N W.iL > rc. veugaffe. ie Vaare) 11183 MWfl K. wgldT ahr- uttb Ltall- chlittev. ME i Genre. iingen. igsten Preßen. Ml 11193 htung! 15. uhe ) -Ttiesel«, ferner vaaren. M t.U Preislagen, tu Schuhwaaren, wie nb la. Qualitäten bet iung. n unb ErfümS. '0Dte ten meinet 64*“”' Scdürsniß zu befricdiU hardtj ne 15« zas' e*c! iwabl •beflk® lir len ick. f - Nr. 290 Zweites Blatt. Freitag den 10. December 1897 Der Gtrß e«er >iqHg*c erscheint täglich, Bit Lu-nahme bei Montags. Die Gießener werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger. vierteljährige Akonnementrpreis» 2 Mart 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expeditio« und Druckerei: -chutgratze 3U.1. Fernsprecher Uc Aints- und Anzeigebjlntt füv den Tkveis Gietzen. Hratisöeitage: Gießener Kamilienökätter. Annahme von Anzeigen zu bet Nachmittag» für de» folgenden Lag erscheinenden Nummer bi« vor«. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslände« nrhene» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Aus dem Militär-Etat für das Rechnungsjahr 1898. Im Etat für die Verwaltung des Reichsheeres tritt, soweit es das preußische u. s. w. Kontingent betrifft, zunächst bei dem Kriegsministerium die durch eine besondere Denkschrift begründete Neuerrichtung der Stelle eines Feld- -eugmeisters und Umwandlung der Jnspection der Technischen Institute entgegen. Die Neuerung ist beabsichtigt, um eine durchaus nothwendige Entlastung des Directors des Allgemeinen Kriegö-Departements herbeizuführen, die schon einmal durch die Einrichtung des vormaligen Waffen. Departements erfolgt ist. Die neue Behörde soll außerhalb des Kriegs» Ministerium« stehen und einem Generallieutenant oder Generalmajor mit der Dienstbezeichnung „Feldzeugmeister" unterstellt werben. Diesem sollen als besondere Organe zugetheilt werden die jetzt zur Verfügung des Kriegsminilieriums stehenden 4 Jnspicientm des Waffen- und des Artilleriematerial», eine Artilleriedepot - Jnspection, eine Traindepot - Jnspection, eine Jnspection der Technischen Institute der Infanterie, eine Jnspection der Technischen Institute der Artillerie und eine Centralabtheilung. Die Kosten dafür sind in verschiedenen Kapiteln ausgeführt. — Bei den Militärintendanturen sind 45 neue Stellen für Secretäre bei den Corpsintendanturm u, s. w. vorgesehen. — Bei der Militärgeistlichkeit sind fünf neue Stellen für evangelische und vier für katholische Divisions- pfarrer ausgeworfen. Von den ersteren sollen zwei auf Ber- lin, je eine auf Köln, Spandau und Metz, von den letzteren je eine auf Köln, Schweidnitz, Aachen und St. Avold entfallen. Auch ist der Fonds zur Remunerirung der mit der Militärseelsorge beauftragten Civilgeistlichen erhöht. — Bei den „Höheren Truppenbefehlshabern" werden neue Stellen für einen General-Jnspeeteur der Kavallerie und für weitere zwei Kavallerie Jnspecteure gefordert. Dem Generalinspecteur der Kavallerie sollen außer den vier Kavallerie-Jnspecteuren auch das Militär-Reitinstitut unb bas Militär-Veterinärwefen unterstellt werben, um hierdurch eine dringend wünschens- werthe Entlastung des Kriegsministeriums herbeizuführen. — Im Generalstab sollen verschiedene neue Stellen geschaffen werden. Die Generalstabsübungsreisen sollen erweitert werben. Bisher werben solche jährlich bei 11 Armeecorps abgehalten. Fortan sollen sie bei allen sechzehn stattsinben. Bei der Gelbverpflegung der Truppen ist insofern eine große Aenberung vorgenommen, al« der zur Beschaffung der Mittagskost des Soldaten bestimmte Löhnungstheil von 13 Pf. täglich vom Besoldungsfond- auf den RaturalverpflegungS- fonds und Lazarethwirthfchastsfonds übertragen ist. Außer- dem sind 18 Stellen für Bataillons Kommandeure infolge der Umformung der vierten Bataillone in Wegfall gekommen. In den Rang- und Khargenverhältniffen der Sanitätsoffiziere find Aenderungen dahin vorgsnommen, daß die Generalärzte sämmtlich den Rang der Obersten, die Divisionsärzte die FcuMetoir. Seltsame Shrenreparatmen. Don Richard March. (Nachdruck verboten.) KO. Jeder Mensch hat Ehre und fühlt in der Regel den Drang in fich, diese Ehre zu repariren, fall« fie irgend- Wie verletzt worden sei. Die ritterliche Ehrenreparatur heißt Zweikampf ober Duell; fie wird gewöhnlich mit Degen, Säbel oder Pistolen bewerkstelligt. Wir sagen gewöhnlich, denn zuweilen werden auch »adere Waffen vorgeschlagen unb angenommen. So find vor etwa zehn Jahren zwei New- Yorker Herren, nachdem fie ihre Ehre gegenseitig arg zu- gerichtet Harts», auf die Idee gerochen, dieselbe 500 Fug unter dem Meeresspiegel wieder herznstellev. Zu diesem Zwecke schafften fich Beide je einen vorzüglichen Taucher- apparat an, vermittelst deffen fie auf den Meere-grnnd hinab- gelafftn wurden. Die Bedingungen deS Duells waren in der Weise vereinbart, daß ein Jeder versuchen sollte, mit dem als Waffe dienenden