16 8 Wh 7""^- Kimmen schänd. 1«. Cctl, J*- Ä"’ ier des ?Ä ftäy’Ä Mr.; Tich. ,u' bd^eter SerJ 9306 Enkarten 30 Psg ^vorstau^ A ichf. Ttadt Gieße»" i> inem Theile der Lapell, Unsere Freunde nM Das Comite. 8145 ober. 7K er Wohnung. Weide» Roese, ib Fechtlehrer. quelle) am ren Gicht, Sl?ree-1 ries. .Vieren-, Bl» ?, BheumstUmu terlelbsleWen, Hb optung. Vewandt de iuchaanwe'iBüng) dirti * - direct durch & ag m SalsgcWlri- ranke i Coblenz a, Rh [inderbemittelte bei miW« Besitzer Dr. eed. WU- . Brebmer'e HeÜMiiaH" soososso maschine w bje weltbekannten W ff- 1 chinen J 8902 1 zrechaniter, 6 eg 46' tr-ec $ 8704 er-Saison Cie-i . jj, Nr. 238 Drittes Blatt. Sonntag den 10. Oktober isay Der Oleßeaer A«reiger erscheint täglich, Wit Ausnahme bei Montagl. Die Gießmer »•«Ititemtür »erben dem Anzeiger »Gchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Keneral-Mnzeiger. Vierteljähriger ASonnement» preis v 2 Mark 20 Plg. mH Bringerlohn. Durch die Post bezoges 2 Mart 50 Ps^ »edaction, Lxpebttio« und Druckerei: Schntstrntze Ar.^ Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. I. — Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fnlgenden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Hratisöeilage: chießener Kamikienökätter. --"" ■ ■ ----- * ■ ■ ' 1 ' ..'■JBh Alle Annoncen-Bureaux bei In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Politische Wochenschau. Zwei europäische Länder haben im Laufe der letzten Woche neue Cabinette erhalten: Griechenland und Spanten. Mit der Bildung des MtutsteriumS ZaimiS in Athen ist die orientalische Frage anscheinend um einen Schritt der Lösung näher gekommen, so daß ein baldiger Abschluß deS definitiven Friedens zwischen Griechenland und der Türket erwartet werden kann. Der griechische Unterhändler, Fürst Maurokordato, ist bereits nach Konstantinopel abgereist, wo er von seiner früheren Thätigkeit her — er war längere Jahre Gesandter Griechenlands bei der Pforte — in gutem Audenkeu steht und am besten die Jntereffen Griechenlands wahrnehmen kann. Man erzählt, die Türket zeige sich sehr entgegenkommend; das würde nur ihrem bisherigen Verhalten während deS ganzen Streitfalls entsprechen, wobei sie eiue große Mäßigung an den Tag gelegt har. DelyanniS und die anderen Führer der Opposition haben sich jetzt bereit erklärt, das neue Cabinet ZaimiS zu unrerstützeu, so daß «au anuehmen darf, die griechische Kammer werde den Friedensvorschlägen ihre Zustimmung geben und insbesondere der europäischen Finanzcontrole nicht länger widerstreben. In letzter Zeit macht die Kretafrage wieder von sich reden. Raub und Plünderung find auf der Insel an der Tagesordnung — trotz der Anwesenheit der internationalen Truppen, die nicht vermocht haben, Ruhe und Ordnung wtederherzustelleu. Man kann eS dem Sultan nicht verdenken, daß er die Einmischung der Mächte ablehut, umsoweniger, als an den fortgesetzten Unruhen die Christen einen großen Thetl der Schuld tragen, welche am liebsten die Muhamedaner ganz aus Kreta verdrängen möchten. Spanien hat jetzt wieder ein liberales Regiment, seitdem Sagasta die Zügel führt. Daß nun auch in den demnächst neuzuwählenden Cortes eiue liberale Mehrheit erscheinen wird, ist so sicher wie daS Amen in der Kirche. Denn jede Regierung sorgt mit allen Mitteln dasür, daß sie im Madrider Parlament die Majorität besitzt. UebrigevS lauten die Nachrichten auS Spanien jetzt sehr optimistisch; Sagasta scheint der sicheren Erwartung zu sein, auf Cuba die Ordnung wiederherstellen zu können. Zu diesem Zweck hat der Ministerrath der Insel die Autonomie gewährt, aber den Fortbestand der Souzeränetät Spaniens ausdrücklich betont. General Wehler soll abbrrufeu und durch General B'ancS ersetzt werden, welcher den Auftrag hat, die brschlosienen Reformen zur Ausführung zu bringen. Hätte man schon längst das System der Grausamkeit und Ausbeutung aus Cuba abgeschafft, so