Samstag de» 10 Juli Zweites Blatt Rv. 159 1897 Gießener Anzeig er Keneral-Wnzeiger ärnts» und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Hratisöeikage: Gießener Kamitienbtätter 21 minder Theil daß >Sta12.3iili n-Buseck id Feuilleton. l a »kicher zur Ermittelung der Wahrheit so entsetzliche Mittel ---O-* \ Klietz, trifft den Tadel. A k4;rheit der BerüachtSi 1887 $13! Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Norm. 10 Uhr. Die Gießener Wnmirienßtälter •erten dem Anzeiger »Achentlich dreimal deigelegt. rrad-Werke Mannheim. «rsoltert werden, wobei das Maß der Folterung ganz in die Mkür deS Richters gestellt war. Unter den vielen noch vorhandenen Lriminal'Prozeßacteu dieser Art, die man durchgesehen hat, wurde nicht ein TodeS« artheil gefunden, das nicht auf Beweise hin gefällt worden ®ire, die durch Foltern erpreßt wurden, und man darf wohl «»nehmen, daß tue meisten dieser unglücklichen Menschen, so ®tit nicht freiwillige Geständnisse vorliegeu, heute frei« Aksprocheu worden wären. Wir führen hier in Nachfolgendem l»d iutereffante Fälle an, wo wirklich Unschuldige infolge »in Geständnissen durch Folter-Grspreffungen zum Tode ver« rnheilt worden find. Die ledige Anna Elisabeth«: Hager au« St. Goar»« der Neustadt eine Schluhfeier der Haushaltungsschule stattfindet. Das Gesuch der Firma Hehligenstaedt & Co. um Erlaubniß zur Aufführung eines Erweiterungsbaues bei ihrer Fabrik wurde ausnahmsweise befürwortet. Nachdem die Differenzen wegen deS EigeuthumS an dem Gäßchen auf dem Neuenweg (zwischen dem Mann» berger'schen und dem Klemmrath'schen Hause) gehoben, ist fragt. Gäßchen in daS Eigenthum der Stadt übergegangen. Auf Ersuchen mehrerer Anlieger wird beschloffen. daselbst GaS und Wasser etnzusühren. ES werden bewilligt 205 Mk. für die Waffer-, 25 Mk. für die Gasleitung, sowie ferner die Kosten für Einrichtung der Glühlichtdeleuchtung auf dem Candelaber am Eingang des Gäßchens. Für Einführung der Wafferleitung in die Kornblumengasse, welche ebenfalls in daS Eigenthum der Stadt üdergegangen ist, werden 135 Mk. bewilligt und für die Verlängerung der Gas- und Wafferleitung behufs An- schluffes deS Israelitischen Gemeindehauses in der Lonystraße 70 bezw. 82 Mk. Eine Anzahl Anwohner des Schiffenberger WegS haben um Herstellung deffelben und Anlage erhöhter Trottoir-, deren Fehlen fich besonders bet ungünstigem Wetter fühlbar macht, nachgesucht. Mit Rückficht darauf, daß der Schiffen« berget Weg zu einem Theil durch den neuen Stadterweite- rungiplan aufgegeben wird, wird da- Gesuch in der beantragten Form abgelehnt- doch soll für Unterhaltung de» Fußpfades Sorge getragen werden. Der Wirthschafr-plan der Stadtwaldnngen für 1898/99, nach welchem ein Erlös au- Holz im Betrage von 77 293 Mk. erwartet, nach den Ergebniffen des vorhergehenden Jahre- aber erheblich überschritten werden wird (der Mehrerlös im Jahre 1896/97 belief fich auf 15700 Mk., er wird im laufenden Jahre mit 16 300 Mk. angenommen) wird gutgeheißen, ebenso der Voranschlag im Betrage von 7812 Mk. für Herstellung von Waldwegen und 1267 Mk. für Unterhaltung solcher. Da» anfallende Eichenstammholz soll wie bisher aufgeardeitet und im Wege schriftlichen Angebotes zum Verkauf gestellt werden. Die Versammlung erklärte fich damit einverstanden, daß zum Abschuß der der Landwirthschaft schädlichen Vögel, welcher bisher nur den Forstwarten oblag, auch die A Geradezu schauerlich war die Un- khrrheit der BerdachtSgründe, welche eine Folterung verblaßten- konnte doch schon ein Mensch bloß auf die Be- Huldigung eine» Angeklagten hin, daß er Mitschuldiger sei, Der |e«rr Anzeiger erscheint täglich, eto Ausnahme bei Montags. B Alle Annoncen-Bureaux deS Irr» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Feldschützen ermächtigt werden sollen. Besonderes Augenmerk soll hierbei auf den Philosophenwald gerichtet werden, woselbst sich, soweit derselbe aus dem Jagdgebiet auSgeschieden, die Raben zum Schaden der kleinen Vögel stark vermehrt haben. Nach Schreiben de» Vorstandes des Oberhessischen GeschichtSvereinS beabfichtigt derselbe eine systematische Neuordnung seiner im alten Rathhause untergebrachten prähistorischen, römischen, germanischen und hesfischen