f tra^ju n D1U88. reitit^ 811 Je4em fändet ÄM togen, We, 4664 günstige lus aus rch Litten Tee >er- PP- sen .897- >tlb«re«te ,-Mte fl n6D 1887 Griech« 101j» :ort^D6L tB °bL .,. 1906 101' fiDP 101' Mss •** lö )IS> -■ , 116 Kr. 13a Erstes Blatt DonnerNa« dm 10. Jmi 1S9V D»r Zehnter Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme M MontagS. Die Gießener Aamttienv kälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelrgt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mzeiger. Vierteljähriger Avonoementspreisr 2 Mark 20 Pfg. »it Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaction, Txpeditis» und Druckerei: Sch«tstraßeAr.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeis«l»latt für den "Kreis Meszen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. HratisKeikage: Hießener Jamilienblätter Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« I Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg«. stellen: die Militärpflichtigen, den Ladungen entsprechend, eme Stunde vor Beginn des Geschäfts zur Stelle sind. Gießm, am 29. Mai 1897. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Wallau. Ausland. — Die neue Verfassung von Kreta. Der -Times"»Correspoudent in Constantivopel theilr folgende Einzelheiten über die von den Botschaftern auSgearbeitrte Verfaffung für Kreta mit, das ein autonomes Fürste«, thum unter der Oberhoheit deS Sultans werden soll: A. Der Fürst. 1) Er wird ein Christ und ein Fremder sein, erwählt von den Mächten und anerkannt vom Sultan - 2) er wird haben ein Vetorecht gegen alle von der National. Versammlung angenommenen Gesetzentwürfe; 3) das Recht zu begnadigen und Amnestien zu erlaffen- 4) das Recht, alle Beamten zu ernennen, Christen und Muhamedaner, wobei persönliche Tüchtigkeit und locale Bedürfnisie in Betracht zu riehen find: 5) die oberste Controle über die bewaffnete Macht des Landes. B. Die Nationalversammlung 1) w^d aus Christen und Muhamedanern zusammengesetzt, die getrennt im Derhältmtz zu der Bevölkerungsziffer der beiden Confesfionen gewählt werden- 2) wird alle ö^i Jahre und in besonderen Fällen einberufen- 3) wird das Budget und alle Gesetze mit einfacher Mehrheit annehmen. C. Finanzen. 1) Directe und tndtrecte Steuern ohne Ausnahme, die Einnahmen aus den Domänen, Salinen re., von Posten und Telegraphen mit Ausnahme derjenigen, die fremden Regierungen oder Compagnien gehören, werden dem Schatze der Insel -»geführt. 2) Eia Tribut von 10,000 Lstr. (200,000 Mk.) wird jährlich nach Ablauf von 5 Jahren dem kaiserlichen Schatze gezahlt. D. Die bewaffnete Macht. 1) Die türkischen Truppen sollen nicht auf der Insel erhalten bleiben. 2) Das Gendarmeriecorps, das, wenn nothwendig unter dem Befehl von einem oder verschiedener fremder Osfi- ziere stehen wird, soll mit der Aufrechterhaltung der Ordnung betraut werden, unter dem Beistände von Abteilungen । fremder Truppen. 3) Bei dem Abzüge dieser Abtheiluugen i und um deren Stelle einzuuehmen, wird eine Localwili, i organifirt. E. Die Sprache. Griechisch, das von allen Deutsche» Reich. Berlin, 8. Juni. Nach der vorläufigen Mittheilung des Kaiserlichen Statistischen Amtes zur ConcurS. Statistik gelaugten im ersten Vierteljahr 1897 im Deut chen Reich 1932 neue Concurse im volkswirthschaftlichen Sinne, d. h. Fälle wirtschaftlichen Zusammenbruchs, zur Zählung gegen 1927 im ersten Vierteljahr 1896, 6764 im Jahre 1896, 7111 im Jahre 1895. Ilmtikber Tyeil. Bekanntmachung, betretend: das Ober-ErsatzgeschLft für 1897. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1897 wird im Kreise Gietze« Dienstag de« 15. Juni im Rathhause zu Lich, Vor- mittags 8 Uhr, Mittwoch de« 16. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Zkrettag de« 18. J««i in der Reftauration „Zum Lonys Bierkeller", Westanlage, zu Metze«,Vormittags 8 Uhr, Samstag de« 19. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Montag den 21. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Dienstag den 22. Juni im Gasthaus „Zum Rappen zu Grünberg, Vormittags 8 Uhr, stattfinden. , r c , . Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz.Commission im Bezirk der 49. Infanterie- Brigade in fämmtliche« Aushebungsorten zu ge- a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflich. tigen, soweit denselben eine besondere Ladung zugeht; b. die zum Landsturm I in Vorschlag gebrachten Mili. Einwohnern gesprochen «ird, I°ll dl- officielle Sprach- lei«. Gesetze, Verordnungen und amtliche Kundmachungen werde« gleichzeitig auch in türkischer Sprache veröffentlicht. F. Die Flagge. Kreta wird seine eigene Flagge haben.____ tärp süchtigen; c. die zur Ersatz-Reserve in Vorschlag gebrachten Milr- tärpflichtigen; d. die von der Ersatz-Commission als tauglich und em- stellungssähig erkannten Militärpflichtigen, einschließ, lich derjenigen aus früheren Jahrgängen; e. die von den Truppentheilen zur Dispositton der Ersatz-Behörden entlaffenen Soldaten; f. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. . Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden beson- dere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 5 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen find außerdem anzuwersen, ihre Loosungsschelne mit zur Stelle zu dringen. . _ Die zur Beurtheilnng von Reclamattonen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon derichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militiirpslichtigcr von feinem bisherigen Wohnorte weg- gezogen ist, zngleich anzngeben, wohin derselbe Herzogen ist. Die Grobherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober, Ersatz-Geschäfte bis znm Schluß des gesummten Geschäft- selbst anwesend zu fein, um bei der Untersuchung von Feld- dienstuntauglichen sowie Invaliden ev. Auskunft geben zu können, auch haben sich dieselben darum zu bemühen, daß Wolffs telegraphisches Eorrespondmz-Bmeau. Berlin, 8. Juni. Infolge EinathmeuS giftiger Gase bei de« Löscharbetten deS Brandes der Scheräng scheu chemt- chen Fabrik am 2. d. Mts. find bisher 3 Offiziere und >7 Mau« der Feuerwehr schwer erkrankt. Bremerhaven, 7. Juni. Der neuernannte amertkanifche Botschaster White ist heute mit Gemahlin und Tochter und in Begleitung deS BotschaftSsecretärS FiSk an Bord de« Schnelldampfer« „Spree" hier angekommen. Lemberg, 8. Juni. Gestern gerietheu in Schodntca Arbeiter mit Juden infolge Wortwechsels «S Hand- armenge, überfielen deren Häuser und demolirten einige. Die GenSdarmerie stellte die Ruhe nach vorauSgegaugeuem Kampfe wieder her, wobei ein Arbeiter getödtet wurde. 17 Ercedeuten wurden verhaftet. Pari», 8. Juni. Dem „GauloiS" zufolge findet die Reise des Präfidenten Faure nach Rußland Ende August ftQtt2flnbon, 8. Juni. Der internationale Berg- arbeitercongreß wurde gestern in Anwesenheit von 68 Delegirten eröffnet, die inSgesammt 1050 000 deutsche, englische und franzöfische Bergarbeiter vertraten. Eine weite« Abordnung, die 100000 böhmische Grubenarbeiter vertritt, wird heute erwartet. Depeschen de« Bureau .Herold/ Berlin, 8. Juni. Reichskanzler Fürst Hohenlohe kehrt heute hierher zurück. , t z c. Berlin, 8. Juni. Während der Pfingstfeiertage hat hier der dritte Parteitag der selbstständigen polnischen Soctalisten-Partei stattgefunden. Leipzig,8.Juni. Der fünfte allgemeine deutsche Schriftstellertag wurde gestern Abend durch eine sehr gelungene Festlichkeit im Theatersaale des CrystallpalasteS ei öffnet. Den osficiellen Beginn bildete eine heute Morgen ßi/» Uhr im deutschen Buchhändlerhause stattgehabte Dele- girten-Versammlung, in welcher Seitens des VerbandS-Bor- standes Profeffor Dr. Böcker-Frankfurt a. M. und Director Levy-Frankfurt a. M. über die Thätigkeit und den Stand des Verbandes berichteten. Demselben gehören zur Zett 18 Vereine mit 1365 Mitgliedern an. Um 11 Uhr erfolgte im Feftsaale deS deutschen Buchhändlerhause- die feierliche Eröffnung des Journalisten- und Schriftstellertages. Kreis- Hauptmann v. Ehrenstein-Leipzig überbrachte die Grüße der sächfischen Regierung und deS Königs. Seitens der Stadt waren Oberbürgermeister Dr. Georgi und Geheimer Hofrath Herr kamen: jeher alle ächten Dichter gepriesen. So Bodenstedt in seinem Mtrza-Schaffh: „In Gemeinheit tief versunken Liegt der Thor, vom Rausch bemeistert, Wenn er trinkt, wird er betrunken, — Trinken wir, find wir begeistert, Reden wie mit Engelzungen, Sprühen hohe Wttze-funken, Und von Gluth find wir durchdrungen Und von Schönheit find wir trunken." So war eS auch bet der Einweihung des Hatteuheimer RiesenfaffeS in den weiland Wilhelmy'scheu Kellereien, als Emil Rittershaus, von der Begeisterung deS Augenblickerfaßt, einen gereimten Pathenspruch improvifirte aus den alten Procurator Wilhelmy und mit Anspielung auf seinen Sohn, den berühmten Geigerköatg, worin die Verse vor- „. . . . Die Jugend ist mir sauft verflogen, Don holder Muttrrlteb' verschönt, Ward mit dem Fläschchen aufgezogen Und hab' mir's nicht mehr abgewöhut. Bald wird zu Muth mir ernst, bald schelmisch, ES schwingt mein Sinn fich hoch empor, Al- geigte in der Brust Wilhelmy'sch De- Herrgotts ganzer Engelchor. Die Hüte schwenkt! Hoch soll er leben, Der unS kredenzt daS holde Naß, Dem Kaiser tu oem Reich der Reden, Wilhelmy gelte dieses GlaS!* Feuilleton. (Emil Nittershsus als Improvisator. Sein noch ungedrucktes Preislted auf Heffm. Und da floffen ihm die Verse nur so wie eiu lebendiger Boro von den Lippen, wenn eS galt, ein hohe- Fest zu feiern, einen großen Mann zu ehren, fich für gewordene Anerkennung zu bedanken, einen geselligen Kreis zu erheitern. Manche dieser Improvisationen hat der Dichter selbst in treuem Gedächtntß verwahrt und, wenn auch nur thetl- weise, in seinen Liedersammlungen verwerthet, wie die erste Strophe des eben eitirteu PathenspruchS in seinem präch- eigen Büchlein: „Am Rhein und beim Wein!" Andere find, wie die Gelegenheit fie geboren, verrauscht nnd ver- klungen, andere dagegen von den entzückten Hörern auf- 8 z Eines dieser letzteren hat der Derfaffer dieser Skizze durch einen glücklichen