieben von hier aus Kaperet. Später siedelten sie nach St. Domingo über und verlegten fich anfangs auf die Jagd der wilden Rinder, meßhalb fie auch Buccanier genannt werden, in der Folge aber auf die Seeräuberei. Den Namen Flibustier erhielten fie von den leichten Fahrzeugen (fiy-boata), die fie benutzten. Sie wählten regelrechte Anführer, gaben fich Gesetze und bildeten eine förmliche Ptratenrepublik, die fich durch großartige Raubzüge nach den Inseln und nach dem Festlande gefürchtet machte. Den Spaniern hatten fie unauslöschlichen Haß geschworen, weßhalb fie lange Zeit von Frankreich und England oegünstigt wurden. Ihre Plünderungszüge be- schränk,en fich nicht allein auf den Golf von Mexiko,- fie überschritten ebenso die Landenge von Panama und verwüsteten die Küsten de» Pactfischen Ocean» von der MagelhaenS-Straße bis hinauf nach Kalifornien. Furcht and Schrecken übertrieben noch die Thaten der Flibustier, welche wirklich ans Wunderbare grenzten. So eroberten fie unter ihrem Anführer Morgan die Stadt Panama (1671) und plünderten die Städte an der peruanischen Küste. Da fie, denen immer neue abenteuerliche Elemente au- Frankreich und England zuströmten, zuletzt den Engländern selbst gefährlich wurden, entzogen diese ihnen ihren Schutz. Bet «einem Angriff auf Kartagena in Columbia ging der größte Theil der tapferen Freibeuter zu Grunde (1697); von da «n verschwanden fie allmählich vom Schauplatze. Mehrere Jahrhunderte hindurch bethätigten fich afrikanische und türkische Korsaren al- gefährliche Gegner des friedlichen Seehandels. Mit erstaunlicher Kühnheit enterten fie die Schiffe, raubten fie au- und brachten die Jnsaffen auf die nordafrikanischen Sclaveumärkie. Erst in neuerer Zeit gelang e», ihnen das Handwerk gänzlich zu legen, völlig starb überhaupt die Seeräuberei nie aus, bald waren es griechische, bald persische, bald amerikanische Piraten, von deren Thaten die Seefahrer zu berichten hatten. Australische Sträflinge erlangten hin und wieder die Freiheit, erbeuteten Schiffe und trieben fich als Piraten in den Gewäfferu der Südfee umher. Mehr al» alle andern gelangten indeffen in neuerer Zett die Malaien in den Ruf, kühne Seeräuber zu sein. Alle Umstände vereinigten fich, fie dazu zu machen. Von Hinterindieu wanderten fie nach ihren jetzigen Wohnfitzen, den Inseln des malaiischen Archipele, auS. Am Meere lebend, von zum großen Thetle unabhängigem, kriegerischem Character, tapfer, grausam und listig, erblickten fie im Fischfang und in der Seeräuberei von jeher ihre natürlichen Erwerbsquellen. Deßhalb war die Schifffahrt bet ihnen in hohem Grade au-gebildet. Ihre Holzschiffe, Prau», werden (nach Siever») besonders von den Central- und Oftmalateu verfertigt. Früher wachten ganze Flotten von ihnen die Gewäffer zwischen Afien und Australien unsicher und bi- auf den heutigen Tag haben dir Sulu-Insulaner noch nicht auf den Seeraub verzichtet. Als handelnde Elemente in dem jetzt gemeldeten ungeheuerlichen Falle werden Aischinesen genannt. Arschin ist ein Malaienstaat, der den nördlichsten Theil der Insel Sumatra einnimmt. Bis 1873 war eö den Holländern nicht gelungen, der kriegerischen Bewohner dieses Staates, au deffen Spitze ein Sultan stand und dessen Größe auf mehr als 50,000 Quadratkilometer angegeben wird, Herr zu werden. Allein die fortgesetzten Seeräubereien der ätscht- nefischeu Bevölkerung drängten zur Thal: Am 26. März 1873 erklärte die niederländische Regternng an Atschin den Krieg. Doch die Unterwerfung der verzweifelten Insulaner war keine leichte Sache. Die erste Expedition mußte fi^ nach schweren Verlusten zurückzteheu, erst einer zweiten stärkeren gelang die Eroberung der Stadt, und noch zahlreiche andere, die Geld und Truppen in Masse kostete», hatten die Ueberwältigung eines TheileS des atschinefischeu