Bowiemeffer die Röhre zu durch- schneiden, mittelst deren dem andern Lust zugeführt wurde. Zum Glück kam eS jedoch nicht zu dieser lebensgefährlichen Operation, denn dort unten war eS so fürchterlich, daß die Duellanten alsbald das Zeichen zu« Aufzuge und, nachdem derselbe bewerkstelligt worden war, einander die allerfchöusten Ehrenerklärungen gaben. Etwas gemüthlicher war daS Duell zweier Rewyotter Maler, die fich gegenseitig der ,Patzerei" beschuldigt und daher große Lust hatten, einander daS Lebenslicht auSzublasen. Die sehr vernünftigen Secundavteu kamen nämlich überein, Khargenbezeichnung „Generaloberarzt" mit ihrem bisherigen 1 Range als Oberstlieutenant, die Oberstabsärzte sämmtlich I den Rang des Majors erhalten; die Assistenzärzte 1. Klaffe werben „Oberarzt", bie Assistenzärzte 2. Klaffe „Assistenzarzt" benannt unter Beibehaltung bes Ranges als Premierlieutenant unb ©econblieutenant. Im gesammten Sanitäts-Ossi- ziersorps flnb Organisation«»taberungen beabsichtigt, welche durch eine befonbere Denkschrift begrünbet finb. Infolge berfelben sinb im Etat für 1898 an neuen Stellen vorgesehen solche für 72 Oberstabsärzte und für 56 Stabsärzte. Die Bezirkscommanbeure namentlich ber größeren Stäbte sollen entlastet werben. Es sinb beshalb neue Stellen für Hauptmelbeämter vorgesehen. Die Stabshoboisten sollen im Diensteinkommen aufgebessert, bie Zahl ber Uebungflmann« schäften im Jahre 1898 soll um 2800 Unteroffiziere und 25 200 Gemeine gegen bas Vorjahr erhöht, 2 Bespannung«- abtheilungen unb 2 Detachements Jäger zu Pferbe neu errichtet, für bie Unterhaltung von Fahrräbern 62000 Mk. neu eingestellt werben. Unter Naturalverpflegung sinb 3,3 Mill, mehr infolge höherer Getreibe- unb Fouragepreise eingestellt. Zur Verbefferung ber Solbatenkost sinb über 7 Mill, neu eingestellt. Eine befonbere Denkschrift erläutert bie neue Forberung. Die gewöhnliche Gefammt-Tagesverpfleguug bes Mannes soll künftig bestehen au«: 180 g frischem Fleisch (Rinb-, Hammel- ober Schweinefleisch) ober 120 g geräuchertem Speck, 40 g Nierenfett, 250 g Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen ober Linsen) ober 125 g Reis, Graupe ober Grütze, ober 1,500 g Kartoffeln, sowie 25 g Salz neben ben erfor- berlichen Speisezuthaten unb 10 g Kaffee in gebrannten Bohnen. Daraus soll künstig für ben Mann eine Morgen-, Mittag- unb Abenbkost hergestellt werben. — Beim Militär- mebldnatwefen werben für jebes Armeecorps eine unb für Berlin 2, im Ganzen 17 Garnisonapotheker-Stellen verlangt. Für Ausgaben ber Oberleitung ber freiwilligen Krankenpflege ber Armee im gelbe sinb 10000 Mk. neu ausgeworfen. Es sollen mit bem Kaiserlichen Kommissar unb Militär-Jnspecteur ber freiwilligen Krankenpflege bereits im Frieden umfangreiche organisatorische Maßregeln vorbereitet werben. Auch den Offizieren in der Eharge der Regiments- commanbeure sollen Pserbegelber gewährt werben. 11500 Mk. sinb zur besseren Zahnpflege ber Unterosfizierschüler aus- geworfen. 210000 Mk. sollen an Wohlfahrtseinrichtungen für die Arbeiter, deren Angehörige unb Hinterbliebene verweichet werben. Unter ben einmaligen Ausgaben find neu eingestellt: 310080 Mk., erste Rate, zur weiteren Aus- rüstung der Armee mit Fahrrädern, 200 000 Mk. zur weiteren Beschaffung unb Aptierung von Geräth für Luftschiffer- Abtheilungen, 1700000 Mk. zur Abänderung von Tornistern. An Neubauten sind u. a. vorgesehen: Kommanbanturgebäube in PotSbam unb Glatz, Jntendantur-Dienstgebäube in Königs- I berg i. Pr. unb Stettin, Kasernen in Pasewalk, Küstrin, I Münster, Paderborn, Koblenz, Oldenburg, Worms, Alt- daß die Herren auf Pinsel loSgehen, d. h. daß einer den andern innerhalb der festgesetzten Frist von fünfzehn Minuten zu malen und dabei eifrigst bestrebt zu sein habe, den Gegner gehörig zu „treffen". Denn der „Getroffenere", will sagen, der möglichst ähnlich auf die Leinwand Gezauberte, sollte der Brfiegte sein und nach dem Duell ein Frühstück zahlen, waS denn auch wirklich geschehen und Allen sehr wohl bekommen ist. Urberhaupt tritt allerseits daS Bestreben zu Tage, den „besonderen Säst", denn da» ist doch daS Menscheublut, zu schonen, und eS werden daher geradezu klasfische Ehren- repararnreu, Duelle, ersonnen, die dem humanen Geiste deS 19. Jahrhundert» zur größten Ehre gereichen. So kamen die Secundanten eine» Krämer», der den Lehrer gefordert hatte, weil derselbe auf der Straße au ihn angestoßen hatte, ohne fich zu entschuldigen, überein, die Pistolen nicht nur mit Kugeln zu laden, die beim Anschläge aus den Läufen fallen mußten, sondern die Gegner auch in solchen Abständen voneinander zu posttreu, daß nicht einmal mit einem Grwehr ein Treffer möglich gewesen wäre. Trotz alledem erschien der Krämer halbtodt auf dem Kampfplätze, fiel, als der Schuß krachte, doch zu Boden und war so faffuugSloS, daß er den