11(M4 jungen' _ w. pünktlich, Kruger Legende. ’^ßdaben. Dvrftavd^ öoooqqSö Arebs 10975 EßiztkDtt. Ms Lager: - - M.r.- .... , r.- 1 • ' ■ , 1.60 •0 ■ • ■ -r 2.16 Smti 6t» .... (t5Q M-H " 1.50 ■ ■ nur ,-.66 3KL10.— DUnfitn. *K 3000000000 m | 11004 ■ ie()l I itai M» I iht, mt, Bit, I fintn, fatiljti I »üt ii Mik”. I Btlira, Sick!. I m, tütrm, ■ roifltr, M I w. I i Prrisrn. nuftichn 46. M 1,1.40,1.50/ LOO, ,,1.60,180.2-. । 1.60,2.40, S- rae, Cognac. ! 70 Psg- a"' rry,TngM"eln' reehbebneii, ^eeren“-1 UM WitÄ 10973 »tw 66.90 Mb 2165 96 00 1881 »*’ 10160 W r 1897. w»w yM $ »dd»“" «ltersweg ihaaf- —- »t UM** 6 eMb. 06L D6L tig06 9950 wsäffis! :iKS'" :> >1,? I 01t. 290 Erstes Blatt Freitag de« 10. December 18»» Der $Uftener Anieiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». Die Gießener A^milieu v kälter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelrgt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljährigse KvoanemeutspretL» 2 Marl 20 Pfg. eit vringerlohn. Durch die Post bezogeM 2 Mar! 50 Psg. Redaction, Gxpeditio» und Druckerei: Schutstraße Ar.^ Fernsprecher 5L Aints- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» 9llle Annoncen-Bureaux des In- und Ausländer nehme» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. HMtlSVeliage. HteßMtt AaMlUeN0latter. Anzeigen für den .Gießener Anzeiger- entgeh. Umtlicber Tyeit- Bekanntmachung, betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Für die Detail-Geschäfte des Handelsgewerbes in der Stadt Gießen werden in Zukunft, außer den schon bisher 1ür die 3 Sonntage vor Weihnachten freigegebenen Stunden von 11 Uhr Bormittags bis 7 Uhr Abends, für den letzte« Sonntag vor Weihnachten auch noch die weiteren Stunden von 7—9 Uhr als BeschäftigungS- und Verkaufszeit fretgegebeu. Gießen, den 7. December 1897. Großherzogliches Polizetamr Gießen. v. B e w t o l d. Der deutsche Vertreter überreichte der republikanischen Regierung ein Ultimativm und daS hatte deu gewünschten Erfolg- Haiti erwählte „daS klügere Theil" und gab nach. Die deutschen Forderungen wurden in ihrem Thetle sofort erfüllt, indem ein haitianisches KliegSschiff die deutsche Flagge salutirre, und den übrigen von uns gestellten Bedingungen dürfte ebenfalls bald nachgekommen werden. Nach dem, was darüber bekannt geworden ist, sollte die Action von Port-au-Prioce erst nach der Abkunft des Panzerkreuzers „Geier" beginnen. Es wüsten besondere Gründe gewesen sein, welche die Regierung zur Aendernug ihrer Dispositionen veranlaßt haben. Jedenfalls ist es mit Grnug- thuuog zu begrüßen, daß der Zwischenfall friedlich beigelegt worden ist und daß das Erscheinen unserer SchuUch ffe allein genügt hat, dem deutschen Namen die ihm gebührende Ge- nungthuung zu geben. (xx) Die Beendigung des Confliets mit Haiti. Während im Osten Asiens tu dem Streitfall mit Ehiua noch keine Entscheidung gefallen ist und unsere Blaujacken eifrig an der Arbeit sind, Deutschland die ihm bisher von der chinesischen Regierung verweigerte Geuugthuung zu ver- schaffen und die Ermordung unserer Missionare durch Bewohner deS Reiches der, Mitte zu rächen, scheint der andere Conflict, welchen das deutsche Reich mit einem überseeischen Staate hatte und welcher ebenfalls seit Wochen das allgemeine Jntereffe in Anspruch nahm, beigelegt zu sein, ehe wir in die Lage kamen, besondere Aufwendungen zu machen und ein Kriegsschiff in die Gewäffer von Haiti zu entsenden. Unsere beiden Schulschiffe „Charlotte" und „Stein", welche am 6. dS. MtS. vor Port°au Prtoce ankamen, haben vollstäudig genügt, um die schwarzen Bewohner Haitis zur Vernunft -zu bringen. Der Gegenstand, um den es sich bei dem Conflicte mit der Negerrepublik handelte, ist bekannt, sodaß wir nur der Vollständigkeit halber die Hauptdateu hier etnsügen wollen. Der deutsche Reichsangehörige LüderS war von deu Behörden in Haiti rechtswidrig inhafttrt worden. Auf die Mittheilung hiervon hatte der Vertreter des deutschen Reiche», Graf Schwerin, die Freilastung LüderS' gefordert, die aber verweigert wurde und erst aus Intervention deS nordameri- kauischeu Gesandten erfolgte. Urberhaupt halte sich die Regte- «ung von Port-au-Prince zteml ch rüpelhaft in der ganzen Angelegenheit benommen und schien vergesteu zu haben, daß wir un» schon einmal unser gutes Recht auf unsauste Weise mit Hülfe unserer Kanonen geholt hatten. Die deutsche Regierung verlangte Genugthuung für die Vergewaltigung eines ihrer Unterthanen, Bestrafung der betheiligten Be- nmten und eine Geldentschädigung. Unbegreiflicher Weise zögerte die Republik, dem deutschen Verlangen sofort nach, zukommen. Vielleicht wußte sie, daß wir zur Zett nur sehr schwer Kriegsschiffe entbehren konnten, welche unserer Forde- ruug den gehörigen Nachdruck zu geben in der Lage waren; oder aber sie vertraute aus die Hülfe der Vereinigten Staaten, die sich bekanntlich gern in Aller mischen, waS innerhalb ihrer vermeiurlichrn Jntereffensphäre geschieht. In ersterer Hinsicht hatten die schwarzen Rathgeber Sr. Excellenz deS haitischen Präsidenten Recht: unsere Kriegsschiffe waren sehr knapp, besonders seitdem wir in Ostafien mit möglichst großen Mitteln auftraten, um nicht nur deu Tod der deutschen Missionäre zu rächen, sondern uns auch ein alte» Guthaben einzulösen, welche» Deutschland noch au» der Zeit de» japanisch- chinesischen Krieges bet den Mandarinen hat. Immer und -immer wieder mußte die Absendung eine» Krieg-sch ffeS nach Poit.au-Prioce htnauSgeschoben werden, und in demselben Maße verzögerte sich auch die Leistung der Genugthuung Setten» Haitis. Wir wollten den Frevlern gerne gründlich setaen, wie gefährlich rS ist, den Unwillen Deutschlands hervorzurufen, und wir hatten vor, vollen Ernst zu machen und bi» aufs Aeußerste zu gehen, um un» Genugthuung zu ^Schon tu den letzten Tagen verlautete, daß die Regier- una von Haiti nun doch uachgeben wolle. Sie war jedenfalls zu der Erkenntniß gekommen, daß sie an den vereinigten Staaten keinen Rückhalt finden und daß Deutschlands Rüstungen gegenüber jeder Widerstand nutzlo» sein werde. Der schwarzen Bevölkerung von Port-au-Prince -schien dies freilich nicht zu paffeo, fie veranstaltete Demonstrationen und allerlei Allotria; eine große Erregung wurde künstlich hervor- aerufen, so daß die deutschen Reichsangehvrtgen auf dem Thetle der Insel, welcher die Republik Haiti bildet, Grund hatten, ernste Besorgniffe zu hegen. Wie ein den» ex machina erschienen plötzlich am 6. d. MtS. auf der Rhede von Port-au-Prince die beiden Schulschiffe „Charlotte" und „Stein", und mit einem Male änderte sich die Sachlage. Deutsches Leich. Erhöhung der Zahl der eiozuzteheudeu Reservisten. Bet der Berathuug deS Gesetzes von 1893, daS die Friedens- Präsenzstärke deS Heere» festsetzt, ist s. Z erklärt worden, daß mit Rückficht auf daS Anwachsen des Beurlaubtenstandes durch Eluführung der zweijährigen Dienstzeit bet deu Fußtruppen die Zahl der zu den Uebungeu einzuberufendeu Mannschaften fich in Zukunft nothwendiger Weise vermehren müffe. Im Jntereffe der Schlagfertigkeit de» Heeres