Nr. 289 Erstes Blatt Donnerstag den 9. December 1807 Der Htetzeuer Anjeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bei Montag!. Die Gießener A'imtklenStLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. vierteljähriger Avounementspreiid. 2 Mark 20 Pfg. eti vringerlohn. Durch die Post bezöge^ 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: KchntSraße 3Ir.£> Fernsprecher bl. 21 miss» und Anzeigeblutt für den Atveis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag! für de, folgenden Tag erscheinenden Nummer bi! Borm. 10 Uhr. Hratisöeikage: Hießener Kamitienölätter. — ---- LJ Alle Annonccn-Bureaux deS In. und Lullandel nehme» i Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeh». Wolff» tele-riphstcheS Lorrefpondmz-Bsrea». Berlin, 7. December. Berliner Generalsynode. Der Präsident thetlt mit, daß da« Kaiserpaar gestern Abend den Borstand der Generalshnode empfangen und seine herzliche Theilnahme an den Arbeiten der Synode bekundet habe. Der Kaiser beauftragte den Präsidenten, der General- synode fttven königlichen Gruß zu entbieten. Der Kaiser sagte, daß er lebhaften Antheil an den Berathuugeu nehme und von Herze« wünsche, daß auS ihnen reicher Segen für die Landtsk.rche erwachse. Weimar, 7. December. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen trafen heute Nachmittag 3>/, Uhr zum Besuche bei dem Großherzoglichen Paare hier ein und werden heute Abend gegen 8 Uhr Weiterreisen. Coburg, 7. December. Der Groß Herzog und die Großherzogin von Hessen find heute Nachmittag hier eingetroffen.i Hamburg, 7. December. Die sehr zahlreich besuchte Ber- sammlung „Eines Ehrbaren Kaufmanns", in welcher die ersten Kaufmannsfirmen Hamburgs vertreten waren, nahm nahezu einstimmig nachstehende Resolution an, nachdem der Präsident der Handelskammer, LaeiSz, auf die Bedeutung der Flortenfrage für den Handelsstand hiugewiefen und eine Reihe von Beispielen für die Nothwendigkeit einer starken Flotte zum Schutze deutscher Interessen im AuSlaude aus. gesührt hatte: Die Vermehrung der deutschen Kriegsflotte ist ein unabweisbares Bedürfniß für die Erhaltung und Für« derung deS Ansehens des Deutsche« Reiche-, für de« Schutz seiner Angehörigen und der weitverzweigten schwerwiegenden deutschen Jntereffen in überseeischen Ländern, für die För« derung der Schifffahrt, deS Handels und der Industrie Deutschland-, sowie für die Bewahrung der deutschen Häfen Deutscher Reichst«^ Sitzung vom Montag den 7. December 1897. Am Bundesrathsttsche Reichskanzler Fürst Hohenlohe, die StaatSsecreläre von Bülow und Terpitz, Schatzjecretär PosadowSky und andere. Tagesordnung: Fortsetzung der ersten Lesung der Flotten- berathung Abg. Richter (freis. Volksp.) führt aus, eine solche Macht- entsaltung wie gegenwärtig habe deutscherfetis noch niemals auf überseeischem Gebiete stattgesunden. Dem Reichstage könne man in Bezug auf die Entwickelung der deutschen Flotte keinerlei Verschulden geben; derselbe habe sich niemals den nothwendigen Bewilligungen entzogen. Daß Deutschland mit den vorhandenen Schiffen und denen, die im Bau noch begriff-» seien, ganz gut auskomme, habe auch StaatSsecretär von Bülow zugegeben, als er in Bezug aus Haiti gesagt habe: Wir haben den Willen und wir haben die Macht. Wenn Deutschland für jede Unbill, die Deutsche im Auslande erlitten, eintreten wolle, so müsse man jetzt auch die Deutschen in Rußland und Oesterreich-Ungarn schützen. Entscheidend für sie sei allein das Heer, die Marine habe nur eine secundäre Bedeutung. Redner geht sodann aus die Ftnanzsrage ein und fragt, ob man die gegebene Versicherung, daß neue Steuern nicht nöthtg seien, nicht gesetzlich festlegen wolle. Im nächsten Jahre laufe das Mtlttä -Qutntenat ab. Jetzt hielten allerdings die Herren vom Militär mit ihren Forderungen zurück, übers Jahr aber, wenn für Marinezwecke Alle« bewilligt sei, würden sie schon kommen und sehr viel Geld fordern. Redner betont weiter, es sei dies der erste V rsuch, das EtatSrecht deS Reichstages zu verkürzen durch Festlegungen auch.auf dem Gebiete des Extraordioariums. Das vorliegende Gesetz sei kein Gesetz zur Hebung des deutschen Ansehens im Auslande, sondern ein Gesetz des Mißtrauens gegen die Volksleitung; es müsse abgelehnt werden, weil eS die Volksrechte noch mehr schmälere. (Beifall.) StaatSsecretär Tirpttz beftreitet, daß zwischen ihm und seinem Amtsvorgänger ein Widerspruch bestanden habe, der Vorwurf der Uferlosigkeit sei unberechtigt. Abg. Graf Arnim (Reichsp.) erklärt Namens seiner Partei, dieselbe halte die Vorlage für eine sehr gute Grundlage für eine Verständigung. Abg. Lieber (Eentrum) erklärt, daß eS seinen Freunden, trotzdem sie den Eindrück hätten, daß eS sich hier um etwas Wichtiges handele, nicht möglich sei, sogleich zu einem abschließenden Urtheil zu kommen. DaS Crntr*m werde die Vorlage mit allem Wohlwollen, aber mit der schärssten Sonde prüfen. Redner wünscht, daß die Vorlage in einer Commission beralhen, und daß dann seitens der Regierung weitere Aufschlüffe gegeben werden. Redner gibt zu, daß eine moralische Verpflichtung für die verbündeten Regierungen vorliege; jedenfalls aber sei die Vorlage eines der glänzendsten Zeugnisse, welche die