Alterthümer unter sachverständiger Leitung vorzunehmen. Der Vorstand bittet, da diese Neuordnung erhebliche Kosten verursacht, um Uebernahme derselben oder eines Theils auf die Stadtkaffe. Die Versammlung beschloß mit Rückficht darauf, daß die Sammlungen in erster Linie für die Einwohnerschaft Gießens von Nutzen find, 400 Mk. zu den Kosten beizutragen. Wie seit mehreren Jahren, so sollen auch diesmal Ferien bet der Stadtverordneten Versammlung anberaumt werden. Die Versammlung erklärte fich damit einverstanden, daß während des Monat- August die Sitzungen au-fallen. Die Wirthschaft-concessionSgesuche von Löb Grünewald (HauS Kirchenplatz 5), W. M e y e r (Aquarium, Wallthorstraße 5), Ioh. Rinn (HauS des Kaufmännischen Vereins an der Nordanlagc) undHermannOtto (Deutscher Hof, Neuenweg 5) werden nicht beanstandet. nach § 10 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der KreiS-Ausschrrtz während der Zeit vom $81. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Gießen, den 8. Juli 1897. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Gießen. v. Gageru. Aus der Zeit, da noch gefoltert wurde. Nicht nur in den großen, sondern auch in den kleinen tmb kleinsten deutschen Staaten war vom 15. bis in daS 18. Jahrhundert ine Thätigkeit des peinlichen HalSgerichrS «roß. Mau kann fich einen Begriff von dieser Thätigkeit uachen, wenn man erfährt, daß in jener Zeit In St. Goar, btnal« die Haupt- und Residenzstadt von Heffen-Rhetnfel», j-teS Jahr zwei Personen nach oorhergegangener Folterung ^gerichtet wurden, trotzdem die Einwohnerzahl der ganzen N-dergrafschast Katzenelnbogen i« 14. und 15. Jahrhundert ur 12,000 und Ende deS 18. Jahrhundert- 20,000 Seelen »"rüg. Diese Hinrichtungen würden aber die Ziffer 2 wett kdcrstiegen haben, wenn nicht die Landesfürsten, welche ms Sch oß RheinfelS refidtrtcn, so viele Begnadigungen Hilten eirnreteu lassen Man würde jedoch dem Schöffengericht, wie auch den Znristen-Facultäten in Gießen und Marburg, welche die misten TodeSurtheile fällten, ein Unrecht zufügen, wollte Ma fie darum tadeln, denn nicht sie, sondern da» Gesetz, tafei# uni> b-st- der Gegenwart ^7*** meins»!--! S füt®*8* M i« u. m* Hausen sollte ihr außereheliches Kind ermordet haben und wurde deßhalb im Jahre 1679 durch daS peinliche Hals- geeicht in St. Goar zur Untersuchung gezogen. Obwohl die Angeklagte die Schuld in Abrede stellte und die Leiche be» Kindes nicht gefunden worden war, auch äußerndem allgemeinen Gerücht keine belastenden Beweise vorhanden waren, wurde fie doch von der Juristenfacultät zu Gießen zur Folterung verurthetlt: „Daß peinlich Beklagte zur Erforschung der Wahrheit und Beweisung ihrer Unschuld dem Scharfrichter zu übergeben, auch von demselben mit der Schärfe ziemlicher Weise anzugreifen sei- al» wir fie dann hiermit dazu condemntren. — Bon Rechts toegen.** Am 16. September 1679 wurde die Angeklagte vor das Schöffengericht zu St. Goar gestellt, wo in ihrer Gegenwart der Meister von Nastätten, d. i. der Henker, feine Instrumente auf einem Tische ausbreitete. Sie wurde von dem Präsident, dem Amtmann Hermann Cappt von Retchenberg, ermahnt, den KtndeSmord in Güte zu bekennen und auf die „von einer hohen, löblichen Universität Gießen eingekommenen Fragestücke" examinirt. Da sie jedoch nicht geständig war, nahm ihr der AmtSdiener die Hand- und Fußfesseln ab, der Henker schraubte die Instrumente an und macht sie zur Folterung fertig- dann wurde fie nochmal» ermahnt, Gott, den HerzenSkündtger, nicht länger durch Leugnen zu beleidigen und ihren Leib nicht durch die Tortur zerreißen zu laffen, sondern den Mord frischweg zuzugestehen, dann würde Gott sie in Gnaden wieder annehmen und daS weltliche Gericht ihr ein gnädige» Urtheil sprechen. Darauf erwiderte die Angeklagte:\„Sie sei des Lebens müde und wünsche, daß ihr bald ihr Recht werde- fie müßte fich in GotteS Willen ergeben und geschehen laffen, waS die Obrigkeit über fie beschließe. Wenn fie aber unter den Schmerzen der Tortur anders aussagen sollte, als fie bisher auSgesagt habe, und fie dadurch zur Mörderin ihre» eigenen Leibes würde, so wolle fie da» dem Gerichte anheimschreiben - wenn fie dagegen wüßte, daß fie fich nicht versündige, wenn fie mehr aussagte, al» wahr wäre, um von der Marter abzukommen, so wolle fie daS thun." Hierauf wurde ihr geantwortet, daß fie nichts als die Wahrheit anSzusagen habe, mehr verlange man nicht von ihr- Sitznng -er Stadtverordneten am 8. Juli 1897. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Wolff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren EmmeliuS, Faber, Flett, Habentcht, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Hehligenstaedt, Homberger, Jughardt, stiller, Kirch, Löber, Petri, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele, tzchmall, Dr. Thaer und Wallenfels. Herr Oberbürgermeister Gnauth brachte eine Einladung des Schulvorstande» zur Kenntniß der Versammlung, in zufolge am Freitag in dem ehemaligen Schulhause in Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Provinzialausschuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind dieselben ohne Einfluß. Gießen, den 8. Juli 1897. Der Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberheffen. v. Gagern, Provinzial-Director. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. gcrseft W SlitaßeW ter Vorstand. m Verabfolgen von quten Terlor besten» empsohla W. Rabenau. K. Rau. V * i'i | sollte fie unter der Tortur mehr sagen, als wahr fei, und 1 fie dadurch zur Mörderin an sich rfelbst werden, so verliere sie ihrer Seele Seligkeit, dies möchte fie wohl bedenken und die Wahrheit bekennen". Da sie in Güte zu einem Bekenntniß nicht zu bewegen war, setzte fie der Scharfrichter auf den Stuhl, band ihr die Hände auf dem Rücken zusammen und zog die Fußschraubrn scharf an. Unter diesen Schmerzen wurde fie wieder examt- nirt, allein fie blieb auch jetzt bei der Aussage, daß fie keine Mörderin fei. Bei diesem ersten Grabe der Folterung ließ man es an diesem Tage bewenden, der Scharfrichter nahm die Schrauben weg und der AmtSdiener führte die Angeklagte ab. Noch zweimal wurde daS arme Mädchen, tedeSmal in einem höheren Grade, gefoltert und dann gestand fie eine — Lüge. In ihrer Verzweiflung sagte fie aus, fie habe ihr Kind in den Rhein geworfen, und fie wurde darauf hin zum Tode verurtheilt, den sie auch erlitten hätte, wenn nicht jetzt ihre Mutter dem Gericht angezeigt hätte, daß ihre Tochter daS Kmd zu entfernten Verwandten gebracht habe, weil dessen Vater gedroht habe, dasselbe umbringen zu wollen. Die sofort angestellten Untersuchungen bestätigten die Angaben der Mutter. Landgraf Ernst beeilte fich, die arme Dulderin durch sofortige Verheirathung mit ihrem armen Liebhaber und eine reiche Aussteuer zu entschädigen- aber ihren gemarterten, zerrissenen Leib konnte er nicht wieder Herstellen und die au-gestandene Seelenangst und die Seelenleiden konnte weder er, noch ein anderer Mensch vergüten. Wer wird wohl nicht von einer solchen Mutterliebe ergriffen, welche die gräßlichsten Schmerzen erduldete, um ihr Kind, dessen Leben fie vom Vater bedroht wußte, zu retten ; die auch bereit war, um ihres Kinde» willen einen ebenso gräßlichen Tod zu erdulden, denn nach einem besetze Philipp» des Großwüthigen vom 25. Mai 1554 sollte fie al» Kindesmörderin den folgenden Tod erleiden: „Man lege fie lebendig in ein Grab und eine Dornhecke auf ihren Leib, beschütte fie mit Erde und schlage ihr einen eichenen Pfahl durch ihr Herz, zur Strafe und zum Abscheu männiglich. (Schluß folgt.) fomlff «n- provinzielle E. Echzell, 8. Juli. Die Preise auf dem hiesigen Schweinemarkt find fich, gegen den Maimarkt, fast gleichgeblieben, d. h. man zahlte 35 bis 42 Mk. für das Paar 6 bis 7 Wochen alte Ferkel, die immer noch mehr gesucht find, als ältere Thiere. Die Rindviehpreise bleiben steigend, weil die treffliche Heuernte durch eine gleich gute Grummeternte abgelöft zu werden scheint, denn die Wiesen und der zweite deutsche Klee sehen vortrefflich an-. 