Mv. 36 Freitag den 12 Februar 1897 Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Die Gießener Aamitieuvkälter rotrbtn bm Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hießeuer Anzeiger erscheint täglich, Ait Ausnahme des Montage. ErRes Blatt. Bierteljähriger Abonuemcrrtsprets: 2 Mar! 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rebaction, Expeditis« und Druckerei: Kchutgraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- imd Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. chratisöeitage-. Hießener Aamikienötätter. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nchw« i Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgrge«. Amtlicher Thell. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche. Z Jn Ltndhetm, Glauberg, Berstadt, Oberau und Heegheim, Kreis Büdingen, Wisselsheim und Dieder-Florstadt, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebroche« und GemarkungS- bezw. Gehöftsperre angeordnet worden. In Angenrod, Grebenau, Kirtorf, Leusel, Reibertenrod, Strebendorf und auf dem Schmitt- Hofe bei Lehrbach, Kreis Alsfeld, in Engelthal, Kreis Büdingen, Dortelweil, Kaichen, Södel und Vilbel, Kreis Friedberg, Kombach, Kreis Biedenkopf und Ni eder- wett er, Kreis Marburg, ist die Maul« und Klauenfeuche erloschen und sind die verfügten Sperrmaßregelu wieder aufgehoben worden. Gießen, den 9. Februar 1897. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 9. Februar 1897. Bett.: Die Aufsicht über das dienstliche und außerdienstliche Verhalten der Schulverwalter und Schulgehilfen. Die Swtzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Zufolge Weisung der obersten Schulbehörde beauftragen wir Sie, im Laufe des Monats Februar, spStestens aber bis zu« 1. März d. I. uns über die in Ihren Gemeinden verwendeten Schulverwalter und Schulgehilfen folgendes zu berieten: 1. Bor- und Familienname. 2. Ort und Zeit der Geburt, Name, Stand und Wohnort des Vaters. 3. Confesfion. 4. Ob verheirathet und seit wann? und mit weffen Tochter? 5. Zeit und Ergebniß der Seminarprüfung. 6. Zeit und Ergebniß der Staatsprüfung. 7. Befähigung für den Organisteudtenst. 8. Welche Stelle er vor seiner gegenwärtigen versehen hat und seit wann? 9. Gegenwärtige Verwendung, seit wann? 10. Würdigung der dienstlichen, moralischen und persönlichen Eigenschaften nach dem Urtheil des Gesammtschulvor- standes. 11. Etwaige Anträge. Das Protocoll des GesammtschulvorftandeS ist beizulegen, v. Gagern. Gießen, 9. Februar 1897. Betr.: Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen, hier Darstellung des Zustandes derselben. Die Grvtzh. Kreis-Schulcommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie, die Fortbildungsschulen Ihrer Gemeinden zur festgesetzten Zeit zu schließen und uns bis spätestens Ende März die Berichte über den Zustand der Fortbildungsschulen im Winter 1896/97 zugehen zu lassen. In denselben ist anzugeben: 1. Zahl der Klaffen, 2. Zahl der abgehaltenen Stunden, 3. Zahl der Lehrer, 4. Zahl der Schüler, 5. Leistungen der Schüler, 6. Betragen der Schüler, 7. Zahl der Versäumnisse der Schüler, a. erlaubte, b. wegen Krankheit, c. unerlaubte. 8. Daffelbe wie 7 a. b. c. in Procenten ausgedrückt. 9. Vergütung für den ganzen Unterricht, abzüglich der BeleuchtungS- und Heizungskosten. Zugleich erinnern wir Sie daran, daß die Fortbildungsschulen in Gegenwart des Schulvorstandes mit einer durch die Lehrer vorzunehmendeu öffentlichen Prüfung zu schließen sind. v. Gagern. Thronrede zum 30. Landtag. Darmstadt, 10. Februar. Heute Mittag 1ya Uhr fand im Großherzogltchen Schlöffe unter dem sonst üblichen Ceremoniell die feierliche Eröffnung des 30. Landtags statt. Nach der von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog gehaltenen Thronrede fand die Vereidigung derjenigen Abgeordneten statt, welche den land- ständischen Eid noch nicht geleistet hatten, worauf Se. Exc. Herr Staatsminister Finger auf Befehl Sr. Königl. Hoh. des Großherzogs den Landtag für eröffnet erklärte. Die Thronrede hat folgenden Wortlaut: Meine Herren Stände! Ich heiße Sie zum 30. Landtage des GroßherzogthumS willkommen. Die Einberufung zu demselben ist ungewöhnlich spät erfolgt und erscheint gleichwohl nach einer wichtigen Seite hin als verfrüht. Der Wunsch Meiner Regierung, Ihnen alsbald bei Ihrem Zusammentritte den Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und -Ausgaben für die mit dem 1. April dieses Jahres beginnende Finanzperiode vorzulegen, hat sich leider nicht verwirklichen laffen. Die Ursache liegt wesentlich darin, daß es zur Zett an einer sicheren Grundlage für die Bemessung der zu erwartenden Einnahmen fehlt. In dieser Beziehung fällt zunächt das durch die Gestaltung des Reichs« Haushalts bedingte Verhältniß der Ueberwetsuugen aus Reichs- einuahmen zu den Matricularumlagen in das Gewicht, nicht Minder aber die Frage des finanziellen ErgebniffeS der Eisen- bahnverwaltuugS« und Finanzgemetnfchaft mit Preußen, welches jetzt zum ersten Male festgestellt werden soll. In beiden Richtungen wird vor April kaum auf einen Abschluß zu rechnen sein. Bei dieser Sachlage ist Meine Regierung genöthigt, Ihnen vorerst die Erstreckung des dermalen geltenden Finanz- gesetzeS und zwar auf die Dauer zunächst eines halben JahreS anzufinnen. Die Nothwendigkeit dieser Erstreckung sowie die Dringlichkeit der Erledigung mehrerer audereu Angelegenheiten machten Ihre Einberufung zu dem gegenwärtigen Zeitpunkte nothwendig. Zu den soeben erwähnten Angelegenheiten gehören vor Allem ein Gesetzentwurf über die RuhegehaltSverhält- nisse und die Versorgung der Hinterbliebenen der im Heff.