Regierung diesem Reichstag ausgestellt habe. Redner glaubt nicht, daß die Einnahmen des Reiches für alle diese Ausgaben genügen werden; für indirecte Steuern sei das Centrum keinesfalls mehr zu haben. Abg. Lieber wiederholt zum Schluffe nochmals, das Centrum denke nicht daran, die Vorlage a limin6 abzuweisen, sondern werde sie sorgfältig prüfen. (Beifall.) Nach einer Bemerkung des Staaltzsecretärs Tirpitz macht Abg. v. Bernstorfs (Welfe) seine und seiner Freunde Stellungnahme von dem Ergebniß der CommisstonSverhandlungm abhängig. Hierauf oerkvgt sich daS Haus auf Donnerstag 1 Uhr. Fortsetzung bet heutigen Debatte und Petroleum-Interpellation Basier- mann. Schluß 5*/i Uhr. und der deutschen HaadelSflotte vor de« Schädigungen, die ihnen im Kriegsfälle drohen würde«. Sie würde, zumal bei Sicherung der planmäßigen Durchführung innerhalb fest be- stimmtet Zeit, der deutschen Schiffbau-Industrie zu einer weitere« Entwickelung verhelfen. Die zu diesem Zwecke in den Grenze« de- Erforderlichen zu machenden Aufwendungen find daher keineswegs uuproductiv. Die Versammlung „Eines Ehrbare« Kaufmanns" »heilt die von der Handelskammer wiederholt in dieser Richtung ausgesprochenen Wünsche, be- grüßt freudig die ihre baldige Erfüllung bezweckende Bor« läge der ReichSregierung und spricht die Erwartung auS, daß der Reichstag derselben seine Zustimmung ertheile« werde." Wie«, 7. December. Eine Erklärung der christlich- sozialen Bereinigung besagt: Die christlich-soziale Bereinigung ermächtigt ihre beiden Delegirten, bei der Verhandlung mit dem Ministerpräsidenten die Forderung der deutschen Abgeordneten aut Böhmen zu unterstützen und mit denselben solidarisch vorzugehen. Die Bereinigung erklärt aber auch, daß die deutsche« Abgeordneten au» Böhmen die etwaigen Folge« und die schließliche Ber- antwortuug gegenüber dem deutschen Volke zu tragen haben. Die Vereinigung erklärt ferner, gegen da» Ausgleichsprovisorium in die schärfste Opposition eintreten zu wollen. — Eine andere, vom Club der jungtschechischen Abgeordnete« veröffentlichte Erklärung besagt: Die Jungtschechen erkennen die Proposttioven der Regierung betr. die Sprachenverordnungen als diScutabel an, jedoch unter Wahrung der Gleichberechtigung beider Nationalitäten und der Einheit deS Landes sowie unter Vorbehalt der zur definitiven Entscheidung berufenen Parteifactoren. Prag, 7. December. AuS Pribram wird gemeldet, daß dort in mehreren israelitischen Häusern und der Synagoge die Fenster eiugeworsen wurden. London, 7. December. DaS Büreau Reuter erfährt aus Port au Prince: Haiti bewilligte alle Forderungen Deutschlands. Dem ersten Theil der Forderungen sei gestern Abend Genüge geschehen. DaS haitische Flaggschiff „Cretea Pierrot" unter Admiral Killick senkte vor den deutschen Schiffen seine Flagge. DaS Mufikcorp» der haitischen Flotte spielte die deutsche Nationalhymne. „Cretea Pierrot" gab einen Salut von 21 Schuß ab, der von dem deutsche« Flaggschiff „Charlotte" erwidert wurde. Der zweite Theil der geforderten ceremoniellen Genngthuung werde heute zur Ausführung gelangen. Der deutsche Geschäftsträger, Schwerin, werde in förmlicher, feierlicher Weise von den haitischen Beamten empfangen werden. Letztere hätte« die Versicherung abgegeben, daß gegen die Beamten, die für die gegenwärtige Entfremdung zwischen Deutschland und Haiti verantwortlich seien, eine summarische Justiz vollstreckt werden solle. Haag, 7. December. Amtlich wird bekannt gegeben: Der Tag, an dem die Königin Wilhelmine den Eid in der neuen Kirche von Amsterdam leiste« wird, ist auf de« 6. September 1898 festgesetzt. Depesche« bei Bureau .Herold." Berlin, 7. December. Die Blätterweldvng, Admiral v. DiederichS habe Befehl erhalte«, keinen fremden Kriegsschiffen den Zugang in die Kiao Tschau-Bucht zu gestatten, ist der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge unbegründet. Berlin, 7. December. Wie die „BolkSztg.* hört, soll nach einem neuerdings ergangenen Erlaß des StaatSsecretärS des Reichspostamtes in nächster Zeit die in dem § 60a des Reichsbeamtengesetzes zulässige zwangsweise Pensioni- rung einer größeren Anzahl von Post- und Stele» graphenbeamten, die daS 65. Lebensjahr überschritte« haben, erfolgen. Für die Zukunft soll sür den Bereich der ReichS-Post. und Telegraphenverwaltung gelten, daß Beamte nicht länger als bi» zum 65. Lebensjahre int Reichsdienst belassen werden. Berlin, 7. December. Zur Mobilmachung de» Seebataillons erfährt die „Post", daß eS nicht in der Absicht der Marineverwaltung liege, diejenigen Mannschaften, deren Dienstzeit im Laufe ds nächsten JahreS zu Ende geht, nach Oftafien zu senden. Um nun die Mannschaften auf die Stärke von 1200 Mann zu completiren, werden Freiwillige au» der Infanterie verwendet werden. Bei verschiedenen ArmeecorpS find die dazu nöthigen Schritte bereit» gethan. Ebenso sind Freiwillige der Artillerie zur Meldung auf- gefordert, da Leute als Bedienungsmannschaften für die Feld- geschütze nöthig find. Die in Frage kommenden Leute müssen völlig ausgebildet sein, also mindestens ein Jahr gedient haben. In Wilhelmshaven erfolgt die Einkleidung der Frei» willigen als Marinesoldaten. Sine Entlassung aller Com- mandeurburschen und Ordonanzen de» Seebataillon» ist nicht in Aussicht genommen. Berlin, 7. December. Heber den Empfang deS Reichstags-Präsidium» durch den Kaiser wird noch bekannt, daß der Kaiser, al» er da» Gespräch auf die großen Arbeiterausstände der letzten Zett lenkte, die DiScipli« der englischen Maschinevarbeiter bewundert haben soll, welche schon Monate lang um den Achtstundentag kämpsen, ohne daß bisher auch nur die geringste Ruhestörung vorgefallen wäre. BreBlan, 7. December. In der gestrigen Versammlung deS Breslauer JnnuvgSanSschusseS sprachen sich, wie der „BreSl. Gen.