ist e» jetzt, wo die zweijährige Dienstzeit seit vier Jahren besteht, geboten, die Zahl der einzuztehenden Reservisten zu erhöhen. Demnach werde« fortan alljährlich 2b 164 Unteroffiziere und 176 806 Gemeine ----- 201907 Reservisten und 1920 Ersatz- reservisten auf kürzere oder längere Zeit zur Fahne ein- gezogen werden. Die Kosten, die dadurch der Staatßkaffe erwachsen, find auf l'/z Millionen Mark veranschlagt worden. Mit der erhoffte» Reform der Personentarife auf den Eisenbahnen ist e» nicht»! Die „Berl. Pol. Nachrichten" schreiben osfictös: Die von verschiedenen Seiten in den letzten Tagen verbreiteten Mtttheilungen über eine bevorstehende Reform der Personentarife der preußischen Eisenbahnen werden uns von competenter Stelle, insoweit diese Mtttheilungen thatsächliche Angaben über die geplanten Reformen enthalten, al» völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet. Richtig ist nur, daß feiten» de» Reichseisenbahuamt» an die einzelnen Bundesstaaten de» Reiches der Vorschlag gerichtet worden ist, wegen einer einheitlichen Gestaltung und Reform der Personentarife in Verhandlung zu treten. Berit», 8. December. Mommsens Dank für die ihm bei Gelegenheit seines 80. Geburtstage» dargebrachteu Ehrungen lautet nach der „Franks. Zig." : Wenn die Summe eines langen Lebens so auf einen Tag zusammengezogen wird, wie die» mir jetzt widerfahren ist, wird wohl daS mannigfaltige Erinnern an alte, gute Gemeinschaft nach allen Setten hin wieder lebendig erweckt; aber ihm Worte zu geben, vermag der Einzelne nicht gegenüber deu Vielen. Mögen alle die Freunde, die alten und die jungen, die nahen und die entfernten, die bet diesem Anlaß meiner gedacht haben, sich überzeugt halten, daß ich keinen vergeffen habe und einem jeden dankbar bin. Charlottenburg, 2. Dec. 1897. Th. Mommseu. Ausland. Au» Washington meldet der Telegraph: In der Botschaft Mac KmlryS heißt eS: Der Friede und die freund- schaftlichen Beziehungen zu allen Nationen dauern ungestört fort. Nachdem die Tarifgesetzzebung geordnet, sei die WährungSfrage die nächste dringende Frage. Der Präsident empfiehlt angelegentlich, sobald die Einnahmen zur Deckung der Ausgaben der Regierung auSretchen, daß die Noten der Vereinigten Staaten von Amerika, nachdem fie in Gold ein- gelöst, nut im Umtausch gegen Gold auSgegeben werden sollen. Der Pläfidrut stimmt den eingebrachten Vorschlägen deS SchatzsecretärS, bett, dar Währung»- und Nattonalbaskweseu, 8u. — Sehr ausführlich bespricht die Botschaft die cubanische Frage. ES sei nicht der Wunsch Amerikas, au» dem Mißgeschick Spanten» Nutzen zu ziehen; e» wünsche nur, zu sehen, daß die Cubaner fich desjenigen MaßeS an Autonomie er- freuen, da» ein unveräußerliches Recht der Menschheit sei. Die spanische Regierung habe auf die letzten Vorstellungen der Bereinigten Staaten zugegeben, daß letztere durch den Krieg hart betroffen seien, und habe politische Reformen versprochen, die Cuba innerhalb eines annehmbaren Zeitraum» participiren sollen. UeberdteS sei General Wrhler, deffen brutale Maßnahmen die gefittete Welt empört haben, ab- berufen worden. Bezüglich de»> Verkaufs der CausaS Pacific- bahn führt der Präfideut au», daß wenn nicht beffere Gebote als der AnsatzpretS etngingen, die Regierung von ihrer Forde- rung an der Bahn im Betrage von nahezu 13 Millionen nut 21/, Millionen erhalten würde. Der Präfident meint, die Regierung fei berechtigt, ihrerseits zu bieten, und wies be- reitS den Schatziecretär an. ffiolffl telegraphische» Correspondsvvrrrtm. Hamburg. 8. December. Die „Hamb. Nachr." melden: Bei dem Beuche deS Prinzen Heinrich tu Friedrich »ruh stellte Proseffor Schweuinger die völlige Wiederherstellung Bismarck» von dem unbequemen, schmerzhafte» Leiden tu absehbarer Zett tu Ausficht. Beim Abschiede sagte der Prinz: „Ich darf doch auch die Stirn berühren, die mein Großvater so ost geküßt", und küßte des Fürsten Sltr» und Wange. Der Fürst wünschte dem Prinzen gute Fahrt, guten Erfolg und gute Heimkehr. Altona, 8. December. Prinz Heinrich von Preußen stattete heute Nachmittag, au» FrtedrichSruh kommend, dem Generalobersten Grafen Waldersee einen circa ein- stündigen Besuch ab. Bor der Abfahrt begrüßte Prinz Heinrich das auf dem Perron aufgestellte Osfiziercorp». Auf die Ansprache deS Grafen Waldersee, in der dieser dem Prinzen zu seiner bevorstehenden Reise gute» Soldatenglück wünschte, antwortete der Prinz: „Ich danke Sr. Excellenz herzlich für die freundlichen Worte, die er in Ihrem Namen an mich gerichtet hat. Meine Herren! Ich bitte Sie, mir glauben zu wollen, daß, wenn ich htoaußgehe, dorthin, wohin die Gnade deS Kaiser» mich sendet, ich es dem Kaiser danke, daß er diese» Vertrauen in mich gesetzt hat. Im Nomen deS Kaisers, zu seiner Ehre und zur Ehre de« Vaterlandes werde ich meine» Amte» walten. Seine Majestät der Kaiser lebe hoch, hoch, hoch!" Nach kurzer verabschtedung setzte der Prinz seine Reise nach Kiel fort. Wie», 8. December. Der heute Nachmittag stattgehabte» feierlichen Einsegnung der Leiche de» Admirals Frei- Herrn v. Stern eck wohnten Kaiser Franz Joseph, die Erzherzöge, der deutsche Admiral Köster als Vertreter be» Deutschen Kaiser», die Minister, mehrere Botschafter und StaatSwürdenträger bei. Port-au-Priuee, 8. December. Reuterweldung. Der Chef- tcbacteur deS Blatte» „Jmpartial", Frederique, der al» Verfasser einer Reihe von Schmähartikelu gegen die Devtschcu bezeichnet wird, wurde unter der Anklage, daß er gesucht habe, die Bevölkerung gegen die Regierung aufzustacheln, verhaftet und an Bord eine» haitischen Kriegsschiffe» gebracht. Depeschen de» Bure« .Herold * Berlin, 8. December. Der Kaiser nahm im neuen Palais heute Vormittag den Vortrag des Chef» deS Ctvtl- cabtneiS, v. LucauuS, entgegen. Berlin, 8. December. Dem Reichstage ist heute die üblicheZusammeustelluug der Ergebntffe de» Heeresersatze» zugegangen. Berlin, 8. December. Eine telegraphische Meldung an daS Obercommando der Marine besagt, daß die „Kaiseri» Augusta" am 7. December tu Bolongo angekommen ist und am 9. December nach Stugapore in See gehen wird. Berlin, 8. December. Die Commission zur Bor- berathung oeS Gesetzentwurfes betreffend die freiwillige Gerichtsbarkeit wird unter dem Vorsitz des Abgeordneten Dr. v. Bucht« (cons.) ihre Arbeiten am Donnerstag Vormittag 10 Uhr beginnen. Berlin, 8. December. Dem Bundesrath ist nunmehr auch der Entwurf einer CoucurSordnung zugegangen. Berlin, 8. December. lieber den früheren türkischen Botschafter in Berlin erhält eine Cotrespoudenz nachstehende Mittheiluvgen auS Konstantinopel: Auf die Bemühungen des deutschen Botschafters Freiherrn v. Marschall empfing der Sultan Ghalib Bet in einer besonderen Audienz und verlieh ihm ein hohes Amt im persönlichen Dienst de» Sultan». Zugleich gab der Sultau die Anweisung, da» gesummte rückständige Botschastergehalt Ghalib Bet sofort auszuzahlen. Berlin, 8. December. Aus Münster in Westfalen wird mehreren Blättern gemeldet: Wegen eine« Maskerade Verbote« am Niklaus Abend kam e» in Ennigerloh zu wüsten