-Preuß. Gemeinschaftsdienste angestellten Staats- eisenbahnbeamteu und ein solcher über die Fürsorge für Beamten infolge von Betriebsunfällen. Beide Gesetze find in Ausführung des am 16. December 1896 perfect gewordenen und soweit thunlich jetzt schon vollzogenen StaatS- vertrags vom 23. Juni 1895 zu erlaffeu und sollen am 1. April d. I., au welchem Tage jeuer Vertrag in vollem Umfange zur Ausführung gelangt, in Kraft treten. Weitere dringende Angelegenheiten find die Festsetzung und Bewilligung der Gehalte für die am 1. April nächsthtn zufolge des Gesetzes über die Kunftstraßen vom 12. August 1896 in Dienst tretenden KreiSbautuspectoren, ferner eine Vorlage wegen Beschaffung weiterer Mittel zur Herstellung der durch das Gesetz vom 15. November 1890 genehmigten Nebenbahnen und eine Propofition, betreffend die Bewilligung von Mitteln behufs Vollendung der Vorarbeiten für die in Aussicht genommene Steuerreform. In dieser Propofition wird Ihnen eine nähere Mittheilung über den dermaligen Stand der Steuerreformfrage gemacht werden und ferner wird Ihnen demnächst eine Denkschrift über die Ziele und die Richtung der Letzteren zugehen. In dem Hauptvoranschlage für 1897 bis 1900 werden Sie möglichst reichliche Mittel für Zwecke der Landwirth- schast und Gewerbe, sowie eine namhafte Summe zur Regelung und Aufbefferuvg der Beamtengehalte eingestellt finden. WaS diese Letzteren angeht, so wird Ihnen eine be- fondere Vorlage zugehen, welcher das System des Borrückens nach Dienstaltersstufen zu Grunde liegt. In theilweiser Erfüllung der ständifchersettS geäußerten Wünsche wegen anderweiter Organisation der obersten Staatsbehörde habe Ich Mich in Rücksicht auf die umfangreichen Arbeiten, welche die Einführung des auch von Mir im Jn- tereffe der nationalen Einigung freudig begrüßten Bürgerlichen Gesetzbuch» erfordert, veranlaßt gesehen, schon jetzt die Justizverwaltung durch Bestellung eines besonderen verantwortlichen Vorstände» von der Verwaltung deS Innern zu trennen; sobald jene Arbeiten ihren Abschluß gesunden haben, wird eS au der Zett sein, weitere Aenderungen bezüglich der Bertheiluug der Geschäfte in Betracht zu ziehen. Unter der Versicherung Meines steten landesherrlichen Wohlwollens lade Ich Sie nunmehr ein, an Ihre Arbeiten heranzutreten. Ich erhoffe von denselben reichen Segen für Land und Volk. Wolff» telegraphische- Lsrrefprndenr-BnrttM. Berlin, 10. Februar. Die Budget-Lomwisfion des Reichstages berieth heute den Colovialetat. Auf die Frage, ob der verurtheilte Privatbeamte Schröder nach Deutschland tranSportirt worden sei, erwiderte Colonial- director v. Richthofen, Strafen über 6 Monate dürften nicht in den Colonien verbüßt werden. Gegen Schräder schwebten noch Untersuchungen, die den Transport nach Deutschland verzögert hätten. Richthofen erklärte ferner, er theile die Ansicht, daß der Gouverneur allein verantwortlich fein müffe. Die Unterabtheilungen in der Verwaltung würden im nächstjährigen Eiat verschwinden. Die Frage der Stellvertretung des Gouverneurs sei so gut wie erledigt. Oberstlieutenant Trotha treffe bald in Deutschland ein. Der älteste Beamte werde in Zukunft die Stellvertretung des Gouverneurs übernehmen. Die Commission strich demgemäß die Forderung von 25,000 Mk. für einen ständigen Stellvertreter des Gouverneur» und setzte dafür 2000 Mk. ein als Zuschuß für den ältesten als Stellvertreter dienendea Beamten. Auf eine Anfrage HammacherS, ob der Geologe Entdeckungen machte, erwiderte Richthofen, er habe zu Goldfunden kein großes Vertrauen. Straßburg i. E., 10. Februar. Der kaiserliche Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg hatte für gestern Abend einige 70 Einladungen zu einem parlamentarischen Diner erlassen, zu dem fast sämmtliche Mitglieder de» Lande-auSschuffes, Staatssekretär v. Pntt- kamer, die UnterstaatSsecretäre und andere hohe Beamte erschienen waren. In seiner Begrüßungsansprache drückte der Fürst seine Freude über das zahlreiche Erscheinen der Abgeordneten zu den Berathungen aus, sowie über die Stetigkeit im Vorstande deS LandeSauSschuffeS. Der Statthalter betonte, fein eifrigste» Bestreben fei, die Bedürfnisse deS Landes kennen zu lernen und ihnen nach Möglichkeit gerecht zu werden, wobei er sich in vieler Beziehung freundlichen Entgegenkommens erfreuen dürfe. Sodann fuhr er fort: »Schmerzlich muß es mich aber berühren, in einer Anzahl öffentlicher Blätter des Landes öfter und noch dazu in recht verletzender Form den Vorwurf gegen die Regierung erhoben zu sehen, ihre Maßnahmen bezweckten nur, da» Volk zu knebeln, jede berechtigte Regung zu unterdrücken und eine KirchhofSruhe herzustellen. Ich brauche wohl nicht zu betonen, wie nachtheilig diese fortwährenden Verdächtigungen aus die Entwickelung unserer inneren Zustände wirken. Ich werde eS immer dankbar anerkennen, wenn in den öffentlichen Blättern in ruhiger, objektiver Form auf Mißstände aufmerksam gemacht wird und wenn die Wünsche der Bevölkerung zur Kenntniß der Regierung gebracht werden. Jede Regierung bedarf einer solchen Controle, und ich glaube, e» wird Niemand, der die Zustände unbefangen beurtheilt, behaupten können, daß der Presse hier im Lande nicht die größtmögliche Freiheit gewährt wird. Eine Regierung, die eine solche Kritik nicht verträgt, wäre eine schlechte Regierung. Wenn