lt 8ich die v* ausaerord^A «I Nf. 35 EEes Blatt. Donnerstag den 11 Februar 1897 Der Hießeuer Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme des Montags. Die Gießener AamittenSkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kmerak-Mnzeiger. Vierteljähriger Abonucmentsprets: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. W. tri ti<*x - Uebenecgen Sie sich, 'diisBeit-Finrratfef ■nd ZnkbönheiJe die aust! jcuoexlaaen- KteSfS st Hess^Wi.i tzar»vnN«?^ii *t trf*iWffu W- Diese Wj. ~IrJ o ■ ;>j LS"LS.»°L ÄÄ*- ßiem nnriM aricht giessevt^Wk 'st. Februar M ] Silbrna" M *ss*£** i $ortoN® l8Äi gUti • £>*, 3 ^2-i, Mtttü. obl. d ; Su$cbL 1 d I11 ", u 'eteorMM 11 VMr, wie eint lt-K-s-ßchmf^ vbe-Apparoie vSllig foftenhr Sachkundige JnstallM, . “W Niederlage am Pia, & G. WaUenie rkkolatz 21. - Fernsprech» l Apparate mck MoM- »rümpfe, bei llnsabgehcl! --i do. durch uns ausgesgl o . rj^ «*ea.und dabei die Wfr aücrtilligsten «ind Wieder- I rerWer geweht Kaulog patn August Stutenbrok, Einbeck. Grösii« SpeciiJ- ihrtld-Vemiid-Hius Deutithlaaik Anrts- und Anzeigeblntt für den Ttreis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage; Gießener Kamikienötälter. Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche zu Oppenrod. Nachdem die Maul- und Klauenseuche zu Oppenrod erloschen ist, wird dieses mit dem Anfügen zur öffentlichen Keuntniß gebracht, daß die verhängten Sperrmaßregeln aufgehoben worden find. Gießen, den 10. Februar 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gageru. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche zu Hungen. Nachdem die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche zu Hungen sich wesentlich verringert hat, wird die ange- srdnete Gemarkungssperre hiermit aufgehoben. Die über das noch verseuchte Gehöfte verhängte Sperre bleibt bestehen. Gießen, am 9. Februar 1897. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern. LluS den Verhandlungen der Zweiren Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 9. Februar. Die Zweite Kammer der Stände trat heute Mittag um 12 Uhr zur Constttuirung und zur Wahl des ersten und zweiten Präsidenten, sowie zur Wahl der AuSschüffe für den neuen Landtag zusammen. Wohl infolge oer Ungleichheit in den Meinungen in den Fraktionen bezüglich der Präsidentenwahl verzögerte sich die Eröffnung der Sitzung um nahezu eine halbe Stunde. Seit der letzten Tagung hat die Zusammensetzung des Hauses eine andere Gestalt angenommen, insbesondere tritt die Stärke der socialdemokratischen und antisemitischen Fraktion besonder» in die Augen. Als einführender Regierungs Commissär eröffnet Herr Ministerialrath Emmerling um >/,l Uhr die Sitzung. Er stellt zunächst die Präsenzliste fest und constatirt, daß 45 von 50 der Kammerpräsenz anwesend find. Als Alters- präfident übernimmt auf Vorschlag des Regierungs Comiffärs der Abg. M ö l l i n g e r den Vorfitz. Ec widmet dem früheren AlterSpräfidenten Pfannsttel einen ehrenden Nachruf und erhebt sich das Haus zu dessen Andenken von den Sitzen. Nunmehr erfolgt die Wahl der beiden Präsidenten. Es werden gewählt Geh. RegierungSrath Haas mit 42 Stimmen zum 1. Präsidenten. Weitere Stimmen wurden abgegeben »auf Reichardt 1 und Wolfskehl 2. Heiterkeit erregte eS, als bet Verlesung der Stimmzettel für Herrn Haas, »welche säwmtlich auf „KreiSratb HaaS-Offenbach" läuteten, »einer mit der Bezeichnung „Offenbacher Haas" aus der Wahlurne entnommen wurde. Als 2. Präsident wurde Metz-Gießen mit 43 Stimmen gewählt. Zu Schriftführern wurden die Abg. Hechler und Dael von Köth mit Majorität ernannt. Die Gewählten übernahmen sofort ihre Aemter. Ausgefallen ist die kühle Form bei Uebernahme Ides den beiden Präsidenten übertragenen Ehrenamtes. Nachdem »och eine Einladung des Großherzogs zur Hoftafel verlesen wurde, schloß der Alterspräsident die Sitzung um i/i2 Uhr. Deutscher Reichstag. 171. Sitzung. Dienstag, den 9. Februar 1897. Aus der Tagesordnung stehen zunächst Wahlvrüfungen. Die Wahl des Abg. Retchmuth-Weimar (R.-P.) beantragt die Commission für ungilttg zu erklären. Nachdem tndeß Abg. Nuer als Referent mttgethetlt, daß, seit die Commission ihren Beschluß gefaßt, neue Thatsachen, insbesondere neue Zeugenaussagen Mannt geworden seien, bei deren Kenntniß die Commission möglicherweise zu einem anderen Beschluß gelangt sein würde, wird die Sache «;uf Antrag des Abg. Spahn (Ctr.) an die Commission zurück- gewiesen. Die Wahl des Abg. Rother-Ohlau (conf.) wird dem Com- mtsfionSantrage entsprechend für gtltig erklärt. Abg. Kopsch (frf.) hatte im Hinblick auf angeblich vorgekommene ftirte Wahlbeeinflussung und agitatorisches Treiben der Krtegeroereine Ungültigkeit beantragt. Dann wird die erste Berathung des Handelsgesetzbuchs fortgesetzt. Abg. Roer en (Ctr.) vermißt in dem Entwürfe ausreichend strenge Durchführung des Grundsatzes, wonach tas Handelsgesetzbuch iwi Gegensatz zum Bürgerlichen Gesetzbuch nur die kaufmännischen Rechtsverhältnisse regeln soll. So hätten z. B die Bestimmungen Mber die Schuldhaft, über Unzulässigkeit