Gebiet-, der 1880 zur Provinz erklärt wurde, zur Folge. Im Innern des Lande- blieb aber alle- beim Alten. Hier herrscht der Sultan noch völlig unabhängig und feine Unter« thauen führen gegen die Niederländer einen fortgesetzte» Guerillakrieg, indem sie über deren Posten und Stretfzügler herfallen und fie verwunden und ausrauben. Die Alschinesen find entstanden aus der Vermischung der eingeborenen Bevölkerung mit arabischen und anderen durch die Entwickelung des Handel» und die Annahme des J-lam eiugewanderteu Elementen. Ihre einstigen Stamme-« geooffen, die Batak», haben fich dagegen ihre Ursprünglichkeit bewahrt. In der 1800 Meter über dem Meere liegenden Hochebene auf dem nordwestlichen Theile der Insel ansässig, leben fie ohne politische Gesammtverbtndung in einzelnen Famtlienstämmen. „Jedes Dorf ist nnabhängtg und hat einen erblichen Häuptling. Dabei ist das merkwürdige Volk auf der einen Seite ziemlich civilifirt, die Kunst, zu lesen unb zu schreiben ist bei ihnen so alt als allgemein, die Industrie steht auf verhältnißmäßig hoher Stufe, fie find sonst friedlich und gastfrei; auf der anderen Seite waren fie 6t» neuerdtng» dem Genüsse des Menschenfleische- ergeben.* (Daniel.) Bom Meere abgeschuitten, werden fie indessen der Seefahrt nicht gefährlich, während die Alschinesen und andere Malatenstämme fich selten eine geeignete Beute entgehen lassen. Allerdings sieht man ihnen scharf auf die Finger, und eS ist wohl möglich, daß angeficht» dieses neuesten schrecklichen Ereignisses schärfere Maßregeln gegen die räuberischen Horden ergriffen werden. Ausgabe. 11. Bureaukoften 20.— 12. Vergütung für Schretbereteu 36.— 13. „ n ben Diener 24.— 14. Für Formularieu und Drucksachen 30.— 15. Subvention zum Besuche der Ackerbauschulen 200.— 16. , „ „ von Obstbaum- wärtereurse« 500.— 17. FürJmpfuugvonGemeindebulleu mttTuberkulin 50.— 18. versuche zur Tilgung der Maul- und Klauen« seuche durch Impfung 150.— 19. Beitrag au den Obftbauverein Friedberg 100.— 20. Für Wandervorträge 200.— 21. Zar Hebung der Zucht des Rindviehes 1300.— 22. „ „ „ Ziegenzucht 100.— 23. Bezug von Saatkartoffeln re. 500.— 24. Errichtung von Versuchsstationen zum Anbau von Kartoffeln 100.— 25. Gehalt des Rechners 60.— 26. Für die Haushaltungsschule io Lindhet« 50.— 27. Reservefond 106.05 Summa 3526.05 Cocoles und Krovinzielle». Klei« Linde«, 10. September. Sedanfete r. (Nachträglich.) Dieser für die Entwicklung unseres deutschen Vaterlandes bedeutungsvolle Tag wurde schon in der Frühe des Tages von Seiten der Volksschule festlich begangen, in« dem auf dem Turnplatz eine gemeinschaftliche Feier sämmt licher Klaffen abgehalten wurde. Am Abend unterließ der hiesige Krtegerveretu nicht, auf dem nahen Schtldberge ein Freudenfeuer abzubreonnn. Nach diesem Festacte begaben sich die Mitglieder des KrtegerveretnS in den Gastsaal zur „Deutschen Eiche", woselbst Ansprachen mit Mufikvorträgen abwechselten. In einer der Ansprachen wurde insbesondere der au diesem Gedenktag Gefallenen gedacht, und zugleich auch eines vor wenigen Wochen auf tragische Weise um'S Leben gekommenen eifrigen und treuen Mitgliedes rühmliche Erwähnung gethan. It. Reichelsheim i. d. W., 10. September. Der letzte Manövertag ist herbeigekommen, endlich leuchtet die Sonne wieder, gegen Westen stehen zwei Luftballons in bedeutender ftöfjc, der Waffenlärm hat sich nach Friedberg und Nieder« Wöllstadt gezogen. Was der gestrige Tag bei uns brachte, möge mit kurzen Worten geschildert werden. ES herrschte schauderhafte-Regenwetter, daS den Einsender an die gleiche Zeit vom 5. bis 14. September 1870 vor Metz erinnerte. Der Boden war ein Morast, selbst die chauffirten Wege waren mit Schlamm bedeckt- um 4 Uhr Nachmittags wälzten I sich die Straße von Affenheim her nach und nach 7000 Mann in unser