aber die von mir gekennzeichnete Presse den Bogen zu straff spannt, mag sie auch die Verantwortung tragen für die uns aufgedrungene Strenge, die ich nur ungern anwenden würde, nicht um die Freiheit der Presse zu unterdrücken, sondern um Land und Leute vor Unheil zu bewahren. Sie, meine Herren, möchte ich bitten, dahin zu wirken, daß solche Maßregeln nicht nothwendig werden." Der Fürst schloß, indem er des erkrankten Präsidenten Dr. v. Schlumberger freundlich gedachte, mit den aufrichtigsten Wünschen für Elsaß-Lothringen und den Lande»- au-fchuß. Vicepräfident Jannez-Saargemünd dankte mit einem freundlich aufgenommenen Hoch auf den kaiserlichen Statthalter. Der Abend nahm einen glänzenden Verlaus. Paris, 10. Februar. Präsident Faure besuchte heute das „Institut Pasteur", wo Dr. Roux Mittheilungen über die Herstellung de» Pestserums machte, welche eifrig fort- gefetzt werde. Dr. Roux erinnerte daran, daß der Pestkeim sich tu der Erde entwickele und daß er vor feiner Heber* tragung auf den Menschen, wie man glaube, auf Thiere übergehe. UebrigenS fei der PestbacilluS von allen bekannten Mikroben der am wenigsten widerstand-fähige, da zu feiner Tödtung die Berührung mit einer einfachen Carbollösung genüge. Die Entwickelung de» PestbacilluS in Indien fet vor allem auf die Unsauberkeit der betroffenen Personen zurückzuführen. Wenn sich die Epidemie gegen alle Erwartung doch in Europa zeigen sollte, so brauche man darüber nicht zu erschrecken, denn die Pest fände hier keinen günstige« Boden für ihre Ausbreitung und würde wahrscheinlich bald wieder verschwinden. Kanea, 10. Februar. Reuter Meldung. In Kiss amo und Kastelt auf Kreta find 22 muhamedauische Frauen und Ikillder niedergewetzelr worden. Depeschen deS Bureau »Herold/ Berlin, 10 Februar. Der Kaiser besichtigte heute Nach« mittag in Begleitung de» Erzherzog» Otto vou Oesterreich die Arbeiten am Denkmal Kaiser Wilhelm» I. Berlin, 10. Februar. Graf Herbert Bißmarck ist, wie au» Frtedrtch»ruh gemeldet wird, heute daselbst ein- getroffen. Fürst BtSmarck befindet sich vollkommen wohl. Berlin. 10. Februar. Bei dem Minister de» Innern, Freiherr« von der Recke, fand gestern ein parlamen- tarische» Diner statt, zu welchem die Minister und zahlreiche Mitglieder beider Häuser de» Landtage» geladen waren. Berlin, 10. Februar. Im Abgeordneteuhause stand heute der Etat de» Ministerium» de» Innern zur Be- rathung. Beim Titel Miuiftergehalt entspann sich eine erregte Poleudebatte, die morgen fortgesetzt wird. Berlin. 10. Februar. Da» Schluß-ProtocoL über die Ergebniffe der deutsch-russischen Zoll-Conferenz ist gestern unterzeichnet worden. Grandeoz. 10-Februar. Eine gestrige Versammlung de» hiesigen polnischen VolkSvereiu» wurde polizeilich aufgelöst, da in polnischer Sprache verhandelt werden sollte. Hamburg. 10. Februar. Laut amtlicher Mittheilung sind nur noch 300 fremde Hafenarbeiter hier, 1500 find bereits abgeschoben. Heute traten Senat und Arbeitgeber zur Regultrung der Hauptfragen zusammen. Eine Arbeiter-Deputation verlangte, jedoch ohne Erfolg, die Zuziehung zu den Berathuogeu, besonder» hinsichtlich der Ernennung des Hafeu'JnspectorS. Rom. 10. Februar. Auf Initiative der italienischen Regierung übermittelten die Großmächte der griechischen Regierung eine Verbal-Note, tu welcher erklärt wird, daß die Großmächte eine Störung des Weltfriedens durch etu active» Vorgehen Griechenlands nicht dulden würden. Sollte letzteres ein fait acompli schaffen wollen, so werde es dafür die volle Verantwortung zu tragen haben. Pari». 10. Februar. In parlamentarischen Kreisen ruft da» Gerücht, England sei im Begriff, da« Protektorat über Egypten zu proclamiren, große Bewegung hervor. Athen, 10. Februar. Bei Suda fand ein heftiger Kampf zwischen Christen und Türken statt, bei welchem die letzteren nach großen Verlusten tu die Flucht geschlagen wurden. Koustautioopel, 10. Februar. DaS ActionScomite der Jungtürken sandte an die Botschafter ein Manifest, in welchem Gewaltmaßregeln angekündigt werden, falls nicht eine baldige Aeuderung deS jetzigen Regimes eintreten sollte. ________________ Berlin, 11. Februar. Der „Vorwärts" demeutirt die Blättermeldung, daß der Abgeordnete Bebel sich bei der nächsten Wahl nicht mehr um daS Mandat von Straßburg bewerben werde. London. 11. Februar. Nansen hat seine Abreise verschoben, um eine Reihe von populären Vorträgen zu halten. Belgrad, 11. Februar. ES wurde festgestellt, daß frühere Mitglieder der Fortschrittspartei die Entführung der der radikalen Partei angehörigen zwei Geistlichen durch Hai- duken veranlaßt haben. Athen. 11. Februar. Von griechischer Seite wird behauptet, in der Umgebung Kaneas habe ein wüthendeS Gefecht zwischen griechischem und türkischem Militär stattgefunden, wobei 15 Türken getödtet worden seien. Die griechischen Schiffe AlphoniS und Hydra begaben sich nach Retimo und Herakleion, wo die Griechen von den Türken in ihren Häusern eingeschloffen gehalten wurden. Auf der Insel Syra hat sich ein FretcorpS flüchtiger Cretenser gebildet, die sich nach Creta begeben. Auf der Insel Melos sind unter den Flüchtigen die Blattern auSgebrocheu. WB. Athen, 11. Februar. Prinz Georg ist auf Befehl de» Königs mit derTorpedoflotille nach Kreta abgereist. Ungeheurer Jubel der Bevölkerung. WB. Athen, 11. Februar. Prinz Georg wohnte vor seiner Abreise der Meffe und dem Dankgottesdienste bei. Bei der Einschiffung deS Prinzen Georg im PiräuS gab die Menge Hunderte