«K ff w Ul« voi Nr. 263 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags. Die Gießener yemlfitnOfdifer werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelcgt. Erstes Blatt Dienstag den 9 November 18OT Gießener Anzeig er Kmerat-Mnzeiger. Vierteljährig« Aöonnemenispreis t 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: KchnlstraßeNr.I. Fernsprecher Bk Anrts- und Auzeigeblutt fiit den Titels Gieren. Hratisöeitage: chießener Kamilimölatter. | * i« empfehlen, ibntaten. A Einlegesohlen. Preislagen. [en leichtzüg. Break, 4 zu haben, und t, Halbchaiseu U, ein Damen» (französisch^, sehr isewageu, gut er- tze gstraße 27. r hofvilgenstbrile». nailirk Kihztsljint, tllnshriüki, rar. MiHMi'iim, 'nftirit, irilinirr, ttl'IMf. w stppiritk. ßtt-ki- Mdufowti, nMmschim. itut tztMn, !°SkWSk. ineeee ds »74 -' !' ! 10167 A $weg 56. J btn-Satbttobt. G I# ' ftf ' ßf 1 f ? ei Amtlicher Tbeil. Bekanntmachung. betreffend: die Maul- und Klauenseuche. In Ltndheim, Enzheim, Altenstadt, Langen» b ergheim, Nieder-Mockstadt und Usenborn, Kreis Büdingen, ist die Maul» und Klauenseuche ansgebrocheu und deshalb Gemarkung-» bezw. Gehöftsperre angeordnet worden. Gießen, den 5. November 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. (Sagern. Bekanntmachung. ~~~ Am 6. November wird bei den Posthülfstellen in Obbornhofen und Wohnbach eine Telegraphrnanstalt zu Fernsprechbetrieb, mit welcher eine Unfallmeldeftelle der» bunden ist, eröffnet werden. Darmstadt, den 3. November 1897. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. Maier. Deutsches Resch» Berlin, 6. November. Der „Post" zufolge bestätigt ti sich, daß der Kreuzer „Gefion" nach Haiti geht. Allerdings seien die Verhandlungen wegen Zahlung einer Entschädigung an LüderS oder seine Familie bei den Behörden in Port au Prioce auf Widerstand gestoßen und daS Auswärtige Amt hege auch den Wunsch, ein Kriegsschiff zur Unterstützung seiner Forderungen dorthin zu senden. DaS Ober Commaudo der Marine scheint aber nicht in der Lage zu sein, den Wünschen der Auswärtigen Amtes zu entsprechen. Berlin, 6. November. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge find dem BundeSrath die Entwürfe eines Gesetzes betreffend Aenderung drS GerichlSverfaffungSgesetzeS und der Strafprozeßordnung sowie eines Gesetzes betreffend Aenderung der Cioilprozeßordnung zur Beschlußfaffung zugegangen. Berlin, 6. November. Der wirthschaftliche Betrath zur Vorbereitung der Handelsverträge wird nach einer Sorrespoudenz bald einberufen werden. Von dem ihm vorzulegenden Material soll ein großer Theil schon fertig sein. Berlin, 6. November. Wie mehrere Blätter melden, wird die Einweihung der evangelischen Kirche in Jerusalem, der voraussichtlich daS Katserpaar beiwohnen wird, aller Wahrscheinlichkeit nach erst am 31. October nächsten JahreS, am 29. Gedenktage der Grundsteinlegung durch den damaligen Feuilleton. Frankfurter Bries. (Originalbertcht für den „Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) Die Nöderstein'sche Kollektivausstellung bei Schneider. Dr. M. Schon lange haben wir um die Mittagsstunden nicht so viele Gäste bei Schneider getroffen wie seit dem 2. November. ES ist ein fortwährendes Kommen und ein fl6et die flüchtige Viertelstunde hinausgehendes Verweilen. Die meisten Besuche gelten den ausgestellten Arbeiten der O. Rödersteiu. SS ist eine Seltenheit, daß wir von dieser in ihrer Art einzigen Künstlerin nun auch einmal in Frankfurt eine CollectivauSstellung bekommen haben. Der Ruf der Röderstein har sich durch den Pariser „Talon" gebildet, er ruht auf einer breiten, soliden Basis- die Gunst der Verhältnisse hat ihn nicht gegeben und kein Modegeschmack und keine Modertchtung kann ihn je erschüttern, denn wenn wir vor diese Gemälde, PortraitS und Zeichnungen hintreten, so überkommt unS daS Gefühl, wieder einmal einer großen, starken in sich ruhenden Künstlerpersönlichkeit gegenüberzustehen. Ach, eS wird solch ein Mißbrauch mit dem Worte „groß" getrieben! Aus purer Liebenswürdigkeit und HerzenShöfltchkeit kommt selbst der gewissenhafte Kritiker so und so oft in die Lage, etwas als „groß" zu benamsen, waS doch nur ein ganz nettes Talentchen ist. Das ist schlimm, sehr schlimm, auch für den Kritiker, denn am Ende verlernt er selbst die Fähigkeit, Abstände und scharfe Grenzen zu ziehen. Da ist es denn wahrhaftig ein Glück, daß ab und zu eine solche Erscheinung wie die Frankfurter Rö derstein auftaucht, die unS wieder den rechten Maßstab, die richtige Einschätzung an die Hand gibt! WaS ist daS für eine Kunst, die unS aus ihren Bildern anfieht? Die eines innerlichen, durch und durch wahrhaftigen Menschen und aus dieser seiner Kronprinzen, stattfinden. Bis zum nächsten Frühjahr, wo die Feier stattfinden sollte, wird sich schwerlich das neue Pfarrhaus und die Schule fertig stellen lassen. Hamburg, 6. November. Die „Hamburgische Börsenhalle" meldet: „Wie unS telegraphisch berichtet wird, wurde der englische Dampfer „Esperanza" (früher „Toward") von einem elbabwärtS gehenden Dampfer in der Mitte angefahren und ist sofort gesunken. Hamburg, 6. November. Nach einer weiteren Meldung erhielt der von dem Hamburger Dampfer „Sperber" angerannte Dampfer „Esperanza" ein Loch von 3 Meter Breite und 6 Meter Höhe und wurde alsdann an Land gesetzt. Die Ladung, die aus Wolle und Wein bestand, ist vollständig verdorben. DaS Fahrwasser ist frei. Straßburg i. 6., 6. November. Bei den heutigen