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September Der Hießeuer Anzeiger erscheint täglich, eilt Ausnahme des Montags. Die Gießener Anmikienökälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Generat-Mnzeiger. Vierteljährig«? Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Drucker«: Schutfiraße Ar.7. Fernsprecher 51. Asnts- und Anzeigebl^tt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienölätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- mtgeye. Anntlictzer Theil. Bekanntmachung, betreffend: LandespoUzetltqe Abnuyme oer Nebenbahnen Friedberg-Hungen und Beieuheim-N-dda. Die landeSpolizeiltche Prüfung und Abnahme der Nebenbahn von Friedberg—Hungen und Beienheim—Nidda soll Mittwoch de« 15. und Donnerstag den 16. d. M. und zwar insbesondere am 16. d. M. Nachmittags die Abnahme der im Kreise Gießen gelegenen Strecke stattfindeu. Alle Diejenigen, welche wegen Einzelheiten der Bahn- Anlage — namentlich auch wegen Verlegung und Aenderung öffentlicher Wege, Ab- und Zufahrten aus Grundstücke, Einfriedigungen, Aenderung von Wafferläufen und Vorfluth- verhältniffen, sowie Herstellung von Schutzvorrichtungen gegen die au« dem Bahnbetriebe entstehenden Gefahren und Nachtheile — Einwendungen zu erheben oder Anträge zu stillen haben, werden hiermit aufgefordert, solche an dem genannten Tage (16. September) vorzubringen. Die Abnahme-Commission wird Nachmittags zwischen 3 und 3t/, Uhr in Ge« maikung Obbornhofen, 3i/i bis 4 Uhr tn Gemarkung Bellersheim, 4 bis 41/3 Uhr in Gemarkung Feldheim, 4i/i üts 5 Uhr in Gemarkung Inheiden und 5 bis 51/2 Uhr in Gemarkung Hungen die Strecke befahren, und wird es sich empfehlen, daß die Interessenten ihren Bürgermeistern von den beabsichtigten Reclamationen vorher Kenrnniß geben und sich demnächst zu den angegebenen Zetten, bei welchen aber Verspätungen eintreten können, an demjenigen Wegübergang einfinden, welcher dem Gegenstände ihrer Beanstandung am nächsten liegt, damit sofort Augenschein eingenommen werden Cann. Gießen, den 10. September 1897. GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen, v. Gag ern. Gießen, den 10. September 1897. Betr.. Wie oben. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen au die Grosth. Bürgermeistereien Obbornhofen, Bellersheim, Utphe, Inheiden und Hungen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie ortsüblich publiciren laffen und sich selbst zu den angegebenen Zeiten am Anfänge Ihrer Gemarkung oder auf dem vorherliegenden Bahnhofe einfinden. v. Gagern. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir wegen größerer Verbreitung der Maul und Klauenseuche in benachbarten Gemarkungen die Abhaltung des auf den 15. l. Mts. angesetzten Viehmarktes in Kirtorf verboten haben. Alsfeld, den 7. September 1897. Großherzogliches Kreisamt Alsfeld. Dr. Meli 0 r. Die Bedeutung der russisch-französischen Allianz. Es ist nur zu natürlich, daß die Zarenworte, in denen die Verkündigung eines BündniffeS zwischen Frankreich und Rußland ausgedrückt sein soll, noch immer den Gegenstand lebhaftester Erö-terung bilden und verschieden commentirt und gewürdigt werden. W'.e wir schon hervorgehoben haben, ist unsere Preffe dem Ereignisse gegenüber sehr kühl geblieben, trotzdem Deutschland bei der Angelegenheit sich als „Nachstbetheiligter" betrachten kann, da Frankreich im Grunde genommen die Allianz nur angestrebt hat, um sein Müthchen »n uns zu kühlen oder wenigstens dem französischen Volke die Aussicht hierzu zu eröffnen. Bekanntlich war man recht gespannt darauf, wie Fürst Bismarck die Verkündigung der -russisch-französischen Allianz aufnehmen und beurtheilen werde. Wir haben bereits gemeldet, daß der Alte im Sachsenwalde dem Ereignisse keine allzu große Bedeutung beimißt, wie er renn Überhaupt die an fürstlichen Tafeln gehaltenen osficiellen Reden nicht sehr hoch veranschlagt. Daß dieses Urtheil des Staatsmannes, den man den Größten unserer Zeit nennt, «inen deprimirenden Eindruck auf die Franzosen machen mußte, ist leicht erklärlich^ aber sie haben sich doch darüber Hinweggefetzt. Niedergeschmettert aber müssen alle ernsten I Politiker jenseits der Vogesen werden, wenn sie lesen, was ' j-tzt russische Blätter über die Allianz zwischen Frankreich und Rußland schreiben. Danach mehren sich in Petersburg die Stimmen, welche versichern, daß keinerlei schriftliches Uebereinkommen die beiden Länder verbinde. Die ganze Allianz beruht demnach nur auf mündlichen Abmachungen, auf gegenseitigen Versicherungen der Freundschaft, wie sie bei solchen Gelegenheiten stets ausgetauscht werden. Nicht unmöglich ist es ja — und man wüßte eS eigentlich als sicher voraussetzen — daß thatsächlich auch Abmachungen erfolgt find für bestimmte Fülle, in denen auf Grund irgend welcher internationaler Verwickelungen der eine oder der andere der beiden Staaten bedroht erscheint. Daß aber solche mündliche Erklärungen nur einen zweifelhaften Werth haben, wenn sie nicht schriftlich festgelegt find, braucht nicht näher erörtert zu werden. Und die Franzosen sind fest davon überzeugt, daß ein vollständig einwandfreier Vertrag vorliegt, verbrieft und unterfiegelt. Ihre Enttäuschung würde eine schwere sein, wenn sich die Meldung des „Gash- danin" bestätigt, welcher über das angebliche Bündniß an kompetenter Stelle Erkundigungen eingezogrn hat, die ein negatives Ergebniß gehabt haben sollen. Das genannte Blatt hat weitreichende Verbindungen, welche die Möglichkeit zulassen, daß eß eine zutreffende Mittheilung veröffentlicht. In diesem Falle wird die bereit« früher verbreitete Version immer wahrscheinlicher, daß der Zar, als er in letzter Stande der Anwesenheit Faures in Rußland den Ausdruck „alliirte Nationen" gebrauchte, dies gleichsam au« Mitgefühl für den armen Präsidenten that, den er nicht mit ganz leerer Tasche wieder gen Frankreich ziehen laffen wollte. Wenigstens