Aerzten, die ihm verficherteu, feine Haut weise auch nicht daS kleinste Löchlein auf, lange nicht glauben konnte. Natürlich rührte er seither keine Pistolle mehr an und würde nicht einmal ein amerikanische» Duell von der Art eingehen, wobei — wie die» vor nicht langer Zeit in Wien geschah — Derjenige, welcher die schwarze Kugel zog, nicht sein Leben, sondern blo» den gewohnten Abendtrnnk auf die Dauer von drei Monaten verwirkt hatte. — Gin Gräuel ist diesem Manne natürlich auch da» von zwei Wiener Gentlemen Breisach unb Metz. Für bas 6. ArmeecorpS soll ein Truppenübungsplatz erworben werben. Neue Garnisonslazarethe sollen in Treptow a. R., in Halberstabt, in Bonn, In Göttingen, in Hanau unb in St. Avolb erbaut werben. 430 000 Mk. sinb zur Beschaffung ber gesammten Ausrüstung für zwei Korps- unb zwei Armee-Telegraphenabtheilungeu als erste Rute ausgeworfen. Eine neue evangelische Garnisonskirche soll in Dieuze, eine katholische in Straßburg i. E. erbaut werbeu. Im Etat ber Kaiserlichen Marine ist bas Gehalt für ben Staatssecretär bes Reichs-Marineamts um 6000 Mk. erhöht. Bei ber Seelsorge wirb bie Stelle eines evangelischen Marinepfarrers neu verlangt, bei ber Gelbverpflegung bie Ausbesserung ber Besolbung für bie Deckoffiziere. In biefem Kapitel kommen auch bie Mehrforberungen zur Erscheinung, welche schon auf Grunb bes neuen Gesetzentwurfs nöthig sinb. Aus Anlaß ber organischen Fortentwickelung ber Marine werben an neuen Stellen u. a. verlangt: im Seeosfiziercorp» 1 Kontreabmiral, 1 Kapitän zur See, 5 Korvettencapitäne, 4 Kapitänlieutenants 1. Klasse, 3 Kapitänli-utenants 2. Klaffe, 13 Lieutenants zur See, 9 Unterlieutenants zur See, 30 neue Stellen für ©eeoffijierafpiranten, fobann Vermehrungen beim Maschinen-Jngenieurcorps, Matrosenbivisionen, Schiffsjungen- abtheilung, Werftbivisionen, Torpeboabtheilungen. Für Ost- afun soll ein Marine-Attachö, mit bem Sitze zu Tokio-Yokohama entfanbt werben. Die Neuorganisation im Zeichner- personal bes Reichs-Marineamts wird fortgeführt. — Unter Naturalverpflegung sind 142 470 Mk. als Beköstigungsgelb entsprechend ber Aenberung im Militäretat mehr eingestellt. — Im Sanitätswesen hat es sich als nothwenbig herausgestellt, bie Ergänzung, sowie Aus- unb Fortbildung de» Personals selbststänbig zu gestalten. Zu biefem Zwecke ist bas Sanilätscorp« ber Marine von bem ber Armee getrennt unb bie Wahrnehmung ber bisher von bem Generalstabsarzt ber Armee in ber Manne ausgeübten Befugnisse bem Generalarzt ber Marine übertragen. In Ueberelnftimmung mit ber Heeresverwaltung ist eine Aenberung in ben Rangverhältnissen ber Sanitätsoffiziere ber Marine berart in Aussicht genommen, baß bie Oberstabsärzte sämmtlich ben Rang ber Korvettencapitäne erhalten, währenb bie Stabsärzte in zwei Klassen getheilt werben. — Zur Ablösung von Schiffsbesatzungen sinb 176410 Mk. mehr eingesetzt. — Für bie Werftanlagen ist eine Vermehrung ber Baumeister, Maschinenmeister, Werkmeister u. s. w. vorgesehen. Der Posten für bie Schießübungen ber Marinetheile am Lanbe ist um 400000 Mk. erhöht. Zur Schaffung unb Unterhaltung von Wohlfahrtseinrichtungen sind 29700 Mk. ausgeworfen. — Das meiste Interesse nimmt ber ordentliche Etat ber einmaligen Ausgaben in Anspruch. Hier sinb bie Nenfor- berungen auf Grund des Marinegesetzes enthalten. Es werden darin gefordert an ersten Raten: je 2 Millionen für 2 Linienschiffe A und B, 2 Millionen für einen großen au» der ehrsamen Bäckerzunft auSgefochtene Duell, wobei Stöcke die Stelle der Degen vertraten, sowie ferner der von Herrn Daniel Kartwright, Hotelier in Kan a» City, erfundene und mit Jam«» Parker ausgetragene Zweikampf, welcher darin besteht, den Handel durch Anrennen der Köpfe aneinander, tote die Stiere oder Ziegenböcke, zu erledigen, denn meint er, der Lehrer nämlich, den diesen Zweikampf schildernden amerikanischen Zeitungsbericht citirend, der Zusammenstoß der gegnerischen Schädel war ein so gewaltiger, daß ein in ziemlicher Entfernung patronillirendrr Polizist den Schall hörte und eilends herbeikam, worauf sodann die Kämpfer gerade in dem Momente verhaftet wurden, al» fie da» zweite Mal au» einer Entfernung von etwa 10 Metern gegen einander rennen wollten. — Auch daS grönländische Duell verdammen gewisse Leute unbedingt, ob zwar dabet nicht die geringste Lebensgefahr ezistirt, dieweil ein Grönländer höheren Stande», der fich von einem anderen beleidigt fühlt, blo» nach Hause eilt und ein Spottgedicht Über seinen Gegner schreibt, da» sodann unter Trommelbegleitung öffentlich vorgetrage» wird. Der Herau»gesorderte mvß nun diese Angriffe mit gleicher Münze erwiedern, worauf die stet» sehr zahlreiche Korona entscheidet, wem der Steg und somit da» beste Stück vom Eigenthume deS Befiegten gebührt. — Der Verlust dieser Habe ist aber nicht die einzige Gefahr, die de« Befiegten