Sl| 2 L20, .40 i.*** !fb.' U°' 1-8» ’« H. ■Ilnb>»i'ger 'be, Lammet, erftorbtnen Frau hehmbaren Preise AkllW L in ^tMrtiitiiiitii ue< tit 6499 traße 9. schrank zu verk. 1 unb rymit' I m Sataloge ist I eigvtte sauer« 1 ItUflU u. men. W | sste ott Mtt\ä)tnb, itiben jottoa^renb Auswahl. adner, Erfurt. ’s Mischung. •ortMk.-M e —.15. ßchmidt’s) zu lt I. 8115 rreatt zgA idt 23.75 vd. DbL 1C2J0 ,»t^'905 10L- S 10L- .*«f ■ 900 M I 8106 170.20 ::-i110 312^0 SamStag den 10» Jull Ur. 159 Erstes Blatt 1SOW icßencr Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Redaction, Txpeditio« und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Abomrementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Slamitienvtälter werden dem Anzeiger rtvöchentlich dreimal beigelegt. Der $le|etttr Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags. Amts- und Anzeigeblntt für den Kreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den ßfVt-H-dr Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme« t folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. ^UUlUIXllVlUU^l« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegM. Wolff» telegraphische» Correspondmz-Bureau. Elberfeld, 8. Juli. Am 14. d. Mrs. werden, wie die „Elberfelder Zeitung" meldet, Se. König!. Hoheit Prinz Friedrich Leopold sowie die Minister Dr. v. Miquel anb Thielen hier eintreffen, um der Einweihung der Müngstener Rtesenbrücke beizuwohnen. Neustrelitz, 8. Juli. Der Oberhofmeister v. Bülow ist heute gestorben. München, 8. Juli. Der preußische Gesandte Graf von MontS hat sich heute Vormittag 11 Uhr auf Ein- ladung Ihrer Majestät der Kaiserin nach Tegernsee begeben. Nom, 8. Juli. Der „Offervatore Romano" veröffentlicht einen Brief deS apostolischen Delegaten in Konstantinopel an den Papst, worin ersterer dem Papst für fein Mitgefühl für die Christen im Orient, Katholiken sowohl wie Nichtkatholiken, dankt und den Entschluß auSspricht, er werde fortfahren, fich diesen Gefühlen anzuschließen. Pari», 8. Juli. Dem „GauloiS" zufolge beabsichtigt der Zar, um feine Dankbarkeit für den ihm in Frankreich bereiteten Empfang feterlichst zu bezeugen, Faure zum Oberstinhaber eines der schönsten russischen Regimenter zu ernennen. Göteborg, 8. Juli. Der Kaiser nahm gestern den ganzen Vormittag Vorträge an Bord der „Hohenzollern" entgegen, die noch auf der hiesigen Rhede liegt. Petersburg, 8. Juli. Heute wurde ein Gesetz vollzogen, durch welches für die Anlage von besonderen Admira- litätSbassinS und zum Bau von Hellings für Kriegsschiffe im Hafen von Reval 530000 Rubel bewilligt «erden. Petersburg, 8. Juli. Heute fand das Stiftungsfest des Wiborg'schen Infanterie-Regiments statt, deffen Chef Kaiser Wilhelm ist. Dem Festgottesdienst wohnten der deutsche Botschafter und die MilttärattachvS bei. Die Parade wurde in der prachtvoll decorirten Reitbahn der Gardeartillerie abgehalten, wo neben der Büste deS Zaren auch die dem Wiborg'schen Regiment von den Ersten Ulanen geschenkte Broncebüste deS Kaisers Wilhelm aufgestellt war. Bet dem Frühstück toastete General Rehbinder auf beide Kaiser, worauf Fürst Radoltn die Grüße und Glückwünsche deS RegimentSchefS übermittelte und auf das Regiment trank. Depeschen de» Bureau .Herold." Berlin, 8. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß deS Ministers für medicinale Angelegenheiten an die Regierungspräsidenten, worin hinsichtlich der Aufbewahrung und Abgabe deS „neuen Tuberkulin Koch" Anordnungen bekannt gegeben werden, auf deren Befolgung bei den Apotheken-Revifioneu geachtet werden soll. Berlin, 8. Juli. Der bisherige LegationSsecrrtär bet der kaiserlichen Gesandtschaft im Haag, LegationSrath v. Schlözer, ist der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge an die Stelle des zum Mtnisterrefidenren in Luxemburg bestimmten Grafen Henkel von Donnersmark al» erster Secretär an die Botschaft zu Konstantinopel versetzt. Berlin, 8. Juli. Den von der Preffe in letzter Zett verbreiteten Gerüchten gegenüber kann die „Nordd. Allgem. Zig." feststellen, daß gegen den wegen schwerer Erkrankung auf Grund eines ärztlichen Atteste» beurlaubten Crimtnal- Lommiffar von Tausch nach seiner Entlaffung aus der gerichtlichen Untersuchungshaft die DiSciplioar-Untersuchung nngeleitet worden ist. Berlin, 8. Juli. Nach den neuesten Meldungen befindet sich der Dampfer „Spree" im Schlepptau des Dampfers Maine" auf dem Wege nach QueenStown. Berlin, 8. Juli. Die „Berl. Polit. Nachr." theilen mit, daß die preußische Regierung in naher Zeit die end- ziltige Regelung des Wahlrechts für Staat und Gemeinde in die Hand nehmen wolle. Der Zeitpunkt sei zekommen, wo die Erhebungen über die Wirkung der Steuerreform auf das Wahlrecht abgeschloffen seien. Wahrscheinlich werde schon der nächste Landtag sich mit einem entsprechenden ÄesetzeS-Borschlage zu beschäftigen haben. Berlin, 8. Juli. Die Ernennung de» Botschafter» v. Thielmann in Washington zum StaatSsecretär deS ArichSschatzamt» ist zwar noch nicht erfolgt, sie scheint aber ier „Nattonalzeitung" zufolge keinem Zweifel mehr zu iurterliegen. Berlin, 8. Juli. Die „Post" bezeichnet" die an die Nachricht von der angeblichen Berufung de» Abg. Gamp in ein höheres Reichsamt geknüpfte Behauptung, daß Herr Vomp wettergehende Beschränkungen der Börse fordere und rnlschieden für die Verstaatlichung der Reichsbank und für die Doppelwährung eintrete, als falsch. Herrn Gamp gingen bereits manche Bestimmungen des Börsengesetzes namentlich in Betreff der Productenbörse zu weit. Er habe auch kürzlich Gelegenheit genommen, fich ganz entschieden gegen die Umwandlung der Reichsbank in eine Retchsanstalt zu erklären und er nehme in der Währungsfrage keine extreme Stellung ein. Berlin, 8. Juli. Za der Behauptung einzelner Blätter, die Berufung des badischen StaatSministerS Buchenberger an die Spitze des RetchSschatzamts sei an Meinungs-Verschiedenheiten wegen der Reichsfinanzreform gescheitert, schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.", die Ablehnung des Herrn Buchenberger sei lediglich auS Gründen erfolgt, die in seinen persönlichen Verhältnissen liegen. WaS aber die principielle Seite der Sache betreffe, habe die sehr wahrscheinlich gewordene Berufung des Freiherrn v. Thielmann dieselbe handelspolitische Signatur, wie die des Herrn Buchenberger. Köln, 8. Juli. Die „Köln. Ztg." meldet aus Konstantinopel, die Türkei habe allmählich recht bedeutende Truppenmassen auf und hinter dem Kriegsschauplätze -usammen- gezogen. Die orientalischen Bahnen beförderten vom 24. Februar bis 15. Juni 158 000 Maon und 33,000 Pferde. München, 8. Juli. Die „Münch. Reuest. Nachr." wissen zu melden, daß Fürst Hohenlohe bet seiner jüngsten Anwesenheit in München politischen Persönlichkeiten gegenüber wiederholt seinem Entschlüsse Ausdruck gegeben har, die Geschäfte so lange weiterzuführen, als ihm dies seine Kräfte gestatten. Die Klärung der politischen Lage, soweit sie in dem Personenwechsel im Reich und in Preußen zum Ausdruck komme, dürfte dem Reichskanzler, der sich nach wie vor des größten Vertrauens fettens des Kaisers erfreue, eher Beran- lassung geben, der Leitung der Geschäfte, getreu feiner politischen Vergangenheit, mehr Nachdruck zu verleihen. Wien, 8. Juli. Dem „Neuen Wiener Tagebl." zufolge werden die Bestrebungen der Türkei entgegen