stehen die ersten, in Peterhof und Kraßnoje-Selo gehaltenen Toaste, welche an Kühle und vornehmer Reservtrtheit nichts zu wünschen übrig ließen, in kraffem Widerspruch zv den herzlichen Worten, welche Nicolaus II. seinem Gaste schließlich mit auf den Weg gab. Ersteren mögen die Erinnerungen an die begeisterten Ovationen warm gestimmt haben, welche ihm daß französische Volk beim Verlassen Frankreichs bereitete. Und dann hatte sich die Republik die Reise ihres Präsidenten ein schönes Stück Geld kosten laffen, der ganze parlamentarische Apparat hatte aufgeboten werden müffen, um Faure die Rußlandfahrt zu ermöglichen. Deshalb lag ein gewiffeS Entgegenkommen des Zaren so nahe, daß man sich hätte wundern müffen, wenn eS nicht erfolgt wäre. Außerdem muß Rußland immer darauf Rücksicht nehmen, daß es des französischen Marktes zur Unterbringung seiner Anleihen bedarf. Die allzu kühnen Erwartungen, welche man in Frankreich an die Verkündigung der Allianz knüpfte, die überschwänglichen Hoffnungen, denen die französischen Chauvinisten bereit« Ausdruck zu verleihen begannen, mögen wohl in Petersburg verstimmt haben, weshalb der kalte Wasserstrahl in Gestalt der oben genannten Artikel der Petersburger Preffe erfolgte. ES wird sich nun bald zeigen, ob diese Sprache in Frankreich einen Eindruck macht und auf die Situation der gegenwärtigen Regierung einwirkt. Vorläufig hat die letztere in der gegenwärtigen Kammer noch eine ansehnliche Majorität- aber das französische Volk ist zu unberechenbar und läßt unvermittelt auf Liebe Haß folgen. Sieht eS ein, daß Faure und die jetzige Regierung sich von der russischen Diplomatie haben hinterS Licht führen laffen, dann wirft eS den Präsidenten und das Cabinet rücksichtslos über den Haufen. DaS letztere ist überhaupt schon für französische Verhältnisse über Gebühr lange am Ruder und nach Ansicht aller unterrichteten Kreise nur gestützt durch die Rücksicht auf den Zaren, dem man nicht neuerdings ein Beispiel geben wollte für die wenig stabilen Verhältnisse in Frankreich. Bis zum Beginn der Kammersession wird die französische Regierung noch verschont bleiben, dann aber wird sie den schärfsten Angriffen ausgesetzt sein, gegen die eS keinen Widerstand geben dürfte, wenn sich die russisch- französische Allianz thatsächlich Herausstellen sollte als ein Schein- Bündniß. (xx) WolffS telegraphische« Corresvoirdenz-Burean. Berlin, 9. September. Der Vicepräfideut des Staats« Ministeriums, v. Miquel, ist heute Nachmittag hier wieder eingetroffen. Berlin, 9. September. Die „Nordd. Allgem. Ztg." hört, daß auf die durch Vermittelung des JustizmintsterS in die Zeitungen übergegangene Aufforderung an Referendare zum Uedertritt in den ReichSmartn e d ten ft so viele, den Bedarf weitaus überschreitende Anmeldungen eingegangen find, daß eS angebracht erscheint, weitere Anmeldungen zurück- zuhalten. Kronberg, 9. September. Auf Schloß Friedrichs« Hof findet bei der Kaiserin Friedrich heute Abend unt 7 Uhr ein Diner zu 30 Gedecken statt, an welchem das per Bahn eintreffende italienische Königspaar, daß Gefolge, sowie der preußische Ehrendienst theilnehmen werden. Homburg v. d. Höhe, 9. September. General Graf Häseler zog bereits im Laufe deß Vormittagß das Groß feiner Truppen hinter die Nidda zurück. Die Arriäre-Garde blieb in ihrer alten Stellung an den Höhen an der Nidder und hielt die verfolgenden Bayern auf. Die bayerische Cavalieri?, bestehend auß zwei Divisionen, verstärkt durch heute etngetroffcne Regimenter, erschien gegen 9 Uhr in der rechten preußischen Flanke. Se. Majestät der Kaiser machte wir diesen Divisionen eine hervorragend außgesührte Attacke gegen die rechte Flanke der zurückgehendea Preußen. An dem Manöver nahmen auch Prinzregent Luitpold, der König von Sachsen, Großfürst N kolauß und andere Fürstlichkeiten Thetl. Die Majestäten langten nach 2 Uhr wieder in Homburg an. Homburg v. d. H., 9. September. Im Fortgang des Manövers verließ um 12 Uhr auch die preußische Nachhut ihre Stellung und folgte dem Gros. Das Gefecht wurde hier abgebrochen. Homburg v. d. H., 9. September. Der König von Italien schenkte der hiesigen katholischen Kirche 1000 Frcß. Hamburg, 9. September. Die „Hamburg-Amerika- Linie" hat der Werft von Blohm u. Voß in Hamburg den Bau von zwei großen, für den Dienst zwischen Hamburg und Westindien bestimmten Dampfern übertragen. Roßlau (Anhalt), 9. September. Heute Morgen gegen 51/2 Uhr fuhr auf dem Güterbahuhofe in Roßlau ein von Magdeburg kommender Güter zug infolge nicht rechtzeitigen Haltens vor dem Haltsignal des Bahnhofes einem einfahrenden Güterzuge von Cöthen tn die Flanke, wobei Soco* motioe und Tender des Magdeburger Güterzuges zertrümmert wurden, weitere 6 Wagen entgleisten und wurden mehr oder weniger stark beschädigt. Personen wurden nicht ver letzt. Beide Hauptgeleise der Strecke Roßlau—Wittenberg werden für den durchgehenden Verkehr voraussichtlich bt« gegen 6 Uhr Nachmittag« gesperrt fein Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen an der Unfallstelle aufrechterhalten. Wien, 9. September. Die Deputation der I6er Husaren stellte sich im Laufe de« TagrS mehreren Erzherzögen und anderen hochgestellten Perlönlichkeiten vor und nahm Nachmittag« in Schönbrunn am Diner beim Kaiser Thetl. Der Führer der Abordnung, Oberstlieutenant Rundstedt, begibt sich am Sonntag auf Einladung de« Kaiser« zu den Manövern bei Toti«. Petersburg, 9. September. Der „Nowoje Wremja" zufolge ist Admiral Makarow am 6. September auf dem Dampfer „Ioan Kronstadtßki" in JeniffeiSk eingetroffen. Makarow war Ende Juli von Vardoe in See gegangen, war durch die Jugor-Straße, das Karifche Meer nach der Mündung de« Jenissei gefahren, hatte bei der ersten Ansiedelung Galtschtch angelegt und bann seinen Weg den Jenissei hinauf nach Jenisseisk genommen. Athen, 9. September. Die Einnahmen, welche die griechische Regierung als Garantie der KriegSent- schädignngS-Anleihe angeboten hat, belaufen sich im Ganzen auf 10240000 Drachmen. Darunter befinden sich die Rofinenstener und die Zolleinnahmeu im Betrage von 4526000 Drachmen, die besonderen, in den Häfen der jonischen Inseln erhobenen Zölle mit 1 729000 Drachmen, die Feigenfteuer mit 50000 Drachmen, der Ankerzoll mit 573000 Drachmen, die Einkünfte auS den Postwerthzeichen und Postkarten mit 1570000 Drachmen und die Zolleinnahmen au« Laurion mit 1 392000 Drachmen. Depeschen der Bure«» .Herold.