4- Ober«Schmitten, 8. Juli. Heute Nachmittag um >/,2Uhr wurde ein dreijähriges Kind durch den von Schotten ab hier durchpasfirenden Zug an seiner Wohnung üb erfahren und getödtet. Bekanntlich gehen auf der Strecke unserer Nebenbahn Nidda—Schotten die Züge mitten durch eine Anzahl Dörfer, so daß es zu verwundern ist, wenn nicht häufiger als seither Menschen- und Thierleden in den Ortsstraßen Schaden genommen haben. vierteljähriger 2 Mark 20 Pkg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 W Nedaction, LxpedttioL und Druckerei: Fernsprecher 6L / 'N. * ***& Hilbert-" QjtUgitl® -KZrSsr zu billigsten P" sen und {N1 Her Garack bei tags 3 Uhr: ^brunuey 6 6 '85 ^Borftaud. ■* i' ::: i iie® pltl* 7'7 *S5*| seine Bestrebungen neuerding» nachdrückliche Unterstützung seitens öffentlicher und privater Kreise. Wie uuS mitgetheilt wird, hat, ähnlich der Bewilligung seitens der Stadtverordneten, der Provinzialausschuß von Oberheffen einen Beitrag tu der Höhe von 300 Mk. sür den Verein ausgrworfen und sind ihm von den Herren Fabrikant L. Em melius und Lommercienrath S. Heichelheim, die beide als warme Förderer gemeinnütziger Unternehmungen bekannt find, Spenden von je 100 Mk. zu Theil geworden. ES steht zu hoffen, daß andere unter unseren Mitbürgern diesem Beispiele bald folgen. ** BolkSbad. Im Anschluß au da- „Eingesandt" machen wir unsere Leser nochmals darauf aufmerksam, daß am künftigen Montag, Vormittags 11 Uhr, in dem Bürger- meistereigebaude eine außerordentliche General-Versammlung der Actioväre deS VolkSbadeS stattfindet. •* Kriegerkaweradfchaft Gießen. Wir machen auf die Bekanntmachung der Krtegerkameradfchaft Gießen bezüglich de» Bezirks festes noch besonders aufmerksam. •• vefitzwechfel. Der Wirth Bauer verkaufte sein in der Bahnhofstraße Nr. 61 belegeneS Haus für den Preis von 31,000 Mk. au den Instrumentenmacher Ehserbeck. ** Ehrung. Anläßlich der festlichen Einweihung seine» eigenen Heims hat der Vorstand des Kaufmännischen Vereins beschlossen, die Herren Proviuzialdirector Geheime- rath Fretherrn v. Gageru, Oberbürgermeister Gnauth und HandelSkammerpräfidenten Commerzieorath Koch zu Ghrenpräfidenten für die festliche Veranstaltung zu ernennen und denselben hiervon Mittheilung gemacht. •• Schenkung. Anläßlich der heutigen Einweihung deS eigenen Heims des Kaufmännischen Vereins find von den Damen ein geschmackvolles Buffet und zwei Büsten gestiftet worden. Die Schüler der Fachschule stifteten für diese einen Regulator mit electrischem Läutewerk. ** Das Hau» des Kaufmännischen Verein». Ein Denkmal deS Opfersinns unserer Kaufmannschaft und ein Beweis der Erkenntniß, was Noth thut, um die Heranwachsende Generation zu stählen und auSzurüsten für den dereinfttgen Kampf umS Dasein bildet das heute etngeweihte Haus deS Kaufmännischen Vereins, deffen Hauptzweck darin bestehen soll, eine Stätte zu sein der Bildung und des Unterrichts sür kaufmännische Lehrlinge. Ende 1895 nämlich wurde durch den hiesigen Kaufmännischen Verein der schon lange gehegte Wunsch zur That. Der Verein gründete, unterstützt durch Geldzuschüffe seitens der Handelskammer, der Stadtverwaltung, der Spar- und Leihkaffe rc., eine Fachschule. Mau mußte, da geeignete Schulräume von der Stadt nicht zu haben waren, vier Zimmer im Restaurant „Poftkeller" zu diesem Zwecke in Benutzung nehmen. Die über Erwarten stetig fortschreitende Entwickelung und Ausdehnung der Schule, sowie gewisse Unbequemlichkeiten und Störungen, die sich bei einem Schulraum in einem Hause, da» gleichzeitig auch RestauratiouSzwecken dient, wohl nicht vermeiden laffeu, legten schon bald den Wunsch nahe, der Schule eine Stätte zu geben, wo sie frei von äußeren und zufälligen Unannehmlichkeiten ihre Wirksamkeit entfalten könne, ihr Räume zu geben, die ausschließlich von ihr zu benutzen seien, den Gedanken also, ein eigenes Heim für den Verein und damit auch für die Fachschule zu errichten. Die Idee nahm sehr schnell greifbare Gestalt an und ist inzwischen in dem heute festlich geweihten Hause verwirklicht worden. Der Bau, welcher nach Plänen der hiesigen Architecten Stein & Meyer mit einem Kosteuaufwande von 41000 Mk. errichtet wurde, stellt sich als Putzbau im Stile der italienischen Renaisiauce dar und zeigt in seiner Fayadenbildung den Charakter eines vornehmen Club- oder GesellschaftshaufeS. Eine weithin fichbare goldene Aufschrift, sowie die über dem Hauptportal des Gebäudes aufgestellte, beinahe lebensgroße Figur deS Merkur kennzeichnen die Zwecke desselben auch äußerlich. Ein kleiner Garten, welcher von einer an der Hinteren Seite des HauseS angebrachten Terraffe zu erreichen ist, gibt