von Schüffen ab, um Mitternacht brachte die Bevölkerung dem Könige begeisterte Huldigungen dar. ES wird hier nicht mehr, verheimlicht, daß die Flotte Befehl hat, mit allen Mitteln die Landung der türkischen Truppen in Kreta zu verhindern. Die griechische Regierung richtete a» die Mächte eine Note mir der Erklärung, Griechenland könne den Ereigniffen in Kreta nicht als einfacher Zuschauer gegenüberstehen, der Pflicht gegen die Christen und wegen seiner Gefühle für die bluts- und glaubeoSverwandtr Bevölkerung. „Asty" schreibt: Der Beschluß der Regierung, die Flottille nach Kreta abzusenden, sei auf Drängen deS Königs erfolgt- die Nachricht von der Entsendung türkischer Truppen von Smyrna auS, ruft Erregung hervor. CocaU» mit proohoiettef» Sießeu, den 11. Februar 1897. * Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoheit der Groß- h erzog haben Allerguädtgst geruht, dem Großh. Distrikts einnehmer Rendanten Philipp Reitze! zu Schotten aus Anlaß feine» am 11. Februar stattfindenden 50 jährigen Dienstjubiläums daS Ritterkreuz 2. Klaffe de» Verdienstorden» Philipps des Großmürhigen zu verleihen. ** Rationalliberaler Bereis. In der vorgestrige« Monat». Versammlung widmete der Vorsitzende, Herr Dr. Fuhr, zunächst dem treuen, unermüdlichen Parteifreund, Herrn Professor Dr. O. Buchner, einen warmen Nachruf.— Sodann schilderte Herr Prof. Dr. Schwartz die politischen Vorgänge der letzten Wochen auf dem Gebiete der Arbeiterbewegung, das Verlangen nach Ausdehnung de» CoalitionS- rechtes, die Ausdehnung der Gewerbeaussicht ans die Cor- fectiousbranche, daS Ende des Hamburger StrtkeS, den ersten christlichen Bergarbeitercougreß zu Dortmund, die Novelle zum UnfalloerficherungSgesetz. Ferner den Kampf um die Handelsverträge, die lange Diehseuchendebatte im preußischen Landtage, die Quebrachofrage und die letzten Verhandlungen deS CentralverbandeS deutscher Industrieller. — Sonntag, den 21. d. MtS., Abends 8 Uhr, wird der General- secretär der nationalliberaleu Partei, Herr Pazig aus Berlin iu öffentlicher Versammlung über die politische Lage sprechen. — Der natiooalliberale Verein sieht mit Rücksicht auf eine zu veranstaltende größere allgemeine Centenarfeier am 22. März seinerseits von einer öffentlichen Feier dieses TageS ab und wird nur im engeren Kreise eine Vorfeier veranstalten. * • Vortrag. Der gestern Abend im „Hotel Einhorn" vom Detailllsten-Verein veranstaltete Vortrag war nichts nur von Mitgliedern deS Vereins, sondern besonder» von Gästen sehr gut besucht. Herr GerichtSaccesfift Klarenaar lieferte an Hand der einzelnen Paragraphen deS Gesetze» gegen den unlauteren Wettbewerb einen sehr lichtvollen Commeutar für die Praxis, damit gleichzeitig eine Kritik verbindend, die im Großen und Ganzen sehr günstig für daS vom Gesetz Ge wollte sich aussprach. Nach einigen geschäftlichen Mitthei- lungen schloß der Vorsitzende, Herr Ernst Balser, die Versammlung. Auf den Vortrag, an welchen sich eine anregende Besprechung schloß, kommen wir noch näher zurück. • * Der neue Sportplatz au der Hardt. Wie wir unseren Lesern früher schon berichtet haben, tst in unserer Stadt ein sportliches Unternehmen tm Entstehen begriffen, welches derselben zur Zierde gereichen und einen hervorragenden Anziehungspunkt für Einheimische und Auswärtige bilden wird. Während die Arbeiten auf dem Sportplätze an der Hardt der winterlichen Witterung wegen momentan nur langsam fortschreiten, entfalteten die Begründer deffelben eine um so regere Thätigkeit, um deu Bestand dieser Anlage gegen alle Eventualitäten zu sichern. Auf Anregung de» ersten Vorsitzenden der „Wanderer", Gießener Radfahrgesellschaft, ist jüngst ein größerer Kreis von Jntereffenten zusammengetreten, um daS zunächst von drei Mitgliedern dieser so rasch erstarkten und populär gewordenen Vereinigung und Herrn Braueretbefitzer Btchler inS Leben gerufene Werk zu fördern und zu stützen. Nach eingehenden vor- berathcnden Verhandlungen und Besprechungen wurde am Montag Abend in einer zahlreich besuchten Versammlung im Hotel zum Rappen der einstimmige Beschluß gesaßt, die von der früher dieserhalb erwählten Commission ausgearbriteten Statuten, sowie den Vertragsentwurf mit den „Wanderern", Gießener Radfahrgesellschaft, mit einigen wenigen redactionellen Aenderungen zu acceptiren, und eS erfolgte hierauf sofort auf dieser Grundlage die Constituirung deS „Curatoriu m der Rennbahn Gießen 18 97", zu dessen ersten Vor fitzenden Herr Rechtsanwalt Dr. Jung einrnüthig gewählt wurde. Der Zweck des „Curatorium der Rennbahn Gießen 1897" ist die Hebung deS RadfahrsporteS, durch gemeinschaftlich mit den „Wanderern", G eßener Radfahrgesellschaft, in Anlehnung an den Deutschen Radfahrer Bund zu veranstaltende Rennfestlichkeiten, sowie die Benutzung der gleichzeitig anzulegeuden Davn-tsQniss-Spielplatz- rc. Besonder» erfreulich und für das Gedeihen deS Unternehmens von hohem Werthe ist es, daß dem „Curatorium der Rennbahn Gießen 1897" sich auch Angehörige auS den höchsten Kreisen der Gesellschaft und hohe Beamte angeschloffcn haben und in deu Vorstand deffelben eingetreten find, die sich dem Radfahrwesen in hiesiger Stadt bisher nicht leicht zugänglich gezeigt hatten. Diese Thatsache beweist am besten, daß wir hier vor einem im wahren Sinne des Wortes zeitgemäßen Unternehmen stehen und daß auch hierorts die Bedeutung dieses ebenso schönen wie gesunden Sportes immer mehr erkannt und gewürdigt wird, nach dem Vorbilde anderer, in