1897 «r. 134 Zweites Blatt. SreUa« tat 1t. Ami Der >Uftener «scheint täglich, mit Ausnahme bei Montags. Die Gießener HlnmikienV kälter tverben bem Anzeiger wöchentlich bre,mal beigrlegt. Gießener Anzeig er Keneral-Mnzeiger. Vierteljähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch bie Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Siebaction, Expedition und Druckerei: -chutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Airzeigeblatt für den Avers Giefzen 2lmtlid?cr Thril Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« folgenben Tag erscheinenben Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Locales und provinzielles. Gießen, den 10. Juni 1897. •* Sitzung Großh. Handelskammer vom 1. Juni 1897« Anwesend die Herren: Koch, Scheel, Balser, Gail, Katz, Klingspor, Kraatz und Wortmann. Vom 10. bis 13. Juni l. I. tagt in Leipzig der zweite Congreh des deutschen Verbandes für das kaufmännische Unterrichts- wesen, au welchem sich, wenn möglich, der Vorsitzende der Kammer betheiligrn wird. — Der Unter verband für daS Großherzogthum Hesien und die Provinz Hessen-Nassau deS obengenannten Verbandes hat feiner Zeit an Großh. Ministerium des Innern um eine staatsseitige Unterstützung der kaufmännischen Fortbildungsschulen gebeten. DaS gleiche Ersuchen ist Anfangs Februar von Beiten der Kammer an Großh. Ministerium des Innern gerichtet worden, welches alsdann die Kammer zur Einsendung der Lehr- und Stundenpläne, sowie zur Beantwortung einiger speciellen Fragen aufforderte. Der hiesige kaufmännische Verein hat in umfaffender Weise alle einschlägigen Fragen beantwortet und eö ist der Bericht inzwischen Großh. Ministerium deS Innern unter Wiederholung unseres früheren Ersuchens erstattet worden. — Neue ReichSbanknebenftellen find eröffnet worden bezw. werden eröffnet: zu Werden a. d. Ruhr am 15. Mai l. I., abhängig von der RetchSbank- stelle in Essen, zu Herne am 1. Juni l. I., abhängig von der RetchSbankstelle in Bochum, zu Uerdtngen am 8. Juni [. I., abhängig von der RetchSbankstelle in Crefeld. — In Wißmar, Strecke Lollar—Gießen, wurde ein Haltepunkt für Personenverkehr am 1. l. MtS, eröffnet. Die Fahr- kartenauSgabe erfolgt durch die Zugführer und erstreckt sich nur auf den Verkehr mit den Stationen, welche an der vorgenannten Bahnstrecke liegen. — Der Zug 13a Gießen- Stockheim wird versuchsweise bis auf Weiteres vom 1. l. M. ab bis Gelnhausen durchgeführt und zwar ab Stockheim 733 Uhr Dorm., an Gelnhausen 827 Uhr Borm. Von demselben Zeitpunkte ab soll der Zug 28 Gedern—Stockheim zur Gewinnung des AnschluffeS an den Zug 13a ebenfalls versuchsweise eine frühere Lage erhalten, und zwar ab Gedern 6S0 Uhr Vorm., an Stockheim 725 Uhr Vorm. — Vom 1. Juni I. I. ab werden ferner aus der Strecke Lich— Gießen Arbeiterzüge versuchsweise eiogesührt: 1. ab Ltch 520 Uhr Vorm., an Gießen 550 Uhr Borm., 2. ab Gießen 730 Uhr Nachm., an Ltch 8 Uhr Nachm. — Am 1. Juli l. I. findet die Eröffnung de- Haltepunktes Rödgen statt- directe Fahrkarten werden vorerst nicht über Gießen und Fulda hinaus verausgabt. — Die Abferti- gungSbefugnisse der Stationen Ober-WldderSheim und BücheS-DüdelShetm werden mit dem 1. k. MtS. erweitert und erstrecken sich alsdann auf Güter aller Art, sowie auf Leichen und lebende Thtere- auSgeschloffen bleibt die Beförderung von Sprengstoffen und Fahrzeugen. — DaS Der- zeichniß der Kammer von zweifelhaften Firmen hat Erweiterung für die Niederlande und Italien erfahren. — In einem französischen Badeorte soll die Abhaltung einer angeblich internationalen Ausstellung geplant fein, welche indessen eines osficirllen EharacterS