der Herabsetzung von Ver- lr-igsstrafen, über anderweite Normirung deS Zinsfußes, über Un- imläsfigkeit der Kündigung einer Schuld, wenn von derselben mehr »US 6pCt. gezahlt werde, sämmtlich fortbleiben können. Die Zahl I der von dem Bürgerlichen Gesetzbuche abwetcvendcn Sonderdesttmm- ungen sei so knapp wie möglich zu fassen. Im Großen und Ganzen aber sei der Entwurf willkommen zu heißen, namentlich auch insoweit er den Einfluß der Handelsgebräuche beschränke. Redner bezweifelt, ob eS richtig sei, die manchmal sehr zahlreichen Angestellten der landwirthschaftltchen großen Industriebetriebe, Zuckerfabriken, Brennereien, dem HindelSgesetzbuche nicht za unterwerfen, besonders wenn man an die Frage der Kündigung, die Lohnfrage, die Concurrenz- clausel rc. denke. Bezüglich der Kündtgungsgründe hätte man es auch für die Handlungsgehilfen bet den Vorschriften deS bürgerlichen Gesetzbuchs bewenden lassen können. Solle aber diese Frage durchaus für daS Handelsgewerbe gesondert geregelt weiden, bann begreife er nicht, weshalb man nicht auch unsittliches Verhallen der Gehilfen als KündtgungSgrund in den Entwurf aufgenommen habe. Unannehmbar sei die Bestimmung im $ 73, daß eine Vereinbarung betr. der Concurrenzclausel ungültig fern solle, wenn der Handlungsgehilfe zur Zett des Abschlusses minderjährig sei. Eine solche Vorschrift könne nur bewirken, daß jeder Prinzipal sich hüten werde, Minderjährige in sein Geschäft zu nehmen. Abg. Träger (frs. Vp.) bezeichnet den Entwurf als eine der ausgezeichnetsten gesetzgebertichen Arbeite», die jemals an den Reichstag gelangt seien. Hauptunterschted des Entwurfs von dem bestehenden Gesetz sei: bisher mache das Geschäft den Kaufmann, fortan mache der Kaufmann daS Geschäft und zwar ftatuire der Entwurf den Muß-Kaufmann, den Soll-Kaufmann und den Kann-Kausmann. Die principtell für die Landwirthschaft gemachte Ausnahme sei ihm unannehmbar, ja sie liege seines Erachtens nicht einmal im Interesse der Landwtrthe. Ein tüchtiger Rittergutsbesitzer mit Brennerei und Zuckerfabrik werde doch stets für alle seine Teilbetriebe genaue Conten haben, um genau ihre Rentabilität übersehen zu können. WeShalb wolle man ihn der Eigenschaft eines Kaufmanns grundsätzlich entkleidend Im Gegensatz zu Roeren lege er Werth darauf, den Minderjährigen, der^ehrltng, vor der Concurrenzclausel geschützt zu sehen. In 8 61, wonach der Principal bei seinen Geschäftseinrichtungen die Gesundheit der Angestrllten zu wahren habe, erblicke er eine dankenswerthe Lösung der heutzutage viel umstrittenen Frage des „Stuhls der Verkäuferinnen". Redner ist erfreut über § 309, demzufolge es strafbar fein soll, Actten eines Anderen, zu deren Vertretung man nicht befugt ist, ohne dessen Einwilligung für GeneraloersammlungSzwecke rc. zu benutzen. Abg. v. Buchka (conf): Meine Freunde sind bereit, dem Entwurf, von Verbefferungen im Einzelnen abgesehen, zuzustimmen. Sie mögen daraus ersehen, wie sehr wir an eine Solidarität der Interessen von Handel und Gewerbe und Landwirthschaft glauben, und wie sehr wir bereit find, dem Handel zu geben, was des Handels ist. Redner erklärt sich dann mit der Abgrenzung des P-rsonen- kreises, der unter bas Handelsgesetzbuch fallen soll, einverstanden, einschließlich der Beschränkung betr. der Landwirthschaft, für deren Nebengewerbe nur eine Berechtigung, nicht aber eine Verpflichtung zur Eintragung ins Handelsregister bestehen soll. Mit großer Freude acceptire er, baß zwischen Principal und Angestellten die unbedingte Vertragsfreihect aufgegeben werde. Abg. Frese (frs. Ver.): Der Entwurf enthält viele gute Verbesserungen. Widerspreckl-n müssen wir den Ausnahmebestimmungen für die Landwirthschaft (§ 3), umsomehr, als ein Theil der Conser- vativen Sturm laufen will gegen 8 336 betr. Rechtsverhältniß der von einem Kaufmann mit einem Nichtkaufmann abgeschlossenen Geschäfte. Auf dem Handelstage meinte ein Theil, daß diese Bestimmung den Kausmannsstand verletzen müsse. Alle aber waren darin einig, daß der § 3 eine Rechtsungleichheit schaffe, wc'cke den Kauf- mannSstand schädigen muffe. Redner warnt ferner unter Anderem vor Berücksichtigung einer Petition von Mäklern und Handelsagenten, worin dieselben das Recht verlangen, Provision schon dann zu fordern, wenn da« von ihnen ermittelte Geschäft noch nicht ausgeführt, die Rimesse dafür noch nicht eingelaufen sei. Nicht richtig scheine ihm die Bestimmung, daß der Capitalist unter den Geschäfts- theilhabern nicht bevorzugt werden dürfe. Es würde da Unbemittelten schwer fallen, bemittelte Geschäststheilhaber zu gewinnen. Auch halte fr es für nicht angezeigt, dadurch eine neue actiengefellschaft- liche Form zu schaffen, daß man im 8 210 nicht nur eine Verbindlichkeit des Actionärs bis auf Höhe des Aciien-Nominals, sondern auch eine Verpflichtung zu anberroeiten Leistungen zulasse, wie sie schon jetzt bet den Rübenzucker-Actiengesellschaften zwar bestehe, hier aber nur auf Grund von NebenvertrSgen. Abg. Gamp (R.