Wahlen zum LandeSauSschusse wurden die 22 bisherigen Ab- geordneten, welche wiederum als Candidaten aufgestellt waren, wiedergewählt. Dazu wurde an Stelle des an den Rechnungshof nach Potsdam berufenen Abgeordneten Dr. Elemm im Kreise Hagenau der Gutsbesitzer Batiston und für den verstorbenen Stadtrath Klein in Zabern der ReichStagSabgeord- nete Dr. Höffel gewählt. ArrsUrud. Wien, 6. November. Im Budget-Ausschuß haben heute Nachmittag die Berathungeu über das Ausgleichs- Provisorium begonnen. Die Opposition setzte auch im Budget-Ausschuß die Obstruktion fort, indem sie Abänderungen und Ergänzungen beantragte und eine namentliche Abstimmung durchsetzte. Dieser ObstructionSverfahren soll fortgesetzt werden. Belletri, 6. November. Heute früh um 8 Uhr wurde hier ein leichtes, wellenförmiges Erdbeben verspürt, welcher zwei Sekunden andauerte. Loudon, 6. November. Nach dem HaudelSauSweis für den Monat Oktober zeigt die Einfuhr eine Abnahme von 625000 Lstr., die Ausfuhr eine solche von über 1375000 Lstr. Die Einfuhr hat in den letzten zehn Monaten um nahezu 13 Millionen Pfund Sterling zugenommen, die Ausfuhr um über 6 Millionen Pfund Sterling abgenommen. London, 6. November. Dem „Standard und Diggers News" wird aus Johannesburg gemeldet, der VolkSraad habe den Ausführenden Rath beauftragt, eine Verordnung auszuarbeiten, durch welche die Einstellung eingeborener Arbeiter durch die Minen erleichtert würde. Wie eS heißt, soll dieses Resultat des Besuches LeydS in Lourentzv MarqueS für die Minen von größerem Werthe fein, als die Aufhebung der Dhnamit-Concesfion. Nerrefte Wolff» telegraphische» Korrefpondenr-Bure«. Darmstadt, 7. November. Staatssekretär Eoutreadmiral Tirpitz wurde heute vom Großherzog empfangen und nimmt au der Großherzoglichen Tafel Theil. Karlsbad, 7. November. Heute früh 5 Uhr wurden hier zwei Erdstöße, ein stärkerer und ein schwächerer, verspürt. Außer einer Abweichung der Magnetnadel wurde keine Veränderung bemerkt. Petersburg, 7. November. Die „Nowoje Wremja" meldet aus Nishny Nowgorod: Gestern wurde auf den ProcureurSgehilfen Nikiforow ein Attentat verübt. Der Angreifer, welcher eine Maske trug, schoß auf Nikiforow, traf aber nur dessen Mütze und entfloh sodann. ES handelt sich anscheinend um einen privaten Racheakt. Depeschen bei Bure« „Herold." Wien, 7. November. Wie das „Vaterland" von Seiten eines Reffortministers erfährt, hält die Regierung ihre Stellung für sehr fest und denkt nicht daran, zu demisfionireu. Wien, 7. November. Bon unterrichteter Seite wird erwartet, daß Oesterreich Ungarn eine Vermehrung der Laudtruppeu auf Kreta nicht vornehmen und auch die in den dortigen Gewässern befindliche Flotte eher verringern als verstärken werde. Rio de Janeiro, 7. November. Bei der Verhaftung bei Attentäters, welcher den Präsidenten zu erschießen versucht hatte, wurde der Oberst Moraes, welcher seinen Bruder verteidigte, schwer verletzt. In der Kammer be- schimpften ein Offizier und fieben radikale Abgeordneten den Präsidenten, indem sie ihm zum Vorwurf machten, daß er die Ermordung des Kriegsminister» nicht verhindert hatte. Berlin, 8.November. Der Kaiser hat gestern Abend seine Reise nach Schlesien angetreteu. Danzig, 8. November. Nach einer Mittheilung de» Haudelsminister» an die hiesigen Berusteinfabrikanten und Drechsler hat die Firma Stautien u. Becker sich ver- pflichtet, jedem Einzelnen das uöthigeQuantum Bernstein zur Fabrikation zu liefern, wogegen die Bernstein-Jntereffenten sich zu verpflichten haben, ihrerseits kein Material au die JmitarionSfabriken zu verkaufen. Im Falle der Zuwiderhandlung gegen diese Abmachung würde die Regierung der Firma Stamien u. Becker nicht entgegentreteu, wenn sie den betreffenden Contraheuren keinen Bernstein mehr liefern würde. Wie«, 8. November. In der Nacht zum Sonntag kam es in drm„Caf« Marschall" zu einem Rencontre zwischen Natur ist auch seine Technik hervorgegangen. Der Geist ist eS, der sich hier den Körper gebaut hat. Man kommt gar nicht dazu, zu fragen: was ist das für eine Schule, für eine Richtung — man sagt sich: daS ist mehr, da» ist eine Persönlichkeit und dazu eine solche, die den Muth und die Energie der Pietät besessen hat. DaS ist etwas Außerordentliches in unserer Zeit. Unsere Künstler tasten zwischen extravaganter LoS- gebundenheit von jeder Tradition und engster, bis in» Archatfiren fallende Schulfeffel in fieberhafter Unruhe hin und her. Den Arbeiten der Röderstein fühlt mau es nach, daß fie sich mit dem Geist, nicht nur mit der Handschrift der Großen zu erfüllen suchte, bevor fie ihr eigenes Sehen und Empfinden in Stift und Pinsel drängte. Holbein und die Namen der älteren italienischen Meister find es, die Einem unwillkürlich auf die Lippen treten, wenn man fich in die „Piet ä" der Röderstein vertieft. Wie oft ist nicht gerade dieses Thema in den letzten Jahren von unseren Jüngsten behandelt worden! Vielleicht nimmt daS Stuck'sche Gemälde unter ihnen den ersten Rang ein, aber die schlichte Größe der Rödersteiu'schen „Pietä" steckt doch nicht darin. Dieser in fich hineingezogene Schmerz im Antlitz der Gottesmutter — den trifft man sobald nicht wieder an. Die Röderstein'sche Kunst hat nichts, waS sofort überwältigt oder gar besticht. Man muß ihren Wirkungen nachgehen, sie drängen sich unS nicht auf und deshalb gleitet sie auch an so und so Vielen machtlos, eindruckslos ab. Denn was ist es, waS die Maffe zwingt? Entweder aus- getüftelte