würde man viel Menschenleben und großen Verlust au Nationaleigenthum erspart Haden. Der wirrhschaftliche Niedergang Spaniens wäre nicht so groß geworden, daß eS fraglich erscheinen muß, ob auch Sagasta in der Lage ist, die inneren Verhältnisse seines VaierianceS zu saniren. Etwas wird hierzu schon beitragen, daß das Selbstvertrauen wehr und mehr wtederkehrt und daß anscheinend ein Confliet mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika auSgeschloflen ist. Kritisch liegen fortgesetzt die Dinge in Oesterreich, wo Scandalscenen im Abgeordoetenhause an der Tagesordnung find und immer wieder auf den Natioualitäteohaß zurückzuführen find. Zu Beginn dieses Jahres, als Graf Badent die Unmöglichkeit einsah, mit dem Parlament weiter zu regieren, reichte er sein EntlaffungSgesuch ein, welches leider nicht genehmigt wurde. Heute dürfte er wieder vor derselben Nothwendigkeit stehen, da die slavisch clericale Coalition im ReichSrathe auseinander zu gehen droht, womit die Regierungsmehrheit, welche Badent mit so vieler Mühe geschaffen hat, wieder zerstört werden würde. Jedenfalls liegen die Verhältnisse zur Zeit in Oesterreich äußerst schwierig, eine baldige völlige Systemveränderung erscheint dringend geboten. Bei uns in Deutschland beginnt fich daS politische Leben wieder mehr bemerkbar zu machen. Der BundeSrath hat seine Sitzungen von Neuem ausgenommen, womit die Ge- setzgebungSmaschtne wieder in Gang gebracht worden ist. Wenn auch über den Termin deS RetchStagSbeginuS noch Nichts verlautet, so wird aber doch schon gemeldet, welche Vorlagen dem Reichsparlameute zugeheu sollen und welche nicht. Zu den letzteren gehören die VerficherungSnovelle und die Strafprozrßnovelle. Um dem allgemein hervorgetretenen Wunsch nach einer Ergänzung der strafrechtlichen Bestimmungen einigermaßen gerecht zu werden, soll dem Reichstag ein Gesetzentwurf über die Entschädigung unschuldig Verurtheilter vorgelegt werden, der dem BundeSrath bereits überwiesen worden ist und von diesem voraussichtlich auch gebilligt werden wird. Im Uebrigen scheint die Regierung die Absicht zu haben, auf einzelne Wünsche deS Volkes mehr einzugehen. So soll ja, wie bereits gemeldet wurde, der Flottenbauplan nach seiner endgiltigen Feststellung der öffentlichen Kritik unterbreitet werden, und jetzt verlautet sogar, daß auS eigener Initiative der verbündeten Regierungen dem Reichstag ein Gesetzentwurf zugeheu soll, der das Verbot der Verbindung politischer Vereine unter einander aufhebt. Freilich hätte die Regierung diese« Ziel bequemer erreichen können, indem sie einfach der betreffenden Resolution deS Reichstags zustiwmte, aber wir find schließlich zufrieden, wenn auf anderem Wege jene veraltete Bestimmung aus der Welt geschafft wird. Noch immer nehmen die Besprechungen über die Marinebaupläne einen breiten Raum ein, noch lebhafter wurde aber in der abgelausenen Woche die Frage behandelt, wie oft Reichskanzler Fürst Hohenlohe bereits sein EntlaffungSgesuch eingereicht habe. Ein Blatt hatte gemeldet, daß die- schon dreimal der Fall gewesen sei, worauf ein Demrntiren in der Prrffe entstand, daß eS nur so eine Art hatte. Wir wollen unS hier aller Erörterungen enthalten und ruhig abwarten, was die nächste Zeit bringt. Da selbst offic ös bediente Blätter zugebeu müffeo, daß bezüglich des Schicksals der Militärstrafprozeßreform noch Alles unklar und unficher liegt, so wollen wir auch diese Frage hier nicht entscheiden. Die Angelegenheit soll ja an einer Stelle liegen, auf welche ei« Einfluß von außen her nicht auSgeübt werden kann, (xx) Deutsche» Reich» — Zehnte General-Versammlung des Evangelischen Bundes zur Wahrung der deutsch- protestantischen Interessen in Cref.'eld. Den Abschluß deS 6. October bildete ein öffentlicher Festabend i« großen Saale der Stadthalle. Nachdem das Lutherlied, von der Festversammluog stehend gesungen, unter