Nr. 160 Somrtag bett 11. Juli Drittes Blatt. 1897 Amts- und 2lnzeigeblutt für den Ureis Giefzen. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchnlstraße Ar.7. Fernsprecher 51* Vierteljähriger Abonncmentsprei» r 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohu. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Die Gießener A«m1tienS kälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Htetzeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. | chratisöeikage: Gießener Iamitienökälter. so lange er- Landgrafen Friedrich abgeschofft. Rhein. Kur. jlBehördlicheAnzeigen j Walter. 6601 8931.89 108 Wasche mit laschenbier Balser. 6602 etngehändigt. aber er war Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. besitzen ein schönes, zu halten. Da die i bestehen, jo bieten 49,37 41,85 59,50 29,28 Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. halten konnte. Viele Stimmen, auch ein Urtheil des ReichS- kammergerichtS vom Jahre 1603, bezeichneten sie nicht nur als ein barbarisches, sondern auch als ein ganz unzuverlässiges Mittel, die Wahrheit zu erforschen, und dennoch erhielt sie sich Jahrhunderte und wurde in St. Goar wie im gesammten Heffen erst am 23. November 1785 durch ein Gesetz deS . 401.99 . 4312.60 . 4160.50 . 56.80 Georg die drei ganz gleichlautenden Briefe Die Unschuld deS Burggrafen wurde anerkannt, und blieb sein Leben lang ein armer Krüppel. Es ist unbegreiflich, wie sich die Tortur Arbeitsvergebung. Donnerstag, 15. Juli d. I., Bormittags 9 Uhr, soll das Aus- weißen und die Erneuerung des Del* farbenstrichs im Innern der evangel. Kirche zu Albach vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen bei Großh. Bürgermeisterei Albach zur Einsicht offen. Albach, den 8. Juli 1897. Großh. Bürgermeisterei Albach. Summa 180,00 Daubringen, am 9. Juli 1897. Großh. Bürgermeisterei Daubringen. Ichloffen. Gießen, 10. Juli 1897. Lnhn’s Wasch-Extract. Giedt schönste Wasche! | Ueberzeugen Sie sich davon 7a Pfund-Schachtel ä 15 Pfg. — Ueberall zu haben. — Ang, ßuhll & Co., Karmen*K. Veranschlagt zu 1) Zimmerarbeiten . . . 2) Schreinerarbeiten. . . 3) Spenglerarbeiten. . . 4) Weißbinderarbeiten . . Activa Senter Kaffenbestand Marenbeftand . . Ausstände . . . SRobilien .... 'halt- und Gement« rt wird und selbst r- wasserabweisend, werden vom Regen Ireundl Iamilienlogis zu vermiethen. $ Kaplansgasse 18. Passiva Geliehenes Capital . . Guthaben der Mitglieder Referoefond .... Betriebsrücklage . . . Vorhandene Schulden . Reingewinn .... Hirschfänger erstochen, dann das bei der Leiche liegende Messer in die Wunde getaucht und daffelbe neben dem tobten Körper niedergelegt habe. Nach diesem Geständntß wurde die Folterung fistirt und nun widerrief der Burggraf alles Gingestandene, weß- halb er zum dritten Male gefoltert wurde und daun unter schauerlichen Schmerzen das vorige Geständniß wieder bestätigte und in Folge dessen zum Tode verurtheilt wurde, und zwar sollte ihm zuerst die rechte Hand abgehaueo, daun sein Leib mit glühenden Zangen gekneipt und er endlich enthauptet werden. Dieses Uitheil ging zur Bestätigung an den Landgrafen Georg noch Darmstadt. Ehe diese Bestätigung erfolgte, stellte sich die vollständige Unschuld des Burggrafen heraus. Der angeblich ermordete Zimmermann hatte drei Brüder im Odenwalde wohnen, welchen er schrieb, daß er seine Stellung im Schlosse RheiufelS verloren habe, dadurch brod- loS geworden sei und seine Familie nicht mehr ernähren könne, weßhalb er sich das Leben nehmen wolle. Der Zimmermann hatte sich also selbst den Stich inS Herz bet* gebracht, worauf auch schon die Lage der Leiche schließen ließ. Einer dieser drei Brüder hatte zufällig die Berur- theilung deS Burggrafen vernommen und dem Landgrafen 6566] Kleines Logis mit Wafferletürng zu vermiethen. «chLtztNftr. 14. 