w V.lfi, V 4, 5, Rv. 59 Der ' Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamitienötäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. EMeß Blatt, Donnerstag den V März_________ Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. 1897 Vierteljähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohu. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schststraße Ar.7^ Fernsprecher 51. WMinta rtpeue beim Ach, • 1-40, L50,1.60, l,7i n Pf? kP.W«P! fytßa i 2 '!« w Pjz Mstisch, ist >7 mal bifltgttaliBic, io Ist m 10 |l| io Ist- Hr 12 Hl io I». nr 18 Hi o Ist. nr 24 ff : Import. ? 1.501.2* l'Congo yf|?fb.25i , , 20, , , 17 , , 15 Warne. y.W.wvr „ „ HO „ ft "0 rillten „ 50 eschäf tDeutschlar N'llmevteo. imer zu aäilen !•••••* smenJongeoo Carl Schwan SküM i Ehrling O M1588 an M sucht -MW eid-r°--»»k noHen, ' Aints- und Anzeigeblntt für drn Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borin. 10 Uhr. Hratisöeilage; Hießener Kamikienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» j Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. \ Amtliche* Theil. Bekanntmachung, betreffend: Maul- und Klauenseuche zu Queckborn. Nachdem in einem Gehöft zu Queckborn die Maul« und Klauenseuche amtlich festgestcllt worden ist, wird dies mit dem Ansügen zur öffentlichen Kenutniß gebracht, daß Gehöftsperre angeordnet worden ist. Gießen, den 10. März 1897. Großherzogliches KreiSawt Gießen. -(74 0. Gogern. Deutsche» Reich. Berlin, 9. März. Nach der Marine «Denkschrift tverden für.'die nachfolgeoden drei EtatSjahre 1898/99, 1899/1900, 1900/1901 neue Schiffsbauten angemeldet, die einen Kostenaufwand von Mk. 182,883,000 erheischen, so daß zuzüglich der noch für 1897/98 geforderten Schiffsbauten und der aus den Vorjahren überkommenen Restforderungen sich ein Aufwand für Schiffsneubauten von Mk. 328,371,000 ergibt und die Etatsforderungen der Marine allein für Schiffsbauten sich belaufen würden für 1897/98 ans Mk. 62,165,000, für 1898/99 auf Mk. 59,070,000, für 1899/1900 auf Mk. 56,240,000, für 1900/1901 auf Mk. 60,510,000. Weitere Neuforderungen von 1901/1902 ab werden Vorbehalten. Mittels dieser Summen sollen an Neubauten noch weiter in Angriff genommen werden: 1897/98 nach dem Etat 1 Panzerschiff 1. Kl. L 20 Mill. Mk., 2 Kreuzer 2. Kl. ä Mk. 10,130,000, 1 Aviso L Mk. 4,240,000, 2 Kanonenboote i Mk. 1,326,000, 1 Torpedodivifion von 2 Schiffen Mk. 4,452,000; 1898/99: 2 Panzerschiffe 11. Kl. ä Mk. 20 Mill., 2 Kreuzer 1 Kl. L Mk. 14 Mlll., L Kanonenboot, 1 Torpedodivifion; 1899/1900: 1 Panzerschiff 1. Kl. L Mk. 20 Mill., 2 Kreuzer 1. Kl. L Mk. 14 Mill., r. Aviso, 1 Torpedodivifion; 1900/1901: 1 Panzerschiff 1. Kl. b Mk. 20 Mill., 2 Kreuzer l.Ki. L Mk. 14 Mill., 1 Aviso, 11 Torpedodivifion. WslffS telegraphische» Lorrespondenz-Bsreae. Paris, 9. März. HavaSmeldung. Meldungen aus Athen zufolge begegnen die Mobiltsirung und Kriegs« rüstungen in Griechenland sehr ernsten Schwierig- {eiten. Die nach der theffalischen Grenze gesandten Regimenter find auf sehr geringem Bestände, da die Reservisten der Einberufung nicht Folge geleistet haben. Auch fehlt eS an Offizieren. ES ist möglich, daß man fich gezwungen sehen wird, wenn nöthig, zum Aufgebot deS Landsturmes zu schreiten. Pari», 9. März. Die Regierung hat das Decret vom 9. Februar, welches von Indien kommenden Schiffen das Anlaufen von Marseille absolut verbietet, aufgehoben. Athen, 9. März. Meldung der „Agence HavaS". Der Kommandant der gemischten Besatzung, Am0retti, hatte der Aufforderung an den griechischen Biceconsul, BarakliS, Kreta mit erster Gelegenheit zu verlaffen, die Mittheilung hinzugefügt, er werde bis zum Augenblick feiner Abreise als Gefangener betrachtet werden. Hierauf erwiderte BarakliS, n werde fich nur der Gewalt unterwerfen. Amoretti er« klärte ihm alsdann, daß er nicht zögern werde, Gewalt an« zuwenden. Diese Maßregel ist auf alle in Kanea wohnenden griechischen Unterthanen, darunter drei ZeitungSberichterstatter und das Personal des ConsulatS, ausgedehnt worden. Depeschen des Bureau „Herold." Berlin, 9. März. Am heutigen Sterbetage Kaiser Wilhelms I. war das Mausoleum im Park von Charlotten- burg wie alljährlich auf daS Kostbarste geschmückt. DaS ttaiserpaar legte riesige Kränze nieder. Weitere Kränze wurden im Auftrage der Kaiserin Friedrich, der Großherzogin von Baden, deS ErbgroßherzogS und der Erbgroßherzogin von Baden überbracht. Berlin, 9. März. Der Herzog von Connaught wird zu den Centenar-Feierlichkeiten hier eintreffen. Berlin, 9. März. Sobald auch das Handelsgesetz- bAch vom Reichstage angenommen sein wird, hat derselbe von den im Zusammenhang mit der Einführung deS bürgerlichen Gesetzbuchs nothwendigen Reformen im Wesentlichen noch die deS Civilproceffes und der ConcnrS Ordnung zu rr ledigen. Die Vorarbeiten für diesen Gesetzentwurf sind, wie die „Post" erfährt, soweit gefördert, daß eS möglich lcheeint, dieselbe gleich zu Beginn der nächsten Tagung an den RxichStag gelangen zu laffen. Berlin, 9. März. Die „Post" meldet aus Konst an« tin op el: Angesichts der ablehnenden Antwort Griechenlands wurden die Vertreter der Pforte bei den Großmächten beauftragt, betreffs deren Zustimmung zu einem Einmarsch der türkischen Truppen in Thessalien zu sondiren. Berlin, 9. März. Auch der hiesige griechische General« Consul benachrichtigte im Auftrage der