Orgel- und Posaunenbegleituug durch den Saal gebraust war, begrüßte der Vorsitzende, Pfarrer Lic. Eoerltng (Crefeld) die Versammelten. Es folgten Vorträge der Gesangabtheiluug des Evangelischen Bürgervereins und des PosaunenchorS des Evangelischen Jüngltngsvereins, darnach eine Ansprache deS Frhru. v. Plettenberg-Mehrum über die Bedeutung des Evangeliums und de« deutschen Protestantismus für unser Staat»- leben. Der Redner schilderte in großen geschichtlichen Züge» die Entstehung deS PapstthumS und des heil, römische« Reiches deutscher Nation, dem er als Gegeubild die Entwicklung des brandenburgisch-preußischen Volke» und daS neue deutsche Reich unter einem protestantischen Kaiser gegeuüber- stellte. — Infolge deS fortwährenden Andranges war inzwischen der anstoßende Theatersaal geöffnet worden, und eia Theil der Ansprachen wurde nun auch dort gehalten. I« Hauptsaale sprach zunächst Pfarrer Kremer» (Kirchenbollea- bach) und schilderte den UltramontaniSmuS als die schwerste Gefahr für unser Volk; denn die Socialdemokratie könne schließlich doch innerlich überwunden werden, der Ultramon- tantSmu» sei unheilbar, und die stramme Organisation der Socialdemokratie vur ein Spinngewebe gegenüber den eiserne» Ketten, mit welchen der PapiSmuS durch die religiösen Bruderschaften die Gewtffen der Gläubigen unfehlbar binde. I« Nebensaale redete Profeffor D. Haupt (Halle) über den Unglauben als die größte Noth der Zeit, eine Ansprache, die er auf allseitigen Wunsch schon zu vorgerückter Zett auch im Hauptsaale wiederholte. Er zeigte, wie der Unglaube nicht dlos im Materialismus besteht, sondern wie eS auch eiue Form giebt, wo er genau so ausfieht wie der Glaube, w» er himmlische Ziele mit irdischen Mitteln verfolgt. Dadurch werde tu der römischen Kirche die ganze Scclenpflege im Beichtstuhl nur zu einem Mittel für äußere Macht. Dem gegenüber müffe der Glaube eine persönliche That de» Einzelnen werden. In der römischen Kirche glaubte die Kirche, und der Einzelne habe sich nur von der Kirche leiten zu lassen. DaS stumpfe die Gewissen ab, und deshalb war der Ausgangspunkt der Reformation die Wiedererweckung des Gewissens. Alle scheinbaren Niederlagen deS Christenthum» sind Siege geworden, denn durch Christum ist erst der Glaube Feuilleton. Seine kleine Cousine. Bon Michel Triveley. (Fortsetzung.) Die Hand im Wasser, stand daS junge Mädchen da und dachte nach. Also Jean sollte fich verheiratheu. Seit den zwei Jahren, die fle im Hause der Tante war und für ihn sorgte und schaffte, hatte er nicht» gesehen, nichts erratheo. „9tin, geht» besser?" fragte Madame Clodat, al» Alice noch immer nicht zurückkam. »Ja, liebe Taute; es ist gut. Noch ein bischen Heft- Pflaster, und es ist nichts mehr zu sehen." In der That war der kleine Verband in einer Minute gemacht und Alice eilte wieder nach dem Eßzimmer. Die beiden Damen saßen wie gewöhnlich am Tisch, mit tirct Handarbeit beschäftigt. ES herrschte eine Weile Schweigen, das Madame Clodat -«erst unterbrach. »UebrigeuS, liebe Alice, ich habe Dir etwas zu sagen." »Was denn, liebe Tante." „Wegen Deines Verhaltens, daS Du Jean gegenüber «ach feiner Berheirathung anuehmen mußt. Ich habe Dir biis jetzt nichts gesagt, denn ich hielt die Sache für unwichtig, d,a Du ja noch ein Kind warst . . . Doch jetzt gehst Dn im Dein zwanzigstes Jahr und da ist eine größere Zurück- Haltung erforderlich —" Alice riß erstaunt die Augen auf. „Jawohl — Du dutztest bisher Deinen Vetter — mich gentrt es ja nicht, aber eS kann seiner Brau; doch unangenehm sein." „Ich werde Jean nicht mehr dutzen, liebe Tante." „Du redest auch zu viel mit ihm. Du fragst ihn nach allem Möglichen. Manchmal streitest Du Dich sogar mit ihm herum. Allerdings antwortet er Dir mit der größten Zuvorkommenheit . . und ich gestehe Dir sogar, daß er fich im Allgemeinen nicht bei Deinem Gesrwätz zu langweilen scheint . . . Aber