dem Willen der Großmächte und ihrer eigenen Zusage, Thessalien nicht zu räumen, unter keinen Umständen Erfolg haben. Infolge eines russischen Vorschlages haben sämmtliche Großmächte neuerdings ihre Botschafter instruirt. Prag, 8.Juli. In Leitomichl fanden anläßlich einer Hußfeter große Ruhestörungen statt. Die Behörde verbot einen Fackelzug, weßhalb die Menge die Straßen lärmend und aufrührerische Lieder singend durchzog. Die GenSdarmerte verhaftete 30 Personen, darunter auch einen städtischen Poltzeibeamten. Pari», 8. Juli. DaS „Journal" meldet au» Petersburg, man sei dort sehr überrascht, daß Präsident Faure die Dauer seines Aufenthalts in Rußland nur auf drei Tage festgesetzt habe. Man bemerkt, daß der Zar in Frankreich länger gewesen sei und hofft, den Präsidenten bewegen zu können, auch länger in Rußland zu verweilen, damit er Moskau besuchen könne. Der „Soletl" meldet aus Petersburg, der Präsident werde bei seiner Ankunft vom 1. Garde- Regiment empfangen werden, dessen Commandeur Prinz LouiS Napoleon sei. London, 8. Juli. Die „Times" erfahren aus Athen, die Türkei habe bereits die Ernte in Thessalien begonnen und große Getreidemassen nach Elassona trän»- portirt. Madrid, 8. Juli. Die auS China kommenden Produkte find wegen Ausbruchs der Beulenpest einer Quarantäne unterworfen worden. Newyork, 8. Juli. Der „Newyork Herald" bringt das Gerücht von dem bevorstehenden Rücktritt Mac Kinleys. Letzterer fei über die wirthschaftliche Lage Amerikas sehr ungehalten. Konstantinopel, 8. Juli. Hier circulirt baß Gerücht, Rußland sei entschlossen, bei weiterer Hartnäckigkeit deS Sultans die Schwarze Meer-Flotte in die Dardanellen einlaufen zu lassen. Berlin, 9. Juli. Der Plan der Errichtung einer Kleinbahn zur Erschließung unserer südwrst-afrikantschen Colonien wird jetzt, wie die „Berl. Pol. Nachr." mittheilen, zwischen den betheiligten Ressort» erörtert. — Wegen einer in den letzten Tagen mehrfach verbreiteten Mittheilung, daß eine Convertirung der 3i/,proc. Consol» vorbereitet werde, wird officiöS versichert, daß in RegierungS- kretsen über einen solchen Plan noch nicht da» Geringste bekannt sei. Suhl, 9. Juli. Bet der Ausschachtung eine» BassinS im benachbarten Schmiedefeld wurden drei Arbeiter verschüttet. Zwei davon find tobt, dem dritten wurden beide Beine gebrochen. Cocates unb provinzieller. Gießen, den 9. Juli 1897. * Knnstverein. Wie im Jnseratentheil ersichtlich, bleibt die Gemälde-Ausstellung im ThurmhauS am Brand von Donnerstag den 15. d. M. ab auf einige Wochen geschlossen. Wir wollen deshalb nicht unterlassen, unsere Kunstfreunde nochmals auf die gegenwärtige reichhaltige Ausstellung aufmerksam zu machen, umsomehr als morgen der letzte Sonntag ist, an welchem die Ausstellung geöffnet fein wird. Ueber die wirlhfchaftlichen Verhältnisse äußert fich der Bericht der Großh. Handelskammer Gießen u. A. wie folgt: Mit Befriedigung constatiren wir, daß auch unser Geschäftsbezirk nicht ohne Antheil an der BerkehrSsteigerung blieb, die fich im Berichtsjahre (1896) auf weiten Gebieten des wirth- schaftlichen Lebens vollzogen hat. In hervorragender Weise hatten fich dieses Aufschwungs die Montan- und Eisenindustrie, die Maschinen-Fabrikation, sowie die Fabrikation von Baumaterialien zu erfreuen, welche Betriebszweige kaum im Staude waren, den Anforderungen des Bedarfs zu genügen und deshalb zur Vermehrung ihrer ProductionSmittel übergehen mußten. Andere hier ansässige Industrien sollen ebenfalls gut beschäftigt gewesen sein, doch trat dies nicht so erkennbar hervor. Dagegen lagen die Verhältnisse in der für unseren Bezirk so hochwichtigen Cigarrenindustrie weniger