-rr. 134 Dir ^U|ener Anzeiger «scheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener A>«mitie«vtttter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt Freitag den 11. Ium______________________ Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. 189» Vierteljährig« ASonuemenlspreis r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Sftpeditio» xnb Druckerei: Zchntstr-tzeAr.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblutt für* den Aiveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Hratisöeikage: Hießener Kamitienölätter. Alle Annoncen-Burraux deS In- und Auslandes nehm« | Anzeigen für den „Gießener Anzeiger^ entgeg«. 1 Der Hauptvoranschlag über die Staats-Einnahmen und -Ausgaben für die Fiuanzperiode 1897—1900. veranschlagt die ordentlichen Einnahmen auf 37,378,159 Mk. pro Jahr oder rund 10,025,000 Mk. mehr al« im vorigen Hauptvoranschlag. Die ordentlichen Ausgaben find auf 37,316,441 Mk. veranschlagt, weisen aUo eine Steigerung von rund 9,484,000 Mk. gegen den 1894—97r Hauptvoranschlag auf, woran das ZinSerforderniß für die Staatsschuld mit 6,201,000 Mk. brtheiligt ist, wo« von die Verzinsung deS durch Erwerbung der LudwigSbahn veranlaßten AnlehenS allein ca. 5,868,000 Mk. beansprucht. Die Einnahmen mit den Ausgaben verglichen bleibt ein Ein« nahmrüberschuß von rund 62,000 Mk. pro Jahr. Bet den ordentlichen Einnahmen find die Erträgniffe aus Familieneigenthnm des Großherzoglichen Hauses um 66,000 Mk. höher vorgesehen. Bet den Erträgnissen au» Staatsdomänen find dte Betriebsüberschüsse der Eisenbahnen auf rund 9.891,000 Mk. oder 8,737,000 Mk. mehr als bisher veranschlagt. Die Reineinnahme an» unseren Eisenbahnen ist pro Jahr der neuen Ftnanzperiode auf 2,195,000 Mk. veranschlagt, wahrend vordem dte Staats« kaffe statt einer Reineinnahme noch einen Zuschuß von 120,000 Mk. zu den StaatSeisenbahnbetrteben zu leisten hatte. JnSgesammt schließen dte Domänen (incl. Eisenbahn« erträgniffe) mit 14,872,000 Mk. oder einem PluS von 8,764,000 Mk. ab. Die inneren tndirecten Auflagen find um 431,000 Mk. höher als früher mit 2,826,400 Mk. veranschlagt, wobei dte Einnahmen aus Stempel« und Ge- rtcht-gebühren um 339,000 Mk., aus Brückengeld um 32,000 Mk., aus Erbschaftssteuer um 31,000 Mk., au» Hundesteuer um 25,000 Mk. höher vorgesehen find. Dte Reichssteuern find pro Jahr mit rund 8,000,000 Mk. ein« gestellt. An directen Steuern find pro Jahr 10,360,000 Mk. — gegen bisher 660,000 Mk. mehr — vorgesehen. Bei den ordentlichen Ausgaben find enthalten 7.934,000 Mk. zur Verzinsung und Tilgung der (z. Z. rund 214,000,000 Mk. betragenden) Staatsschuld, für Bedürfniffe deS Großh. Hauses 1,331,000 Mk., Pro Vivzialdirectionen und KretSämter 380,000 Mk., Kosten der Landstände 53,900 Mk., für die evangel. Kirche 240,000 Mk., für die katholische Kirche 137,800 Mk. re. re. Der Star der Penfionen mußte um 60,000 Mk. erhöht werden, die GenSoarmerte erfordert einen höheren Zuschuß von 14.000 Mk. — Bei der Lan d eSurrtver sit ät mit 291,800 Mk. Ein« nähme und 966,600 Mk. Ausgabe ist der Zuschußbidars auf 675,000 Mk. gestiegen- bei der Technischen Hochschule mit 191,800 Mk. Einnahme und 439,800 Mk. Ausgabe ist ein Zuschuß von 248,000 Mk. erforderlich. Bei Gymnasien, Realgymnafien und Realschulen ist der Zuschußbedarf auf 563,000 Mk. gestiegen. Für Lehrerinnen-, Lehrer- und pädagogische Seminaren find 132,000 Mk., für Lehrer« Präparandenanftalten 26,900 Mk., für KreiS-Schultnspecroren 69,840 Mk. und für Volksschulen überhaupt 1,401,000 Mk. vorgesehen. Die hohe Mehrsordernng bei den Volksschulen mit 400,000 Mk. gründet sich auf daS mit dem 1. v. M. in Kraft getretene neue GehaltSgesetz