* Berlin, 9. September. Der Kaiser wird morgen Nachmittag von Homburg auS seine Reise nach TotiS zu den dortigen Manövern antreten. Die Kaiserin kehrt nach Potsdam zurück. Berlin, 9. September. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, ist von der Meldung der „Franks. Ztg.", Deutschland habe den chinesischen Hafen Tung Dung Kow gekauft, um dort eine Flottenstation einzurichten, in hiesigen unterrichteten Kreisen nichts bekannt. Berlin, 9. September. Der „VolkSztg." wird au« unterrichteter Quelle mitgetheilt, daß der bisherige Reichstags« abgeordnete von Güstrow, Graf v. Schlieffen, bei den nächsten Reich-tagSwahlen nicht mehr candidtren werde. An feiner Stelle wird als confervativer Candidat wahrscheinlich General Bronsart von Schellendorf aufgrstellt. •• Das Belegen bet Ttfche nnb Stuhle in öffentlichen Locale« für nachfolgende Gäste wird häufig und mit Recht « u mV* fcQ^er lehr angebracht, die rechtliche Seite dieser Unsitte einmal näher zu betrachten. Es etgiebt sich zunächst, daß das Belegen oder Umlegen von Stühlen, tn Soncerten rc. keine rechtliche Verbindlichkeit für Dritte hat. Jeder Gast hat das Recht, einen ihm zusagenden freien Platz zu benutzen, gleichviel, ob der betreffende Stuhl umgelegt obee ihw alS »besetzt" bezeichnet wird. Nur in zwei Fällen ist ein Reservatrecht von Plätzen vom Gast auzuerkennen, wenn 1. nummerirte Plätze vorhanden und diese höher bezahlt find, als andere, und 2. wenn der Wirth selbst Plätze oder ganze Tische durch aufgestellte Schilder als reservirt bezeichnet hat. ES ist gut, dies bei dem überhandnehmenden Privat» reserviren von Plätzen zu wlffen. Abgesehen davon, daß e* nehmenden GrundeigenthumS verliehen. Da, so viel wir wissen, die Gelände-Erwerbung auf hessischem Gebiete geregelt ist, so find nunmehr alle Hindernisse, welche sich de« Projekt entgegenstellten, beseitigt. Die vor einigen Wochen begonnenen Bauarbeiter, nehmen einen rührigen Fortgang. Diebstahl. Einem Kaufmann in der BiSmarckstraße wurde gestern Mittag aus der Ladenkasse ein 20-Markstück gestohlen. Die alsbald angestellten Recherchen nach dem Dieb und dem Gelde waren bis jetzt ohne Erfolg. *• Hnndefport. Der Verein zur Züchtung reiner Hunde- raffen zu Gießen veranstaltet am 23. und 24. September auf dem von Herrn Rechtsanwalt Grünewald in dankens. I Die Verhandlung soll demnächst vor den Geschworenen in I ®9er stattfinden. Gegen den Abgeordneten Ivo wurde gleich, falls anläßlich der Rede, die er auf dem Ascher Bolkstag gehalten hat, Untersuchung wegen HochverrathS eingeleitet. Berlin, 10. September. Der gestrige Tag hat wieder «zwei E isen bahnnn fälle gebracht. Morgens gegen 57i Uhr stießen in Roßlau (Anhalt) zwei Güterzüge zu. sammen, wobei Menschenleben nicht zu Schaden kamen. Da. I ßCßtn wurde eine Lokomotive vollständig zertrümmert und eine größere Anzahl Wagen beschädigt. In dem anderen Falle stießen auf dem Bahnhofe in Freienwalde a. d. Oder em Personenzug mit einem Rangierzuge zusammen, von den Passagieren erlitt eine Frau aus Frankfurt (Oder) einen doppelten Beinbruch. Andere kamen mit leichten Verletzungen | davon. Auch bei diesem Unfall ist der Materialschaden ein sehr großer. Berlin, 10. September. Hier wird das Gerücht, wonach der commandirende General v. Bülow zum Reichskanzler au-ersehen sei, für einen Scherz gehalten. Kiel, 10. September. Zur Erinnerung an die Tage I in Kronstadt widmete das Offiziercorps bei deutschen Flaggschiffes „Kurfürst Friedrich Wilhelm" nachträglich den Offizieren des russischen Panzerschiffes „Peter der Große" eine photographische Abbildung bei Schiffes. Madrid, 10. September. Der KriegSrath tritt heute zusammen und dürfte die Todesstrafe gegen den Attentäter Batril in lebenslängliche Zwangsarbeit umwandeln. London, 10. September. Laboucher erklärt in seiner I „Truth" : Die Verbindung Deutschlands, Rußlands und Frank- I reich» gegen England sei unvermeidlich. England allein wolle so viele Colonien besitzen, wie die ganze übrige Welt zusammen und betrachte jedes Jahr als verloren, wo es seine Besitzungen nicht vergrößere. Eine Coalttion bestünde bereits, wenn die elsaß-lothringische Frage nicht wäre. werther Weise zur Verfügung gestellten Jagdterrain im L-chiffenberger Feld eine Preissuche für alle anerkanntem vorftehhunderaffen. Als Preisrichter fungiren die Herren Seb. Tillmann und Ernst Rath aus Eoblenz, sowie Herr Förster Marmann aus Kruft bei Niedermendig, als Tuchenordner die Herren Ernst Balser in Gießen, Ludw. Hoffmann in Münzenberg und Otto Manns in Großen- Buseck. Ferner wird der genannte Verein am 25. Sep- tem&er auf seinem Schliefplatze auf der „Schönen Aussicht" sein alljährliches Herbstschliefen für Dachshunde und Foxterriers abhalten, für welches das R chteramt die Herren E. Prößler in Frankfurt a. M., I. Sittig in König, fietn i. T. und Förster Roggendorf in Oberbiel über« nommen haben. Die für die Suchen« und Schltefenconcurrenz ausgesetzten Geld- und gestifteten zahlreichen Ehrenpreise werden auf die interessirten Jäger und Huadebefitzer sicher eine starke Anziehung ansüben und verbürgen eine gute unb zahlreiche Beschickung ber geplanten Beranstaitungen. Anmeldungen find bis spätestens am 18. September bei H"rn I. G. Sei derer hier einzureichen, von welchem auch Abdrucke des speciellen Reglements, sowie Anrnelbe- formulare