günstig. Machte fich auf diesem Gebiete auch während der ersten Jahreshälfte eine rege Geschäftsthätigkeit bemerkbar, so erlitt dieselbe doch bald nachher eine Abschwächung, die, stetig zunehmend, mit einer drückenden GeschäftSstille in den letzten Monaten abschloß. Auf welchen Ursachen dieser Rückschlag beruht, dürfte zunächst mit Sicherheit nicht sestzustellen fein. Wie auS den Einzelberichten der Detailhändler hervorgeht, haben letztere eine Besserung ihrer Geschäftslage nicht zu verzeichnen. Neben dem stetigen Anwachsen der auf dem gleichen Boden stehenden Concurrenzgeschäfte find eS dte Con- sumvereine, sowie die Versandt- und Filial-Geschäfte, welche erheblich dazu beitragen, den Geschäftsbetrieb der Detailliften zu erschweren. So beklagenswerth dies für die Betheiligten auch ist, so schwierig dürfte e» doch sein, hier Abhilfe zu schaffen. Für eine gleichmäßige Besteuerung der Consum- vereine und der offenen Handelsgeschäfte find wir stets ein- getreten, ebenso haben wir die Leitung derartiger Vereine durch Beamte und Offiziere nicht gutheißen können, weil wir darin eine Begünstigung dieser Vereine zum Nachtheile der Detailliften erblickten. Bestrebungen aber, welche darauf ab- zielen, die Thätigkeit der Versandtgeschäfte durch gesetzgeberische Maßnahmen lahm zu legen, würden unsere Unterstützung nicht finden, denn wir halten eine gedeihliche Entwickelung de» Handels nur bei voller Bewegungsfreiheit möglich. Unter Berückfichttgung vorerwähnter mißlicher Umstände möge eß unß gestattet fein — wie dies auch im letzten Jahresbericht geschehen — darauf hinzuweisen, wie dringend geboten e» erscheint, daß den hiesigen Geschäftsinhabern für ihr Bemühen, allen berechtigten Ansprüchen zu begegnen, in erhöhtem Maße Anerkennung und Unterstützung auch auS denjenigen Kreisen der Bevölkerung zu Theil werde, die seither mit Vorliebe von Auswärts kauften. Der in unserem letzten Bericht ausgesprochene Wunsch der baldigen Gewährung des für die deutsche Industrie so wichtigen RohstofftartfS scheint der Erfüllung entgegen zu gehen. Zunächst hat der Kgl. Prenß. Landes-Eisenbahnrath in seiner December-Sitzung die Ermäßigung der Frachten auf Brennstoffe befürwortet, die Entscheidung über ihre Ausdehnung auf Erze aber zur nochmaligen Erwägung gestellt, weil zu befürchten sei, daß hierdurch eine Verschiebung der bestehenden Wettbewerbsverhält- nisse, sehr zum Nachthetl einzelner Hochofendistricte, stattfinden würde. Die Kammer kam während deS Jahres öfter in die Lage, gegen Bestrebungen anzukämpfen, die schwere Schädigungen weiter Geschäftskreise involvirten. So war e» u. A. die Margarine-Fabrikation, deren Entwickelung man durch erschwerende Bestimmungen beim Verkauf zu hemmen suchte, ohne Rücksicht darauf, daß ihr Product-breiteu Schichte« der Bevölkerung zum unentbehrlichen Nahrungsmittel geworden ist. Ebenso glaubte man den Verkehr mit Handelsdünger, Kraftfuttermitteln und Saatgut auf eine Weise ein- engen zu sollen, die in schroffem Gegensatz zum seither geübten Geschäftsgebrauch stand und welche für Producenten wie Consumenten gleich schädlich wirken mußte. Auch gegen die Reform der Börsenordnung, welche trotz des Widerspruchs der größeren Börsenplätze inS Leben getreten ist, find wir vorstellig geworden. Der deutsche Handelsstand war stet» bereit, zur Beseitigung ihn berührender schädlicher Auswüchse die Hand zu bieten, konnte aber nicht ohne berechtigte Erregung ein Gesetz in Wirksamkeit treten sehen, welche» ihn stiller freien Tätigkeit beraubt und ihm Controlmaßregeln auferlegt, wie man sie seither uoch keiner Interessengemeinschaft ouszueclegen versuchte. Gegenüber den vielfachen auf