der Volksschullehrer. Zur Abhaltung von Jnstruct ouScursen für HandarbeitS« Uhrerinnen find sodann bet diesem Capitel 1200 Mk. neu eingestellt worden. — Für Kosten der LandeS-Jrren- anstallen find 302,000 Mk vorgesehen. — Für Land« wtrtbfchaft und Förderung der Bod enmeltoration find 557,000 Mk., oder rund 260.000 Mk. wehr, pro Jahr vorgesehen. U. a. find für die Förderung der Viehzucht 179,000 Mk., für dte Wein- und Obstbauschule in Oppenheim 33,400 Mk., für daS Landgestüt 127,000 Mk. vor« gesehen. Im außerordentlichen Etat werden gefordert: 45,000 Mk. für Aufstellung eines Gener alcultur« planes für den Vogelsberg und für Errichtung einer Wtefenbaufchule, 31,500 Mk. für Regultrung von Bächen, und 90,000 Mk. als erste Rate einer auf 180,000 Mk. frstgestellten Nachtragsforderung zu den bereits bewilligten Kosten,btr Melioration des Riedes. — Der StaotSbeitrag für dte Centralstelle für die Ge- werbe, den LandeSgewerbeverein und dte chemische PrüfungS- und AuSkunftsstation ist um 10,000 Mk höher vorgesehen, der für dte LandeSbaugewerkschule, die Fachschulen, Kunstgewerbe- und erwetrerten Handwerkrrschulen um 26,000 Mk. erhöht eingestellt- bet letzkiren bleibt zu bemerken, daß für Alzey und Michelstadt die Errichtung von erweiterten Handwerkerschulen ins Auge gefaßt ist. — Der Bedarf unter Wittwen- und WatsenversorgungS-Anstalten ist jetzt auf 381,000 Mk. gestiegen. Das Kunststraßenwesen erfordert einen Zuschuß von 1,193,000 Mk. oder 87,000 Mk. mehr al» bisher. Der Etat des Ministeriums der Justiz beziffert fich auf 2,805,000 Mk. oder 70,000 Mk. mehr als bisher, wobei u. A. zwei neue Amtsrichterstellen, fieben neue HtlfS- gertchtSschreiberstellen und für Aufbesserung der Vergütung der Schretbgehtlsen bei den Amtsgerichten 31,000 Mk. vorgesehen find. Bet den Ausgaben für daS Ministerium der Finanzen werden u. A. gefordert: Für Ober- etnnehmereien 67,800 Mk, für Forftverwaltung und Forst« schütz 1,781,000 Mk., Verwaltungskosten der directen Steuern und indirecten Auflagen 1,154,800 Mk., für Centralbauwesen 55,800 Mk., für Hofbauwesen 82,700 Mk. An Matri- kularb et trägen, welche Heffen an doS Reich zu leisten hat, find für die nächste Budgetperiode 8,000,000 Mk. eingestellt, 1.020,000 Mk. mehr al» In 1894—97. Zu ersterer Summe find noch au» außerordentlichenMittrln 3,000.000 Mk. Reserve vorgesehen. An außerordentlichen Einnahmen find für die nächste Fioanzperiode 12,064,000 Mk. eingestellt, denen außerordentl. Ausgaben im Anschlag von 9,653,000 Mk. gegenüberstehen. Zur Bestreitung der außerordentlichen Ausgaben ist die Aufnahme eines StaatSanlehenS im Be trage von 4 060,000 Mk. vorgesehen, zu Lasten der lieber« schliffe der Hauptstaatskaffe bleiben darnach 4,786,000 Mk. zu verrechnen. Unter den außerordentlichen Ausgaben find u. A. vorgesehen: 1,265,000 Mk für Erweiterung der Frauenabrheilung am LandeShoSpital Hofheim, 320,000 Mk. für Einführung 6er electrischen Beleuchtung das., 97,000 Mk. für Neubau einefl KreiSamtSgebändeS zu Dieburg, 60,500 Mk. für Erweiterung der UaiversttätS«Bibliothek zu Gießen, 294 000 Mk. für Neubau einer Entbindungsanstalt zu Mainz, 50.000 Mk. weiterer SiaatSzuschuß zu den WiederherstellungS- kosten der Friedberger Stadtkirche, 75,000 M. 2. Rate des StaatSzuschnffeS zur Restauration des Kurfürstlichen Schlosses zu Mainz, 75,000 Mk. desgl. 