Grazie, womöglich mit einem Stich iuS Pikante oder eine ins Titanenhafte geneckte bizarre Kraft, vor der man sich vielleicht anfänglich entsetzt, die schließlich aber doch ein ge- wtffeS Stimulans aukübt. Alles daS fällt bei den Sachen der Röderstein fort. Der Barbar und der Laie können von ihnen wenig empfangen. Zwar hält der bekannte Name der Künstlerin jede frivole Bemerkung in Schranken, aber ich zweifle sehr, daß alle die Damen und Herren, die fich heute bei Schneider ein Stelldichein gaben, ein inneres Verhältniß zu dieser Kunst hohen Stils gefaßt haben. Die allerliebste ConservatoriumSschülerin, die fich da von ihrem Verehrer, der so etwas wie den künftigen Tenor marktrt, begleiten läßt, ob fie wohl den Wunsch hegt, dereinst mit ihrem Bräutigam so gemalt zu werden, wie diese „Verlobten" der Röderstein, die fich einerseits in den scharfen Umrisse so wirklich prSsentireu und doch andererseits fich so traumhaft, so ganz unterirdisch von der weichen Hügellandschaft, die ein Strom durchfließt, abheben? Ich glaube e» kauwl ES ist ja viel zu wenig Pose darin. Oder die stattliche Commercienräthin, die zu der Rödersteiu-AuSstellung fährt, wie fie fich zur Opernpremivre tu ihre Loge begibt, wird fie ein Verständniß entfalten für jener zauberhaft innige Bild „Mädchen mit der Blume", da» weder von modernem Raffinement noch romantischer Süßlichkeit etwas an fich hat, aber nur allein in der Hand und in der Art, wie diese die Blume hält, eine Seelengeschichte erzählt? Ich zweifle daran. Aber daS ist ja ganz gleichgiltig, wie weit daS Verständniß der Beschauer geht! Daß wir eine Künstlerin haben, die mit solchen tiefen, seelenvollen Augen in die Welt schaut, wie die Röderstein, da» ist daS Schöne und Erhebende. Wenn wir lange vor diesen Köpfen gestanden, in welchen uns die Malerin doch etwas mehr zu geben sucht, als die bewußte Portrai'ähnlichkeit (hat sie doch z. B. in dem weit unter Lebensgröße gehaltenen Bilduiß ihrer Freundin, der Dr. Elisabeth Winterhalter — bei Durchschnittsmalern wirkt dies Format häufig spielerisch — eine Characterstudie ersten Ranges aufgestellt), so fühlen wir, daß daS eine Kunst ist, die fich zu keinerlei Concrfftorren erniedrigt, die jedoch an das Beste unseres inneren Menschen appellirt und deshalb auch wunderbar nachhaltig und erhebend in ihrer Wirkung ist. ®tubeeten und Offizieren, Siebzehn Mitglieder der deutsch nationalen Burschenschaft „Germania" griffen fün Offiziere an, indem fie dieselben neckten. Al» dieselben daraufhin die Studenten zur Rede stellten, eutsta-d zwischen den beiden Parteien eine fünf Minuten dauernde Rauferei, bet welcher drei Studenten durch Säbelhiebe schwer verwundet wurden. Stu Kellner, welcher Geschirr retten wollte, wurde ebenfalls verwundet. Die Untersuchung ist eiugeleitet. WB. Hirschberg i. Echl., 8. November. Der Kaiser traf heute früh 8 Uhr hier ein und begab sich zunächst in da» UeberschwewmuugS-Gebiet. WB, Biro, 8. November. Nach Meldungen der Blätter aus Prag fanden gestern Nachmittag auf dem Weißen Berg die Vorfeier de» Jahrestages der Schlacht am Weißen Berg statt. DaS Fest war überaus zahlreich besucht und verlief äußerst stürmisch. Mehrere Tausend Personen zogen durch die Stadt und veranstalteten Kundgebungen. Siu starke» Wachtaufgebot schritt ein und zerstreute die Dcmonstraoten, einige wurden verwundet. Cocale» rrnd LrooiirziellsS. Gtetzro, den 8. November. * • Empfang- Te. Kgl. Hoheit der Großherzog empfingen am 6. November u. A. den Oberst Hof, Corn- mandeur des Infanterie-Regiment» Nr. 140, den Professor vr. Dietrich von der Lande»uutverfität, den KreiSamtmaun Böckmaun von Gießen. * * Auszeichnung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnäbigft geruht, am 23. October dem gemein- herrschaftlich Breuberg'schen Forstschützen Loreuz Rummel zu Bremhof auS Anlaß seine» stattgehabreu 50jährigen Dienst- jubtläum» da» Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für 50jährige treue Dienste" zu verleihen. • • Mtlitardteustuachrichleu. Die Assistenzärzte 2. Kl. der Reserve: Dr. Rullmann vom Landwehr-Bezirk Friedberg, Dr. Frank vom Landw.-Bez. I Darmstadt, Dr. Kayser vom Landw.-Bez. I Darmstadt zu Afftstenz-Aerzreu 1. RI.; die Unterärzte der Reserve; Dr. Müller vom Landw.-Bez. Gießen, Fendt vom Landw.-Bez. Mainz zu Asststeuz-Aerzteu 2. RI. befördert. Spangeuberg, Assistenz-Arzt 2. Kl. vom 3. Großh. Hess. Juf.-Regt. (Letv.-Regt.) Nr. 117, zum Jnf.-Regt. Nr. 167 versetzt. • • Sitzung Großh. Handelskammer vom 2. November 1897. Anwesend die Herren: Koch, Scheel, Balser, Gail, Heichelheim, Katz, Kraatz und Wortman». — Der Vorsitzende erstattet kurzen Bericht über die tu der Sitzung des Ausschusses de» Deutschen Handelstages zu Berlin am 27. September d. I. erörterten Angelegenheiten: Neugestaltung des Zolltarifs und der handelspolitischen Beziehungen zu außer- deutschen Staateu, Garunummertrung, Zoll auf Trommelfelle, Haftung der Reichspostverwaltung für Versehen ihrer Beamten rc. und wurden- die bezüglichen BerhandluugSschriften zu näherer Kenntntßnahme Seitens der Mitglieder der Eirculation überwiesen. — Die Handelskammer Göttingen hat an den StaatSsecretär im ReichSpoftamt eine Eingabe gerichtet, in der fie um eine Aenderung im Telephon- gebührenweseu nachsucht. Sie erblickt in dem derzeitigen Zustand eine Ungerechtigkeit, da von den Inhabern einer Fernsprechstelle in einer kleinen Stadt mit kaum 20 Anschlüssen zur Zeit