sportlichen Angelegenheiten tonangebenden Städte. Das „Curatorium der Rennbahn Gießen 1897" besteht au» ordentlichen und unterstützenden Mitgliedern. Die Zahl der Ersteren soll eine beschränkte bleiben und da dieselbe schon in aller Kürze erreicht sein dürfte, so empfiehlt fich ungesäumte Anmeldung für alle Jntereffenten. Unterstützende Mitglieder, für welche lediglich nur die Verpflichtung eines ganz geringsügtgen jährlichen Beitrags besteht, gegen welchen freier Eintritt bei Rennen gewährt werden soll, finden in beliebiger Zahl Aufnahme und e» steht zu -erwarten, daß bei dem regen Sinn unserer Bevölkerung für solche Veranstaltungen die Betheiligung in dieser Richtung eine außerordentlich g-oße, ja allgemeine sein wird. Auf die Einrichtungen deS Sportplätze» und seiner Anlagen zurückzukommen, behalten wir un» vor, bemerken nur heute noch, daß die Abficht besteht, dieselben event. auch anderen Gesellschaften, Vereinen und Einzelfahrern hier und auswärts auf Wunsch zeitweise zu überlaffen und sind Anfragen dieserhalb an den ersten Vorsitzenden des Curatorium» oder an den ersten Vorsitzenden der „Wanderer", Gießener Radfahrgesellschast, welch Lttzterer als stellvertretender Vorsitzender in den CuratoriumS-Borstand gewählt worden ist, zu richten. * • Kaiser-Manöver. Die „Münch. N. Nachr." melden au» Wü rzb nrg, daß die Kaiser-Manöver an der Nordwest- Grenze Bayerns und jenseits dieser auf hessischem Gebiete ftattfinden werden. * * Jus Arrest. Ein Musketier deS hiesigen Infanterie- Regiment» hat am Sonntag Abend in einem WirthSlocale zu Darmstadt mehrere Fensterscheiben eingeschlagen, wobei er fich derart verletzte, daß er in da» Militarlazareth ausgenommen werden mußte. Gestern wurde der Soldat durch einen Unterosfizier hier eingeliefert. *e Sitzung des LandeßauSschnfseS der laudvirlhschafUiche» Vereine am 6. Februar. Unter dem Vorsitze de» Herrn Geheimen RegierungSrath HaaS Offenbach fand am 5. Februar d. IS. in Darmstadt eine Plenar-Sitzung des LavdeS- außschnffeS der landwirthlchaftlichrn Vereine statt. Nach Begrüßung der erschienenen Vertreter Großherzogl. Regierung und der Mitglieder de» LandesauSschuffe» wurde sofort zur Verhandlung der Tagesordnung geschritten. E» wird u. A. beschloffev: Großh. Regierung gu ersuchen, als Beitrag zu den Kosten der Besch ckung der Au-stellung der deutschen LandwirthschaftSgesellschast pro 1897 entsprechend dem Com- misfionSantrag 7500 Mk. zu bewilligen, für die spätere« Ausstellungen dieser Gesellschaft einen jährlichen Beitrag von 10,000 Mk. zur Verfügung des LandesauSschuffeS vorbehaltlich deS BerwendungSnachweifeS im Staatsbudget etnzustellen. — Im Weiteren gelangt zum Beschluß ein Antrag der Viehzucht Commission des LaudeSanSschuffeS auf Abänderung der derzeitigen Vorschriften, betreffend die Fleischbeschau im Groß- herzogthum Heffen iw Sinne des diesbezüglichen preußischen ErlaffeS vom Jahre 1892. — Auf Antrag genannter Corn- misnon wurde ferner beschlossen, Großh. Regierung zu er- uchen, zur Bekämpfung der Tuberkulose deS Rtndvied» Viehzüchtern und Zuchtvereinigungeu die kostenfreie Tuberkulln- impfung ihres Viehbestände» unter gewiffen Bedingungen zu gewähren, die Impfungen für die Viehbestände der Zuchtviehhöfe und di: Körung von Bullen von dem Ergeboiß vor- hergegaogener obligatorischer nach zwei Monaten zu wiederholender Impfung abhängig zu machen unter Übernahme der Kosten und Verlustrntschädigung durch den Staat oblt» gatorisch einzuführen. — Zur wirksameren Abwehr vnd Unterdrückung der Maul- und Klauenseuche beantragt der Landesausschuß bei Großh. Regierung die Ernennung von Viehbeschauern im Sinne der Bestimmungen Dom 10. Juli 1895 für alle Gemeinden, die Bestreitung der Kosten der Scheinausstellung, Desinfektion und de» Thierarztes au» öffentlichen Mitteln unter Mitwirkung des Staate» - weiter- hin wird Großh. Regierung ersucht, eine gründlichere Desinfektion der Eisenbahnviehtransportwagen, sowie der Rampen zu erwirken und für sämmtliche Molkereien die Pafteurisi- rung der zu Futterzwecken abzugebenden Milch obligatorisch zu machen. Gleichzeitig werden auch Anträge auf Erlaffung reichSgesetzlicher Maßregeln zur Bekämpfung der Tuberkulose und der Maul- und Klauenseuche zum Beschluß erhoben. — Zur Berichterstattung über die Ausführung deS bürgerlichen Gesetzbuches wird eine Commission gewählt, die durch Zuziehung juristischer Kräfte erweitert werden soll. ** Javalidenheim. Die Kaiser Wilhelm - Stiftung für deutiche Invaliden, die tm Sinne ihrer hohen Protektoren 25 Jahre lang ihre segensreiche Thätigkeit entfaltet und in dieser Zeit bis Ende 1895 die sehr ansehnliche Summe von 17,743,043 Mk. zur Milderung der Roth unserer Invaliden und deren Hinterbliebenen aufgewendet hat, hat be- schloffen, zum ewigen Andenken an ihren ersten hohen Protektor, weiland S. M. Kaiser Wilhelm I. als Pflegestälte für erwerbsunfähige und bedürftige Kämpfer von 1870/71 ein Jnvaltdenheim zu begründen. Während de» 25jährige« Bestehen» der Stiftung wurde nämlich in vielen Fällen die Erfahrung gemacht, daß insbesondere die alleinstehenden und hülssbedürstigen, von ihr unterstützten und auf dem Lande wohnende« Invaliden der wünschenSwrrthen ausreichende« Pflege bei ihre« Gebreche« und in Krankheitsfällen entbehren. Geordnete Kur und Pflege kann diesen brave« alten Soldaten nur durch Aufnahme in eine Pflegeanstalt geboten werden. DaS zu diesem Behufe geplante Jnvalidenheim soll an einem gesunde«, Wald- und