3. Rate wegen des Domes zu WsrmS, 115,000 Mk. für Neubau eines Amtsgerichts« gebäudeS zu Bensheim, 101,000 Mk. deSgl. eines solchen zu Fürth t. Odenw., 90,000 Mk. deSgl. zu Grünberg, 156,000 Mk. desgl. zu Alzey, 80.000 Mk. für Neubau eines Dienst« und Wohngebäudes für den Steuercommiffär und den DistrictSeinnehmer zu Alsfeld, 67,000 Mk. desgl. für den Steuercommiffär und den DistrictSeinnehmer zu Lauterbach, 35,000 Mk. desgl. für den Steuercommiffär zu Nidda, 44,000 Mk. desgl. für den Steuercommiffär zu Ober-Ingelheim, 146,000 Mk. für Vergrößerung des Lokomotivschuppens und Erweiterung der GeleiSanlage im Main- Neckar-Bahnhof zu Darmstadt, 600,000 Mk. für allrnfallfige ErgäazungSanlogen und außerordentliche Vermehrung der Betriebsmittel bei den in die Gemeinschaft mit Preußen eiv- getoorfenen Bahnen uab 338,000 Mk. für Flußbauten Dem Vorgesagten sei noch hinzugefügt, daß angesichts des nahezu 9J/a Millionen Mark aufs Jahr der Finanz- Pertode betragenden Steigerung des ordentlichen Ausgabe- bedarfs eine Erhöhung der directen Steuer nur durch die günstigen Ergebniffe der Verstaatlichung der Hess. LudwigSbahn und des Staatsvertrags Über die hessisch preußische Eisenbahngemeiaschaft vermieden worden ist. Die nunmehrige Reineinnahme auS Staatsbahnen von vor« anschläglich 2,195,800 Mk. pro Jahr bedeutet auch nach Abzug deS bislang von der Heff. LudwigSbahn gezahlten SiaaiSsteuerbetrageS von 215,000 Mk. noch eine Besserung unserer Budgetverhältnisse um rund 2 100 000 Mk. pro Jahr. Darmst. Tgl. Auz. Wolff» telegraphisches Correfpondenz-Bureau. Berlin, 9. Juni. Der Congreß für innere Me- dicin ist heute mit einer von Dr. Moritz Schmidt- Frankfurt a. M. verlesenen Begrüßungsrede des ProfefforS Leyden eröffnet worden. Der Congreß wählte zu Ehrenpräsidenten Herzog Karl Theodor in Bayern, Cultusminister Dr. Bosse, Generalstabsarzt Dr. (Soler und Ministerialdtrector Althoff. Hieraus ging der Congrcß zu der wissenschaftliche« Tagesordnung über, deren erstes Thema: „Chronischer Gelenkrheumatismus" bildete. Kiel, 9. Juni. Hier tagt von heute bis zum 11. d. M. die Deutsche Zoologische Gesellschaft. In der heutigen Sitzung berichtete der Planktonforscher Professor Brandt-Kiel über die Fauna der Ostsee, insbesondere der Kieler Bucht. Ferner werden Vorträge halten Professor Chun-BreSlau, Professor Hensen Kiel u. A. Wien, 9. Juni. Der Professor für Thierzncht an der Hochschule für Bodenkultur, Dr. Martin WilckenS, ein 1 Hamburger, hat fich wegen unheilbaren Leiden» erschossen. WilckenS war 64 Jahre alt. Bern, 9. Juni. Der Nationalrath hat den Gesetzentwurf über die Neuorganisation der Landwehr-Infanterie einstimmig angenommen. Am Freitag beginnt die Berathung der Kranken- und Unfallversicherungs-Vorlage. Pari», 9. Juni. Bei dem heutigen Degenduell zwischen de Montesquieu und de Regnier wurde ersterer am Vorderarm leicht verletzt. Bonbon, 9. Juni. Der internationale Berg- arbeiter-Congreß nahm gestern einen Antrag an, wonach der AchtstundenarbeitStag auch für Männerarbeit über Tage Geltung haben soll. Athen, 9. Juni. Die Exkaiserin Eugenik ist hier eingetroffen. _____________ Depeschen deS Bureau „Herold." Berlin, 9. Juni. Die mufikalische Soiree, welche da» Kaiserpaar am 11. Juni im Marmorpalais veranstaltet, gilt dem Andenken an den 11. Juni 1829, an welchem Tage Kaiser Wilhelm I. sich mit der Prinzessin Augusta von Weimar vermählte. Berlin, 9. Juni. Wie der „Post" aus Flensburg gemeldet wird, trifft die Kaiserin am 20. d. M. zu sechs- tägigem Besuch auf Schloß Glücksburg ein. Berlin, 9. Juni. Von verschiedenen Seiten wird berichtet, daß die Frage wegen Erhöhung und Regelung des Diensteinkommens der Geistlichen nun, nachdem der Landtag die Erhöhung der Beamtengehälter genehmigt hat, bestimmt in Form eines KirchengefetzeS an die vierte und ordentliche Generalsynode im nächsten Herbst gelangen werde. Die Verhandlungen zwischen dem evangelischen Oberkirchenrath und dem Finanzministerium feie« darüber schon eingeleitet