-P.) spricht ebenfalls im Wesentlichen feine Zustimmung zur Vorlage aus und erklärt sich namentlich auch, im Gegensätze zu den Abgg. Roeren, Träger und Frege, mit dem Ausnahmerecht für die Landwirthschaft einverstanden. Abg. v. Strombeck (Ctr.) wünscht oerschiedentliche Aende- rungen in ben Bestimmungen über Grünbung von Actien- Gesellschaflen. Hierauf tritt Vertagung ein. Morgen i Uhr: Fortsetzung; zweite Lesung der Conoertiruogs- Vorlage unb kleinere Gegenstänbe. (Schluß 5»/, Uhr.) Steuerte Wolff» telegraphische« Eorrespondenr-KscssA. Berlin, 9. Februar. Die Unterzeichnung des die Ber- hanblungSergebnisse der deutsch-russischen Commission für verschiedene Zollfragen wtedergebenben Schlußprotocolls ist soeben im Auswärtigen Amte deutscherseits durch den StaatS- secretär v. Marschall und den Minifterialdirector im Auswärtigen Amte, Reichardt, rusfischer Setts durch den hiesigen russischen Botschafter, Grafen v. d. Osten Sacken, und den wirklichen StaatSrath von Timirjasew vollzogen worden. Berlin, 9. Februar. In der heutigen Plenar-Ber sammlung deS Deutschen LandwirthschaftSratheS wurde bei Behandlung ber Zuckersteuerfrage einstimmig eine Resolution angenommen, daß der Contingentirung der Zuckerfabriken nicht ber innerhalb der Campagne angefertigte, sondern die wirklich erzeugte Zuckermenge zu Grunde zu legen fei, und daß bei den Contingentirungen neuer Fabriken nach einheitlichen Grundsätzen unter Zuziehung von Sachverständige« zu verfahren sei. Die Einschätzung der Leistungsfähigkeit habe nicht nur nach bet maschinellen Einrichtung, sondern unter Berücksichtigung der ber Fabrik zur Verfügung stehenden Rübenfläche zu erfolgen. Ferner sei daS von ben Fabriken unauSgenützte (Kontingent denjenigen Fabriken, welche das Kontingent überschritten, im Verhältniß der Ueberschreiturg unverzüglich auSzuzahlen. Berlin, 9. Februar. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Bei den Ausgrabungen, welche von dem Deutschen archäologischen Institute in Athen veranstaltet wurden, ist dieser Tage ein Bruchstück eines schwarz gefirnißten Thongefäßes gefunden worden, in beffen Oberfläche in alter» thümlicher Schrift die Worte „Temistokles Phrearrios" ein- geritzt waren. Offenbar ist bieS ein Scherben, welcher bei dem Scherbengericht angewendet wurde, wodurch Temistokles genöthigt wurde, Athen zu verlaffrn. Rom, 9. Februar. Die Universitätsbewegung hat aufgehört. In Neapel hielten die Studenten in achtzig Barken auf hohem Meere vor dem Strande von Santa Lucia eine Versammlung ab, worin beschloffen wurde, fich aller lärmenden Kundgebungen zu enthalten. Paris, 9. Februar. Der frühere Marineminister Lockroy erklärte einem Vertreter des „Echo de Paris" gegenüber, der klägliche Zustand ber französischen Flotte ver- hindere Frankreich, seine Rechte, falls dies nothwendig würde, geltend zu machen. Loudon, 8. Februar. Nach einer Meldung der „Times" aus Kauea von vorgestern ist die Stadt jetzt ausschließlich von eingeborenen Muhamedaneru und türkischen ©olbalen bewohnt. Die neugebildete GenSdarrnerie kann unter den gegenwärtigen Umständen nur wenig thun, um die Ordnung wieder herzustellen. Er find auS Konstantinopel den kretischen Behörden Befehle zugegangen, den Major Bor nicht als provisorischen Commandanten der GenSdarmerie anzuerkennen. Konstantinopel, 9. Februar. Die Pforte beklagt fich über die schroffe Haltung der griechischen Regierung. Auch der Zwischenfall, der durch die Unterlaffung deS Salut« seitens des griechischen Panzerschiffes „Hydra" bei der Einfahrt in Kanea entstand, ist noch nicht erledigt, trotzdem der englische Geschwaderchef fich die Begleichung deS Faller angelegen sein ließ. Die herausfordernde Haltung der „Hydra" eröffne bedenkliche Aussichten für den Fall, daß dte»grlechische Seemacht in Kanea noch verstärkt werden sollte. Athen, 9. Februar. „Havas"-Meldung. Der griechische Dampfer „Hydra" solutirte einen Tag nach feiner Ankunft die türkische Flagge. Der Salut wurde vom Fort Kanea erwidert. Athen, 9. Februar. Der „Agence HavaS" wird von Kreta gemeldet: Außerhalb KaneaS dauert der Kampf fort. Die Christen sollen die griechische Flagge gehisst und die Vereinigung mit Griechenland proclamtrt haben. Eine provisorische Regierung soll in der Bildung begriffen sein. Die meisten Stadttheile KaneaS, in denen Christen wohnen, find verödet, Trümmerhaufen liegen umher. An Bord des „Mtkalt" befinden sich 67 Flüchtlinge, unter ihnen zwei Bischöfe. Kanea, 9. Februar. „HavaS"'Meldung. Dank der thatkräftigen Haltung der Consuln und der Commandanten dec fremden Kriegsschiffe ist die Lage ruhiger geworden. Matrosenabtheilungen halten daS Telegraphenamt und andere wichtige Punkte besetzt. Depeschen deS Bureau „Herold." Berlin, 9. Februar. Ueber das gestrige parlamentarische Diner beim Finanzminister v. Miquel wird der „Rat. Zig." noch berichtet: Nach dem Essen wurde ein sehr inhaltreiches Gespräch namentlich mit den Abgeordneten Frhm. v. Manteuffel, Frhrn. v. Stumm, Dr. Hammacher, v. Levetzow unb Frhm. v. Zedlitz geführt. Der Kaiser trat sehr energisch für die Nothwendigkeit