Gelegenheit, auch zur Erholung im Freien zu verweilen. DaS an der Nordanlage gelegene Baugelände in Größe von 709 Quadratmeter hat die Stadt zum Preise von 8000 Mk. überlasten, deren Bezahlung jedoch nur dann zu erfolgen hat, wenn ge- wtffe näher bezeichnete Umstände (Aufhören der Schule, Weiterverkauf des Grundstücks rc.) etntreten, Verhältuisie, die im normalen Lauf der Dinge wohl keines Falls eintreten werden. Diese Forderung tritt zudem hinter eine zu errichtende Hypothek von 60 pCt. des TaxwertheS des Gebäudes, so daß mau trotz der gewählten Form des Verkaufs die Geländeübereignung seitens der Stadtgemeinde wohl als Schenkung bezeichnen darf. Ein Appell an unsere selbstständigen und conditionirendeu Kaufleute hatte den Erfolg, daß für das benöthigte Baucapital ä fond perdu 13 490 Mk. geschenkt wurden, während 7000 Mk. gegen Ausgabe von Antheilscheinen gezeichnet wurden. Nur diesem Opferfinn ist eS zu danken, daß der Bau sich ermöglichte. In dankenSwerther Weise gab die Stadt 24000 Mk. zu 3^/z pEt. verzinslich gegen Hypothek auf das neue Haus, deren Zinsen zum größten Theil durch die von der Darleiherin bewilligte Beihilfe sür die Fachschule von jährlich 800 Mk. Deckung finden. Zu den Kosten der inneren Einrichtung gab die Großh. Staatsregierung mit Ermächtigung des Großherzog« aus dem Fond für öffentliche und gemeinnützige Zwecke 1000 Mk., während der übrige Theil des zum Bau und zur inneren Einrichtung beuöthigten Geldes der Verein aus eigenen Mitteln deckte. DaS Innere deS Gebäudes ist b,quem und proctifch eingetheilt. Im Parterre-Geschoß befinden sich vorn rechts und links SttzungS- zimmer de« SccretariatS der Großh. Handelskammer, wofür der Verein als Eigenthümer des Hauses eine JahreSmiethe von 400 Mk. bezieht. Hinter diesen vermietheten Räumen befinden fick die BereinSzimmer und zwar rechts ein Nestau- rationSraum, links ein Zimmer für den Vorstand und ein solches für die Bibliothek (zugleich Lesezimmer). Sämmtliche Räume im ersten Stock sind der Fachschule zuzewiesen und zwar fünf für Lehrzwecke und ein Raum für das Lehrlings- Heim, in welch letzterem Spiele und Bücher zur Benutzung der Besucher desselben ausliegen. Im Dachgeschoß hat die Wohnung für den Hausverwalter Unterkunft gefunden, der gleichzeitig die Restauration im Hause bedient. Im Souterrain de» Hauses befinden sich außer Küche und Waschküche die nöthigen Kellerräume. Möge das Hau», äußerlich auch eine Zierde unserer Stadt, dazu bestimmt sein, alle Hoffnungen zur Erfüllung zu bringen, die der Verein durch Errichtung desselben berechtigt ist, zu hegen, wöge es werden eine Stätte der Bildung und Belehrung für die kaufmännische Jugend und möge es dazu dienen, das StandeSbewußtsein des Kaufmanns zu heben und zu fördern. •• Kleinbahn Sießen-Bieberlhal. Wir erhielten folgende Zuschrift: Biebrich, 9. Juli 1897. In Nr. 157 Ihres geschätzten Blattes vom 8. Juli wurde ein Artikel abgedruckt, überschrieben: „Neues Project", welcher dem Publikum eine Drahtseilbahn durch da» Bteberthal in Aussicht stellt, welcher aber zugleich durch unrichtige Vorstellungen geeignet erscheint, da» bestehende Kleinbahn-Unternehmen Gießen- Bieber, und damit zugleich die Allg. Deutsche Kleinbahn» Gesellschaft in Berlin, als die Inhaberin deffelben, öffentlich in ein falsches Licht zu stellen und zu schädigen. Ich erachte eS darum als meine Pflicht, über den wahren Stand unseres Unternehmens folgende Aufklärung zu geben: DaS Bauproject der Kleinbahn Gießen—Bieber steht fest, und hat die staatliche Genehmigung sowohl von der Großh. hessischen, wie von der Köntgl. Preuß. Regierung bereit- erhalten. Die Allg. D. Kl.°B.