dieselbe Gebühr erhoben werde, wie in einer Großstadt mit über 30 000 Anschlüssen. E» entspreche besser den Gesetzen der Billigkeit, wenn die Gebühren nach Möglichkeit den jeweiligen Leistuugen der Postverwaltung ent- sprechend geregelt würden; wie bet der Telegraphie eine jede Depesche, so müsse auch bei der Telephonte jedes Gespräch bezahlt werden. Da e» bi» jetzt noch an einem selbstständig functiontrenden Apparat, der die Benutzung controlire, fehle, so sei ein anderer Ausweg zu suchen. Dieser biete fich in der Bemessung der Telephongedühreu nach einer Scala. Könne da» richtige Verhältntß zwischen Leistung und Gegenleistung nicht durch Bezahlung der einzelnen Gespräche erzielt werden, so wüffe man es pauschalmäßig festftellrn, d. h. die Pauschalgebühren müßten verschieden bestimmt werden, je nach den Leistuugen der Postverwaltung und dem Nutzen der Interessenten. Fraglich könne dabet nur erscheinen, ob e» fich empfehle, al» Maßstab die Zahl der Anschlüsse in einer Stadt, oder die Größe der Stadt zu Grunde zu legen. Unsere Handelskammer erachtet den vorliegenden Antrag au» verschiedenen Gründen für aussichtslos und lehnt dessen Unterstützung ab. Zugleich soll jener Schwesterkammer mitgetheilt werden, daß der diesseitige Standpunkt eine allgemeine Herabsetzung der Telephongebühr auf 100 Mk. erstrebe und wir nach dieser Richtung demnächst aufs Neue vorstellig werden würden; auch sei von un» in ®QUß auf die Fernsprechtaxen der Antrag zum dem- nächst tagenden hesslschen Handelskammertag eingereicht worden, für die Einführung einer Zwischenzone (50 bis 100 Kilo- «"er 60 Psg.) eiozutreten. — In zuvorkommender Weise hat der Vorstand der hiesigen ElsenbahnverkehrSinspection, einer Anregung der Kammer Folge gebend, die Annahme von Sendungen zu dem um 6 Uhr Borm. hier abgehen- den Eilgüterzuge noch kurz vor Abgang des Zuges in Aussicht gestellt. Die Aufgabe muß jedoch in der Zeit von 5 bis 5V1 Uhr Morgens erfolgen, damit dem Abfertigungsbeamten dir erforderliche Zett zur Anfertigung der Begleitpapiere verbleibt. Die ennprrchende Einrichtung wird in der Kürze getroffen werden. — Die deutsche Handelskammer in Brüssel theilt Folgende» mit: Laut Gesetz vom 12. Juli 1895 steht dem belgischen Finanzministerium das Recht zu, Artikel, welche bis dahin al» „Kurzwaaren uud Eisenkurzwaaren" (Mercerie und Quincaillerie) verzollt werden mußten (Zoll 15 pCt. vom Werth), und die zur Fertigstellung anderer Produkte dienen, unter die „verschiedenen Produkte für die Industrie (Produite divers pour 1’induBtrie, Zoll 50 pEt. vom Werth) zu klaffificiren. Wir machen die Interessenten de» Kammerbezirks auf die sehr bedeutenden Zollerleichteruugeu mit dem Anfügeu aufmerksam, daß ein Berzeichoiß aller Artikel, die jetzt unter die „produits divers pour l'industrie* gerechnet werben, auf dem Büreau der Kammer eiugesehen werden kann. — Die regelmäßige ErgänzuagSwahl zur Großh. Handelskammer für die am 1. Januar 1898 auS der Kammer ausschetdendeu und wieder wählbaren Herren R. Scheel, S. Heichelheim und E. Kltngspor findet am 2. December d. I. im Sitzungszimmer der Kammer statt. Zum Wahlcowmiffär wurde Herr Eommerctenrarh Wortmann ernannt, zu UrkundSperfouen die Herren Fritz Kratz und N. Stamm. Die eriorderlichen Publikationen werden demnächst erfolgen. • • Ehrung. Morgen Abend findet zu Ehren des Herrn Geheimen Mediciualrath Professor vr. L ö h l e i n ein Fa cke l - zug der Gießener Studentenschaft statt. Die Aufstellung de» Zuge» erfolgt tu Oswald» Garten. Abgang von da präei» 8 Uhr. • • Saugerkraur-Coucert. Da» gestern Sonntag abgehaltene Loncert har in allen Thetleu voll befriedigt; es setzte fich aus gemischten Ehören, Männer-Ehören uud Sologesängen zusammen. Letztere erregten ein besondere» Interesse, weil eine junge, hier noch wenig bekannte Sängerin debuttren sollte. Fräulein Vetzberger mit ihrem Küustlerdomictl Frankfurt a. M. ist eine sehr begabte Schülerin des dortigen Hoch-Cooservatorium», im Besonderen des Professor Scholz uud der Frau Schröder-Haufstengl. Die junge Sängerin verfügt über einen wohlgeschulten, biegsamen Sopran, dessen Glanz und Kraft in der Höhe liegt; Schule und Vortragsart verweisen fie unbedingt auf die Bühne, an dessen Himmel die Kunstnovize bald al» Stern erscheinen möge und wird. Neben dieser interessanten jungen Künstlerin wußte unser gewandter und stimmbegabter Herr Th. H a u b a ch fich wohl zu behaupten; beiden Künstlern wurde stürmisch Beifall gespendet uud beide daukteu durch Zugaben. Die Chorleistungeu wurden mit bekannter Sicherheit und schönem Bortrage zu Gehör gebracht, Herr Franz Bauer, der Unermüdliche, hatte wieder Alle» wohl vorbereitet uud seine präctse uud scharfe DtrecttonSweise brachte auch die größten Aufgaben glatt uud ausdrucksvoll zu Gehör. Iw dem CycluS Maienwouue von Weinzierl lernten wir ein prächtige» Männerchorwerk mit Soli und Orchester kennen, e» war wohl das interessanteste de» Abend» uud wurde trotz größerer Schwierigkeiten von allen Betheiltgten besten» durchgeführt. Den fleißigen Verein und seinem strebsamen Dirigenten fordern wir auf, in gleichem Sinne weiter zu wirken, der Dank dafür wird ihnen nie fehlen. • • Gießener Turoerfchaft. Unter zahlreicher Betheiligung der Vorstände, der aktiven Turnerschaft beider hiesiger Vereine, sowie ihrer Mitglieder hielt am SamStag Abend im Wiener Hof die Gießener Turnerschaft ihre erste MonatS- Versammlung im Winterhalbjahr 1897/98 ab. Um 