worden. Berlin, 9. Juni. Heute tritt der Congreß für innere Medicin zu feiner 15. Tagung zusammen. Die Verhandlungen werden bis Samstag dauern. Leipzig, 9. Juui. Gestern Nachmittag fand die erste öffentliche Sitzung de- 5. allgemeinen deutschen Journalisten- und Schriftstellertages statt. Nach der Constituirung berichtete Professor Dr. Böcker- Frankfurt a. M. über Wesen, Zweck und bisherige Thätigkeit de» Verbandes deutscher Journalisten- und Schriftsteller-Vereine. ES folgte ein Referat des Herrn Prager-München über die Thätigkeit der Penfionsanstalt deutscher Journalisten« und Schriftsteller und schließlich ein Referat des Directors Levy - Frankfurt a. M. über das Unterstützungswesen für reisende Berufsgenoffen. Sämmtliche Vorträge wurden mit großem Beifall aufgenommen. An diese erste öffentliche Sitzung reihte sich Nachmittags 3*/, Uhr eine allgemeine Besichtigung der sächsisch-thür-ngischen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung. Um 6 Uhr vereinigten ftch die Theilnchmer im Thüringer Dörfchen zu einem Festtrunk. Abends fanden in den Theatern Festvvrstellungen statt. Leipzig, 9. Juni. In der heutigen zweiten öffentlichen Sitzung des deutschen Journalisten« und Schrift- ftellei tageS sprach zuerst Chefredakteur Dahm» «Berlin über die Strafvollziehung bei Preßvergehen. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, eine Petition an den Reichstag und an die Abgeordnetenkammern der Bundesstaaten abzusenden und eine besondere Strafvollziehung bei Strafen, die aus Preßvergehen refultiren, zu verlangen. Hieraus sprach Redacteur Pilz«Leipzig über den BerichtungSzwang. ES soll dahin gewirkt werden, daß der § 11 deS Preßgesetze» insofern eine Aenderung erfährt, als ein Redacteur künftig zur Aufnahme von Berichtigungen nicht verpflichtet sein soll, wenn sich diese Berichtigung als den Tbatsachen widersprechend erweist. RechtSanwalt Löwenthal-Frankfurt a. M. refe- rirte sodann über den Zeugnißzwang in Preß-Angelegenheite« und verlangte Aushebung dieses Zwange». Wie«, 9. Juni. Der Strike der Tramway- Bediensteten ist beendet. Die Gesellschaft bewilligte alle Forderungen der Strikenden. Innsbruck, 9. Juni. Auf einer steilen Straße oberhalb des Dorfes Zirl stürzte ein Radfahrer sammt seiner Maschine ab und blieb auf der Stelle tobt. Budapest. 9. Juni. In der heutigen Abgeordnetenhaus- Sitzung brachte der Abg. Fast eine Interpellation ein, i« welcher der Minister des Innern diingend aufgefordert wird, sofort zu verfügen, daß in den Orpheen sowie Singspielhallea Aufführungen von Theaterstücken in deutscher Sprache nicht mehr stattfinden dürfen, und daß die Polizei- Beamten, welche solche Vorstellungen gestatten, streng z» bestrafen seien. lichen MlnisteriumS des Innern vom 26. Februar l. I. wurde der Ingenieur HanS Engeln auS Schönebeck mit der Der« sehung de« Dienste- eines Assistenten bet dem Fabrik« infpector für den AussichtSbeztrk II mit dem Amtssitze in Mainz beauftragt. •• Zustizperfoaalteu. Ende der letzten Woche sind nach den »N. Hesi. Volk-bl." folgende Veränderungen im höheren Justizdtenft eingetreten: Amtsrichter Dr. Neuendagen kam für den beurlaubten LandgerichtSpräfidenten v. Rtcou in das Landgericht zu Stehen, die GertchtSaffrfforeu Halm, Dr. Sch udt, vr. Schmahl als stellvertretende Amtsrichter nach Vilbel, Gießen und WormS, die GertchtSaffefiorev Dr. Rummel und Dr. Stallmann als AmtSanwälre nach Darmstadt und Bingen, GerichtSaffeffor Trapp als HilfSgertchtSfchreiber an da» Amtsgericht Darmstadt I. •• KinavzSxameu. Dem kürzlich beendeten Examen für das Finanzfach erster Eategorie unterzogen sich, lt. §§ Gedern. 