droht, — nein, er wird, fall» feint Angriffe oder Paraden von den Zuhörern matt und witzlo» befunden werden, vom Kampfplatze mit Schimpf und Schande fortgetrieben unb hat für lange Zeit in der Gemeinschaft, der er avgehört, allen Respect verloren. (Schluß folgt.) Kreuzer A, je 1 Million für zwei kleine Kreuzer A und B, je */a Million für die Kanonenboote „Ersatz Wolf" uvd „Ersatz Habicht", 873000 Mk. zum Bau eines Torpedo- dioistonsbootes und 1,8 Millionen zum Bau von Torpedobooten Jedes der Linienschiffe ist auf 14250000 Mk., der große Kreuzer auf 11600000 Mk., jeder der kleineren Kreuzer auf 3350000 Mk. und die Kanonenbootersatzbauten auf je 1250000 Mk. veranschlagt. ES sind sodann auch die nöthigen Summen für die artilleristische Armirung und für die Torpedoarmirung dieser Schiffe in den Etat eingestellt. An sonstigen Neuforderungen find zu erwähnen: 104000 Mk. für Erweiterung der Arbeitercolonie „Prieser Höhe" in Friedrich» ort, 1. Rate, 100000 Mk. Beihilfe zur Erbauung einer evangelischen Kirche in Bant. — Am außerordentlichen Etat wird eine Million als erste Rate für den Bau eines zweiten großen Trockendocks auf der Werft zu Kiel verlangt. Der aus der Anleihe zu deckende Zuschuß zu den einmaligen Ausgaben im ordentlichen Etat beträgt 26 636000 Mk. Locales «rrd protHtuicru* Gießen, den 9. December 1897. *• Da8 Großherzogliche Ministerium hat angeordnet, daß die für die diesjährigen Jahresberichte der Fabrik- iuspeetoren zu veranstaltenden Erhebungen für beide FabrtktnspectionSbezirke in gleicher Weise vorgrnommen und derart bewirkt werden sollen, daß für jeden Gewerbebetrieb von dem Gewerbeunteruehmer selbst ein besonderer Fragebogen au-gefüllt werden soll. E» handelt sich dabei selbstverständlich nur um solche Gewerbebetriebe, die der Aufficht der Fabrikinspectoren unterstellt find. •* Die außerordentliche Hauptversammlung de» Verein» Hessischer Lehrerinnen zur Gründung eine- Heims hat am 27. November d. I. im RathhauSsaale zu Darmstadt in Anwesenheit der hohen Pro ectorin und unter dem Borfitz der Präfidentin, Frau Ltli WolfSkehl, stattgefunden. Der Antrag des Vorstände-, den Ankauf eine- Hause- betreffend, wurde durch die Herren Bürgermeister Köhler und Architekt Müller erläutert und empfohlen und von der Versammlung angenommen: eS ist hierdurch der Verein in den Besitz eines Heims gelangt, da- in der Kiesstraße, in hoher, gesunder Lage Darmstadt- gelegen, vorerst ausreichende Räume bietet »ud am 1. April 1898 bezogen werden kann. Dem Verein find auf Grund dieser Erwerbung die Rechte einer juristischen Person verliehen worden und er darf wohl hoffen, daß ihm da» Jntereffe und da- Wohlwollen weiter Kretse, wie bisher, zugewendet bleibt. Sein Capitalvermögen beträgt jetzt 80000 Mk., von denen 32000 Mk. zum Ankauf des Hause- verwendet werden, wie auch etliche bauliche Veränderungen, Anschaffung von Mobiliar noch eine weitere Summe in Anspruch nehmen. Die Abfaffung einer Hau-ordnung, sowie bet etwa zu beschließender Namensänderung des Vereins, neuer Satzungen bleiben späteren Berathungen Vorbehalten. 4- Nidda, 9. December. Der gestern hier angeftandene Vieh- und Krammarkt war infolge der Unbilden des Wetter- fehr schlecht au-gefallen. — Da- bekavnte Gasthau- ^Zum Stern" dahier ist an Herrn Georg Kraft tu Nidda gestern für 20,000 Mk. verkauft worden. X Ober-Ohmen, 8. December. In unsere« Orte stand vor zwei Jahrzehnten noch ein Industriezweig in hoher Blüthe, der heute um die Hälfte zurückgegangen ist: e- ist da» Messerschmieden, bezw. Anfertigung von Meffern «nd Gabeln. Dies Gewerbe brachte früher den geringeren Leuten namentlich zur Winterszeit einen wohl bescheidenen, aber steten Verdienst. Wie in vielen anderen Gewerben, so legte auch der Mefferschmiederei die Fabrikation der Meffer und Gabeln durch Maschinen einen Hemmschuh an, der daß Hau-gewerbe nicht mehr so lohnend erscheinen ließ. Der geringere Verdienst veranlaßte junge Leute, statt da- Meffer- schmiede Handwerk andere lohnendere Beschäftigung zu suchen und zu fiadeo. So b findet fich zur Zett statt der früher im Orte bestandenen 30 Mefferschmtedereten kaum noch die Hälfte. Wie gemeinhin bekannt, liefern die Fabriken wohl billigere Mrsier, aber kcioe-fallS bessere, sondern meist schlechtere al- die Hausindustrie. Bon Loxu-meffern ist hier nicht die Rede, sondern von gewöhnlichen Meffern, wie fie zum gewöhnlichen Gebrauche insonderheit auf dem Laude Feuilleton. „Also sprach Zarsthuflrss Sohn Von Hellmut Ranegg. Friedr. Nietsche, der unglückliche Philosoph, hat eine Sturmfluth entfesselt, deren Wellenschlag in den Kreisen aller denkenden Menschen, man darf sagen, über den ganzen Erdball hin, in den widersprechendsten Wirkungen sich geäußert hat Zur rechten Zeit erhebt jetzt ein Mann von der Be- deutung Leixner» fein gewichtiges Wort. In diesen Tagen erschien in dem