-Anz." berichtet, bezüglich der Frage, ob freie oder Zwangsinnungen vorzuziehen feien, fämmtliche Redner für die freien Innungen au«. Wilhelmshaven, 7. December. Zum Commandeur de» nach China gehenden Seebataillon» ist Major v. Lossow, bisher Commandeur des zweiten SeebataillovS, ernannt worden. Hamburg, 7. December. Die Packetfahrt-Gesellschaft beschloß den Bau neuer Schnelldampfer, welche noch größer al« der neue Postdampser Kaiser Wilhelm der Große werden sollen. Wie«, 7. December. Bisher ist noch immer keine Verständigung zwischen den Parteien erfolgt. I« Abgeordvetenkreisen ist man sehr pesfimistifch gestimmt und man glaubt nicht an einen baldigen Zusammentritt deS Reichstage«. Wenn der heutige Tag resultatloS verläuft, so wird die Regierung da« Ausgleichsprovisorium nach § 14 in Wirkung setzen. Der gestern stattgefundene Miuisterrath hat bereit», wie verlautet, diesbezügliche Beschlüsse gefaßt. Wien, 7. December. Die osficiösen Blätter fordern nochmal» die Parteien auf, sich zu versöhnen, da sonst Ungarn, wie die gestern vom Ministerpräsidenten Bavssh eingebrachte Gesetzesvorlage beweise, feine Folgerungen ander Selbstverleugnung deS österreichischen Parlament« ziehe« werde. Budapest, 7. December. Die Unabhängigkeits- Partei hat beschlossen, die neueste Provisorium-Borlage mit den äußersten Mitteln zu bekämpfen. Bukarest, 7. December. Hier fanden große Juden- crawalle statt infolge deS Beschlusses deS jüdischen Vereins der Reservisten, gegen den Gesetzentwurf deS KriegSministerS, Juden fernerhin vom Kriegsdienste anSzuschließen und mit einer hohe« Militärtaxe zu belasten, zu protestiren. Eine große Menge Baffermavn'scher Gestalten, von Studenten angeführt, brachen in daS vornehmste Geschäftsviertel eia und zerstörten etwa hundert größere und kleinere Kaufläden und plünderten und zertrümmerten die Schaufenster. Kiew, 7. December. In einer Maschinenfabrik t« Butzewvo ereignete sich heute eine furchtbare Explosion. 21 Arbeiter sanden dabei ihren Tod, 27 erlitten schwere Verletzungen. Die Fabrik ist vollständig zerstört. Revyork, 7. December. Ein deutscher Kreuzer ist bereits vor der Hauptstadt Port-au Prince angekommen. Der Vertreter Deutschland» hat eine 48stündige Frist zur Zahlung der Entschädigungssumme gewährt. Die deutschen Bewohner Haiti» haben fich auf den Kreuzer geflüchtet, da die Lage hochernst ist. Der französische Vertreter hat für die fravzö- fischeu Bewohner Haiti« die Errichtung einer Freistätte verlangt. Berlin,8. December. Bei den gestrigen Charlottenburger Stadtverordneten-Stichwahlen der dritte« Abtheilung find die Socialdemokraten Überall unterlege«. ES wurden gewählt fieben Freifinnige, zwei unpolitische und ein Conservativer. Wefel, 8. December. Vier Offiziere und 79 Mann de» hiesigen Regiments gehen heute zur Verstärkung der Landungs-Abtheiluvg des Kreuzergeschwader» nach Wilhelmshaven ab. Athen, 8. December. Die Friedensbevollmächtigten unterzeichneten das zweite zu den Artikeln 9 und 11 des FriedenSprotocollS gehörige Sonderprotocoll mit Bestimmungen über die Consulatsfragen und die Handelsbeziehungen der beiden Länder. Kronprinz Georg wird zu Weihnachten hier erwartet. WB. Berlin, 8. December. Das Wolff'sche Bureau meldet aus Portauprince vom 7. December: Die Regierung hat die Forderungen in dem deutscherseits gestellten Ultimatum erfüllt. Darauf find vom deutschen Geschäftsträger die im Augenblicke der Ueberreichung de» Ultimatums abgebrochenen diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen worden. Ans den Verhandlungen der Zweite» Kammer der hesfischeu Stände. nn. Darmstadt, 7. December 1897. Rach einer langen Panse trat heute der hessische Landtag nochmals zu einer kurzen Tagung zusammen. Unter dem Präsidium HaaS-Offenbach wurden die Verhandlungen um Vill Uhr eröffnet und trat das Haus nach Verkündigung neuer Einläufe und Berichtsanzeigen in die Tagesordnung ein. Abg. Schroed er läßt dem Haufe brieflich mittheilen, daß er feine AmtSniederlegungS-Erklärung im Finanzausschuß zurücknehme. Hierauf erfolgt die Vereidigung des neugewählren Abgeordneten Köhler« Darmstadt. Zur Debatte wird nunmehr die Vorlage der Gr. Regierung, das Dienstgebäude des Verwaltungsgerichtshofes betreffend, gestellt. Abg. Osann hält eS nicht für nothwendig, daß für den verwaltungSgerichtshof ein besonderes Gebäude hergerichtet werbe, da deffen Thätigkett nicht in dem Maße in Anspruch genommen sei, um die Anforderung von 8040 Mk. zu rechtfertigen. Er glaubt, daß mit der Ueberführung dieser Stelle in ein besondere- Haus auch noch weitere Forderungen an den Staat herantreten werden. Auch die