die Handels-Verträge gerichteten Angriffen erachten wir eS sür unsere Pflicht, mit Nachdruck darauf hinzaweisen, wie gerade diesen Verträgen tu der Hauptsache unser jetziger »irthschastlicber Aufschwung zu verdanken ist. Zugleich richten wir au die ReichSregieruug die dringende Bitte, an dieser bewährten BertragSpolitik unentwegt festzuhalten, zumal nicht- geeigneter ist, den politischen Frieden zu erhalten, als eine wirthschaftliche Annäherung der einzelnen Nationen unter sich und die Verschmelzung ihrer materiellen Interessen. •• Radsport. Die gestern bei schönstem Wetter verlaufene sportliche Veranstaltung auf unserer Rennbahn war verhältoißmäßig nicht sehr zahlreich besucht, obgleich die Rennen fich sehr interessant zu gestalten versprachen. Beim Recordversuch auf Tandem (Strecke 400 bis 402% Meter) erzielten Christtausen-Lautermann 0,25% bezw. 0.25%, gegen 0,25 bezw. 0,25% bisher beste Leistung. — Der von denselben Fahrern vorgesührte Recordversuch auf 3000 Meter hatte einen ungleich besseren Erfolg. Die Strecke wurde in 3,18% gegen 3,26 bisher gefahrene beste Zeit zurückgelegt. Diese Leistung wurde allseitig mit brausendem Beifall begrüßt. Es ist hiermit auf unserer Rennbahn sogar der Welt-Record überholt. Die darauf folgenden MatchS erledigten fich, indem Albert-Bieberich mit 2,28 — bei 1200 Meter — gegen Lautermann und Christiansen, die allerdings durch die Recordversuche stark mitgenommen waren, um % Secuode früher das Ziel pafftrte, als jene. Das gleiche Resultat lieferte der zweite Lauf bei 3200 Meter. Albert war mit 5,59% Erster. Ebenso fiegte Albert beim Entscheidungslauf — 1200 Meter — mit 2,14%, nachdem seine Gegner 50 Meter vor dem Ziel das Rennen aufgegeben. Ein Match auf Tandem — Strecke 1200 Meter — wurde von Duill-Lautermann, Becker-Albert und Böhler-Beckmann ausgefahreu. Sieger blieben Becker-Albert mit 2,4, während Duill-Lautermann 2,4% fuhren. ** Gelegentlich der morgen (SamStag) hier stattfinden- den Wanderverfammlung des Mittelrheinifcheu Architekten- und Ingenieur-Vereins findet im kleinen Saale von „Steins Garten" eine Ausstellung von Plänen und Photographien städtischer Bauten statt, deren Befichtiguug Nachmittags von 3 bis 5 Uhr Jedermann frei steht. Eine Verlängerung dieser Ausstellung ist leider nicht möglich, worauf wir Interessenten besonders aufmerksam machen möchten. •* * Der Gesangverein „Ltederkranz" wird einer Einladung des „Liederkranzes" in Biedenkopf zufolge In voller Zahl seiner activen Mitglieder am nächsten Sonntag eine Herrentour dorthin unternehmen, woselbst er fich bet einer stattfindenden Feier auch gesanglich betheiligen wird. An dieser Parthie können fich auch inactive Mitglieder sowie Freunde des hiesigen „LtederkranzeS- betheiligen. ** Steuerreform. Nächsten SamStag wird in Darmstadt die Commission zur Vorberathuug über die Steuerreform zusammentreten. Derselben wird eine Denkschrift auf Grund seitheriger vorbereitender Arbeiten der Steuer- commtssariate zugehen. Se. Excellenz, der Herr Finanz- Minister wird die Verhandlungen eröffnen. Zu Mitgliedern der Commission sind ernannt: Graf SolmS-Laubach, Geh. Commerzieurath Michel-Mainz und Freiherr von Heyl, die Abgg. Dr. Schröder, Möllinger und Dr. Schmitt-Mainz, der frühere Landtagsabg. Wolfskehl, Provinzialdirector von Gagern, die Oberbürgermeister Morneweg, Gaßner und Gnauth. Als Vertreter des Ministeriums des Innern werden Geh. Staatsrath von Knorr und Ministerialrath Ufinger, von Seiten des Finanzministeriums Ministerialrath v. Krug, Geh. Obersteuerrath Weiche! und Obersteuerrath Bitte!, und seitens der Steuerverwaltung die Steuercommiffäre