griechischen Regierung die griechischen Unterthanen, die in Berlin und der Provinz Brandenburg wohnen, daß die in den Jahren 1866 bis 1873 geborenen Reservisten zu den Fahnen berufen werden und ohne jeden Zeitverlust fich nach Griechenland zu begeben haben. Berlin, 9. März. Dem Profeffor Robert Koch ist eS gelungen, bei der Bekämpfung der Rinderpest in Südafrika einen guten Schritt nach vorwärts zu kommen. Er kann mit Hilfe des Serum eine gewiffe Immunität erzeugen und erklärte fich bereit, einen UnterrichtScurfuS über die Behandlung der Thiere mit Serum in der Versuchsstation von Kimberley zu eröffnen. ES sei auch rathsam, so heißt eS in dem Bericht des Professors Koch an den Land- wirthschastSminister der Capcolonie, in anderen Theilen des Landes Laboratorien zu errichten, fie mit dem nöthigen Material auSzustatten und mit ihrer Leitung geeignete Personen zu betrauen. Wien, 9. März. Die Blätter bezeichnen die Antw orst Griechenland» als sicheres Zeichen dafür, daß Griechenland im Begriff sei, einen ehrenvollen Rückzug anzutreten. Demnach hätte fich die Situation wesentlich gebeffert und liege kein Anlaß zu pessimistischen Erwartungen mehr vor. Wien, 9. März. Der „Neuen freien Preffe" wird auS Paris telegraphirt: In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, daß fich die Commandanteu der europäischen Geschwader über die Vorschläge, wie die Zwangsmaßregeln gegen Griechenland durchgeführt werden sollen, geeinigt haben. Alle Regierungen genehmigten folgende Vorschläge: Zuerst ist eine Blokade Kretas in Aussicht genommen, dann soll die griechische Flotte aufgefordert werden, die kretenfischen Ge° wäffer zu verlaffen. Bleiben diese Aufforderungen unbeachtet, dann würden sofort Zwangsmaßregeln ergriffen, welche die Rückkehr der griechischen Schiffe nach ihren Heimathhäfen sicherstellen würden. Brunn, 9. März. Drei Soldaten des hiesigen Jusauterie-Regiments erschossen fich mit ihren Dienstgewehren. Rom, 9. März. Die auS Macedonien und Albanien hier einlaufenden Nachrichten erregen auch in RegierungS- kreisen große Besorgniß. ES ist nachgewiesen, daß die Vorbereitungen für ben Ausbruch eines Aufstandes im Frühjahr bereits weit vor den Ausbruch der Kreta Unruhen zurückdatiren. Rom, 9. März. Auf der Confulta wird neuerdings versichert, daß die italienische Regierung fich den eventuellen ZwangSmatzregelu gegen Griechenland ohne Weiteres an sch ließ en wird. Paris, 9. März. Entgegen dem hier circulirenden Gerücht, Deutschland wolle auS dem europäischen Concert auStreten und den übrigen Mächten die Action überlaffen, wurde in der gestrigen Conferenz, welche der Minister Hanotaux mit dem deutschen Botschafter Grafen Münster hatte, ein vollständiges Einvernehmen mit Deutschland betreffend die zu ergreifenden ZwangSmaß- regeln erzielt. Pari», 9. März. Dem „GauloiS" zufolge glaubt in London Niemand an den Ausbruch eines Krieges. Man hält eine Lösung in dem Sinne für möglich, daß Kreta unter Oberhoheit des Sultans mit dem Prinzen Georg al- General-Gouverueur die Autonomie erhält. Loudon, 9. März. Die griechischen Studenten an englischen Hochschulen, sowie frühere griechische Militär- laffen fich auf dem griechischen Consulat als Freiwillige eintragen, um den eventuellen griechisch-türkischen Krieg mitzumachen. Der griechische Consul hat gestern seiner Re' gierung eine Summe von 100000 Pfund übersandt, welche ihm während der letzten Wochen aus Amerika zugegangen waren. Petersburg, 9. März. Nachträglich wird bekannt, daß eine Vermehrung der russischen Feld-Artillerie um 69 Batterien oder 252 Geschützen zur Bildung zweier neuer ArmeecorpS durchgeführt wird. Kaudia, 9. März. Bei St. Blasien fanden gestern Kämpfe zwischen Insurgenten und Baschibo- schukS statt, wobei es Tobte unb Verwundete gab. DaS hiefige Militär hat noch etwas Proviant, doch fehlen Kleider, selbst der Gouverneur ist schlecht gekleidet. Berlin, 10. März. Die Budget-Commission de» Reichstage- erledigte gestern die Generaldebatte des Marine-Etats und wird heute in die Specialdebatte eintreten. Berlin, 10. März. Die „Deutsche Tageszeitung" glaubt mittheilen zu können, daß nicht alle, den früheren Cartell- Parteien angehörigen Reichstagsabgeordneten für die unverkürzte Bewilligung der Marine-Forderungen für 1897/98 stimmen werden. Berlin, 10. März. DaS Deficit der vorjährigen Gewerbe-AuSstellung beträgt etwas unter 45pCt. der zum Garantie-Fonds gezeichneten Betrage. Berlin, 10. März. Die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet auS Wien: Betreffs der Antwort Griechenlands wird in diplomatischen Kreisen bezweifelt, daß fich die Mächte durch den Versuch der Verzögerung der kretenfischen Angelegenheit in ihrem Entschluffe zur ZwangSaction beirren laffen werden. Die diplomatischen Berathungen dauern fort. Nach der Ansicht hervorragender Diplomaten kann die ausweichende Antwort Griechenlands nur durch die Blokade Kretas und des Piräus beantwortet werden. Berlin, 10. März. Der Eindruck, welchen die griechische Beantwortung des Ultimatums der Großmächte auf die deutsche Regierung gemacht hat, ist, wie die „Nat.