Verlegung de« BerwaltungSgerichtShofeS au das Ende der Stadt halte er im Interesse der Sache nicht für richtig. — Staatsminister Finger weist die Nothwendigkeit der Forderung in treffender Weise nach und weist auf die Mißstände hin, die seither bestanden haben. Er würde, wenn er an der Stelle des Präfideuten des Gerichtshofes gestanden hätte, schon längst sein Amt niedergelegt haben. Er bittet da- Hau-, die Vorlage anzunehmen. — Abg Schmeel weist daraus hin, daß ein großer Mißstand darin bestehe, daß die verschiedenen Gerichte nicht in einem Hau- untergebracht seien. Da« Publikum und die Anwälte versäumten mit Hin- und Herlaufen eine Masse Zett. Die Anwaltskammer habe sich bereits dieser Sache angenommen und werde sich deshalb an die Großh. Regierung wenden. — Abg. Ulrich glaubt, daß die Forde- rung wohl begründet fei. Die Perspective, die der Adg. Schmeel eröffne, gipfele in dem Bau eine« neuen Justiz- gebäude« - dazu fei er nicht zu haben. Er ersucht noch zum Schluß, bei der Berathung des Antrag- auf Errichtung einer detachtrten Strafkammer in Offenbach a. M. die gleiche Milde walten zu laffen. Die Vorlage wird sodann gegen eine Stimme angenommen. Bon Großh. Regierung find für dringliche bauliche Herstellungen für das Gymnafium zu Darmstadt 10280 Mk., für die landwirthschaftliche Versuchsstation daselbst 11000 Mk , für das Lande-Hospital Hofhetm 44000 Mk., für die neuen Kliniken zu Gießen 23000 Mk. und 7100 Mk.. sür da- Schullehrerseminar zu Friedberg 10400 Mk. und für da- Krei-amtsgebäude zu Alzey 9600 Mk. gefordert. Diese Summen werden einstimmig genehmigt. Ebenso findet der Gesetzentwurf, das Radfahren auf öffentlichen Straßen und Plätzen betreffend, die Annahme des Hause-. Eine lebhafte Debatte entfpinnt fich Über die RegierungS« Vorlage betreffend die Ergänzung de- Gesetzes vom 1. Juni 1895, de» Ersatz de- Wildschadens betreffend. Der Nachtrag lautet: Ist von den Betheiligten innerhalb vier Wochen nach Einlangen des Gutachtens der Sachverständigen die Entscheidung deS KretSauSschusse» nicht angerufen worden, so hat der Borfitzende de- KretSauSschuffeS den Betrag der entstandenen Kosten festzusetzen und den Rechner der Kreiskaffe zur Erhebung derselben von Demjenigen anzuweisen, welcher den Anspruch auf Ersatz von Wildschaden erhoben hat. Dem Letzteren bleibt eS unbenommen, auch dann noch eine Entscheidung deS Krei-au-schnffeS herdetzuführen. — Gegen diese Bestimmung sprechen die Abgg. Schönberger, Weith, David, Jontz, Schmalbach und Weidner, während Ministertal Rath Emmerling und die Abgg. Schmitt und Brentano für die Vorlage eintreten, um hier eine Lücke im bestehenden Gesetz anSzufüllen. Die Abgg. Weidner und Genoffen stellen den Antrag, die Vorlage zur weiteren Prüfung an den Ausschuß zurückzuweisen. Abg. Osann steht auf demselben Standpunkt, wie die Abgg. Weitb und Genossen, und hält e- nicht sür richtig, daß man die Sache in so schroffer Weise anfaffe. Den kleinen Landwirth müsse man auch berücksichtigen- diesem könne man nicht zumuthen, sein Geld ohne Weitere- vorzulegen. — Abg. Ulrich tritt dem Antrag auf Zurückverweisung ebenfalls bei. — Der Antrag Weidner und Genossen wird mit Majorität angenommen. Die Regierungsvorlage, Bildung der Stadtverotdneten- Bersammlung der Stadt Worms, wird von der Tagesordnung abgesetzt und die Vorlage der Regierung, Verlängerung der Ladestraße bei Nierstein, genehmigt. Nunmehr gelangt zur Berathung die Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf die Einrichtung eines Staatsschuld- buche- betreffend. Da- ganze Gesetz wird nach den An« trägen de- Ausschusses einstimmig angenommen. Ebenso wird die angeforderte Summe von 13 500 Mk. für die Staatsschuldenverwaltung resp. für Anstellung eine« Staats« fchuldbuchführer« und Hilfsarbeiter ohne Debatte genehmigt. Damit ist die Tagesordnung erledigt und wird die Sitzung um 1 Uhr geschloffen. Nächste Sitzung: Mittwoch 9 Uhr. Tagesordnung: Wahlprüfungen und JuterpellatiouS-Beant- wmrttmg.__________________ totalt» wttö provinziell«, Gießen, den 8. December 1897. • * Kirchliche Dienstnachnchten. Seme Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. November dem Pfarrverwalter Gro g Hamm zu Oder-Saul« heim, Decanat Mainz, die evangelische Pfarrstelle daselbst zu Übertragen. • • Personaliett. Durch Enischießung Großherzoglichen Ministerium« der Finanzen wurden die Finanz Accessisten Gustav Balser au« Grünberg, Karl Lony aus Gießen, Wilhelm Lorenz auS Darmstadt, Emil Schudt au-^'Gießeu und Christian Weisel au« Laubach zu Steuerassefforen ernannt. • • Aahnenschleife. Die in unserem Blatt vom Mittwoch den 8. December in dem Artikel „Liederkranz«Jubtläum" erwähnte prachtvolle Fahnenschleife ist In der Fahnenstickerei von Herrn Julius Schulze angefertigt worden und in dessen Erker ausgestellt., Q M • • Bo« 6t Nicolanß. Da« „Nicolau-spielen" kann unter Umständen recht gefährlich werden, wie folgende Fälle beweisen. Em in der Augustinerstraße zu Mainz wohnende- Mädchen, welche« am Sonntag Abend in einer befreundeten Familie den »Nicolau«" darstellen wollte, kam mit dem au- Werg hergestellten laugen Barte einer auf dem Fußboden stehenden Lampe zu nahe, so daß der Bart sammt der au« dem