Städtchen, welches da» Hauptquartier des Grafen Haeleler wurde. Der Erbgroßherzog von Baden hatte sein Hauptquartier nach Bingenheim verlegt, e» wurde aber im letzten Augenblicke wieder abgesagt. Unser Städtchen zählt ca. 900 Einwohner, die für 7000 Mann Quartiere zu schaffen hatten. Wenn ein Offizier eine Strohschütte in einem Zimmer fand, war er schon zufrieden. Obgleich Mann und Roß furchtbar ftrapazirt und die Leute bis an die H'lmspitzen beschmutzt waren, herrschte Munterkeit und guter Muth. So etwas muß man sehen. Unsere Mitbürger benahmen sich vorzüglich, vom Reichsten bis zum Aermsten wetteiferte man in Gastfreundschaft und Gefälligkeit. In den umliegenden Dörfern war es gerade so: Militär und Quartiergeber sind gegenseitig des Lobe- voll. Möchte eS stets so bleiben! Budinge«, 8. September. Am 7. September 1895 konnte der Hofpredtger Thhlmaun fein 50jährtges Dienst- jubtläum feiern. Am gestrigen Tage, genau 2 Jahre später, war eS ihm und seiner Frau Gemahlin durch Gottes Güte vergönnt, in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische, um geben von Kindern und Kinders Kindern, das Fest der goldenen Hochzeit zu begehen. Schon am Bordend des Feste« brachte der Ktrchengesangveretn und dann der „Liederkranz" dem Jubelpaare ihre Ovationen dar. Am Festtage selbst hielt Herr Prälat D. Habicht eine gottesdienstliche Feier im Familienkreise ab. Gegen 11 Uhr begab sich der Kirchen« Vorstand in daS HauS der Genannten, um seine Glückwünsche darzubringrn und durch sein Erscheinen die Antheilnahme der evangelischen Kirchengemetnde an dem schönen Familienfeste ihres langjährigen treuen Seelsorgers zu bekunden — ge« I mäß 1. Cor. 12,26b. Und daß «an auch wirklich allgemeinen Antheil an dem Freudenfeste des Hauses Thylmann nah«, bewies die große Zahl der Gratulirenden, die von Nah und Fern, theils persönlich, theilS schriftlich, ihre Wünsche brachten, sowie die große Zahl von duftigen Blumengrüßen und finnigen Festgaben, die dem Jubelpaare beweisen sollten, daß, wer Liebe säet, auch Liebe erntet. (Büd.Allg. Anz.) §§ 8im BogelSberg, 10. September. Der deutsche Radfahrer-Bund hat seit einiger Zeit auch im Ob erwald an steil abführenden Stellen Tafeln anbrtngen lassen mit der Aufschrift: „Für Radfahrer Vorsicht!" ES wird dteS sehr anerkannt nicht nur von Testen der Radfahrer, sondern auch von anderen Passanten und FuhrwerkSsührern. Auch viele Geschäftsleute und Beamte besorgen ihre Geschäfte per Rad. Worin«, 6. September. Heute Nachmittag gegen 1 Uhr trafen etwa 50 Teilnehmer deS in Dürkheim a. d. H. tagenden Anthropologen, CongresseS auf Einladung des hiesigen AsterthumS-BereinS in unserer Stadt ein, um die Ausgrabungen des römischen Gräberfeldes auf den Frhr. v. Hehl'schen Besitzungen am fogen. Bollwerk zu besichtigen. Eine Anzahl Gräber waren aus diesem Grunde freigelegt worden und sie boten ein Bild von der BestattungSweise aus alter Zeit. Es wurde eine Anzahl Gläser, Urnen rc. beim Oeffuen der Särge gefunden. Nach Beendigung der Ausgrabungen besuchten die Thetlnehmer daß Pauluemuseum. • Die größte« LebeuSverficherungS Gesellschaften in Suropa. AuS Fachkreisen wird der „Frkf. Ztg." geschrieben: „Der Monat August brachte der deutschen Lebensversicherung ein bedeutsames Ereigniß darin, daß zwei unserer größten Gesellschaften, die im Jahr 1830 gegründete Alte Leipziger und die 24 Jahre jüngere LebenSverstcherungS« und Grsparutßbank in Stuttgart, in ihrem Versicherung- bestand die Summe von 500 Millionen Mark überschritten haben. Damit ist die Zahl der deutschen Gesellschaften, bei denen mehr als eine halbe Milliarde Mark an regulären Capitalverficherungeo (d. h. mit Ausschluß der Bolksverfiche- rung) versichert ist, auf vier gestiegen- außer den oben genannten gehören dazu noch die Gothaer und die