Zufall in die Hände bekommen uud glaubt es, da es bis jetzt noch nicht veröffentlicht ist, den Freunden und Verehrern deS liebenswürdigen Sängers nicht vorenthalteu zu sollen. ES entstand im Sommer 1876, alber Dichter von Bad Salzschlirf aus seine Bekannten in Alsfeld besuchte. Auf eine ihm in einer dortigen Gesellschaft ausgebrachte Ovation hin trug RttterShauS ein Loblied von Heffen vor, das man ein Pendant zu seiner bekannten Verherrlichung Westfalen- nennen könnte, woraus noch kürzlich, wie bkkannt, engherzige Prüderie den VerS aus dem Schullesebuch tilgen wollte: „Glückselig, weffen Arm umspannt Ein Mädchen auS Westfalenland!" Köstlich hat ja der „Kladderadatsch" dafür vorgeschlagen: „Glückselig, wem noch drückt die Hand Ein Onkrl auS Westsalcnland!" Feuilleton: , . Alle, welche dem unlängst heiwgegangenkn feurigen Rtleinsüngtr unb marmblütigen Menschenfreund Emil Rltter-bau- im Leben nähergestanden, haben ihn außer keiner Verherrlichung betätigtet DaseinSfreude und seiner Bekundung -chtdeutscher patriotischtr Gesinnung mahl auch a.l-aentlich bei nationalen Festen und Ehrengedenktagen be> bnitenber Dichtet und Künstler, sowie im engeren geselligen Steile aiS einen Improvisator von Gottes Gnaden kennen gelernt. ES war der niemals au-gelungen.^harmonische Dreiklang, bet unfet Dasein verschönt t „Wein, Weib, ®<|ang!« bet dann auch feinen begeisterten Lippen entquoll, v-sonder- am schönen Rheinftrom, den et über aller liebte, bei (einem goldenen Feuerweine, den er al- die edelste Gabe seiner romantischen Ufer pries, da wat e«, al« wenn -er Geist über ihn käme, da leuchtete sein Menschenfreund- licheS Antlitz und sein ltebewarmeS Auge, und eS war, a 8 redete er mit feurigen Zungen. Bet ihm ietflte sich f° recht, daß der Wein alle edleren Gefühle im Menschen regt und weckt und daß sich durch ihn de- Menschen wahre Natur offenbare. In vino veritas! sagt ein alter Spruch, und alS Spiegel des menschlichen Herzens haben ihn von In der „Darmstädter Zeitung" veröffentlicht , Dr, I. Nover«Worw« das folgende hochinterrffante Dr, jur. v. Gottschall zur Begrüßung erschienen. Den sämmrlichen Borrednern dankte tm Namen deS verbände- Professor Dr. Böcker-Frankfurt a. M. für den herzlichen Empfang. Redner schloß mit einem Hoch auf König Albert. Der feierlichen Eröffnung reihte sich eiu Frühstück im Buch- häudlerbause an. München, 8. Juni. Gestern schlug der Blitz in die Telephon-Lettung des PulverthurmeS bei Rosenheim ein. Nur dem Umstaude, daß eto wolkenbruchartiger Regen nieder- ging, ist eS zu danken, daß größeres Unheil verhütet wurde. Der durch den Brand verursachte Schaden wird auf 100000 Mark geschätzt. Mannheim, 8. Juni. Auf der Statiou Neckargemünd stießen zwei Güterwagen auf einen Localzug. 10 Passagiere wurden verwundet. Wien, 8. Juni. Au- allen LandeStheilen laufen Meldungen über Kolossalen Schaden ein, welchen Wolkenbrüche, Hochwaffer und Hagelschlag., tu Forst und Land an- richteteu. Alle Flüffe Nteder-OesterretchS, Steiermark- und Ungarn- find aus den Ufern getreten. Die Stadt Arad^fteht thetlweise unter Waffer. Die Stadt Felviuaz ist durch Wolkenbruch zerstört. Pari-, 8. Juni. Die monarchistischen und katholischen Blätter drücken über die innere Politik beß jetzigen Eabinet- ihre volle Befriedigung aus. Die radicale Lanterne zieht daraus den Schluß, daß Mvltne mit den Conservativen complottirt, um die Republik zu beseitigen. Loudon, 8. Juni. Die englische Regierung hat eine Eommisfion ernannt, um einen Plan zur Erbauung eines Tunnels unter dem Nord-Canal zwischen Schottland und Irland auszuarbeiten. Der Tunnel würde eine Länge von 53 Kilometer erhalten. Die Dauer der Arbeit würde 14 Jahre betragen. Der Tunnel soll elektrische Beleuchtung bekommen und ein doppelte- Geleise erhalten. Die Baukosten find auf 400 Millionen Franc» veranschlagt. Athen, 8. Juni. Die Regierung entließ die phil- hellenische Legion. Athen, 8. Juni. Bei den FestungSarbetteu am Aeta- Gebirge entdeckte man die Ruine eine- alten dorischen Tempels. ________ Berlin, 9. Juni. Der Kaiser tritt, wie auS Kiel gemeldet wird, voraussichtlich Anfang Juli mit der Macht „Hohenzollern" die Fahrt nach Rußland an, begleitet von dem Kreuzer „Gefion". Die weiteren Begleitschiffe find noch nicht bestimmt. Berlin, 9. Juni. Unter Theilnahme des Kaiser- paare» und der kaiserlichen Kinder fand gestern in Potsdam der alljährliche Blumencorso statt. London, 9. Juni. Der Fischdampfer „Liberte" ist mit der ganzen Besatzung von 23 Mann bei Island unter- gegangen. Canea, 9. Juni. Die Admirale haben beschloffen, durch einige Compagnien internationaUr Truppen Streifzüge nach dem Innern der Insel bewerkstelligen zu laffen. CoeeU» nni> provhtjitlfef. Gießen, den 8. Juni. • * Ehrung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben am 6. Juni dem Kirchenrath und Oberpfarrer D. Georg Christian Dteffenbach zu Schlitz deu Charakter als „Geheimer Kirchenrath" ertheilt. Ernannt wurde der HauptsteueramtSasfistent bei dem Hauptsteueramt Bingen