gleichen Material gefertigten PerrÜcke Feuer fingen. Nur dem energischen Eingreifen der Umstehenden ist e- zu danken, daß daS Mädchen mit verhältnißmäßig geringen Brandwunden davonkam. — In Friedberg wurde da- den »N'colauS" darstellende Mädchen von einem jungen Burschen durch einen Schuß in« Auge verletzt- die Verletzung machte da« Verbringen des Mädchen« in die hiesige Klinik nöthig. • • Wetterbericht. Die beiden in den Vortagen schon vorhandenen DepresfiouSgebiete bestehen fort und hat da« nordwestliche fich noch vertieft und zugleich seine Wirkung ausgedehnt und zwar Über Scandinavien und die Ostsee. DaS leichte Minimum dagegen hat an Tiefe noch weiter obgenommen. Heber Centraleuropa ist der Luftdruck gestiegen, sodaß der größte Theil deS Kontinent« von hohem Drucke bedeckt ist. Derselbe weift zwei Kerne auf, von denen der eine im SÜdoften lagert, während der zweite keilsörmig von der BiScayasee bi« nach Süddeutschland hereinreicht. Die Witterung bleibt auf unserem Gebiete meist unverändert, meist trübe ober nebelig, bei wenig geänderten Temperaturen. Die Hochstationen haben durchau» wolkenlosen Himmel. — Voraussichtliche Witterun g: Theil« heiteres, theil« nebeligeS Welter bet wenig veränderter Temperatur. • * Hessische und preußische HoheitSrechte. Der „Sauterb. Anzeiger" veröffentlicht folgende ihm zugegangene Zuschrift: Die »Neuen Hess. VolkSblätter" bringen die Nachricht, daß die Barriären an der Eisenbahnstrecke Lauterbach-Fulda, die der BetriebSinspection Fulda zugetheilt sei, auf hessischem Boden mit den preußischen Farben (schwarz-weiß) versehen worden seien. Eine einfache Benachrichtigung der Jnspectton Fulda durch die Localbehörden hätte genügt, um die schwere Verletzung der HoheitSrechte deS hessischen Staates, die der Barriärenanstreicher der Jnspectton Fulda sich hatte zu Schulden kommen lassen, wieder gut zu machen. Wenn ober die »Neuen Hess. VolkSblätter" diesen Borfoll bezeichnend nennen für den Umschwung der Verhältnisse, der sich infolge der preußisch- hesfischeu Eisenbahngemeinschaft vollziehe, so fei eS uns gestattet, im Folgenden diesen Umschwung der Verhältnisse kurz zu charakterifiren. Die gemeinsome Verwaltung brachte un« neben der theilweisen Erneuerung deS Oberbaues deS Bahnkörper« eine Menge von Verbesserungen. Durch Einführung der vierten Wagenklafle wurden die mtndrr bemittelten Volks« schichten — und unser Vogelsberg hat wirklich keinen Ueberfluß an wohlhabenden Leuten — in den Stand gesetzt, ihre Reisen für die Hälfte de« bisherigen Fahrpreise- zurückzulegen. Ohne Uebertreibung kann man behaupten, daß eine Fahrt in diesen Wagen vierter Klasse mindesten« ebensoviel Bequemlichkeit bietet, als eine Fahrt in den alten abgefahrenen Wagen dritter Klaffe der früheren Direction. Wer in diesen Wagen eine längere Fahrt zurücklegen mußte, der vergaß fie so leicht nicht wieder. Diese ölten Wagen dritter Klaffe find durchweg ersetzt durch moderne, elegant eingerichtete Wagen, die Der« bindvngen find beffer geworden, neue Züge wurden eingelegt, Schnellzüge hergerichtet, der Verkehr hat fich mächtig gehoben. Kurzum, die preußisch-hessische BetriebSgemeinschaft bedeutet einen hervorragenden Fortschritt in der wirthschaftl chen Entwicklung unserer Provinz. Die »N. Hess. VolkSblätter" haben einst das Zustandekommen dieser Betriebsgemeinschaft bekämpft. Wenn fie nunmehr diesen Kampf in dieser Weise fortsetzen, so stellen fie fich in direkten Gegensatz zu den In- tereffen derjenigen LandeStheile, deren Eisenbahnen der preußisch.hesfischev Betriebsgemeinschaft angehören. A Mainz, 7. December. Wie die »Mainzer Nachr." auS Centrumskretsen erfahren haben wollen, wird der Vertreter für den Wahlkreis Mainz-Oppenheim, Stadtverordneter Br. Schmitt, wegen überhäufter Berufsgeschäfte nicht mehr für den Reichstag candidiren. Da« genannte Blatt bemerkt mit Recht zu der Nachricht, daß es der Centrums- Partei schwer fallen werde, einen gleich populären Kandidaten zu finden. — Bezüglich der verschiedenen, mit Rücksicht auf die gesteigerten Verkehr-Verhältnisse erforderlichen Umgestaltungen der BahnhofSanlagen in den Etsenbahndtrections- bezirken Mainz und Frankfurt erfahren wir von unterrichteter Seite, daß neben einer beträchtlichen Erweiterung de- Güter- bahnhof« in Mainz auch die BahnhofSanlagen in Kastel eine vollständige Umänderung erfahren sollen. Da eine Ausdehnung der Geleiseanlagen weder nach der Stadt- noch nach der Rheinseile der räumlichen verhältniffe wegen möglich ist, soll die Bohn theilweise hinter Kastel herumgesührt und der Güterbahnhof und die Rangirgeleise zwischen die Station Curve und die Amöneburg verlegt werden. Durch die demnächstige Niederlegung der Festungswerke um Kastel ist es möglich geworden, an eine derartige Umgestaltung der dortigen Bahn- hofSanlaaen heranzutreten. Welter, 6. December. Die feit dem letzten Brande, deffen Enlstehung bis jetzt noch nicht aufgeklärt ist, hier von Mund zu Munde gehenden Gerüchte, daß ein Brandstifter fein unheimliches Wesen treibe, scheinen fich leider bewahrheiten zu wollen. Heute Mittag kurz vor 12 Uhr schlugen auS der »Hinter dem HoSpttal" belegenen und mit Ernte« vorräthen gefüllten Scheune des Schmied« Hampel