zu beziehen find. ** Petition. Die nicht angestellten KreiSamtSgehÜlfen des Großherzogthums Hessen haben an die Zweite Sammer .eine Eingabe gerichtet, in welcher sie in eingehender Seife ihre Gehalts- und AnstellnngSverhältniffe darlegen. Zum Schlüsse richten die Unterzeichner der Eingabe an die Kammer die Bitte, die Großh. Regierung zur Abänderung der von derselben geplanten Neuorganisation zu veranlassen und zwar im Sinne folgender Anträge: 1. die Zahl der etatsmäßigen Stellen von 21 auf 42 zu erhöhen- 2. für die Stellen der kkreiSamtSgehülfen ein besonderes Fach (Ber. waltungs-)Examen vorzuschreiben- 3. die Anstellung der KreiSamtSgehÜlfen und die Einrückung derselben in die Stellen bet ersten Gehülfen (insoweit die Uebernahme nicht durch fest- zusetzende UebergangSbeftimmungen gerechtfertigt erscheint), künftig von dem Bestehen des (BerwaltungS-)ExamenS abhängig zu machen- 4. alle dermaligen älteren KreiSamtS- gehülfen, insoweit denselben die Qualifikation bereits zuerkannt worden ist oder noch zuerkannt wird, bei eintretenden Vakanzen in die Stellen der ersten Gehülfen vorrücken zu lassen- 5. die Finanz-Aspiraoten, denen mit verschwindenden Ausnahmen jede praktische Borkenntniß als KreiSamtSgehülfe fehlt, erst nach Verwendung aller dermaligen qualificirteu älteren KreiSamtSgehÜlfen zuzulaffen und hiernach die frag- lichen Stellen erst dann an Finanz-Aspiranten zu übertragen, wenn eine mindestens fünfjährige praktische Thätigkeit an einem KreiSamt nachgewiesen worden ist. •* Senerverficherungsverband hessischer Lehrer. Der im Januar d. I. hier gegründete „Feuerversicherungs- verband hessischer Lehrer" hat nunmehr, nachdem die Statuten seitens des Großh. Ministeriums geprüft worden sind, die behördliche Genehmigung zum Geschäftsbetrieb er- halten. Derselbe wird nun, It. „Darmst. Tgl. Anz.", nach- I ^m verschiedene von der Regierung gestellte Bedingungen erfüllt sein werden, sofort in Wirksamkeit treten, von den Lehrern, namentlich den zahlreichen Mitgliedern des Verbands, wird dies gewiß mit Freuden begrüßt werden. •" Der Verein selbstständiger Zahntechniker der Provinz Heffeu-Rasiau und bei Großher-ogthumS Hesien hält am Sonntag den 12. September im Hotel Einhorn dahier seine achte Wanderversammlung ab. Zu derselben find verschiedene Fachvorträge mit Demonstrationen angemeldet. Für den Nachmittag ist ein Ausflug nach dem Gleiberg vorgesehen. •• Zu ben «isenbahnnnfalleu. Der preußische Eisen» bahnminifter hat an sämmtliche Eisenbahndirectionen folgende Verfügung erlassen: In neuester Zeit sind bebauet- lieber Weife auf den preußischen StaatSbahnen mehrfach, zum Theil schwere Unfälle zu beklagen gewesen. Sie find, soweit festgestellt werden konnte, meistentheils darauf zurückzuführen, daß die für die sichere Handhabung bei Eisenbahnbetriebs bestehenden Vorschriften nicht genügend beachtet worden find. Ich nehme hieraus Anlaß, den königlichen Eisenbahndirectionen aufzugeben, erneut den im äußern Betriebsdienste beschäftig- ten Beamten und Bediensteten die genaueste und peinlichste Beachtung aller ihnen für die Sicherung bei Eisenbahn- betriebe ertheilten Anweisungen einzuschärfen und dafür Sorge zu tragen, daß nur solches Personal im äußern Be- triebsdienfte beschäftigt wird, das die ihm tn der bezeichneten Richtung ertheilten Vorschriften nicht nur kennt, sondern auch versteht und anzuweuden weiß. ** Fabiläum. Der Direktor des Gießener Braunstein- bergwerks, Herr S. PaScoe, feiert morgen sein 40jährigeS Amtsjubiläum im genannten Werke und ,ft für diesen Tag vorn Besitzer des Bergwerk-, Herrn C. W. B. Fernie, eine | überaus schöne Feier geplant worden, welche, sofern man nach den großartigen Vorbereitungen urteilen kann, einen glanzenden Verlauf nehmen wird. Zur Einleitung der Feier findet schon heute Abend 8 Uhr ein Fackelzug statt- derselbe nimmt Aufstellung an der Kreuzung bei Leihgesternerwegs unb ber LubwigSstraße, bewegt sich von ba burch bie Alice- straße zur Wohnung bei Jubilar-, Frankfurterftraße 49. Nachdem hier von bem aus ca. 70 Sängern bestehenden Chor baS Lieb „Eine feste Burg ist unser Gott" zum Vortrag gelangt ist, erfolgt bie Festrebe, welche ein Berwanbter bei Herrn PaScoe, Herr Pfarrer Geibel von Dutenhofen übernommen hat. Nach ©eenbigung dieser fd?önen Ovation werden sich sämmtliche Arbeiter wie Vor- gesetzte nach dem Neubau zurückbegeben, um in den dazu er« richteten Hallen den Vorabend dieser schönen Feier würdig zu beschließen. Um 10 Uhr morgen Früh findet die Gratu- lation der Beamten und Vertreter der Knappen in der Wohnung des Jubilar- statt, der sich alsdann die Einweihung zweier prächtigen Fahnen, die jede einen Werth von Mk. 400 repräsentiert, sollen, unb auS ber Fahnenfabrik der Firma I Schulze hier hervorgehen, anschließt. Nachmittag 2 Uhr findet der Festzug nach dem Festplatz am Unterhof statt. Hier ist nun seit etwa 14 Tagen, wo die Arbeiten in Angriff genommen wurden, großartige- geleistet worden. Der Platz selbst, der etwa 1000 Meter umfaßt, ist in der Nähe bei Bergwerk-, rechts an dem nach Leihgestern führenden Wege gelegen. Am Eingang ist ein großer Triumphbogen errichtet durch welchen man zuerst in die eigentliche Festhalle gelangt, die Hunderte von Personen faßt. Neben dieser Fefthalle ist ein kleine- Theater construirt, während weiter unten eine große Halle errichtet worben ist, die 1500 Personen aufnehmen soll und in welcher Nachmittags die vewirthung und das Fest, essen ftatlfindet. Aber auch den Tanzenden ist Rechnung getragen, zwei schöne Tanzböden find vorhanden und ein I Musikpavillon eigen- construirt dazu. Alle- die- gibt der Veranstaltung da- Gepräge eine- wahren volk-feste-. Um 9 Uhr Abend- findet noch große- Feuerwerk statt, womit I bie so schöne Feier ihr Ende nimmt. Möge eS dem ver« ehrten Jubilar vergönnt sein, noch recht lange diesem Unter- nehmen vorzustehen. toceUs ««H •iefcee, ben 9. September. •• Bon bei Universität. Se. König!. Hoheit ber Groß« Herzog haben Allergnädigst geruht, ben Privatdozenten Ur. Franz Wagner Ritter von KremSthal in Gießen zum außerordentlichen Professor bei ber philosophischen 8-acuItat ber LanbeS-Univerfität; an bemfelben Tage ben Privatbozenten Dr. Bruno Sauer in Gießen zum außer« orbentlichen Professor bei ber philosophischen Facultät ber LanbeS«Universität zu ernennen. Eifettbahnnnfall. Der um 12 Uhr 25 Min. Mittag« hier fällige Personenzug Köln—Gießen ist bei Urbach auf einen Güterzug gestoßen. Bi- zur Stunbe, 2 Uhr Mittags, war berielde noch nicht hier eingetroffen. Ueber ben Umfang be- Unfalles konnten wir noch nichts in Er- fahrung bringen. ** Die Nordpol-AuSstellnug, bereu Besuch lelber durch bie Überaus schlechte Witterung ber letzten Tage beeinträchtigt würbe, ist nur noch Über Sonntag geöffnet. Wir können ben Besuch ber Ausstellung nur empfehlen, denn sie bietet von Sehenswürdigkeiten aus ber arktischen Zone eine Reichhaltigkeit, wie fie selten in solchem Umfange getroffen wirb. ** BiebetthaUahu. Se. Majestät ber Kaiser hat ber Aktiengesellschaft „Allgemeine beutsche Kleinbahn- Gesellschaft" zu Berlin ba- Enteignung-recht zur Entziehung nnb zur bauernben Beschränkung be- für diese An« luge innerhalb bei preußischen Staatsgebiet» in Anspruch zu Berlin, 9. September. Wie bie „Norbb. Allg. Ztg." erfährt, gedenkt Reichskanzler Fürst Hohenlohe sich nach der Abreise des Königs von Italien von Homburg wie alljährlich zu einem kurzen Aufenthalt nach Süddeutschland und zwar nach Baden-Baden zu begeben, um von dort nach Berlin zurückznkehrev, sobald die Geschäftslage seine persönliche Anwesenheit hierselbst erfordert. Berlin, 9. September. AuS Zielenzig wird gemeldet, daß sich dortselbst von ben auf bem Marktplatz ausgestellten Geschützen neuester Sonftrnction eines derselben entloben hat unb zwar auS noch nicht sestgeftellter Ursache. Hierbei wurden drei Personen verwundet und viele Fensterscheiben zertrümmert. ES handelt sich um ein Geschütz, in welchem aus versehen eine Kartätsche zurückgeblieben war. ES gehörte der 9. Batterie deS -weiten Garbe-Fuß-Artillerie-Regiment« au unb wurde anläßlich ber bieSjährigen Manöver be« Garde« Corps auf dem Marktplatz zu Zielenzig aufgefahren. Berlin, 9. September. Die „Norbb. Allgem. Ztg." bestätigt, baß ber Direktor ber 2. Abteilung be« Reich-post« amt«, Scheffler, zum 1. Januar feine Versetzung in den j Ruhestand nachgesucht hat. Wie da« Blatt weiter meldet, übernimmt Geh. Oberpostrath Sydow von der 3. Abthei- Inng vom 10. b. Mt«. ab in Stellvertretung die Leitung ber 2. Abtheilung. Hamburg v. b. H., 9. September. Unter der Annahme, bafj bas preußische Westcorp« geschlagen sei, erhielt Graf Häseler vom Ober-Commando den Befehl, den Rückzug de« Heere« bi« 12 Uhr Mittag« zu decken. Graf Häseler führte da« Gro« seiner Truppen Über die Nidda in der Richtung nach Friedrichsdorf zurück, während bie Nachhut an ber Nibber bei Helbenbergen öorbringenbe Bayern aufhielt. Gegen Mittag fetzte fich ber Kaiser an bie Spitze zweier bayrischer Lavallerie-Divifionen unb ritt mit biefen eine glänzenbe »Utaque auf ben zurückweichenben rechten Flügel ber Preußen. Hierauf wurde da« Gefecht abgebrochen. Die Truppen beziehen heute Nothqaartiere. - Der türkische General Grumbkow Pascha ist während bei Manöver« mit seinem Pferde gestürzt und erlitt nicht unbedeutende Verletzungen. Homburg v. b. H., 9. September. Der Kaiser fuhr heute srüh gleich nach 6 Uhr mittelst Wagen in« Manöver- gelände nach Groß-Karben. Der König von Italien holte den König von Sachsen ab und fuhr mit diesem um 7 Uhr mittels Extrazug nach Groß-Karben. Die Kaiserin unb bie | Königin von Italien fuhren mit Hofzug um 8 Uhr 50 Min. In« Manövergelänbe. Die gestrige Galavorstellung im Kurhaustheater würbe von ben Majestäten nicht besucht, weil auf bem Schloß Hoftafel von etwa 100 Gebecken stattfanb. Auf Schloß Friebrichshof finbet heute Nachmittag zu Ehren be« italienischen KönigSpaare« große Tafel statt. Homburg v. b. H, 9. September. Das italienische I KöntgSpaar wird heute Nachmittag nicht wie Anfang« I beabsichtigt war, in offenem Wagen, sondern wegen de« schlechten I Settir« per Sonderzug nach Schloß Friedrich«hof zum Diner I bei ber Kaiserin Friedrich fahren. Infolge dessen unterbleibt I bte Gpalierbildung in (Sronberg nnb Oberursel. Morgen I Mittag findet im Kurhause ein Friedensdiner statt, an welchem I aud) ber Prinz Luitpold von Bayern, sowie die Heerführer I ber beiden Manöverparteien theilnehmen werden. Morgen I Nachmittag reift bas italienische KöntgSpaar ab. Rota, 9. September. Die „K. Z." bestätigt, baß baS Zarenpaar Anfangs Oktober zum Besuch be« Groß - I hrrzo glichen Hofe« nach Darmstabt kommen wirb. I Der Besuch gilt all reiner Familienbesuch. Vermuthlich I werden auch die übrigen Schwestern de« Großherzogs, sowie die augenblicklich tn Schloß Heiligenberg weilende Prinzesfin I Christian von Schleswig-Holstein alsdann in Darmstadt I anmefenb fein. - Prinz Franz Jofef von Batten- berg vebft Gemahlin weilen gegenwärtig auf Schloß I Balmoral zum Besuch der Königin Victoria. Budapest, 9. September. Der Schloßherr von Toti», Graf Franz Esterhazy, legte einem Berichterstatter gegenüber Verwahrung dagegen ein, daß bte ungarische HrlMratie absichtlich den Festlichkeiten in Budapest zu Ehren Kaiser Wilhelms fernbleiben wolle. Dieselbe sei viel I zu loyal, als daß fie gegen ihren König bemonftriren würbe. SU«, 9. September. Die Nachricht von einem Selbst. I Mordversuch MaScagni« wirb entschieden bementtrt. «8°"' September. Der päpstliche „Osservatore fdaC 9reubc ^er die ruf sifch - sranzö- , Hldje All anz ans und prophezeit derselben eine lange । ®“u'r' Ü' « mit Einwilligung ber betten Völker abge- i N°ffe° ist, während der Dreibund nur eine Allianz von drei ! trage1“1 Cn * U°b *°n ben Keim bei Verfalles in fich । tat eil" beleidigt' Lis» LberM ober dr' olcht be1 •» regelwS Depress selbe w von bei lanb ist beute h vielfach oSr-lich- a-sftch Kelter i •» „Win- . 