8. Juni. Ein bedauernSwerther Un- glücksf all ereignete sich heute Nachmittag. Das Fuhrwerk eines GasthofbefitzerS von Grebenham brachte den Pfarrer von Herbstein nach hier. Da« Fuhrwerk wurde von dem Knecht des Besitzers gelenkt. Auf dem Rückweg, vor dem Laden des Kaufmanns Rothenberger, war das sechsjährige Ktud des Balthasar Reinhart vor da- Gefährt gekommen, das eine Pferd versetzte dem Kinde einen Huftrttt und der Wagen rollte über daS Kind hin, ohne daß der Letter des Fuhrwerks eS bemerkt hatte. Herbetetlende Nachbarsleute | hoben das in Ohnmacht gefallene Kind auf und trugen e« nach Hause. Die Derletzungeu find sehr bedeutend, so daß au dem Auskommen des KtndrS gezweifelt wird. Darmstadt. 9. Juni. Bet der gestern im Großherzog« lichen Palais zu Mainz stattgrhabten Galatafel brachten Se. Käntgl. Hoheit der Großh erzog den ersten Toast auf Se. Maj. den Kaiser aus. Kurz darauf erhoben Sich Se. Köntgl. Hoheit nochmals, um ungefähr folgende« auszuführen: Kameraden! Ich habe Sie heute als am Tage der Vor. feier des 200jährigen Jubiläums Meine« LeibReg'mentS hier versammelt, um Ihnen vor allem Meinen Dank zu | sagen, den alten Offizieren de- Regiments für da-, was Sie , in Krieg und Frieden tu dem Regimeute geleistet haben und dem jetzigen Offiziers CorpS des Regiment« für die Hin« gebung, mit der Sie das Regiment in DiScipltn und Ausbildung auf einer bemerkenswerthen Höhe halten. Ein schmerzlicher Gedanke, welchen die älteren Offiziere de- Regi« I mentS Mir besonder- nachfühlen werden, tft Mir dabei, daß Meta hochseliger Vater heute nicht au Meiner Stelle zu Ihnen sprechen kann. Unter Seinem Befehl hat fich da« Regiment unvergeßliche Lorbeeren erworben. Und ein weitere- Bedauern ist e- für Mich, daß infolge einer schweren Er« krankung Meine- Schwager- die Großherzogin heute nicht hier sein kann. Sie hat mich gebeten, die- dem Regimente ausdrücklich zu sagen, wie leid eß Ihr sei, während der Fest« tage de« Regiment- nicht in Ihrer Mitte sein zu können. Ich trinke auf das Wohl und eine glückliche Zukunft Meines Leib-Regiment«. Im Namen de- Regiment- dankten hierauf I Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm mit folgenden Worten: Eure Königl. Hoheit wollen gnädigst gestatten, daß ich im Namen de- Leib Regiment-, dem ich seit 30 Jahren aazu« gehören die Ehre habe, drfsen unterthänigsten Dank abstatte für die gnädigen Worte, durch welche Eure Königl. Hoheit dasselbe hoch geehrt haben. WaS dem Regimente in den 200 Jahren seines Bestehens zu leisten vergönnt war, das I verdankt eS einem Leitstern, dem e« allezeit gefolgt ist: der nie wankenden Treue zu seinem Lande«« und Kriegs« ,Darmst. Tägl. Anz." 54 Eandidateu, von denen 9 die Prüfung nicht bestanden. Kriegerkameradfchafr Hasst«. Nach Erfüllung der satzung-mäßigen Pflichten tft der Sriegeroerein Dorfgill mit 37 Mitgliedern, Bezirk Butzbach, in den Landesverband der Krtegerkameradschaft „Hasfia" aufgenommen worden. •• Die diesjährigen Kaifermauover werden von ganz besonderem Jnteresie für Militärs fich gestalten und zwar ein- mal wegen der aufgebotenev starken Truppeuwaffen (vier ArmeecorpS und zwei Cavalleriedtvifionen, im Ganzen etwa 140- bis 150,000 Mann), sodann aber auch wegen der, ^en Manövern zu Grunde gelegten Idee, die, wie verlautet, Dr. Maj. dem Kaiser selbst entstammen soll. Die vier ver« schiedenen CorpS werden auf vier verschiedenen Straßen einem gemeinsamen Zielpunkte fich nähern, ohne inzwischen die geringste Fühlung untereinander zu befitzen. Erft in der Nähe des gemeinsamen Zielpunktes werden fich in den letzten Tagen vor dem 10. September die letzten entscheidenden Kämpfe abspielen. Wo da« Gelände dieser Kämpfe aber liegt, ob in den Ebenen der