der Verstärkung ber Flotte ein unb befürwortete ein Zusammengehen ber Conservativen, der Reichspartei und der Nationalliberalen im Reichstage. Auf diese Weise könnten die großen politischen Aufgaben erfüllt werden. Die kleinlichen FractionS- Streitigkeiten müßten angesichts so hochwichtiger Ziele bei Seite gelassen werden. Auch der Hafenarbeiterstrike in Hamburg und die am Samstag dort vorgekommenen Tumulte wurden vom Kaiser in der Unterhaltung besprochen. Eine Mappe mit Zeichnungen von Professor Knackfuß war von der Begleitung deS Kaisers mttgebracht worden. Der Inhalt gelangte an die Teilnehmer deS Festes zur Vertheilung. Berlin, 9. Februar. Im Reichstage wurde heute die Wahl des Abg. Retchmuth (RchSp.) an die Commifion zurückoerwieseu und die Wahl de» Abg. Roth er für gültig erklärt. Berlin. S. Februar. Der „Reichßanzeiger" bringt heute eine kaiserliche Verordnung betr. die -ur Verhütung der Einschleppung der Pest eiutretenden Beschränkungen der Einfuhr aus Asten. In der Verordnung, welche gestern in Rraft getreten ist, wird der Reichskanzler ermächtigt, An»- nahmen von dem Einfuhrverbot unter Änordnung der erforderlichen Vorsichtsmaßregeln zuzulaffeo. Berlin. 9. Februar. Wie der „Post" aus Münster in Westfalen telegraphirt wird, ist Regierungspräsident Schwarzenberg im Alter von 66 Jahren heute Plötzlich gestorben. Berlin, 9. Februar. Der Kaufmann Brock, welcher bekanntlich in feinem GeschäftSlocal überfallen wurde, ist heute Nachmittag gestorben, ohne seit jenem Ueberfall da» Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Berlin, 9. Februar. Im Reichstage soll morgen wieder SchwerinStag mit Fortsetzung der Debatte über den achtstündigen NormalarbeitStag gehalten werden. Am Donnerstag wird der Militäretat zur zweiten Lesung im Plenum gestellt werden. Berlin, 9. Februar. OfficiöS wird erklärt, von einer beabsichtigten Wiederaufnahme größerer Reform- projecte Miquels sei gegenwärtig nirgends die Rede. Hamburg, 9. Februar. Gegen Mitternacht wiederholten sich dre Excesse. Mehrere Personen erlitten Verletzungen. Aus den Fenstern wurde heißeS Master, Asche u. s. w. geschüttet. Der Polizei gelang eS, erst nach Zuziehung von Ersatz Mannschaften die Ruhe wieder herzustellen. Staffel, 9. Februar. Einer Blättermeldung zufolge haben in der Wilhelm Caferoe zu M onS hundert Soldaten wegen Lieferung mangelhafter Lebensmittel den Gehorsam verweigert. Pari», 9. Februar. Der „Nord" schreibt: Die Ereignisse auf Creta, welche im Augenblick der Eröffnung von Verhandlungen zwischen dem Sultan und den Botschaftern über Reformen etngetreten find, scheinen geeignet, die Haltung der Großmächte gegenüber dem Sultan und seinem Reiche ernstlich zu verändern. Wenn die türkische Nachläsfigkeit die Dinge noch weitertreibt, wird Europa zu energischen Mitteln greifen, um den Südosten des ErdtheilS zu retten. Loudon, 9. Februar. Der Nordpolfahrer Nansen sprach gestern in einer von etwa 10000 Personen besuchten Versammlung über seine Reise nach dem Nordpol. Der Versammlung wohnte auch der Prinz von Wales sowie der Herzog von York bei. Ersterer überreichte Nansen eine spectell für ihn geprägte goldene Medaille. Athen, 9. Februar. DaS Amtsblatt publictrt ein königliche« Decret, durch welches die gesummte Kriegsflotte in Dienst gestellt wird und wettere Schiffe nach Creta gesandt werden. Die Proclamation von der Vereinigung Creta» au Griechenland bestätigt fich. Aus Herakleton und Retimo eingelangte Nachrichten melden fortdauernde Plünderungen seitens der von den Behörden unterstützten muselmanischen Bevölkerung. Mehrere Ortschaften find ein« geäschert. Athen, 9. Februar. Die Regierung erhielt eine von 700 cretenfischen Notablen unterfertigte Aufforderung, ihre Insel mit dem Mutterlande zu vereinigen. Sollte dies nicht geschehen, so würden die Unterfertigten die Republik proclamiren. Athen, 9. Februar. Die Kammer beschloß die Bewilligung von 100,000 Drachmen für die flüchtenden kretenstscheu Christen. Etwa 1500 Christen HaleppaL zogen fich aus der umzingelten Stadt in die Berge zurück. Rio'de Janeiro, 9. Februar. 6000 Fanatiker haben sich vor Bahia concentrirt und 60 Plantagen sowie mehrere kleine Dörfer eingeäschert. Berlin, 10. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet aus Wien: In der vorigen Woche unterbreiteten die türkischen Botschafter den Cabinetteu erneut die Verwahrung der Pforte gegen die geheimen Berarhungrn der Borichafter in Konstantinopel, welche gleichbedeutend mit einem Comploit gegen die türkische Regierung seien und geeignet, die höchste Beunruhigung der Muhamedaner hervorzurufen. Die Pforte erblicke die Ursachen des Aufstandes in Creta in der Durchführung der Reformen auf der Insel. Die griechischen Kriegsschiffe machten durch ihre verdächtigen »Kreuzungen Vorkehrungen der Mächte nothweudig, welche Landung derselben in Kanea keinesfalls zulaffen. Berlin, 10. Februar. DK „Kreuzztg." meldet au» Sofia: Da» Fürstenpaar erhielt zum Geburtstage de» Prinzen Boris ein Glückwunsch-Telegramm vom Zaren- paar. Berlin, 