Kritzler- Darmstadt, Lautenschläger-Mainz, NiSpel-Ntdda, Dr. Metzler- Groß-Gerau und Steuerasseffor Gläsfing als Mitglieder der Commtsfion entsandt. ** Wetterbericht. DaS barometrische Maximum hat wieder an Raum gewonnen und daS umfangreiche Depres- fionSgebiet weit nach Norden zurückgedrängt. Einzelne kleinere Theilmiuima bestehen aber uoch fort. Das Wetter war am Morgen allenthalben trüb und find seit gestern überall Niederschläge gefallen, doch dürfte der hohe Druck zur Geltung kommen. — Voraussichtliche Witterung: Allgemein wieder besseres Wetter. §§ Vom Vogelsberg, 6. Juli. Ernten ohne gesät zu haben, kann einLandwirth in Bermuthshain. Derselbe besitzt einen Acker, der im vorigen Jahre mit^Roggen bestellt war. In der Erntezrit herrschte aber solches Regenwetter, daß viele Körner aus den Halmen fielen. Der Acker wurde nach der Ernte mit Weißrübeu besät, dabet stand aber der Roggen ebenfalls grün und zwar recht gleichmäßig. Die Weißrübeu wurden im Herbste geerntet, während der Roggen fich weiter entwickelte. In diesem Frühjahr fand nun der Landmann einen prächtigen Roggensaalstand auf seinem Grundstücke, er ließ die Frucht stehen und scheint daS Weitergedeihen derselben zu den schönsten Hoffnungen zu berechtigen. D Dauernheim, 8. Juli. Jäger, Jagd- und Naturfreunde können hier, auf dem Pachtgute des Herrn St., ein reizendes Stillleben und Naturspiel bewundern. Beim Kleemähen fanden die Knechte des Herrn Hofpachters St. zwei junge, vielleicht erst wenige Stunden alte Rehböckchen und brachten die allerliebsten Thierchen mit nach Hause. Das Hofgut liegt etwa 20 Minuten von der Bahnstation Ranstadt. (Die Knechte dursten die Böckchen ohne einen Jagdsrevel zu begehen, hetmbringen, weil Herr St. Jagdpächter ist). Sogleich wurde für die zwei Rehböckchen eine Amme in Gestalt einer Ziege besorgt, die die beiden Waisen auch nach einigem Sträuben annahm. DaS eine Böckchen wurde indessen eigensinnig, eS verschmähte die Amme, weshalb der Versuch mit einem sogen. „Gummischlutzer" gemacht wurde, der sehr gut auSfiel. Die Ziege mit den Rehböckchen befindet fich in einem geräumigen Stalle, dessen obere Halbthüre stet» geöffnet ist, so daß eS niemals an frischer Luft mangelt. Eine Schaar Stallhasen treibt fich bei der Ziege und den Rehböckchen herum. Letztere find so zahm, daß sie fich auf den Arm nehmen laffen, eS ist ein reizender Anblick, die ganze Gesellschaft fich in dem Stalle umhertummeln zu sehen und ungern trennt man fich davon. — Die hiesige Heu- und Kleeernte ist sehr reich ausgefallen- alle übrigen land- wirthschaftlichen Culturpflanzen, sowohl Halm- als Hackfrüchte, sehen prachtvoll aus und versprechen reiche Erträge, nur daS Obst ist mißrathen. Kirtorf, 6. Juli. Aus Anlaß der 30jährigeu Wirksamkeit des Herrn Dr. med. Jost au hiesigem Orte als Arzt wurden demselben große Ovationen bereitet. Der Gesang- und der Krtegerverein sowie die Freiwillige Feuerwehr ernannten Herrn Dr. Jost, der fich um diese Vereine wie überhaupt um das Wohl der Gemeinde sehr verdient gemacht, zu ihrem Ehrenmitgliede. Seligenstadt, 7. Juli. Der 50jährtge Gemeindehirte Stock aus Dettingen transportirte gestern Abend ein Stück Rindvieh hierher, um eS dem Käufer abzulteferu. Als daS Thier mittelst der „fliegenden Brücke" übergesetzt werden sollte, sprang es, den Hirten mit fich fortreißend, über die Fähre in den Strom. Der Fährmann sprang sofort nach und rettete mit eigener Lebensgefahr den mit den Wellen ringenden Stock, der beim Sturze tu den Fluß mit dem Kopfe auf einen Stein gefallen war und eine Kopfverletzung erlitten hatte. DaS Restn>tnü ^Ofltn worden und h,be» °hk° liegende Wäsche vn- Janfifxauen durch waschrchü