Verlage von Otto Janke: „Also sprach Zarathustras Sohn . . ." Aus dem Geistesleben eines Modernen. Die großen Fragen der Zeit, der tiefe Drang, fich in den Reihen der Vorkämpfer der anbrechenden neuen Aera einen hervorragenden Platz, ja den des Führer» zu verdienen, treiben den jugendlichen Helden dieses fesselnden Romanes, fernab von dem Kreislauf gewohnter Anschauungen und Pflichten, jenem neuentdeckten Lande jenseits von Gut und Böse entgegen. Mit dem natürlich warm empfindenden Herzen nimmt der den kalten Höhen geistigen Herrenrechtes zustrebende Wille den Kampf auf, den scheinbar siegreichen. Die Liebe zu dem erwählten reinen, treuen Mädchen, die Liebe zu der edlen Mutter, die Freundschaft — sie Alle wer* • ) .Also s prach Zarathustras Sohn . . / Bon Otto von Lctxner. Verlag von Otto Janke. Preis ungebunden 3 Mark, gebunden 4 Mark. dienen. Die Ober Ohmeaer Messer erfreuen fich ihrer Qualität wegen heute noch eine- guten RafeS und werden heute noch massenhaft nach ferneren Gegenden verschickt, wie z. B. nach Westfalen. Diese Meffer find zwar mcht glänzend polrrt oder galvanisch vernickelt und leuchten so tu die Augen, — ein Glanz, der übrigen- gar bald bem Gebrauch verschwindet, — halten aber drei solcker le'chter stsabrikm-ffer au« • Berlin, 7. December. Sudermann- „Johanne»" ist nunmehr auch vom Polizeipräfidium definitiv zur Aufführung freigegrben worden, nachdem fich Sudermann mit der Aenderung einiger Stellen einverstanden erk ärt hatte. • Für Briefmarkensammler. Die zum Verkauf bet den deutschen Reich-Post-Anstalten in China bestimmten Frei- marken werden für die Zukunft in gleicher Weise wie die in den deutschen Schutzgebieten verkäuflichen Postwerthzeichen einen von der linken unteren nach der rechten oberen Ecke der Marke reichenden Ueberdruck in schwarzer Farbe erhalten, welcher den Namen des AufgabegebieteS „China" augtebt. Wie ferner au- Shanghai mitgetheilt wird, find die ersten Freimarken der kaiserlich chiurflschen Postverwaltung zur Ausgabe gelaugt. Bisher hatte mau in China zur Franki- ruug der Postsendungen dir Marken der Zollpoft, welche mit Ueberdruck versehen waren, verwendet. Die neuen Marken lauten auf Beträge von Vi Lent, 1 Cent, 2, 4, 5, 10, 20, 30 und 50 Cent-, 1, 2 und 5 Dollar-. Besonder- interessant dürfte eS erscheinen, daß die Herstellung der neuen chtuefischen Freimarken io Japan erfolgt ist. * Da» Alter de» ältesten Mensche». Vor etwa drei Jahren fand man auf der Insel Java einige foifile Knochen, in denen ein großer Theil unserer Gelr?rten die Reste einer U eberg aug-form zwischen dem Affen und dem Menschen erblickte- mau gab daher diesem au-gestorbenen Wesen den Namen Pithecanthropus erectus (der aufrechtgehende Affenmensch). ES war von größter Wichtigkeit, daS Alter dieses Funde- genau festzustellen. Der Entdecker schätzte da- Alter der Gesteinsschichten ans die jüngste Tertiärzeit, dat sogenannte Pltoeäu. Nun hat vor einiger Zett der Franzose Carnot den Vorschlag gemacht, da» Alter fosfiler Knochen durch chemische Analyse zu bestimmen, indem ihr Gehalt au Fluor und Phosphor einen Maßstab für daS Alter abgtbt. Da für die Naturwissenschaft die wenigen Reste deS Pithecanthropus zu einer solchen Untersuchung zu kostbar gewesen wären, so untersuchte der niederländische Zoologe van Bemmelen die Knochen eine» Elephanteu, der tn derselben Schicht gelegen hatte wie der Affenmensch. Er fand ein Ver- hältniß von Fluor, welche- demjenigen sehr nahe kommt, davon Carnot al- characteristisch für dir Fosfilieu der Pltocän» Stufe angegeben wurde. Man sieht darin einen sehr zuverlässigen Bewei-, daß die Knochen des Affenmenschen wirklich au- so alter Zett stammen. • Einmal im Jahre Postverbindnng. Tief unten im süd- atlantischen Ocran liegt die einsame Inselgruppe Tristan da Cunha, so benannt nach ihrem portugiesischen Entdecker (1506). Während der Gefangenschaft Napoleon- auf St. Helena hielt die britische Regierung die Inselgruppe besetzt, damit fie nicht al- Stützpunkt zur Befreiung de» Kaiserbenutzt werden könnte. Mit Napoleons Tode t. I. 1821 erlosch der Zweck der Besetzung. Al- nun Tristan daCunha verlassen werden sollte, da erbaten der Corpora! William Glaß und zwei Seeleute die Erlaubniß, dauernd auf dem weltfernen — übrigen- mit einem vortrefflichen Klima gesegneten — Eilande verbleiben zu dürfen. Die Bitte wurde gewährt. Allmählich bildete fich eine kleine Colonte, die im Jahre 1875 au- 85 Personen bestand. Sie steht unter dem Schutze de- Cap Gouverneur-. Da- winzige Gemeinwesen erfreut fich einer einmal jährlichen Postverbinduug mit der Capstadt. Bet dem Hauptpostamte daselbst werden die Briefe für Tristan da Cunha im Laufe de- Jahre- gesammelt und so lauge ausbewahrt, bi- sich die Gelegenheit zu ihrer Ab- sendung bietet. Nach dem Rechenschaft-berichte deS General- Postmeister- der Cap