daS ist gleich, Du mußt den Schein wahren . . Ich möchte um keinen Preis, daß Fräulein Henriette, wenn fie hrrkommt, finden würde, daß Du im Hause meinem Sohne gegenüber eine Stellung eiunimmst, die Du in Wirklichkeit nicht hast." „Schön, liebe Tante I" „Und hüte Dich namentlich, Fräulein Henriette al» Deinesgleichen zu behandeln. Wenn fie die Frau meine» Sohnes wird, hat fie von Deiner Seite Rückfichten zu beanspruchen." „Ja, liebe Tante!" „Gut, liebe Taute! . . . Ja, liebe Tante! Du gibst Deine Antworten mit einer Miene deS Widerspruch», liebe Alice, die durchaus nicht am Platze ist. Diese Heirath scheint Dir zu mißfallen? Soll Jean Dich etwa nm Deine Meinung fragen?" Obwohl die arme Alice fich vorgenommen hatte, ihren Lummer nicht zu zeigen, brach fie doch bei den letzten Worten ihrer Tante in Schluchzen auS. „So! Jetzt weint fie auch noch! Ach, diese kleine GanS!" Und als die Thränen nicht aufhörten, fuhr fir fort: „DaS Fräuleln ist heute Abend nervös, wie eß scheint — ganz wie ein reiches junge» Mädchen! — Na, wie Du willst, meine Kleine, wie Du willst! . . E» ist zehn Uhr, ich gehe zu Bett . . Wenn Du Dich beruhigt hast, kannst Du e» ebenso machen. — Und wenn Dein Vetter nach Hanse kommt und Du zusälligerweise noch wach sein solltest, schicke ihn zu mir. Ich möchte wissen, wie die Sache ab- gelaufen ist." Dann warf sie noch einen letzten Blick auf da» arme Siud: „Noch immer weinen! Na, das werden wir aber gründlich ändern." In diesem Augenblicke befand fich Jean auf dem Heimwege von den Duboi», und zwar in ziemlich schlechter Laune. „Ist daS nicht albern," sagte er fich, seine Sigarrette rauchend, „alles ging so gut! . . . Ich war fest entschlossen und brauchte nur daS entscheidende Wort zu sprechen. Da stockte ich im letzten Augenblicke, als ob eine höhere Macht mich gezwungen hätte, auf meine Pläne zn verzichten." Sine Sekunde blieb Jean stehen, um fich eine neue Eigarrette anzuzünden. Dann fuhr er in seinem Monologe fort: „Aber waS habe ich diesem jungen Mädchen den« vorzuwerfen? Nicht». Sie ist reizend ... Und vielleicht hätte fie mich glücklich gemacht ... Ja, vielleicht . . . Aber gerade das „Vielleicht" ist sehr gefährlich, und wenn eS fich nm eine Heirath handelt, sollte man nicht „vielleicht" sagen." (Schluß folgt.) in die Seit gekommen. Darum wollen auch wir das Ge- lübde ablegen: Wir glauben. Außerdem sprachen im Neben- saale noch Pfarrer Thümmel auS Altena und Pfarrer Fiten, scher (Fürth), während im Hauptsaale Pfarrer Hackenberg von Hottenbach an ein Werk der Liebe erinnerte, daS in Baden unternommen worden ist, den Bau eines evangelischen DtaeoniffenhauseS in Freiburg. Seine Worte fanden offene Herzen und Hände- denn die Sammlung zu Gunsten der An» fialt ergab annähernd 1000 Mk., was dem Freiburger Pfarrer Dr. Hasenclever zu einer warmen Danketrede Anlaß gab. Der Donnerstag wurde durch eine geschlossene Mit- gltederversammluog au-gefüllt, in welcher der Jahresbericht durch den Generalsecretär Dr. Feh erstattet wurde und die inneren BundeSangelegeuheiten, Mtttheilungen und Besprech- nngen über die Presse, die Ausgestaltung und Ausbreitung des Bundes zur Erledigung kamen. I« Anschluß daran fand noch eine Sitzung des GefammtvorstandeS mir den Abgeordneten der Zwetgvereine statt. Ein Festmahl am Nachmittag und ein Geistliches Concert am Abend beendeten die zehnte Generalversammlung des Evangelischen Bundes. Cocelts «rrd Gießen, den 9. October. *• Warnung. Der »ReichSanzeiger* warnt vor Ge- fchäftSverbtodungeu mit einem gewissen JuleS H. Köller io Brüssel, welcher Anzeigen für ein von der »©odetö le ©lobt* herauSzugebendeS Weltadreßbuch sammelt. Die genannte Gesellschaft besteht seit Jahren gar nicht mehr. Köller ist in Hamburg, Aurich und Stuttgart wegen Betrug- gerichtlich verfolgt. ** Wetterbericht. Die Luftdruck Bertheiluug erfährt allmählich eine Umgestaltung. Im