Heinrich Schlehenbecker zum DistrtctSetnnehmer der DistrictSeiunehwerei Grebenhain. * • Um Trauringe kaufen zu köuneu, erschwindelte gestern eine stellenlose Dtenstmagd bei einer hiesigen Herrschaft den Betrag von 10 Mk. Das Mädchen wurde in Haft genommen. • * Kamiubraud. In einer Bäckerei auf der MäuSburg entstand gestern Abend ein Kamin brand. Da der brennende Ruß vielfach auf die Nachbardächer ntederfiel, war die Feuersgefahr nicht zu unterschätzen, weßhalb unter den Hausbewohnern große Aufregung herrschte. * * Eiu „guter" Freuud. Drei Freunde, wovon einer gut bei Kaffe war urtb bezahlte, machten am zweiten Feiertag Vormittag einen Bterbummel und tranken zum Schluß in einem Hotel noch eine Flasche Wein. Während hier der Wohlthäter bezahlte und sein Portemonnaie auf dem Tisch liegen hatte, entwendete ihm sein Freund 15 Mk., versuchte aber auch zugleich, als der Verlust bemerkt wurde, die Sache auf den Kellner zu schieben, indem er behauptete, derselbe habe beim Wechseln eines ZwanztgmarkftückeS nicht richug herausgegeben. Die Polizei klärte die Sache auf und nahm den Dieb fest, welcher daun zu seiner Entschuldigung vorbrachte, er habe das Geld wieder zurückgeben wollen. ”* SouutagSfahrkarteu werden von Sonntag, den 13. Juni ab von Wetzlar aus nach Gleiberg, Lollar, Weilburg, Limburg und Bad-Nauheim au-gegeben. Nach Braunfels, Balduinstein und Ems wurden schon vorher Sonntagsfahrkarten verabfolgt. ♦* Sudw. Couferenz für innere Mission. Arn 23. und 24. Juni soll in Pforzheim die 33. Jahresversammlung der südwestdeutscheu Confereuz für innere Mission statlfinden. AuS dem reichhaltigen Programm theilen wir mit, daß die Hauptversammlung am 23. Juni Nachmittags die Dienst- boteufrage im Lichte des Evangeliums behandeln soll, ein Thema, das wahrlich heutzutage zu deu wichtigsten und bren- nendsteu gehört. DaS Referat liegt in den Händen des wohlbekannten BeretnSgeistlichen Ostertag von München, der in feiner weitverzweigten Thätigkeit Beranlaffung genug hat, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen und die Noth der Herrschaften wie der Dienstboten kennen zu lernen. Als Correferent wird Frhr. E. A. v. Güler von Sulzfeld die DtScussion einleiten. In einer zweiten Versammlung am 24. Juni Vormittags wird Semiuardirector Dr. Oes er von Karlsruhe, der bekannte feinsinnige Schriftsteller, über die „HauSandacht" reden als eine der wichtigsten Säulen eines gesunden christlichen Familienleben». Es steht zu hoffen, daß an beiden Versammlungen besonders auch die Damen ebenso zahlreich theilnehmeu, wie die Männer. Die dritte Versammlung, gleichfalls am 24. Juni, soll über da» Der- hältniß von Innerer Mission zur Sozialpolitik verhandeln. Stadtpfarrer Dr. Wurster von Heilbronn, der auch tu seinem Buch „Die Lehre von der inneren Mission" diese Frage erörtert hat, wird Referent sein. Angesichts der neueren Bewegungen auf dem sozialen Gebiete ist es ein dringendes Bedürfuiß, zu klaren Sätzen über das Verhältniß derselben zur inneren Mission zu gelangen, und dürfte daher diese Erörterung keineswegs bloö theoretischen Werth Haden. Den Festgottesdienst am Abend des 23. Juni hat Pfarrer Cordes von Frankfurt übernommen, die Morgenandacht am 24. Juni Prälat Schmidt von Karlsruhe. In der geselligen Vereinigung am 23. Juni Abends werden verschiedene Ansprachen gehalten werden. Für die Theilnehmer von auswärts wird daS Socalcomite am Bahnhofe ein Empfang»« bureau einrichten- auf Wunsch wird dasselbe gerne Freiquartiere vermitteln. Bezügliche Anfragen wolle mau an den Vorsitzenden deS Localcomitv» Herrn Decan Gehre» in Pforzheim, richten. * • Fadrikinspection. AuS dem soeben erschienenen Jahresberichte der beiden hessischen Fabrik- Inspektoren für 1896 ist zu entnehmen, daß die Zahl der Fabrikbetriebe im 1. Aufsichtsbezirk (Prov. Starkenburg) 1009, im 2. Bezirk (Rheinhessen und Oberhrffen) 802 beträgt. Die Zahl der jugendlichen Arbeiter belauft sich auf 2967 bezw. 2698. Während in Starkenburg die Anzahl der jugendlichen Arbeiter nur eine Zunahme von 116 Personen gefunden, erfolgte im 2. Bezirk eine solche von 514, so daß die Vermehrung der jugendlichen Arbeiter in demselben Verhältniß wie diejenige der Gesammtzahl der Arbeiter stattfaud. Auch die Zahl der weiblichen Arbeiter erfuhr im 2. Bezirk einen Zuwachs von 615, sodaß die Gesammtzahl 5479 beträgt. Im 1. Bezirk find 6742 Arbeiterinnen beschäftigt, der Zuwachs seit dem Vorjahre belief fich auf 16. Die Zahl der erwachsenen männlichen Arbeiter beträgt im Ganzen 50,444, wovon auf Starkenburg 25,824 und auf Rhein- und Oberhrffen 24,620 entfallen. Der Arbeiterzuwachs in Rheinheffen mit 3192 übertrifft denjenigen von Oberheffev (1265) und Starkenburg (1429). Unter den Jnduftriegruppen hat besonder» der Bergbaubetrieb in Oberhessen eine beträchtliche Abnahme erfahren. Innerhalb 6 Jahren find diese Betriebe von 42 auf 16 zurückgegangen, was auf mangelnde LeiftungSfähigkeit der Kleinbetriebe, Fehlen des BahnanschluffeS rc. rc. zurückzuführeu ist. Trotzdem