Colonte an den Cap-Gouverneur für da- Berwaltung-jahr 1896 wurde tn dtefem Jahre dte Post für Tristan da Cunha am 24. October au» Capstadt ab- gefertigt. Der Dampfer Pretoria, der au diese« Tage dte Jnselbat auf der Fahrt nach Gt. Helena verließ, nahm den Postbeutel nach dieser Insel mit, um ihn dort dem zu Anden zurückgedrängt, betäubt durch das tyrannische Streben, die Menschheit, losgelöst von Gesetzen, Empfindungen, den Schranken der Nächstenliebe und de» Bescheiden-, einem geistigen Höhepunkt absoluter Freiheit und Ruhens in sich selbst zuzuführen. Der junge Streiter strebt nach rücksichts- loser Härte, aber viele kleine Zeichen liebevoller Jnconsequenz zeigen dennoch an, daß das warme Leben in ihm noch nicht erstarrt ist. Er wirbt um eine auserwählte Gemeinde Gleichdenkender und sucht noch sich selbst zu überreden. In seinem Kreise lebt ein Mann von hervorragenden Fähigkeiten, der einst gleich ihm seine Götter al» Götzen bei Seite warf. Er machte sich selbst zu seinem Gott und stürzte von dem usurpirten Thron herab mit gebrochenen Flügeln, mit fich reißend seine Mutter, welche ihm in selbstloser, nie ermüdender Treue anhing, und die der Schmerz um ihn in ewige geistige Nacht hüllte. Nachdem jener Unglückliche in einem Genußleben die Fähigkeit zur Arbeit eingebüßt, den Glauben an alles Edle und Erhabene verloren, erfaßten ihn die Geierkrallen ohnmächtiger Reue. Ohne stch wieder aufraffen zu können, sah er von seiner Tiefe au» zum Leben empor, mit ätzendem Spott dte gläubig und ungläubig Irrenden verfolgend. Da glomm noch ein Mal ein Funken der Menschenliebe tn ihm auf: Er warnte den jungen Hochbegabten, der sich chm gütig erwies und, nachdem er sein selbstverschuldete» Gend schonungrlo» enthüllt hatte, rief er ihm mahnend zu: „Hüte Dich vor der Eiszeit". Und noch war e» Zeit, denn der jugendliche Prophet hatte ehrlich gearbeitet, er war auf Abwege gerathen, hatte sich selbst betrogen, er war kein bewußter Betrüger. fang November- von St. Helena nach Tristan daCunha ab gehenden britischen Kriegsschiffe Magpre zu übergeben. Der Postbeurel enthielt al- dte Correiponbenz eines pauzen Jahre-: zehn Briefe, drei Zettuagen, zwei Bücher-Packete und ein im Retourbrief-Amte der Capstadt angefertigte- Packet mit unbestellbaren Z-ttuvgen, da» anscheinend tn der menschenfteund lichen Absicht nach der Insel gesandt worden ist, damit die fast ganz von der Cultur abgeschntttenen Colonisteo unter 37* 3' S. B. sich nachträglich ein wenig unterrichten können über da-, waS im Laufe des Jahre- tn der Welt vorgegangen ist. * Die Irrfahrt ei»er Flaschenpost. Aus Chr i sttan ia, 28. November wird berichtet: Professor H. Mohn machre dieser Tage interessante Mittheilungen über dte Irrfahrten einer Flaschenpost, die gleichzeitig zeigen, daß die Flaschenposten auch als Verkehrsmittel benutzt werden. Au der Küste deS nördlichen Norwegen trieb eint Flasche an, worin einige Briefe und etwa- Tabak lagen. Die Briefe waren t-läodtsch geschrieben und von den an der Tübküste Island» liegenden WestmannSiuselu abgesaodt. Diese Inselgruppe liegt etwa eine Meile von der Inselgruppe entfernt- nur dte größte Insel Hetmary ist bewohnt und bildet ein Kirchspiel. Poft- verbmdung mit der Außenwelt hat die Insel nicht. Wollen dte Bewohner aber Briefe au Bekannte an der Südküste von Island schicken, dann legen fie die Briefe unter Beifügung von etwa- Tabak für den Weiterbeförderer tn eine Flasche, dir fie, gut verkorkt, bet Südwind tn- Meer werfen, sodaß fie nach J-laud htnübergetrieben wird. Die von den West- mann-Jnselv nach Norwegen abgeirrte Flaschenpost brauchte bis zur norwegischen Küste rin Jahr. Daß eine derartige Verwendung von Flaschenposten auch anderwärts vorkommt, zeigt eine Mitthetlung de- Districisarzte» Heilmann, der zu folge vor einigen Jahren bet Snlen, an der Küste de- Amtes Nord-Bergenh», ein kleines Plankenstück antrieb, daS wie dn Boot ausgehöhlt und zugespitzt war. Im Boden lag eine Blechbüchse, ganz mit Briefen gefüllt, dte von der etwa zehn Meilen westlich von den Hebriden liegenden Insel St Rtlöa abgeschickt und an Kaufleute auf Nord- und Süd Utst, zwei Inseln der Hebriden, adresfirt waren. Die Briefe enthielten außer Berichten über kirchliche und politische Verhältnisse auf der Insel, Aufträge an die Kaufleute, Saatkorn und andere Dinge zu schicken. Sie hatten von St. Ktlda bis zum Fundort an der norwegischen Küste (einer Strecke von etwcr 180 Meilen) 90 Tage gebraucht, waren also täglich minbe-- stenS zwei Meilen getrieben. • Der Tiger de» Meere» im Enßvafftrfee. Um eine höchst merkwürdige und unheimliche Enrdeckung ist dte Wissenschaft seit Kurzem reicher geworden. Wie bekannt sein dürfte, ist man in Centralamerika zur Zett damit beschäftigt, de neuen Atlantic Pactfic-Canal zu bauen, der den Stillen Ocean mit dem Caratbtschen Meer