Wetterau, an den Usern des Main oder am südöstlichen Abhange des BogelSgebirgeS, wird allem Anscheine nach von der Geschwindigkeit der vorrückenden Armee« corp« abhängen. •» Wetterbericht. DaS gestern erwähnte Gebiet de« niederen Druckes hat fich rasch auSgebreitet und zieht fich heute von den britischen Inseln in südöstlicher Richtung über den Eanal nach Central-Europa herein bis über die Alpen. Seine unregelmäßige Begrenzung weist noch auf verschiedene kleinere Theil-Mivima hin, wie auch ein solche- innerhalb deS DepresfionSgebieteS über dem Salz.Kawmergut und über Tirol liegt. Im Nordoften des Erdtheil« besteht auch noch niederer Druck fort, doch ist hier eine ziemliche Verflachung eingetreten. Die beiden ausgedehnten Depressionen trennt ein schwacher Rücken relativ höheren Drucke-, welcher mit einem zweiten im Süden Europas in Verbindung steht. Bei dieser Vertheilung dürfte zunächst die Witterung einen un« beständigen Character tragen. — Voraussichtliche Witterung: Vorerst unbeständige- Wetter und zeitweise Niederschläge. CoceU* nnb provinzielle-. Gießen, den 10. Juni. *• Kirchliche Dieustuachrichte» Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 2. Juni dem Pfarrverwalter Friedrich Schuster zu Herbstein, Decanat Lauterbach, die evangelische Psarrstelle daselbst zu übertragen. •• Fabrikinfpectiou. Durch Entschließung Großherzog« •D. Frankfurt a. M., 10. Juni. Fräulein Käthchen P aulu-, die bei ihrer Luftballon-Auffahrt vom Zoologischen Garten au- im Mai wegen eine- Fehler- am Ga-ventil de- Ballons ihren Fallschirm nicht zur Anwendung bringen konnte, hat da- Bestreben, da- versäumte nachzuholen und wird am kommenden Sonntag deshalb eine zweite Luftfahrt von der gleichen Stelle au« unternehmen. Die Direction de« Zoolo« gischen Gartens, in dem am Morgen de« Tages bi« 12 Uhr der Eintrittspreis auf 20 Pfg. ermäßigt fein wird, hat auch für den Nachmittag eine ausnahmsweise Ermäßigung auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) festgefetzr. • p.a, Homburg v. b. h.» 9. Juni. 2 3. Mittelrhein. KreiSturnsest. Nur noch wenige Wochen sind e-, bis die Turnrrfchaft deS 9. (Mittelrhein«) Kreise« in unserer im vollen Schmuck der Sommerpracht stehenden Stadt ihre» Einzug halten wird zum 23. Krei«turnfest. viele glanzvolle Tage, getragen von echt turnerischem Geist, haben unsere Vorgänger bei gleichem Anlaffe der Turnerschaft bereitet, — Homburg gedenkt hierbei in keiner Weise zurückzustehen. Seit Monaten schon wird unter bereitwilligster Unterstützung aller Behörden und allgemeiner Theilnahme in den verschiedenen Ausschüffeu alles vorbereitet, um ein gute« Gelingen de« Festes zu verbürgen. Diese Vorarbeiten find nun soweit gediehen und abgeschloffen, daß der gesammte umfangreiche Festapparat gesichert erscheint. Auf dem reizend gelegenen, dicht an die Parkanlagen de« hiesigen Kurhause« und den Hardtwald anschließenden Festplatze, ist die Festhalle bereit« im Rohbau vollendet, deren Bewirthung den bewährten Reftau« rateuren Herren Jacobi und Schönewolf-Franksurt a. M. mit ! Regieweinen deS Wirtschaftsausschusses übertragen ist. Sine besondere Sorgfalt ist dem turnerischen, al« Haupttheil de« Feste-, zu Thetl geworden. Die hierfür geschaffenen Ein- richtungen dürften deS Beifall« aller Theilnehmer gewiß sem. So werden u. A. die Turngeräthe sämmtlich von der Firma I Gebr. Herrnberger ta Langewiesen in Thüringen geliefert. Die auf ergangene Einladung bereit- zahlreich eingetrofienen Turner.Anmeldungen zeigen in erfreulicher Weife, daß eine überaus rege Betheiliguog der Turogenoffen ftatifioden wstcd. Daß eS dazu an Unterhaltung und Vergnügungen aller Art nicht fehlen wird, dafür