äußersten Nordwesten hat sich eine Depression gebildet, welche von ihrem Centrum nördlich der Schottland-Inseln bereit- einen sackförmigen Ausläufer südwärts entsendet und sich auch voraussichtlich nach dieser Richtung weiter ausbreiten wird. Hierdurch senkt sich das barometrische Maximum weiter gegen Süden und Verliert dabei an Intensität. Dasselbe weift heute zwei Kerne auf, den einen im Innern Rußland-, während das zweite vor dem Biskaya-See über Frankreich nach Deutschland herein ragt. Da- Gebiet niederen Drucke- im Süden löst sich langsam auf und waren am Morgen daselbst noch zwei flache Reste vorhanden- ein Minimum vor der Riviera, ein zweite- über Siebenbürgen. — Voraussichtliche Witterung: Kühles, im Norden heitere-Wetter, im Süden zunächst noch bewölkt aber trocken. §§ Lauterbach, 8. October. Am Sonntag den 10. October Vormittag- 11 Uhr findet hier im Rathhau-saal eine Versammlung sämmtlicher Bürgermeister unsere- Kreises statt behufs Wahrung ihrer Standesintereffen, um auch hier ein fogen. Unterverein, welcher zu dem großen ganzen Verein der Bürgermeister deS Großherzogthums Hessen gehörig zählt, zu gründen. ES soll nämlich eine Eingabe an Grobherzogliches Ministerium gemacht werden, um Gewährung eines StaatSzuschuffeS für die Landbürgermeister für die seitherigen unentgeltlichen Arbeiten als Unterbeamten der Staatsanwaltschaft u. s. w. Ferner soll eine Eingabe au Großh. Ministerium abgesandt werden, welche die Erhaltung der Ortsgerichte bezweckt. Diese Petition geht ebenfalls von sämmtlichen Bürgermeistern resp. OrtSgerichtSvorsteheru des Großherzogthums Hessen aus. Darmstadt, 6. October. Bon amtlicher Stelle wird den Darmstädter Blättern geschrieben: Trotz wiederholter Aufforderungen in der Presse scheint ein Thetl des Publikum- seine Neugier noch immer nicht soweit bemeistern zu können, daß eS unterlassen würde, den Allerhöchsten Herrschaften bei Ausgängen derselben in hiesiger Stadt auf Schritt und Tritt zu folgen. Da tu einem solchen ebenso zwecklosen wie weutg taktvollen Verhalten eine durchaus unerwünschte Belästigung der Allerhöchsten Herrschaften zu erblicken ist, so glaubt man nochmal- dem Wunsche Ausdruck geben zu sollen, daß auch der in Frage stehende Theil de» Publikum- zur Einsicht gelangen möchte, daß ein derartiges Verhalten den russischen Herrschaften den Genuß, sich in unserer Stadt frei von jedem Zwang bewegen zu können, nothweodiger- wetse verkümmern muß. nn. Darmstadt, 8. October. Se. Majestät der Kaiser und die Kaiserin von Rußlaud und Se. Kgl. Hoheit der Großherzog nebst Gemahlin besuchten heute Vormittag etwa eine Stunde lang das Möbellager der Firma Gebr. Trier und machten daselbst bedeutende Einkäufe. . nn. Darmstadt, 8. October. Gelegentlich de- UebergaugS der Hessischen LudwigSbahn in die preußisch hessische Betriebs- gemeinschast war für unsere einheimische Stein-Industrie, besonder- für die Stetnbruchbefitzer de- Odeuwalde-, der Bergstraße und von Rheinhessen, die Gefahr vorhanden, daß der bei den vreußtscheu Staatsbahnen geltende Ausnahme-Tarif für Steintrausporte auch auf den hessischen Strecken zur Einführung gelangt wäre. Dadurch wären aber unsere hessischen Stetnbruchbefitzer nicht nur schwer geschädigt, auch die Absatzgebiete, die sie sich mit Mühe und Noth erobert hatten, wären ihnen auf einmal verschlossen worden. DaS Verhältniß der Frachtsätze deS preußischen Ausnahmetartfs gegenüber dem bet der Hessischen LudwigSbahn seither bestehenden AuSnahmetartf war seither derart, daß die auf eine Entfernung von 80 Kilometer beförderten Frachten günstiger gestellt waren, als bet den preußischen Staatsbahnen. Durch die Einführung dieser Maßregel wäre aber dem Material aus den preußischen Provinzen erleichterter Eingang in Hessen verschafft, die einheimische Industrie verdrängt, die Absatzgebiete vernichtet und eine große An- zahl Arbeiter brodloS gemacht