8Lhrt dir von waren, der dir Melduui richtern wobei e läutern «aisersta wurde di begrüßt, durch die Henn ui kmgehend OWerer Sraf O der, in h rtbung g lieben««! nach btw Stil erb für bie Grasen Westprr lettunge sanden sür den Etat« s sprach s herzogtl durch Bi Thema BevSlke am Sch den Grc uison mit dafi würden. Helm di, druck, rauchte, ritt dem entgegen und seine bracht wi der Rönlt unordnete, fein Äug(t W auf b iafolgt tim vor dem Ri 6U< dem leeren SreiSawtS- ion bereits zuer« bei elntretenben en Boträitn zu verschwindenden rreiSamtsgehülsk gen guMürrrre ^ernach die frag» m zu übertragen, che Thiitigkeit an °uch eine gesellschaftliche Unart ist, erscheint eS als gerabezn beleidigend, wenn einzelne Personen als Wache für einen Tisch mit zehn Plätzen anftreten, der wie eine Oase in dem überfüllten Saale oder Garten dasteht, um endlich von zwei oder drei Personen wirklich oder unter Umstanden auch gar Vicht besetzt zu werden. • * Wetterbericht. Die Luftdruck-Bertheilung ist sehr unregelmäßig. Bom Eingang deS Kanals erstreckt sich eine Depression über Frankreich bis nach Westdeutschland. Dieselbe wird nur durch einen schmalen Rücken hohen Druckes von dem noch vorhandenen Minimum getrennt. Ueber Eng« land ist das Barometer wieder gestiegen. Außerdem lagert heute hoher Druck im äußersten Südosten. Daö Wetter ist vielfach wieder trüb und find am Morgen namentlich in den nördlicheren GebietStheilen Niederschläge gefallen. —Bor- auSsichtliche Witterung: Meist trübes, ziemlich kaltes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. * • Für Butzbach ist gesorgt. Ein Correspondent der „Köln. Ztg." berichtet auS Groß Karben u. 21.: Gegen 8 Uhr trafen der Kaiser und König Humbert nebst Gefolge, die von Homburg zu Wagen nach Groß-Karben gefahren waren, auf den Karcher Höhen ein. Der deutsche Kaiser, der die Uniform seines 116. Regiments trug, nahm mehrere Meldungen entgegen und erkundigte sich bei den Schiedsrichtern nach dem Stande der Kriegslage am gestrigen Abend, wobei er sich an der Hand der Karte Alles eingehend erläutern ließ. Bon dem inzwischen durch die sichtbare gelbe Kaiserstandarte angelockten, zahlreich versammelten Publikum wurde der oberste Kriegsherr und sein hoher Gast begeistert begrüßt. Der Kaiser, der bester Laune zu sein schien, ritt durch die hochrufende Menge auf einen am Wege stehenden Herrn und eine Dame zu und zog Ersteren in eine längere emgehende Unterhaltung, während König Humbert mit mehreren Offizieren feiner Suite freundliche Worte wechselte. Es war Graf Oriola, der nationalliberale Reichstagsabgeordnete, der, in hiesiger Gegend begütert, vom Kaiser zu einer Unterredung gebeten worden war. Der Kaiser unterhielt sich in liebenswürdigster Weise mit dem Grafen und erkundigte sich nach dem Stande der Reparaturarbeiten der in gothischem Stil erbauten Hallenkirche in dem nahegelegenen Friedberg, für die er großes Interesse hegte. Der Kaiser erzählte dem Grafen u. A., daß bei den Arbeiten an der Marienburg in Westpreußen interefjante alte, anscheinend von Waffer- leitungen und alter Luftheizung herrührende Ueberreste gefunden seien. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß für den Ausbau der Friedberger Kirche in die nächstjährigen Etats Mittel bereit gestellt werden sollten,' der Monarch sprach sich aber auch dahin aus, daß eS Sache des Groß- herzogthumS Heffen sei, hier bei den RrnovirungSarbeiten durch Bereitstellung von Mitteln hilfreich einzugreifen. Auch das Thema der Garnison Butzbach, die auf eine Eingabe der dortigen Bevölkerung vor Kurzem errichtet wurde, berührte der Kaiser am Schluffe der Unterhaltung und bemerkte dabei, sich an den Grafen Oriola wendend, er habe nun für die Garnison (Butzbach) gesorgt, nun möge der Graf auch mit dafür sorgen, daß ihm (dem Kaiser) die Schiffe bewilligt würden. Dem Grasen und der Gräfin reichte Kaiser Wilhelm die Hand und verabschiedete fich mit kräftigem Händedruck. Bald darauf wurde dem Kaiser, der eine Cigarette rauchte, die Ankunft der Kaiserin gemeldet. Kaiser Wilhelm ritt dem von der Leibgarde der Kaiserin geleiteten Wagen entgegen und entbot der liebreizenden Königin Margherita und seiner Gemahlin, denen begeisterte Huldigungen darge- bracht wurden, herzlichen Gruß. AIS der Kaiser, zur Seite der Königin reitend, die Aufstellung des kaiserlichen Wagens anordnete, stürzte einer der vielen Hundert Neugierigen, der sein Augenmerk nur auf die allerhöchsten Herrschaften und nicht auf das den Weg füllende Schlammmeer gerichtet hatte, infolge eines Fehltritts vornüber mit Kopf und Händen dicht vor dem Kaiser in die dicke Brühe. Als der Gestürzte sich aus dem Schlammbad erhob und mehr einem -Handelnden Schmutzhaufen als einem Menschen ähnlich, selbst lachend über fein Mißgeschick, mit erhobenen Armen davonlief, mußte auch der Kaiser selbst herzlich lachen über baß tragikomische Bilb, das fich ihm bot. Ehe ber Kaiser den hohen Frauen ent= gegenritt, warf er den Rest der Cigarette weg- tote eine Heerde Wilder stürzten die Umstehenden darauf los, und ein Bauersmann war so glücklich, daS Endchen zu erhaschen. Bon mehreren herbeieilenden Engländern erstand einer, ein Raritätensammler, den Cigarettenreft von dem Manne für einige Goldstücke. Friedberg, 9. September. Mit der Main Weser-Bahn traf gestern Morgen auS dem Bivouak bei Burggräfenrode ein Unteroffizier deS Infanterie Regiments Nr. 118 im Hauptbahnhof zu Frankfurt ein, welcher fich dadurch erhebliche Brandwunden an der linken Hand zugezogen hatte, daß er in der vorausgegangenen Nacht die Flammen eines in Brand geratenen Zeltes ersticken wollte. Er fuhr in Begleitung eines Soldaten mit dem nächsten Zuge nach seiner