10. Februar. Das „Berl. Tagebl." meldet auS Kiel: Der Cultusminister zog den Profeffor Lehmann- Hohenberg wegen der Unterzeichnung de» Aufrufe» für die strtkeuden Hamburger Hafenarbeiter zur Verantwortung. Berlin, 10. Februar. In mehreren öffentlichen Versammlungen der ConfecttonS - Schneider und Näherinnen wurde gestern Abend über die Aufgaben der Arbsiter zur Wahrung ihrer Jntereffen bet der beginnenden Saison berathen. In den nur schwach besuchten Bersamm- luugcn referirten socialdemokratische Abgeordnete, die fich darauf beschränkten, die ConsectionS-Bewegung im Allgemeinen zu besprechen und zur Organisation aufzufordern. ES wurden entsprechende Resolutionen angenommen, in welchen die Versammlungen verunheilen, daß die von der Regierung versprochenen Schutzmaßregeln noch nicht erlaffen find. . CocaU» tttib provinzielle, Biehn», den 10. Februar 1897. ** Atlitätische». DaS Großh. Leibdragoner Regiment Rr. 24, welche» bekanntlich im October v. I. an Se. Maj. I den Kaiser von Rußland verliehen wurde, wird sicherem Vernehmen nach demnächst den Allerhöchsten NamenSzug seines Chefs, ein N mit der Krone, auf den Achselklappen, ebenso auf den Epaulettes der Offiziere zu führen haben. Der diesbezügliche Allerhöchste Erlaß steht in aller Kürze zu erwarten. — Die Formation der au» den 4. Bataillonen nen zu bildenden Regimenter wird zum 100. G eb urtSt ag weiland Katser Wilhelms I. erfolgen. *♦ Erledigte Lehrerstellen. Erledigt,, find: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Ahrerstelle an der Gemeindeschule zu Horrweiler, Kreiß Bingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evaugel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Romrod, Krei» Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeinbeschule zu Appenheim, Kreis Bingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gau AlgeSheim, Kreis Bingen, mit einem jährlichen Gehalte von 1000 Mk. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Münster, Kr. Dieburg, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1500 Mk. Dem katholischen Pfarrer und dem OrtSvorstaud zu Münster steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Mit der Stelle ist Organiftendtenst verbunden. Eine mit einer katholischen Lehrerin zu besetzende Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Münster, Kreis Dieburg, mit einem nach dem Dienstalter fich bemessenden jährlichen Gehalte von 900—1000 Mk. Eine Lehrerinnenstelle an der katholischen Schule zu Bingen mit einem jährlichen Gehalte von 1000 Mk. ** Sektion Gießen bei Dentscheu und Oesterreichischen Alpeuvereiul. In der letzten Monatsversammlung schilderte Herr Th. Haubach seine letztjährige Reise nach dem Norden, deren Hauptstattonen Hamburg, Nordcap, Spitzbergen, Hammerfeft, Bergen, Hamburg, Norderney bildeten. Wir bringen in diesen Tagen einige Capttel dieser Retse- schtlderung nach dem gütigst zur Verfügung gestellten Sec- tionSberichte. * * Land- und forstwirthschaftliche Berufsgenoffeuschaft. Wie die „N. H. VolkSbl." hören, wird daS neu zu bildende zweite Schiedsgericht der land- und forstwirthschaftlichen Berufs- genoffenschaft seinen Sitz in Gießen haben und für die Provinz Oberhessen bestimmt sein, während daS seitherige Schiedsgericht in Darmstadt auf die Provinzen Starkenburg und Rheinhessen beschränkt wird. Die Errichtung eine» weiteren SchledSgerichtS hat sich wegen der außerordentlichen Vermehrung der Geschäfte als nothweudig erwiesen. • * Der Vorstand bet AawaltSkammer hat sich, wie die „Darmst. Ztg." vernimmt, gegen die Errichtung einer detachirten Strafkammer in Offenbach ausgesprochen. * * Feuerwehrtag. Der 17. Hessische Feuerwehrtag wird am 22., 23. und 24. Mai d. I. in H epp enheim a. d. B. abgehalten werden. * * Der MiUelrheiaifche Fabrikaatenverem hält am Donnerstag, den 11. d. Mts., Nachmittag» 3SeS Witter »«sy* Mlä8t ' ,btt im ®anfie .;ib6Mlake bt’ IQMt M4tn. y brm^ Mer Maus ton Lünten zur $tt. a ett vor Trohh. ee LnuehMug eive Leiche. Ein 1 e*D vaerivartetes vtl hillld, wegen kinro Werth Don KreiSauSschuß der 1 i* 3- beschlossen, Lerbach solle sich ,tr Tiseobahu °ch über Herbstein und 4) Gliben« lhalb bei Kre^rS «ach^rnbrn Kosten, enden Linien ent> iiS ans den Kreir, znschlagrn nvd dea inen Beittag von Abgesehen davon, gesetzlich und der« roß-. Hess. Gesetz :n Siaatsvertrage a Ttv^eilv nach irb b'.x Dahllbau ehung von noch zu inoial gehörig ver- und Preußen hat, fiud, mit der voll- huen. Diese That« freunde deS Cisco- en Häusls* dahier r zahlreich besucht auterbach erstattete )aue8. 66 rvnrdr Derzdgnuvg drS igr gestellt würde, in Linie ausgetaucht im Betrage von den verloren gehen. M daß der Bau Angriff genot-men !6 seitens der Bet- gefaßt: Die iuM' werden, ihren Ge- sseu zu laffen, ob 1) den ihnen nach w Sauttrtai «» », «1 2) ft- d-° « ‘"iS W 8«l‘ Mt ÄttlfaM«1 Zg wurde rin A.ir Obna»18; Stabt 8«ut« «l (,t b,S. •* sa-rtS.? '",Ä" **" N>-b-bt* l”f W.