wasserreichen Platze im deutschen Vater- lande errichtet werden. Sein Bau und seine dauernde Unter- Haltung erfordern ein Capital von etwa 1 Million Mark, dessen Aufbringung z. Zt. Gegenstand der ernsten Fürforge der Kaiser Wilhelm-Stiftung ist. DaS Jnvalidenheim wird für die Ausnahme von 100 deutschen Invaliden Veteranen auS dem Kriege von 1870/71 eingerichtet werden- die noch vorhandenen Kämpfer aus den früheren Feldzügen können vorerst nicht berücksichtigt werden, weil die Kaiser Wilhelm- Stiftung seiner Zeit ausdrücklich nur für die Invalide« von 1870/71 errichtet wurde. Man hofft jedoch, daß später auch die Invaliden Veteranen auS Feldzügen vor 1870/71 Ausnahme finden können, falls wildthätige Hände die zur Errichtung solcher Stelle erforderliche Summe von etwa 10,000 Mark für jede Stelle der Verwaltung überweisen werden. 3« Amerika verstorbene Hesse«. Mount Vernon, Jnd., John Zimmermann, 65 Jahre alt, aus Alsheim. EoanS- ville, Jnd., Friedrich Kercher, 85 Jahre alt, aus Biblis. Bentinick, Ont., (Canada) Carl Habermehl,65 Jahre alt, aus Schwarz. New York, Heinrich Ahlheim, au« Schwanheim. Bretzville, Jnd., Frau Elisabeth« Frick, 82 Jahre alt, auö Wöllstein. Springfield, Ohio, Johann Michael Krichbaum, 41 Jahre alt, aus Winlerkasten. New-U'm, Minn-, Jacob Nix, 75 Jahre alt, aus Bingen. PlttLburg, Pa., P eter Glick er, 69 Jahre alt, au» Lauterbach. Frau Elisabetha Brednich geb. Eberle, 84 Jahre alt, auS Lampertheim. Town Norton, Winona County, Minn., John Daniel, 76 Jahre alt, auö Dorndiel. New York, Frau Goldsmith, geb. Hirsch au« Mainz. Baltimore, Md., Carl Erick, auS Nidda. Detroit, Mich., Frau Elise FoShag, geb. Gerbig, au« Schöllenbach. Lafargevllle, N. Y., Frau Regina Haas, geb. Baldauf, 87 Jahre alt, auß Richen. Findlay, O-, Georg Roth, 65 Jahre alt, auß Brandon. New-York. Dan. Ma chwirth, auß Bechenheim. McKtllop, Huron Co., Ont., Heinrich Adam Ho ege, 73 Jahre alt, auß Geiß-Nidda. Hancock, Mich., Frank Greenewald, 60 Jahre alt au» Norm». Syracuse, N. Y., Jacob Schneider, 71 Jahre alt, au« Hessen-Darmstadt. Cincinnati, £)., Leopold Alt Hof, aus Flörsheim. Watertown, Wi«., Louis Kniefel, 77 Jahre alt, au« Wimpfen. Parker Settlement, Posch Co., Jnd., Jacob Schauß, 73 Jahre alt, au» Wonsheim. Fair Haven Township, Jll., Frau Anna Maria Ei»' felber geb. Bölfing, 86 Jahre alt, au« Ermenrod. 'S 7(; paaren fltf lott« M bc sich fron Grisill ihrer Anivrirr -I- Seif etilen die letz .»roM- Srci5 M LiftrictSkinnel igtiigenftabt c flon SetiteS in bo 'Mhtt. I. Tatml üitnitl H- dol k end im Pos gebrachten Brief Kiefen des Md ■iB von der & Hren Eltern AI ieui der Welt W Ibegab sich in V Iw t. S"»' fi 6l‘ün'se^ «eainvng ^azvkov«^ S? .. - lall«1 {8” bü °ul 6 Stiel»« lo.te-S »ifcnet <'® .Die je"1’1!“ «abej» Uli »W» Dienstag d kvoch den 17 2 Vhr, ■ fdjen Bade, A Möbel, a tische, l ziedtisch, Schränke, Lampen, Wasch bull Betten n. | iMtn sofortige Dcigert. 1433 ; »re H-°ie n Schse ’W labotrein, Mraci rt# ladoneio, i iLS g, 0. (, /. 5?'£amei tyDL breit, »»x. fefe! sarrd Ont ► ttthg 8t* it tit VQDbe6' C: fi? *■ u9tlUlI8 ; <ä? »«*«» 4**« 4*Jft ufi?*?bm ei«i ti y111- Ä'S; L-'L ; %: jU ®r«<6«l6 i" ™ « Urnim * 'n Staat ,ti>. 2 >' M huVwl“it b« ,7 ®"««W8 In Wn Dom 10. %u Wr "°p"> '• yitrntitte am M Staate-,- weiter. nc glüvdllchere Des- iD' s°>Dii dn Rampen * die Pchurisi- :n Milch obllgatoriU 'UUäge auf Erlaffurig futifl der Tuberkulose Beschluß erhoben. - rDn8 des bürgerlichen Lhlt, die durch Zu- ben soll. ilhelm-Ttlftung ihrer hohen Protec- i Thatigkck entfaltet hr ansehnliche Summe Mr Roth unserer In- zetvendtt hat, hat be> en ersten hohen Pro- 'm I. als Pflrgrstöltr 5mpftr von 1870/71 ittnb btS 25jä^igtn in vielen Fällen blt e uni nut hm Lande werthen außreichendea nkheitSfallen entbehren, braven alten Soldaten nstalt geboten werben, idenheim soll an einem !§e im deutschen Later- b seine dauernde Unter- tm 1 Mion Mark, der ernsten Fürsorge i JvvMnhüm tol\b i JnvaMen Brrerantv hier rverdeu; die vci eien Feldzügen Wuk ( die Kaiser Wilhelm UT |üt die Javaltde- MH«* «g tätigt rind- Me i® tl ®MW een ’* Berwaltung über-veis» Ä® >-fS* 931tileM3«f-‘ sie fllt' ...» Uainj' et. 6“1'L„it, *' SÄ'J'/Ä S »'S S'Ä 3«6"%atl" 61 t. Grohen-Liudev, 10. Februar. Bor drei Jahren wurde ble in htefiger Gemeinde neu errichtete vierte Lehrerstelle durch Herrn Lehrer Bach als Bicar besetzt. Er hat sich während dieser kurzen Zeit die Achtung und Liebe durch seine Lehrkraft sowohl, als auch durch sein freundliches Entgegenkommen gegen Jedermann dermaßen erworben, daß der hefige Ortsvorstand einstimmig beschlossen hat, bei Großh. Regierung für die definitive Anstellung des Herrn Bach eiuzukommen, waS nun durch da- am SamStag den 6. d. M. angekommene Dccret zur Freude der gesummten hiesigen Einwohnerschaft bestätigt wurde. Hoffentlich wird sein fegenS> reiches Wirken an hiesiger Schule von recht langer Dauer sein. -n- Londorf, 10. Februar. DaS am vergangenen Sonntag vom Gesangverein „Frohsinn" im Saale des Gasthauses „Zur Stadt Gießen" veranstaltete Concert nahm einen sehr günstigen Verlauf. Der sehr geräumige Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Leistungen des Vereins waren sehr gute und ernteten großen Beifall. Be« sonders möchten wir die Herren Simon, Göbel und Wißn er erwähnen, welche in den Stücken „Eivquartirung", „Die genialen Hausknechte" und „Beim Annoncenschreiber" gradezu großartig spielten und stürmischen Beifall ernteten. Ebenso spielten