- Ztg." hört, ein durchaus unbefriedigter. In voller Ueber- einstimmung mit ihrem bisherigen Verhalten fei die deutsche Regierung nicht gewillt, in weitere Verhandlungen einzutreten. Berlin, 10. März. Die „Voss. Ztg." meldet au» Kanea: Die eingeschlossenen Türken in Candano wurden durch gelandete Truppen der Mächte entsetzt. Graz, 10. März. Ein Bataillon deS 87. Infanterie- Regiments in Trieft, sowie die Sanitäts-Abtheilung wurden auf Kriegsfuß gesetzt. Daffelbe ist zur Einschiffung nach Kreta bereit. Schwurgericht. W. Gießen, 9. März. Fortsetzung der Verhandlung gegen den Schuhmacher HeinrichPrescher und den Buchbinder Heinrich Brück, beide von Gießen, wegen Münzverbrechen. Criminalschutzmann Weiß erklärt auf Befragen der Verteidigung, er habe bei der Durchsuchung der Prescher'schen Wohnung nichts weiter gefunden, als einen Kasten mit Blei und Zinn, sowie Sand, den ihm der Angeklagte Prescher ausgehändigt. Pferdemetzger Keßler bekundet, daß er sofort bei Empfang des FalfificatS gemerkt habe, daß eS nicht echt war. Brück war nicht verlegen, sondern gab ihm eine andere Mark, worauf ihm Keßler gerathen haben will, die falsche Mark bei der Polizei abzugeben. Taglöhner Balser erklärt, dabei gewesen zu sein, als Brück bei Keßler die Ausgabe der falschen Mark versucht hat, er hat fich überzeugt, daß Brück die falsche Mark an dem Abend nicht auf der Polizei ablieferte; am nächsten Tage ist der Zeuge zur Polizei gegangen, um Anzeige zu erstatten. Ein Onkel des Angeklagten Prescher verweigert das Zeugniß, seine Mutter erklärt, Zeugniß ablegen zu wollen. Sie behauptet, an dem betreffenden Tage bis gegen Abend abwesend gewesen zu fein; als fie zu Hause ankam, war Brück und ihr Sohu anwesend und der erstere verlangte die Mark, die der letztere gefertigt, der Sohn habe fich dessen geweigert, weil er dieselbe an die Uhrkette machen wollte, da habe fie, die Zeugin, gesagt: geb'S ihm doch. Brück wollte dann versuchen, daS falsche Geld auszugeben, worauf der Sohn jenem noch ein richtiges Geldstück gab, weil er wohl die Verausgabung deS falschen nicht haben wollte. DaS Gericht beschließt, die Mutter deS Angeklagten Prescher nicht zu vereiden. Schlosser Karl Ger lach ist der dritte Genosse, welcher mit dem Angeklagten in die Fremde ziehen wollte; er war an einem Abend bei Prescher, da zeigte ihm dieser die falsche Mark, hinzufetzend, er habe dieselbe gefunden und wolle sie an der Uhrkette tragen. Zeuge hat nicht gesehen, daß in der Prescher'schen Wohnung gegossen wurde. Der Angeklagte Brück erklärte, er habe oft wahrgenommen, daß Prescher fich im Formen und Gießen geübt, dieser habe aber nie davon gesprochen, daß er Gelb machen wolle. Werkmeister Reinharbt bei Schaffstädt bekundet, daß Prescher vom August bis Anfang Decrmber als Taglöhner bei ihm gearbeitet, er habe ihn als Kernmacher ausbilden wollen. Prescher hat mit ben Formern zusammen gearbeitet unb konnte deren Handhabung leicht abschauen. Der Zeuge glaubt nicht, baß Prescher als Former fich hätte zu Hause an»- bilden können, er hätte aber die Formerei in Sand üben können, ohne unbedingt gießen zu müssen. Damit ist die I und treffend charakteristischer Auffassung zur vollsten Zu- B.weiSanfnahme erledigt. • I frtedeuhett gerecht wurde. Herr Schröder gab dadurch etne Der Vorsitzende verliest die an die Geschworenen zu [ weitere Probe seines großen Talent» ab und seien kleine richtenden Schule, fragen,- dieselben gehen dahin: 1. Ist der I Mängel, welche die Gesammtwirkung jedoch nicht störend Angeklagte Heinrich Prescher schuldig der Münzfälschung zum I beeinträchtigten, wie z. B. das Stuken der Stimme fast Zwecke des in den BerkehrbringenS der Falfificate. Sind I zur Uuhörbackett in den Monologen, nur zur ferneren ver- demselben mildernde Umstände zuzub lligeu. 2. Ist der Angeklagte Heinrich Brück schuldig, den Versuch gemacht zu haben, ein falsches Einmarkstück auszugeben. Sind demselben mildernde Umstände zuzubtlltgen. Auf Antrag de» Vertreters der Staatsbehörde beschließt der Gerichtshof, für den Fall der Verneinung der Frage 1 und im Fall der Bejahung der Frage 2 eine wettere Frage zu stellen, dahingehend: Ob der Angeklagte Prescher schuldig der Beihilfe des von seinem Genossen begangenen Verbrechens de» versuchten Münzbetruges. Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich erläutert die in Frage kommenden §§ 146 und 147 des R.-Str.-G. — Er will von den Zeugenaussagen ganz absehen und führt zum Beweise der Schuld beider Angeklagten nur deren eigene Angaben an, diese allein seien hinreichend belastend für die Schuld des Prescher sowohl, wie seines Genossen Brück. Sollten die Geschworenen aber die an sie gerichtete Frage wegen der Münzfälschung verneinen, so falle immer noch die Gehilfenschaft dem Angeklagten Prescher zur Last. Er giebt der Jury anheim, beiden Angeklagten mildernde Umstände zuzubilltgen, sie seien noch unbestrafte, junge Menschen, es sei auch kein Schaden entstanden und daun seien sie auch geständig. — Derthetdtger Rechtsanwalt Grünewald ist der Meinung, es handle sich hier gar nicht um ein Verbrechen, sondern uur um eine Jugendthorheit, deuu tu tölpelhafterer Weise sei noch keine Münzfälschung begangen worden. Er könne unmöglich zugeben, daß daS Stück Blei, welches Brück dem Metzger Keßler für ein Markstück angeboten, eine gefälschte Münze sei, eS fehle diesem Product eine Eigenschaft, nämlich die Möglichkeit, damit Jemand zu täuschen- ein Beweis dafür, daß mit diesem erbärmlichen Stück Blei eine Täuschung möglich, sei in der Verhandlung nicht geführt. Er gebe den Geschworenen anheim, daS