verbinden soll. In den klaren Flnthen jenes seltsamen vulkanischen SeeS von Nicaragua, durch den der Canal augenblicklich geleitet wird, badeten nun an einem sehr warmen Tage einige Ingenieure, als plötzlich einer der jungen Leute mit einem furchtbaren Schrei die Arme in die Höhe warf und bann im Wasser verschwand. Ein blutrother Streifen zeigte fich einen Moment auf der Oberfläche und veranlaßte dte entsetzten SLweraden des ver schwundenen, mit dem SchreckenSruf „Alligatoren!" so schnell wie möglich baß Ufer zu erreichen. Einige Eingeborene, die auf ben Schrei herbeigeeilt kamen, «achten den bestürzt in» Wasser starrenden Ingenieuren schon von Weitem mit ihren unnachahmlichen Gesten klar, daß fie fich schleunigst vom Ufer entfernen sollten. Dann erklärten dte Indianer, bat} bet See von Haifischen wimmele, bte man unter ben Namen „Drigonen" ober „Menschfreffer" «ehr al» alle» in bei Welt fürchte. Bulb darauf gelang eß ben Leuten, eine» dieser Seeungeheuer zu fangen und zu tödten. Eß zeigte fich thal- sächlich, baß e» ein Haifisch war, beffen entsetzlich scharfe» Gebiß bemjenigen seiner in ben salzigen Flnthen be» Meere» lebenben Gefährten burchau» nicht» nachgab. Unzweifelhaft hing der See vor Zeiten mit dem Meere zusammen und wurde erst später durch vulkanische Außbrüche, die Land- erhebungen zur Folge hatten, von diesem isoltrt. Dte zurückgebliebenen Ungeheuer de» Meere» hatten fich dann noth- gedrungen au bie allmälig fich wandelnde Beschaffenheit be» Element», in bem sie lebten, gewöhnen müssen. • Ci» französische» Märchen. Man schreibt au» Part»: Seine physischen und geistigen Kräfte waren durch strenge Uebung gestählt, nicht durch müßige Verschwendung erschlafft; dennoch war Gefahr, daß au» der Lethargie der künstlich hervorgerufenen Kälte entstammend sein Herz im Tode», schlummer erstarren könnte. Der Warnungsruf traf chn, aber er erschütterte ihn noch nicht, da griff die Hand be» Todes nach seiner Mutter, und siehe, sie war kälter al» die Eisftufen irrenden Ehrgeize». Da» lebendige Herz zuckle und begann zu erwachen; da ergoß sich der heiße Strom der Mutterliebe über ihn, deren ängstlich gehütetes Geheimniß fich ihm enthüllte. Sie hatte gehungert, gedarbt, während er fich zum Herrn der Geisteswelt krönen wollte, und während er die Kindesliebe als etwas Ueberlebte» von fich zu werfen bemüht war, legte die Mutterliebe ihr Entbehrungen auf, welche chr Leben verlöschen ließen. Jetzt schmolz das Eis und schmerzhaft glühend erfüllte ihn die Reue, aber warm und lindernd richtete ihn Geschwisterliebe wieder auf und die standhafte Liebe jene» Mädchens, das chn besser verstanden hatte, al« er sich selbst. — Ein neuer Mensch geht aus dieser reinigenden Gluth hervor, frei von dem Hochmuth gegenüber den Allzuvielen, und jener Segensdreiklang der Humanität, de» Strebens und der Erkenntniß eigner Fehlbarkeit befähigt ihn zu bem herrlichsten Beruf — dem eines lernend Lehrenden. Man darf dem bedeutsamen Werke die größte Verbreitung wünschen, weil e» nicht nur dem Fachgelehrten willkommene Fingerzeige, sondern auch dem größeren Publikum eine spannende Lectüre bietet. •Aft* ^°lt botge. "* M d>- 51.14«, , ' 81 «81fn »«in einige ''*’«« »MdI S"«> litgenben W liegt tttoc ;o!S Mt S'Stzte mrchsptel. Poft, 'lel nicht. Wollen 1 der Tüdküfte^ umer Beifügung ;T tD eine Flasch,, M werfen, fobah Dlt von den Wefl- ^enpost branchle Dreine derartige 'traaits vorkomnit, 1 Hellvam, der zu 'er Küste dts Amtes «trieb, da» v>ie im « Boden lag eine von der etwa zehn en Insel Tt Wa inb Süd Ulst, zwei )le Briefe tntijitlitn Iche BerhWiffe auf aatforn nab andere ilba big zum tzund- Tttecke von etwa rlso täglich minder >asteefee. Um eine düng ist die Wissen' e bekannt lein büche, mit beschäftigt, bet er den Hillen Ocean oll. In den klare,? eeS von Nicaragua, t wirb, badeten nun licnrt, all Plötzlich tbaren Schrei die BaRet vnschwand^ i Moment auf du Kmeraden der Du Uligatorrn'.' fa Einige Eingeborene, pachten den bestürzt n von Weitein mir ie fich schleunigst v-or । die Indianer, datz m unter be®^®tn [g alle» in der M eine» M« LS jdjti Ht ln atftiM M«" ffiiHin bei ®eHI* ,,ab. 