„Mt h--"' •s,S- ■ 20 Mk. Buße, sowie einen Knecht, der seinem Schlaf« kamerad Abende in der Gefindestube durch Stockhiebe zwei Löcher auf dem Kopfe beigebracht hatte, dieserhalb zu zwei Wochen Gefängniß. -h- Höchst a. d. Ridder, 8. Februar. Der gestrige Sonntag bildete einen wahren Fest- und Freudentag für unsere Gemeinde, denn eß riefen die am vorauSgegangeneu Sonntage feierlich eingeweihten drei neuen Glocken zum ersten Male zum Gottesdienste. Die Glocken entstammen der berühmten Gießerei Andreas Hamm in Frankenthal,- sie fiud in Dur und zwar auf den Dreiklang a-cis-e gestimmt. Das Geläute kommt auf über 1400 Mk., wovon allerdings der Metallwerth der alten Glocken im Betrage von etwa 350 Mk. abgeht. Die verbleibende Summe ist fast vollständig durch Stiftungen der Freiherrlich v. Günderrode'fchen Familie, der PatronatSherrschaft unserer Kirche, aufgebracht worden. Fauerbach bei Friedberg, 7. Februar. Gestern Nacht wurde bri Oeconom Neisel hier eingebrochen und Geld, Uhr und sonstige Werthsachen entwendet. Von den Einbrechern hat man bis jetzt noch keine Spur. Alsfeld, 8. Februar. Der hiesige Pferd ev erficht- rungS-Berein entschädigte im verflossenen Jahre 13 Unglücksfälle mit einer Summe von 3674 Mk. ES wurden hierzu IV-pCt. Prämie erhoben, jedoch blieb hiervon noch eine Summe von 1073 Mk. übrig, welche dem Reservefonds zugeschrieben wurde. Die Mitgliederzahl vermehrte sich um 24, sodaß der heutige Stand 348 beträgt. Die Zahl der versicherten Pferde ist 748, deren Werth 347 070 Mk., Reserve- eapital 9167 Mk. Der höchste Versicherungsbetrag wurde von 700 auf 800 Mk. erhöht. Alsfeld, 8 Februar. Heute Morgen gegen Va6 Uhr wurden die Bewohner unserer Stadt durch Feuerlärm aus dem Schlaf geschreckt. Auf dem Hellhof war die unweit der Hauptgebäude stehende sog. Feldscheuer in Brand gerathen, welche fast vollständig eingeäichert wurde. Die wirthschastlichen Zustande in den Vereinigten Staaten Nordamerikas. (Nachdruck verboten.) Als im Herbst des verflossenen Jahres die Präsidentenwahl vor der Thüre stand, da verhießen alle Parteien die besten wirthschastlichen Zeilen, wenn ihr Candidat gewählt würde. Besonders die republikanische Partei und ihre Zeitungen waren groß darin. Mit Hilfe ungeheuerer Summen gelang es denn auch derselben, ihren Candidaten Mc. Kinley durchzubringen. Sofort nach diesem Wahlsiege begann nun die republikanische Presse von dem Morgenroth besserer und allerbester Zeiten zu sprechen. Spaltenlange Artikel in den Zkitungrn sprachen und sprechen noch von dem zurückgekehrten Vertrauen, von aus dem Versteck wieder hervorkriechendem (Selbe, vom Wiederaufleben aller Zweige der gesammten Industrie, vom Zurückkehren Tausender und Abertausender zu der gewohnten Beschäftigung, von kolossalen Umsätzen auf «klm Gebieten, von lachenden Gesichtern der Geschäftsleute ». s. w. bis ins Aschgraue hinein. Und wie steht es nun aber mit der Wirklichkeit? Legt man die Zeitungen aus der Hand und betrachtet Handel und Wandel, so hören alle diese Visionen und Illusionen auf. In einem Privatbriefe, den Schreiber dieses kürzlich erhielt, heißt eS wörtlich auch also: „Läuft man viel unter den Leuten umher, bann begegnet man meist brummigen Gesichtern, und fragt man: „Wie geht c6 bann lautet die Antwort regelmäßig: „Vor den Wahlen ging eS schlecht, aber jetzt gehts am allerschl-.chtesten, und Gott weiß, wenn es besser werden wird.- So mancher Geschäftsmann hätte, wenn Bryan erwählt worden wäre, die Klappe zumachen können, indem er d e Ausrede gebrauchte, daß er durch den Stlberschwindel ruiniert worden sei. Aber jetzt steht ihm nichts Besseres bevor, nur daß er sich nach einer anderen Ausrede umsehen muß. Wo' her nehmen und nicht stehlen. So stehen also in der That drüben die wirthschastlichen Verhältnisse und werden wohl auch so bald nicht anders werden, wenn sie Überhaupt je noch wieder besser werd-n. Schreiber dieses will es vielmehr so scheinen, als wenn eS mit den wirthschastlichen Zuständen in der Union von Jahr zu Jahr schlechter wird, trotz der natürlichen Rcichthümer, die das Land besitzt. Die Verhältnisse spitzen sich drüben immer mehr und mehr zu. Es gibt fast schon nut noch Reiche und Arme, Kapitalisten und Arbeiter. Denn der behäbige Mittelstand wie bei uns fehlt dort fast ganz und verschwindet noch immer mehr. Und wenn es einmal zur offenen socialen Revolution kommen sollte, so können wir ganz sicher sein, daß der Kampf ganz gewiß zu allererst in der nordamertkanischen Union beginnt,- denn die Vorläufer davon zeigen sich ja fast schon jährlich drüben in den gewaltigen und oft blutigen Arbeiter auSständen. — C. A. F. — vermischter, * Reue Verbindung mit dem Nordseebabe Insel Schier- wsnvikoog (Niederlande). Von der Dtrection des „Norddeutschen Lloyd" in Bremen hat die Badeverwaltung der Insel Schiermonnikoog für die Dauer der Badesaison 1897 den Seedampfer „Hecht" gechartert, um einen regelmäßigen Personen- und Frachtenverkehr zwischen Emden, Borkum, Norderney und Schierrnonnikoog herzustellen. * Nach dem von dem Generalpostamt in Washington herausgegebenen Bericht über das mit dem 30. Juni abgelausene Etatsjahr 1895/96 hat der Nord deutsche Lloyd auch im vorigen Jahre an den conttnentalen Linien den größten Antheil an der Postbcförderung zwischen den Vereinigren Staaten und Europa zu verzeichnen. Die von den bethei- ligten Dampfergesellschaften beförderten Postmengen stellen sich wie folgt: Briefe Drucksachen Gramm Gramm insgesammt Norddeutscher Lloyd 79558768 366710173 446268941 Hamburg-Amerika-Linie 22205662 89142914 111348576 Generale TranSatlantique22401234 120503996 142905230 Nieder!.American D.