angebliche Falfificat sich im BerathungSzimmer ein Mal anzusehen und jeder von ihnen würde auf den ersten Blick wahrnehmen, daß es sich hier nicht um ein Markstück handele. Set aber diese Täuschungsmögltchkeit nicht vorhanden, so müsse Prescher wegen Münzfälschung freigesprochen werden, und wären die Geschworenen zu dieser Ansicht gekommen, so könnten sie auch den Angeklagten Brück freisprecheu, denn fehle der Begriff des falschen Geldstücks, dann könne dieser dasselbe auch nicht versucht haben, in den Verkehr zu bringen. Würden die Geschworenen aber wegen des Brück zu einem ver- urtheilenden Votum gelangen, so sei Prescher zweifellos der Beihülfe schuldig. Der Vertheidiger stimmt mit dem Ersten Staatsanwalt darin überein, daß beiden Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen seien. — Rechtsanwalt Kraft tritt betreff- seines Clienten vollständig dem bei, waS sein College Grünewald auSgeführt hat, auch er hält da» ganze Thun beider Angeklagten für einen Dummen-Jungenstreich, aber für kein Verbrechen. Nach längerer Replik des Vertreter» der Staatsbehörde und erfolgter Dupltk beider Ver- theidtger ziehen sich die Geschworenen über eine halbe Stunde zur Berathung zurück, worauf deren Obmann, Kaufmann Bogt von Butzbach, den Wahrspruch dahin verkündet: Die Frage wegen Münzfälschung gegen Prescher wurde verneint, die beiden anderen Schuldfragen aber bejaht, ebenso daS Vorliegen mildernder Umstände für beide Angeklagte. Der Vertreter der Staatsbehörde beantragte darauf gegen den Angeklagten Brück 9, gegen dessen Genossen Prescher 6 Monat Gesangniß und Einziehung des falschen Markstücke». Beide Vertheidiger baten um ein wesentlich geringere» Strafmaß und um Anrechnung der von den Angeklagten erlittenen Untersuchungshaft. Der Gerichtshof verurtheilte Brück zu 6, Prescher zu 5 Monat Gesängniß, von denen bei beiden Angeklagten je 6 Wochen der Untersuchungshaft in Abrechnung kommen. Ferner wurde die Einziehung des falschen Markstückes ausgesprochen. Localer rrnd j)rovlnzieUer Gießen, den 10. März 1897. •* * H. Stadttheater. Eine „Othell o"-Aufführung gehört in Gießen zu den Seltenheiten. Daß un» eine solche gestern Abend geboten wurde durch das Entgegenkommen der Direction Kruse-Helm, sei mit Dank anerkannt. Unser kunstsinniges, gestern anwesende» Publikum wird un» darin zustimmen, um so mehr, al» der Abend sich zu einem Kunstgenuß in des Worte» wahrster Bedeutung gestaltete. Nicht daß dem Meisterwerke Shakespear'schen Genie», da» sich in diesem Trauerspiel ebensowohl als in den anderen Werken des berühmten Briten documentirt, dies allein zu- geschrieben werden darf, nein, erst durch die Verkörperung der Titelrolle durch den, seinen dritten und letzten Gastspiel- abend absolvtrendcn geseterten Künstler, Herrn Matkow S ky, wurde das Werk auf die höchste Stufe der Vollendung ge- bracht. Die in gestriger Nummer df». BlttS. veröffentlichte Kritik de» „SDibenb. Gen.-Anz." unterschreiben wir in diesem Falle auf seine Othello-Darbietung Zeile für Zeile. DaS enthusiaSmirte Publikum bereitete dem gefeierten Künstler stürmische Ovationen der Anerkennung nnd noch lange werden diese MatkowSky.Abende voll Bewunderung im Gedächtniß Derer bleiben, die daS Glück hatten, denselben beizuwohnen. Die übrigen Darsteller accomodirten sich dem Gaste mit sichtlichem Bestreben, ihr Bestes einzusetzen, und können wir wirklich gute Leistungen constatiren. Bor Allem seien hier genannt Frl. Leno, welche die Rolle der DeSdemona mit Natürlichkeit, Leidenschaft und innerster Empfindung ohne jede über daS Maß hinauSgehende Verzerrung verkörperte und dadurch sich al» eine die Tiefe einer solchen Aufgabe er- schöpfende Künstlerin erwteS- ferner Herr Schröder, der der schwierigen Wiedergabe des Jago in künstlerischer Weise I metdung erwähnt. Ferner mögen Herr Fritzschler (Casfio und Herr Leuschner (Rodrigo) ihrer mit viel Fleiß und I guter Durchführung auSgestatteren Leistung wegen nicht un- I erwähnt bleiben. Die Ausstattung war eine glanzende,- die I ganze Vorstellung stand auf einer achtungSwerrhen Höhe und I stellte der Regie, die eS verstand, allen AnfordernngeN gerecht zn werden, daS beste Zeugniß au». DaS HauS war gut besetzt,- der Beifall, an dem alle Mttwirkenden par- ticipirten, ein oft geradezu stürmischer. •* Die Sektion Gießen bei Deutschen und Oesterreichischeu AlpeuvereiuS unternimmt Sonntag dcn 14. März einen Ausflug über Wismar und die Schmelz nach Marburg. | Da der Abmarsch pünktlich 8 Uhr Vormittag» von der Ecke i Ederstraße- Anlage erfolgt und die Marschzeit nur sechs Stunden beträgt, so bietet sich bei gutem Wetter erwünschte Gelegenheit, Nachmittag» noch den Blick von Spiegelslust oder vom Schloß zu genießen. *♦ Vortrag. Gestern Äbend hielt Herr Postsecretär i. P. Meyer auf dem „Lenz'schen Felsenkeller" einen hochinter- effanren Vortrag über: „Da» verbesserte Artillerie» wesen und dessen Bedeutung." Dem Vortrag, welcher über eine Stunde währte, wohnte außer dem Kriegerverein auch eine Anzahl Mitglieder der dem Kriegerverein befreundeten Vereine, der „Krtegerkameradschaft Gießen" und des „Marine- Vereins" bei und nahmen den in ver That mit großer Sach- kenntniß abgegebenen Vortrag mit Spannung auf. Diese drei Vereine, welche nur kameradschaftlich zusammen verkehrten, trennten sich erst in vorgerückter Abendstunde. ** Jubiläum. Dem