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende (Gauvertreter Helm) die Versamm- lung. Er begrüßte die Anwesenden, legte in wenigen Worten den Zweck der heutigen Zusammenkunft dar und gab zum Schluffe dem Wunsche Ausdruck, daß da» Bestehen der Turnerschaft nur zum Nutzen und zum Fortkommen der Turnsache in unserer Vaterstadt beitragen möge. Al»dann wurden noch wettere Reden gehalten und Toaste au»gebracht. Auch an komischen Borträgen recht gediegener Art, die wesentlich zur Verherrlichung und Verschönerung de» Abends beitrugen und )lc Stimmung wesentlich hoben, fehlte e» nicht. **H. Stadttheater. Mit der gestrigen Aufführung von „Hopfenraths Erben" hatte die Direction für ein Sonntagsstück das Richtige getroffen. E» ist ein gute» Volksstück, das mit sicheren Strichen Berliner Leben zeichnet. Der Verfaffer, H ch. Wilken, wußte als routinirter Bühnen- chrtftftellkr das Ganze mit einer gewissen Dosis Humor, Berliner Witz und lebenswahr-ernsten, das Mitgefühl fich erringenden Scene» auszustatten, welche theilweise noch durch entsprechende GesangSetnlagen mit gefälliger Musik von Michaelis verschönt uud ergänzt wurde». Die Handlung hält fich, ohne in Unmöglichkeiten oder Ueberspanntheiten zu verfallen, an das natürlich fich vollziehende, von der Glücks- luth des Großstadtleben» hochgehobene, dann in der Tiefe >eS Ruins versinkende Schicksal der BraueretbesitzerSwtltwe ^opsenrath und ihrer abgöttisch geliebten Tochter, am Schluß läßt der Verfaffer jedoch Beiden durch die Ber- wandten und „Erben" eine wiedergewonnene, glücklich- chöne Zeit erstehen. WaS die Darstellung betrifft, so brachte fie unS die Güte unseres Ensemble» wiederum zum Bewußtsein, denn sowohl daS Zusammenspiel, al» auch die Wiedergabe der Einzelrollen war durchweg vortrefflich. DteS gilt zunächst von Frau Dir. Helm als Wittwe Hopfenrath und Frl. Marlo ff, al» deren Tochter Rudolfine. Al» Butterhäudler Dabelsteiu bewegte fich Herr Dir. Helm wieder ganz auf seinem eigentlichen Gebiete und tattete diese Figur mit tn richtigen Grenzen gehaltener Komik und treffender lebenswahrer Characteristik aus. Ihm am nächsten auf dem Gebiet der Komik kam Herr Albrecht al» Gelbfiegel, eine echte, die Dummheit Anderer fich zu Nutze machende Großstadtpflanze. Herr Böhm und Frl. Budowska waren al» glücklich Liebende günstig placirt, deSgletche» Herr Janson als schneidiger Baron und Herr Fellner, dessen Spiel nebenbei gesagt gestern Abend recht flott und zufriedenstellend war, als Kaufmann Günther. Die Soubrettenrolle des Stücke» war Frl. Natuftu» anvertraut, die damit als fesche Wittwe Blumberg im Spiel wieder Ausgezeichnete», sowie im Gesang Befriedigende» eistete. Eine in der Wirkung vorzüglich wtedergegebeue Episodenfigur schuf Herr Liebscher in seinem Schneider lopp. desgleichen Herr Keßler al» Diener und Droschkenkutscher. Der mufikalische Thetl wurde von unserer Regi- mentS-Eapelle unter Herrn Dir. KruseS tüchtiger Leitung n gewohnt guter Weise erledigt, wie überhaupt die AuS- führung der ZwischenaktS-Mufik durch verständntßvolle Auswahl der Piecen anerkennende Erwähnung verdient. Da» Publikum unterhielt fich sehr gut und spendete lebhafte», I stellenweise stürmischen Beifall. Da» Hans war auf alle» Plätzen sehr gut besetzt. *• Stadttheater, lieber die in kommender Woche hier gafttrende Berliner Künstlerin, die gefeierte Frau Anna F ü hri n g, entnehmen wir dem Prachtwerke „Die Deutsche Bühne in Wort und Bild" nachstehenden Auszug: „Wenn wir de» Lebensgang der Künstlerin betrachten, die sich al» Rana Führing einen weithin klingende» Ruf erworben hat — fie heißt eigeulltch Anna von Strantz, da fie die Gatnn des bekannte» langjährige» DirectorS der Berlioer Königliche» Oper ist — so werde» wir finden, daß diese ausgezeichnete Schauspielerin sich auch nicht zu dem kleinsten Zugeständnisse au die sogen, moderne Strömung hat fortreizen lassen. Anna Führing steht mit ihrem ganzen schauspielerischen Inventar auf dem Boden vornehmster Elasficität. Sappho, Johanna d'Arc, Maria Stuart, Iphigenie, Medea, Hermione, Adelheid (Götz), Orstna, Porzia, Thusnelda (Fechter von Ravenna), Brunhilde, Lady Milford, Donna Diana — das find die Rollen, mit denen fie sich eine erste Stellung errungen hat. Daneben fallen zwei oder drei Gestalten, wie: Deborah, Gräfin Lea, nicht besonders schwer ins Gewicht. In erster Reihe ist Anna Führing also eine Darstellerin klassischer Charaktere. Zunächst war e» wohl die geradezu imponirende, majestätische Gestalt der Künstlerin, sowie ihr wundervolle», tn der Tiefe ganz unvergleichlich aus- druckfähiges Organ, wa» Anna Führing auf ihren jetzigen Rollenkret» anwte». ES muß wohl aber auch ein starke» Hinnetgen zu Aufgaben ernstester Art in der Natur schon de» jungen Mädchen» gelegen haben. Anna Führing ist in Hamburg als die Tochter gut fituirter Eltern geboren. Sie erhielt eine ausgezeichnete Erziehung und ist namentlich durch einen ihrer Lehrer schon in jungen Jahre» auf die klassische Literatur hiugeführt worde». Keine öffentliche Prüfung, kein ähnlicher Anlaß ging vorüber, ohne daß Anna zur Deklamation herangezogen wurde. Und man nmß annehmen, daß tn dem jungen Mädchen sich schon sehr zeitig rin starker, kritischer Geist regte, der selbstprüfend, selbstschaffend sich be- thätigte. Die entscheidende Wendung in ihrem Leben aber war die Ueberfiedlung nach Berlin, welche nach dem Tode von AunaS Vater vothwendig wurde. Hier hatte das kau« 