entbehrt. Vor einer Bethetligung müffen wir warnen und find zu näherer Au-kunst Interessenten gegenüber bereit. — In Betreff der Berloosuug von Autheilscheinen der Barlettaloose geht der Kammer die Mittheilung zu, daß mit dem Jubelverein befreundeter akademischer Corporatwuen von Karlsruhe, Berlin, Hannover usw. wurden sodann Glückwünsche durch Deputationen übermittelt und die Zahl der eingelausenen Telegramme war eine große. Erst gegen Morgen war der Commers zu Ende. Heute Morgen um i/zll Uhr fand ein Festact in der festlich geschmückten Aula der Technischen Hochschule statt. Hierzu hatten sich alS Vertreter der Großh. Regierung Geh. StaatSrath Knorr v. Rosenroth, als Vertreter der Stadt Bürgermeister Köhler, die Professoren der Hochschule, studentische Corpo« rationen in vollem Wichs, die alten Herren und jungen Mitglieder deS Akademischen Verein-, sowie ein reicher Damen- lot eingefnnden. Nach einem die Feier eröffnenden Fest- Chor, vorgetragen vom Akademischen Gesangverein, ergriff der Rector Prof. Berndt das Wort, um daS Wirken des Akademischen Vereins an der Technischen Hochschule zu feiern und schloß seine Rede mit Worten deS DankeS an die Großh. Regierung für den zu Zwecken der Hochschule errichteten Neubau. ES folgten als Redner stud. Spelten, Vorsitzender deS Akademischen Vereins, der aufs Neue das Gelöbniß ablegte, in alter Treue zur Alma mater zu halten zur Wohlfahrt des Deutschen Reiches und zum Segen des Heffen- landes. Baumeister Noack brachte die Glückwünsche der alten Herren des Vereins dar und versicherte den Berem deS treuen Zusammenhaltens mit demselben. Hierauf überreichte Fräulein Ltncke im Namen der Frauen und Jungfrauen deS Vereins ein prachtvoll ausgeführtes und in Gold und Posamenten gesticktes VereinSbanner, das von dem Vorsitzenden mit Worten deS DankeS entgegen genommen wurde. Heute Nachmittag findet Garten-Concert im Saalbau und morgen ein Ausflug in die Bergstraße statt. • Aus Berlin wird berichtet: In der außerordentlichen Hauptversammlung deS Berliner Local-VeretnS der Allgemeinen Deutschen Kunstgenoffenschaft wurden in die vorbereitende Commission für die Deutsche Kunstabtheilung auf der Weltausstellung in Parts im Jahre 1800 gewählt: Die Maler Prof. A. v. Werner, Ludwig Knaus, Eugen Bracht, Ludwig Dettmann und die Bildhauer Prof. G. Breuer und Joseph UphueS. • Spaudau, 7. Juni. Ein Bierkutscher der Plchels- borfer Brauerei, Namens Adolf Weber, hatte seit längerer Zeit ein LiebeSverhältniß mit der 25 jährigen Tochter der Wtttwe Brückmanu in Pichelsdorf, dem ein Kind, ein jetzt l3/. jähriger Knabe entsproffen war. Die Brückmann ließ sich neuerdings aber mit einem Andern ein und lehnte eine Heirath mit ihrem ersten Liebhaber ab. Darauf holte der Verschmähte am ersten Pfingstmorgen den Knaben aus dem Hause und stürzte sich mit dem Kinde in die Havel, in der beide ertranken. * Wovor sich Menschen fürchten. Ein berühmter Londoner Gelehrter, der sich viel mit psychologischen Studien abgibt, hat kürzlich ein Buch veröffentlicht, in dem er über die Verschiedenartigkeit und Eigenthümlichkeit des impulsiven Furchtgefühls im Menschen schreibt. Die aufmerksamsten Beobachtungen, die er ungefähr bei 2000 Personen angestellt hat, haben ergeben, daß die meisten Leute eine nicht zu bezwingende Furcht vor starken Gewittern hegen. Allerdings ist die Zahl der gewitterscheuen Frauen bedeutend größer alS die der Männer. Hiernach rangirt dieser Gelehrte gleich diejenigen Personen, die eine geradezu kindische Furcht vor kriechendem Gethier empfinden. Ungefähr der zwanzigste Theil der zweitausend Untersuchten fürchtet sich am meisten