hat fich die Zahl der in den erwähnten Betrieben befdrnf- tigten Arbeiter annähernd auf gleicher Höhe gehalten. Die größte Zunahme unter allen Jnduftriegruppen hat diejenige der Steine und Erden (-f- 1800 Arbeiter) zu verzeichnen, waS als eine Folge der Überaus regen Bauthätigkeit zu betrachten ist. NennenSwerthe Ausdehnung erfuhren außerdem die Holzindustrie in Oberheffev, sowie die Bierbrauereien und Sectfadrikeu in Rheinheffen. — Hinsichtlich der Arbelter- auSschüffe, die tm Bezirk 1 gar keine Vermehrung, im Bezirk 2 eine solche in 23 Betrieben erfuhren, äußern fich beide Fabrikinspectoren dahin, daß viele Unternehmer diese« Institut feindlich gegeuüberftänden. Auch zielbewußte Arbeiterführer seien Gegner. — Der Arbeitsnachweis hat durch Einrichtung von Arbeitsämtern in den größeren Städten weitere Fortschritte gemacht. So wurden solche in Wort»» und Gießen gegründet, die Errichtung eineß solchen in Mainz steht bevor. — Die Zahl der angemeldeten Unfälle betrug tnsgesamrnt 2170, wovon 30 mit tödtlichern Au-gang zu verzeichnen find. — Hinsichtlich de» Verkehr» zwischen Arbeit« gebern und Arbeitnehmern entnehmen wir dem Berichte wörtlich Folgende»: „Einer schlechten Gewohnheit, die noch hier und da bei dem Verkehr von Arbeitgebern, Werkführera und Vorarbeitern mit ihren Arbeitern besteht, soll hier Erwähnung finden mit dem Wunsche, daß diese Zeilen dazu beitragen möchten, diesen Uebelstand zu beseitigen, der von den besten, mit einem empfindlichen Ehrgefühl auSgestatteten Arbeitern und Arbeiterinnen am schwersten empfunden wird. ES ist dies die oft geradezu rohe und rücksichtslose Behandlung, welche ohne jeden äußeren Grund den Arbeitern zu Theil wird. Hierher gehört auch die Gepflogenheit, alle Arbeiter und Arbeiterinnen grundsätzlich mit „Da" anznreden. Wenn auch den Arbeitern in manchen Fällen der Schutz deS § 124 Ziffer 4 der Gewerbeordnung zur Seite steht, so hat dieser doch praktisch kaum eine Bedeutung, wenn nicht zugleich eine Lösung deS ArbeitSverhältniffeS in Aussicht genommen werden soll. Eine direkte Einwirkung auf diese Uebelstände ist schwierig und delikat. Möchte dieser Hinweis eine Besserung herbeiführen. • * 3* Amerika verstorbene Hessen. Minoa, N. M., Friedrich Ebeling, 74 Jahre alt, auS Hohenhorst. Arn- Prior, Ont., Canada, Frau Maria Streich, auS Butzbach. New'Kork, Frau Christine Stüb ner geb. Hehler, au» Flonheim. Chicago, Jll., Carl Schilling, 75 Jahre alt, au* Darmstadt. East St. Louis, Jll , Louis Liebig, 64 Jahre alt, aus Groß-Bieberau. Indianapolis, Jnd., Wilhelm Köhler, 75 Jahre alt, auS Zell bei Alsfeld. Nev-Mork, Adam Dorn, 42 Jahre alt, au» Heppenheim. Freeburg, Jll., Frau Maria Catharina B a l tz geb. Reinheimer, 63 Jahre alt, au» Gcoßbieberau. * • Wetterbericht. Der Kern deS barometrischen Maximum» ist merklich zusammen geschrumpft und zieht sich heute nur noch von Schottland Über den westlichen Theil der Nordsee bis zur niederländischen Küste. Im Westen der britischen Inseln liegt bereit» niederer Druck, welcher fich in südöstlicher Richtung auSbreitet. Außerdem find noch Über Central-Europa und im Süden kleinere Unregelmäßigkeiten vorhanden. — voraussichtliche Witterung: Ziemlich warmes, aber tm Allgemeinen unbeständiges Wetter. M. Ober Mockstadt, 4. Juni. In unserer Gemarkung giebt es einen ausgezeichneten Thon, der stellenweise eine tiefdunkelrothe Farbe besitzt und sich zu Ziegeln, Backsteinen und Drairnöhren ganz besonders gut eignet. Beim Brennen des Fabrikates tritt zuweilen eine förmliche Verglasung ein, so daß die Stücke einen Klang und die Härte von Steingut atmehmen. Unsere Th onerzeugnisse werden darum von Jahr zu Jahr bekannter und gesuchter. Die hiesigen Ziegler Haden Bestellungen bi» zum September erhalten und können die Aufträge kaum bewältigen. Dies ist zugleich ein Zeichen dafür, daß die Bauthätigkeit in der näheren und ferneren Umgegend sehr lebhaft geworden ist. §§ Bermuthshain, 5. Juni. Im Laufe dieser Woche schwärmten bet uuS die ersten Bienen, sogar an einem Tage bekam jeder der Bicnenbefitzer einen Schwarm. — Heute kam hier folgender Unglück»fall vor: Der achtzehnjährige Sohn eine» hiesigen LaudwirthS war mit SraSmShen auf einer Wiese beschäftigt, während der zwölfjährige Dienst- junge das abgemähte Gra» wegbringen sollte. Unvorsichtiger Weise gerieth letzterer dabet der Sense zu nahe, so daß ihm dieselbe in den einen Oberschenkel etnitbnitt; furchtbare Blutungen erfolgten alsbald. AlS man ihn nach Haute bringen wollte, brach er unterwegs ohnmächtig zusammen, so daß er getragen werden mußte. Arrztliche Hilfe war glücklicher Weise bald zur Stelle, andernfalls dürfte der Junge infolge der großen Blutungen mit dem Leben nicht davongekommen sein. 4- Geiß Nidda. 