Vernehmen nach feiert der Ver- band der hessischen landwirthschaftlichen Genossenschaften im Juni d. I. da» Fest seines 25jährigen Bestehens, und zwar am Platze seiner Gründung, in Mainz. Der Verband umfaßt 500 Vereine mit nahezu 40000 Mit- gliedern,- ber Vorsitzende desselben, Herr Geheime RegierungS- ralh Haas, hat die Vorbereitungen zur Feier bereits eingeleitet. ** Eine Milliarde ist für die Zwecke der Arbeiterversicherung während de» ersten Jahrzehnts der Anwendung der verschiedenen Gesetze verausgabt worben, wie der Vorsitzende der Berliner Versicherungsanstalt, Dr. Freund, in einer soeben veröffentlichten kleinen Schrift darthut. Im Mittelpunkt dieser gewaltigen Summe stehen die Ausgaben für die Unfallversicherung, die sich ja mehr und mehr als die wichtigste und bedeutsamste ber Versicherungen erweist, insbesondere auch mit Rücksicht darauf, daß ihre Lasten lediglich von der Arbeitgeberschaft aufgebracht werden müffen. Zur Zeit kann kein Land mit Deutschland in dieser Hinsicht einen Vergleich aushalten. ** Der Bund deutscher Tischleriuuuugeu hat an den Reichstag eine Petition um Ausdehnung der Uafallver- ficherungspflicht auf daS gesawmte Tischleretgewerbe gerichtet. ES wirb in ber Petition zwar anerkannt, daß die gegenwärtig dem Reichstage vorliegende Novelle zu dem Unfallverfiche- rungSgesetz insofern eine Besserung enthalte, als sie die Bautischler und die in dem Betriebe beschäftigten Arbeiter und Betriebsbeamten in bas Gesetz einbeziehe, indeffen würbe damit in den Tischlereien noch kein zufrtebenstellenber Zustand geschaffen. DaS würde erst der Fall sein, wenn auch diejenigen Tischlereien, welche weder Maschinenbetrieb haben, noch im Handbetriebe weniger als 10 Arbeiter beschäftigen, noch endlich Bauarbeit anfertigen, in die Versicherung ein bezogen würden. Die vorstehende Petition verdient um so mehr Beachtung, als sich bekanntlich ein großer Theil des Handwerks gegen die Einbeziehung in die UnfallverficherungS- pflicht ausgesprochen hat. ** Anmeldepflicht für den Heilmittelhandel. Es dürfte nicht allgemein bekannt fein, daß der Handel mit Droguen und chemischen Präparaten, welche zu Heilzwecken dienen — also der Handel mit Heilmitteln jeder Art — aus Grund deS Gesetzes vom 6. August 1896 vom 1. Januar 1897 ab polizeilich angemeldet werden muß und daß dieser Handel mit Heilmitteln der polizeilichen Controlle und Revision unterliegt, daß ferner dieser Betrieb untersagt werden kann, wenn die Handhabung deffelden Leben und Gesundheit von Menschen gefährdet. ES hat danach Jedermann — nicht nur die Droguisten — ber den Handel mit Heilmitteln irgend welcher Art — wie Pfrffermünze, Camillen, Lakritzen, Linden- blüthen, BullrichSsalz, Bittersalz rc. — betreibt oder betreiben will, der betreffenden Behörde ungesäumt Anzeige zu machen und sich dadurch der Controlle und Revision zu unterwerfen. ES wird namentlich darauf aufmerksam gemacht, daß diese Bestimmungen z. B. jeden Händler, der mit obigen Heilmitteln nebenbei handelt, wie auch die Abnehmer fog. Arznei- schränke gleich treffen. Wer die Anmeldung de» Handels mit Droguen rc. zu Heilzwecken unterläßt, kann lt. § 148 ber Gewerbe-Ordnung mit Strafe bis 150 Mk. belegt werden. Auch Diejenigen, welche schon vor Anfang dieses Jahres mit allen oder einigen Heilmitteln handelten, haben nach einer ReichSgerichtsentscheidung der jetzt vorgeschriebenen Anzeige- pflicht zu genügen. *’ Ueiet D-Züge, Platzkarten und Bahnsteigkarten hat sich ber preußische Esenbahnminister Thielen bei ber Be- rathung beS Eisenbahnetats in der Budgetcommission deS Abgeordnetenhauses ausgesprochen. Der Minister theilte mit, daß sich in den ersten 10 Monaten deS laufenden Etats- jahreS die Einnahmen für Platzkarten auf 2,116,310 Mk. gestellt haben, während sie in ber gleichen Periode deS Vorjahres nur 1,909,572 Mk. betrugen. Die Einnahmen auS den Bahnsteigkarten stellten sich auf 1,550,249 Mk. gegen 1,190,677 in den ersten 10 Monaten des EtatSjahreS 1895/96. Die Platzkarten ber D Züge haben sich nach ber Angabe beS Ministers als ein ganz vorzügliches Mittel herauSgestellt, | um internationale Züge vom Localverkehr zu trennen. Da» System der D-Züge erobere sich die Welt, Frankreich und Oesterreich folgen uns nach. Heroorzuheben fei der ruhige Gang der Wagen und die Betriebssicherheit trotz der erhöhten Schnelligkeit. Den Beschwerden über die Bahnsteigsperre soll nach den Erklärungen des Herrn Etfenbahnmini- fterS allgemein abgeholfen sein. Da» finanzielle Ergebniß der Bahnsteigsperre sei gleich 0. Dagegen sei erreicht, daß von den StationSbeamten die Zahl der wirklich Reisenden auf dem Bahnsteige genau übersehen werden könne und sich die Unterbringung derselben in die CoupöS daher leichter und besser vollziehe, als die» vor der Sperre möglich war. WaS endlich die Beleuchtung der Wagen angehe, so habe der Vorschlag, dieselbe auf electrischrm Wege herbeizuführen, noch den damit gemachten Erfahrungen nicht» zweckdienliche» für sich, dagegen enthalte das jetzt zur Anwendung gelangende AcethlengaS in Verbindung mit gewöhnlichem Leuchtgas alle diejenigen Eigenschaften, die wünschenSwerth erscheinen. Die Mischung sei billig, besitze große Leuchtkraft und sei ganz ungefährlich,- zudem könnten bei der Benutzung dieses Leucht- mittel» die alten Einrichtungen deibehatten werden und tl wären nur neue