Flammen heraus. Erschreckt eilten die Bewohner hinzu und brachte man zunächst das B eh an« den umliegenden Slällev in Sicherheit und schnell war aat unsere brave Feuerwehr, an die erst kürzlich so hohe Ansolderungeu gestellt wurden, zur Stelle und griff wacker ein, um die drohende Gefahr zu beseitigen. An dieser Stelle sieht nämlich eine Anzahl Scheunen dicht aneinander. Auch sandte man sofort nach allen umliegenden Ortschaften Feuerreiter und Radfahrer, die Hilfe herbeiholen sollten, welche denn auch nickt anSblieb, denn im Laufschritt trafen die Manufchaften mit Spritzen von Münchhausen, Mellnau, Amönau, Sterzhaufen, Todenhausen, Ernst« hausen, Goßselden, Sarnau, Simmtihausen, Oberndorf, Warzeobach, Niederwetter, Göttingen, Ober« und UnterroSphe, Treisbach und anderen Dörfern ein. In allen Straße« standen bald die Spritzen und gingen die Leute mit einen Eifer an ihre RettungSarbeit, der wirklich nur zu (oben ist. Bon Marburg traf bald Herr Kreisbrandmeister Heuser ein; die bereits dort für hier bestellte und auf dem Abmarsch begriffene Löschmannschaft wurde jedoch wieder abbestellt und kehrte um, doch tarnen mit dem Zuge um 3 Uhr wohl nahe an hundert junge Leute au« Marburg an. Um diese Zeit war jedoch schon die Hauptgefahr beseitigt; rß find die mit Erntevorräthen gefüllten Scheunen des Schmied« Gg. Hampel und des Bäcker« Stuhlwann bi« auf den Grund nieder- gebrannt und die daran stoßenden Gebäude theilweise erheblich beschädigt. Die eine Scheune soll nicht versichert sein, wo« für den Besitzer einen schweren Verlust bedeuten dürfte. Die Einwohner unsere« Städtchen« sind in großer Vesorgnih, daß sich die Fälle wiederholen könnten und werden allerhand VorsicktSmaßregeln getroffen._____________________________ Eingesandt. Gieße«, 8. December 1897. Der Evangelische Bund sendet an bcn „Gießener Anzeiger" in Nr. 287 eine Zuschrift, in der bcn „katholischen Mitbürgern" die Ehre einer bis jetzt ungewohnten Einladung zu einem Vorti ag über den Jesuiten CnnifiuS angrsonnen wird. Sie sollen darin ihre Kenntniß über den vielgenannten, aber wenig bekannten Jesuitenpater PetruS Canifius erweitern und die zugebachte Belehrung über „Geschichte und Legende" nicht scheuen. Besonderen Anlaß zu dieser Einladung gibt dem Evangelischen Bund eine Korrespondenz im „Mainzer Journal". Wir wissen nicht, wie fich der Eorrespondent de« „Mainzer Journals"', dessen Correfpondenz leider gerade in den interessantesten Stellen im „Gießener Anzeiger" nicht dttit ist, zu der zugedachten Belehrung verhalten wird, aber das glauben wir fagen zu bürten, daß die Katholiken in ihrer Gesammtheit, die ihre Belehrung über EanistuS nicht nur auS Zeitungen schöpfen und denen der edle Jesuit längst wohlbekannt ist, schon deßhalb die etwa« aufdringliche Einladung deS Evangelischen BuodeS ablehnen müssen, weil ihnen durch ein Ausnahmegesetz, an dem der Eo. Bund eine erklärlicke Freude hat, die Möglichkeit genommen ist, ihre protestantischen Mitbürger zu einem Vorträge einzuladen, bei dem ein Jesuit die Vertheidigung seines Orden« selbst übernimmt. Wir huldigen dem Grundsatz, daß bei diesem Kampfe baß ,et audiatur altera pars“ ober zu deutsch „EineS Mannes Rede ist keine Rede, man muß fie höien alle Bebe" vor Allem Geltung haben sollte. So lang die Jesuiten in ihrer persönlichen Selbstoerthcidigung, die bekanntlich bet ihnen vorzüglich geführt wird, durch ein Ausnahmegesetz in Deutschland behindert find, so lang die Handhabung der Waffen so einseitig bestimmt bleibt, ist der Kampf ein ungleicher und kann von den Gegnern der Jesuiten, namentlich in Vorträgen, gar nicht ritterlich geführt werden. Bei der Dehnbarkeit beß juristisch kaum bcftntrbaren Begriff« der „OrdenS- thättgkeit" kann, wie die Erfahrung lehrt, kein Jesuit wagen, öffentlich ohne Gefahr aufzutreten. Wir verstehen unter diesen Umständen die Tapferkeit beß Ev. Bunde«, zumal einer kleinen Anzahl Katholiken in Gießen gegenübet, vollkommen. So lang man den Jesuiten zur Vertheidigung daß Wort abschneidet und ihnen den Mund schließt, wird aö die Mehrzahl der Katholiken ganz gleichgiltig lassen, wie weit ein protestantischer Professor den Mund übet die Jesuiten aufmacht. ___________________________________Unus pro multis. Citcramr und Kanjt — Im Verlage von Levy u. Müller in Stuttgart er Wen: »Unfet täglich Vrod" von Marie Cleß und Johanna Huber. Das Buch enthält 300 al« vorzüglich erprobte Original-Rezepte der feineren Küche, die bisher noch in keinem Kochbuche Ausnahme gesunden haben. Abgesehen von seinem practischen Werlhe wird da« Buch, daS al« täuschend nachgeahmter Brodleib erschienen, feint Liebhaber ohne Zweifel in allen ben Fällen finden, wo eine humoristische Ueberraschung mit einem kleinen G ichenk beabsichtigt wird. Ebenso dürfte der niedrige Preis von nur Mk. L— dem allerliebsten Buche sehr viele Käufer zusühren. 