Crawallen. Hunderte von Menschen verhöhnten bk Polizisten und warfen mit Steinen nach ihnen, sogar Revolver- schüffe fielen. Ein Polizist wurde durch einen Stetnwurf am Kopfe verletzt. Mehrere Verhaftungen wurden vor- genommen. Berlin, 8. Deeember. Nach Meldungen, welche an hiefiger amtlicher Stelle eingerroffen find, hat fich die Erledigung de» Zwls ch enfalle» mit Haiti folgendermaßen abgespielt: Nach Ueberretchung des die deutschen Forderungen enthaltenden Ultimatum- nahm daS Schulschiff „Stein" gefecht-klar in nächster Nähe der Haitischen Kriegsschiffe und der Stadt Porte au-Prtnce Stellung. Eia von diplomatischer Seite erbetener Aufschub in der Vollstreckung bei Ultimatums wurde abgelehnt. Am 6. d. M. um 12 Uhr 25 Miu. Nachmittag-, eine balde Stunde vor Ablauf der gestellten Frist, wurden fämmlltche Forderungen des Ultimatums vom Präfidenten der Republik Haiti angenommen. Die als Entschädigung für Lüder- geforderte Summe befand fich bereits um 4 Uhr Nachmittags an Bord des Schulschiffe» „Charlotte". Bald darauf lief daS von der Regierung von Haiti verlangte Ent« schuldigungsschreiben ein. Diesem folgte die Abfeuerung des Salut». Nach Erfüllung der deutschen Forderungen ist Alle- ruhig. Die auf die Schiffe geflüchteten Personen kehrten in die Stadt zurück. Auch der deutsche Geschäftsträger hat fich an LaZd begeben. Friedrichlruh, 8. December. Prinz Heinrich von Preußen ist heute vormittag hier eingerroffen und am Bahnhofe vom Grafen Rantzau empfangen worden. Im Schlöffe hatte der Prinz eine etwa zweistündige Unterredung mit dem Fürsten Bismarck. Kiel,8. December. Die Panzerschiffe ^Brandenburg" und „Württemberg" eollidirten auf der Fahrt nach Christiania. Die „Brandenburg" erlitt Havarie im Vorderschiff und mußte zur Reparatur hierher zurückkehren. Die „Württemberg" blieb unbeschädigt. Frankfurt a. R., 8. December. Der Bankier Wilhelm Hohenemser, der Mitinhaber de» Bankhauses M. Hohen« emser, ist heute Nachmittag gestorben. Hohenemser war ein bekannter Achtnndvierziger, der zum Tode verurtheilt, aber begnadigt worden war. Später trat er zur natioualliberalen Partei über. Wien, 8. December. Nachdem officiöS noch immer versichert wird, daß die AuSgleichSverhandlnngen noch nicht beendet find, erklärt man in Abgeordnetenkreisen, daß alle Au-fichten auf eine Verständigung geschwunden und die Verhandlungen zwischen dem Ministerpräfidenten und den Parteien al- gescheitert zu betrachten sind. Lemberg, 8. December. Die für heute einberusene Studenten-Bersammlung, in welcher die Hörer der Uaiverfität und de- Polytechnikum- zu den Vorgängen in Prag Stellung nehmen wollten, ist polizeilich verboten worden. Krakau, 8. December. Seiten- der i hiesigen Studenten wurden dem Grafen Badeni, der gestern Hier eintraf, Ovationen dargebracht. Badeni wurde mit den Rufen: „Vivat Badeni, Pereat Gautsch!" empfangen. Die Socialdemokraten inscentrten Gegendemonstrationen. Gestern Abend wurde zu Ehren Badeni- die Stadt illuminirt. Budapest, 8. December. Im Abgeordnetenhause ist noch immer die Obstruction im vollen Gange. Die äußerste Linke trägt fich m t der Abficht, die ganze Regierung-thätig- kett lahm zu legen. Genf, 8. Deeember. Der internationale Expreßzug ist bei Bern entgleist. Ein Waggon stürzte in einen Graben. Zwei Reisende wnrden schwer und einer leicht verletzt. London, 8. December. Nach Nachrichten au- Port- au-Prince sind die Geschäfte wieder geöffnet und Alle» geht seinen ruhigen Gang. London, 8. December. AuS Berlin wird hierher gemeldet, -daß Frankreich nnd Rußland fich den deutschen Ju- tereffen in China nicht widersetzen würden. London, 8. December. Die „Times" melden au- P e k i n g: China gewähre in der Hoffnung auf die Räumung Kiao- Tsch a uS alle deutschen Forderungen bedingungslos, nämlich: Entschädigung der Familien der ermordeten Misfionare, Errichtung einer Gedächtnißkirche in Tfining Tschau am großen Canal und einer kaiserlichen Capelle in Kufe; ferner dauernde Degradation des Gouverneur- Li-Pin Hing, de- gewählten Bicekönig- von Sutschuan, sodann Zahlung der Kosten der Occupation von Kiao-Tschau, sowie nicht exklusive Bergwerk-- und Eisenbahn-Privilegien in Tschantung, inhaltlich übereinstimmend mit dem ersten Satz von Artikel 5 der französischen Convention vom Jahre 1895. — Nach einer Meldung de» Bureau „Dalziel" au- Shangai wäre China auch bereit, Kiao-Tschau temporär au Deutschland al- Flottenstattou abzutreten. Kiew, 8. December. Im Ludwig-saale kam je- gestern zwischen Offizieren und Studenten zu einem heftigen Rencontre, iu deffen Verlauf da- Publikum für die Studenten Partei nahm. Die Offiziere wurden mit Stühlen, Gläsern und Flaschen angegriffen, ihnen die Säbel entriffen und zerbrochen. Schließlich warf man fie au- de« Local hinaus. Auf beiden Seiten gab e- viele verwundete. Der Zar hat den Gendarmerie-General Brook zur Untersuchung des Falles nach Kiew entsandt. Athen, 8. December. Die Kammer tritt am Montag zusammen, um den FriedenSvertrag zu unterzeichnen. Konstantinopel, 8. December. Morgen werden bte Botschafter die Entscheidung bezüglich des Gouverneurs von Kreta dem Sultan übermitteln. Berlin, 9. December. Die unter dem 1. December von den Herren Haffler-Augsburg und Woeruer-Hamburg eingeladenen Vertreter von Handel, Industrie und Klein- gewerbe haben gestern beschlossen, eine Kundgebung bezüglich der Frage der Verstärkung und Ausgestaltung der deutschen Kriegsflotte ins Werk zu setzen. Es wurde weiter beschloffen, zu diese« Zweck einen Aufruf zur Be- theiligung an einer Versammlung zn erlassen, die a« 13. Januar im Kaiserhof Hierselbst stattfindet. Danzig, 9. December. Hier ist eine Mittheilung deS ReichSmarineamtS eingetroffen, wonach die Taufe de» Panzers M auf den 21. December verschoben wird. Die plötzliche Aenderung deS Termin- ist darauf zurückznführen, daß Kaiser Wilhelm wahrscheinlich nach der Einweihung der GarvisonSktrche in Thorn von dort hierher kommt. Petersburg, 9. December. Em russischer Diplomat äußerte, Deutschland habe von Seiten Rußlands in dem Confliet mit China nicht die geringste Ungelegenheit zu erwarten, da dieser Punkt bereit» anläßlich der letzten Anwesenheit MurajewS tn Berlin vollständig geregelt wurde. Sc bestätige, daß zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren ein Depeschenauitausch stattgefundeo habe. Rußland habe andererseits auch kein Interesse daran, fich mit China durch Beanspruchung von Cov'peosationen zn verfeinden. ES verfolge auf Korea bestimmte Abfichten, außerdem erheische der Bahnbau durch die Mandschurei friedliche Beziehungen zu der gelben Rasse. ES erwachse auS den territorialen ver größerungeo auf chinefischem Gebiet für Rußland vorläufig kein vortheil. Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessische« Stände. nn. Darmstadt, 8. December 1897. Die Sitzung wird um 9*/, Uhr eröffnet. Nach Verkündigung neuer Einläufe unc> Berichteanzeigen tritt da» HauS sofort in die Wahlprüfungen ein und wird die Wahl des Abg. Köhler-Darmstadt einstimmig genehmigt. Ebenso findet die Wahl des Abg. Metz-Gießen die Zustimmung der Kammer. Gegen die Wahl des Abgeordneten im 7. Bezirk der Provinz Starkenburg find Reclamationen erhoben worden. ES wird verlangt, die Wahl für ungiltig zu erklären, weil mit ungerechten Mitteln, mit Unwahrheiten, Lügen und boshaften Verdächtigungen und Verhetzungen auf die Wähler etugewirkc worden sei. Der Ausschuß hat die Reclamationen geprüft und rS beantragen die Abgg. Bähr, Pennrich und Cramer Giltigkeit der Wahl des Beigeordneten Ohl von Groß-Umstadt als Abgeordneter, wahrend die Abgeordneten Weith, Erk und Friedrich fich für Uogiltig- keitSerklärung aussprechen. — Abg. Schmeel schildert dem HauS iu eingehender Weise die nach seiner Anficht stattge- fundeuen Wahlunregelmäßtgkeiten. ES sei erwiesen, daß, um da- jetzige Resultat zu erreichen, von ultramontaner und auch von antisemitischer Seite auS eine wahrhafte Hetze gegen den früheren Abg. Lautz eröffnet worden. Die Steuerreform und der Staatsvertrag mit Preußen bezüglich der Hessischen LudwigSbahn feien von dem Reichstagsabgeordneten Hirsche! mit unwahren Tendenzen geschmückt der vationalliberalen Partei in die Schuhe geschoben worden, um die Wähler zu beeinflussen. — Abg. Cramer erklärt, er könne fich nur für Giltigkeit der Wahl Ohl aussprechen, denn nach seiner Ansicht hätten in keiner Weise Unregelmäßigkeiten stattgefunden. Wenn die nationalliberale Partei von Verhetzungen sprechen wolle, so möge fie fich doch nur selbst au ihre Brust greifen, denn gerade fie wähle iu den Wahlkämpfen mcht immer die lautersten Mittel, um za ihrem Ziele zu gelangen. — Abg. Fren ah weist nach, daß nach allen stattgehabten Erhebungen eine Wahlbeeinflassung nicht festgestellt werden konnte, und die angeführten Unregelmäßigkeiten seien von keiner Seite erwiesen worden. — Abg. v. Brentano schildert in glänzender Rede die ganzen Vorgänge bei der stattgehabten Wahl und kommt zu dem Resultat, daß gerade die Partei des Herrn Friedrich e- sich zur Aufgabe gemacht habe, gegen die Schwarzen und Rothen, wie fie ihr nicht genehme Mitbürger bezeichne, überhaupt gegen Jeden zu Ftld zu ziehen, der nicht auf ihre Fahne schwöre. Thatsache sei, daß da- Vorgehen des Reich-tagSadgeordneten Hirschel gegen Herrn Lautz nur zur Rechtfertigung der gegen Ersteren erhobenen Schmähungen gedient habe, die Herr Lautz bittet ober inbbect gegen denselben loSgelaffen hatte. Er werde für Giltigkeit der Wahl stimmen. — Abg. Köhler tritt den Ausführungen des Vorredner» voll und ganz bei. Bei dieser Wahl müsse die Wahrheit fiegen und er ersucht die Kammer, der Wahrheit zum Sieg zu verhelfen und die Wahl für giftig zu erk.ären. — Abg. Ulrich kann nicht begreifen, wie man im Ausschuß auf UngiltigkeitSerklärung der Wahl des Herrn Ohl kommen konnte, wenn man nicht geradezu politisch geblendet gewesen sei. Sämmtliche Zeugenaussagen feien auf den Cid gegeben und hierdurch sei keine Wahl- beeinfluffung vachgewiesen worden. Wenn man die Sache bei Licht betrachte, so sei zu constattreu, daß gerade von nattonalltberaler Seite au- nicht immer die richtige Form und der Tact bei der Wahlagitation gebraucht worden sei, und er erinnere nur an die infamen Flugblätter, die gegen feine Partei gerichtet waren, in welchen den Mitgliedern seiner Partei alle möglichen Schmeichelnamen zu Theil wurden. Heute wolle man wieder ein solches Manöver versuchen. ES werde Sache der Kammer sein, die richtige Antwort in dieser Frage zu geben. — Abg. Osann sucht in einer vortreff- llchen Rede die Beschuldigungen gegen die nationalliberale Partei zu entkräften und bringt dabei in ausführlichster Weise nochmals den Proceß Lautz contra Caplan Mischler und die Motive zu deffen Entstehung zur Sprache. Hier sei mit den unlautersten Mitteln gekämpft und der Wahrheit ins Gesicht geschlagen worden. Allenthalben habe man bei Wahlversammlungen Unwahrheiten über die LadwigSbahn u. A. m. im Volke verbreitet und die Ursachen hierzu der nationalliberalen Partei in die Schuhe geschoben. Solches Vorgehen müsse man brandmarken, wo man es treffe, und gerichtlich fei dies durch den Proceß Lautz glänzend geschehen. Früher seien solche niederträchtige Anzapfungen der Parteien nicht vorgekommen- jetzt fei daS daS Resultat der neueren Strömung. Gerade durch dieses Vorgehen sei Lag und Trug in die Massen hineingebracht worden und wenn daS keine Wahl- beeinfluffung sei, so habe er keine Worte mehr für die Sache. — Abg. Erk rechtferttgt seinen Standpunkt dahin, daß seiner Ansicht nach eine ganz unerhörte Agitation gegen Herrn Lautz stattgefunden und dessen Sturz herbeigeführt habe. — Abg. Graf Oriola bedauert die übermäßige Ausdehnung ; der DiScuffion. Er werde für die Giltigkeit der Wahl stimmen, mit ihm eine Anzahl seiner Parteigenossen. Da» Spenden von Freibier sei nicht nachgewiesen. Auch die sonst vorgebrachten Einwände bezüglich der antisemitischen Agitation reichten für ihn nicht zu einet Easstrnng der Wahl hin. ES sei doch anzunehmen, daß die antisemitischen Behauptungen tn gute« Glauben, wenn auch vielleicht auf Grund einer verkehrten Anschauung ausgesprochen seien. Er verurtheile ganz entschieden die Gepflogenheit, im politischen Kampfe an die Stelle der sachlichen Gründe persönliche verungltmpfangeA zu setzen und bittet auch, in den Kammeroerhanblnngen in Zukunft streng sachlich zu sprechen. Darauf wird die Wahlberathung vertagt. — Nächste Sitzung: Donnerstag 9 Uhr. _ CoceUs rer»d proohi$UIU## Dietzen, den 9. Deeember ** Oeffentliche Anerkennung edler Thalen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Seminaristen Carl Roth I. zu Friedberg in Anerkennung der von th« mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Lehrers Diehl zu Friedberg vom Tode des Ertrinkens, — sowie dem Polizeidtrner Ludwig MerteS zu Wrisenau in Anerkennung der von ihm mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung der achtjährigen Anna Laar tn Weisenau vom Tode des Ertrinkens die Rettung-medatllc zu verleihen geruht. • • MUitärdienstnachrichten. Dr. Dormagen, Stab»« und BataillvnSarzt vom 2. Bat. deS Westfäl. Faßarttllerie- Regiments Nr. 7, zum Oberstabsarzt 2. Kl. und Regts^Arzt deS 5 Gr?ßh. Hess. Jnf. RegtS. Nr 168, — Dr. Kap esier, Unterarzt vom 3. Groß. Hess. Inf. Regt (Leib-Regt.) Nr. 117, zum Assistenzarzt 2. Kl., — Dr. Brandenburg, Assistenzarzt 2. Kl. der Reserve vom Laadwehrbezirk Gießen, — Dr. Pfeiffer, Assistenzarzt 2. Kl. der Res. vom Landwehrbezirk II Darmstadt, — Dr. Lahr, Assistenzarzt 2 Klaffe der Reserve vom Landwehrbezirk WormS, za Assistenzärzten 1. Kl., — Dr. Klein, Unterarzt der Landwehr 1 Äufg. vom Landwehrbezirk I Darmstadt, zum Assistenzarzt 2. Kl. befördert. Dr. Scholze, Oberstabsarzt 2. Kl. und Regt».- Arzt vom 5. Großh. Hess. Jaf.