Germania« Stettin. Von den Gesellschaften de« europäischen Continents haben nur noch zwei französische einen so großen Bestand aufzuweisen, die 1819 gegründete Aasurances generales und die 1830 gegründete La Nationale. Aber auch hier zeigt sich die Ueberlegenheit der deutschen Lebensversicherung über die Aflecuranz der Nachbarstaaten dahin, daß daS Wachs- thum der deutschen Gesellschaften ein viel schnellere- ist als da- der sranzöfifchen. Ordnet man diese sechs größten Gesellschaften de- europäischen Festlandes nach der Höhe deS 1896 erzielten Retnzuwachses, jo ergibt sich folgende- Bild: Zunahme in 1896 Mk. pEt. Stuttgarter...... 33,175,730 7.43 Leipziger (Alte) .... 25,602,200 5.59 GermaniaSteitin .... 22,632,369 4.41 Gothaer....... 18,539,600 2.68 La Nationale-Paris . . . 1,198 601 0.22 Assurances generales-Paris — 1,538,010 — 0.23 Die größere Stetigkeit der deutschen Gesellschaften erzielte einen Reinzuwach-, der in seinem Maximum von Mk. 33.18 Mill, haft PluS aller Gesellschaften de- europäischen Festlandes hinter sich läßt, während der enorme vorzeitige Abgang bei den französtjchen Gesellschaften von dem, mit großen Kosten erworbenen Neugef.väft wenig oder gar nicht- übrig läßt. Don Interesse ist, daß in England, dem Mutterlande der Lebensversicherung, obwohl dort der Gesammtverficheruvgsbeftand vielleicht doppelt so groß ist al- in Dsutschland, doch nur zwei Gesellschaften vorhanden find, bcnn Derficherungsbestand an uojere großen Deutschen etwa heranreicht- dies sind die Prudential in London, die m ihrer „ordinary brauche“, d. b. abgesehen von der Volk-. Versicherung einen Bestand von mehr als einer Milliarde Mark Capital besitzt, und die Scostish Widows Fund in Edinburgh." • Leipzig, 7. September. Die Kasse der Ausstellung erwartet Mitte deS Monatö den Verkauf der 2.000,OOOsten Tageskarte. Am 15. d. M. sind seit der Eröffnung der Ausstellung fünf Monate verflossen, und rechnet man glatt Feuilleton. Frankfurter Brief. (Originalbericht für den .Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) Galeotto. — Goldmarks „Königin von Saba". — Gastspiel der Frau Erika Wedekind. Dr. M ES ist doch wohl nicht lediglich Zufall, daß kein- der späteren Dramen de- Spanier- Echegarah den Er« folg im Auslande errungen hat wie der von Paul Lindau für die deutsche Bühne bearbeitete Galeotto, ein Gesell- schaft-stück düsterster Färbung, in welcher BerleumdungSsucht, hämische Bosheit und gedankenlose Nachrede fast die Rolle des Fatums spielen, welchem der Mensch nicht entgehen mag, mag er auch noch so sehr mit seiner besseren Einsicht gegen das Unvernünftige sträuben. Als eine besondere Feinheit in der technischen Anlage deS Dramas müssen wir immer von Neuem die Thatsache bezeichnen, daß der Feind, der Jntri- guant, der daS LebenSglück harmloser Menschen unterwühlende Schurke, keine Person, kein Individuum, sondern eine Masie. ein Heerdengefühl ist. Als treue Verbündete deS Dichters zeigten sich bei dieser Stnstudirung Frl. Boch (Julia) und die Herren Bauer (Don Manuel) und Barthel (Ernesto.) Die Frankfurter Dtrection hat in der Oper auf Gold- markS vieractige „Königin von Saba" zurückgegriffen, deren Wiederaufnahme sich doch, vom rein künstlerischen Standpunkt eher zu lohnen scheint, als die Neubelebung der gleichnamigen Gounod'schen, an theatralischen Effecten über- reichen Oper. Goldmark, der 1875 zwar keinen Triumph, aber doch immer einen recht nennenSwerthen Achtungserfolg mit diesem Werk erlebte, bewahrt sich auch schon in dieser Partitur als der feinsinnige Instrumentalist und der geschmackvoll auswählende Musiker, der zu lernen versteht, von den Besten seiner Zeit, ohne doch dabet auf Selbständigkeit zu verzichten. DaS Textbuch zur „Königin von Saba" rührt von Mosenthal her, der solche Aufgaben mit dichterischem Schwünge