worden, weil die preußischen Bruchverhältnisse durch die Lage ihrer Brüche günstiger gestellt und damit in den Stand gesetzt worden wären, ihre Erzeugnisse billiger wie Hessen zu liefern. Auch durch die benachbarten Betriebe in Bayern und Baden wäre die hessische Stein-Industrie durch Eiusührung deS preußischen Tarifs geschädigt worden. Da nnu infolge des neuen Staats- vertragS derartige Aenderungen nur im Einvernehmen der Großh. Regieruug gemacht werden dürfen und diese jeden- falls gehört werden muß, so hatte sich der Gewerbeoerein Darmstadt im Auftrag einer Anzahl hessischer Steinbruch- befitzer der Sache mit Energie angenommen und sich an die Großh. StaatSregierung gewendet, um die der hessischen Stein-Industrie drohende Gefahr zu beseitigen oder zu mildern. Nach einer jetzt eingetroffenen Mittheilung deS Ministerium» der Finanzen, Abtherlung für Eisenbahnwesen, ist dem von dem Gewerbeverein gestellten Ersuchen ans Betbehaltung deS Ausnahmetartfs 21 der früher Hessischen LudwigSbahn tu allen Theilen von den betdeu Regteruugeu entsprochen worden. • M.Gladbach, 4. October. In Odenkirchen verbrannten auf einem Kartoffelfelde in einem Strohfeuer ein kleine» Mädchen und seine Mutter, die ihr Ktnd retten wollte. • PirmasenS, 6. October. Im Forstrevier Rodalben erschoß der Forstgehülfe Koller einen Wilderer. • Bei der allgemeinen Konferenz der deutschen Sittlichkeit»- vereine in Hamburg hat Contre-Admiral a. D. Werner in beredten Worten auf die Errichtung von Seemanns- Heimstätten hingewieseu als einen Segen für die das Land und die Häfen besuchenden Seeleute. Für Genua empfahl er die Beschaffung eines SeemannShetmschiffeS. Die Verhältnisse der Stadt und des italienischen Staate- in Bezug auf Mietheu und Steuern und andere mißliche Verhältnisse lassen diesen Ausweg al- den einzig richtigen erscheinen. Auf deu Aufruf des Pfarrers E. Wettstein in Genua ist denn auch erfreulicherweise eine schöne Summe bei der Sammelstelle für Deutschland, dem Geistl. Verwalter Adolf Fellmeth in Mosbach (Baden) eingegangen, doch find die zum Ankauf und zur Einrichtung de- Schiffes nöthigen 10000 Mk. noch bei Weitem nicht gesammelt. Die Seemaon-mtsfiou ist ein recht nationale- Werk, das Tausenden der deutschen Brüder zum Segen für Leib und Seele gereicht. Darum helfe, wer da kann, zu dieser Heimstätte für unsere Seeleute. • Kaiserliche «hrensäbel au Infanterie-Offiziere, Die Ehreusäbel an die Infanterie-Offiziere, welche der Kaiser für die besten Schützen in den einzelnen Armeecorp- n!w. gestiftet hat, find nunmehr auSgefolgt wordeu. In jedem Armeecorps concurriren die Offiziere unter sich, ferner con- curriren unter sich die Jäger und Schützen und die Unter- offizierschulen, so daß an je einen Offizier auS den 18 Armee- corpS, ferner an je einen von den Jägern und Schützen und an einen aus den Unteroffizttrfchulen, zusammen also 20 Ehrensäbel verliehen find. Diese Säbel zeichnen sich durch eine feine Damascener-Klinge au«, der Griff ist stark vergoldet und die Klinge trägt die Widmung deS Kaiser» und den Namen deS besten Schützen. DaS Wettschteßen geschieht nach einer Scheibe von 24 Ringen. Der 24. Ring ist Centrum. ES hat Jeder sieben Schüsse, davon vier freihändige und drei aufgelegte, abzugeben. Die Entfernung der Scheibe beträgt 150 Meter. Der schwarze Fleck in der Mitte der Scheibe ist so klein, daß er auf die wette Entfernung gerade zu sehen ist, er enthält vier Ringe, so daß der 20. Ring den äußeren Ring de» schwarzen Fleckes bildet. Innerhalb der letzten vier Ringe muß der Schütze sich da» Centrnm construiren. Da« Schießen geschieht nicht aus eigenen Büchsen, sondern mit dem gewöhnlichen Dienstgewehr. ES ist mehrfach vorgekommen, daß in sieben Schüssen zusammen 150 biS 160 Ringe geschossen find. * Die erste deutsche KatzenauSstelluug ist am Freitag in München in Gegenwart der Frau Prinzessin Gisela