-Regt. Nr. 168, zum 2. Nass. Inf. Regt. Nr. 88 versetzt. * * Stadttheater. Am Freitag den 10. d. M. wird im hiesigen Stadttheater auf vielfachen Wunsch Zabel und Bocks Schauspiel „Der Gymnasialdtrector" wiederholt. * • Die Journalisten, die gestern Abend der Theaterverein seinen Mitgliedern bot, gelten für das drittbeste Lustspiel Deutschlands. Daß die ersten beiden „Minna von Barnhelm" und der „Zerbrochene Krug" sind, darüber find fich Alle einig- .auch bte Bewunderer FrchtagS werden zn- geben, wenn fein Werk jenen beiden anderen als Dritte» folgen soll, daß es ihnen in einem bedeutenden Abstacde folgt. Allein so arm ist unser Theater — nicht qm guten, sondern an erträglichen Lustspielen, daß man in Verlegenheit wäre, fall» man ein anderes Lustspiel nennen sollte, da» dem Freytag» die Palme streitig machen könnte. Und etwas leistet e» ja immerhin, es füllt einen Theaterabend angenehm ans, e» hat eine Reihe kornischer Effecte und macht ziemlich viel Lachen. Ist gar ein Publikum fo anspruchslos und dankbar wie da» hiesige, so erreicht seine Begeisterung und Heiterkeit vielleicht selbst einen hohen Grad. Die Wirkung ist also unserem Stücke nicht abzustreiteu. Sieht «an jedoch genauer zu — und wer da» Stück schon öfters sah, wird un» recht geben — so merkt man bald, daß fie durch lauter kleine Mittelchen, Witzeleien, Spässe und dergl. erzielt wurde. Freytag hatte sehr wohl recht tu seinen Lebenserinnerungen es auszusprechen, daß er bei jenem Werke daS Bewußtsein gehabt habe, das eigentlich Technische der dramatischen Kunst besser als sonst Jemand in Deutschlaad zu verstehen. Die eigentlich komische Kraft scheint unS dagegen schwach und zeigt fich saft nur in der Characteristik der Nebenpersonen, wie Schmock, Piepenbrink u. s. w. Dem eigentlichen Helden, Konrad Bolz, fehlt zur wirklichen (Somit vor Allem die Naivetät. Wer sich selber und sein Thun und Treiben so ironisch betrachtet, kann durch seine witzige Ironie bloß amüsant, aber nicht wirklich komisch werden. Die komische Person muß vielmehr ihrer Narrheit, ihrer Schrulle, ihrem lächerlichen Havg mit völligem Ernst fich widmen und je feierlicher, pathetischer und wichtiger fie sich dabei geberbet, um so komischer wird fie eben. AuS solchem Holze finb die komischen Gestalten MoliöreS, Shakespeares und Holbein» geschnitten und selbst Shakespeare» Falstaff und Benedict, die au Witz c» mit einem halben Dutzend Bolze aufnehmen, hören nicht auf, naiv zu sein. Bolz belustigt aber bla» dadurch, daß er immer Witze reifet und sich zum Spaßmacher — sein Freund Olendorf gebraucht den stärkeren Ausdruck HauSwurst — herabwürdigt. Und Bolzens Spässe fallen noch dazu oft an» dem Stücke heran» und wenden sich direkt au die Lachlust de» Publikum-, statt daß fie der Situation entsprängen. — Der Grundgedanke des Stücke», über den auch noch Manche» zu sagen wäre, erinnert an den von Scribe» Glas Wasser, deffen Mache jedoch erheblich feiner ist, und Beliugbroke scheint un» da» Vorbild von Bolz za sein. Hier wie dort dort blicken wir hinter die Couliffeo und sehen, wie menschlich e» dabei hergeht, wenn hohe Politik ober öffentliche Meinung gemacht wirb. Konrad Bolz ist von dem Dichter mit sehr viel Witz und Geist au»gestattet, unb so ein Mangel in der Anlage geschickt verdeckt worden. Die Wiedergabe durch einen geschätzten Gast, Herrn Bohnve vom Kölner Stadttheater, hat mit Recht den wärmsten Beifall de» vollbesetzten Hause» gtfanben. Die Mischung von Bonhomie, Witz, Feuer, hinreißender Lieben»- Müdigkeit und skeptischer Resignation kam vorzüglich zur Geltung. — Unsere einheimischen Kräfte standen nicht ganz auf der Höhe, auf der wir fie sonst neuerding» öfter» sahen. E» fehlte etwa» an Temperament und Verve, und auch da» «Utl, IU9' $«eiR. na"9 dn tu« ,h, J«t eijen« Beben*. za Frtidbn« fce” PoWikoer mun9 der von ih« :tr eigener Leben,, Jto Änna Last m Ettling,mebaillc zu S-ab». eMäl FahartiÜerte. RL nnb RegtS^rzl * br.Kapkiler, Letb'Regt.) Nr. 117, eabvrg, «iststmz, rebezir! Gtchen, - Res. vom Landwehr« 'ststenzarzl 2. Ach za Asfisterzär^ea Landwehr 1. flufg. Asfiöevzarzt 2. RI. : 2. RL und Ätgtl.« 168, zum 2. Nass. 10. d. M. wird i« । Zabel und Bock, x" wiederholt, itnb der Theater- i sür da, drittbeste beiden Mnna von ' find, darüber find frchtagS werden zn« ruderen als Drittes edenteodrn Sbstarde - nld)t w gotrn, ran in Lerlegeoheit neunen sollte, da, vnnte. Und etwa, Mrabrnd avgr^h» t und wacht ziewitch so anspruchslos und ne Begeisterong und Aiad. Die Wirkung !, Sieht man \M ion östnt sah, »vcl , daß sie dvSMn ) dergl. erzielt wurde. , LebrnSerillneronzeu cikc M tx drawatischeu M , in $l‘ i««8« l*m4. ! btt W*"- «ch«ülch-»r^ ;,mlt w *a” b Mnn mb »1,1,, 3'«»“ "! ,„to, ®|!W»JW tit« 64*^ M "Ah fcM *i ■«I M-« ®ol£ L, «yjg - wstt, el" I!« i« N.1.«” ®’,4‘ afftr, 1 , tot |6«‘‘'.rt ilii-" d°r< b,'1 Ml(l h«. nascht, gfl gewa^ che t wir W D. |( ätscht i«M,t*£« •* „ btt °>»A in ; ka- Ä frt if" !(SS-11"4 ^rkeit d^ rc L, 1" m £’"°; Wir?* . ® ;-n R°«pse an ’, W^fimfln ' satfle Lttsammenspte! klappte nicht ganz. Wir möchten baß nicht als einen Xabel gegen unsere wackrren Künstler aussprechen, die zu viele und zu große Rollen in kurzer Zeit zu bewältigen haben und eS wahrlich an Eifer und Geschick nicht fehlen lasten, sondern als eine Mahnung an die Directton, zu erwägen, ob es nicht im Jntereffe der künstlerischen Leistungen und selbst des Besuches Wünschenswerth wäre, die Zahl der Vorstellungen der Saison von 75 auf etwa 60 herabzusetz'.n. Gute Momente hatten trotzdem die Herren Albrecht (BellmauS), Dofer (Blumenfeld), Liebscher (Schmock), und um auch eine Dame zu nennen, Fräulein Würdig als Adelheid v. Runeck. ** Spar- und Leihkaffe. Vorgestern fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung derSpar- und Lethkaife Gießen starr, in welcher nach Erledigung der alljährlich wtederkehreodeu Gegenstände der Tagesordnung beschloffeu wurde, vom hiesigen Bolksbad für 10,000 Mk. «ctltn zu übernehmen. Wetter wurde beschloffen, den in der Versammlung verlesenen BerwaltuugSdertcht drucken und dem „Gießener Anzeiger" beilegen zu lasten, weßhalb wir unS beute auf diesen kurzen Bericht beschränken können. Schließ« lich gedachte der Vorsitzende noch mit Bedauern des plötzlichen Todes des langjährigen Dieners der Sparkasse, Wilhelm Zutt, indem er die Treue und Ehrlichkeit dieses Dieners rühmend hervorhob und ausdrücklich bemerkce, daß alle gegen« thetligen Gerüchte, welche im Publikum verbreitet würden, völlig grundlos seien. ** 6iee kleine Serie Postkarten, nach dem neuerdiugs beliebten Ptatiuverfahren hergestellt, ist dieser Tage im Kunst« Verlag von Heinrich Noll, Marktplatz, erschienen. Diese Postkarten, welche das Ltebigdenkmal, den Kreuzplatz, Linden« platz u. f. w. bei Mondschein darstelleu, bürfrenK.viele Lieb» Haber finden. Aul Oberheffen, 7. December, wird den „N. Hess, geschrieben: Wie wir auS sicherer Qvelle erfahren, find von hesfi cher Seite bereits die nölhtgen Schritte geschehen, um die kürzlich tu Ihrem Blatte von Fulda auß ergangene Anordnung bet«, des Anstrichs der Barrieren rc. an der Bahnstrecke Lauterbach—Fulda sofort rückgängig zu machen. Ein Orden wird dem betr. Beamten, welchem die in wetten Kreisen das peinlichste Aufsehen erregende Anordnung zur Last fällt, jedenfalls nicht ertheilt werden. Darmstadt, 8. December. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin haben Allerguädtgst geruht, dem Frauen» verein „(5 ar haß* auS Ihrer Privatschatulle den Betrag von 100 Mk. zuzuweuden, desgleichen weiter dem Katho« ltfchen Barmherzigen Schwesternhaus die Summe von 50 Mk. △ Mainz, 8. December. Das hiesige Schwurgericht verurrheilte gestern in später Abendstunde den 31jährigen Schretbgehülfeu Joseph Nuß, der durch Unterschlagung von Acten und Belegstücken verursachte, daß ein Angeklagter 6 Monate unschuldig tu Untersuchungshaft verbrachte, wegen Vergehen tm Amte, Unterschlagung und Be« trug zu 2i/i Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrenverlust. Begreiflicherweise hat das Dorkommniß, daß ein Angeklagter wegen Gewiffenlofigkett eines untergeordneten Beamten sechs Monate ungehöriger Weise in Untersuchungshaft behalten worden, seiner Zett großes Aufsehen erregt und wurden in der Preffe gegen dte Justizverwaltung und insbesondere gegen den hiesigen ersten Staatsanwalt lebhafte Tadel laut. Bet Begründung der Anklage gegen Nuß nahm gestern der erste Staatsanwalt daher Beranlaffung auf den beklagens- werthen Vorfall mit der ungehörigen sechsmonatlichen Untersuchungshaft zurückzukommen und ausdrücklich zu erklären, daß weder ihn noch die Organisation, sondern lediglich Naß durch fein gewtffeuloses Treben dte Schuld irrste. ES könnten auch, sagte der StaatSanwalt, in Zukunft derartige Fälle nicht vermieden werden, wenn Leute, ^tole der Angeklagte, die Actrn beseitigten oder versteckten. ES sei unmöglich, durch irgend eine Controlle hierin Besserung zu schaffen, die Beamten seien immer auf baß einem solchen Manne geschenkte Vertrauen angewiesen. Schwurgericht. W. Gieße«, 8. December 1897. Heute wird in die Verhandlung gegen AmbrofiuS Feuerstein von Schwalheim und Georg Mühlhäuser von Bad-Nauheim eiugetreten. ES handelt sich um Meineid und Anstiftung zu diesem Verbrechen. Die Anklage vertritt Gerichts Affeffor vr. Friedrich- die Vertheidtgung führen Rechtsanwalt Wetdig und Affeffor Dr. Römheld. ES find 21 Zeugen zu vernehmen. Dem Angeklagten Feuerstein wird zur Last gelegt, daß er am 2. November t>. I. vor der Strafkammer Gießen in der Strafsache wider Mühl« Häuser wegen Beleidigung, Körperverletzung und Bedrohung wissentlich falsch geschworen habe, der zweite Angeklagte, . Maurermeister Mühlhäuser, soll den Feuerstein zu dem Meineid aogesttstet haben. Der Thatbestand der Anklage ist der folgende: Am 27. April hatte ein gewisser Becker mir dem Maurermeister Mühlhäuser in der Fürstenftraße zu Bad- Nauheim Streit, woraus sich ein Verfahren gegen Mühlhäuser entwickelte, in welchem Feuerstein als Zeuge vernommen wurde und zwar erst, nachdem daß Schöffengericht den Mühlhäuser verunheilt und dieser gegen die Verurtheilung Berufung bei der Strafkammer verfolgte. Hier beschwor der Feuerstein entgegen den Angaben anderer Zeugen, Becker habe, mit einer Schippe in der Hand, dte Tätlichkeiten am 27. April begonnen, er habe den Mühlhäuser zuerst geschimpft und sei dann gleich thätlich geworden. Andere Zeugen stellten in Abrede, daß Becker bet dem fraglichen Vorfall in der Fürstenftraße überhaupt eine Sch ppe in der Haud gehabt habe. Der Angeklagte behauptet, dte Wahrheit beschworen zu haben. Der Mitangeklagte habe zwar vor dem Termin in Gteßeu mit ihm gesprochen und ihm in Aussicht gestellt, die Zeitversäumntß rc. zu vergüten. — Der Angeklagte Mühlhäuser bestreitet entschieden, irgend Jemand beeinflußt zu haben, in seiner Strafsache ein günsttgeß Zeugniß sür ihn abzulegen- am Allerwenigsten habe er dteß betreffs des Feuerstein gethan. Dte Zeugen, welche er zu seiner Entlastung vor die Strafkammer habe laden laffeu, hätten sich ihm freiwillig angeboten. LandgerichtSrath Wehner bekundet, welche Gründe für dte Strafkammer am 2. November vorliegend waren, die beiden Angeklagten in Haft zu nehmen. Dem Feuerstein sei ganz aussührltch vom Vorsitzenden die Bedeutung deß E des klar gemacht worden, eß sei ihm gesagt worden, er solle sich nicht unglücklich machen. — LandgerichtSrath Schmeckebecher schildert ebenfallß seine Wahrnehmungen, die er als Bei- fitzender der Strafkammer gemacht hatte. Der ganze Eindruck in der Verhandlung am 2. November war der, daß fraglos Feuerstein falsch geschworen, einen Anhaltspunkt, daß Mühlhäuser diesen zum falschen Eid verleitet, hatte die Strafkammer nicht, wohl aber bestand der dringende Verdacht der Anstiftung durch irgend Jemand . und als Nächster hierzu vermuthete das Gericht den Mühlhäuser. Die folgenden Zeugenaussagen find nicht von Belang- characteristisch ist diejenigedeß Taglöhners RohlShausen vou Bad-Nauheim. Derselbe erklärt, Mühlhäuser habe ihm getagt, der Becker habe ihn gereizt und ihm weiter erklärt, er wolle ihn alS Entlastungszeugen angeben, er habe ihm auch 1 Mk. Reisegeld auSgehändigt, so daß er zu dem Straf- kammertermiu gefahren sei, aber dort nicht vernommen wurde. DaS Reisegeld hat Mühlhäuser dem Zeugen erst am TermiuS- tage vor der Abreise am Bahnhof gegeben. Auf die Frage der Vertheidigung, wieso der Zeuge, wenn er doch gar nichts von dem ganzen Vorfall gewußt habe, die Reise nach Gießen habe machen können, sagt RohlShausen, er habe doch in Gießen zu thun gehabt und habe fich gesagt, er könne ja auch mit nach Gießen fahren, wenn eS ihm nichts koste und sehen, wie die Sache vor Gericht auSgehe. Der Vorfitzeude ermahnt den Zeugen, der nach feiner Vernehmung vereidet werden soll, unter dem Hinweis, daß er bet der Sache eine sehr zwei« heutige Rolle spiele, zu bedenken, daß er fich ja nicht mit einem falschen Eide belasten solle, er sehe, wohin dies führe. Der Zeuge erklärt, seine Aussage, wie er sie gemacht, sei wahr, er könne dieselbe beschwören. — Affeffor Römheld protestirt gegen die Vereidigung dieses Zeugen- derselbe sei verdächtig, bet dem in Frage kommenden Verbrechen, wenn eS wirklich begangen worden, Mitthäler zu sein. DaS Gericht beschließt deffen Vereidigung. W. Gieße«, 9. December. Heute Morgen wird in der Zeugenvernehmung fortgefahren. Der Bürgermeister Joh. Woerner von Bad- Nauheim gtrbt über den Angeklagten Mühlhäuser daß folgende Zeugniß: Derselbe fei ein arbeitsamer, fleißiger Mensch, der, wenn er auch nur ein kleines Geschäft habe, doch einen seltenen Unternehmungsgeist habe, er sei gutmüthig aber auch manchmal vorlaut und lasse sich leicht vom Zorn hinrrißeu. Ueber den anderen Angeklagten und die betheiligten Zeugen kann der Bürgermeister NachtheiligeS nicht sagen. Der Zeuge RohlShausen erklärt auf Befragen der Vertheidigung, er sei wegen eineß Vergehens oder Verbrechens nicht bestraft. — Der Zeuge Heues erklärt, Mühl- Häuser habe ihm niemals angesonnen, etwas Falsches vor Gericht zu sagen. Damit ist dte Beweisaufnahme beendet. Dte den Geschworenen vorzulegenden Schuldfrogrn gehen dahin, wegen Awbrofius Feuerstein auf Meineid- wegen Mühlhäuser erstens auf Anstiftung zu dem Verbrechen, zwei« tens auf Verleitung des RohlShausen zu einem falschen Eide. PtrmWo» * Amtliche Briefwaagen für daß Pnbliknm. Eine prac« tische Neuerung findet auf einem Poftamte in Berlin großen Beifall. Um nämlich