8. Juni. Zur Winterszeit werden auch —■———WM— DaS aber damals in Alsfeld von Emil RitterShauS im- provifirte „Heffenlied", baß einer der wenigen Gäste nach- stenographirte, lautete also: Pretß des Hessenlande-. Set gegrüßt, Du liebes Heffen. Lächle mild im Sonnenglanz i Bacchus, Flora, Ceres preffen Dreifach Dir der Stirne Kranz. Und noch mehr als diese Gaben — Spenden auß Fortuna« Horn — Sind unß Deine lust'gen Knaben, Deiner Männer Schrot und Korn. Und die Mädchen und die Frauen Strahlen wie der junge Mai- Darf man sie nur einmal schauen, Ist deS Herzens Ruh vorbei. Drückst Du einem HeffenrnSdchen Einmal leise nur die Hand, Laufen schneller alle Rädchen In dem Uhrwerk, „Herz" genannt. Zwischen Südland- grünen Matte» Und dem deutschen kühlen Nord Strahlst Du. wackrer Stamm der Chatten, Deutscher Ehre Schirm und Hort! Wackrer Stamm, in Deinen Gauen Reicht fich Süd und Nord die Hand, — Heil Euch, Männer, Mädchen, Frauen, Heil dem ganzen Heffenland! Dieses Loblied HeffenS, das gewifferrnaßen seine Melodie in fich trägt, fand in den Herzen und Ohren der entzückten Zuhörer solchen Widerhall, daß ihm der damals anwesende Oberamtsrichter Ad. Fritz (1894 in Butzbach verstorben) einen stimmungsvollen musikalischen Ausdruck in einem von ihm compontrten vierstimmigen Männerchor verlieh. Der geniale Componist hatte die besondere Auszeichnung, sein Werk dem höchstseligen Großherzog Ludwig IV. und dem Prinzen Alexander gelegentlich deren Anwesenheit zu AlSfeld bet den Hofjagden vorztttragen und gewann damit ihren vollen Beifall. Die gegenwärtig in Darmstadt (SteSstr. 80) wohnende Wittwe des OberamtSrichterS Fritz dürfte fich wohl bestimmen laffen, die Compofitiou einem Verleger zu über- laffen, und damit wäre gegründete AuSficht vorhanden, unserem lieben Hessenlande eine eigenartige Nationalhymne und ihrem Dichter Emil RitterShauS auch bei ucS ein bleibendes ehrenvolle» Andenken zu filern. Daß ihm die» aber in unserem engeren Baterlande und besonder» in der Refidenz Darmstadt gebühre, da» werden gern alle Theilnehmer und Zeugen der schönen September- tage deS Jahre» 1883 gelegentlich de» daselbst abgehaltenen Schriftstellerrage» bezeugen. Unser unvergeßlicher Lande», fürst, der nunmehr in Gott ruhende Ludwig IV., erschien damals selbst mit glänzender Suite im Saalbau und begrüßte in seiner bekannten, gewohnten gütig-herzlichen Weise die Vorstandsmitglieder de» Schriftstellerverein». Bet einer Saalbauvereintgung war eß auch, wo wiederum die begeisterte Muse der Improvisation über Emil Rltter-Hauß kam und er so prächtig sprach, daß ihm Profeffor Büchner einen besonderen Toast widmete. Dabei pasfirte ihm jedoch in der Zerstreutheit, daß er den gefeierten Dichter Emil Ritter-Hau- iu einen „Carl" umtaufte. Herr Direktor Wulkow konnte damal» nicht umhin, ihn zu unterbrechen und hiueinzurufen: „Dieser Carl heißt Emil," worauf ein schallende- Gelächter au»brach, In da- auch Ritter-hauS von Herzen mit einstimmte. Und dann da- prächtige Fest auf dem Auerbacher Schloß und die klassische Aufführung der „Antigone" durch den kürzlich Heimgegangenen, in der Darmstädter Theatergeschichte unsterblichen Direktor Wünzer! Alle, die jene herrlichen Tage miterlebt, wird die Er- innerang unaußiöschlich in» Herz gegraben und da» Andenken an Emil Ritter-Hau» eng damit verwoben lein. AS J* 4 Ä" - h «Sfe v* L?r: r,r: SHft: * ««-».um, «*?bw 1BlIb- •** s-h°°d. ben «rbehtrn zu ^pfloguiheü, °lle , «Wtn. ™‘l,6N bl8 ®tl>> W, |o b«t b wenn nicht w« 8 'n Ansficht 8e, Mtlung auf blt|t Wt dtrstt tzlnivei» Miuoa, N. A,, H°hr°h°rst. Ain« ^ich, auS Butzbach. ■ Hehler, aus Fl°n. 75 Jahre all, °uS Lteblg,64Jche e/ J°d., ®üitle lifeld. Mgoit, ruheim. $r«iutg, !iuhiimr,K Zahrr lrooickischrn Maxi, uud z!ch sich heule tft^n Thril der 3m Westen der ntf, welcher sich In n find noch über lnregrlmWgkeiteu eruug: Ziemlich S Wetter. iferer Gemarkung i, btt fttütartmfc gu Ziegeln, Back« gut eignet, ibrim trat Ärmliche Betrag uud die hätte zeuguiffe werdru inb gesuchter. Die zum September er- bewältigen. Dies auihätigklit in der chaft geworden ist. laufe diefrr Soft , sogar an thtt turn TchMiv. - vor: Der Mb"' rar -tt SrMhen »wSMr'ge M' »Ilie. llnvorMrger ia * io iM l«*" ««ibi «•» 6“ ' M itt O-»»’«|M , Ml H' W 8,K1 Mt letlltU »'rtw “4 Wut« S-»'-»"" s?"* -y L-x i» >Ä iitiff«»“’ ®^L w« *SS *,tn' von v™ *’“e'6*'brtW l« n1"' in unserer Gegend noch sogen. Spinnstnben abgehalten, das sind Zusammenkünfte vorwiegend junger Leute beiderlei Geschlecht-, welche sich in Prioathäuseru bei Kaffee und Kuchen, Bier re., die langen Abende durch Scherz und Ge- fang verkürzen. Eine ähnliche Beranftaltuug fand auch eine- Februar-AbendS dahier statt, und zwar über die Polizeistunde hinaus, wehhalb die betreffenden Theiluehmer angezeigt wurden uud Strafmandate erhielten. Gegen die letzteren rrclamirteu die Beranzeigten, weßhalb die Sache zur öffentlichen Verhandlung vor das letzte Schöffengericht zu Nidda kam, das denn auch dem Antrag des VertheidigerS der Beschuldigten entsprechend, dieselben alle kostenlos freisprach. — DaS be« nachbarte Soolbad Salzhausen erfreute fich gestern eine» ganz besonderen Andrangs von Gästen. ES fand nämlich das erste Kur-Concert Hierselbst statt, an welches sich Abends ein Ball schloß. Alles