-G. 20770 189263 210033 Red Star Linie 10737 16670 27407 Abgesehen von der Cunard-Linie bleiben auch die Ziffern der englischen Gesellschaften hinter denjenigen des Norddeutschen Lloyd erheblich zurück. Das geringe PluS der Cunard' Linie erklärt sich daraus, daß der Norddeutsche Lloyd einen Theil seiner Schnelldampfer in der Fahrt zwischen Genua und New-Uork beschäftigt, wodurch dieselben nicht mehr, wie Holz - Versteigerung. Donnerstag den 18. d. Mts. wird in dem hiesigen Gemeiudewalo folgendes Hol; versteigert: 17 Eichen Stämme von 26 bis 50 cm Durchm, 2 bis 9 rn Länge — 9,23 fm, 44 rm Buchen-Scheit, 38 „ „ Knüppel, 49 „ „ Stöcke, 1000 Wellen Buchen Reisig, 50 rm Eichen-Scheit, 60 „ „ Knüppel, 66 „ „ Stöcke, 1020 Wellen Eichew Reisig. Zusammenkunft Vormittags 9V2 Uhr auf der Kreisftraße Gießen—Leihgestern, Hohe Rehschneise. Großen-Linden, 9. Februar 1897. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. ____________Leun.________1406 Versteigerung. Dienstag den 16. Februar, von Vormittags 10 Uhr ab, sollen in der Wohvuna der verstorbenen Johannes Atebach 111. Eheleute versteigert werden: 2 Fabrochsen, 2 Fahrkühe, 1 Stier (zweijährig), 3 Rinder (>/.- bis jähria), 1 Ziege, 2 Mutterschafe (einjährig), 3 Schweine (Läufer), 12 Hübner, 1 Hahn, 1 leichter Wagen, 2 Pflüge, 1 Egge, 1 Pfuhlfaß mit Krahnen, 1 Häckselmaschine, 1 Dick- wurzmühle, 1 Schrotmühle und alle sonst.Oeconomie-Geräthschaften,sowie eine Quantität Heu, Frucht, Korn-, Weizen-, Gerste- und Haferstroh, Dickwurz und Kartoffeln, ein Haufen Mist und eine Partie Holz. DvnnerStag de« 18. Februar, von Vormittags 10 Uhr ab, sollen 3 vollständ Betten, 2 Kleiderschränke, 2 Küchenschränke, 1 Glasschrank, Tische, Bänke und Stühle, eine Partie Wurst u. Fleischwaaren, eine Partie Kleider und alle sonstige Hausgeräthschaften öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Hause«, den 10. Februar 1897. 1405 Heinrich Müller, Vormund. Fehte ßotzvkrsfklgernug in der Wrstlicheu Oberförstern (ich. Es sollen versteigert werden: Montag den 22. Februar, von Vormittags 10 Ubr an: a im Distr irr MüstlwLldche«: ca. -0 rm Buchen-Knüppel und ca. 2000 Buchen- Wellen. b im Dtstrict Langeberg. Buchen: 7 rm Knüppel, 2 rm Stöcke, 200 Wellen; Nadelholz: 9 rm Knüppel, 166 rm Stöcke, 1700 Wellen; 1030 W.ichholz-Wellen. o im District Häufe? berg: 37 rm Nadelholz, Stöcke, 30 Eichen- Wellen Die Zusammenkunft ist auf dem chaus- strten Weg vor dem Hofe Mühlsachsen. Dienstag den 23. Februar, von Vormittags 9Va Uhr an: a. im District HSler: Buchen: ca. 20 rm Knüppel, 2 rm Stöcke, 2540 Wellen; Eichen: 15 rm Knüppel, 4 rm Stöcke, 250 Wellen; Nadelhol«: 1 rm Knüppel, 2 rm Stöcke, 480 Wellen. 303 Fichtenstangen von 6-13 cm Durchmesser und 6—14 m Länge — 14,39 fm. b. in den Districten Küh««ter und Graudor«: Buchen: ca. 40 rm Knüppel, 14 rm Stöcke, 4000 Wellen; Eichen:30rm Knüppel, 10 rm Stöcke, 400 Wellen- — 7o Fichtenstangen von 6—8 cm Durchmesser und 5—9 m Länge = 2,24 fm. Die Zusammenkunft ist auf der Haupt- schneise im Haler, wo sie von der Verlängerung des chaussirten Wegs von Kolnhausen her und von der Verlängerung des chaussirten Wegs von Hof-Albach her getroffen wird. Lich, am 8. Februar 1897. 1390 Dr. Diesfenbach. Sauerkraut, vorzügliches, empfehlen 572 A. & G. Wallenfels, Markt 21. — Telephon 46. ML Schlachthaus. Freibank. 1402 Heute und morgen: Achsenfleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 46 Mg. ooooooooooooo Getrocknetes Höst ApfeLringe, fst. amerik., Apfetfpalteu, Apricosen, Brünetten, Edelbirueu, sft. franz., Gemischtes Obst, Pflaumen, div. Sorten empfiehlt 1011 L. Halkhof. □OOOOOOOOOOCM Frische Schellfische empfiehlt 990 _____J. IW. Schulhof. Warme Mder Mäusburg 15* 1212 |vermischteAnzeigerKj 1400] Für einen alteren, alleinstehenden Herrn wird in einfach bürgerlicher Familie Pension ««d Pflege für ersten März gesucht. Angebote unter G. B. an die Expedition d- Bl- Neuheit! Gas - Glnhlicht Vertreter gesucht. 1401] Für den Vertrieb einer epochemachende« Neuheit d. SaSSlühl.