6615 Der Borftarrd. getrogen, aber keinen Gebrauch davon gemacht. Der bet bcr Besichtigung dieser Waffe anwesende Stadtschultheiß wollte einen Blutstropfen au derselben bemerkt haben, doch wider* sprachen dem die beiden Schöffen und der Actuar. Diese geringfügigen Umstände genügten, um den Burg, grafen zu verhaften. Der öffentliche Ankläger trug auf Auweudung der Folter gegen denselben an, welchem Anträge die Juriftenfacultät in Gießen zustimwte, da uach der HalSgerichrSordnung deS Landgrafen Philipp vom Jahre 1535 die Thatsache, daß der Burggraf mit der Waffe in der Nähe des ThatorteS gesehen worden sei, zur Anwendung der Folter berechtige. Alle UnschuldSbetheueruugen des Angeklagten, alle Bemühungen seines RechtSbeistandeS, der nachwteS, daß nach den vorhandenen Jndicien die Folterung nicht berechtigt und diese selbst ein höchst verwerfliches Mittel zur Erforschung der Wahrheit sei, durch welches bereits viele tausende unschuldige Menschen hiogemordet worden seien — halfen nicht-: die Folterung war verfügt und sie wurde vollzogen. Bevor man jedoch zum Aeußerstrn schritt, befragte man daS GotteSurtheil: „da- Beschreten de- Blutes-. Der Angeklagte mußte die rechte Hand auf die Wunde deS Tobten legen uud dreimal laut rufen: „Bin ich schuldig an diesem Tode, so gebe Gott solches mit einem Zeichen an mir oder ihm zu erkennen!" Diese- GotteSurtheil fiel günstig für den Burggrasen au-, denn nach dem damaligen Glauben mußte, wenn der Burggraf schuldig war, dann, wenn de- Mörders Hand die Wunde berührte, dieser frische- Blut entfließen- allein die Wunde blieb trocken, eS entfloß ihr kein Tröpflein Blut. Dieses GotteSurtheil rettete übrigens den Burggrafen nicht vor der Folterung. Den ersten Grad der Tortur hielt er mannhaft aus und betheuerte dabei seine Unschuld- beim zweiten Grad überwältigte ihn jedoch der Schmerz und er gestand die Lüge, daß er den Zimmermann mir seinem B Sämmtliche zur Photographie nothwendigen Chemikalien, gebrauchsfertige Lösungen Bäder rc. tx in erprobten Rein« W beiten empfiehlt die Adler-Drogerie, SeUersw.39, Otto Schaaf. 6102 '"ordentlich Wem «Zensier Weise in Arbeitsvergebung. Dienstag bett 13. Juli l. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf unterzeichneter Bürgermeisterei nachstehende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden: Versteigerung Die zur Herstellung der Umfassungsmauer am Friedhof erforderliche Maurerarbeit mit Material-Lieferung soll Douuerstag bett 15. Juli, Vormittags IO Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei wenigstnehmend ver* steigert werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben. Burkhardsfelden, am 9. Juli 1897. 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Der Tobte hatte bisher im Schlosse Rhein- sei- gearbeitet, war aber an seinem Sterbetag nach einem Wortwechsel mit bem Haushofmeister, Herrn HanS Heinrich Fink, bamalS gewöhnlich „Burggraf" genannt, au- ber Arbeit entlassen worden. Dieser letztere Umstand brachte den peinlichen Ankläger auf den Gedanken, daß der Burggraf Fink der Mörder sein könnte, und er wurde in dieser Annahme bestärkt, als tr erfuhr, daß der Burggraf am Tage des Mordes in der Ahe der Mordf^elle gesehen worden fei. Auf diese schwachen Judicien hin erhob er fite Anklage gegen den Burggrafen. In seinem ersten Verhöre gab der Burggraf an, er sei an jenem Tage mit seiner Frau zum Abendessen bei dem kommandanten der Festung, Herrn Srrupp von Gelnhausen, geloben gewesen und er habe nach dem Essen mit seiner Frau einen Spaziergang in- Freie gemacht. Bet dieser Promenade sei er wohl in die Nähe der Stelle gekommen, wo die Leiche des Zimmermann- lag, er habe fie jedoch nicht gesehen, noch viel weniger den Mann erstochen. Wie gewöhnlich, so habe er an jenem Abend seinen Hirschfänger 1 nach Telephon SmU ryisckbaid. SelterSweg- Zu verkaufen Tüchtige Specialit&t: Billige Ausgaben. 200 Kinderwagen u. Sportwagen ! in vornehmer AnSstattnng. Kilbinger, Seltersweg 19 2827 &C0-T lifio^BUCKEYE FWfr oermtethet I. Weinert, Neuenweg 9. Näh. Hotel Lchüh 6646] Zimmer nebst Kammer zu ver» mtethen. Reuenweg L. Inhaber: H. Selbst 10 Marktstrasse 10. ^ermjschteÄnzeigeri 6104] Ein möbltrteS Zimmer zu vers Kreuzplatz 11, mtethen. ■r-i 0DD1J WtnPCT Zeugnisien gesucht. Frau Avot Technikum Mittweid» — SAchseo. — Sensen. Sicheln.Wetztzeinr. Heurechm. Hacken. GsttenmoM EJel trat eck nltohoe Preltitou Mineralwasser ■ n i ninnnx vmnnninni innnuTnyg, ■ oohiner-lagwiiur-Sd»!« OWerk»«Uter-8ohuH 6502] Suche zum 15. October fünf Zimmer mit Gartenantheil- Offerten mit Preisangabe unter B. C. an die Expedition d- Bl erbeten. 6587] Leute zum Fruchtabmachen, au Accord oder Taglohn, sucht Joh. 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