-Gesellschaft ist im Besitz der Concesfionen zum Bau und Betrieb dieser Kleinbahn, und die CoucesfionSurkundeu beider Staaten wurden s. Z. in den betreffenden Amtsblättern in Darmstadt bezw. in Wiesbaden veröffentlicht. Ebenso wurden, wegen Benützung der Staatsstraße, mit den beiden Regierungen, und wegen Benützung städtischen EigenthumS, mit dem Magistrat der Stadt Gießen, die erforderlichen Verträge längst abgeschloffen, und auch mit König!. Eisen- bahudirection Frankfurt a. M. ist, wegen Benützung ftscali- schen EigenthumS, sowie sür die erforderlichen Gleisanschlüsse au die Hauptbahn, vollkommenes Einvernehmen erzielt, und der Vertragsentwurf aufgestellt worden. DaS Planfest- stellungSverfahren konnte auf Großh. hesfischem Gebiet bereit- abgeschloffen, und die baupolizeiliche Genehmigung ertheilt werden, während dasselbe auf König!, preußischem Gebiete unmittelbar bevorsteht. Wegen deS erforderlichen Grund- erwerbS endlich haben die mündlichen Verhandlungen mit den Grundbesitzern schon zu mehrfachen Kaufabschlüffeu geführt- ein großer Theil der Grundbesitzer ferner hat die Bauerlaubuiß ertheilt, und die Uebrigen werden, wie man hoffen darf, die hierbei angebotenen Vortheile wahrnehmen, und Nachfolgen. Andernfalls ist die Allg. D. Kl.-B.-Gesell- schaft sowohl aus Großh. hesfischem, wie auf Köntgl. preußischem Gebiete in der Lage, über das EuteignungSrecht zu verfügen. Wenn ich noch hinzusetze, daß ich im Auftrage der Allg. D. Kl.-B.-Gesellschast seit ca. einem Jahre in Gießen ein technisches Bureau unterhalte, und für das Zustandekommen ihres Unternehmens thätig bin- daß ferner das gefammte Oberbaumaterial für die Kleinbahn bereits an- geliefert ist, und an der Wetzlar-Lollar-Eisenbahn in der Nähe deS KalkwerkeS A. Gabriel aufgespeichert, und zum Bau bereit liegt, und daß auch die Betriebsmittel schon in Bestellung gegeben wurden, so dürfte auS diesen angeführten Thatsachen wohl für Jedermann hinreichend klar sein, daß es der Allg. D. Kl.-B.-Gesellschaft vollkommen fern liegen muß, und ganz widersinnig wäre, in diesem Augenblicke daS geplante, und mit vieler Mühe und großen Opfern soweit geförderte Unternehmen fallen zu laffrn, und daß ihr hierbei auch die Frage deS Grunderwerbs in keiner Weise hindernd in den Weg treten kann. Die Grundetnlösuug kann die Bauausführung wohl erschweren und verzögern, niemals aber mehr verhindern. H. v. Mulert, Ingenieur und Bauunternehmer. •• Wetterbericht. Das barometrische Maximum hat an Raum und Intensität noch weiter gewonnen, während daS Gebiet niederen Barometerstandes leicht nach Norden zurückweicht. Kerne hohen Druckes liegen im äußersten Südwesten, sowie über Süddeutschland. Die Witterung dürfte auf unserem Gebiete besonders am Morgen vielerorts eine Besse- rung erfahren, nur im Norden und Osten Bayerns war der Himmel noch allgemein bedeckt. Die Morgentemparaturen find in Central-Europa wieder gestiegen. — Voraussichtliche Witterung: Allgemein heiter und warm. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 8. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Saale, Capt. B. Blanke, vom ^torddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekomwm. Bremen, 8. Juli. (Per tranSallanttschen Telegraph.) Der Postdampfer Friedrich der Große, Capt. M. Eichel, vom Nord- deutschrn Lloyd in Bremen, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Eingesandt. Gießen, den 10. Juli 1897. In ungemein kurzer Zeit hat die Gründung einer Badeanstalt alle Stadien vom Project vis zum Beginn des Baues durchlaufen. Die rege Antbeilnahme der Gießener Bevölkerung an diesem Unternehmen, der Errichtung eine» „Volksbades", gebt am schlagendsten daraus hervor, daß in so kurzer Frist die nöthigen Geldsummen gezeichnet worden und Mancher zu spät kam, sich eine Actie zu erwerben. Nun mit dem Bau des Volksbades begonnen werden soll, taucht das Gerücht auf, daß von der gleichzeitigen Einrichtung eines Dampfbades abgesehen resp. dieselbe auf spätere Zetten verschoben werden soll. Leider scheint daS Gerücht auf Wahrheit zu beruhen und somit Gefahr vorhanden zu sein, daß ein wesentlicher Theil einer modernen Badeanstalt unserm Dolksbade fehlen wird. Dieses wäre sehr zu bedauern. Denn wenn noch das „Volksbad" in erster Linie hygienischen Zwecken, also der Erhaltung der Gesundheit, dienen soll, so dürfen wir doch nicht vergeffen, daß es noch viele Kranke gibt, die ihre Gesundheit wieder erlangen wollen. Sollen wir jetzt, wo es sich, gegenüber den Gesammtkosten, doch nur um einen geringen Betrag handeln kann, um noch sofort ein Dampfbad einzurichtm, auS Geldmangel auf ein solches verzichten? Stein! 