verlief in der schönsten Weise- Herr KurhauSpachter Richarz verstand es, den vielseitigen Anforderungen der Bewirthung so zahlretcher Gäste vollständig gerecht zu werden. Viele derselben hielt der Ball bis zur Morgenstunde in fröhlichster Stimmung beisammen. + Heuchelheim bei Echzell, 8. Juni. Heute früh wurde die 17jährtge Emilie Ludwig in dem elterlichen HauS er- hängt tobt aufgefunden. DaS Motiv der unseligen That ist noch unbekannt. -n- Gettenau, 8. Juni. Wir haben hier eine Masern- epidemie, die uns aus der Umgegend hereingebracht worden zu sein scheint. Unsere Schule mußte vor den Feiertagen geschloffen werden, weil von etwa 65 Schulkindern 40 an Masern erkrankt waren. Der Verlauf der Epidemie war bis jetzt ein gutartiger. Jntereffant ist ei, wie die Masern durch die hiesige Gegend ziehen. Zuerst traten sie in Leidhecken auf, von da kamen sie nach Bingenheim und von da hierher. In Echzell zeigen fich bereit- einzelne Fälle. — DaS vorzügliche Wachswetter fördert alle Feldgewächse in schönster Weise. Man hat mit dem Setzen der Dickwurzrlu begonnen. R. AnS Rheinhessen, 8. Juni. In besonders begünstigten WingertSlagen hat baß Blühen ber Reben begonnen. Natürlich find das zunächst nur Vorboten, die Hauptblürhe erscheint erst um Johannistag. Die kalten Nächte vom 12. bis 15. Mat sind besser vorüber gegangen, als vielfach befürchtet wurde, die Frostschäden find verhältnißmäßig gering. — Die Weinversteigerungen find größtentheilS vorüber, sie haben meistens gute Preise gebracht. Im Weingeschäfte wird es nun wieder ruhig. Der als schlecht verschrieene 1896er Jahrgang ist ein ganz brauchbarer Tischweiu geworden, er klärt fich aber langsam. Die Jahrgänge 1893 und 1895, die durch überaus reichen Sonnenschein gezeitigt wurden, zeigen fich immer mehr als edle Hochqewächse, von denen die feinen Marken nur noch schwer erhältlich find, weil sie sich fei festen Händen befinden. — Die Weinberge haben größtentheilS ein gesundes, frisches Aussehen und die Aussichten find recht befriedigende, wenn die Blülhe regelmäßig verläuft. Was das Aussehen der übrigen landwirth- schaftlichen Culturpflanzen, wie Halmgetreide, Kartoffeln, Wiesenwachs, Klee und Zuckerrüben anbelangt, so ist zu be- merken, daß eS durchgehend« ein recht befriedigende- ist. * Frankfurt a. M., 8. Juni. Sowmerfest im Zoologischen Garten. Die Verwaltung des Zoologischen Garten- veranstaltet am 19. Juni (SamStag) ein Sommerfest, zu dessen Vorbereitung jüngst ein ComiiH aus erfahrenen Herren zusammengetreten ist. Das Programm ist noch nicht endgültig zusammengestellt, doch steht einstweilen fest, daß die Musik des 81. Infanterie-Regiments mitwirken wird, daß 4000 farbige Lampions beschafft wurden, die in neuer, wirkungsvoller Weise zur Illumination verwendet werden sollen, daß am Bärenzwinger eine ländliche Wirtschaft eingerichtet und ein deeorativeS Feuerwerk an der Burg abgebrannt wird. Man hört auch von einem Bal champetre, der mit dem Fest in Verbindung gebracht werden soll. Berlin, 8. Juni. Bei dem Restaurateur Jacob in Treptow begingen zwei Mädchen, welche damit beschäftigt waren, Gänse über einer Pfanne mit brennendem Spiritus abzusengen, die Unvorsichtigkeit, Spiritus aufzugießen, während das Feuer noch brannte. Hierbei explodirte die Flasche und beide Mädchen erlitten schwere Brandwunden. DaS eine ist seinen Verletzungen erlegen, das andere ist außer Gefahr. * Hamburg, 8. Juni. Der 43jährige Tischler Heß erschoß in der vergangenen Nacht seine Frau und beging dann Selbstmord. DaS Motlv ist in Nahrung-iorgen zu suchen. Hniverfttäte - Nach pichten. p. Greifswald, 5. Juni. Seit einer Reihe von Jahren werden an verschiedenen Hochschulen Fortbildungskurse für praciische Aerzie abgehalten, welche in dm Kreisen der letzterm dm allerlebhaftesten Anklang gefunden haben. Die Wiffenschaft schreitet unaufhaltsam vorwärts, der praciische Arzt ist aber meist nicht in ber Lage, stch über diese Foitschritte näher tnformhen zu können. Er hat daher das dringende Bedürsniß, zu seiner eigenen Belehrung und zum Nutzen der Kranken an solchen Fortbildungkcursen theil- zunehmen und mit besonderer Vorliebe sucht er hie? zu wieder diejenige Hochschule auf, an welcher er seine Ausbildung genossen hat. Aus dm Kreisen der Aerzte, welche unserer pomm rschen Hochschule von ihrer Studentenzeit her ein dankbares Andenken bewahrt haben, ist wiederholt schon der dlingende Wunsch laut geworden, daß auch in Greifswald solche Fortbildungscurse eingerichtet werden möchten. Die Mitglieder unseres medtclntschm Lehrkörpers haben fich nunmehr entschlossen, diesem Wunsche Rechnung zu tragen. Schon in diesem Jahre sollen die Curse in« Ledm gerufen und zwar in der Zeit vom 19. bis 31. Juli abgehalten werden. Die Zeit ist gewählt worden mit Rückstchl auf die Annehmlichkeitm des hiefigen Seeklimas zur Zeit des Hochsommers, sowie weiter mit Rücksicht aus den mehrfach geäußerten Wunsch ber Aerzte, ihre Familien in den L-chulferten in einen nahen, leicht erreichbaren Badeort schicken zu können. Eine ausführliche Mittheilung des Programms wird in nächster Zeit erfolgen. Wöchentliche Ueberftcht der Todesfälle in Gieren. 