ist gleichfalls reichlich gesorgt. Für alle Festtage stellt die hiesige BataillonS-Capelle die Must- Für da- Hauptfeft ist die Capelle de« neuen Regiment- Nr. 166 und die Capelle des Thür. Ulanen Regiment« Nr. b in Hanau engagirt. D.e hiesige Hau-mann'jche Capelle ist ebenfalls für die Musik auf dem Festplatz in Aussicht genommen. Außerdem werden nach Bedarf noch Wusikcapellea für den Festzug engagirt werden, der Sonntag den 11. Juli Mittag« stattfindet und zu dem bereit« sieben Festwagen an« gemeldet sind. Auch für eine hübsch ausgestattetr Frstpoft' karte, sowie Festschrift ist Fürsorge getroffen und für die Tage vom 10., 11., 12. und 13. Juli außer den täglich planmäßig verkehrenden 18 eine Reihe von Sxirozügen aus der Frankfurt-Homburger Bahn in Aussicht ß<°om”,n- der überaus regen Antheilnahme der hiesigen Einwohnerschaft an Allem, wa« daS Fest betrifft, wird es an der freundlichste, Aufnahme den Turngäste nicht fehlen. • gena 8. Juni. Eine Dame au« Thüringen, die vo, Jß oft auf trägen* gehört, aber die Bedeutung dieser Eiv' richtung offenbar nicht ersaßt hatte, sandte der Postdirecti.a zu H. im Braunschweigischen unter der Bezeichnung „W austrag" einen Fünfmarkschein mit dem „Auftrag", f« diese« Geld einen Blumenstrauß zu kaufen uno ihn an Fräo« lein Y. daselbst, deren Geburt«tag am soundsovielten fd, abzuliefern. Diesem naiven verlangen gegenüber wollte die vndapest, 9. Joni. Der hier tagende Tocialisten« Tongreß wurde wegen mehrerer gegen die Regierung gerichteten heftigen Reden behördlich geschlossen, wobei Gewalt angewendet werden mußte. Nizza, 9. Juni. 300 Handlung- - Gehilfen »eigenen fich, während der Pfingstseiertage zu arbeiten. Sie durchzogen die Straßen, mißhandelten die nicht feiernden Collegen, warfen die Maaren auf die Straße und bedrohten die Kaufleute. Die Polizei wurde mit Steinen empfangen. Unter dem Ruf: „Nieder mit der Polizei" verfolgten die Strikenden die Polizisten bi- vor da- Polizei«Commiffariat. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Pari«, 9. Juni. Die Regierung wird von den Kammern die Summe von 1200000 Franc- zur Unterstützung der hungernden Araber in Oran verlangen, weil fie er« kannt hat, daß die Unruhen dortselbst durch die Noth der Araber verursacht worden waren. London, 9. Juni. Der internationale Berg« arbeirer-Congreß nahm in seiner heutigen Sitzung einstimmig einen von der Federation der Grubenarbeiter Großbritannien- eingebrachten Beschlußantrag an, wonach die Arbeitgeber für alle Grubenunfälle verantwortlich sein sollen, »ie auch immer die Bestimmungen über die Haftpflicht in dem betreffenden Lande lauten. London, 9. Juni. Der „Standard" erhält eine Dreht« I Meldung au- Athen, wonach dort die Nachricht der Akropolis, daß die Friedensverhandlungen abgelehnt feien, große Erregung hervorgerufen habe. Wie es heißt, wurden die Verhandlungen nicht zu Ende geführt, weil fich die Der« treter der Großmächte nicht einigen konnten. Mtnister- präfident Ralli, welcher über die Richtigkeit dieser Meldung befragt wurde, hat letztere nicht dementirt. Athen, 9. Juni. Die Türken besetzten trotz de« Waffenstillstandes die Dörfer Lutri und Palinri und errichteten bei Bolo starke Verschanzungen zur Beherrschung deS Pagasäischen GolfeS. Konstantinopel, 9. Juni. Hier circulirt daS Gerücht, daß der Fürst von Bulgarien sich demnächst zum König auSrusen laffen werde. Der Sultan würde diesem Vorhaben keine besonderen Schwierigkeiten entgegensetzen. Newyork, 9. Juni. Die irischen Vereine veranstalteten für den Jubeltag der Königin Victoria eine Reihe Kundgebungen zum Andenken an die irischen Patrioten, | welche für ihre Sache ihr Leben eingebüßt haben