unnöthigeS Fragen und AuS- kunftholen möglichst zu vermeiden, ist tm Borraume der AdferligungSstellen (Schalter) an geeigneter Stelle eine Briefwaage zum Gebrauche für daS Publikum ausgestellt worden. Da diese Waage so constrnirt ist, daß sie biß 500 Gramm zeigt, so kann auch bei umfangreichen Drucksachen, Waarenproben u. s. w. die Schwere der Sendungen abgelesen und danach das Porto bezeichnet werden. Vorerst ist diese Briefwaage zur Probe eingestellt worden. Wenn fich die Einrichtung bewährt, sollen alle größeren Postämter mit derartigen Waagen versehen werden. * 3« Calloa über dte Alpe«. Wie dte franzöfische Zeitschrift L’Atirophile berichtet, baut augenblicklich der bekannte Luftschiffer Spelterini aus Ba^el in der Fabrik deß Herrn Bssaoyon in Pariß einen 3250 Cubikmrter großen Luftballon auß bester chinesischer Seide für den ausschließlichen Z oeck, mit demselben Ballonfahrten Über die Alpen zu unternehmen. Dte sehr große Festigkeit der Seid: beträgt ca. 1500 Kilogramm pro Quadratmeter. Bet diesen Fahrten werden dte jetzt sehr vervollkommneten Apparate deß Physikers Catlletet mitgenommen, dte den Zweck haben, Luftproben den höchsten Schichten der Athmospäre zu entnehmen. Außerdem gewinnen dieselben dadurch ein hohes wiffenschaft- ltches Jntereffe, daß der bezeichnete Geologe Albert Heim auß Basel mitsahren wird, der über die Bildung der Alpen- kettcn neue Theorien aufgestellt hat. Derselbe spricht uäwl'.ch die Ansicht auS, daß dte AlpengebtrgSzüge nicht durch Hervortreten der Erdschichten entstanden find, sondern durch daß Zusammenfällen der dazwischen liegenden Schichten infolge der langsamen Abkühlung der Erdoberfläche. Spelterini und Heim werden vom Ballon auß zahlreiche Photographieen der Alpenkette aufurhmen. * Unangenehme Verwechselung. Dame des Hauses: „Johann, hier bringe dem Herrn Lieutenant von Plottwitz diese Einladung- wir ließen ihn sehr bitten, zu kommen, eß ist nur eine beschränke Anzahl von Personen geladen." — Johann (bei dem Lieutenant): „Die gnädigen Herrschaftev ließen den Herrn Lieutenant recht sehr bitten, zu kommen, eß ist nur eine Anzahl von beschränkten Personen rin- geladen." fheratut uub — anff ort a. M., 8. December. (Schauspielhaus). Ludwig Fuldas „Jugendfreunde" gingen am Dienstag hier in seiner Valerstadt in Scene. Das schwankartige Lustspiel, welches bei einem an fich faden Stoff sehr geschickte Verwickelungen aufweift, erhielt seinen lauten Beifall keineswegs ohne jegliche Opposition. DaS Zusammenspiel war ausgezeichnet. Die ernsten Rollen wurden von Herrn Bauer und Fräulein Landori ganz vorzüglich durchgesührt. GotteMeufl in der Syuagog' Samstag den 11. December 1897. Vorabend * 4 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr SchrtfterklLnrrrg, Sabbathausgang 5W Uhr. Gottesdienst der iSraelittschm Religiousgesellschaft Sabbathfeier am 21. December. Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Vormittag 8" Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang b" Uhr- Nachmittag 2» Uhr ed)rifterfiartittfl Bahnhofstr. 60. Wochengottesdienst Morgens 7" Uhr, Abends 4 Uhr. CauO- unO VoUkswipttzsehaft. — w. Kietzen, 9. December. Der vorgestrige Kuhmarkt hatte einen Austrieb von 600 biß 700 Stück, darunter etwa der dritte Theil Kälber und Rinder. Es waren wenig Käufer am Markt, so daß der Handel besonders in Milchvieh flau war und die Waare im Vergleich zu den am letzten Markt erzielten nur zu weichenden Preisen unterzubringkn war. Ebenso schlugen die Preise für Kälber unn Rinder «ine Kleinigkeit ab. Es wurden gehandelt: Milchkühe, 1. Qual., 400 bis 480 Mk., 2. Qual. 325 bis 375 Mk., 3. Qual, war sehr billig zu haben. Kälb-r kosteten schwere Waare 56 biß 58 Mk., leichtere Waare 48 bis 52 Mk. pro 100 Psd. Schlachtgewicht. ttWchNRD, 8. December. Fruchtmarkt. Roth er JL 16,73, weißer Weizen X. 00.00, Koru X 11.09, Gerste X 10.45, Haier X 6.91. — Bei der Expedition dieses Blatte« gingen aus ergangene Bitte sür da« in «oth befindliche Früvlei« ein: Von B. 1 X, Frl. B. 3 X, S. F. H. 5 X, zusammen 9 X Weitere Gaben werden dankend entgegengenommen. Wir bitten unsere verehrten Abonnenten, etwaige vorkommeude Unregelmäßigkeiten in der Bestellung des Blattes sofort auf nuferem Bureau zur Anzeige zu bringen, denn nur daun ist es uns möglich, für fofortige Abhilfe Sorge tragen zu können. Exped. d. „Gießener Anzeigers". BehördlicheAnzeigen Bekanntmachung. In Bezug auf die Geschäfts- Ordnung de» unterzeichneten Gerichts ist der allgemeine Gerichtstag auf Donnerstag von 9 bis 12 Uhr Vormittags sowie von 2 bis 5 Uhr Nachmittags und die Zeit für die Sprechstunden des Gerichtsschreibers auf werttäglich von 10 bis 12 Uhr Vormittags festgesetzt. Lich, am 6. December 1897. Großherzogliches Amtsgericht. Süffert. 41185 Kohlheyer. Versteigerungen/ Immobilien und Mobilien Nächsten Donnerstag, den 16. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, soll die bei Großen-Buseck gelegene sogen. Weißmühle mit ungefähr 15 Morgen Land und die darin befindlichen Mobilien Erb- vertheilung halber öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden, sowie 11185 2 Pferde, 3 Kühe, 1 Simmen- thaler Bulle (*/< Jahr alt), 3 Mastschweine, 3 Zuchtschweine, 12 Hühner, 3 Wagen, Pflüge, Egge u. s. w., ein großes Quantum Hru, Grummet und Stroh, 100 Centner Dickwurz, 50 Centner Kartoffeln u. s. w. Der Vormund. Heinrich Wagenbach IV. Ät MlaWass. Freibank. 11170 Heute und morgen: Rindfleisch, nicht lademein, per Pfd. 52Pfg. Schellfische treffen heute ein bei 616 A. & G. Wallenfels. Marktplatz 21. — Fernsprech Nr. 46. NulUltlichk Mateu für ftiueu Sackerei empfiehlt in besten Qualitäten zu billigsten Preisen 11200 Robert Stuhl. KAFFEE roh von 80 Pfg. bis 1,60 Mk. gebr. von 1,00 bis 1,80 Mk., empfiehlt 11199 Robert Stuhl. Pumpernickel "ät ä G. Walleufels, 392 Markt 21. — Telephon 46. MW m m MS Brikhl’sche [nieersitäls-teb- 'M Suindratkerei (Pietaeh * Scheyda) Verlag des Giessener Anzeigers 7 SohalitraaBe 7 einp*«hlt lieh «ar Anfertiffwif aller Buchdruck-Arbeiten in eleg&itaa Sehwan- and ParteadrucL Reichhaltige Auswahl practUcher Geschenke in allen Preislagen u. Arten Rein Nickel- u. vernickelte Waaren aus den hervorragendsten Fabriken. Stets assortlrtes Lager in Nickel- und Kupfer-Kochgeschirren. Gegründet 1866. Giessen Seltersweg-Plockstr. ......................... WMMchtsMmk '*** - . ...< .«a otnnf. Mo 112 11202 emphhle Ecke Löwengaffe Bahnhofstraße 23 Marktfiraße 4. 11183 stkfucht 8"^Vergnügungen™l Schriftliche Offerten unter K. V. 11179 kaCÄrksvl KU ffmehllinn Restaurant Seltersweg 87 Tuchhandlung (Siti Lthvlinst, 'Sittit jiötDPtt lcher ein gutes Handwerk erlernen IT fc.l fnfnrTinvr Qrthnnrr rt Ahinfi flfiudlt. Teltersweg 19. 11193 Achtung*! Achtung I 11184 Eine Anzahl i. 2. 4. Seltersweg Fr. Schubert. Stellen-Angebote. 