zu erfassen vermochte. Der biblischen lieber« lieferung gegenüber waltet natürlich die größtmöglichste Freiheit. Die weise und schöne Königin von Saba erscheint am Hofe Salomo- - Assad, Salomo's Günstling, hat die hohe Frau gesehen, sich in sie verliebt und bei ihr Gehör gefunden, sodaß er seiner Braut Sulamith untreu wird. Die stolze Königin von Saba verleugnet aber öffentlich mehrmals den Geliebten und treibt diesen in Verzweiflung und Wahnsinn, sodaß er im Tempel Gott lästert und zum Tode verurtheilt wird. König Salomo verwandelt diese Strafe in Verbannung und Assad zieht in die Wüste, wo er während eines SamumS umkommt, nachdem vorher jedoch seine Versöhnung mit Sulamith stattgefunden hat. Es ist intereffant, diesen Inhalt mit den Vorgängen und Characteren in Paul HkyseS Drama „Die Weisheit Salomo«" zu vergleichen. Bet Molenthal ist der König 150 Tage, so kommt eine Durchschnittsziffer von 13,300 zahlen- den Tagesbesuchern heraus. Daneben find noch circa 40,000 Dauerkarten auSgegeben. Dem 2,000,OOOsten Besucher ist eine wertbvolle Gabe zugedacht. • Leipzig, 8. September. Die „Lripz. Zeitung" warot die Studenten vor der Theilnahme an der für nächsten Sonntag beabsichtigten Fahrt nach Eger. Unüberlegte Worte würden sie in den österreichischen Kerker bringen und ihre Zukunft zerstören. * 3- *w und totrb tk 'N.» J* fch-fe SiM N. sä* ?*•*« Wttk. *tt Xoat Huk mit ■/ toorin der eine lner Metzgrrküust IUn bit Gtlrgrn- " l"r zu ttinftn. tn str es heruach o01t> verrauchii *bilo| zur Ät|tn. Dn ntue Hel« dttTrobr", Aulgug Erp» wil Das Schiff t(D jetzt Id offen Srptevbn 6t' «tfn wird. Der leter Laugt unb Mvvatt in An- b auch bit btibtn «tu etwa 28,000 Wait Mlcav" 1 unb bit Fertig, ist in btt autztr- n nsolgt. Der stillt gtgtnwartig tavlchntlldampstrs elften Cajütt für aukvnkauft, auch bon 8nmtlbungtn ffeo werden. Bei zähltodeu Manv' itr ®rofet* nicht i befördern, teg im Berner jtubtx Yvcktcht vrlz'. i, !egrn, ftim. befindet fich der if Irinin Söhnen Im Frtmdendut lfltr Wiener de° tl amerikanischen )'n )ibt Schluß Eonflic« I“ » btt \M ”llS Slitit 1°b!” »i6°" ! »7 ,4 ttltt I. 8 giifti Hab{n $ ttschitn, lag SöflS tffeb »* •Ä SÖ niidi pichen •*S> ange, pehördlicheAnzeigen Bekanntmachung. Alle Diejenigen, welche Forderungen an den Nachlaß des verstorbenen Wilhelm Noll IV. zu Gießen, weiland Inhaber der Firma W. M. Noll daselbst, zu bilden haben, werden hierm t aufgefordert, solche innerhalb 14 Tagen tn detaillirter Form bei dem Unterzeichneten an zumelden. Gleichzeitig werden die Schuldner des Verstorbenen aufgefordert, ihre Schuldbeträge an den Unterzeichneten abzuführen. 8335 Gießen, am 8. Septbr. 1897. Der gerichtl. bestellte Nachlaßverwalter. I. B o e ck | Versteigerungen. Faselochs' Versteigerung. Da der erste Faselochs in der Gemeinde Albach zum Dienst zu schwer geworden ist, so soll derselbe Mittwoch, den 15. September I. 3 , Bormittags um IO Uhr, auf hiesigem Bürgermeisterei Bureau öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Der Faselochs ist reiner Simmenthaler Raffe und zum Schlachten erster Dualität. Albach, den 10. September 1897. Großh. Bürgermeisterei Albach. Balser. 8413 | Empfehlungen. oooo ooooooooc Prima Prima Wmschink älterer, größter unb renommirfefter Fabriken, z. B. Frister & Rossmann, " Diirkopp & Co. etc, deren jede schon längst weit mehr als eine Million Nähmaschinen hergestellt haben, empfiehlt zu alle« billigsten Preisen und vollster Garantie 8408 Joh. Ar. Schaaf, Wetzfteinnr. 44. N. B. Sogenante Berliner Versandt- Maschinen schon & 50 Mark. Lerlag von Emil Nolh m Gießen Karte °°m Croßhrrzogthum Krffk». Mit Berückfichttgung der anarenzenden Länder neu bearb. von Mox Frommann 25. vermehrte Auflage. In Karton * 2.80; aufgezogen JL 4.50. 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