49. Woche. Vom 28. November biß 4. December 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Militär)» Sterblichkeitsziffer: 37,30, nach Abzug der Ortsfremden 26,32°/^ Kinder E« fiatben an: Zusammen: Erwachsene. im so» I6.3*b L 1. Lebensjahr: 2. Gicht 1 1 — Kreb« 5 (2) 5 (2) — — Rose 1 1 — — Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (1) — — Gehirnschlagfluß 3 3 — — Lungenentzündung 1 — 1 — Lebererkrankung 2 (1) 2 (1) — — Im Wochenbett 1 (1) 1 (1) — — Krämpfen 1 1 — Lebenßschwäche 1 — 1 — Summa: 17 (5) 14 (5) 3 8nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an. wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von au-wärttz nach Gießen gebrachte Kranke kommen________________________________ Kircblubc Anzeiger* oee Statt svsczzcz*. Donnerstag ben 9. December, Abend« 8 Uhr: Bibel Kunde. 1 gor. 8. Pfarrer Schlosser. Alle Neconvalescenten, neue, au« reiner, fricher Kuhmilch von ben Höchster Farbwerken in Höchst e. M. dargefiellte Eiweißpräparat — verordnet worden ist. bestätigen, daß Nntrose gern genommen und selbst vom geschwächten Magen unb^Darm noch leicht verdaut wird. 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Dttmber 1897. dletzmrr anittgtr“ in 4en Mtlbüignn" btt u einem Porti ag über 5k sollen darin ihre I bekannten Jesuiten, dachte Belehrung über deren Anlaß zu dieser ae Korrespondenz im 'nbtnt bt§ Mainzer m dm interrssaotettm V zu da Mb-chien wir sagen ju büttm, ihre Belehrung über d denen der edle IM aS ausdrivgUche 6ta> mssen, well ihnen durch ine erklirtiche Freude testavltschen Mürger esutt die önt-etdigung en dein Snmdsah, daß >ar8* ßba ju deutsch j fit höim alle Bede" ie Jesuitm in ihrer bet chom vorzüglich Deutschland brhindnt fettig bestimmt bleibt, Segnern derJesutlm, zesührt weiden. Bet öegrG der, Ordeos- ätiutt wagen, Wat« win dielen Umstdndm totn Wfr W lang man dev Jisuiim hnendevMnd Meßt, gleichgillig lassen, wie mb über die Jesuiten TTnaB pro maltis. in Stuttgart erschien: und Johanna Huben . Original-Rezepte der chbuche Aufnahme S'- jen Wertbe wird da dleib er'ch'ma', sein, inden. wo eine humo- mA ’V demaiierlitbstm W«y । Dettvber .1600 1*3* n*® tm 'S- , 1 3 uie viele Lend« ° H^^net worden, ^.' HM , in «ft S* * CD IZU * •«* ab»» ^"allrn in °" :nbt ''Jot irt Z* -dich«, n 6e; don Münch obenfotftn, rmtz. !U e 'Dnh UnterrvSph. \ aDen Straßen 8tutt mit eine« ru loben ist. hrnsrr tin; btm Abmarsch bl. tb» abbtfttfii und 3 W wohl nahe - Um diese M / 's find dir mit wird- Gg. hnmhrl )en Grund nieder. 18 theilweise erheb. W versichert sein, bedeuten dürste. '8* Vesorgntß, 16 vndeo allnhavd £ Antigen § nach Auswärts ^r warben stets zu Originalpreisen besorgt durch dir £ Sipkdition des £ Sießmer Unitigrr». Zwiebeln zu haben beute Donnerstag Markt« land« Nr. iO.11165 Verlag non Smit Roth in Sirßeil. Geschichte des Großherzogthums Hessen vom Austreten der Chatten bis zur Geg nwart. — Von Professor A. Koldarr. 8°. Vi 11, 220 Setten- Mit Titelbild »Landgraf Philipp der Großmüthige". Geheftet 3 Mk., n elegantem Leinenband (Farben- und Golddruck) < Mk kurngllusgabe in Vrachtband mitGoldschnitttW. Zur Anschaffung geeignet für Haus und Schule, Prtvar-, VolkS- und Schulbibliotheken und als vorzüg« »tches Weihnachtsgeschenk. <8 11143 sonders aufmerksam. | Behördliche Anzeigen! AorMgl.Wackfische "TETTTTTT"""1? (grüne Heringe), auch Beitritts-Erklärungen entgegengenommen. 11145 XXXX300QCXXXXXXXX>QOCXXXXX2000000Qa00 D Fleischlieferung Marktstraße 4. Telephon 119. eingetroffen bei 11176 J. M. Schulhof Marktstraße 4. Telephon 1>9. Wohne von heute ab meiner früheren Wohnung gerade gegenüber (11171 Versteigerungen. Telephon 119 Marktstr. 4 5 Frisch geschossene Hasen empfiehlt 11162 H. Motz, Musburg 17. t^g an bei 11154 Neu! Neu! erbeten. Telephon 119. Marktftraste 4. 01 fi o 0) fi o Dienstmann Werber, gegenüber der Markthalle. KarettsFolliers Pchmantel John Bennet. Dan. Friederici. N. W. Gade. L. van Beethoven. G. A. Perti. Baid. Donati. G. F. Händel. ■n ® e y kv o> o y o Cüpeo, Muffen, Kragen, Mesßm-Apfklsmen (feinste süße Frucht) Die Lieferung des S«sam«tbedarsS an Aleisch» und Wurywaare« für die Unteroffizier- und Mannschafts Menage der drei Bataillone des Reg'mentS Kaiser Wilhelm für 1. und 2. Quartal 1898 sowie des hiesigen GarnrsonS- Lazareths nur für 2. Quartal soll im Wege öffentlichen Aufgebots vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können hier in der Zeughauskaserne, Zimmer Nr. 46, Vormittags von 10 biß 12 und Nachmittags von 4 bis 6 Uhr, etnges-hen und bezügliche Exemplare gegen Erstattung der Selbstkosten bezogen werden. Angebote mit der Aufschrift „Angebot auf Lieferung von Fleisch, und Wurst- waaren" sind versiegel», portofrei bis zum BerdiuguugStermi«, den 15. De- cembet d. I., Vormittags 10 Uhr, -an das unterzeichnete Bataillon, Zeughauskaserne Stube 16 einzureichen. Gießen, den 7 December 1897. 2. Bataillon Insant.«Regiments Kaiser Wilhelm (Nr. 116). Unsere geehrte Kundschaft Gießens machen wir hierdurch besonders darauf aufmerksam, daß sich unsere Niederlagen und Vertretungen am dortigen Platze nur bei den Firmen Beitrittserklärungen zum Verein werden in der Musikalien- Handlung von Ernst Challier entgegengenommen. Daselbst sind auch Eintrittskarten zum Preise von 1 Mk. 50 Pfg. zu erhalten, and zwar bis Donnerstag den 16 December ausschliesslich für Mitglieder, von Freitag ab auch für Nichtmitglieder. 11144 Mitglieder, welche von ihrem Rechte freien Zutritts zu diesem Concert keinen Gebrauch machen wollen, werden höflichst gebeten, dies im Interesse des Vereins Herrn Challier bis spätestens Donnerstag den 16. December mitzutheilen. 