Brenner erforderlich. * Wegen Einführung einer 30-Pfenntg Postmarke sind lt. „Offenb. Zrg." sowohl au» den Kreisen de» Handel»- stanbeS, wie von Seiten der Beamten wiederholt Wünsche laut geworden. Dieser Anregung ist aber bisher und jedenfalls auS dem Grunde nicht entsprochen worden, weil tte Postverwaltukig sich zu einer Vermehrung der Frcimark n- forten grundsätzlich ablehnend verhält. Eine solche ver- Mehrung wird jedoch auch gar nicht verlangt, sondern man schlägt vor, die verhältnißmäßig nur wenig zur Verwendung gelangende 25-Psennigmarke einzuziehen und an ihrer Stelle eine Freimarke zu 30 Pfennig in den Verkehr zu bringen. * * Weiterbericht. Nachdem ber Luftdruck noch weiter zugenommen hat, gewinnt da» barometrische Maximum von Nordosten her allmählich auch über dem Kontinent an Raum und zieht sich heute bereit» rin breiter Rücken hohen Drucke- von Skandinavien und der Ostsee in süd-südwestlicher Richtung durch Central-Europa. Ein flache» Theil-Miniwum ist über dem Golf von Genua angedeutet. Die Wetterlage trägt sonach einen etwas besseren Character, doch tst»die H-rrschaft de» barometrischen Maximums noch keine sichere. — Vor- aussichtliche Witterung: Wolkiges, meist trockenes nnd ziemlich kühles Wetter. An» Ober Moos, 7. März, wird dem „L. A." geschrieben Bei der gestern dahier abgehaltenen Beigeordneten- wähl wurde Christoph Klug gewählt. Man kann sich freuen, daß nun einmal die Wahlen auf eine Zeitlang vorüber find, denn nun werden fich auch die Zechgelage legen, die nun schon bald ein Jahr lang avgedauert Haden und zwar nicht gerade zum Wohle der Bürger, denn wenn man berechnet, wie viel Zeit mancher Landwirth mit unnöthigem WirthshauSsitzen zubringt, abgesehen davon, daß er sich auch an seiner Gesundheit schadet, so muß man fich sagen, daß da eigentlich gar nicht über schlechte Zeiten geklagt werden ollte, wie dies so oft geschieht. Ein alte- Sprüchwort sagt, wenn der Bauer nicht» zu thun hat, so soll er einen Strohhalm um» Haus herum ziehen, und es ist an diesem Sprüchwort etwas Wahres. Denn wenn ber Bauer wirklich einmal glaubt, er habe nichts zu thun, und er geht in seiner Hofraithe umher, so wird er doch noch überall Arbeit finden, um Hau» und Hof in Ordnung zu halten. Mainz, 9. März. Der Stad und da» in Mainz garnt- onirende Bataillon de» 118. Infanterie Regt ment» marschiren am 1. April über Oppenheim und treffen am 2. April in Worm» ein, während da» in Offenbach stehende Bataillon auf dem Marsche nach dort erst am 3. April eia- trifft und daS Regiment alflbann in feiner neuen Garnison Worm» bereinigt tfL Am 8. Mai begibt sich da» Regiment nach GrieSheim zum Bataillons Exerciren und kehrt am 15. Mai wieder nach WormS zurück. * Frankfurt a. M., 9. März. Im „Englischen Hoi" trat heute Der Verein deutscher StandeSherren unter dem Vorsitze des Grafen von SolmS-Laubach zur Wahl eineI Präsidenten an Stelle deS verstorbenen Fürsten Stolberg j usammen. Vertreten waren die Familien Hohenlohe, SolmS, Leiningen, Löwenstein, Quadt, Rechberg, Isenburg, Renp, Erbach, Waldburg, Salm, Benbrinck, Castell, Pückler, Görtz und Stolberg, die sämmtlich im „Englischen Hof" abgeftiegen waren. Gewählt wurde Gras zu SolmS-Laubach. Nach ber Sitzung vereinigten fich bte Anwesenden zu einem gemeinsamen Male. • Berlin, 9. März. 300 Postsäcke Lorbeer- blätter hat ein Bewohner Triests dem Magistrat voa Berlin zum Ausschütten auf ber Feftstraße bei ber Enthüllong de» Nationaldenkmal» unentgeltlich zur Verfügung gekeilt. Der Magistrat hat das Anerbieten angenommen, vorausgesetzt, baß die Blätter Verwendung finden können., * Spandau, 8. März. Die Militärverwaltung btab- fichtigt, den Bedarf der Truppen an Fahrrädern tn dra Gewehrfabriken Herstellen zu laffen. Da- hiesige Staat»- etabliffement wird jetzt mit den erforderlichen maschinellen Einrichtungen versehen. * Schiller und die Jenenser Studenten. Wie man au- J ena berichtet, sind vor Kurzem die Jenenser Burschen- schafter tn vierunddreißig mit flatternden Fähnchen ge- schmückten Schlitteri nach Weimar gefahren zur Aufführung der „Räuber" im dortigen Hoftheater. Die» Sreigniß bringt in der stillen Residenzstadt an der Ilm unter den Einwohnern immer eine freudige Erregung hervor, wozu allerdings die de» poetischen Reizes nicht entbehrenden näheren Umstände des Besuche» beitragen. An diesem Tage sind nämlich die Burschenschafter von Jena die Herren tn dem weimarischen Tempel der Musen. — Um die MittagSzckr, so schreibt die „T. R", trifft die lustige Schaar, begrüßt ,0» d!< ““ bitlit««'6' 140 ihr tt8ü'e6 V w bidtn T°S - in dir O Frenürv ° deS * Ser Spre-t Aleotion . ubtn'8 °° ^Hwtiu® Schloß deS wWlichen ittn Märst 'Deutschlaw tnbet der oüerrrstr ■ ,Heater W ltaft alho IltseS für r oiß twe kchlzigrtjah tztvßhrrzoi t u § 1 u r -«ii iJtbt liefet i röditW i ' Hißendes: I kn graultn I-Mmrden I terban unoa, (flrukn bit Le fvdffung nah irifkn wissen i Vers Em Still Gr -/rritaj ö Na . ii dem Hanse C’flllen durch bi Rt-tn 8aaqa6 * Estin! \ fcfa LM, IW1 riit un! und for keifgen Jtltibun Etomtlld • «UL wie ntt , Versteigen -2L ( Cd> E labtnrei Jdjm ■abenrein, Ben Büwrsti Na Wrfaigtrt td 1Z flu' üntr IB Met b 1 Ücker 4‘/i ( tu Versteh .2410 1 '* Jäh,,' n d-« hi 1,7 N I*»° brr dt, l ,Oet ’»• :tn «anjteUe (?Dö,int* 'm lt«lÄ6 r»K "*ihS .JfttoHtai hi, tObllQn . , Wt he« q"?ft»*e ÄN °lle h '^lveo. 7)i. vtes " unb lt l*,,*f|»«l« Rn • 16111 ®IUitt 76" “Bk leben. ? ««, »tu ti, 8?" ®lnt solche Vee- “n8‘( fonbem m°° 8 Sttacnbun« ?b,®n ^rer Ttrll, ft I“ bringe- .ft "°ch weit« M-ximum boc tontla«nt an foUl iien hohen Druck« dwchlicherRichtu-, 'Minimum ist A ' Wetterlage ttc;. $ ist»dir H-nst: sichere. - meist trockener e A." gescheit beigeor--,//? -. Mao lut ,;t eine Mrz vor- ! Zchche Uyn, tbomn Haden unb r, tenn wenn man ti mit uvnöchgn , ta§ er sich aui n stch iazra, dq i %dka%t raube B^chravrt |o; oU er einen Stiel an dieiem Sprit Bauet wirklich tk ) er geht In fein« exaU Arbeit Men a. aS io Minz garni- erie Kegiwrntt io unb tresien n Offenbach W \ am 3. April e er neuen Gare jibt sich da« ». dien nnb kehri .Englische-- K eSherren unter tu jur B«»8 in gürften 61*1 i ®“‘ giioira * y $«m s«; d-° ** e«i»»-ei"‘“‘ Mllck» !" """ 8e,b,r •* , ui »et ®“1* «M»« 2 enomven, n können. ilverwaMg a» «W *5 tilgen »** ®ie Jl’ !" iben tH ^0: 7 sfe« °'L'.w** Jon der auf den Straßen harrenden Zuschauermeoge, in Ilm-Athen ein; iw Hotel ChemnitiuS, wo Abends der Commers stattfindet, wird abgestiegen. Kurz vor vier Uhr, wo die Theatervorstellung beginnt, ziehen fie, es find inSgesammt 140 Mann, auf, wobei jede der einzelnen Burschenschaften ihr eigenes Marschlied zum Besten giebt. Sobald sie die ersten Sitzreihen im Parkett, die ihnen die Intendanz für diesen Tag überläßt, eingenommen haben, geht der Vorhang in die Höhe. Der übrige Raum ist von Einheimischen und fremden bis auf den letzten Platz besetzt. Nach Beendigung des Räuberliedes auf der Bühne (im vierten Acte des LramaS) erhebt stch der Präses — in diesem Jahre ist es der Sprecher der „Teutonia" gewesen — mit den Worten: Silentium! Jetzt stngen wir - Stoßt an, Jena soll leben?" und wenn der letzte BerS des LiedeS verklungen — ,/Silentium! Lied ex, das Spiel kann weiter gehen!" Nach Schluß des Stückes marschiren die ob dieses gewiß ungewöhnlichen Vorrechtes beneideten Musensöhne mit Mustk auf len Marktplatz, wo sie einen Kreis bilden und „Deutschland, Deutschland über Alles" singen. Im Hotel ChemnitiuS rndet der Zu«. Die Sitte geht bekanntlich zurück auf die vüererfte Aufführung der „Räuber" im weimarischen Hof- theater vom Jahre 1783, zu der die Jenaifche Studentenschaft allzuhauf hinübergewandert war. In Erinnerung an tirseS für unser clasfischeS Dichterländchen bedeutsame Er- e'qntß erneuert nun die vereinigte Burschenschaft seit den Ilchtzigerjahren unter Begünstigung Seiner Magnifizenz deS Großherzogs jedesmal im Januar den Besuch. * England nnb Griechenland. Da lächelt England mit arger List Und spricht nach kurzem Bedenken: Sechs Tage will ich Dir schenken; Doch wtffe, wenn sie verstrichen die Frist, Und Du noch immer in Kreta bist-- --Dann brauchst Du nicht zu erblassen, Dann will ich Dich dort belasten. Berl. Tgbl. Citaratur und Arnrft. — Einen sehr interessanten Beitrag zur Geschickte der Hungers- Me liefert ein Aussatz im 16. Heft der „Jllustrirten lDrutsche Verlags Anstalt, Stuttgart). Daraus entnehmen wir Folgendes Wieder und wieder begegnen wir bei jeder Hungersnoth den grausen und gräßlichen Sccnen der Auflösung aller Sitte. Die Hu-gernden suchten ihren Hunger mit Gras, Kräutern, Leder und «rdern unverdaulichen Dingen zu stillen, sie wurden zu Hyänen und gruden die Leichen aus, um stch an ihnen zu sättigen. In der Verzweiflung nahmen sie sich das Leben, und die mittelalterlichen Chro- Men wisten mehr als einmal zu berichten, daß viele Menschen stch aufgehängt baben, um ihren Qualen ein Ende zu machen. Andere wurden zu Canntbalen und sättigten sich an Menschenfleisch, am Fleisch ihrer nächsten Angehörigen. Aus der französischen Hungersnoth von 1030 bis 1032 wird berichtet, daß unter Anderem ein Mann 48 andere gelobtet und gegessen habe. Aehnlich konnte ein Mann in Ungarn während einer Hungersnoth zur Mongolenzeit in der Beichte gestehen, daß er, um seinen Hunger zu stillen, nach und nach 60 Kinder und 8 Mönche geschlachtet und verzehrt habe. 1505 wurden in Ungarn die hungernden Eltern, die ihre Kinder mordeten und aßen, nicht bestraft. Aehnliche Verzwetflungstbaten treten uns auch heute noch in Asien entgegen. Die Schrecknifle wurden nicht selten durch eine rücksichtslose, barbarische Communal- poltttk der mittelalterlichen Städte erhöht. Begann nämlich das Korn in der Stadt knapp zu werden, so jagte man die Armen einfach aus der Stadt und ließ sie auf dem Felde erbarmungslos verhungern. Nach dieser egoistischen Stadtpolitik verfuhren mit Ausnahme von Florenz z. B. alle Städte in Toskana. — Die „Jlluftrirte Zeitung* Nr. 2801 vom 4. März überrascht ihre Leser mit einer Facstmile - Nachbildung der Marine- Tabellen des Deutschen Kaisers. Ganz besonders machen wir noch darauf aufmeiksam, daß diese Tabellen die neuesten vom Kaiser erst am 17. und noch am 28. Februar vorgenommenen Correcturen enthalten, während die Entwürfe für die Bibliothek des Reichstages vom 7. Januar und 1. Februar batiren. Diese somit originalen Werth aufroeifenben T bellen werden auch als Separat-Abdruck zum Preise von 50 Pfg. erscheinen und zudem eine wahrhafte Bereicherung des im Verlage von I. I. Weber in Leipzig erschienenen Großfoliohefte« „Die Kaiserlich Deutsche Marine" (Preis 2 Mark) bilden. Da sich auf Kreta und den Eonflict Griechenlands mit den Großmächten und der Hohen Psorle