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Sandherr erbot fich die Sßafft zu beschaffen, reiste nach Berlin unb stieg dort unter dem Namen eine« deutschen Offiziers auS der Provinz ab, was er wegen feiner hohen Gestalt, seine! militärischen AuSsehenS und vorzüglich wegen seiner völligen Beherrschung der deutschen Sprache und der tiefen Kermtniß der deutschen Militärgebräuche wohl wagen durfte. Da er die Stunde wußte, da die Offiziere die Runde bei den Wachtposten zu machen hatten, wartete er eine- Abends spät darauf, bis dies in der Hauptwache neben dem Zeughause geschehen war. Er trug den sedr langen Dienstmantel der deutschen Offiziere. Die Soldaten in der Wache glaubten an eine Contrevifite und waren deshalb keineswegs über den Besuch eine! höheren Offiziers nach der kurz vorher anwesenden Runde erstaunt. Der Offizier des Postens, der nicht auf eine derartig schnelle Folge der beiden Runden vorbereitet war, lag in reglementS- wt ciger Haltung auf dem Feldbette hingestreckt. Sandherr rügte ihn scharf, führte die Jnspection aus, unterzeichnete das Protokoll, verbot dem Offizier ihn zu begleiten, und entfernte fich. Im Verlaufe dieser Wachtposteninspection, deren fämmtliche Einzelheiten geschickt voraus combinirt waren, hatte der Oberstlieutenant Zett gefunden, ein Gewehr von dem Ständer zu entfernen und unter seinem langen Mantel zu verbergen. (!!) Dieser ganze Auftritt hatte Dank der Geschicklichkeit SandherrS nicht daS mindeste Aufsehen erregt und nicht den geringsten Verdacht erweckt. Sandherr kehrte in fein Hotel zurück, nahm das Gewehr auseinander, verbarg es in seinem Koffer und konnte auf dem Umwege über Oesterreich ungehindert Paris erreichen. Ec hatte dieses unerhört verwegene Unternehmen kurz vor Abgang eines EilzugeS nach Oesterreich ausgeführt. Auf diese Weise entging er allen Folgen, die die Entdeckung seiner L-st und daS Verschwinden deS Gewehres hätte nach fich ziehen müssen. Nach acht Tagen vermochte Gandherr auf diese Weise dem Kriegsminister seinen Bericht und daS erbeutete Gewehr zu überreichen. Der dienstthuende Offizier der Berliner Hauptwache wurde wegen mangelhafter Wachsamkeit streng bestraft. Erst sechs Monate später, nach langen mühsamen Untersuchungen über diese geheimnißvollr Angelegenheit, gelang eS den Deutschen, in Erfahrung zu bringen, daß da« Gewehr von einem Franzosen entwendet worden unb baß dieser Franzose Sandherr war." Der Gewährsmann de« »Paris" fügte hinzu, daß diese Geschichte ihm in Gegenwart SandherrS von dem ehemaligen Chefredakteur der „Libertb", Lapeysouffe, der gleichfalls inzwischen verstorben ist, also fie nicht mehr zu dementiren vermag, erzählt wurde und daß der damalige Chef de« AnSkunftSbureauS tm Kriegsministerium fle mit einem bellen Sachen bestätigte. CHeratur rsrrd Aunst. — SommerfLderr. Skizzen von Elly zu Putlitz. Elegant cartonnirt mit Goldschnitt 1.20 Mark. Schwabacher« Verlag in Stuttgart. E- find zwölf anmuthige, stimmungsvolle Erzählungen, die sich besonders durch eine feine Gabe liebevoller Naturbeobachtung auszeichnen. Elly zu Putlitz versteht <8, selbst kleinen, alltäglichen EreigntsikN einen poetischen Reiz abzugewinnen. DaS nicht alltägliche Talent, welches aus den Sommetfäden spricht, ist rein und echt. Es e innert in manchen Zügen an die charactertstischen Eigenschaften, denen Gust«v zu Purtth den Erfolg feiner reizvollen kleinen E zähl- ungen verdankt, sodaß man aus dem Buche unschwer die dem Dichter auch geistig nahestehende Verfasserin erkennt. Für Freunde feinerer UnterhaltungS-Lectüre wie auch als vornehmes salon-Geschenkwerkchen sind die vom Verleger sehr elegant ausgestatteten „Sommerfäden" auf! Wärmste zu empfehlen. — Aus der Praxi« de« PebrauchAmustorgesetze« und ihre Beziehung zu dem Gcs tze gegen unlauteren Weiiveweib lautet der Titel der soeben tm CommOsions-Verlage von G. D. W. Callwey in München erschienenen Broschüre des Patentanwalts G. Dedreux in München. Der Verfasser beleuchtet in demselben die verschiedensten unklaren Punkte deS G»s tzes an der Hand von Beispielen, welche durch zahlreiche Entscheidungen des Reichsgerichts, sowie anderer Gerichte belegt werden. Zum Schlüsse wird der möglichen Beziehungen des Gesetzes gegen den unlau'eren Wettbewerb zu dem GebrauchS- musterschutzgesetze Erwähnung gethan. Wir können die Lectüre dieses Merkchens infolge seiner tnstructiven Momente unb der Klärung eine! die weitesten Krets? interesstrenden Inhaltes allen betheiligten Kreisen nur wärmstens empfehlen. — «mpfehleuSwerthe Aestgefcheuke aus E. T. Witzkott Kunstverlag BreSlau nennt sich ein überaus originell und reizvoll ausgestatteter Katalog, welcher auf 48 mit weit über 70 Illustrationen geschmückten Setten von den Neuerscheinungen und der Tbätiakeit des bekannten Verlages Kunde gtebt. 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Die Lieferungsbedingungen können hier in der Zeughauskaserne, Zimmer Nr. 16, Vormittags von 10 bi« 12 und Nachmittags von 4 bis 6 Uhr, einges hen und bezügliche Exemplare gegen Erstattung der Selbstkosten bezogen werden. Angebote mit der Aufschrift „Angebot aus Lieferung von Fleisch- und Wurst- waaren" find versiegelt, portofrei bis »um BerdiusuugStermi«, de« 15. De- eemder d. I., vormittag» 10 Uhr, an daS unterzeichnete Bataillon, Zeughauskaserne Stube 16 einzureichen. Gießen, den 7. December 1897. 3. BateiWtm Jnfarrt.-Skgi«rerrtS Kaiser »Utzelm (»r. 116). Versteigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 13. 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