die beiden Damen, Fräul. Seibel und Fräul. Bert sehr gut. Eine von dem verdienten Dirigenten bi8 Vereins, Herrn Lehrer Gödtel angeführte, von circa 70 Paaren gegangene Polonaise folgte dem Concert und ein flotter Ball beendigte das schöne Fest. Nur ungern trennte man sich am frühen Morgen. Bemerkt sei noch, daß die Frau Gräfin von Schwerin nebst Tochter boS Concert mit ihrer Anwesenheit beehrten. + Geiß-Nidda, 10. Februar. Infolge Reclamation gegen die letzte Bürgermeisterwahl wurde Seiten» deö G oßh. KreiSamtS Bübingen vorgestern dahier Untersuchung geführt. -F Ortenburg, 10. Februar. Der frühere hiesige Diftrictseinnehmer Velten, welcher seit fünf Jahren in Seligenstadt als Privatier domicilirt ist, wurde dieser Tage dvn Geistesumnachtung befallen, sodaß der 80jährige GreiS in das LandeShoSpital Hofheim verbracht werden mußte. X. Darmstadt, 9. Februar. Eine Tochter des Bureau- diener- H. von der Hessischen LudwigSbahn warf gestern Abend im Postamt II. eine Postkarte in den innen angebrachten Briefkasten. Die Beamten, denen das verstörte Wesen des Mädchen» auffiel, glaubten sich berechtigt, Kennt- viß von der Karte zu nehmen, worin die Schreiberin von ihren Eltern Abschied nimmt, da sie durch Erhängen aus der Welt scheiden wolle. Der sofort benachrichtigte Vater begab sich in seine Wohnung, wo seine Tochter im Fenster stand (wahrscheinlich hatte sie sich am Fensterkreuz hängen wollen) und beim Herannahen des VaterS sich aus dem Fenster des vierten Stockes auf die Straße stürzte. Die Röcke scheinen die Wucht de» Falles gebrochen zu haben und wird das Mädchen, das wohl momentan geistesgestört war, in einigen Tagen das Hospital verlaffen können. — Heute fand ein Säbeldu e ll zwischen zwei Studirenden, einem hiesigen und einem Berliner, statt. Letzterer wurde, wie wir hören, abgeführt. A Mainz, 10 Februar. Trotz fortgesetzter Niederschläge fällt der Rhein anhaltend und zwar ziemlich rasch, von gestern Abend an circa 40 (Zentimeter. Gegenwärtiger Stand 3,40 Meter. Die überschwemmt gewesenen Ufer sind wieder vollständig wafferfrei und die Schifffahrt in vollem Umfang schon wieder im Gange. — In Folge der starken Strömung ist verflossene Nacht ein vor dem hiesigen Zoll- Hasen gelegener schwerer Dampfbagger gesunken. — Die hiesige Handelskammer ist Seitens des ReichSpoft- amteS ersucht worden, die Frage der Einschränkung des Post- päckereidienstes an den Sonn- und Feiertagen einer Prüfung zu unterziehen. Veranlassung hierzu hat eine bei der diesjährigen zweiten Lesung des EiatS der Reichspost und Telegraphenverwaltung von der Budgetcommisfion vorgeschlagene dieSbezügltche Resolution gegeben. — Unter den Beamten der Hessischen LudwigSbahn, die in ihrer großen Mehrzahl mit Rücksicht auf ihre AnstellungS- und Gehalts- Verhältniffe die Verstaatlichung der Bahn sehr herbeigesehnt hatten, ist jetzt, nachdem die neue Verwaltung kaum ihre Thättgkeit begonnen bat, eine wesentlich andere Stimmung eiugetreten. Die Hoffnungen auf große Gehaltserhöhungen haben sich als trügerisch gezeigt, ebenso die Erwartungen auf D-ensterleichterungen und bessere Penfionsverhältnisse, wozu noch tritt, daß die Verwaltung die definitive Anstellung von Beamten von einer Reche von Vorbedingungen abhängig macht, die unter der seitherigen Piivatverwaltung nicht verlangt wurden. Mehrere der definitiv angestellten Beamten find nachträglich um ihre Pensionitung eingekommen. • 3m Zoologischen Garten in Frankfurt a. M. ist trotz deS noch kalten Wetters bereits eine Reihe neuer Thiere eingetroffen. Von den neu angekommenen, höchst sonderbaren Spinneriaffeu ist eine Art, aus dem westlichen Amerika stammend, zum erstin Male im hiesigen Garten ausgestellt. Die an sich schon reiche Sammlung von Halboffen ist durch zwei AkumbaS vermehrt, sogenannte Mohren MakiS, die sich dadurch auSzeichnen, daß das Männchen und daS Weibchen ein völlig verschiedenes Aussehen haben und lange als getrennte Thierarten angesehen wurden. Die Vogelsammlung wurde durch zehn hochalpine Vögel vermehrt, die sich infolge der starken Schneefälle in der Schweiz während ter letzten Wochen in die Dörfer geflüchtet und so für den zoologischen Garten gefangen wurden. * Frankfurt a. M., 10. Februar. Die „Kleine Presse" meldet: Bei der Oberländer Brauereigesellschaft, deren Director vor einigen Tagen aus seiner Stellung ausgetreten ist, wurde ein Verlust von 75000 Mk. entdeckt. Derselbe ist in den letzten zehn Jahren durch Unterlassung von Buchungen entstanden, auS diesem Grunde ist auch bisher nichts entdeckt worden. * LiSkeand (Cornwall), 9. Februar. Beim Baue eines Biaducts tn der Nähe der Station Menteniot brach ein Baugerüst zusammen; zwölf Arbeiter stürzten 150 Fuß tief herab und wurden aetödtet. Literatur rrnd — Neben Zolr und Daudet ist unter den modernen französischen Dichtern und Nomanschriststellern nur ein einziger seinem gelammte»', literarischen Schaffen nach in Deutschland bekannt geworden und au uneingeschränkter Anerkennung gelangt: der geniale, unglückliche Guy de Maupassant. Von seinen größeren Werken war bisher nur ein einziges, der Roman ,,Notre Coeur“, eine seiner letzten und zugleich seinsten Schöpfungen, dem deutschen Publikum noch nicht durch eine Uebersetzung allgemein zugänglich gemacht. Jetzt ist auch diese Lucke ausgefüllt, indem die Halbmonatsschrift „AuS fremde« Zungen" (Stuttgart, Deutsche Verlags - Anstalt), deren letzter Jahrgang auch Zolas „Rom" enthielt, ihren soeben beginnenden 7. Jahrgang (allmonatlich erscheinen 2 Hefte k 50 Psg ) mit einer von M. zur Megede herrührenden Uebersetzung des 06= nannten Romans eröffnet. ®oftt8i)ien8 het iSraelilWeu RkligioMeleMad Freitag Abend 5“ Uhr, Samstag Vormittag 8« Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 615 Ubr. Nachmittag 2« Uhr SchrifterklLrung in der Synagoge- Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 5 Uhr Gottesdienst irr der Synagogr. Samstag den 13. Februar. Vorabend 6 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Ubr. Sabbathausgang 6*° Ubr. ______ Verkehr, Land, «nd üoltsmnrtbfcliatt LimbveH. 