und zu Ehren der Millionen Irländer, welche unter der Regierung der Königin Victoria vor Hunger gestorben find. New-York, 9. Juni. In mehreren Staaten West« Amerikas herrscht winterliche Kälte. In Chicago hat e- in verfloffener Nacht gefroren, in mehreren Staaten Nordweft-AmertkaS schneit es stark. Die Ernte ist thetl- weife zerstört. _____________ Berlin, 10. Juni. Entgegen anderen Meldungen stell* * | der „Localanzeiger" fest, daß der König von Siam doch nach Berlin reift und hier der Gast Kaiser Wilhelm- sein wird. Der Besuch dürfte Ende August stattfinden. Berlin, 10. Juni. Contre-Admiral Tirpitz ist hier eingetroffen und hatte gestern mehrfache Besprechungen im ReichS«Marineamt. Ob und wann Contre-Adniiral Tirpitz einen längeren Urlaub antreten wird, steht noch nicht fest. Berlin, 10. Juni. Für gestern Abend waren 3 6 öffentliche Proteftversammlungen der Gewerkschaften Berlins zur Stellungnahme gegen die BereinSgesetznovelle einberufen. In sämmtlichen Versammlungen, die übrigen- nur einen schwachen Besuch aufzuweisen hatten, wurden längere Resolutionen angenommen, die fich gegen die Bestimmungen der BereinSgesetznovelle richteten. Wiesbaden, 10. Juni, lieber die gestern stattgehabte Reichstag«-Ers atzwahl lag bis Abends das Ergebniß au« 80 Orten vor. Hiernach hat Wintermeher (frs. Vp.) 5896, Quarck (Soc.) 4850, Bartling (natl.) 2875 und Freiherr v. Fugger (Ctr.) 5303 Stimmen erhalten. Da« Resultat aus 16 kleinen Orten steht noch aus, doch dürfte e« an dem bisherigen Verhältniß kaum etwas ändern. Voraus« sichtlich findet Stichwahl -wischen Wintermeher und Fugger statt. Wien. 10. Juni. Dem „Neuen Wiener Tagebl." zufolge brach in Sofia eine theilweife Mtnifterkrifis au«. Stoilow bewog den Unterricht-minister zum Austritt aus dem Cabinet. Es heißt, daß die ganze umouistifche Gruppe au« dem Ministerium auSscheiden will. hn Verein mit der nun begonnenen Srünfütterung, fernte die extremen WttterungSoerhältniffe mögen hier die 1hfache fein. Da es sich im vorliegenden Falle um einen sehr wichtigen Punkt handelt, die entwickelten Ansichten aber nicht zutteffm, mögen hier einige Anhaltspunkle, besonder- aber auch einige Winke zur Vermeidung de« liebel« folgen. t~ ES bandelt fich hier offenbar um bte Trommelsucht Pnew- matoBis) deS Rindviehes, die durch eine große Menge von Gasen im Thierkörper herbeigeführt wird. Blähende Futtermittel find die Ursache dieser Erscheinung. Wenn die Gase nicht abgeleitet werden, kann daS Thier zerplatzen und muß zu Grunde gehen. Die Ableitung geschieht im äußersten Falle durch dm Bauchstich, der nur turch einen erfahrenen Thierarzt vorgenommen werden sollte. Da« Gleiche gilt bei Einsetzung deS SchlundrohreS. Wmn bte Trommelsucht rechtzeitig entdeckt wird, kann schon dadurch viel genützt »erben, daß man bögen W‘ zur »L^L 0«btn lont,n^ ®enn bk £töm^ SÄÄ -LZ 3*3 i'ered in bn@S S®tfitnbenunkttt »4-FSllr vor. £« [ubr«®hflfftr6a,l,8 ist '" ^ldcn'lich gierig W k«m unb etnzu- uni «richrinunM tirtm uuk UNbDicklvUnti- l0tbtoö«r, al, Futter ^Vorsicht »richt Hünfutterung btilnnt ter, tui NoibIG Lim' "hmrn bleftg Cuttet wd) wirb bet M°gm mit DBrrfuttn dunh- orlegtn, wodurch schon b, d-S Giünfuttcr auf gleichfalls atfchnitteom ewMifichStfonber- I 8‘liniitffltm Futter bas Bte- wrnign zu Müll KLthchill )xt vom Zoologischen ti am GaSventtl des düng brillgen tonnte, iholeu unb wirb an i Lustsahrt von der Dhtctlon beS ßoolo* I Tages 616 12 Uhr sein wirb, hat aut i Ermäßigung auf nsKWtW >chw N tij blS b't In unserer hn rhenben Stabt ihren ifeß. Biele glanzvolle Geist, haben unsere merschast bereitet, - ! zurückzustrhen. 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