11186 zum Verkauf. Arbeit 11178 Stereotyp», KckmMil. Bathbinderei a) b) c) Andante in Fis-moll Scherzo in A-dur Marsch in C-dur (Original vierhändig) Musik zu A. Drama Solovorträge Einen Aasergesellen (Rabrnenrnacher) sucht für dauernde befördert die Expedition dieses BlatteS, wo eoentl. auch nähere Adresse zu erfahren Erete Suite für Orchester, Daudet’s gleichnamigem George Bizet. für Pianoforte: Zwei schöne, sprungfähige Timmenthaler Bullen stehen Zimmer sches Hofgut Winnerod. Station Reiskirchen. Ouvertüre zu „Sakuntala“ op. 13 Carl Goldmark. Concert für Pianoforte mit Begleitung des Orchesters in D-moll (Manuscript) B. Scholz. Unter gefälliger Leitung des Compo- Jagd- und Sport-Ausrüstungen. Denkbar größte Auswahl aller Artikel zu billigsten Preisen. SMF Keine Bararwaare! TWE ims allen Denen, die uns aus Anlast unserer gestrigen silberueu O K Hochzeit mit Gratulationen und Geschenken erfreuten. 11W ® Julius Bräutigam und Frau. A Kretzschmar Marktplatz 82. welcher — „---- v-------- , will, bei sofortiger Lohnvergütung gesucht. Wo? sagt die Exped d. Bl. 11180 6. Wieoerts Filiale (Inh. W. Ullrich) empfiehl»: 11194 ttitt ovsgelastenes Lchweineschmal, h Pfd. 5U Pfg, bei 10 Pfd 48 Pfg., fste. holl «argarive, ä Pfd. 70 Pfg, echte WesiphLl. echiuke«, im Ganzen k Pfd 86 P'g, echte «othaer Cer- velatwvrst, k Pfd 1,40 Mk., Brau«' schweiger Servelatmvrst k Pfund 1,20 Mk., Nürnberger Oüse««a«l salat, k Pfd. 60 Pfg., pa. Schweizer, Holländer und «damer Käse stets frisch im AuSschr.iit. Schirme welche bei der Fabrikation (oft wegen kaum merklicher Fehler) ausrangirt wurden, werden sehr billig abgegeben. Tuchstoffe (la. deutsche und englische Maare) in allen Preislagen. Guter wachsamer Hofhund (Schäferhund) zu verkaufen. 11201 Pulver«» ühlr. Cabliau, Schollen, Flußhechte, Tafelzander eingetroffen, Schell- 3* fische zum Backen per Pfo. 25 Pfg. * Promptester Versandt nach AuSwärtf. VorauSbestellung-n erbeten, J\ M. Schulhof, 11163 5 A. Kilbinger, Seltersweg 19. ^abrieatiou und Lager aller Reit-, Fahr» und Stall' Utensilien. Luxus Wagen uud Schlitten. ReiscArtikel in jedem Genre. •in dreiarmiger Petroleum-Lustre, fast neu, wegen GaSeinrichtung billig zu verkaufen. Zu erfragen in der Expedition dieses Blatte«. 11181 Drittes Concert (103. Concertjahr) Samstag, ll.Decembei*1897 Abends 6 Uhr Im Saale des Gesellschaftsvereins unter Leitung des Grossh. Universitäts - Musikdirectors Herrn Gustav Trautmann. Mitwirkende : Sollet: Herr Professor James Kwast (Clavier), Orchester: Homburger städtische Kurkapelle und andere geehrte Künstler. Kistchen mit verschiedenen Weinen Secl, Cognac, Cigarren rc. in allen Preislagen. F. Schott, sehr preiswerth. Scheel 4* Comp Sämmtliche Aackzuthaten zur feineren Werbnacht^däckerei, sowie ff Rum, Arrac und Punsch-Essenzen empfiehl in nur la.-Qualitäten billigst 11205 G. Herbordt, Marktplatz 18. Entlaufen schwarzer langhaariger Jagdhund, auf den Namen Hector hörend. Gegen Belohnung abzugeben 15 Nourn Baue 15. Zur Saison empfehle meine große Auswahl Winterschuhe owie sämmtliche Sorten von Schuhwaaren. Große Auswahl in Kiuderschuhcu und -Ttiefelu, ferner Ühre die berühmten Goodyear Welt-Schuhwaaren. tzochfeiiie Gfßsikrs-Ktiefel i« fach, ßalblkiikr n. f. w. Gummischuhe in sämmtlichen Preislagen. Austerdem empfehle alle Gebrauchsartikel zu Schuhwaaren, wie Eiulegesohleo, Lacke ui verschiedenen Arten und la. Qualitäten bei bekanntlich reeller und preiswerther Bedienung. Gute und in jeder Hinsicht practische Consiruction und Erfahrung, sowie Mannigfaltigkeit der Formen und Maaße, sind Eigenschaften meiner Schuhwaaren, die auch den weitgehendsten Ansprüchen genügen und jede« Bedürfniß zu befriediaen geeignet sind. 11203 L. Bernhardt, Neuen Baue 15. Auskrtiglwg nach Maaß, sowie Nkparatureu gut uud billig. El« Fahrbnrscbe wird gesucht. 1119b I. Weisel. Mineralwafferhandlung. 11179] Für ein Fabrikcomptoir per sofort oder Arühjahr unter sehr gü« 'igen Bedingungen ein Gasfernzünder System Schöffe* und »alter. Best bewährtester Gasfernzüuder. In Gießen bereits 1OO Stück im Gebrauch 11191 General • Vertrieb War Wkißdöcker, Kikßen. Donnerstag uud Freitag, deu 9. uud 10. Deeember: Grosses Concert ausgeführt vom 11198 Kölner Trio. Neues Programm. Anfang 8 Uhr Abends. Giessener Concertverein. ^^ermiethungerL1^ 11182] Schöne S Aimmerwoh««vg im 2. Stock, mit abgeschlossenem Corridor, Wafferleitung und Bletchplatz, und ge» räumtgeS freundliches Wansardenlogis zu verrnieihen. Wetzsteinstr. 44, nächst der Nordanl. 11187J dHdhltrtr# A mmer, besseres, für Monat Januar gesucht. Offerten mit Preisangabe erbeten sub. A. 0. 101 postlagernd Wetzlar.____________________ nisten. 3. L'Arlesienne. Telephon 119. » 11198] Sin <cnS, zu verlässige« P'erb ;u verkaufen Herrn. Euler, MäuSburg >10öi] «Semtn« der «üncheaer Sunst Ausstellung, W Kaiser Wilhelm II., Gravirung von Lenbach Größe 113X93, zu verkaufen. Weserstr. «, Hinterhaus Glasermeister Wolf, Bahnbofstr. Kassierer. CauttonSfädiger Kassierer für Sonntag« gesucht. Offerten unter F. 11190 an die Expedition dieses Blatte« 11190 stfrischgeschoffene Hasen sowie Red im Ausschnitt empfiehlt 11204 A. ASrb «we , MäuSburg 9. AlspaffklldkksWrihiiaihtsgkschknk empfehle ich eine große Partie selbst angefertigte schwarze 112<8 Muffen zu wirklich billigen Preisen von Bitte. Angesicht« des raten WethnachtsfesteS werden edle Menschenfreunde gebeten, einem schwergeprüften, in sehr bedrängter Lage befindlichen betagten alleinstehenden ?fräulein (Beawtentochter) ein LiebeS- chersieiu ivzuwenden- Philipp. 4,5. Evr. 19,16. Gaben nimmt die Expedition dieses Blattes gerne entgegen. ___________ Der Ikidkndru Mtuschheii bin ich gerne bereit, ein Getränk (weder M.dicin noch Geheimmittel) ««entgelt' ltch namhaft zu machen, welche« mich von langjährigen Magenbeschwerden, Appetttlosigkeit und schwache Verdauung befreit hat- 11206 Th. Dreyer, Hannover, Haltevhoffsttatze 8. 11207] Gestern nach dem Theater Schleier verl. Gea. Belohn, obz. Ludwigstr. b. Aufangsgrhait 100 Mark. Wir suchen für unsere Lebens «Nd «inderverstchernng ohne ärztl- Untersuchung mit wöchenil. Prämienzahlungen Personen au« allm Ständen al« Vertreter. Intelligente u- sie ß'ge Herren, welche sich ausschließlich diesem Fach widmen wollen, belieben Off upt. F. 11189 in der Exped d. Bl- niederzulegen. (11189 5. Symphonie Nr. 1 in C-moll, op. 68 J. Brahms. Der Concertfliigel von Steinway-Sons in New-York und Hamburg ist aus dem Piano-Magazin von C. A. Andre in Frankfurt a. M. Eintrittekarten zum Concert für Nichtmitglieder zu Mk. 2.50 (Sperrsitz Mk. 3.50) sind in der Musikalienhandlung von Herrn Ernst Challler (Rudolphs Nachf.), für Studirende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigtem Preise zu haben, zur 11023 Hauptprobe um 11 Uhr Vormittage Mk. 1.—, Schülerkarten Mk. —.50, nur in der Musikalienhdlg. Ernst Challler (Rudolphs Nachf.). — Ebendaselbst sind die Musikführer zum Preise von 20 Pfg. zu haben. Giessener Stadttheater Areitag de« 10. Drremder 1807 r Auf vielseitigen Wunsch zum 3. Male! Der (6i)mnüfifllbirrdor. Schauspiel in 4 Acten von Eugen Zabel und Alfred Book- Btbacrton: K. 6d)toba. — Irud >int Verlag brr krüblichen Universiläte-Vuch. und ßteinbrntferti (Pietsch A Scheyda) bi Gießen. Die heutige HlumAcr umfaßt 8 Seite«.