10. Februar. Fruchtmarkt. 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Februar, Abends 8 Uhr, ul Steins Garten stattsindenden Gedächtnisfeier des 400 jährigen Geburtstages Philipp Melanchthons laben wir unsere evangelischen Mitbürger mit ihren Familien herzlich ein. Die Ansprache wird Herr Professor Krüger halten und der Kircheugesangvereiu hat seine Mitwirkung zugesagt. WAT Heute, Donnerstag Abend im Restaurant „Zum Postkeller“ UorMriuig des Grind phonographkn (Edisons neueste Erfindung) gibt aufgenommene Märsche, Lieder u. s. w. naturgetreu wieder. Hochinteressant! Gespräche können von 10 Pfg. an gehört werden. 1432 Hochachtungsvoll W. Spies». eit RuM («fcriM- m Die Bn Kntr«g a,°U BdtWi »ntmurffi rtn »bg. S- tntourf als < 3ntaeflcn vor piuntxn. Br üadüsßE Vortheile übet Vauuntnnehw luftimmen. 2 so wäre die i fürifm schm ‘ fr wirbt tt Mtebt btt Li ^e-lftetpslicht i Küiberfaudeuie ganbtfrtgltrungc vrenze m jtbem waoschl eine Sefl werde, st» eine ri positive bestimm bnoieweit daraus «iofiutz sei. Glr idnechtigl, wo wi Kd, bigegen sei «»neiden. Laß Haben dürfe, Hal chserhaopl nut bt Walanyn der ®i pwetnjukommen, die ^ntre-üun-' KMrlt M«e Richter nicht gegangene 6ono der tzniwurs eil («eiftfl.) 8bfl. Sie Zaristischen ‘ flrunbbeRäem m laofmamis eibmtn, stch logt nilfan wollen? •wn concurSr rlchlk wissen. Fe ■<6r iu Leibe ge. Seeleute, bitten •wfm lei bte ${fi «*»t Selb bei btt atbebtten im @ntr tlenftldftungtn be ^Btanenidfluf Theater-Verein. Montag, den 15. Februar, im Festsaal (Leib scher Saal): Gastspiel des Residenztheaters in Wiesbaden. Das letzte Wort. Theaterstück in 4 Acten von Franz von Schonthan. Anfang 71/, Uhr präcis. Ende IO Uhr, Theaterzettel 10 Pfennig. ■ -------- *n der Musikalienhandlung Ernst Chai Her (Budolph'a Naohf.), 1JH11CL5 Bowie an der Abendkasse: Erstes Parquet Mk. 3.50; Zweites Parquet und Balkon erste Reihe Mk. 2.25; — Studenten- karten Mk. 1.—. Gallerie Mk. 1.—. Für Mitglieder nur im Vorverkauf (bei weiterem Bedarf): Erstes Parquet Samstag den 13. Februar, 7«> Abends: MASKEN-BALL mit prächtiger Hruppen-Auffüfirung SÄT im Saale des „CAFt LEIB“. SW Um 11 Uhr: Demaskirung- — Stach der Demaskirung: fflnffützrutttz der hier «och nie vorgekommene« jitzastnachts-rragödte. OV Rein zum Verzweifeln oder: Der Mord im Schiffenbergerthal. Dargestellt in mehreren kurzweilig-schauderhaften Auftritten. Verfaßt von Gallimatttas. «iatrittskarten h 1 SRC., Geheimkarten für Herren ä 50 Pfg , fic Damen a 80 Pfg., («aOetiefatten ä 80 Vfg. sind bei den Herren D. Heil, Lindenplatz, Friseur Stier, Schulstraße, und Handschuhfabrikant Wirsiß, Seltersweg, zu haben. Eintrittspreis an der Kaste 1.20 Btt., Gallerte 85 Pfg. Geheimkarten für Mitglieder können vom 10. d. Mts. ab, Mitiaß» von 12—2 Uhr, bei Herrn Höpfner, Löberftraße 13, in Empfang genommen roerbau NB. Nur Damen im Besitze von Einlaßkarten (die vom Vorstand erhältllD haben Berechtigung zum Balle. 1!Ä _________________Der Borstand. Brauer-Akadrmie zu Worms. Beginn des Sommer-Cursus am 26. April. 1841 Programm zu erhalten durch die Direction Dr. Schneider. 6tanbrudern Pietsch & Schehd«) in chießeu. JHe -evttqe «iratrntt vmsaßt 6 Kette«. <16 *“* *'« Sattui bc §(((, 1 Ar 6n rP *d mit t L*i --K- »I taeit S* Ml ‘'"in Kantel fc 16111 *'« . .to8e Don 55 p?t, Xi «dH«! Ä* I- kin*(r ein Ss-A an die Exped. d. Bl. 1270 Giessen, den 10. Februar 1897. für sofort gesucht. 1440 Buchhändler Krebs. gesucht. 1395 1381 Henkel A Co., Düsseldorf. 730 die Expedition d. Bl. 1365 Bahnhofstraße 27, L «ÄÄ Me« Mädchen SS u ITt0 Arter (Vnk* ODZ«* .«C. Xä v I « *■ ' • . • « * dauernde Stelle. 1429 heim und hier gesucht durch 1372 Frau Hüttenberger, SelterSweg 67. Als Magazinier, Aufseher, Portier oder auf einem Comptoir sucht ein mit der Feder gewandter Mann, welcher 5 Jahre gedient hat, bei bescheidenen Ansprüchen Stelle. Offerten unter H. 0. Nr. 1270 Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 12 Februar, Nachmittage 3 Uhr, vom Sterbehause, Grabenetrasee 11. —------ 1431 Herborner Herdfabrik Herborn (Hesten.Naffau). Tüchtiger, junger Knecht, der Ackerbau versteht, kann sofort eintreten. Wo? sagt die Expedition d. Bl. [1281 Offerten mit Zeugnisten find zu richten an tt. A. hanprvosttag. TarmtlnM. über: Der nationale Sozialismus. Referent: Pfarrer Waumann aus Aranksurt a. M. Steins Garten. Freitag, den 12. Februar, Nachmittags 4 Uhr, im kleinen Saat: Vertrauliche Versammlung brr frtnnbr brr ,3rit‘ unb brr .Hilft' aus bru brri Oerhtss. Wahlkreisen. TageS-Ordsnung: Khristlich-social und nationat-social. Referent. Pfarrer Waumann aus Iravkfnrt a. W. Todes-Anzeige. Heute Mittag um 1 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater und Grossvater Abends Sy2 Uhr, im großen Saal: ^öffentlicher Dortrag mit Diskussion Rrvactt«: U. 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