- vranche werden bekannte, tüchtige und solvente Agenten geg. entspr. hoh. Rabatt Ses. Ausf. Offert, mit la. Referenz, an . F. Greb - Cleexnann, Frankfurt a. M., gr. Bockenheimerstraße 29. in den früheren Jahren, an der norbatlantischen Postbeförbe- rung theilnehmen. Mit der Einstellung der beiden neuen Schnelldampfer, der Dampfer „Kaiser Wilhelm der Große" und „Kaiser Friedrich" wirb der Norddeutsche Lloyd seine bomintrenbe Stellung abermals bedeutend verstärken. * Bingerbrück, 8. Februar. Das Eisenbahnrraject Bingerbrück RlldeSheim ist seit heute Morgen 10 Uhr für den Personen- und Güter-Vrrkehr eingestellt,- das Eisenbahu- traject Bingen-RüdeSheirn ist nur noch für den Personenverkehr im Betrieb. * AuS Lothringen, 8. Februar. Zur Gründung eines Sanatoriums für Offiziere, Unteroffiziere, Soldaten rc. des 15. Armeecorps wurde ein bei dem Luftkurort Albersch- weiter im „Wolssrhal" gelegenes Gelände — in Wiesen und Wald bestehend — angekauft. Der windgeschützte, in- mitte ozonreicher Waldungen gelegene Platz ist zu erwähntem Zwecke vorzüglich geeignet. — Unweit Alberschweiler liegt auch das Sanatorium Lettenbach für baß 16. Armeecorps. * Der Handelsmann Gimbel zu Grünstadt in der Pfalz ist bei Entnahme de« WafferS au8 der städtischen Leitung derart verfahren, daß er die Zapfhähnen nur wenig öffnete und dadurch da« Wasser so langsam laufen ließ, daß die Wasseruhr die Entnahme des Wassers nicht anzeigte und Gimbel für Wasser nicht so viel Geld an die Stadtkasie abzuführen hatte, als er für bezogenes Wasser schuldig geroefcn wäre. Die Sache wurde angezeigt und das dortige Schöffengericht verurtheilte den schlauen Gimbel wegen Betrugs zu 50 Mark Geldstrafe. Wöchentliche Uederstchi der T-desWe tu ©ießew. 6. Woche. Vom 31. Januar bis 6. Februar 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (incl. 1600 Mann Militär)« Sterblichkeilsziffer: 22,60, nach Abzug der Ortsfremden 20,35o/oo. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom l.Lebmsjshr: 2 —1b. Jahr: Gehirnschlagfluß 1 1 — — Bronchitis 1 1 — — Lungenentzündung i — 1 — Herzleiden 3 3 — — Syphilis 1 (1) — 1_(1) — Blasenleiden 1 1 — Krämpfen 1 — 1 — Altersschwäche 1 1 — — Summa: 10 (1) 7» 3 (1) — Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Glrster« ar brachte Kranke fommcr. MrchttcheAnzeigen der erxrng.Genreinde. Donnerstag den 11. Februar, Abends 8 Uhr: BibelA««de im Confirmandensaal (Neustadt 61). Ev. Mare Cap. 6, Vers 45 und folgende. Pfarrer Dr. Grein. Kunst-Ausstellung, Äc« nähme des Samstags, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. SouvtagS ununterbrochen von 11 bib 3 Uhr» — Eintrittspreis für Nichtmttglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonnlagen 20 Pfg. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Gartenftraße 2. Angebot der Arbeitnehmer. 1 Conditor bezw. Feinbäcker, 1 Steindrucker, 1 Gelbgießer, 1 Barbier und Friseur, 1 Glaser, 2 Lackirer, 1 Bauschlosser, 2 Schuhmacher. 2 Waschfrauen, 2 Hausburschen. b Taglöhner. 4 Lauffrouen. B Pferdeknechte. 1 AuShilisköchin, 1 Echlofferledrling, 1 Bäckerlehrling, 1 feineres Hausmädchen. 1 Kindermädchen. 8 Dienstmädchen, 1 Schneiderin für Knaben- und Mädchen- Ueid r für in und außer dem Hause, 1 Buchhalter oder Correspondent. Nachfrage der Arbeitgeber. 1 tücht Drechsler für Drechslerei mit Dampfbetrieb bei hohem Lohn nach Auswärts. 3 tücht. Glaser, 2 tücht. Schuhmacher, 1 tücht. Tapeziergehülse für dauernde Arbeit, 2 tücht. Bauschreiner nach Auswärts. 1 tüchi. Pferdeknecht nach Auswärts. 2 Lauffrauen, 1 Heizer, 1 Portier, 1 Housbursche, 2 Dienstmädchen nach Auswärts, 12 Dienstmädchen vom Lande. 1 Stütze der Hausfrau. 2 Schuhmacher-, 1 Bäcker-, 3 Schlosser-, 2 Buchbinder-, 1 Schmied-, 1 Glaser-, 2 Schneider-, 1 Schreiner, 1 Lackirer-, 1 Gelbgießer-, 1 Sattler-, 1 Bürstenbinder- , 1 Steindrucker-, 1 Setzer- Lehrling. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Eberstadt liegt vom 12. bis einschließlich 19. Februar d. I. wiederholt auf unserem Bureau )«r Einsicht der Interessenten offen. Eberstadt, den 10. Februar 1897. Großherzogliche Bügermeisterei Eberstadt Görlach. 1409 Meine Bau- und Reparatur-Werkstätte ienndet sich nicht mehr Wolkeagasse, sondern von heute ab ii6i WW" 3 Sonnenstraße 3. *»6 Ohr. Arnold, Spenglermeister. I ■■ ■ ■ ■ ■ in jeder beliebigen Schriftart und Kurtomorte werdeE if öffl XQ wL"ixsn Preisen angefertigt in der I lullntll S Öl 9 Brührschen Univ.-Druckerei (Pietsch ftScheyda) Schuletraese 7. 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Rüdsamen, Labnstraße 11. 1238) Anständiges MLdche« für mit nach Auswärts gesucht. __Bahnstofffratze 27, I. 12421 Tüchtige» Dte«ffmLdche« auf Mitte März gesucht. Ludwigffratze 27. Stellen-Gesuche. 1317^Zunge^Naün^Büreaugehütte. Sohn achtbarer Elttrn, der z. Zt einen CursuS in Buchführung. Korrespondenz rc- absolvtrt, sucht gestützt auf gute Zeugnisse bi« zum 1. Avril er. Stellung auf einem Büreau. Offerten unter W. 100 an die Expedition d- Bl baldigst erbeten-___ 1353] Ein gebildetes Fräulein gesetzten Alters wünscht Stelle als HatrshLltert« oder Stütze der Hausfrau. Offerten unter B. G. an die Expedition d Bl 1399, Tüchtige MLdche« von auswärts, mit sehr guten Zeugnissen, suchen auf sofort oder auch später Stellen Näheres Frau Ritzet, vermiekhfrau, Grünbergerftraße 36, Hinterhaus.____ i«n dec Brühl'sch,o UniversirLtfi-Bnch- und theiligung bittet Männer-Turnverein. Samstag, 13, Februar, Abends 8 Uhr Winterfest in Steins Saatvau. >-«- Nur Mitglieder haben Zutritt. 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