Garnison WormS. — Die der Maschinen-Jnspection Frankfurt unterstellten Maschinen reichten während deS Kaffer- manöverS nicht auß, die enormen Züge zu befördern, so daß andere Directionen, wie Halle, Magdeburg, Saarbrücken, Hannover rc. noch einige 20 Maschinen stellen mußten. ES Und allein jeden Tag für den Kaiser und die fürstlichen Gäste, sowie die deutschen und die fremdländischen Offiziere fünf Maschinen erforderlich, um die vier Extrazüge zu befördern. Außerdem standen jeden Tag noch fünf Maschinen in Bocken- heim in Reserve, falls der Kaiser bittet noch Dilbel fahren wollte. Die Hofzüge bet Könige von Sachsen unb Italien stehen in Oberursel, gleichfalls noch einige Wagen deS Kaiser- zugeß. Der Kaiserzug besteht auß 16 vier- unb sechSachfigen Wagen. Der Zug wird stets von einem Werkstätten- Lonttolleur, sowie zwei Wagenmeistern und mehreren Wagen- Wärtern aus Potsdam begleitet, damit im Falle der geringsten Reparaturbedürftigkeit geeignete Leute zur Stelle sind. Eschenrod, 9. September. Eine nachahmenSwetthe Einrichtung ist hierorts durch den derzeitigen OrtSpfarrer getroffen worden. Derselbe hat bis jetzt 46 Einwohner privatim dazu veranlaßt, einer Bereinigung freiester Art bei- zutreten, die sich die Berschönerung des Friedhofes dahier an ihrem Theile angelegen fein laffen wollen. Pflichten sind: Die zuständigen Gräber von Unkraut frei zu halten, im kommenden Herbst oder Frühjahr einen wilden Rosenstock, wie sie sich in jeder Gemarkung vorfinden, auf das bett. Grab zu pflanzen unb sobald diese veredelt sind, in ber folgenden falten Jahreszeit gegen Frost zu verbinden. Rechte sollen sein: unentgeltliche Beredelung dieser Stämmchen, Besorgung von geeigneten Pflanzen ober Sämereien zum Selbstkostenpreise. 4- Bübingen, 9. September. Wieberum ereignete fich bei unsrer Stadt ein bedauerliches Unglück. Ein hiesiger Knabe stürzte nämlich gestern Nachmittag von ber über die Gymnasimustraße führenden Eisenbahnbrücke in die Tiefe, unb zwar fiel er auf die Kopfseite. Der gerade vorübergehende Pfarrcurator Fickel auß Nidda brachte den erheblich verletzten unb auß mehreren Wunben blutenden Jungen mit Hülfe feiner inzwischen herbeigeeilten Eltern nach einem nahen Hause, woselbst dem Verunglückten die erstnöthige Behandlung zu Theil ward. -g- Allfeld, 9. September. Bekanntlich hatte der land- wirthschaftliche Provinzial-Verein dieseß Frühjahr die Errichtung von Herdbüchern für daß in der Provinz gezogene Vogelsberger und Simmenthaler Vieh beschlossen. Nachdem nunmehr in den drei Körbezirken die Störungen für dieses Jahr im Wesentlichen beendet find, hat fich ergeben, daß in die Herdbücher ca. 1200 Stück Simmenthaler und ca. 280 Stück Vogelsberger Vieh eingetragen werden konnten. Zweifellos befindet fich aber in einzelnen Gemeinden noch eine Menge Vieh, das aufnehmbar ist, aber noch nicht angemeldet wurde, weil die Besitzer die Bedeutung des Nachweises der Abstammung noch nicht erkennen. Immerhin hat aber diese erste Aufnahme in die Herdbücher die Erwartungen bet Weitem übertroffen und vor Allem gezeigt, daß eine Menge werthvollen Zuchtmaterials in der Provinz vorhanden ist, das nur zusammengefaßt und einheitlich geleitet werden muß, um unserer Provinz einen ebenbürtigen Rang au diesem Gebiete neben den Nachbarländern einnehmen zu laffen. Die Herdbücher sollen demnächst gedruckt und an die Gemeinden und Privaten abgegeben werden, wodurch sie ja dann erst ihren Zweck voll erfüllen dürften. 0. AuS Oberhessen, 9. September. Ja verschiedenen öffentlichen Blättern wird mitgetheilt: Der Gemeinde-GeiSbock gibt Milch. Diese Nachricht wird alß Naturwunder, alß eine Seeschlange bezeichnet, die allgemeines Schütteln des Kopses erregen wird. Pardon! Ihr Herren, die Nachricht ist durchaus keine Sreschlange, denn daß Ziegenböcke zuweilen neben dem Hodenbeutel noch ein Euter haben, das fich später bildet und daß die Böcke daraus Milch geben, ist eine schon seit Menschengedenken vorkommende Thatsache, die auch im vorigen Jahre in der Provinz Oberheffen beobachtet und festgeftellt worden ist. Häufig ist die Erscheinung nicht, aber sie kommt vor und darum ist eS keine Seeschlange. □ Darmstadt, 9. September. Heute wurde in einer aus den besten Kreisen unserer Stadt, darunter die Herren Staatsminister Finger und Provinzialdirector Geheime Rath von Marquard, sehr zahlreich besuchten Versammluag unter dem Vorfitze deß Herrn Bürgerm-isterS Köhler ein aus 17 Damen und Herren bestehendes Comitv mit dem Recht der Zuwahl gewählt, daß die Frage erörtern soll, ob sich etwa an den Aliceverein für Waisenpflege eine Institution angliedern laffe, welche die Fürsorge für die schulentlassene Jugend zum Gegenstand hat, ober aber eine neue Organisation in dieser Angelegenheit zu schaffen sei. Vorher hatte Herr Lehrer Pagel vom „ErziehungSdeirathe ür schulentlassene Waisen" tn Berlin in längerem, hochinteressanten Vortrage die dort geschaffene, wirklich bewunderns- werthe Organisation klar bargelegt. An ber Spitze deß Ganzen, zugleich alß bereu Ehrenpräfibeut, steht Staatsminister a. D. von Heerfnrth; den ErziehungSbeirath bilben etwa 100 Personen aus ber besten Gesellschaft Berlins, einen Ausschuß zur Erledigung der laufenden Geschäfte ca. 30 Personen. Den Vorstand umgibt ein Stab fachmännischer Berathtr und zwar eine juristische Commission unter dem Vorsitze eines Vormundfchastßrichters, eine ärztliche Commission, die bereits ein großes Arbeitßfeld hat (mangelhaft genährte K.nder von 14 Jahren werden reichen Besitzern auss Land gegeben), eine gewerbliche Commission mit Vertretern aller möglichen Gewerbe, ber kaufmännischen Richtung unb Beamtengruppen- ferner steht dem Vorstand eine Armee von Pflegern unb Pflegerinnen zur Seite. Alle Organe arbeiten unentgeltlich. Die Riesrnstabt Berlin ist in 240 Bezirke eingekeilt unb die Bezirksmitglieder stellen sich mit ihren Diensten