durch den Thiermaler I. Bungartz eröffnet worden. Die auS ganz Deutschland beschickte Ausstellung erfreute sich lebhaften Be- faches, besonders von Seite der Damenwelt. Auf laugen Tischen find die gut versicherten Käfige aufgestellt, auS welchen die verschiedenen MurrS, HinzeS und Miezchen die Beschauer anblinzeln. Hier sind fast alle Arten der Hauskatzen bis zu der prächtigen Angorakatze zu finden, darunter Prachtexemplare zu hohen Preisen, wie z. B. ein mächtiger weißer Kater, für den da» hübsche Sümmchen von 1000 Mk. gefordert wird. Viele Thiere find jedoch unverkäuflich, und die Sorge der Besitzer und Besitzerinnen um ihre Lieblinge zeigt fich in den schön anSgestatteten, mit weißen Kiffen versehenen Käfigen. Große AnztehungSkrast bildet, wie die »Allg, Ztg." schreibt, eine Angorafamilie, bestehend auS dem Ehepaar und sechs reizenden Jungen, von denen vier, wie die Eltern, ganz weiß, eines gestromt und daS letzte rabenschwarz find. Ausstellerin ist Fran Professor Dr. Reidelbach-München. Mehrere Thiere find mit ursprünglichen Todseinden zusammen friedlich in einem Käfig vereinigt, so eine Katze mit Vögeln, ein Kater mit einem Affen. (Sollten Kater und Affen wirklich so erbitterte Feinde sein? Ein zukünftiger Geheimrath versicherte unS, daß im Gegentheil zwischen beiden Gattungen eine enge Verwandtschaft bestehe.) • KriegSwittwen. Au» Washington wird geschrieben: Unsere alten Veteranen scheinen eine ganz merkwürdige Bor- liebe für Verehelichungen im späten Alter zu besitzen, und der Umstand, daß nach ihrem Ableben den Wittweu Pensionen zufallen, veranlaßt manche» junge Mädchen, einem alten Pensionär fich anzuketten. Commissär Evans hält derartige Praktiken für einen Mißbrauch, der vom Gesetzgeber keineswegs beabsichtigt war al» die Wittwenpenstouen eiugesührt wurden, und befürwortet, daß der Cougreß prompt Maß- regeln treffen sollte, um die Vervielfältigung der Personen auf Grund der Berheirathungen alter Veteranen zu verhüten. Herr Evans wünscht den Speculattonsheirathen ein Ende zu machen, von denen krasse Beispiele vorliegeu. Todtenbett- Heirathen find bei Veteranen ein wahrer »Sport*. Da lebt die Sittwe eine» Veteranen im südlichen Ohio. Der betreffende Krieger heirathete 66 Jahre nach der Beendigung des RevolutionskriegeS, gab der Fran 1000 Dollar», schenkte ihr eine kleine Farm, legte fich hin und starb drei Woche» nach der Hochzett an Altersschwäche, worauf die trauernde Wittib, damals 25 Jahre alt, auf die Pensionsliste kam. Heute ist sie noch nicht fünfzig und, Gott sei Dank, noch recht rüstig. Gegenwärtig find nahezu ein viertel aller Pensionäre Wittweu, nämlich 228522 von 983 628. • AuSweiS. Polizeibeamter : »Können Sie fich auch al» Eheleute legttimireu?* — Manu: »Jawohl! — »Alte, leg' doch mal mit einer Gardioeupredigt lo»!" • Siner, der Wort halt. Student: »Ja, mein lieber Meister, diesen Monat kann ich Ihnen nichts zahlen.* Meister: »Aber da» haben Sie vorigen Monat auch schon gesagt.* — Student: »Nun, und habe ich vielleicht mei» Wort nicht gehalten?* • Scharfer Blick. Mann: »Die Kinder waren wohl wieder den ganzen Abend in der Küche?* — 5ran: »Weshalb meinst Du?* — Mann: »Sie grüßen sich so militärisch!* Cüaatur mwö Xnnft. Handelsgesetzbuch für da» De«tsida Reich nebst Ein- sührungSgesetz. TextauSgabe mit Sachregister. In ürigtnalldncnbanb 2 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Da« neue Handelsgesetzbuch tritt gleichzeitig mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch, also mit dem 1. I nuar 1900 in Kraft, der Abschnitt über die HandlnngS- gehilsen und Lehrlinge aber schon am 1. Januar 1898. Höchst« Zeit ist eS also, sich mit den Bestimmungen diesis wichtigen Abschnitte» bekannt zu machen. Die weitgehende Arnderung deS Kaufmanns« begriffeS zwingt Jeden, der ein Handelsgewerbe bittdbt, fich mit de» Vorschriften des neuen Handelsgesetzbuches vertraut