noch immer das ungetheilte Interesse der gelammten politischen Welt vereinigt, so werden die zahlreichen prächtigen Ausnahmen neuesten Datums, die Land und Leute der kampfdurchtosten Minos Insel schildern, sowie die Porträts der griechischen Prinzen Constantin und Nicolaus und das deS Ministerpräsidenten Delyannis, das die Demonstration des Geschwaders der Großmächte vor Kanea im Bilde festhaltende Tableau und die Abbildung der „Kaiserin Augusta", des einzigen deutschen Schiffes in den Gewässern Kretas, allgemein Beifall finden, nicht minder die schöne doppelseitige Kunstbeilage: „Ein Münchener Faschingsball" nach einem für die „Jllustrirte Zeitung" gemalten Oelbild von Ren6 Reinicke. Bei der Redaction eingegangeue Bücher re. — Ozon-Therapie, eine Studie über Ozon, ozor.isirte Lust und Ozon-Präparate, deren ärztlich erprobte Wirkung und hohe Bedeutung für die öffentliche Gesundheitspflege von A Spranger. Ladenpreis 1 Mark. Verlag von Max Pflug, Charlottenburg. Eingesandt. Wie in der letzten Nummer dieser Zeitung dem theaterliebenden Publikum Gießens mitgetheilt wurde, findet morgen Donnerstag daS Benefiz für Fräulein Clara Leno statt. Die junge Dame hat hier traft ihrer mächtigen Darstellungskunst, so oft wir sie auf der Bühne zu erblicken das Vergnügen hatten, fo reichen Beifall geerntet, daß wir nicht unterlassen können, noch einmal auf diesem ihren Ehrenabend aufmerksam zu machen. Mit wachsendem Interesse durften wir ihr hervorragendes Talent, da« sich trotz ihrer Jugend sichtlich mehr und mehr zu künstlerischer Höhe durchreist, bewundern, so daß wir uns des Eindrucks nicht erwehren können, in dieser Dame eine großartige Vertreterin ihres Kunstfaches vor uns zu sehen. Es gilt den Gießenern als eine Pflicht, Fräulein Clara Leno, deren Spiel uns so genußreiche Abende verschafft hat, durch reichen Besuch ihrer Benefiz-Vorstellung ihre Ehrung zum Ausdruck zu bringen. Mehrere Theaterbesucher. iinioerfitäte«Nachrichten. Man berichtet aus Münster in Wests.: Professor v. Below hat den Ruf an die Marburger Universität angenommen. — Herr Professor Dr. Rudolf Merkel in Freiburg ist zum etatsmäßigm außerordentlichen Professor nickt blos für Badisches Landrecht und Bürgerliches Gesetzbuch, sondern außerdem auch noch für Civilproceß- recht ernannt worden. Verkehr, Lair-- und Voiksn»irrhschaff Berichtig««-. In dem gestrigen Artikel über „Hagel-Versickerung" muß es auf Zeile 9 von oben heißen statt mächtige Vorprämie „mäßige" Vorprämie. E M H rl a Stoffe SS s esBSlyoi™- -仫 r MU > W Angabe de» Gewünschten. VOfi Elten & Keussen, Fabrik und Handlung, Crefeld. Schöne Aussichten, sagte die noch jugendliche Nachbarin. So jung und schon diese Erscheinungen: eigenthümliches Roth, Hautblüthchen, welke, rissige und rauhe Haut, wa« soll das erst später werden? Was muß ich thun ? Sehr einfach. Verwenden Sie mehr Sorgfalt auf die Pflege der Haut. Vermeiden Sie ernstlich den Gebt auch scharfer Seifen. Wa'chen S'e sich mit nichts Anderem als Doering’s Seite mit der Eule. Diese vortreff.iche Damen- unb Kmder-Seife, die in der Neuzeit durch Zusatz von edlen Jngrebenzien wesentlich Derbeffert worden ist, sollte auf keinem Waschtifck fehlen, denn ste ist wirklich das, was zur Erhaltung der Schönheit, Frische und Reinheit der Haut nothwendig und dienlich ist. 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Anweisung nach 20jähriger M approbirier Methode zur sofortigen W radtcalen Beseitigung, mit, auch ohne Ä Vorwtssen, zu vollziehen, IM- keine »d BerufSslörung, -W, Briefen sind 30 Pfg. in Briefmarken betzufügen. Man adresstre: Th. Konetzky, Drogutst, Stein (Aarflau, Schweiz). Briefporto 20 Pfg Baugrund 2267 wird unentgeltlich abgefahren. Von wem? sagt die Spedition. Charakterbild in 5 Acten von Charlotte Blroh-Pfeiffer. ^apitaüerT^^ Mk. 30000 | aefl«n fast dreifache Sicherheit auf erste Stelle zu leihen gesucht. Offerten besörd. «ad. L. 00 die Expedition d. Bl. fvermischteAnzeigerTI " Theile meinen werlhen Kunden mit, daß ich von jetzt an nicht mehr außer dem Hause gehe; bügle deshalb alles billiger und bitte um geneigten Zuspruch. 2408 Achtungsvoll Frau Balser, «lauzbüglerin, Neuen BL«e 11. /Legen Nachhilfeunterricht für Ober-Tertianer erhält ein Student freie Wohnung. Th?ol. oder Philol. erwünscht. 2315 Näheres in der Expedition d. 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Pomm.Hyp.«.Bk.unk.b.l906 101 l 3«/, DeutscheGrdsch.B. unk.b. 1906 <01.00 4 Frks.Ldw.Cred.Bk.unk.b. 1900 102 Brnhl’sche l’niversitäts-Bueh- und Xteindruekerei (Pietsch & Scheyda) Verlag des Giessener Anzeigers 7 Schnlstrasse 7 empfiehlt eich inr Anfertigung aller Buchdruck-Arbeiten in eleaanlem Schwirl- and Farbendruck. 560 Äeboctisn: «. Echrvda. — Druck nab Verl», der Brübl scheu UmversUäk-.Buch. und Sterndruckerei (Pietsch & Echkvda) m Vichrn. Die Sevtiqe ^Inmöter umfaßt 6 Aeikrr. erschkwt' Die S teig« Innflb® sttzaden lllaoevst ordnet v 3« bof, H iötbbt beim, eübbiflti da»,R hei« ui itl (fr Iffdjtn aufgceobtl Sie n n uf Slllll bewirt iß cetfidnblfli Äw^iuit TiMn fonftn, \ fanltn, 1 sich hm ihen bi Zahluog tngrolp Bor der Äaiii heil wirl bringen. Telbki t lüginblld »revjtt. N nachst-üb gebählltl Uiftuh scheinend batte, die seh,, ft, Wch flfl ,6ii Ich- 11 »lr 8n /M *"«> R°! «Bit» , .8M(I Iml ln i„ . ®dn[ । , »Kit 8 j! rin doi Dn ist bann .|,k »6lt tei1 kt»8,111