dem amtlichen Waisenrath zur Verfügung. Jedem Pfleger ober Pflegerin wirb in ber Regel ein Kind zur Fürsorge überwiesen, über besten Ver- hältnifle er sich in der Schule unb bei der betr. Mutter unterrichten unb bei besten Lösung ber Fragen ber Berufswahl und beß Gebenß in die Lehre) usw. er mitzuwirken hat. Eine ganze Reihe guter Meister hat sich bem Erziehungsbeirathe zur Verfügung gestellt, darunter die ersten Firmen Berlins- Lehrgeld wird in geeigneten Fällen aus des Beirathes Mitteln entrichtet. Mit der ganz-n Institution ist auch ein Arbeitsnachweis für Knaben unb Mädchen verbunden. Endlich will ber ErziehungSbeirath den Alleinstehenden ein liebevoller Berather in wichtigen Lebensangelegenheiten fein unb fo an ber Ueberbrücknng ber Kluft zwischen den Bevölkerungß- schichten beitragen helfen. Der Berliner Verein besteht seit IV2 Jahren unb zählt schon 2500 Mitglieber- der Kaiser unb Prinz Heinrich haben wieberholt ihre Sympathie unb Interesse bem Unternehmen zu erkennen gegeben, ebenso baß preußische Ministerium. — Die jetzt geschehenen guten Anfänge hier in Darmstadt lasten erhoffen, daß baß segensreiche Werk auch bei unß zu Stande kommt. AuS Rheinhessen, 9. September. Infolge der an- haltenden regnerischen Witterung muß das Einherbsten der Frühburgundertraubeu beschleunigt werden. Eß findet deßhalb in fast allen Gemeinden, die Frühburgunder ziehen, am Montag die Lese statt. Die weißen Trauben werden durch den Regen ebenfalls sehr beschädigt. • In dem Dorfe W. bei Celle fand die erwachsene Tochter beß Lehrers 2lnfangß Juli im Holzstalle ber Schule einen Igel. Da im Keller und in ber Speisekammer fich in ber letzten Zeit Mäuse gezeigt hatten, nahm ihn die Lehrerßtochter in ein Tuch unb brachte ihn Abenbs in den Keller, daß er die Nager dort jage. Am Morgen trug sie das Thier wieder in den Stall. Alß fie nun vier Tage lang den Igel abwechselnd in den Keller unb in bie Speisekammer gebracht hatte, war im ganzen Hause von keiner Mauß mehr fttoaß zu merken. Noch am selben Tage erfuhr von dem Erfolge der neuen Dorfkatze die Nachbarßfrau D., die auch über Mäuse arg zu klagen hatte, unb meinte, ob fie fich den Igel nicht auch mal leihen könnte. Ruhig ließ fich am Abend der Igel nach dem fremden Hause holen unb am Morgen im Korb toieber nach seiner Ruhestatt im Holzstall tragen. Auch boxt ist nach mehreren Tagen Alles von Mäusen befreit. Im folgenden Haufe, worin Bäckerei und (Saft- wirthschaft betrieben wird, hat man den neuen Kammerjäger fich mehrere Male Nachlß über „geliehen" und zwar mit dem besten Erfolge. Auch ein Hofbesitzer ist gekommen, ganz artig hat er gefragt: „Wült Se mi nich mal ören Swinegel lehnen?" Jetzt war schon zu sehen, daß baß Thier sich auf sein „Recht auf Arbeit" verließ, denn Abends hatte er schon stets fein Lager verlassen unb saß wartend» an ber Thür in der sicheren Hoffnung, daß man ihn hole. Auch auf tiefem unb bem fünften Grunbstücke hat er schon aufgeräumt, und er hat schon Bestellung auf den sechsten unb siebenten „Reihetisch". Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl L00S und I. M. Schulhos. Bremen, 8. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.j Der Doppelschrauben-Postdampfer Königin Luise, Capt. W. v. Schuckmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten tn Newyork angekommen. Bremen, 8. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Crefeld, Capilän H. BrunL, vom Norddeutschen Lloyd 4 Versteigerungen, s Schutzmarke. (liessen, 1682 Empfehlungen. Expedition d. Bl. erbeten. Zu verkaufen. auf alsbald gesucht. 8346 Hochachtungsvoll Wittwe Rothe. innigsten Dank 8389 empfiehlt: Lebende Karpfen, » Hechte, , Schleie, , Vlale Namens der trauernden Hinterbliebenen: Bertha Schwarz, geb Schäffer. Giessen, Darmstadt, Offenbach a. M., den 10. September 1897. Neue Kliniken. Ein Wärter und ein Hausbursche i Nachmittag zu einem kleinen Kinde gesucht. ■ Näheres Bahnhofstr. 12, II. Isidor Schulhof, Friedberg, Julius Karl, Grünherv u. Wilhelm Acker, Berstadt. 8376] Gut erholter es Zweirad, Kissenrad, für 60 Mk zu verk. Anzuseben in Wetzlar Schützengarten. 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Auf Antrag des Ortsgerichts- manns Keller von Gießen als gericht- lich bestellter Verwalter über die Concursmaffe des verstorbenen Friedrich Frey werden alle Diejenigen, die noch Ansprüche aus der noch eingetragenen Hypothek zu machen haben, hiermit aufgefordert, diese Ansprüche unter Vorlage der Hypo. thekurkunde binnen zwei Monaten bei dem unterzeichneten Gericht geb lend zu machen, als sonst die Löschung des Pfandeintrags verfügt werden würde. Gießen, den 7. September 1897. Grobherzogliches Amtsgericht. Langermann. 8375 der Marktlaube Nr. 2.____________8380,3« verkaufen bei 343. wiifr Mrtrrnj. Heute Samstag: | 3" dem Hypothekenbuch der Ge- Zwiebeln 8372 f°°/dt" Srp-7'd" Bl. marfung Lollar ist auf die in dieser ru haben auf dem Brandplotz bei Regina 8376] GütHlteres »weirad «ss«. j Stellen-Angebote^ Cm iiichljgcr Rockatdriter und ein Lehrling gesucht. 8116 Ä Schreiner, Schneidermeister, Dammstraße 30. in großer Auswahl und allen Preislagen empfehlen zur Herbst, und Winter-Saison 8373 Scheel & Comp., Tuchhandlung, Seltersweg 87. Hlnterrichts in Landarbeiten findet den Gut rrhaiieaer Gehrock zu verkaufen. 8371 Wiesen sie. 1, patt. Versteigerung. «raitag, den 17. d. Ml»., Nach, ! Kindergarten Weftanlage 9 Wiederbeginn: Montag den 13. September. Zöglinge werden jederzeit angenommen. Der Wiederöegimr des Sie sind stets sicher eine wirklich das Schuhzeug dicht und dauerbaft machende Schuhschmiere zu erhalten, wenn Sie Gentners Schuhfett (Thranfett) in rothen Dosen mit dem Kaminfeger und der Firma Carl Gentner in Göppingen verlangen. 3« haben in de« meiste« «eschäfie». »31 statt. 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F. 8393 Montag de« 18. September, Abends 8