vor der Dunkelheit, und etwa zwölf Procent vor Stur«. Ratten und Mäuse sind der größte Schrecken vieler Frauen, während Männer sich mehr vor unangenehmen Jnsecten fürchten. Nicht weniger als 8 pCt. gestanden freimüthig ein, daß der Mond ihnen eine ganz unb schretbliche Scheu einflöße. Etwa 60 pCt. der Untersuchten aber, zum größten Theil Männer, erklärten, daß nichts auf der Welt sie so in Angst versetzen könnte, wie ein schreiendes Baby. Anzeigen für bnt „Gießener Anzeiger- entgegen. die Wiederaufnahme der im Jahre 1895 eingestellten Tilgung deS von der Stadt Barletta in 1870 aufgenommenen An- lehens im Mat d. I. durch Ziehungen der LooSanleihe erfolgen soll. Der Plan der weiteren Ziehungen weicht von dem ursprünglichen darin ab, daß in den letzten fünf Ziehung«- jähren nicht zwei Ziehungen, sondern eine Ziehung statt- finden wird- in weiteren fünf Jahren sollen die also hinaus- geschobenen Ziehungen nachgeholt werden und endlich in anderen zwei Jahren (1950 und 1951) die in den Jahren 1895 und 1896 ausgefallenen Ziehungen erfolgen. Der Anleihedienst wird von der Verwaltung der Stadt gänzlich getrennt werden. — Ausländische HandlungS- reifende find in Rußland zur Lösung eine- CommisschemeS erster Klaffe verpflichtet - selbstständige, ausländische Kaufleute und Gewerbetreibende haben dagegen weder einen solchen CommiSschein, noch einen Gildeschein zu lösen. Wenn nun von selbstständigen Kaufleuten usw. aus bestimmten Gründen, z. B. wegen der Zugehörigkeit zur israelitischen Religion, die deutschen GewerbelegitimationSkarten für Handlung«- reisende als LegittmationSpapiere zum Ausweise über die Person der Karteninhaber in Rußland benutzt werden, so müssen mit den Bortheilen, die diese Karten hinsichtlich deS Aufenthalts in Rußland gewähren, nach Auffaffung der russischen Regierung, auch die Pflichten, darunter dtejrnigeu zur Losung eines CommiSscheineS mitübernommen werden und dürfen diejenigen, welche sich durch die Benutzung einer GewerbelegitimationSkarte den Eintritt in Rußland ermöglicht haben, alsdann nicht über die Heranziehung zur Commis- steuer Klage führen. nn. Darmstadt, 8. Juni. Die 2 5jährige Jubelfeier des Akademischen Vereins nahm am gestrigen Tage unter der Antheilnahme der Bevölkerung unserer Stadt, insbesondere aber der Professoren der Technischen Hochschule sowie einer größeren Anzahl alter Herren des Vereins, die theilwetse auS weiter Ferne zu dieser Jubelfeier gekommen waren, ihren Anfang. Am zweiten Pfingstseiertag leitete ein urfideler Frühschoppen im Restaurant „Zum Münchener Kindl" die Feier würdig ein und gewährte eS einen erhebenden Anblick, wie sich bemooste Häupter nach langen Jahren der Trennung hier wtedersahen und begrüßten. Nachmittags fand die Wanderversammlung der alten Herren des Vereins statt, wobei nur geschäftliche Fragen zur Erledigung kamen. Die nächste Wanderversammlung wird in Frankfurt a. M. tagen. Der am Abend im festlich decorirten Kaisersaal abgehaltene Feste o mm er s verlief in der denkbar glänzendsten Weise. Schon um V28 Uhr hatte ein reizender Damenflor die Galerien dicht besetzt und bot dem Auge ein färben- prächtiges Bild. Um 1/Jt9 Uhr ertönten die Klänge des alten Dessauer durch den Saal und der derzeitige Vorsitzende deS Akademischen Vereins, stud. Spelten, ließ sein „Silentium adloca“ durch den Saal schallen- der CommerS nahm seinen Anfang. Der Vorsitzende widmete den zahlreich erschienenen Festgästen herzliche Worte der Begrüßung und brachte aus ' Se. Kgl. Hoheit den Großherzog, den erhabenen Protector des Vereins, ein dreifaches Hoch aus, daS freudigen Wieder- hall fand. Hieraus ergriff