1 Die Heilwirkung des Dampfbades, seine Unentbehrlichkeit bei ge» wtffen Krankheiten ist allbekannt, und gar oft schon wurde es schmerzlich empfunden, daß diese Hülfe nicht zu haben war. Dampf, bäder, so gut wie Schwimmbäder, Brausen, die Massage u.s.w., sind wiffenschaftlich anerkannte Heilfactoren, ihre Anwendung ist Gegenstand des klinischen Unterricht» und die Einrichtungen dazu find tn jedem modern eingerichteten Krankenbause anzutreffen. Diese Heil» factoren haben sich noch practtsch bewährt, denn wo Dampfbäder zu haben find, da zahlen die Krankenkaffen noch die ihren Schutz» befohlenen verordnetm Bäder. ES ist Pflicht, die Wohlthat der Dampfbäder Allen zugänglich zu machm, daß ihr Gmuß nicht allein einzelnen Bevorzugten ermöglicht ist. Sind im .BolkSbad" noch Dampfbäder zu erhalten, so könnte gar mancher Kranke Genesung finden, dem da» heute nicht möglich ist, da ihm die Mitte! zu einer Badereise fehlen. Es bedarf sicher nur dieses kurzm Hinweises, um die Nothwendtgkeit der Sofortigen Einrichtung auch etneS Dampfbades darzulegen. Dann wird daS „Volksbad" noch schöner seinen Zweck erfüllen und Gießen braucht nicht den Dorwurf auf sich zu laden, etwas Halbes geschaffen zu haben, sondern als etwas Ganze- wird das .VolkSbad" dem Gemeinwesen zu dauerndem Segen gereichen. Dr- K. Stär die 3 X Una^1 Vft 0,50 W S-b- TerriPl Brodpreife vom 11. bis 25. Juli 1897. Der hiesige« BSSer. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod......27 Pfg. 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod......54 , 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrot)......25 , 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot)......50 , 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot)......23 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod ..... 46 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod...... 69 r. Der a«SlvLrtigeir Bäcker. 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei L. Steinmüller, Gr.-Linden 42 W. Steinmüller v. L.-GönS, 44 „ G. Jacoby v. Alten-Buseck 44 Pfg. 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod bei L. Steinmüller, Gr.-Linden 40 „ Joh. Kd. Belte o. Kirch-GönS 40 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei Ernst Christ von Wiefeck 66 Der Brodverküufer. Diefelben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 10. Juli 1897. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. »ttSMg aus tat ta Stadt Ma ttnteetou. Juni: 13. Johann August Lrtthäufrr, Kaufmann dahier, mit Anna Katharina Schneider bierfelbst. Juli: 3. Andreas Franz Herrschmann, Condttor zu München, mit Friederike Amalie Clotilde Kloiber daselbst. 6. Johannes Vollprecht Nagel, Posthilfsbote dahier, mit Karoline Kreuder zu Krofdorf. 7. Friedrich Peter Martin Berg, Schuhmacher zu Frankfurt a. M., mit Elifabethe Seip, geb. Lange, daselbst. 7. Wilhelm Johannes Metha, Schreiner zu Wehlheiden, mit Anna Katharina Elisabeth Hartig Hierselbst. Juli: 3. Heinrich Peter Kaiser, Sergeant dahier, mit Elisabeth« Katharina Marte Funk hierselbst. 3 Karl Wilhelm Brühl, Kaufmann dahier, mit Philippine Leonore Margarethe Elisabeth Karoline Bob hierselbst. 5. Carl August Emse, Hoboist dahier, mit Marie Henriette Wagner hierselbst. 8. Bernhard Adolf Kraft, Postoerwalter zu Marxzell, Baden, mit Anna Emilie Elisabeth Röder hierselbst. •Ooitwu Juni: 26. Dem Architecten Gustav Hamann eine Tochter. 27. Dem Arbeiter Carl Becker eine Tochter. 27. Dem Kohlenhändler ?re Heute ut Rind «icht lacemein, Sdjirci licht (Mein, p AM Die: Offlbi 10 llbr c Prim ital. «< Holl. V« fiisch cingckoffen A. AG. Im W wie neue -empfiehlt 6647 Eduard Klinke! eine Tochter, Margarethe. 28. Dem Mtlchkutscher Hermann Seibert eine Tochter. 28. Dem Schloffer Philipp Maintnger eine Tochter, Anna Elisabeth« Maria Emilie. 28. Dem Arbeiter Karl Strack ein Sohn. 29. Dem Hoboisten Heinrich Klaus ein Sohn. 30. Dem Schreiner Otto Heinrich Gustav Hartg ein Sohn,. Louis. Juli: 2. Dem Schmied Jacob Waldschmtdt ein Sohn, Heinrich. 3. Dem Kaufmann Adolf Zurbuch eine Tochter, Emmy. 4. Dem GerichtSschreiber-ASpirant Johs. Schäfer ein Sohn. 5. Dem Friseur Adolf Langsdorf Zwillinge, zwei Söhne, Wilhelm Christian und Karl Heinrich. 7. Dem Agenten Albert Albin Gretfcher ein Sohn, Georg Karl Martin. 8. Dem Buchhalter Bernhard BahS eine Tochter. Juli: 4. Elfa Weigel, l Monat alt, Tochter von Schreiner- meister Wilhelm Weigel dahier. 