23. Woche. Vom 30. Mai bis 5. Juni 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Militär). DterblichkeilSziffer: 28,52, nach Abzug der Ortsfremden 17,54"/«. Snm. Die in Klammern gesetzten Ziffern gehen an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Sietzm gebrachte Kranke komm«. ES sterben Zusemmm: Erwachsene: hn LebenSjehr: vorn 2.— lb.Je-,: 1. Lungentuberkulose 2 2 — Bauchfelltuberkulose 1 (1) 1 (1) — — Zellgkwcbsentzünd. 1 (1) 1 (1) — — KrebS 1 (1) 1 (1) _ _ Lungenödem 1 1 —— .. Herzleiden 1 (1) 1 (1) — — Magen-Darmcatarrh i2 2 — Krämpfen 2 — 2 — Dtphtheritis 1 (1) — 1 (1) — Verunglückung durch Urbersahren 1 _ 1 Dumme: 13 (5) 7 (4) 5 (1) 1 Temperatur der Lahn «nd Luft nach Reaumur gemeffen am 9. Juni, zwischm 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 15°, Luft 9’. Rübsamen'sche Badeanstalt. AulochW mi Sdiiiltarfdittibuiigcn. Sei der beute gemäß dem Trlgungsplan vorgenommenen Ausloosung von Schuldverschreibuugeu der evangelische» Kirchengemeinde zu Gießen wurden nachverzeichnete Stücke zur Heimzahlung gHogen: 5622 von Lit. A a 50 Mk. Nr. 28 und 108; » „Bä 100 „ Nr. 26, 53, 93, 235, 269; „ „ C ä 300 „ Nr. 17, 56, 69, 83, 119; „ „Da 500 „ Nr. 128, 179, 196. „ „ E a 1000 „ Nr. 198. Die Rückzahlung dieser Schuldverschreibungen geschieht am 1. October b. I. zum Nennwerth gegen Einlieferung derselben nebst den noch nicht verfallenen Zinsscheinen und der zugehörigen Zinsschein-Anweisung, und zwar nach Belieben des Inhabers bei der evangelischen Kirchenkaffe (Herrn Rendant Döring) dahier, oder bn den hiesigen Bankhäusern. Vom 1. October d. I. an hört die Verzinsung der ausgeloosten Schuldverschreibungen auf. Gießen, den 9. Juni 1897. Der evangelische Gesammt-Kircheuvorstaud. Dr. Naumann. Pftichtfeuerwehr. Auf Grund des §. 16 der Ortsfeuerlöschordnung werden die Pflichtigen hierdurch zu folgenden Hebungen geladen: Rotte I: Mittwoch den 16. Juni, Rotte II: Freitag den 18. Juni, Rotte III: Mittwoch den 23. Jun', Rotte IV: Freitag den 25. Juni, jedesmal Abends 8V, Uhr pünktlich, im Hofe des Thurmhauses am Brand, Eingang Marktlaubenstraße. Gießen, den 8. Juni 1897. 5588 Der Branddirector: Traber. /rritag, drn 11. Juni l. I., Vormittags 10 Ubr, werden zu «Ubach tn der Hofraithe deS Karl Brück II. 1 Holzschneidmaschine (f. Wagner), 2 Eichenstämme 1 Häckselmaschine, 1 Dickwurzmühle, 1 Fegmühle, eine Quantität Heu, Weizenstroh und Mist gegen Baarzablung versteigert. Die Versteigerung findet bestimmt statt. 51589 Geißler, Großh Gerichtsvollzieher. Veryej-ermrg. Freitag, den 11. Juui 1897, Nachmittags 1 Uhr, soll der der Gemeinde Treis a. Lda. gehörige, schwere, untauglich gewordene Fasselochs unter den daselbst bekannt gemacht werdenden Aedingungen öffentlich versteigert mphtftimi>l. Mik. H o, p- nioceon LandwirtWastl. Consumverein Wiese» B (St ^JFOIae Uluuuull ^7^ ;(Ewgetr. Ge>. m. Mlbeschr. Haftpfl.) r ' * Bilanz pro 31* December 1896. " Weffankaae 15 Telephon Pr. 21 Westanlage 15 Aetiva; x Hi Passiv«: * a C*. « .« X 'n 1 • r K . Kiffenbestand 3154.12|®cf4äft«gutbabcn ter «c- Kaffenbestand Cementwaaren-Iabrik und Daumateriaücn-Dandlunz 3528.— »offen 38.3t 4345.48 Summa 33482.38 Summe 33482.38 *© 5598 Deibel, Rechner. 5 S Turn-Verein E Der Vorstand. »e * 6 S % & 4462 Coursberioh.’t Für die Hausfrauen! 1887 Ci« Bäckerlehrling gesucht. Wallthorstraße 7. 5505 1906 101- 3V» Frankstr.Hpp.Bk.unk.b.1906 101.- 3«/i Hambr^.Hyv.Bk.b. 1906 101■ 8% FrkfHvP.Cred.V. unk. b. 1906 100.60 3'/. Preutz. Hop.«. Bk.rmkb.Mb 101 . '■ ü 1 * x .. ___• i. 1 aaa ino iv Q1/. nnn. n UNI. 0. lyuo 1U1 Mtf •db Mineralwasser Brüf bto. Marburgerftraße-Wteseck und zurück- Linie D Fußbodenanstriche, MAGGI5 Waarenbestande Mobllienwerth Forderungen 104.10 98.20 102 30 102.10 67 16 104 78 24 66 96 n0 29.50 101.50 IC 2.30 Wieseck, den 21. Mai 1897. Hildebrand, Director. £ L X fl e s Et:* E ® c * E « ä >e 2 p SS GEGR: 4846 Reservesond Betriebsrücklage Anlehen Schuld an Lieferanten Rückständige DerwaltungS' kosten Gewinn am 31. Decem« ber 1896 28896.59 l 231.67 1200.- Mitglteder, welche daS am 20. Jmn d. I. zu Biedenkopf ftatifinvende @ou- turnfest und das vom 10. bis 13. Juli zu Homburg v. d. H. stattstndevde Mittel» rheinische Kreisturnfest besuchen wollen, werden gebeten, fich bis längstens 10 Juni d. I. betreffs Erlangung von Tarner-Festkarteu t» die Listen, w-lche bet unserem Mitgliede Richard Buchacker, Neuen Bäue 11, und in ber Turnhalle offen liegen, einzuzeichnen. Stadt Darmstadt o. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 20 Franken-St. Engi. Sovereigns Dollars in Gold 4 ' bto. 3=— 9it «w whi 1 ! ®i hat litt S b) 21 Sa. i li« 1.5 2, 3. 4. V 5. U e)H d) 4 2. Du1 8. Du1 4. «uf Da Daßrlii •) 41 kl ia bin zaM, D Es tou 1. Dw 3 Är&eita D »fientild 12 'S- 2)et Mi Mi 8. Su *• He 10. Li« 11. 12. 'S- Ht M 6a. 89 tt i] 41 b)l w £ief in. ? «•« äiftUji ®i