15 jährige Mädchen überreich Gelegenheit, zu sehen und zu hören, ihren künstlerischen Hang auSzuleben. Sie besuchte nicht nur fleißig alle befferen Theater, sondern begann auch eine» Tage» Rollen auS Schiller'schen Dramen zu studtren. Und dieser ausgesprochene, alles Andere hinter fich zurück- laffende Trieb zur Kunst konnte der sorgsamen Mutter nicht verborgen bleiben. Widerstrebend gestattete fie, daß Anna fich von einem hervorragenden Fachmann prüfen lasse. Da hat nun ein überaus glücklicher Stern das junge Mädchen zu einem der Großmeister der Büdneopädagog'k geführt, zu dem damaligen Spiritus rector der Königlichen Oper, Direktor von Strantz. Selbst ein ganz ausgezeichneter, besonder» al» feinfühliger Characteristiker hervorragender Schauspieler gewesen, hatte Ferdinand von Strantz tn seiner langen Praxi» al» Oberregiffeur und Direktor vornehmer Kunstinstitute seinen Blick tn etnem Grade zu schärfen vermocht, der sozusagen den Jrrthum ausschloß. Und wte sich dieser Blick bet Beurthet- lung seiner Lola Beeth, einer Leifinger, eine» Rothmüh! und vieler Anderer bewährte, so hat er auch der jungen Kunstnovize gegenüber daS Rechte getroffen, die da eine» Tage» von ihm zu wissen verlangte, ob fie Talent habe. Herr von Strantz übernahm die Ausbildung der jungen Dame mit der junonischen Erscheinung und dem herrlichen Organ. Er war ihr ein strenger, aber doch auch wieder mit vollem Ber- ständntß auf ihre Eigenart eingehender Lehrer. Da» Ec- gebniß ist allgemein bekannt. Man weiß heute, daß Anna Führing eine Heldin ersten Range» ist, man ruft fie, wo r« eine» zugkräftigen Gaste» bedarf, und man feiert fie, wo sie ihre Kunst zeigt. Dom Wiener Hofburgtheater angefangen, wo fie mit schönem Erfolge gaftirte, bl» zu jener Reihe süd- deutscher Hoftheater, an denen Anna Führing immer wieder mit Freuden willkommen geheißen wird, hat fich diese noch so junge und doch — dank den glücklichen Umständen — so vollkommen künstlerisch auSgereifte Schauspielerin einen stet» fich mehrenden KreiS aufrichtiger Bewunderer errungen. Kaum eine größere Bühne Deutschland» giebt e», auf der fie nicht eine und die andere ihrer so recht auS dem Bollen geschaffenen Jdealgestalten verkörpern durste. Wie sehr übrigens Meister von Strantz mit seinem Werke zufrieden war, zeigte fich darin, daß er im Jahre 1889 seine Schülerin zu seiner Gattin machte. DaS ist auch für die rein fchausptelerische Laufbahn der schöne» Heroine von ganz außerordentlicher Wichtigkeit. Denn unter solcher Leitung ist Anna Führmg der Gefahr entrückt, jemals eine vtrtuosin zu werden. Die abgeklärte Kunstanschauung ihres Gatten wird ihr auch weiterhin ein Vorbild, eine Richtschnur bleiben, und dieser glücklichen Conftellatton hat e» die deutsche Bühne zu bauten, wenn fie in einer so materialistisch gesinnten Zeit eine Künstlerin besitzt von bim idealen Schwünge einer Anna Führing. •*D. SinbruchSdiebüahl. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurde im Haufe de» Herrn Wirth Kahl, Frankfurterstraße, ein Einbruchsdiebstahl verübt. Der Dieb war durch ein Fenster tn die Speisekammer gerathen, woselbst er alle» ihm Gefallende, al» Kuchen, Schinken, Wurst, Butter rc. mitnahm. ** Wetterbericht. Hoher Druck behauptet noch immer die Herrschaft Über den größten Theil Europa-; demgemäß haben auch bie Witterungsverhältnisse tn dem kontinentalen Lager zunächst noch wenig Aenderung erfahre». Die vorgestern im Norden rrschtenene Depression zieht gegen Norde» ab und ist auf ihre Rückseite ber Luftbruck sehr erheblich gestiegen, sobaß heute über d-m no dwestlichen atlantischen Ocean ein Maximalkern lag» tne ®t, Dfl Q|fo eine ®Bt, ?“[ es »ohl bie Qlt d-r Klinstierln, Werglrichlliha^ °°t ihren jc^tgen w auch ein starke, ln aer Natur schon 7 Nting ist in "krn geboten. ®{e ist numtnllld) durch ea °uf die clasfischr Gliche Prüsung, kein ? Anna zur Decla- mrß lUtnehmen, daß c jtiliz ein starker, elbstschaffend sich be« 1 ihrem Leben aber -che noch dem Tode )ier hatte daS kau« zu sehen und zn den. Sie besuchte Indern begann auch namen zu studiren. ! hinter fich zurück. juutnt »tntttt Mchl ttete fie, daß Anna prüfen lasse. Da daS junge Mdchen -agogik geführt, zn cha Oper, Direktor itttr, iilonbtii all r @taulpltltr ge« ner langen -raxis unßiustitute seinen , btt sozusagen ben M bei Vmihef ;\ni6 NoihmW unt btt sungeu Kunst. die ba eines TagcS Talent habe. Hrrr iet jungen Dame mit crlicheu Organ. St ibsr mit vollem Ber- r Lehrer. DaS Ec« ß heute, daß Anna man ruft fie, WO'« an feiert fie, »o fit theater angefangeu, zu jener Reihe D' bring '««er tvieter hat fich dikfe m Umstanden - ® asvieieriu einen ste» -mW f* ««t» rafthto M'' S- Mick i« l'.”‘ „In M««IPW“Ä "»^anddieitt SU«»1 .”L[ staut ■«art9.’’’3»« 1.6,1 «‘fttatw- *$*•* , titi I®”1! tw»“1' i« ‘ Bi. "" erfrt**®'flirti’ ti I'V "’nantlli'1 |«B * .«tat »"‘'IM s ^iter. Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch Fortdauer deS bisherigen WitteruogScharacters. + Ribda, 8. November. Heute tagte, unter Vorsitz deS Großh. OberamtSrichterS Hofmaau und im Beisein des Großh. KretSamtmanns von Büdingen als StaatSverwaltungS- beawten, die Ausschußsitzung, in welcher sür daS nächste Jahr die Haupt- und HülsS'chöffen, sowie die als Geschworene Vorzuschlageoden Personen auS den Urlisten unseres AmtS- gertchtsbeztrkS gewählt wurden. — In unserer Nachbar-Gemeinde Unter-Schmitten wird nächste Woche Bür ger- meister wähl stattfinden, da die zweite Amtsperiode deS bisherigen OrtSoberhaupteS Herrn SlauS abgelaufen ist; Letzterer will, dem Vernehmen nach, mit Rücksicht auf fein hohes Alter Übrigens auf seine Stelle refigniren. △ An» dem Srotzherzogthuw. 