ilo^tdj erscheinende Punllr lntt*8 in Barum 1 ™ Folzr des Braudkt Reiche befindlichen Wäsche^ allseitig der Ansicht, baf ch°digte sofort durch Zeuge- ststkllen lassen solle. Die >adeu ersatzpflichtig sei, sei il in den nächsten Tagen r Zeitung" wird von juri> eilt, dah, wenn ein Ler- bensabriken an dem Rande i allen durch das Brand- ltbar sein dürfte. Auch m leinen Färbung nicht. Je ein Lehrer seinen Schlilei- un Wäsche und fragte die rartigeö vorgekommen sei, in aufstanden. Eine Lch e Schüsseln Reis zum Ad- Als ihre Kostgänger nat hüffelu" sahen, fragten fit neuzoppe" sei. Ist den i erwachsen, \t> dürfte btr ZLrbereien im Thale vvj jtn sollen ihren Verlust aas itten dn AiSstellung * ic Besucher. Er erhielt ein n je eine stlberue Uhr- h ter M * : ®* sich dieser Tage zugettagec, iem, »tri «<»16®* Sine »!«<’ |6,tt atiilinel »»lder Wo* IntuPrieflabt nM l® lltneatee |eto W>W ; Dame I>!»°di,tt ß» U8et, M ihm 50 M Dabei W die Dankbarkeit der Erwahnnus DMätttio aber ,aU ! «nd vermuihet W St** Ä?rÄ* teri«1 tont f ,ini«tt->°6-° 3. » uni >»• *V 6*1®’ en.« * 2'L'S -'S % i r So behielt der Pariser Bolksmuud recht, der die Katzen „lapins de gouthidre“, Dachrinnenkaninchen, nennt." * Paris. 8. Juli. Die Näherin Frau Maröchal wurde heute früh in ihrem Zimmer in der Rue de Fanbourg- Potffonuiöre zusammen mit drei jungen Arbeiterinnen erstickt ausgefunden. In einem hinterlassenen Briefe stand die Erklärung, ste stürben freiwillig und ohne Bedauern. Die That wird häuslichem Kummer zugeschrieben. In dem Zimmer fand man eine Flasche, in der sich ein Liter Branntwein befunden hatte, leer vor. • Die kleinste Civilltste der Welt beträgt 60 Mk. jährlich. ES ist dies nämlich das amtliche Einkommen deS Präsidenten der Phrenäenrepublik Andorra. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl LovS und I. M. Schulhof. Bremen, 8. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Friedrich der Große, Capt. M. Eichel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr AbendS wohlbehalten tv Ncwyork angekommen. Bremen, 8. Juli. sPer tranSaUantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Saale, Eapt. B. Blanke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten tn Newyork angekommen. — Der Dampfer „Pennsylvania" der „Red Star Linie" tn Antwerpen ist laut Telegramm am 5. Juli wohlbehalten in Philadelphia angelommen. — Der Postdampfer „Southwark" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 6. Juli wohlbehalten tn Newyork angekommen. Httiverfitäts - Nachrichten. — Fertenlehrgänge an Universitäten finden statt in Greifswald für praktische Aerzte vom 19. bis 31. Juli; in München für akademisch gebildete Lehrer vom 15. bis 21. Juli; in Genf in der französischen Sprache und Literatur vom 17. Juli bis 30. August und vom 1. bis 21. October; in Jena für Damen und Herren vom 2. bis 21. August, und zwar Fortbildungscurse, Sprachlehrgänge für Ausländer, naturwissenschaftliche Lehrgänge für akademisch gebildete Lehrer und Lehrer an Seminaren. — In Greifswald ist der Professor der Staatswissenschaften Dr. Struck gestorben. Literatur und — Von Griebens Reisebüchern liegt uns der 36. Band, der Schwarzwald, 10. Auflage, vor. Das reich mit Städte- und Landschaftsplänen ausgestattete Werk bietet ebenso wie die sonstigen in dem rührigen Verlage erscheinenden Werke einen sehr zuverlässigen Führer durch den Schwarzwald. Es umfaßt die Reiserouten Heidelberg-Karlsruhe, Karlsruhe-Offenburg, Offinburg Singen, Heidelberg über Freiburg nach Basel, Freiburg bis Basel, Basel nach Constanz, von Heilbronn zum Bodensee, Immendingen-Constanz-Bodensee. 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