zu machen, woz» vorliegende Ausgabe, die fich durch fluten Druck, gediegene Ausstattung und ein ausführliches Sachregister auSzdchnet, warm empfohlen werden kann. In dir bekannten Sammlung von Webers Katechismen, bcr diese Ausgabe als Nr. 163 angehört, sind noch folgende Bände handel»- wlffenschaftlichen Inhalts vrrtteten: Börsen- und Bankwesen, Kaut männische Buchführung, Girowesen, Handelswissenschaft, Kaufmännische Korrespondenz in deutscher und französischer Sprache. Wechselrecht. _______________ Hüb«er» Geographisch statistische Tabelle«. Ausgabe 1897 HerauSgegeben von Professor Fr. v. Juraschek. Verlag von Heinrich Keller in Frankfurt a. M. DaS Merkchen löst die Aufgabe, dem großm Publikum die wichtigsten statistischen Zahlen in klarer, über sichtlicher und dabei möglichst knapper Form zugängig zu machen in überaus glücklicher Weise. ES ist bewunderns werth, ein wie rticbtl Material auf dem geringen Raume dieser Tabelle geboten ist Wir finden die nothwendigsten Daten über Bevölkerung, Verfassung. Finanzen, Heerwesen, Flotte, Handel, Verkehrswesen rc., welche fast täglich vorkommen, dort angegeben und können daS Werk als ein Vademecum bezeichnen, dessen Vorzüge sich zusammenfaffen lassen in den Eigenschaften: Uebersichtlichkeit, Reichballigkeit, Gediegenheit und Billigkeit. ES sei noch besonders darauf hingewiesen, daß der Umfang des HefteS — ohne Erhöhung de» Ladenpreises — gegen die Bor jahre um 3 Seiten vermehrt worden ist, wodurch zur Aufnahme einer Tabelle über die Ergebnisse der Volkszählung im Russischen Reiche vom 28. Januar 1897, sowie einer sedr interessanten lieber» schrifl: »Statistische Daten einiger G oß^ädte^ der Raum geschaften wurde. Preis der Buch-AuSgab« Mk. 1.20, der Wandtafelausgabe 60 Pfg. ES wurde bereit» vor einigen Tagen auf die neue, besonder» reichhaltige Preisliste deS 36. Jahrganges (140) der LandeShuter Leinen- und Gebild-Weberei F. V. Grünfeld in LandeShut hingewiefen. Um einen Beweis von der außerordentlich großen Vielseitigkeit in den einzelnen Waarengattungen zu geben, sei nur angebeutet, daß z. B. mehr al» 100 Sorten Leinen aller Breiter! von 65 Pfg. biS 12 Mk. daS Meter angeboten sind, während In Tischzeugen daS Verzdchniß über 40 verschiedene Muster aufweist. Vom einfachsten grobfädigen Ldnen bi» zu den Meisterwerken der Gebildweberei wird für den anspruchlosesten Hauehalt wie für die weitgehendsten Anforderungen reichliche Auswahl geboten. E» mutz einer practifchen HauSsrau daS Herz lachen, wenn sie die Schätz« an Ausstattungvwäsche aller Art bei Durchsicht der Liste im Geiste vorüberziehen läßt, und fast dürft« die Wahl schwer werden wenn nicht die Verschiedenheit der Mufter In den einzelnen Preis lagen jede einzelne Geschmacksrichtung seffeln würde. „Der Hau« freu Sinnen, sei stets gut Linnen!" Diese dem PreiSbuch voranstehende Mahnung deutet dabei an, daß auch die Güte der einzelnen Erzeugnisie über allem Zweifel fein wird, wa» durch die beigegebene Anzahl maßgebendster Anerkennungen übrigen» di« beste Bestätigung findet. Wer Immer Bedarf in den Artikeln der Firma hat, verlange daher kosten- und postfrei die Hauptpreisliste (140) von der Lan deShuter Leinen- und Gebild-Weberet F. D. Grünfeld. LandeShut in Schlesien. 912t -dfc Brr Wahrheit dir Ehre. Aria Schmtdri. . Die Adler Pfeife „System BerghauS" mit dm rT'l Pl -8 Bauch «vd PH SidlegeneAusstallU^ 2'!}®?’® pöblet» nitttr Don ®ebei5 RaitdjISmen. V: )M(b solgenbeBLnbehndri- otfen: unb Bankwelm, inj Handelswlsienlchajl, Rt unb sranjöstlcher 6pni: enb»neei ßder’^’dieFfl'l --- tlltrose i tefgnrf JJ? S>^2"für «kf» Kti» 5KrSL & ASS ,4“hi 1 tooN buC i* HÜ!** ’ ®0U Itt Tv Q®’ °hezv tjR Ä 4^i noch ■b|lt loil' At' l,l' ? * ÄF »06UT«'u~ 6161 <* n*S 5 ^nber war«! mnhi 'n Acht?- 17° H' fci 8ian: "61t Srützrn (| itn aul bk neue, Wwt A Wt b« RanMW1 ß. 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