1. Trio in D-dur op. 70 Nr. 1...... 2. Chöre a capella: a) Adoramus.......... b) Vilanella alla Napolitana..... 3. Sonate in A-dur für Violine und Clavier. . 4. Chöre a capella: a) Fliesset dahin......... b) Einstmals das Kind Cupido . . . . 5. Trio in F-dur op. 42........ Erstes Concert des Vereins zur Förderung eines Saalbaues in Giessen in der grossen Aula der Universität am Sonntag den 19. Decbr., 5 Uhr Nachm., enter gütiger Mitwirkung der Herren A. Herber (Violine) aus Frankfurt a. M. und Joji. Hegar (Violoncello) aus Zürich, des Akademischen Gesangvereins und des Herrn Musikdirector G. Trautmann (Clavier). Prograin m : Bahnhofstrasse 54 II. q Zahnarzt Th. Frutig. § Sprechstunden: Horm. 8—12, Nachm. 2—5. • Mm LhnMme zu haben in allen Größen von DonuerS* 11153) Suche zu Ostern für einen Realschüler höherer Klaffe eine Lehrstelle. Offerten unter 8. G. 11153 an die Expedition dieses BlaNeS. J. Kessel, Hötel und Weinhandlung, 2 Wehlar, Bahnhof. g •seeeeeeseeeeeeee Promptester Versandt nach Auswärts. 11163 Vorausbestellung-n J M. Schulhof, Für Wirthe: Kieler Bücklinge, Sardinen Sardellen, Rollmöpse, Bismarck- bäringe, Bratschellfische, Brathärinqe, ff. Caviar, Salz und Essiggurken, ff. 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Der Gesammtauflage der heutigen Nummer liegt eine Extrabeilage der Firma Theodor Haubach, Bahnhofstraße 40 dahier, Freunden, Verwandten und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mittheilui-g von dem plötzlichen Ableben unseres unvergeßlichen, innigst geliebten Gatten, Vrt rS, Bruders, Schwiegervaters und Großvaters, portmonllaiks u. Cigarreu-Etuis, Feuerzeuge, Siirücheu u. Soscheu- pkttssoires, Federmesser, Reißzeuge und Farbkasten, Schul- und SchreiöHeftmäppchen, Feder- uud Zeichnen-Kästchen, Tchreibzeuge, Schreibmappeu, Photographie Rahmen, R ßtuis mit ZZkei- und ^untstifteu, Lampenschirme, Aukleide-Puppe«, Die trauernden Hiuterbliebenen. Familie Zutt. Gießen den 7. December 1897. Die Beerdigu g findet Donnerstag Vormittag 11 Uhr vom Leichenhause aus statt. 13 Schlossgasse 13 empfiehlt sich zur Anfertigung von Druckarbeiten aller Art in kürzester Frist bei billiger Berechnung. V -ostpapicrn, Soivert, mit Firm, u. s. w. Bilderbogen, gemalt und ungemalt, Jugeudschriften, Märchenbücher, Bilderbücher, Gesangbücher mit ff. Einbänden, Modellir-ßartous, Laubsäge-Muster, Lauösägehotz. Kroße Auswahl in Christbaum-Deeorationen, Lametta, Lichtern, Lichthaltern in verschiedenen Sorten. 11149 Gesammtreserven über 11 Millionen Mark. Der Verein gewährt: I. Haftpflicht- und Unfall-Versicherung für alle Berufsklassen je nach Wunsch der Versicherungsnehmer in beliebig begrenzter oder beliebig ausgedehnter Weise. II. Kranken-ln validitäts-Versicherung. höohstwichtige Ergänzung der Unfall-Versicherung, besonders geeignet für Rechtsanwälte, Aerete, Geistliche, Industrielle, Beamte etc. Die Invaliditätsrente beträgt 750—3500 Mark pro Jahr. III. Capital-Versicherung sowohl für den Erlebens- als für den Todesfall. IV. Versicherung von Lehr- u. Studien-Geldern sowie V. Militärdienst- und Brautaussteuer-Versicherung. Am 1. October 1897 bestanden in sämmtlichen Abtheilungea des Vereins 286029 Versicherungen über 1820464 versicherte Personen. Prospeote und Versichernngsbedingungen werden abgegeben, sowie jede Werners Waarenhaus Schlossgasse Nr. 11 Möbel, Betten, Spiegel, Bilder u. dgl. Niederlage von Solinger Stahlwaaren. Specialität in Taschenmessern. Porteseuillewaareu, Opern- und Reisegläser, Thermometer, Barometer, Milchmesser, Wasserwaagen, Brteswaagen, sowie alle Küchen-und Haushaltuugsgegeustäude. 11175 Schmerzerfüllt machen wir Freunden und Bekannten die Mittheilung, daß unser innigst geliebter Gatte, Vater, Großvater, Schwi gervater, Schwager und Onkel Heinrich Kraus, Spenglermeister, heute Nacht 11% Uhr nach langem, schweren Leiden sanft ent- schlafen ist. 11174 Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hiuterbliebenen. Gießen, den 7. December 1897. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 2 Uhr vom Sterbehause, Bruchstraße 10, aus statt. Ein Kalb stehen geblieben. Gegen Inserat- und Futterkasten abzuh. 11173 Mobbeimerftr. 6. Herrn Wilhelm Zutt, Sparkassediener. Um stille Theilnahme bitten Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Th ilnahme bei dem mich so schwer betroffenen Verluste sage ich hiermit meinen innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johanna Rühl. Gießen, den 7. December 1897. 11152 Heute Mittwoch, den 8. December 1897: Restaurant Kaiserhof. Gastpiel der Kölner Trio-Gesellschaft. Anfang 8 ilhr Abends. Auf unserer diesjährigen Tourn6 begriffen, werden wir auch diesrS Mal, wie schon seit langen Jahren, mehrere Vorstellungen hier geben und hoffen aui den zahlreichen Besuch deS werthen Publikums. Hochachtungsvoll 11140 Korf gen & Forst. | Zu verkaufen. | 111511 Schöner schmiedeeiserner SllliulnWn.dto.vogMjig zu verkaufen. Näh. Riegelpfad 20 pari. |verioren^eftmderT| Kalb stehen geblieben. &*> / Große Auswahl in wechseln, Speist., Wei»- n. 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