der Ehrenvorsitzende des FestanS- schuffeS, Herr Regierungsbaumeister Noack, das Wort zur Festrede. Er führte aus, daß der Akademische Verein am Busen der Alma mater herangereift unb zu einem kräftigen Jüngling erstarkt fei. Aber auch Wiberwärtigkeiten seien ihm nicht erspart geblieben. Rebner gedachte mit Trauer der vom Tode entriffenen Vereinsmitglieder, besonders der Namen Utsch, Bauer und Mojat, sowie der verstorbenen Prof. Roquette, Heinzerltng und H. Wagner und des Ehrenmitgliedes des Vereins, Arnold Bergsträßer. Der Verein werde daS Andenken an diese stets wachhalten. Eine besondere Ehrung wurde dem Verein durch die lieber» nähme des Protectorats Sr. Kgl. Hoheit des GroßherzogS zu Theil. Am Schluffe der schwungvollen und mit Beifall aufgenommenen Rede sprach derselbe den Wunsch und die Hoffnung auS, daß der Akademische Verein die bewährten Bahnen weiter wandeln möge. ES folgte nunmehr ein Fest- spiel von SB. v. Boltenstern-Frankfurt a. M.: »Don Juan und Faust", daS vorzüglich gespielt wurde unb be bem namentlich die scenisch-technischen Effecte von groß- artiger Wirkung waren. Nunmehr folgten bie officiellen Reben, aus denen diejenige des RectorS der Hochschule, Geh. Rath Professor Berndt, der dem Verein NamenS der Technischen Hochschule die besten Glückwünsche dar- brachte, hervorzuheben ist. Geh. Rath Schäffer übermittelte NamenS deS Mittelrheinifchen Architecten- uni Jngenieur-BereinS die herzlichsten Wünsche zum Blühen un Gedeihen des Vereins und commandirte zur Bekräftigung derselben einen urkräftigen Salamander. Seiten- einer Reihe Bekanntmachung, detreffend die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterien zum Vertrieb im Großherzogthum. Großherzogliches Ministerium de« Innern hat dem Der- loosungS'Comitö der Allgemeinen Rosen-, Blumen- und PfianzenauSstellung zu Frankfurt a. M. die Erlaubniß ertheilt, die Loose einer am 10. November 1897 zu Frankfurt a. M. zu veranstaltenden Verloosung von Werth-, GebrauchSgegen- ftänben, Maschinen und Geräthschaften rc. innerhalb deS GroßherzogrhumS zu vertreiben. Indem wir dies zur öffentlichen Kruntniß bringen, bemerken wir, baß nach bem von der zuständigen Behörde genehmigten VerloosungSplan 100 000 Loose zu 1 Mark aoSgegebrn werden dürfen und daß der Werth der Gewinne den Betrog von 50000 Mark erreichen muß. Gießen, den 9. Juni 1897. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern. ■ ■ ■ f# lebet Ar», fomte CaiJonStoffr;;™ KjB ■ >> g ■ Man schreibe nm Muster unter 9" W ■ W ■ ■ Angabe bei Gewünscbtea. K von Elten & Keussen, Fabrik und Handlung, Crefeld. Knnst-Ansstellang, ’• nähme des SamStagS, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr- «snntaa- «nnnterbrscheir vont 11 di» 8 Uhr. — Eintrittspreis für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. ~~7 77 a .» 4 f tv ....♦P! ...firniß Alle «nnoncen-Bureaux btS In- unb AuSlanbeS nehm« Hraüsbntage: Hleßener Kaunüenölatter. Marktstrasse 29 A. Werner Marktstrasse 29 5631 Ureißelöeeren wieder eingetroffen bei 3001 re.; Amendt. 5630 5444 re. re. Neuenweg 7. 4974 ■ 6 1887 49a7] Freundlich möblirteS Zimmer « Desinsectionspulver, lose gewogen und in Streubüchsen, Chlorkalk, Creoliu und Lysol, Apfelsinen schöne, dünnschalige, süße Frucht, frisch eingetroffen. 5538 H. F. Nassauer. Samstag den 12. Juni, von 10 Ubr vormittags an, werden gegen Baarzahlung in Alba» versteigert: 1 Wagen, neu, 2 Räder, neu, 1 Hinter, ppufl, Eichen >, Buchen, und Tannen» Bohlen, 1 Parthie Wagenfelgen u. s. Sachen öö8i Äuldan, vollziehungsbeamter. Versteigerung. «antad, den 21. d. 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