4. Elifabethe Volk, 14 Jahre alt, Tochter von Bahnarbeiter Jacob Volk zu Allendorf a. d. Lahn. 4. Jost Baumann, 85 Jahre alt, Taglöhner dahier. 6. Johann Friedrich Christian Karl Walther, 76 Jahre alt, ohne Geschäft dahier. 6. Valentin Hugo Coenen, 57 Jahre alt, Kaufmann von Brooklyn. 6. Ferdinand Heinrich Ludwig Hoffmann, 62 Jahre elf, Kaufmann dahier. 7. Anton Nau, 1 Monat alt, Sohn von Wirth Heinrich Nau dahier. 8. Gertrude Anna Katharina Engelbach, 4 Monate alt, Tochter von Eifenbahnfchaffner Heinrich Engelbach dahier. *®hersi fcutterpapier Closetpapier 819 iU MatthäuSgemeinde. t Den 4. Juli. Margarethe Schneider, geb. Klinkei, Ehesra,, von Metzgermeister Karl Schneider, 61 Jahre alt, starb den 1. Im zu Wiesbaden. Auszug aus den Rirchenbüchern ver Stadt Gießen. Evangelifche Gemrintze. Matthäusgerneinde. Den 1. Juli. Richard Ernst Karl KUckow, Kaufmann zu Frankfurt a. M., und Helene Wiegelmann, Tochter des Kaufmanns Heinrich Wiegelmann zu Naumburg a. S. MarkuSgemeinde. Den 3. Juli. Karl Wilhelm Brühl, Kaufmann zu Gießen, und Philippine Leonore Margarethe Elisabeth Karoline Bob, Tochter von Wirth PhUipp Bob zu Gießen. LukaSgemeind e. Den 8. Juli. Adolf Kraft, Postverwalter zu Marxzell, und Emilie Röder, Tochter des Oeconomen Johannes Röder zu Gießen. Mtlitärgemetnde. Den 4. Juli. Heinrich Peter Kaiser, Sergeant, und Elisabeth Katharine Marie Funk, Tochter des verstorbenen Lehrers Ada» Funk zu Gießen. Den 6. Juli. Karl August Emfe, Hoboist, und Marie Hmriette Wagner, Tochter des Weichenstellers Jakob Wagner zu Gießen. Aaiaakla. MatthäuSgemeinde. Den 4. Juli. Dem Großh. Eisenbahnsecreiär Wilhelm Kesting ein Sohn, Karl Maria, geboren den 15 Juni. Denselben. Dem Schlosser Aibert Schnabel eine Tochter, Anna Katharine, geboren den 13. Mai. MarkuSgemeinde. Den 4. Juli. Dem Schreiner Johannes Vogel ein Sohn, Kar! Philipp, geboren den 8. Mai. JohanneSgemeinde. Den 4. Juli. Dem Lackirer Georg Bellos eine Tochter, Marat Christiane, geboren den 13. Juni. \ Den 8. Juli. Dem ordentlichen Profeffor Johannes Gottliebs Wilhelm Btermann ein Sohn, Hans Friedrich Arthur, geboren den» 6. April 1 *r 6 U, Rinnehmepa] Mtrirpapiei Jliegenpapii Wchtpapier Glaspapier Guttapercha] wnmgpapie Rthtalin-Mo ^gamentpa rnanzenpaph «aucherpapif Sandpapier ™*[petei'papi( ^Papier Wachspapie Adler?] 1Ä enthält Ceylonkaffee unbedingt feinstes Fabrikat Hand- Heu- il. Ernterechcu 150 cm breit, mit 24 Zinken, pro Stück Mk. 7.50, vorräthig bei 6300 Ph- Mayfarth & Co., Frankfurt a.M., Hanauer Landstraße 169, am Ostdahnhof. 6649 Gn auth. Alleinige Fabrikation und Vertrieb für Hessen-Nassau und das Grossherzogthum Hessen 5318 frisch cingctroffeti bei [3383 A. & G. Wallenfels. 6650 apiere Berger’s 6628 6939 sofort gesucht. 66-41J Kleines Familienlogis zu ver- 6633 Kirmesgäste. WQQQPTQTlPht *■ heilbar. SBrof^- 50ißf. frc. d. Narden- Wdüüulullulll kötter,Münaterl.l2B.,äriU. g.Hcttmist. 5 1 Robert Berger, Pössneck i. Th. empfiehlt 6617 Wilh. Haas Bleichstr. 21. jltut HM. MhärilM iomie neue Kartoffeln Zufolge wirb hierdurch 1. 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GekauutMachuug. gestrigen Beschlusses der Stadtverordneten - Versammlung zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in der Zeit vorn 1. September voraussichtlich keine Sitzungen der Stadt- Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6^0 H* 7,00 JL, Weißkraut vr. Stück > Oh 4« Zwiebel?? pr. Ceutuer M 8,00—9.00. Milch vr. Liter 16 L, Kirschen pr. Pfd. 15—18 ■ Ne« Lickern. tztMt Gießen. oth. Eingesandt! Tonntag den 11. und Montag den IS Juli gehen wir Alle auf dar Kirchweihfest nach Leihgestern. Möge sich ein Jeder diesen schönen Spaziergang leisten. Bahn- Rückfahrt kostet nur 15 Pfg. Der Festwirth. Herr I. Häuser hat auf dem Festplatz den alleinigen Ausschank der beliebten Jhring'schen Biere. Mehrere „lusticke" vorjährige Gebrüder Well in Frankfurt a. M. Concessionäre der Firma Metzeler & Co. in München. Niederlagen in Giessen: C. A. Faber; W. Hosch; Brüder Schmidt; Emil Schmidt; Wllh. Schmidt. In Wetzlar: Fritz Brenner; Rud. Spiess; Job. Hinkel jr.; Anton Waldschmidt; Jul. 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