7. November. Die Metzger- ionnngen sowie verschiedene landwirthschaftliche Vereinigungen deS Großherzogthum» find wiederholt bet der Staatsregierung vorstellig geworden, die in Hessen bestehenden Bestimmungen betr. die Verwerthung von tuberculosem Fletsch aufzuheben und an deren Stelle dte In Preußen geltenden Bestimmungen, welche weniger streng find wie die hessischen, einzuführen. Diese Anträge der Metzgerinnungeu und Landwirthe hat daS Ministerium sämmtlichen Aerztevereiuen drS Landes zur Be- gutachtung unterbreitet, worauf jetzt die Urtheile eiugelaufen sind. In diesen Gutachten hat sich nicht einer der Srzt- ltchen Vereine in dem Sinne ausgesprochen, daß eine Aufhebung der bestehenden hessischen Verordnung zu befürworten fet, im Gegentheil wurde ausschließlich der Ansicht Rechnung getragen, daß es als ein kultureller Rückichritt zu betrachten, wenn eine laxe Anschauung in Bezug auf die Behandlung von tuberkulösem Fletsch ärztlicherseits gutgeheißen wird. ^Z«r Beachtung für Alle, die an die Redaction schreiben. 1) Wenn du etwas einer Zeitung m ttheilen willst, thue dies rasch und schicke eS sofort ein; denn waS neu ist, wenn du es denkst, ist vielleicht nach wenigen Stunden nicht mehr neu. 2) ©ei kurz, du sparst damit die Zeit des RedacteurS und deine eigene. Dein Princip sei: Thatsachen, keine Phrasen. 5) Sei klar, schreibe nicht mit Bleistift, sondern mit Tinte, und leserlich, besonders Namen und Ziffern; setze mehr Punkte als Komma. 4) Schreibe nicht „gestern" oder „heute", sondern den Tag oder das Datum. 6) Corrigire niemals einen Namen oder eine Zahl; streiche das fehlerhafte Wort durch und schreibe das richtige darüber oder daneben. 6) Die Hauptsache: Beschreibe nie, nie, nie beide Seiten des Blattes. Hundert Zeilen, auf einer Seite geschrieben, kaffen sich rasch zerschneiden und an die Setzer vertheilen. Es kommt oft vor, daß durch Beschreiben von beiden Seiten ein Beitrag heute keine Aufnahme mehr finden kann und für morgen zurückgelegt werden muß. 7) Gteb der Redaktion in deinen sämmtlichen Schriftstücken Namen und Adresse an Anonyme Zuschriften kann die Redaktion nie berücksichtigen. Universität- - Nachrichten. Berlin, 6. November. Aus Anlaß seines fünfzigjährigen Docenten-Jubiläums wurden heute Profeffor Rudolf Virchow mannigfache Ehrungen zu Theil. Professor Schmoller brachte die Glückwünsche der Gesammt Universität dar und dankte nicht nur dafür, daß Virchow Tausenden und Millionen von Menschen genützt babe, sondern auch für den methodologischen Fortschritt, den die Wlssenschast Virchow verdanke. Als Decan der medicinischen Facultät brachte Prosesior Heubner die Glückwünsche derselben zum Ausdruck und betonte, daß Virchow seine Speclaldisciplin beinahe zur Herrscherin der gesammten Medicin erhob. Geh. Rath Virchow nahm nun selbst das Wort zum Dank für die ihm dargebrachte Ehrung und nahm sodann die persönlichen Glückwünsche der Erschienenen entgegen. Blumensvenden, Telegramme und Briefe liefen fortaesetzt ein. r,irl,la »er wrrtöftai jratfuta «rta|uta— Opernhaus. Dienstag den 9. November: Margarethe. Mittwoch den 10. November: Mignon. Donnerstag den 11. November: Boheme. Freitaa den 12. November geschlossen. Samstag den 13. November: Der Prophet. Sonntag den 14 November, Nachmittags 3«/, Uhr: Fledermaus. Abends 7 Uhr: Boheme. tüchauspiethaus. Dienstag den 9. November: Gaieotto. In Civil. Mittwoch den 10. November: Zu Schillers Geburtstag. Die Räuber. Donnerstag den 11. November: Die goldene Eva. Freitag den 12 November: Ueber unsere Kraft. Samstag den 13. November: Hans Huckebein. Sonntag den 14. November, Nachmittags 37e Uhr: Iphigenie auf Tauris. Abends 7 Uhr: Hans Huckebein. Montag den 1b. November: Relegirte Studenten. Schiffs« achrichten. — Der Postdamofer „Switzerland" der „Red Star Linie" i» Antwerpen ist laut Telegramm am 3. November wohlbehalten in Philadelphia angenommen. kirchliche Anzeige« tes- Stad» Gietzen. Montag den 8. November, Abends 8 Uhr: Bibelfiuude im Confirmandensaal der Jobanneskirche. Psalm 2 PfarrerDinaeld ey. Dienstag den 9 November, Abends 8 Uhr, erste Zusammenkunft der confirmirten Mädchen aus der MarcuSgemeinde im Schwesternhaus (Lonystraße) Zu dieser Vereinigung werden die Theilnebmerinnrn aus den früheren Jahrgängen, sowie die m diesem Jahr confirmirten Mädchen freundlich eingeladen. Dr. Grein. Mittwoch, den lu November, Abends 61/« Uhr, Festgottes' dienst zur Feier deS JahresfesteS des Oberhesfischcn Vereins für innere Mission Pfarrer Dr. Hackenschmidt auS Straßburg. In diesem Gottesdienst wird eine Collecte zum Besten der inneren Mission erhoben werden. Abends um 8 Ubr in Lonys Saal: Versammlung des Volks - Vereins für das katholische Deutschland, wozu alle Herren der Gemeinde eingeladen find. Keine Toilette fitzt vollkommen, wenn in der Taille nicht Pryms neueste Palent-Taillen-Ve> schlüsse eingenäht sind, die man in allen Posamenten- und Kurzwaaren-Geschäften kaufen kann. 9871 „leistet mir vorzügliche Dienste, die Haut bleibt trotz der vielen Waschungen, denen wir die Hände unterziehen müssen, glatt und g'schmeidig, so daß ein Einreiben mit Glycerin, Vaselin rc. über« fluffig ist und werde id> dieselbe empfehlen." Aehnliche Schreiben vieler hervorragender Mediciner liegen vor. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. 9674 — Im Verlage von Emil Sommermeyer in Baden-Baden »st eine neue Mazurka in E-moll, op. 18, von JuliuS Dorfelder erschienen. Seiden-Damaste Mk. 1.35 sowie schwarze, weiße und farbige Heuneverg-Geide von 75 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. — in den modernsten Geweben, Farben und Dessins. An Private porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. 9194 6. Hennebergs Seiden-Fabriken (k. k. Ho«.), Zürich. Briefkasten. Nach A. Der Verhandlungstermin ist noch nicht festgesetzt. Verkehr, Land- nnd V-lkswrrth schäft- Grfiuhsrg, 6. November. Fruchtpreise. äBdjcn X 18,84, Korn X 13 80, Gerste X 14,92, Hafer X 13,02, Erbsen X 16.00, Linsen X 28,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,C0, Samen X 22,CO. Anfertigung wird prompt und q v Aiiieriigimg wiru prompt um q ♦ sorgfältige! auegeführt. 9911 IL Äug. Montanus Nachfl ch Inhaber: 9916 Gnauth. 10222 Ri & M. Imheuser. j 10291 10292 Li Kalkhof 10302 10299 eingetroffen. 10286 LtzHHöblirteS Zimmer billig zu o-rmiethen 9937 vleichstratz« 81, III. Restauration Dauer,Bahnhofstr. Prima Aepselmost Bose. Vossius. berg in Heffen. 10191 to CO CO a marke und Firma Haarmaun & Reimer in Holzminden. Zu haben in Gießen bei Carl Schwaab, Hofl., Emil Fischbach, Gg. Herbordt. A. & G. Wallenfels, Otto Schaaf, Drog., Ph. Herrmann, W. Kilbinger, Löwen-Drog., Wilh. Haas. G. Walter. General-Däpöt: Max Elb in Dresden. Dorf Gill, den 8. November 1897. Großh. Bürgermeisterei Dorf-Gill. Kuhl. Oppenrod, den 6. November 1897. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod. Balser. Stockhausen, den 6. November 1897. Großh. Bürgermeisterei Stockhausen. Faust. Im ersten Stock 2—3 Zimmer und Küche an einen Herrn zu vermiethen. 10275] W. Ferber. Kirchenplatz. im Frankfurter Hof Bekanntmachung. Die Abgabe von leinenen rc. Lumpen soll auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden. Die Bedingungen liegen auf dem Verwaltungsbureau Nachmittags von 3 bis 6 Uhr offen. Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis Samstag den 20. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzu- gsben. Gießen, den 1. November 1897. Großh. Verwaltungs-Direction der chirurgischen und ophthalmologischen Univ.-Klinik. 10074 Killder-Wr-Zmkdack H. O. Opel’s lklaltrphogphathllltigks Nährmittel) wissenschaftlich geprüft und empfohlen von Autoritäten der Kinderheilkunde, zu haben bei 10305 PH. Herrmann, SelterSwea 33. Flotter Schnurrbart!. 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Wir bringen hiermit zur Kenntniß der Interessenten, daß die Vergütung der Quartierträger für bie stattgefundenen Einquartierungen von jetzt ab an den gewöhnlichen Zahltagen bei der Stadtkasse erhoben werden können. Bis zum 15. l. Mts. nicht abgeholte Beträge werden den betreffenden Quartierträgern gegen eine Gebühr von 10 Pfg. durch den Stadkassediener zugestellt. Gießen, den 4. November 1897. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. i ft 1 Zum Backen und Kochen mit Zucker fertig verrieb n und sofort löslich. Köstliche Würze der Speisen. Feiner, ausgiebiger und bequemer wie Vanille, frei von deren aufregenden Bestandtheilen. Kochrecepte gratis. 5 Originalpäckchen 75 Pfg., einzelne Päckchen 20 Pf.; ferner 10295 Nanillirttt KeAreuMer in Streubüchsen L 50 Pfg. 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Mixed-Mai» und 36 Sack = 5040 Pfd. Erbsenschrot gegen Baarzahlung meistbietend versteigert. 10293 «eitzler, Gerichtsvollzieher. | Kieler Bücklinge sind frisch eingetroffen und empfiehlt Ph. Herrmann, 10306 Seltersweg 33. Feinsten Medicinal- Leberthran empfiehlt die 9916 Adler-Drogerie, Settersw. 39. __________Otto Echaaf.___________ Prima felbstgekelteter Traubenmost Giessener Concertverein 1. 2. 10290 1029» Adolf Bieler, Westanlage 44. und ein^ Installateur gesucht. Wer tinrlllillion lliiliiiKifdjinni 10304_________ffiitttttKB» I —— sind biS^jetzt von der Seidel & Naumann- 10301, Ein nur durchaus tüchtiger \\ .. ........ .AZZ J. Kaan jun., Kreuz 10 scheu Nähmaschiuensabrik tu Dresden erzeugt 10313 wurde. I"^H(auf^esuche"MM^ |yereinsnachrichter^j Iberhessen Frankfurter Börse vom 6. November 1897. I Patentschutz I Patente, Gebrauchsmuster, Muster- I schütz, Waarenzeichen etc. für In- | Zu verkaufen 1887 3 Pomm.Hyp.VLBk.mLb.1906 100 90 Frts. 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Gast: Frau Anna Führing aus Berlin, xxah Trauerspiel in 4 Acten von AI&OlLvWi Grillparzer. Billett*: in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolph’s Nacht), sowie an der Abendkasse: Erstes Parquet Mk. 3,50; Zweites Parquet und Bal- con erste Reihe Mk. 2,25.—. Studentenkarten Mk. 1,— . Schalerkarten Mk. 0,50. Gallerie Mk. I,—. Für Mitglieder nur im Vorverkauf (bei weiterem Bedarf): Erstes Parquet Mk. 3.— ; Zweites Parquet Mk. 2,-. 10151 Nach Schloss des Theaters Omslbusverbindung nach verschiedenen Richtungen. •*>, G. Schultheis lüarhtftr. 3. Kürschner. fUrMp." Größte Auswahl herrvorageuder Meuheiten der ^etzconsectio«. Dchlossergeselle sür dauernde Beschäftigung gesucht. Heinrich Häusel, Läberstr. 19. 10300] Junges Hausbürschchen sofort gesucht. «lieestr. 20. —10303] Zuverlässiges Mädchen für Morgens gesucht. , t Nähere« in der Expedition d. Bl. Tüchtige <^rd, Fels- und Oberbauarbeiter sucht Schachtmetster Rie. 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